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Mai/Juni 2013

Vorschau auf FIFA-Kongress | Stand in der WM-Qualifikation | Rauchfreie Stadien |

Neue Gesundheitsbotschafter | Halbzeit für Football-for-Hope-Zentren | Boateng an Bord |

Vorschau auf FIFA Konföderationen-Pokal: Turniergeschichte, Teamporträts, Scolari-Interview

Festival der Meister

Bühne frei für FIFA Konföderationen-Pokal


EVERY GASP

EVERY SCREAM

EVERY ROAR

EVERY DIVE

EVERY BALL

EVERY PASS

EVERY CHANCE

EVERY STRIKE

EVERY BEAUTIFUL DETAIL

SHALL BE SEEN

SHALL BE HEARD

SHALL BE FELT

Feel the Beauty

BE MOVED

THE NEW 4K LED TV


EDITORIAL

Vertrauen in die FIFA

und Brasilien

Liebe Fussballfreunde,

„Der diesjährige Kongress

ist besonders wichtig, da

wir den weitreichenden

Governance-Reformprozess

abschliessen

werden. Ich bin zuversichtlich,

dass wir bald am Ziel

sind.“

in den nächsten beiden Monaten stehen für die FIFA zwei wichtige

Ereignisse bevor: der 63. FIFA-Kongress Ende Mai auf Mauritius und der

FIFA Konföderationen-Pokal, der am 15. Juni in Brasilien beginnen wird.

Der Kongress ist für die FIFA seit je von zentraler Bedeutung, bringt er

doch alle 209 Mitgliedsverbände aus aller Welt zusammen. In diesem Jahr

ist er jedoch besonders wichtig, da wir auf Mauritius den weitreichenden

Governance-Reformprozess abschliessen werden, den wir beim Kongress

2011 in Zürich angestossen haben.

Für mein Versprechen, die Glaubwürdigkeit und das Ansehen der FIFA

wiederherzustellen, habe ich vor zwei Jahren von den Kongressdelegierten

viel Unterstützung erhalten. Gross war deshalb die Freude, als wir schon im

letzten Jahr in Budapest erste Reformen verabschieden konnten. Gleichzeitig

habe ich die Mitglieder aber auch daran erinnert, dass wir erst auf halbem

Weg sind und noch viel Arbeit vor uns liegt.

Ich freue mich deshalb sehr, dass wir nun fast am Ziel sind – nicht

zuletzt dank dem vereinten Einsatz der Mitglieder unserer Task Forces

und der unabhängigen Kommission für Governance, die den ganzen

Prozess mit ihrem externen, unabhängigen Fachwissen begleitet hat. Der

letzte entscheidende Schritt erfolgt natürlich nur mit der Zustimmung

des Kongresses. Angesichts des überwältigenden Auftrags, den mir der

Kongress vor zwei Jahren erteilt hat, und in Anbetracht der Einigkeit

des FIFA-Exekutivkomitees über die restlichen Reformvorschläge bin ich

zuversichtlich, dass wir Ende Mai die Ziellinie überqueren werden.

Der FIFA Konföderationen-Pokal wird zweifellos ein hochklassiger

Wettbewerb, denn unter den acht Teams sind nicht weniger als vier

ehemalige und amtierende Weltmeister vertreten. Das sportliche Geschehen

ist aber immer nur ein Teil der Geschichte, denn neben dem Rasen ist es

immer auch ein wichtiger Test für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft im

darauffolgenden Jahr.

Wie beim FIFA-Reformprozess vor zwölf Monaten liegt in Brasilien bis

zur Endrunde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 noch viel Arbeit

vor uns. Angesichts der intensiven Zusammenarbeit zwischen der FIFA,

dem lokalen Organisationskomitee und den brasilianischen Behörden bin

ich sicher, dass wir uns auf ein wahrlich einzigartiges Turnier in einer der

leidenschaftlichsten Fussballnationen der Welt freuen dürfen.

Für das Spiel. Für die Welt.

Joseph S. Blatter

FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013

3


Rund um

die Welt

Dreifachtriumph für

Monterrey

CF Monterrey hat sich als erstes Team für

die FIFA Klub-Weltmeisterschaft qualifiziert.

Zum dritten Mal in Folge haben

die Mexikaner im Mai die CONCACAF

Champions League gewonnen – und dies,

obwohl sie im innermexikanischen Finale

gegen Santos Laguna 30 Minuten vor

Schluss noch 0:2 zurücklagen. Dank vier

Toren – drei in den letzten sieben Minuten

– vermochten sie das Blatt aber noch zu

wenden. „Wenn man gegen ein starkes

Team wie Santos 0:2 zurückliegt, ist eine

solche Aufholjagd praktisch undenkbar“,

gestand der zweifache Torschütze Aldo de

Negris. „Nun haben wir als Mannschaft

das Gegenteil bewiesen und Geschichte

geschrieben.“ In den kommenden Wochen

werden sich weitere Teams für die FIFA

Klub-Weltmeisterschaft qualifizieren. Am

19. Mai wird in Auckland der Sieger der

OFC Champions League ermittelt, sechs

Tage später im rein deutschen Finale

zwischen Bayern München und Borussia

Dortmund im Londoner Wembley-Stadion

der Gewinner der UEFA Champions League.

Brasilien in Sicht

Bald werden die ersten Teilnehmer der

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014

bekannt sein. Vier Teams werden sich im

Juni das Ticket für das grosse Fussballfest

im nächsten Jahr sichern, wenn in Asien

die vierte Qualifikationsrunde abgeschlossen

wird. Während sich die ersten beiden

jeder Gruppe automatisch für die WM-

Endrunde qualifizieren, spielen die beiden

Drittplatzierten um den Einzug in die

Entscheidungsspiele gegen den Fünften

der Südamerikaqualifikation. Nach weiteren

vier Punkten gegen Venezuela und

Bolivien im März hat auch Argentinien

die Qualifikation zum Greifen nah. Die

Mannschaft von Alejandro Sabella

kann mit Siegen gegen Kolumbien und

Ecuador bereits alles klar machen. Weitere

Informationen zum Qualifikationsrennen

finden Sie ab Seite 18.

Weniger internationale

Transfers

Die Fussballvereine haben 2012 10 %

weniger für internationale Transfers ausgegeben.

Gemäss der neusten Ausgabe

des Berichts „Global Transfer Market“, den

die FIFA Transfer Matching System GmbH

im April veröffentlichte, wurden 2012

zwar leicht mehr grenzüberschreitende

Transfers getätigt (11 552 verglichen mit

11 481 im Jahr 2011), dafür aber weniger

gezahlt (2,53 Milliarden US-Dollar nach

2,82 Milliarden im Vorjahr). Mehr gaben

die Vereine aber für Vermittlergebühren

aus: 163 Millionen US-Dollar und damit 28

% mehr als noch 2011. Ein ausführlicher

Bericht ist ab Seite 26 zu finden.

Neue Präsidenten

Die asiatische Fussballkonföderation

(AFC) und die südamerikanische

Fussballkonföderation (CONMEBOL)

haben neue Präsidenten. Beim AFC-

Kongress am 1. Mai in Malaysia wurde

mit überwältigender Mehrheit Salman

bin Ibrahim al-Khalifa (Bahrain, Bild) bis

2015 an die Spitze der Konföderation

gewählt. Zum neuen Präsidenten der

CONMEBOL wurde Eugenio Figueredo

bestimmt. Der ehemalige Präsident des

uruguayischen Fussballverbands folgt auf

den langjährigen Amtsinhaber Nicolás

Leoz. Wie die Konföderation mitteilte, wird

Figueredo bis mindestens Mai 2015, wenn

Präsidentschaftswahlen anstehen, im Amt

bleiben.

4 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


In dieser

Ausgabe

18

6 31

52

HAUTNAH AKTUELL SPEZIAL KOMPAKT

6

Paris, Tokio,

Manchester, Thun

Faszinierende Bilder aus

der Welt des Fussballs

12

Vorschau auf

FIFA-Kongress

Abschluss des

Reformprozesses

16

Countdown

in Brasilien

Letzte Vorbereitungen

für den FIFA

Konföderationen-Pokal

18

Brasilien im Visier

Heisse Schlussphase in

der WM-Qualifikation

31

Eine gesunde

Truppe

Weitere namhafte

Unterstützung für „FIFA 11

für die Gesundheit“

44

FIFA

Konföderationen-

Pokal 2013

Gipfeltreffen der

Kontinentalmeister in

Brasilien

48

Von Riad rund

um die Welt

Rückblick auf die

bisherigen acht Ausgaben

52

Scolari über

Brasilien

Exklusivinterview mit

dem Rückkehrer

56

Alles zu den acht

Mannschaften

Teamporträts , Starspieler

und Kennzahlen

74

Verbände

Trainerentlassungen in Afrika

und Höhenflug in Peru

76

Männerrangliste

Kroatien und Ecuador

im Hoch

78

Frauenrangliste

USA seit fünf Jahren

die Nummer eins

80

Runder Geburtstag

75 Jahre Blue Stars

FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013

5


HAUTNAH

Luftakrobat

Auch wenn der französische Mittelfeldspieler Mathieu Valbuena im März im Qualifikationsspiel für die FIFA

Fussball-Weltmeisterschaft gegen Spanien die Kunst des Schwebens zu beherrschen scheint, schwingen die

Spanier obenauf. Mit einem 1:0 hieven sie sich in der Gruppe I wieder an die Spitze. Ein ausführlicher Bericht

zur Qualifikation ist ab Seite 18 zu finden.

6 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Goldener Fuss

Der linke Fuss von Lionel Messi ist im wahrsten Sinne

des Wortes Gold wert. 25 Kilo wiegt der Fussabdruck

aus Massivgold, den ein japanischer Juwelier mit

Erlaubnis des argentinischen Stars des FC Barcelona

hergestellt hat. Ein Teil des Erlöses von 5 Millionen

US-Dollar fliesst an die Leo Messi Foundation und

kommt damit den Opfern des Erdbebens und des

Tsunami von 2011 in Japan zugute.

FIFA WORLD I HAUTNAH

7


Dreikampf

Maynor Figueroa und James McArthur (Wigan Athletic) behalten gegen Scott

Sinclair (Manchester City) im April in der englischen Premier League die Oberhand.

8 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Bissiger Gegner

Loris Benito (FC Zürich) ist in der Partie gegen den FC Thun in der

Schweizer Super League auf einen Gegner mit Biss getroffen – einen

Marder, der dreist das Spielfeld gestürmt hat.

FIFA WORLD I HAUTNAH

9


Leserbriefe

Ausgewählte Kommentare der Leser von FIFA World und FIFA.com

März/April 2013

Erste WM-Stadien eröffnet | Prominente Botschafter | Spannende Märzspiele |

Kampf gegen Spielmanipulationen | Engagement in Südafrika | U-20-Überraschung in Südamerika |

Neue US-Frauenliga | Aufbruchstimmung in São Paulo | Amerikanisch-Samoa im Rampenlicht

Auf nach Brasilien

Afrikameister Nigeria achtes Team beim

FIFA Konföderationen-Pokal

Ausgabe März/April

Was halten Sie von FIFA World, seinen

Berichten und anderen Themen aus der

Welt des Fussballs?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung an

feedback-fifaworld@fifa.org oder

FIFA World, FIFA-Strasse 20, Postfach,

8044 Zürich, Schweiz.

Könige Afrikas

Wow! Was für ein toller Erfolg für

Nigeria – nach 19 Jahren hat das Team

endlich wieder den Afrikanischen

Nationen-Pokal gewonnen. Beeindruckt

hat mich auch, wie sehr sich Burkina

Faso gesteigert hat. Im afrikanischen

Fussball gibt es so viele gute Teams. Ich

freue mich auf den Konföderationen-

Pokal in Brasilien, wo Nigeria bestimmt

gut abschneiden wird, nachdem wir

gezeigt haben, dass wir zurück sind.

Besucher von FIFA.com (Nigeria)

Der Afrikanische Nationen-Pokal war

wirklich interessant. Kleine Länder, die

bislang Aussenseiter waren, haben sich

ins Rampenlicht gespielt. Glückwunsch

an meine Heimat Burkina Faso, die im

afrikanischen Fussball ein ernst zu nehmender

Gegner geworden ist.

Fay (Burkina Faso)

Dieser Afrikanische Nationen-Pokal war

absolut ausgeglichen. Jedes Spiel war

offen. Glückwunsch an Nigeria und

Burkina Faso, die bis zum Schlusspfiff

echten Teamgeist bewiesen haben.

Auch Mali und Ghana haben trotz

der Niederlagen zum Schluss gezeigt,

dass sie guten Fussball spielen können.

Enttäuscht haben mich hingegen die

Elefanten [Elfenbeinküste], weil sie

kaum Initiative gezeigt haben. Von der

DR Kongo hätte ich mir ein besseres

Abschneiden gewünscht, aber ich

bin stolz, dass sie trotz des frühen

Ausscheidens einen starken Eindruck

hinterlassen hat.

Besucher von FIFA.com (DR Kongo)

Südafrikas Erbe

Entwicklung ist heute in aller Munde.

Wir in Südafrika sind für diese grossartige

Investition dankbar und wissen,

dass der 2010 FIFA World Cup Legacy

Trust vielen Jugendlichen helfen wird .

Er wird den Fussball hier weiter fördern

und dem Land langfristig helfen. Es war

interessant zu sehen, wer unterstützt

wird und wie mit dem Trust erfolgreiche

und nachhaltige Projekte realisiert

werden.

Besucher von FIFA.com (Südafrika)

Kampf gegen Manipulationen

Die FIFA ist auf dem richtigen Weg.

Betrug durch Spielmanipulation darf es

im Fussball nicht geben.

Besucher von FIFA.com (Nigeria)

Frauen im Fokus

Nun, irgendwo muss man beginnen.

Ich finde es toll, dass Frauen im FIFA-

Exekutivkomitee vertreten sind und

andere Perspektiven einbringen. Das

hilft nicht nur dem Frauenfussball, der

sich immer grösserer Beliebtheit und

Unterstützung erfreut, sondern auch

diesen Frauen, die im Männerfussball

mitarbeiten und mitentscheiden wollen.

Das ist wahre Integration.

Besucher von FIFA.com (Uruguay)

Amerikanisch-Samoas Traum

Ich bin ein riesiger Fussballfan. Der

Artikel über Amerikanisch-Samoa ist

etwas vom Besten, was ich je gelesen

habe ... es ist eine tolle Geschichte,

die niemanden kalt lässt. Ich kann es

kaum erwarten, den Film zu sehen.

10 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Es tut gut, über diese aufstrebenden

Fussballregionen zu lesen.

Besucher von FIFA.com (Uruguay)

Was für eine tolle Geschichte! Gib

niemals auf, und lass dir von niemandem

sagen, was du kannst. Grossartige

Leistung, Amerikanisch-Samoa!

Joanitox (Panama)

Diese Geschichte zeigt, dass es im

Fussball nicht darauf ankommt,

der Beste zu sein. Vielleicht ist die

Mannschaft von Amerikanisch-

Samoa auf ihre Weise die beste, weil

ihre Begeisterung und Leidenschaft

von Herzen kommen. Andere

Fussballnationen können sich ein

Beispiel nehmen.

Besucher von FIFA.com (Chile)

Was für eine schöne Geschichte.

Sie hat mich zu Tränen gerührt,

insbesondere die Aussagen von

[Trainer] Thomas Rongen. Wirklich

fantastisch! Lang lebe Amerikanisch-

Samoa! Ich hoffe, dass der Fussball

auf dieser wunderschönen Insel weiter

Fortschritte macht.

Jaes (Peru)

Gesunde Massnahmen

Fussballstars werben für Gesundheit. Siehe Seite 31.

FIFA WORLD I HAUTNAH

11


AKTUELL

FIFA-Schiff

auf Kurs

Ende Mai wird die Insel Mauritius im Indischen

Ozean eine malerische Kulisse bilden, wenn

der 63. FIFA-Kongress über die letzten

Vorschläge im zweijährigen FIFA-Governance-

Reformprozess abstimmen wird.

12 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Für die Debatte über die letzten

Vorschläge im Reformprozess gibt es kaum

eine bessere Kulisse als die zauberhafte

Insel im Indischen Ozean, wenn man sich an

das Versprechen von FIFA-Präsident Joseph

S. Blatter beim FIFA-Kongress 2011 erinnert,

das FIFA-Schiff wieder in ruhige und

klare Gewässer zu steuern. Die Delegierten

der 209 FIFA-Mitgliedsverbände werden

allerdings wenig Zeit haben, die wunderschöne

Aussicht vom Swami Vivekananda

International Convention Centre zu geniessen,

denn beim zweitägigen Kongress

wartet ein dicht gedrängtes Programm.

Wichtigster der insgesamt 19 Punkte

auf der Tagesordnung sind zweifellos die

beantragten FIFA-Statutenänderungen zum

Abschluss des zweijährigen Governance-

Reformprozesses.

Nachdem beim FIFA-Kongress im

letzten Jahr in Budapest bereits einige

wichtige Reformen beschlossen wurden

(siehe Reformplan auf Seite 15), werden

die Mitgliedsverbände nun über

die letzten Änderungen abstimmen, die

zehn Hauptpunkte betreffen und die

Führungsstruktur, Integrität, Transparenz

und den repräsentativen Charakter des

Weltfussballverbands stärken sollen.

So sollen etwa die Leumundsprüfungen,

die gemäss Beschluss des FIFA-Kongresses

2012 bereits für alle Amtsträger gelten,

die vom Kongress gewählt werden, auf

weitere wichtige Schlüsselpositionen –

insbesondere auf alle Mitglieder des FIFA-

Exekutivkomitees – ausgedehnt werden.

Zur Wahl des FIFA-Präsidenten werden

zudem nur Bewerber zugelassen, die von

insgesamt mindestens fünf Mitgliedern vorgeschlagen

wurden und in den letzten fünf

Jahren während mindestens zweier Jahre

eine aktive Rolle im Association Football

gespielt haben.

Die vorgeschlagenen Reformen sehen

ebenfalls vor, dass die FIFA-Mitglieder

alle massgebenden Parteien in ihre

Struktur einbinden, damit die wichtigsten

Anspruchsgruppen im Fussball stärker vertreten

sind. Der Kongress wird im Weiteren

über die freiwillige Restrukturierung des

International Football Association

FIFA WORLD I AKTUELL

13


Board (IFAB) informiert, der im Fussball

über die Spielregeln wacht.

Wie der IFAB bei seiner Jahresversammlung

am 2. März bekanntgab,

werden insbesondere zwei neue

Beratungsausschüsse geschaffen, denen

zum einen Schiedsrichterexperten und zum

anderen ehemalige Spieler und Trainer, amtierende

Trainer und technische Direktoren

angehören, womit die wichtigsten Akteure

besser eingebunden sind.

„Der Reformprozess ist

auf einem guten Weg.

Das letzte Wort hat nun

aber der Kongress.“

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter

WM-Bewerbungen

Bei der Vergabe der FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft soll laut Vorschlag

künftig der Kongress das letzte Wort

haben, wie dies der FIFA-Kongress 2011

im Grundsatz bereits beschlossen hat.

Demnach wird der FIFA-Kongress anhand

eines detaillierten Bewerbungs- und

Veranstaltungsreglements, das die FIFA

erlassen wird, und auf Grundlage einer

Vorauswahl von bis zu drei Bewerbungen

durch das FIFA-Exekutivkomitee den

Ausrichter der Endrunde der FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft bestimmen. Dabei gilt,

dass der Kongress jeweils nur eine FIFA

Fussball-Weltmeisterschaft vergeben darf

und dies zudem nicht an ein Mitglied

der Konföderation, die bereits die letzte

Endrunde veranstaltet hat.

Die weiteren vorgeschlagenen

Änderungen betreffen eine Reihe von

Ausführungen und Präzisierungen in

den FIFA-Statuten, einschliesslich der

Neufassung der Art. 2 und 3, mit der die

Förderung von Ethik und die Bekämpfung

von Diskriminierung verstärkt und genauer

definiert werden.

Nach der Abstimmung über diese

Änderungen wird der Kongress schliesslich

über zwei Vorschläge zur Einführung von

Alters- und/oder Amtszeitbeschränkungen

für wichtige Amtsträger entscheiden.

„Wir konnten bereits beim Kongress

2012 in Budapest einige wichtige Reformen

verabschieden. Ich freue mich nun auf den

Abschluss dieses wichtigen Prozesses auf

Mauritius“, sagte FIFA-Präsident Joseph S.

Blatter nach der letzten Sitzung des FIFA-

Exekutivkomitees im März gegenüber FIFA

World. „Wenn ich sehe, wie geschlossen

das Exekutivkomitee hinter den restlichen

Vorschlägen steht, ist der Reformprozess

auf einem guten Weg. Das letzte Wort hat

nun aber der Kongress.“

Mehr als Reformen

Auch wenn wohl die letzten Schritte

im Governance-Reformprozess die

Berichterstattung der Medien dominieren

werden, stehen noch weitere wichtige

Themen auf der Tagesordnung.

Wie üblich muss der Kongress die konsolidierte

Jahresrechnung, die 2012 ein

positives Ergebnis von 89 Millionen US-

Dollar ausweist, und das detaillierte Budget

für das nächste Jahr genehmigen.

Darüber hinaus werden die Delegierten

über eine Reihe strategischer und sportpolitischer

Angelegenheiten informiert, insbesondere

über die laufende Arbeit der FIFA

zur Bekämpfung von Spielmanipulationen

sowie von Diskriminierung und Rassismus

im Fussball. In diesem Zusammenhang

wird auch die Arbeit der neuen FIFA-

Arbeitsgruppe gegen Diskriminierung

vorgestellt, die im März unter der Führung

von FIFA-Vizepräsident und CONCACAF-

Präsident Jeffrey Webb gebildet wurde.

Gemäss den im letzten Jahr beschlossenen

Reformen werden schliesslich auch

die Vorsitzenden, Vizevorsitzenden und

Mitglieder der Audit- und Compliance-

Kommission und der Rechtsorgane der

FIFA (sprich der beiden Kammern der

Ethikkommission, der Disziplinarkommission

und der Berufungskommission) gewählt.

Weibliche Premiere: Beim

FIFA-Kongress 2013 wird

erstmals formell eine Frau ins

Exekutivkomitee gewählt.

Zudem sollen zwei weitere

Frauen hinzugewählt werden.

Von den Konföderationen

vorgeschlagen wurden Lydia

Nsekera, Sonia Bien-Aime, Paula

Kearns und Moya Dodd.

Weibliches Mitglied

Nach der historischen Ernennung von

Lydia Nsekera, die für ein Jahr ins FIFA-

Exekutivkomitee hinzugewählt wurde,

wird dieses Jahr zudem erstmals formell

eine Frau in die Exekutive gewählt. Auf

Antrag des Exekutivkomitees wird der

Kongress ebenfalls über die Berufung

von zwei weiteren weiblichen Mitgliedern

entscheiden, womit der FIFA-Exekutive

insgesamt drei Frauen angehören werden.

Vier Frauen wurden von ihren

14 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Von Zürich nach Mauritius

Die wichtigsten Stationen im FIFA-Governance-Reformprozess in der Übersicht

1. Juni 2011 FIFA-Präsident Joseph S. Blatter erhält vom FIFA-Kongress die erforderliche Unterstützung für die Lancierung eines umfassenden

Reformprozesses und verspricht, die FIFA wieder auf Kurs zu bringen.

21. Oktober 2011 Das FIFA-Exekutivkomitee bildet drei Task Forces, die in den Bereichen Ethik, Transparenz und Compliance sowie Statutenrevision

Reformvorschläge erarbeiten sollen.

17. Dezember 2011 Eine unabhängige Kommission für Governance (UKG) unter der Leitung des internationalen Governance-Experten Prof. Mark Pieth

wird gegründet und damit beauftragt, die Vorschläge der Task Forces zu sammeln und dem FIFA-Exekutivkomitee anschliessend

konkrete Empfehlungen zu unterbreiten.

25. Mai 2012 Der 62. FIFA-Kongress in Budapest verabschiedet die ersten von den Task Forces und der UKG erarbeiteten Reformen, u. a.:

– Aufteilung der FIFA-Ethikkommission in eine Untersuchungskammer und eine rechtsprechende Kammer mit je einem

unabhängigen Vorsitzenden und Vizevorsitzenden

– Ersatz der Auditkommission durch die Audit- und Compliance-Kommission (ebenfalls unter der Leitung eines unabhängigen

Vorsitzenden) und Erweiterung ihrer Zuständigkeiten

– direkte Wahl der Vorsitzenden, Vizevorsitzenden und Mitglieder der Audit- und Compliance-Kommission und der Rechtsorgane,

d. h. der beiden Kammern der Ethikkommission, der Disziplinarkommission und der Berufungskommission, durch den Kongress

– Hinzuwahl des ersten weiblichen Mitglieds ins FIFA-Exekutivkomitee (für ein Jahr), beim Kongress 2013 erste Wahl für eine

vierjährige Amtszeit

– Verabschiedung des FIFA-Verhaltenskodex, der die elf Verhaltensgrundsätze regelt, die für alle Mitglieder der FIFA-Familie

(d. h. Offizielle, FIFA-Mitarbeitende, Spieler und Verbände) gelten

– Leumundsprüfung für alle vom Kongress gewählten Amtsträger

28. September 2012 Das FIFA-Exekutivkomitee gibt die Bildung einer

Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Theo Zwanziger

bekannt, die die 209 FIFA-Mitgliedsverbände zu den

zehn verbliebenen Reformvorschlägen und den

entsprechenden von der Task Force Statutenrevision

verfassten FIFA-Statutenänderungen konsultieren

wird.

21. März 2013 Dem FIFA-Exekutivkomitee werden die zehn

verbliebenen Reformvorschläge vorgelegt

(siehe Haupttext), die zur Abstimmung an den

63. FIFA-Kongress auf Mauritius überwiesen

werden. Die Exekutive verabschiedet zudem

das überarbeitete FIFA-Organisationsreglement

und das neue Allgemeine Reglement für FIFA-

Entwicklungsprogramme. Ferner wird die Hinzuwahl

von zwei weiteren Frauen ins Exekutivkomitee

beschlossen (unter Vorbehalt der Zustimmung des

Kongresses auf Mauritius).

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter stiess den

Reformprozess beim FIFA-Kongress 2011 in Zürich an.

Konföderationen zur Wahl vorgeschlagen:

Nsekera, Moya Dodd (Australien), Paula

Kearns (Neuseeland) und Sonia Bien-Aime

(Turks- und Caicos-Inseln).

Ebenfalls abstimmen wird der Kongress

über den Antrag auf Abschaffung der

Spielabgaben, die die Mitgliedsverbände

der FIFA derzeit für jedes internationale Spiel

entrichten müssen. Den Konföderationen

und Verbänden steht es ungeachtet des

Ausgangs der Abstimmung aber frei, selbst

eine Abgabe zu erheben.

Zur Abstimmung gelangt schliesslich

auch ein Antrag des australischen

Fussballverbands, einen Punkt der

Ausführungsbestimmungen zu den

Statuten betreffend Spieler zu ändern,

die eine neue Staatsbürgerschaft erworben

haben.

Ein ausführlicher Bericht zu den

Ergebnissen und Beschlüssen des FIFA-

Kongresses erscheint in der nächsten

Ausgabe von FIFA World.

FIFA WORLD I AKTUELL

15


Countdown läuft

Beim FIFA Konföderationen-Pokal 2013 rollt der Ball zwar erst in

knapp einem Monat, doch das Festival der Meister hat das

Geschehen schon in den letzten Wochen beherrscht. Und auch

die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr setzt sich

schon bestens in Szene.

Rauchfreie Stadien

Die Fans beim FIFA Konföderationen-

Pokal und bei der FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft im nächsten Jahr

können durchatmen, denn die FIFA und

das lokale Organisationskomitee (LOC)

haben für alle Stadien während der Spiele

ein Rauchverbot verhängt. Mit diesem

Beschluss, der im März exakt 100 Tage

vor dem Konföderationen-Pokal bei einer

Medienkonferenz bekanntgegeben wurde,

schliesst sich die FIFA der Kampagne

der Weltgesundheitsorganisation für

rauchfreie Sportveranstaltungen an

und setzt ihr langjähriges Engagement

für ein gesundes und bekömmliches

Umfeld für Spieler, Stadionmitarbeiter

und Zuschauer fort. Schon seit 1986

verzichtet der Weltfussballverband auf

Tabakwerbung, und seit 2002 ist die FIFA

Fussball-Weltmeisterschaft „rauchfrei“.

„Die Entscheidung, Brasilien 2013 und

2014 zur rauchfreien Zone zu erklären, ist

eine logische Fortsetzung unserer Arbeit“,

erklärte FIFA-Generalsekretär Jérôme

Valcke. „Die FIFA anerkennt damit, dass

Tabakkonsum und Passivrauchen gesundheitsschädlich

sind, und unterstützt das

weltweite Engagement der WHO, weil

ihr Gesundheit und Sicherheit am Herzen

16 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


liegen.“ Erfreut über den Entscheid ist auch

WM-Held und LOC-Aufsichtsratsmitglied

Ronaldo, der selbst Raucher ist: „Das ist

ein weiterer Anreiz, mit dem Rauchen

aufzuhören.“

Torlinientechnologie

In diesem Jahr kommt beim FIFA

Konföderationen-Pokal erstmals die

Torlinientechnologie zum Einsatz und wird

den Schiedsrichtern bei der Entscheidung,

ob der Ball die Torlinie überquert hat,

wertvolle Unterstützung bieten. Lieferant

des entsprechenden Systems ist das deutsche

Unternehmen GoalControl, wie der

Weltfussballverband im April bekanntgab.

GoalControl, dessen System 14

Hochgeschwindigkeitskameras um das

Spielfeld herum einsetzt, wurde in einer

Ausschreibung mit allen vier von der FIFA

bislang zugelassenen Torlinientechnologie-

Anbietern sowohl für diesen Wettbewerb

als auch für die Endrunde der FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft 2014 ausgewählt.

Nach der erfolgreichen Premiere bei der

FIFA Klub-Weltmeisterschaft im Dezember

in Japan wird die Torlinientechnologie

beim Konföderationen-Pokal nun

erstmals bei einem Wettbewerb für

Nationalmannschaften eingesetzt.

Intelligente Tests

Eine weitere wichtige Neuerung beim

Konföderationen-Pokal ist die Erhebung

biologischer Profile – der bislang weitreichendste

Schritt der FIFA in der

Dopingbekämpfung. Nach den erfolgreichen

Pilotprogrammen bei den FIFA

Klub-Weltmeisterschaften 2011 und 2012

kommt die neue Strategie nun auch beim

FIFA Konföderationen-Pokal und nächstes

Jahr bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft

„Biologische Profile

sind eine neue wichtige

Methode, die weit

wirkungsvoller sein

sollte als zufällige

Tests und zudem sehr

abschreckend wirkt.“

Jiří Dvořák

zur Anwendung. Neben den bestehenden

Dopingtests müssen sich alle teilnehmenden

Spieler Blut- und Urinkontrollen unterziehen,

anhand derer dann für jeden

Athleten ein individuelles genetisches Profil

erstellt wird. Abweichungen von diesen

Normwerten bei nachfolgenden Kontrollen

könnten auf Doping hindeuten und ziehen

beim betreffenden Spieler weitere Tests

nach sich. „Auch wenn es keine Beweise

für systematisches Doping im Fussball

gibt, müssen wir wachsam sein“, betonte

FIFA-Chefarzt Jiří Dvořák gegenüber FIFA

World. „Biologische Profile sind eine neue

wichtige Methode, die weit wirkungsvoller

sein sollte als zufällige Tests und zudem

sehr abschreckend wirkt.“

Begehrte Tickets

Volle Stadien sind beim diesjährigen FIFA

Konföderationen-Pokal gewiss, denn der

Vorverkauf für die 16 Spiele in Brasilien war

bislang ein Riesenerfolg. Bei Drucklegung

dieser Ausgabe von FIFA World knapp zwei

Monate vor dem Festival der Meister war

schon über eine halbe Million Eintrittskarten

verkauft – das sind rund 70 % aller Tickets,

die in den Handel gelangen . „Diese Zahlen

zeigen, dass der FIFA Konföderationen-

Pokal mit vier ehemaligen und amtierenden

Weltmeistern auf enormes Interesse stösst,

vor allem bei den Fans und Brasilianern,

die die Spiele live in einem der Stadien der

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft miterleben

wollen“, sagte Thierry Weil, FIFA-Direktor

Marketing. Wer sich ebenfalls noch ein

Ticket sichern will, sollte den exklusiven

FIFA-Online-Reservationsdienst auf www.

fifa.com/ticketing konsultieren. Alle Tickets,

die für die einzelnen Spiele und Kategorien

noch erhältlich sind, werden dort jederzeit

aktuell angezeigt.

Eine Vorschau auf den FIFA Kon föderationen-Pokal

2013 finden Sie ab Seite

28.

In diesem Jahr kommt beim FIFA Konföderationen-Pokal erstmals die Torlinientechnologie zum Einsatz. Die Tickets für das Festival der

Meister sind bei den brasilianischen Fans heiss begehrt.

FIFA WORLD I AKTUELL

17


Asiens Endspurt

im Rennen nach

Brasilien

Vier asiatische Teams werden im Juni das Ziel erreichen und

sich neben Gastgeber Brasilien als erste für die FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft im nächsten Jahr qualifizieren.

Asienmeister Japan winkt am 4. Juni

erneut die Chance, sich das WM-Ticket zu

sichern. Den Japanern, die die Gruppe B

derzeit klar mit sechs Punkten Vorsprung

anführen (siehe „Zwischenstand – AFC“),

reicht vor eigenem Publikum im Saitama-

Stadion gegen Australien bereits ein

Unentschieden, um sich als erstes Team

für Brasilien 2014 zu qualifizieren.

Schon am 26. März stand die Mannschaft

von Alberto Zaccheroni kurz vor der

Ziellinie und strauchelte: Gegen Jordanien

kassierten die Blauen Samurai die allererste

Niederlage in der bislang so souverän verlaufenen

vierten Qualifikationsrunde.

0:2 lagen sie 20 Minuten vor Schluss

zurück, ehe sie durch Manchester-United-

Star Shinji Kagawa den Anschluss schafften

und nach einem Foul an Atsuto Uchida im

Strafraum sogar noch die Möglichkeit zum

Ausgleich hatten. Doch Yasuhito Endō

scheiterte am jordanischen Torhüter Amer

Sabbah, womit die allererste Niederlage

gegen Jordanien Tatsache war.

„Wir wollten heute unbedingt gewinnen“,

sagte Sabbah, angesprochen auf das

verblüffende Comeback seiner Mannschaft

Yasuhito Endō scheitert mit seinem

Strafstoss kurz vor Schluss am jordanischen

Torhüter Amer Sabbah. Japan muss

die Qualifikation für die FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft 2014 damit vertagen.

18 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


nach der 0:6-Pleite gegen Japan im letzten

Juni. „Es war ein hartes Spiel, aber wir

haben unser Bestes gegeben und uns mit

diesem Resultat für die restlichen Spiele

viel Selbstvertrauen geholt.“

Bei den Japanern herrschte derweil

Katzenjammer, vor allem wegen der Art

und Weise, wie sie gespielt hatten. Bei

den Spielern habe dies einen bitteren

Nachgeschmack hinterlassen, wie Kagawa

nach der Partie sagte: „Das Ergebnis war

eine riesige Enttäuschung. Wir sind alle

niedergeschlagen. Nun werden wir die

Qualifikation im nächsten Spiel schaffen.

Wir haben im Moment nur einen

Gedanken: die Sache zu Hause in Japan

zu Ende führen.“

Während Japan mit zwei weiteren

Chancen weiterhin beste Karten für die

WM-Qualifikation hat, ist dahinter im

Rennen um Platz zwei und drei noch alles

offen. Die zweitplatzierten Jordanier und

die Iraker auf Platz fünf trennen lediglich

zwei Punkte.

Während Platz zwei die direkte

Qualifikation für Brasilien 2014 sichert, bedeutet

Rang drei einen mühsamen Umweg

über die beiden Entscheidungsspiele gegen

den Dritten der Gruppe A, ehe das interkontinentale

Duell gegen den Fünften der

Ausscheidung in Südamerika als weitere

Hürde wartet.

In der Gruppe A ist ebenfalls noch alles

möglich, auch wenn sich Usbekistan und

die Republik Korea schon leicht abgesetzt

haben. Dank Siegen gegen Libanon und

Katar im März haben sie es nun selbst in der

Hand, sich die beiden direkten Tickets für

die Endrunde im nächsten Jahr zu sichern.

Die Koreaner, die ihre achte WM-

Teilnahme in Folge anpeilen, können sich

am 4. Juni von den spielfreien Usbeken

die Tabellenspitze zurückerobern. Gegen

Schlusslicht Libanon haben sie auswärts

gute Chancen, den Ein-Punkte-Rückstand

wettzumachen. Am 11. Juni kommt es

dann zum Direktduell der beiden, das

schon vor dem letzten Spieltag eine Woche

später alles klar machen könnte.

Argentinien fast am Ziel

Auch Argentinien könnte sich schon im Juni

die Fahrkarte nach Brasilien sichern. Nach

Dank einer Glanzleistung von Lionel Messi

gegen Venezuela im März ist die Qualifikation

für Argentinien zum Greifen nah.

einem Sieg und einem Unentschieden in

den beiden letzten Qualifikationspartien

im März liegt der zweifache Weltmeister

komfortabel mit vier Punkten Vorsprung an

der Tabellenspitze (siehe „Zwischenstand

– CONMEBOL“).

Die erste Begegnung im März zu

Hause gegen Venezuela stand ganz

im Zeichen von Lionel Messi. Bei seinem

100. Spiel für Argentinien (alle

Altersstufen eingerechnet) traf er vom

Strafstosspunkt und legte zweimal für

Gonzalo Higuaín zum 3:0-Schlussstand

vor. Nach der 0:1-Auswärtsniederlage in

der zweiten Qualifikationspartie wirkte

die Albiceleste wie ausgewechselt. Mit

seinem Treffer setzte Messi im Übrigen

die beeindruckende Serie Argentiniens in

der Qualifikation für Brasilien 2014 fort:

Bei jedem Sieg gehörte der Star des FC

Barcelona zu den Torschützen.

Die Serie hielt auch im nächsten Spiel –

allerdings im umgekehrten Sinn. Da Messi

auswärts gegen Bolivien nicht traf, gab es

auch keinen Sieg. Trainer Alejandro Sabella

war mit dem 1:1 gegen den Zweitletzten

dennoch zufrieden, zumal sein Team nun

schon seit neun Spielen ungeschlagen ist

und weiter fest im Sattel sitzt.

„Wir haben uns in der zweiten Halbzeit

einige klare Torchancen erarbeitet

QUALIFIKATION

Zwischenstand – AFC

Gruppe A Spiele Punkte

Usbekistan 6 11

Republik Korea 5 10

Iran 5 7

Katar 6 7

Libanon 6 4

4. Juni Katar – Iran

Libanon – Republik Korea

11. Juni Republik Korea – Usbekistan

Iran – Libanon

18. Juni Republik Korea – Iran

Usbekistan – Katar

Gruppe B Spiele Punkte

Japan 6 13

Jordanien 6 7

Australien 5 6

Oman 6 6

Irak 5 5

4. Juni Oman – Irak

Japan – Australien

11. Juni Australien – Jordanien

Irak – Japan

18. Juni Australien – Irak

Jordanien – Oman

FIFA WORLD I AKTUELL

19


QUALIFIKATION

Zwischenstand – CONMEBOL

Spiele Punkte

Argentinien 11 24

Ecuador 10 20

Kolumbien 10 19

Chile 11 15

Venezuela 11 15

Uruguay 11 13

Peru 10 11

Bolivien 11 9

Paraguay 11 8

7. Juni Bolivien – Venezuela

Argentinien – Kolumbien

Paraguay – Chile

Peru – Ecuador

11. Juni Kolumbien – Peru

Ecuador – Argentinien

Venezuela – Uruguay

Chile – Bolivien

und hätten gewinnen müssen“, erklärte

Sabella vor Reportern in La Paz. „Mit dieser

Leistung haben wir einen Punkt und

weiteres Selbstvertrauen geholt. Ich bin

zufrieden.“

Mit zwei Siegen im Juni könnte

Argentinien die Reise nach Brasilien definitiv

buchen, allerdings ist das leichter gesagt

als getan, denn sowohl das Heimspiel am

7. Juni gegen die drittplatzierten

Kolumbianer als auch die Auswärtspartie

gegen den ersten Verfolger Ecuador vier

Tage später dürften alles andere als ein

Spaziergang werden.

Während Argentinien kurz vor der elften

WM-Teilnahme steht, liegt Uruguay bös im

Hintertreffen. Nach einem Traumstart mit

fünf Siegen in Folge wartet der Halbfinalist

der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010

und amtierende Südamerikameister seit

nunmehr sechs Partien auf einen Sieg und

ist bis auf Platz sechs abgerutscht.

Nach einem 1:1 zu Hause gegen

Schlusslicht Paraguay und einer

0:2-Auswärtsniederlage gegen Chile

geht es für den zweifachen Weltmeister

am 11. Juni gegen die fünftplatzierten

Venezolaner damit um alles oder nichts.

Eine weitere Niederlage würde zwar noch

nicht das Ende bedeuten, die Chancen

aber auf ein Minimum reduzieren, zumal

die Celeste ein happiges Restprogramm

hat. An den letzten drei Spieltagen im

September und Oktober wartet ausgerechnet

das derzeitige Spitzentrio:

Kolumbien, Ecuador und als i-Tüpfelchen

Argentinien.

Halbzeit in Afrika

Ebenfalls nicht optimal läuft es derzeit für

die Nigerianer, die im März schmerzvoll erfahren

mussten, dass kontinentale Erfolge

in der WM-Ausscheidung wenig zählen.

Nach dem fulminanten Triumph beim

Afrikanischen Nationen-Pokal im Februar

kam der frisch gekrönte Afrikameister gegen

Schlusslicht Kenia nicht über ein 1:1

hinaus. Erst in der 88. Minute gelang dabei

dem eingewechselten Nnamdi Oduamadi

der Ausgleich, womit der haushohe Favorit

den Schaden immerhin etwas in Grenzen

halten konnte.

Die Super Eagles liegen in der Gruppe

F nach der Hälfte der WM-Qualifikation

zwar noch immer auf Platz eins (siehe

„Zwischenstand – CAF“), allerdings

punktgleich mit dem Überraschungsteam

aus Malawi, das sich zweimal für den

Afrikanischen Nationen-Pokal, aber noch

nie für eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft

zu qualifizieren vermochte. Im Juni treffen

die beiden Mannschaften auf Namibia

und Kenia (Malawi zweimal zu Hause

und Nigeria jeweils auswärts), bevor es

am 6. September zum möglicherweise

entscheidenden Duell zwischen den beiden

kommt.

In der zweiten Runde der Afrikaqualifikation

heisst es Top oder Flop, denn

nur die zehn Gruppensieger ziehen in die

dritte und entscheidende Runde ein. Die

Spiele im Juni könnten in vielen Gruppen

deshalb bereits vorentscheidend sein, zumal

im September nur noch ein Spieltag

ansteht.

Der frisch gekürte Afrikameister Nigeria

beisst gegen Aussenseiter Kenia auf Granit.

Mehrere Teams, die den Afrikanischen

Nationen-Pokal in diesem Februar verpasst

haben, sind auf dem besten Weg, sich zu

rehabilitieren, wie die beiden ehemaligen

Kontinentalmeister Ägypten und Kamerun,

die nach den Märzsiegen in ihren Gruppen

vorn liegen. Die Ägypter schlugen zu Hause

in Alexandria Simbabwe mit 2:1 und haben

damit in der Gruppe G weiterhin eine blütenreine

Weste, während die Unzähmbaren

Löwen – dank den beiden Treffern von

Rückkehrer Samuel Eto’o zum 2:1 gegen

Togo – Libyen in der Gruppe I vom Thron

gestossen haben.

Die Nordafrikaner, die beim Afrikanischen

Nationen-Pokal so bitter enttäuschten,

scheinen sich weitgehend gefangen zu haben.

Wie Ägypten hat auch Tunesien seine

ersten drei Partien allesamt gewonnen und

führt damit die Gruppe B souverän an.

An der Tabellenspitze liegt auch Algerien,

allerdings punktgleich mit Mali, das beim

Afrikanischen Nationen-Pokal mit dem

Einzug ins Halbfinale geglänzt hatte. Mit einem

Punkt Rückstand auf Kamerun ist auch

Libyen gut im Rennen. Nur Marokko ist

bereits abgeschlagen. Mit fünf Punkten

FIFA WORLD I AKTUELL

21


QUALIFIKATION

Zwischenstand – CAF

Gruppe A Spiele Punkte

Äthiopien 3 7

Südafrika 3 5

Zentralafrik. Rep. 3 3

Botsuana 3 1

7. Juni Zentralafrik. Rep. – Südafrika

8. Juni Botsuana – Äthiopien

15. Juni Botsuana – Zentralafrik. Rep.

16. Juni Äthiopien – Südafrika

Gruppe B Spiele Punkte

Tunesien 3 9

Sierra Leone 3 4

Äquatorial-Guinea 3 4

Kap Verde 3 0

8. Juni Sierra Leone – Tunesien

Kap Verde – Äquatorial-Guinea

15. Juni Kap Verde – Sierra Leone

16. Juni Äquatorial-Guinea – Tunesien

Gruppe C Spiele Punkte

Elfenbeinküste 3 7

Tansania 3 6

Marokko 3 2

Gambia 3 1

8. Juni Gambia – Elfenbeinküste

Marokko – Tansania

15. Juni Marokko – Gambia

16. Juni Tansania – Elfenbeinküste

Gruppe D Spiele Punkte

Sambia 3 7

Ghana 3 6

Lesotho 3 2

Sudan 3 1

7. Juni Sudan – Ghana

8. Juni Sambia – Lesotho

15. Juni Sambia – Sudan

16. Juni Lesotho – Ghana

Gruppe E Spiele Punkte

Kongo 3 9

Burkina Faso 3 3

Niger 3 3

Gabun 3 3

8. Juni Gabun – Kongo

9. Juni Niger – Burkina Faso

15. Juni Kongo – Burkina Faso

Gabun – Niger

Gruppe F Spiele Punkte

Nigeria 3 5

Malawi 3 5

Namibia 3 3

Kenia 3 2

5. Juni Malawi – Namibia

Kenia – Nigeria

12. Juni Malawi – Kenia

Namibia – Nigeria

Gruppe G Spiele Punkte

Ägypten 3 9

Guinea 3 4

Mosambik 3 2

Simbabwe 3 1

9. Juni Simbabwe – Ägypten

Guinea – Mosambik

16. Juni Mosambik – Ägypten

Guinea – Simbabwe

Gruppe H Spiele Punkte

Algerien 3 6

Mali 3 6

Benin 3 4

Ruanda 3 1

9. Juni Mali – Ruanda

Benin – Algerien

16. Juni Mali – Benin

Ruanda – Algerien

Gruppe I Spiele Punkte

Kamerun 3 6

Libyen 3 5

DR Kongo 3 4

Togo 3 1

7. Juni Libyen – DR Kongo

9. Juni Togo – Kamerun

14. Juni Libyen – Togo

16. Juni DR Kongo – Kamerun

Gruppe J Spiele Punkte

Senegal 3 5

Liberia 3 4

Angola 3 3

Uganda 3 2

8. Juni Uganda – Liberia

Angola – Senegal

15. Juni Uganda – Angola

Liberia – Senegal

Rückstand auf Spitzenreiter Elfenbeinküste

ist für den vierfachen WM-Teilnehmer ein

Sieg gegen den Tabellenzweiten Tansania

am 8. Juni deshalb Pflicht.

OFC klar, CONCACAF offen

Weiter östlich haben derweil die

Neuseeländer einen grossen Schritt

Richtung WM-Qualifikation gemacht. Die

All Whites haben die OFC-Ausscheidung

klar gewonnen (siehe „Zwischenstand

– OFC“), auch wenn sie es am 22. März

zu Hause gegen den letzten Verfolger

ziemlich spannend machten. Erst in der 93.

Minute schoss Verteidiger Tommy Smith

gegen Neukaledonien das erlösende 2:1

und sicherte seiner Mannschaft damit den

Einzug in die beiden interkontinentalen

Entscheidungsspiele gegen den Vierten

der CONCACAF-Qualifikation.

„Das war unsere schlechteste Partie

in der gesamten Ausscheidung“, musste

Neuseelands Kapitän Winston Reid nach

dem überaus knappen, letztlich aber entscheidenden

Erfolg in Dunedin eingestehen.

„Wir hatten einige Chancen, aber

Neukaledonien war an diesem Tag das

etwas bessere Team. Manchmal braucht

man im Fussball etwas Glück – und das

hatten wir heute.“

Auf wen Neuseeland im November in

den beiden Entscheidungsspielen treffen

wird, steht noch nicht fest, denn nach

den ersten drei Spieltagen in der letzten

Runde der CONCACAF-Ausscheidung

liegen die sechs Teams noch immer nahe

beieinander.

Etwas überraschend führt Panama

derzeit die Tabelle an, allerdings lediglich

einen Punkt vor dem Verfolgertrio

Costa Rica, USA und Honduras (siehe

„Zwischenstand – CONCACAF“). Die

Panamaer dürfen nach der gelungenen

Aufholjagd zum 1:1 gegen Jamaika und

dem 2:0-Triumph gegen Honduras in

Panama-Stadt also weiterhin von der ersten

WM-Teilnahme träumen.

Die USA, die ihrerseits bereits die siebte

WM-Qualifikation in Folge anstreben,

scheinen sich nach der schockierenden

Niederlage gegen Honduras im Februar

gefangen zu haben. Nach einem 1:0-Sieg

gegen Costa Rica trotzten sie Mexiko im

22 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


QUALIFIKATION

Zwischenstand – OFC

Neuseeland hat dank sechs Siegen in sechs

Spielen die Ausscheidung in Ozeanien

gewonnen und wird damit im November die

beiden Entscheidungsspiele gegen den Vierten

der CONCACAF-Qualifikation bestreiten.

Spiele Punkte

Neuseeland 6 18

Neukaledonien 6 12

Tahiti 6 3

Salomon-Inseln 6 3

Zwischenstand – CONCACAF

Spiele Punkte

Panama 3 5

Costa Rica 3 4

USA 3 4

Honduras 3 4

Mexiko 3 3

Jamaika 3 2

4. Juni Jamaika – Mexiko

7. Juni Jamaika – USA

Costa Rica – Honduras

Panama – Mexiko

11. Juni Mexiko – Costa Rica

Honduras – Jamaika

USA – Panama

18. Juni USA – Honduras

Costa Rica – Panama

sagenumwobenen Aztekenstadion ein

0:0 ab.

„Wir wollten den Sieg, sind mit dem

Resultat aber zufrieden“, kommentierte US-

Trainer Jürgen Klinsmann den ersten WM-

Qualifikationspunkt im Aztekenstadion

seit 1997. „Unser Plan war einfach: Wir

wollten die Räume im Mittelfeld eng machen

und Mexiko zu hohen Bällen zwingen.

Als das klappte, wussten wir, dass wir gute

Chancen hatten.“

Panama an der Spitze

Verkehrte Welt in der CONCACAF-Qualifikation: Während Topfavorit Mexiko auf den hinteren

Plätzen liegt, führt der vermeintliche Aussenseiter Panama die Sechsergruppe an.

Für den Mann, der mit den Canaleros die Spitze gestürmt hat, kommt der Höhenflug aber

keineswegs überraschend.

„Ich hätte zwar nicht damit gerechnet, dass wir nach drei Spielen die Tabelle anführen würden“,

gesteht Panamas Trainer Julio Dely Valdés, „aber die Resultate und die Art und Weise, wie das Team

spielt, überraschen mich nicht.“

Im Gespräch mit FIFA World führt Dely Valdés den beeindruckenden Start – mit einem Sieg über

Erzrivale Honduras und je einem Unentschieden gegen Nachbar Costa Rica und den früheren WM-

Teilnehmer Jamaika – insbesondere auf den Zusammenhalt im Team zurück.

Gleichzeitig warnt er, dass es bis zur ersten WM-Teilnahme Panamas noch ein langer Weg sei,

zumal die nächsten Gegner im Juni Mexiko und die USA heissen.

„Es wird schwierig werden, gegen die USA und Mexiko zu punkten“, sagt Dely Valdés, dessen

Mannschaft am 7. Juni zuerst zu Hause gegen Mexiko antreten muss, ehe vier Tage später in Seattle

die US-Amerikaner warten. Und bereits am 18. Juni folgt gegen Costa Rica eine weitere knifflige

Auswärtspartie.

„Die Partie gegen Mexiko zum Abschluss des ersten Qualifikationspensums und das letzte Spiel gegen

die USA [am 16. Oktober zu Hause] werden entscheidend sein. Ich rechne mir einige Punkte aus.“

Wegweisend sind die Qualifikationsspiele im Juni auch für Blas Pérez, der mit seinen zehn Toren

wesentlich zur Erfolgsserie der Canaleros beigetragen hat. Entscheiden werden letztlich die

Heimspiele, wie der Stürmer findet: „Wenn wir zu Hause keine Punkte abgeben, haben wir die WM-

Qualifikation schon fast auf sicher . Wir wollen in jedem Heimspiel drei Punkte holen und werden

versuchen, auswärts so viele Punkte wie möglich einzufahren. Wir sind überzeugt, dass wir dafür

die nötige Klasse besitzen. Physisch, mental und emotional sind wir bereit, unser Bestes zu geben.“

Mit der WM-Qualifikation würden die Panamaer Geschichte schreiben, doch der Trainer wagt

nicht, so weit zu denken.

„Ich möchte mir das gar nicht vorstellen“, so Dely Valdés. „Ich kann das gar nicht in Worte fassen.

Es wäre einfach verrückt. Wenn sich Panama qualifizieren würde, wäre bis zur Weltmeisterschaft

Karneval.“

FIFA WORLD I AKTUELL

23


Torjäger

Blas Pérez (Panama) ist derzeit der

erfolgreichste noch aktive Torschütze in

der WM-Qualifikation.

Neben der Qualifikation für die FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft ist auch das Rennen um

den Torschützenkönig der WM-Vorrunde in

vollem Gang. In Front liegt noch immer der

Belize-Stürmer Deon McCaulay, der seine

beeindruckende Marke von elf Toren nach

dem Ausscheiden seines Teams allerdings nicht

weiter verbessern kann.

Im Folgenden sind die Spieler aufgeführt, die

in der Qualifikation schon mindestens sieben

Treffer erzielt haben. Fett sind diejenigen

markiert, deren Teams weiterhin im WM-

Rennen sind:

Weniger gut sieht die bisherige Bilanz

der Mexikaner aus, die nach drei Unentschieden

lediglich auf Rang fünf und

damit nur knapp vor Schlusslicht Jamaika

liegen.

Das könnte sich aber schon im Juni ändern,

wenn für jedes der sechs Teams

gleich drei Spiele auf dem Programm stehen.

Vor allem für die Mannschaft von

Panama kommt es ganz dick, die es zu

Hause gegen Mexiko und dann auswärts

gegen die USA und Costa Rica schwer

haben wird, Rang eins zu verteidigen.

Vorentscheidungen in Europa

In Europa, wo die WM-Qualifikation zuletzt

angelaufen ist, hat sich das Feld nach rund

der Hälfte des Pensums schon ziemlich

gelichtet.

So stehen der dreifache Weltmeister

Deutschland und der dreifache

Vizeweltmeister Niederlande als WM-

Teilnehmer praktisch fest. Nach zwei weiteren

Erfolgen im März liegen die beiden

mit acht bzw. sieben Punkten Vorsprung

in ihren Gruppen klar in Front, wobei

Schweden zwei Spiele weniger hat und

den Rückstand auf Deutschland im Juni

auf zwei Punkte verringern könnte.

Mit sechs Siegen in sechs Spielen haben

sich die Niederlande nach dem katastrophalen

Auftritt bei der UEFA EURO 2012

eindrucksvoll zurückgemeldet und mit

zwei deutlichen Heimsiegen gegen Estland

(3:0) und Rumänien (4:0) auch die letzten

Kritiker zum Verstummen gebracht.

„Das war das beste Spiel in meiner Zeit

als Nationaltrainer“, so das Urteil von Louis

van Gaal nach dem Erfolg gegen Rumänien.

„Wir sind in der WM-Qualifikation auf Kurs.

Ziel des niederländischen Fussballverbands

„Wir sind in der WM-

Qualifikation auf

Kurs, aber noch nicht

am Ziel.“

Louis van Gaal, niederländischer

Trainer, nach dem sechsten Sieg im

sechsten Spiel

ist wohl das Halbfinale, doch wir sind noch

nicht so weit.“

Neben den Niederländern haben in

Europa nur noch die Russen eine makellose

Bilanz. Nachdem die Partie gegen

Nordirland im März wegen heftiger

Schneefälle auf 14. August verschoben

werden musste, hat die Mannschaft von

Fabio Capello allerdings nur noch einen

Spieler Team Tore

Deon McCaulay Belize 11

Blas Pérez Panama 10

Peter Byers Antigua und Barbuda 10

Gonzalo Higuaín Argentinien 9

Georges Gope-Fenepej Neukaledonien 8

Lionel Messi Argentinien 8

Luis Suárez Uruguay 8

Álvaro Saborío Costa Rica 7

Chris Wood Neuseeland 7

Clint Dempsey USA 7

Lê Công Vinh Vietnam 7

Edin Džeko Bosnien-Herzegowina 7

Hassan Mahmoud Jordanien 7

Jacques Haeko Neukaledonien 7

Jerry Bengtson Honduras 7

Shinji Okazaki Japan 7

Younis Mahmoud Irak 7

Die Niederländer haben ihre makellose Bilanz im März auch gegen Estland und Rumänien

bewahrt.

24 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Punkt Vorsprung auf die beiden Verfolger

Israel und Portugal, die sich in ihren beiden

Spielen im März je vier Punkte sicherten

– u. a. je einen Punkt beim mitreissenden

3:3 im Direktduell in Ramat Gan.

Die Portugiesen könnten Russland im

Juni in Lissabon gar überholen, doch

auch dann hätte der Gastgeber der FIFA

Fussball-Weltmeisterschaft 2018 mit

zwei Spielen weniger weiterhin die besseren

Karten.

Ein spannender Zweikampf um die

Tabellenspitze ist auch in den Gruppen A,

B und H entbrannt. Belgien und Kroatien,

Italien und Bulgarien sowie Montenegro

und England liefern sich jeweils ein packendes

Wettrennen, bei dem noch keiner eine

Partie verloren hat.

Während Belgien und Kroatien im Juni

zu Hause gegen Serbien und die bereits

ausgeschiedenen Schotten auf Punktejagd

gehen, können die Italiener mit einem

Auswärtserfolg über die drittplatzierten

Tschechen den Vorsprung auf Bulgarien auf

sechs Punkte ausbauen. Nach dem ernüchternden

1:1 gegen Montenegro im März in

Podgorica könnten derweil die Engländer,

die im Juni lediglich ein Freundschaftsspiel

gegen Brasilien bestreiten, weiter Boden

auf die Montenegriner verlieren. Mit einem

Sieg gegen die viertplatzierten Ukrainer

könnten diese ihr Polster auf fünf Punkte

ausbauen.

Ebenfalls weiter im Rennen sind die

Franzosen, die im März zu Hause gegen

den amtierenden Weltmeister Spanien

zwar ihre erste Niederlage (0:1) seit Langem

kassierten, in der Gruppe I aber nur einen

Punkt hinter dem Team von Vicente del

Bosque liegen. Da das Spitzenduo im Juni

nicht im Einsatz steht, haben die Verfolger

Finnland und Belarus die Chance aufzuschliessen.

QUALIFIKATION

Zwischenstand – UEFA

Gruppe A Spiele Punkte

Belgien 6 16

Kroatien 6 16

Serbien 6 7

Wales 6 6

EJR Mazedonien 6 4

Schottland 6 2

7. Juni Kroatien – Schottland

Belgien – Serbien

Gruppe B Spiele Punkte

Italien 5 13

Bulgarien 6 10

Tschechische Rep. 5 8

Dänemark 5 6

Armenien 4 3

Malta 5 0

7. Juni Armenien – Malta

Tschechische Rep. – Italien

11. Juni Dänemark – Armenien

Gruppe C Spiele Punkte

Deutschland 6 16

Österreich 5 8

Schweden 4 8

Republik Irland 5 8

Kasachstan 6 1

Färöer 4 0

7. Juni Republik Irland – Färöer

Österreich – Schweden

11. Juni Schweden – Färöer

Gruppe E Spiele Punkte

Schweiz 5 11

Island 5 9

Albanien 5 9

Norwegen 5 7

Zypern 5 4

Slowenien 5 3

7. Juni Island – Slowenien

Albanien – Norwegen

8. Juni Schweiz – Zypern

Gruppe F Spiele Punkte

Russland 4 12

Israel 6 11

Portugal 6 11

Nordirland 5 3

Aserbaidschan 6 3

Luxemburg 5 2

7. Juni Portugal – Russland

Aserbaidschan – Luxemburg

Gruppe G Spiele Punkte

Bosnien-Herzeg. 5 13

Griechenland 5 10

Slowakei 5 8

Litauen 5 5

Lettland 5 4

Liechtenstein 5 1

7. Juni Lettland – Bosnien-Herzegowina

Liechtenstein – Slowakei

Litauen – Griechenland

Gruppe H Spiele Punkte

Montenegro 6 14

England 6 12

Polen 5 8

Ukraine 5 8

Moldawien 6 4

San Marino 6 0

7. Juni Moldawien – Polen

Montenegro – Ukraine

Ein ausführlicher Rückblick auf die

Qualifikationsspiele im Juni, einschliesslich

Porträts der ersten Mannschaften, die

sich für Brasilien 2014 qualifiziert haben,

erscheint in der nächsten Ausgabe von

FIFA World.

Gruppe D Spiele Punkte

Niederlande 6 18

Ungarn 6 11

Rumänien 6 10

Türkei 6 7

Estland 6 6

Andorra 6 0

Keine Spiele in der Gruppe D im Juni

Gruppe I Spiele Punkte

Spanien 5 11

Frankreich 5 10

Georgien 5 4

Belarus 4 3

Finnland 3 2

7. Juni Finnland – Belarus

11. Juni Belarus – Finnland

FIFA WORLD I AKTUELL

25


Der Wechsel des kroatischen

Nationalspielers Luka Modrić

von Tottenham zu Real Madrid

war einer der teuersten

internationalen Transfers

2012. Bei den allermeisten

grenzüberschreitenden Transfers

floss aber kein einziger Cent.

Weniger Geld

für internationale

Transfers

Fussballvereine haben im letzten Jahr 10 % weniger für

internationale Transfers ausgegeben, dafür aber 28 % mehr

an Vermittler bezahlt. Das sind nur zwei interessante Zahlen

aus dem neusten Jahresbericht der FIFA Transfer Matching

System GmbH (FIFA TMS).

Die zweite Auflage des „Global

Transfer Market“-Berichts, der im April

erschienen ist, gibt wiederum einen umfassenden

Überblick über alle internationalen

Transfers und ermöglicht erstmals

Vergleiche.

Gegenüber 2011 ist die Gesamtzahl der

internationalen Transfers, bei denen jeweils

ein Spieler zu einem Verein wechselt, der

nicht dem Mitgliedsverband des ehemaligen

Vereins angehört, leicht angestiegen.

Insgesamt wurden im Jahr 2012 11 552

solche Transfers getätigt, 2011 waren es

11 481 gewesen.

Gegenüber dem Vorjahr wurde insgesamt

weniger für die Transfers bezahlt: 2,53

Milliarden US-Dollar nach 2,82 Milliarden

US-Dollar im Jahr zuvor*.

Während die Zahl der internationalen

Transfers also weitgehend stabil geblieben

ist, hat die Quote der Transfers, bei

denen Vermittler involviert waren, stark

zugenommen. So waren an 15 % aller

Transfers Spielervermittler (Agenten,

26 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Anwälte oder Familienmitglieder) beteiligt,

was einen Anstieg um 9 % bedeutet. Was

die Beteiligung von Vermittlern betrifft, die

von den Vereinen entlohnt wurden, beträgt

die Zunahme gar 19 %, womit die Quote

nun bei 6 % liegt.

Obgleich für die grenzüberschreitenden

Transfers insgesamt weniger bezahlt

wurde, erhielten die Vereinsvermittler für

ihre Dienste im Durchschnitt 28 % oder

36 Millionen US-Dollar mehr. Insgesamt

beliefen sich die Vermittlerhonorare 2012

auf 163 Millionen US-Dollar.

Genaue Zahlen

Während über die Summe, die für Transfers

im Fussball insgesamt bezahlt wird, vielfach

wild spekuliert wird, sind die Zahlen

im FIFA-TMS-Bericht absolut verlässlich,

stammen sie doch direkt aus den

Angaben, die die Vereine und Verbände

zur Abwicklung eines internationalen

Transfers zwingend ins elektronische FIFA-

Transferabgleichungssystem (TMS) eingeben

müssen. Der Bericht zeichnet damit

ein überaus genaues Bild des weltweiten

Transfermarkts mit über 200 Ländern und

5600 Profivereinen.

„Ich freue mich, dass wir den Vereinen

Daten liefern können, die ihnen wichtige

Aufschlüsse über den Markt liefern“, sagte

FIFA-TMS-Geschäftsführer Mark Goddard

bei der Präsentation des Berichts. „Im

Vergleich mit anderen Branchen setzen

wir für den Fussball insofern eine wichtige

Marke, als wir die Daten erstmals in

Relation setzen können.“

„Noch fehlen uns die Daten, um Trends

über zehn Jahre zurückzuverfolgen“, so

Goddard weiter. „Aber dadurch, dass wir

zuverlässige Informationen liefern, können

viele verschiedene Akteure besseren

Wissens entscheiden. Diese Informationen

sind folglich nicht nur für die FIFA, sondern

auch für die Vereine und sogar die Spieler

sehr hilfreich.“

Nicht nur Millionäre

Der FIFA-TMS-Bericht erinnert auch daran,

dass nicht alle Fussballer Millionäre sind

und dass lange nicht bei allen internationalen

Transfers das grosse Geld fliesst.

Ganz im Gegenteil wurde bei 86 % der

Transfers 2012 kein Cent bezahlt. Dies ist

darauf zurückzuführen, dass 70 % der

Spieler zum Zeitpunkt des Wechsels vertragslos

waren, sei es, weil ihr vorheriger

Vertrag abgelaufen war oder sie erstmals

einen Profivertrag unterschrieben. Bei

den restlichen 16 % handelte es sich um

Leihgaben oder dauerhafte Transfers, für

die der neue Verein aus unterschiedlichen

Gründen nichts bezahlte.

Wurde zwischen den Vereinen eine

Transferentschädigung gezahlt, belief sich

diese im Durchschnitt auf 1,6 Millionen US-

Dollar. Das sind 200 000 US-Dollar weniger

als im Jahr 2011. Allerdings treiben einige

wenige grosse Transfers diesen Wert in die

Höhe. Aufschlussreicher ist deshalb der

Mittelwert, der bei 280 000 US-Dollar liegt.

Markante Unterschiede bestehen auch

bei den Gehältern, die den Spielern, die

2012 international transferiert wurden,

in den einzelnen Ländern gezahlt werden.

Am meisten verdienen die Spieler in

Italien und England, wo sie im Durchschnitt

ein festes Jahresgehalt von 720 000 bzw.

680 000 US-Dollar beziehen. In Brasilien

Ein- und Ausgaben

Während die brasilianischen Vereine an internationalen

Transfers am meisten verdienten, gaben die englischen

Vereine am meisten dafür aus.

Nettoempfänger

Nettozahler

Brasilien 121 Millionen England 314 Millionen

Portugal 103 Millionen Russland 256 Millionen

Italien 91 Millionen Türkei 78 Millionen

Niederlande 86 Millionen VR China 49 Millionen

Spanien 50 Millionen Deutschland 43 Millionen

Hoch im Kurs

Die Brasilianer waren wiederum sehr gefragt und öfter

als Spieler jeder anderen Nation an internationalen

Transfers beteiligt.

1 463

782

507

394

334 331 319

Brasilien

Argentinien

Grossbritannien*

Frankreich

Uruguay

Nigeria

287 285

Kolumbien

Spanien

Serbien

Portugal

Italien

*inkl. Spieler aus England, Nordirland, Schottland und Wales

232 213 212 188 177 174

und Argentinien müssen sie sich dahingegen

im Schnitt mit 80 000 bzw. 40 000

US-Dollar bescheiden.

Noch viel mehr …

Der 60-seitige FIFA-TMS-Bericht mit den

wichtigsten Zahlen und Fakten kann kostenlos

auf der FIFA-TMS-Website (www.

fifatms.com) heruntergeladen werden.

Neben der kostenlosen Kurzfassung hat

FIFA TMS auf 250 Seiten erstmals auch

einen umfassenden Bericht herausgegeben,

der der Sportindustrie noch mehr

Infor mationen bieten soll. Dieser enthält

noch detailliertere Statistiken etwa zu den

Transferströmen zwischen bestimmten

Ländern und Regionen, Länderstatistiken

zu den Ausgaben der Vereine und den

Spielerlöhnen, Fallstudien samt Interviews

mit führenden Fussballakteuren und einen

vollständigen Anhang mit Daten zu über

190 Ländern.

* Der Bericht 2011 (siehe Artikel in der Ausgabe März 2012 von

FIFA World) wies aufgrund von Falschangaben der Vereine im

Transferabgleichungssystem einen Wert von 3,1 Milliarden US-Dollar

aus. Diese Zahl wurde im Bericht 2012 berichtigt.

Kroatien

Ghana

Elfenbeinküste

USA

Transferarten

Die allermeisten internationalen Transfers

betrafen vertragslose Spieler.

8 %

10 % 12 %

85 % 15 % 36 % 64 %

Spieler


70 %


auf










FIFA WORLD I AKTUELL

27


Alles bereit

für Türkei 2013

Feurige Fans, fantastische Stadien und ein frühes Duell zwischen zwei

europäischen Spitzenteams sind nur einige der Höhepunkte der FIFA

U-20-Weltmeisterschaft vom 21. Juni bis 13. Juli in der Türkei.

In den letzten Wochen ging es

für die Veranstalter der FIFA U-20-

Weltmeisterschaft 2013 Schlag auf Schlag.

Die Endrundenauslosung am 25. März im

Hotel Grand Tarabya in Istanbul und die

Bestätigung der 24 Teams waren nur zwei

Termine im dicht gedrängten Kalender.

Für reichlich Spannung sorgte

die Auslosung. Während die sechs

Kontinentalmeister schön gleichmässig

den sechs Vierergruppen zugelost wurden,

hatten andere weniger Glück.

Das gilt insbesondere für die Franzosen,

die in der Gruppe A auf Spanien, die USA

und Ghana (Gewinner von 2009) treffen.

Ein schweres Los haben auch die

türkischen Gastgeber erwischt, auf die in

der Gruppe C U-20-Südamerikameister

Kolumbien, die WM-erprobten Australier

und die talentierte Mannschaft aus

El Salvador warten. Die Mittelamerikaner

werden nach Rang drei bei der diesjähri gen

U-20-Meisterschaft der CONCACAF neben

Kuba und Griechenland ihr Debüt bei

der FIFA U-20-Weltmeisterschaft geben.

„Die Spanier sind für uns langsam alte

Bekannte“, schmunzelt Willy Sagnol, Leiter

28 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


der französischen Juniorennationalteams,

nachdem es die beiden Länder schon in

der Qualifikation für die FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft miteinander zu tun

bekommen haben. Frankreich wird in

Istanbul spielen, was den ehemaligen

französischen Nationalspieler besonders

freut. „Eine fantastische Stadt in einer

unglaublichen Fussballnation“, schwärmt

Sagnol.

Grossen Respekt zeigt der spanische

U-20-Trainer Juan Carlos Gómez Pelado,

der überzeugt ist, dass sein Team das

härteste Los erwischt hat: „Frankreich

und die USA sind sehr stark. Und die

afrikanischen Teams darf man nie

unterschätzen.“

„Hier können die Fans

die internationalen Stars

von morgen sehen. Für

mein Land ist es zudem

die Gelegenheit, sich ins

beste Licht zu rücken.“

Feyyaz Uçar, türkischer U-20-Nationaltrainer

Zufriedene Gastgeber

Zufrieden mit dem Ergebnis der Auslosung

ist der türkische Trainer Feyyaz Uçar,

der Kolumbien und El Salvador für die

härtesten Widersacher hält. Doch für den

ehemaligen türkischen Nationalspieler geht

es bei diesem Turnier um weit mehr als nur

um den Sport: „Hier können die Fans die

internationalen Stars von morgen sehen.

Für mein Land ist es zudem die Gelegenheit,

sich ins beste Licht zu rücken.“

Der Wille des lokalen Organisationskomitees

(LOC), die beste FIFA U-20-

Weltmeisterschaft aller Zeiten zu

veranstalten, war in der farbenfrohen,

einstündigen Show vor der eigentlichen

Auslosung allgegenwärtig. Das von TV-Star

Defne Samyeli präsentierte Programm,

in dem die Rockband Gece aus Ankara

auch den offiziellen WM-Song zum Besten

gab, war nicht nur visuell, sondern auch

akustisch eine perfekte Einstimmung

auf das Turnier und die 7 Spielorte, die

während 23 Tagen die Fussballwelt in ihren

Bann ziehen werden.

„Wir werden die Schönheit des Landes

und unsere Fussballbegeisterung zeigen“,

betonte LOC-Präsident Servet Yardımcı in

seiner Ansprache vor über 450 Gästen und

Medienvertretern.

„Es ist das grösste Turnier, das je in

der Türkei stattgefunden hat – das gilt

sowohl für das Fussballniveau als auch für

die Dimension der Organisation“, so die

türkische Torhüterlegende Rüştü Reçber,

der zusammen mit den beiden früheren

Trainern Fatih Terim und Mustafa Denizli

sowie dem türkischen Rekordtorschützen

Hakan Şükür FIFA-Generalsekretär Jérôme

Valcke bei der Auslosung assistierte.

„Wie Sie wissen, sind wir leidenschaftliche

Fussballfans. Die Menschen hier lieben

den Sport und sprechen kaum über

etwas anderes. Ein toller Empfang, starke

Emotionen und ansteckende Begeisterung

sind deshalb garantiert.“

Teilnehmerfeld komplett

Während die Endrundenteilnehmer in

Istanbul der Auslosung entgegenfieberten,

kämpften einige Teams noch immer um

die Qualifikation. Die vier afrikanischen

Teilnehmer und der ozeanische Vertreter

wurden erst kurz darauf ermittelt.

Gruppen der FIFA U-20-

Weltmeisterschaft 2013:

Gruppe A (Istanbul, Kayseri):

Frankreich, Ghana, USA, Spanien

Gruppe B (Kayseri, Istanbul):

Kuba, Republik Korea, Nigeria, Portugal

Gruppe C (Trabzon, Rize, Gaziantep):

Türkei, El Salvador, Kolumbien, Australien

Gruppe D (Gaziantep, Trabzon):

Mexiko, Griechenland, Paraguay, Mali

Gruppe E (Antalya, Bursa):

Chile, Ägypten, England, Irak

Gruppe F (Bursa, Antalya):

Neuseeland, Usbekistan, Uruguay, Kroatien

Galatasaray-Trainer Fatih Terim hat der

Türkei in der Gruppe C harte Gegner

zugelost.

Bei der Afrikameisterschaft machten

schliesslich die Ägypter das Rennen, die

sich im Finale im Elfmeterschiessen gegen

Ghana durchsetzten und damit dem

harten Los in der Gruppe A entgingen.

Nigeria sicherte sich Platz drei und damit

einen Platz in der Gruppe B neben dem

zweifachen U-20-Weltmeister Portugal,

U-20-Asienmeister Republik Korea und

WM-Debütant Kuba. Das vierte WM-Ticket

schnappte sich Mali.

Bei der Ozeanienmeisterschaft setzten

sich derweil die Neuseeländer durch, die

Fidschi im Finale keine Chance liessen und

sich mit einem 4:0 souverän für die WM-

Endrunde in der Türkei qualifizierten. Die

All Whites sicherten sich damit nach 2007

und 2011 die dritte Teilnahme bei den

letzten vier Turnieren.

Nachdem sowohl Argentinien als auch

Brasilien, die zusammen nicht weniger

als 11 der 20 U-20-Weltmeisterschaften

gewonnen haben, die Qualifikation

verpasst haben, scheint das Turnier offener

denn je. Mit Portugal, Spanien und Ghana

sind in der Türkei nur drei ehemalige Sieger

am Start – gut möglich also, dass sich ein

neuer Name in die Siegerliste eintragen

wird.

FIFA WORLD I AKTUELL

29


open happinessTM

Bringing the world’s youth

together through football.

©2011 The Coca-Cola Company. “Coca-Cola”, “Open Happiness” and

the Contour Bottle design are trademarks of The Coca-Cola Company.


Verstärkung für

FIFA 11 für die

Gesundheit“

Das Programm „FIFA 11 für die Gesundheit“ hat weitere

Verstärkung erhalten. Fünf neue Fussballstars helfen mit,

Kinder und Jugendliche weltweit über die grössten

Gesundheitsgefahren aufzuklären.

Von Jennifer Davies, Zürich

Nachdem Vicente del Bosque wenige

Wochen zuvor als FIFA-Männerfussballtrainer

des Jahres ausgezeichnet

worden war, weilte der sympathische

Spanier wieder in Zürich und machte sich

– wie in seiner Dankesrede bei der Gala

im Januar – einmal mehr für Teamwork

stark.

Diesmal wandte sich der 62-Jährige

allerdings nicht an ein Galapublikum, sondern

sprach in eine Kamera, um am FIFA-

Sitz eine neue Sequenz des Programms

FIFA 11 für die Gesundheit“ aufzunehmen.

Der preisgekrönte Trainer hatte sich

extra Zeit genommen, um sachlich und

ruhig für die Grundsätze von Respekt und

Fairness zu werben – zwei Qualitäten, die

auf dem Spielfeld unverzichtbar und zentraler

Bestandteil der Botschaften der FIFA-

Kampagne zur Förderung der Gesundheit

und eines gesunden Lebenswandels in der

Gemeinschaft sind.

„Wer nicht fair spielt, kommt nicht weit“,

mahnte Del Bosque. „Unethische und unfaire

Siege sind wert- und bedeutungslos.

Wir sind hier, um den Sport zu schützen,

ihn zu hüten, zu bewahren und zu fördern.

Fairness ist dafür das beste Rezept.“

Als eine von elf Programmbotschaften

werden Del Bosques Tugenden fortan nicht

nur im spanischen Nationalteam zu sehen

sein, sondern auch in Klassenzimmern rund

um die Welt.

Beeindruckende Aufstellung

Del Bosque ist einer von fünf Stars, die

dieses Jahr neu zum Programm „FIFA

11 für die Gesundheit“ gestossen sind.

Weitere Zuzüge sind die fünffache FIFA-

Weltfussballerin Marta und Diego Forlán,

Falcao und Neymar – alle drei ebenfalls aus

Südamerika. Mit der bewährten Truppe

um Lionel Messi und Thierry Henry, die

schon seit längerer Zeit Botschafter des

Programms sind, bilden sie ein erstklassiges

Team (vollständige Liste siehe auf

Seite 32).

„Die Ballkontrolle ist im

Fussball sehr wichtig.

Damit du den Ball

kontrollieren kannst,

musst du in Form sein.

Achte deshalb auf dein

Gewicht.“

Falcao

Das Programm, das vom FIFA-Zentrum

für medizinische Auswertung und

Forschung (F-MARC) für 11- und 12-jährige

Kinder entwickelt wurde, umfasst elf

einfache Gesundheitsbotschaften. Diese

sind auf die dringendsten von der Weltgesundheitsorganisation

definierten

FIFA WORLD I AKTUELL

31


Gesundheitsprobleme ausgerichtet und

haben jeweils einen prominenten Paten.

Marta ruft etwa dazu auf, sauberes

„Im Fussball ist es

überaus wichtig, den Ball

zu kontrollieren. Und im

Leben ist es wichtig, auf

die Gesundheit zu achten

und sauberes Wasser

zu trinken.“

Marta

Wasser zu trinken, während Falcao vor

Übergewicht warnt und Neymar mahnt,

sich vor HIV und anderen sexuell übertragbaren

Krankheiten zu schützen.

Jede Gesundheitsbotschaft ist an eine

Fussballtechnik wie Passen, Kopfbälle

oder Abschirmen gekoppelt, womit die

Gesundheitsbotschaften

von „FIFA 11

für die Gesundheit“

Bezug zum

Fussball

Risikofaktoren

1 Spiele Fussball. Aufwärmen Bluthochdruck,

Cholesterin,

Body-Mass-Index,

Bewegungsmangel

2 Respektiere Mädchen

und Frauen.

3 Schütze dich vor

HIV und sexuell

übertragbaren

Krankheiten.

4 Verzichte auf Drogen,

Alkohol und Tabak.

5 Kontrolliere dein

Gewicht/Verwende

behandelte

Moskitonetze.

Pässe

Kopfbälle

Dribblings

Kontrolle/

Abschirmen

ungeschützter

Geschlechtsverkehr

ungeschützter

Geschlechtsverkehr

Alkohol-, Tabakund

Drogenkonsum

Unter- oder Über gewicht,

zu geringer Obst- und

Ge müsekonsum/

Malaria

6 Iss ausgewogen. Fitness Unter- oder Über gewicht,

zu geringer Obst- und

Gemüsekonsum

Botschafter

Javier Hernández,

Benni McCarthy

Diego Forlán,

Thierry Henry

Neymar, Michael Essien

Cristiano Ronaldo

Falcao/Samuel Eto‘o,

Carlos Vela

Lionel Messi

7 Wasche deine Hände. Verteidigen mangelnde Hygiene Carles Puyol

8 Trinke sauberes

Wasser.

Ballanahme unsauberes Trinkwasser Marta/

Portia Modisse/

Natalia Gaitan

9 Lass dich impfen. Schuss mangelnder

Gesundheitsschutz

10 Nimm die

verschriebenen

Medikamente ein.

Torhüter

mangelnder

Gesundheitsschutz

11 Spiele fair. Teamwork keine Familie/soziale

Unterstützung

Die fünffache FIFA-Weltfussballerin des Jahres, Marta, ist einer der Stars, die die Kampagne

unterstützen.

Fussballstars deutlich machen, dass sie im

Kampf gegen Krankheiten „auf der gleichen

Seite“ stehen. F-MARC nutzt bewusst

die weltweite Popularität des Fussballs und

Didier Drogba

Gianluigi Buffon/

Sandra Sepulveda

Vicente del Bosque/

Fabio Capello

seiner Stars, um den Draht zu Kindern und

Jugendlichen aus allen möglichen Kulturen

und Ländern zu finden.

„Wenn bekannte Spieler etwas sagen,

hören die Jungen auch zu“, erklärt FIFA-

Chefarzt Prof. Jiří Dvořák.

Einfach und variabel

Das Programm „FIFA 11 für die

Gesundheit“ hat sich seit seiner Lancierung

2009 rasant entwickelt. Es läuft bereits in

19 Ländern auf 5 Kontinenten und erreicht

damit rund 50 000 Kinder.

Das Programm ist bestechend simpel und

variabel und gerade darum so erfolgreich.

Wenn es in einem Land anläuft, werden

Lehrer vor Ort fünf Tage lang von Prof.

Colin Fuller und Dr. Astrid Junge geschult,

die bei F-MARC für die Ausbildung für

FIFA 11 für die Gesundheit“ verantwortlich

sind.

An ihren Schulen wenden die Lehrer

daraufhin das Gelernte im Unterricht direkt

an und sind so der eigentliche Motor

des Programms. Altersgerecht und mit

Rücksicht auf beide Geschlechter vermitteln

sie die elf Lektionen à rund 90

Minuten. Unter Berücksichtigung der

kulturellen Besonderheiten der einzelnen

Regionen üben sie mit den Kindern

nicht nur das Fussball-Abc, sondern auch

grundlegende gesundheitsfördernde

Verhaltensweisen.

32 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Das Programm „FIFA 11 für die Gesundheit“ klärt mit spielerischen Fussballübungen über Gesundheitsgefahren auf.

„In allen 19 Ländern, in denen wir bislang

tätig sind, versuchen wir, nachhaltige

Gesundheitsprävention zu betreiben“, erläutert

Prof. Dvořák. „Das ist aber nur

möglich, wenn wir auf die kulturellen

Sensibilitäten vor Ort Rücksicht nehmen.“

Wirkungsvoller Spass

Die Strategie scheint sich auszuzahlen,

wie erste Auswertungen zeigen. Gemäss

Befragung von 25 000 Teilnehmern in

den Jahren 2009 und 2010 in Südafrika

ist das Gesundheitswissen durchschnittlich

um 25 bis 30 Prozent gestiegen. Ähnliche

Werte erbrachten auch Studien in Ghana,

Namibia, Malawi, Kenia, Tansania, Sambia,

Mexiko und Kolumbien. Ebenfalls höchst

erfreulich ist das Echo, das das Programm

bei den Teilnehmern ausgelöst hat. Mehr

als 90 Prozent der Kinder, die am Programm

mitgemacht haben, hatten laut eigenen

Angaben „Spass“ und sagten, dass sie es

ihren Freunden empfehlen würden.

Auch wenn die Auswertungen zu „FIFA

11 für die Gesundheit“ noch am Anfang

stehen, wurden erste Resultate bereits

im British Journal of Sports Medicine

„Im Fussball benutze

ich den Kopf, um zu

gewinnen. Im Leben

benutze ich den

Kopf, um mich vor

sexuell übertragbaren

Krankheiten zu

schützen.“

Neymar

veröffentlicht und stiessen bei der internationalen

Ärztegemeinschaft auf

reges Interesse. Derzeit laufen deshalb

Gespräche, das Programm auf weitere

Länder auszudehnen, insbesondere

auf Brasilien, wo F-MARC im Rahmen

des FIFA Konföderationen-Pokals in

diesem Jahr und der FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft 2014 ein Pilotprojekt

plant. Bis Ende 2015 soll das Programm

nicht weniger als zwei Millionen Kinder

erreichen – so das ehrgeizige Ziel der

Programmverantwortlichen.

Auch wenn das Programm klar auf

Kinder und Jugendliche abzielt, hat der

engagierte Auftritt von Vicente del Bosque

am FIFA-Sitz in Zürich gezeigt, dass die

Stars für „FIFA 11 für die Gesundheit“

ebenfalls Feuer und Flamme sind.

„Wer bei einem bekannten Verein oder

Nationalteam spielt, hat eine besondere

Verantwortung“, sagte der spanische Trainer

nach Abschluss der Aufnahmen. „Sport ist

gesund, völkerverbindend und universell.

Deshalb müssen wir den Sport nutzen und

den Menschen dabei helfen, mehr auf ihre

Hygiene und Gesundheit zu achten.“

FIFA WORLD I AKTUELL

33


Halbzeit in

Mosambik

Die offizielle Wohltätigkeitskampagne der FIFA

Fussball-Weltmeisterschaft 2010 hat im April

Halbzeit gefeiert. Im ärmlichen Westen von

Mosambik wurde das zehnte der „20 Zentren

für 2010“ eröffnet.

Von Junior Mpisane, Manica

Regen ist für die meisten Gebiete südlich

der Sahara ein Segen. In Manica, einer

kleinen Stadt im Westen von Mosambik,

wurde deshalb fröhlich weitergesungen

und -getanzt, als ein Gewitter über das

soeben eröffnete Manica-Football-for-

Hope-Zentrum niederging.

34 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Manica ist das jüngste Kind der fortlaufenden

FIFA-Kampagne zum Bau

von 20 Football-for-Hope-Zentren in

ganz Afrika, die gleichsam ein soziales

Vermächtnis der ersten FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft auf afrikanischem

Boden sind. Die Zentren bieten jeweils

Fussballinfrastruktur, Klassenzimmer, IT-

Ausrüstung und Gesundheitsunterricht und

wollen so in benachteiligten Gemeinden

konkrete Hilfe leisten.

„Es ist wie im Traum. Ich

hätte es nie für möglich

gehalten, dass in unserer

kleinen Stadt je so etwas

stehen würde.“

Mavis Augustina, Mädchen aus Manica

Zwei Jungs tanzen zur feierlichen

Eröffnung des Football-for-Hope-

Zentrums in Mosambik.

Das Manica-Zentrum wird von der Grupo

Desportivo e Recreativo de Manica (GDM)

geleitet, einer Nichtregierungsorganisation,

die sich in der Stadt und der Gegend mithilfe

des Sports und insbesondere des

Fussballs sozial engagiert. Die GDM ist seit

1980 in Manica tätig und hat in dieser Zeit

schon einiges bewirkt.

Mit dem neuen Zentrum wird die

Organisation aber noch weit mehr

Menschen erreichen, wie GDM-Direktor

Chot Chikwandingwa im Gespräch mit

FIFA World am Eröffnungstag bekräftigt:

„Dieses Zentrum ist für uns eine ideale

Basis. Von hier aus können wir noch mehr

Jugendliche in den Fussball, die Schule

und die Gesundheitserziehung einbinden.

Jugendliche sollen Sport treiben

und dabei lernen, gesund und ausgewogen

zu leben. Weitere Schwerpunkte

unserer Arbeit sind Gleichberechtigung,

Computerkenntnisse, Internetzugang und

Umweltbewusstsein.“

Strahlende Gesichter

Das sind hochgesteckte Ziele, aber

die Besucher, die die neue Anlage am

Eröffnungstag besichtigen, sind guten

Mutes und kaum zu bremsen.

„Ich bin überglücklich, dass wir ein

solches Zentrum haben“, schwärmt die

14-jährige Mavis Augustina, während sie

das 40 mal 20 Meter grosse Kunstrasenfeld

begutachtet, das komplett mit einer

Solaranlage von Yingli Solar (Sponsor der

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft) ausgestattet

ist. „Es ist wie im Traum. Ich hätte es

nie für möglich gehalten, dass in unserer

kleinen Stadt je so etwas stehen würde.

Wir kämpfen mit vielen Problemen wie

Armut, Benachteiligung von Frauen und

beschränktem Zugang zu Bildung. Viele

Menschen glauben nicht daran, dass je

etwas aus ihnen werden wird oder sie

etwas für die Gesellschaft leisten können.

Projekte wie dieses machen uns stark und

helfen uns dabei, Respekt für uns selbst

und die anderen zu entwickeln.“

Wie alle Zentren kombiniert auch Manica

Tradition und Moderne. Das Gebäude hat

zwar ein modernes Design, wurde aber

mit für die Region typischen Materialien

wie Ziegelsteinen und Bambus (für die

Decken) gebaut. Hauptattraktion ist natürlich

das topmoderne Fussballfeld, aber

auch die Bildungsangebote sorgen bei den

Jugendlichen für Begeisterung.

„Hier war bislang kaum etwas los. Viele

junge Menschen hingen deshalb herum

und machten allerlei kaputt“, erzählt der

13-jährige Fussballfan Manuel Armando.

„Jetzt sind alle vom neuen Zentrum

und den Dingen, die wir hier lernen

FIFA WORLD I AKTUELL

35


Zentren der Hoffnung

Standorte der 20 Zentren

Mit der Anlage in Mosambik stehen bereits zehn Zentren. In den kommenden

Wochen und Monaten werden weitere ihre Tore öffnen, so dass bis Ende

dieses Jahres alle 20 Zentren in Betrieb sein sollten.

Bei Drucklegung dieser Ausgabe von FIFA World Ende April wurde ein

weiteres Zentrum in Botsuana eröffnet, ehe im Mai die Zentren in Tansania

und Kap Verde ihre Arbeit aufnehmen werden.

1 Mauretanien: Nouakchott

Fokus: Bekämpfung von Armut, Förderung von

Good Governance und Menschenrechte

2 Mali: Baguinéda, Bamako

Fokus: Förderung von Mädchen und jungen

Frauen in der Gemeinschaft

3

Kap Verde: Santiago

in Betrieb

Fokus: ausserschulische Angebote für bedürftige

Jugendliche

4 Ghana: Cape Coast

Fokus: Gesundheitsförderung und soziale

Entwicklung

in Betrieb

5

Kamerun: Besongabang, Mamfe

Fokus: Beratung für Kinder, die nicht zur Schule

gehen

6

DR Kongo: Kalebuka, Lubumbashi

3

1

Fokus: Bildung, Gesundheit und Lebenskunde

7 Kenia: Mathare, Nairobi

Fokus: Sensibilisierung für Sport, Gesundheit und

Umwelt

8 Ruanda: Kimisagara, Kigali

Fokus: Friedensförderung und Versöhnung

9 Tansania: Iringa

in Betrieb

in Betrieb

2

Fokus: HIV/Aids- und Umweltschutzprogramme

4 5

20

10 Mosambik: Manica

Fokus: Netzwerke für sozialen Zusammenhalt

und Förderung eines gesunden Lebenswandels

in Betrieb

8 7

11 Namibia: Katutura, Windhoek

Fokus: Förderung geistig Behinderter

in Betrieb

6

9

12 Botsuana: Ramotswa, South East District

Fokus: HIV/Aids-Prävention, Führungskurse und

Förderung von Mädchen

13

Simbabwe: Luveve, Bulawayo

11

15

13

12

18

16

17

14 19

10

Fokus: HIV/Aids-Prävention und -Aufklärung

14 Lesotho: Maseru

Fokus: HIV/Aids-Prävention und -Aufklärung

15 Südafrika: Khayelitsha, Kapstadt

Fokus: HIV/Aids-Prävention und -Aufklärung

16 Südafrika: Alexandra, Johannesburg

in Betrieb

in Betrieb

Fokus: HIV/Aids-Prävention und -Aufklärung

17

Südafrika: QwaQwa, Free State

in Betrieb

Fokus: HIV/Aids-Prävention und -Aufklärung

18

Südafrika: Mokopane, Limpopo

in Betrieb

Fokus: Jugendförderung, Gruppenlernen und

öffentliche Gesundheit

19

Südafrika: Edendale, Pietermaritzburg

Fokus: HIV/Aids-Prävention und -Aufklärung

20

Äthiopien: Addis Abeba

Fokus: Strassenkinder

36 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


können, begeistert. Wir haben einen Ort,

um zu spielen und zu lernen. Das Gelernte

nehmen wir mit und geben es an andere

Kinder weiter.“

Goldener Fluch

Im krassen Gegensatz zur bitteren Armut

der meisten Bewohner stehen die riesigen

Goldschätze, die im Boden unter

Manica liegen. Man könnte meinen, dass

der Reichtum damit zum Greifen nahe

liegt, doch die Suche nach dem kostbaren

Metall ist schwierig und hat alles nur noch

schlimmer gemacht.

Der Glanz des Goldes hat aus dem

ganzen Land und dem benachbarten

Simbabwe Heerscharen von Tagelöhnern

angelockt, womit der Verteilkampf

noch härter geworden ist. Die planlosen

Grabungen haben zudem schwere

Schäden in der Landwirtschaft und eine

weitere Verknappung des Grundwassers

verursacht.

Zum Heer der Arbeiter gesellen sich

etliche Jugendliche, die in einem Land, das

immer noch mit den Folgen des verheerenden

Bürgerkriegs von 1977 bis 1992

kämpft, kaum Perspektiven haben. Viele

Kinder in Manica verlassen deshalb die

Schule, um Gold zu waschen und mit der

Kinder machen sich für das Fest bereit.

geringen Ausbeute wenigstens ein paar

Cents zu verdienen.

Es gibt aber auch Grund zu Hoff nung,

denn Mosambik weist beim Bruttoinlandsprodukt

weltweit derzeit eine

der höchsten Wachstumsraten auf, allerdings

auf sehr tiefem Niveau. In Manica

hoffen die Menschen, dass Projekte wie

das Football-for-Hope-Zentrum nicht nur

in der Region selbst, sondern auch landesweit

weitere positive Impulse setzen

werden.

„Seit 2005 beweist Football for Hope,

dass der Fussball weit über das Spielfeld

hinaus Positives bewirken kann“, erklärt

Cornelia Genoni, Programmmanagerin

der FIFA-Abteilung soziales Engagement,

bei der Eröffnung im April. „Der Fussball

ist so populär wie keine andere Sportart

und vermag die Menschen zu begeistern

und zu einen wie kaum etwas sonst.

Der Gemeinschaft bietet er zudem die

einzigartige Möglichkeit, ihre Kinder

und Jugendlichen zu unterstützen. Wir

bei der FIFA freuen uns deshalb sehr,

dass die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft

2010 hier in Manica in diesem Sinne

weiterlebt.“

Zum Zentrum gehört auch ein topmoderner Kunstrasenplatz.

FIFA WORLD I AKTUELL

37


US-Sieg beim

Algarve-Pokal

Die 20. Ausgabe des Algarve-Pokals in diesem März bot wiederum

Frauenfussball der Spitzenklasse. Der Sieger dieses prestigeträchtigen

Einladungsturniers heisst bereits zum neunten Mal USA.

Von Rainer Hennies, Faro

Aus dem bescheidenen Trainingsturnier,

mit dem die skandinavischen Teams ihre

lange Winterpause zu überbrücken pflegten,

ist ein prestigeträchtiger, professionell

organisierter Wettbewerb geworden, der

die Elite des internationalen Frauenfussballs

anzieht. Angefangen hat alles auf Zypern,

wo Schweden, Norwegen und Dänemark

Anfang der 1990er-Jahre im Winter jeweils

Trainingsturniere veranstalteten.

1994 schlugen sie ihre Zelte erstmals

an der portugiesischen Algarve auf. Mit

von der Partie war zum ersten Mal auch

ein Team aus Übersee, das dem Turnier

fortan den Stempel aufdrücken sollte.

Zwar mussten sich die USA bei ihrer

Premiere Norwegen im Finale noch

0:1 geschlagen geben, holten sich

danach bei 13 Teilnahmen aber nicht

weniger als 9 Titel.

Den bislang letzten Triumph

sicherten sie sich im März. Dank

zweier Tore der jungen Stürmerin

Alex Morgan schlugen sie die

Deutschen mit 2:0, die damit erstmals

nach 22 Spielen wieder eine

Niederlage kassierten.

„Ein Sieg ist immer schön. Es ist

toll, dass wir die Siegesserie des

US-Teams bei diesem Turnier

fortsetzen konnten“, sagte der

neue Trainer Tom Sermanni,

nachdem er das Team bei seiner

Feuertaufe gleich zum Sieg

geführt hatte. „Man möchte

38 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


natürlich immer gewinnen, aber diesmal

bin ich einfach froh, dass wir hier sind. Ich

bin immer noch dabei, mir ein Bild von meinen

Spielerinnen zu machen, und habe einige

sehr gute Dinge gesehen. Das Turnier

hat wertvolle Aufschlüsse geliefert.“

Eine wichtige Standortbestimmung

war das Turnier auch für Deutschland,

Norwegen und Schweden, die mitten in der

Vorbereitung für die Europameisterschaft

im Juli stecken. Während Deutschland

das Finale erreichte, belegten die

Nordländerinnen die Plätze drei und vier.

Eine starke Leistung zeigten insbesondere

die Schwedinnen, die seit Kurzem von

der ehemaligen US-Nationaltrainerin Pia

Sundhage betreut werden und vor der

EURO in ihrem Land unter besonderem

Erwartungsdruck stehen. Nach einem

bemerkenswerten 1:1 gegen die USA

mussten sie sich im Spiel um Platz drei erst

im Elfmeterschiessen geschlagen geben.

„Es ist eine tolle

Partnerschaft, die

den Frauenfussball

insgesamt stärkt.“

Sonia Denoncourt, die bei der FIFA für

die Schiedsrichterinnen verantwortlich ist

Nachwuchsförderung

Der Algarve-Pokal ist aber nicht nur

ein ideales Vorbereitungsturnier für

Kontinental-, Weltmeisterschaften oder

Olympische Spiele, sondern auch eine

Rangliste des Algarve-Pokals 2013

1. USA

2. Deutschland

3. Norwegen

4. Schweden

5. Japan

6. VR China

7. Dänemark

8. Mexiko

9. Island

10. Ungarn

11. Portugal

12. Wales

Amerikanische Dominanz

Alle Gewinner auf einen Blick

Team Anzahl Titel

USA 9 (2000, 2003, 2004,

2005, 2007, 2008,

2010, 2011, 2013)

Norwegen 4 (1994, 1996, 1997,

1998)

Schweden 3 (1995, 2001, 2009)

Deutschland 2 (2006, 2012)

VR China 2 (1999, 2002)

erstklassige Plattform zur Förderung des

Frauenfussballs. Eine Vierergruppe im seit

2002 zwölfköpfigen Teilnehmerfeld ist

„aufstrebenden“ Teams vorbehalten, darunter

Gastgeber Portugal.

„Für uns ist es eine grosse Ehre, dieses

Turnier zu veranstalten“, sagte der portugiesische

Verbandspräsident Fernando

Gomes zu FIFA World, nachdem sich

sein Team am Schlusstag gegen

Wales im Elfmeterschiessen Platz

11 gesichert hatte. „Die Algarve

Die USA feiern ihren

neunten Triumph

beim Algarve-Pokal.

FIFA WORLD I AKTUELL

39


ist während einer Woche das Zentrum

des Frauenfussballs und darf die besten

Teams, Spielerinnen, Trainerinnen und

Schiedsrichterinnen bei sich begrüssen.“

Zu diesem Erfolg trägt auch die FIFA bei,

die seit neun Jahren die Spieloffiziellen

stellt. An der Algarve stehen damit jeweils

die besten Schiedsrichterinnen der Welt

im Einsatz.

„Die FIFA investiert pro Jahr rund

500 000 Schweizer Franken in den

Algarve-Pokal, wovon nicht nur die

Organisatoren, sondern auch die FIFA

profitiert“, erklärt Sonia Denoncourt, die

bei der FIFA für die Schiedsrichterinnen

zuständig ist und dieses Jahr in Portugal

ein Team von 42 Schiedsrichterinnen und

Schiedsrichterassistentinnen leitete.

„Alle 14 Schiedsrichterinnen beim

diesjährigen Algarve-Pokal sind auch

Anwärterinnen auf einen Einsatz bei der

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015.

Dieses Turnier bietet uns deshalb die

perfekte Gelegenheit, ihr Wissen, ihre

Fitness, ihre Sprachkenntnisse und alle

weiteren Anforderungen an eine moderne

Schiedsrichterin zu testen, und zwar in

einem internationalen Spitzenumfeld. Hier

wird Theorie mit echter Spielpraxis kombiniert.

Es ist eine tolle Partnerschaft, die den

Frauenfussball insgesamt stärkt.“

Die Entwicklung des Frauenfussballs

stand auch im Fokus eines zweitägigen

Symposiums zum Ende der diesjährigen

Jubiläumsausgabe, bei dem Experten aus

Mexiko, Wales, Island, Japan und von

der FIFA zeigten, wie der Frauenfussball

England siegt auf Zypern

Nicht nur die US-Frauen hatten im März Grund zum Jubeln, sondern auch die Engländerinnen,

die mit ihrem Erfolg beim Zypern-Pokal viel Selbstvertrauen tankten.

Wie der Algarve-Pokal ist auch der praktisch zeitgleich stattfindende Zypern-Pokal für viele

Spitzenteams ein willkommener Leistungstest. Dies galt dieses Jahr insbesondere für England,

Finnland, Italien und die Niederlande, die das seit 2008 bestehende Einladungsturnier mit seinen

zwölf Teilnehmern als Gradmesser für die bevorstehende Europameisterschaft nutzten.

Einen starken Eindruck hinterliess dabei das Team von Hope Powell, das seine Ambitionen mit

dem 1:0-Finalsieg gegen Kanada eindrucksvoll bestätigte.

Hinter den Vizeeuropameisterinnen und den olympischen Bronzemedaillengewinnerinnen belegten

die Ozeanienmeisterinnen aus Neuseeland Platz drei, nachdem sie das Spiel gegen die Schweiz in

den Schlussminuten noch gedreht und 2:1 gewonnen hatten.

rund um die Welt gefördert wird. „Es

war ein sehr interessanter Ideenaustausch.

Jedes Land hat unterschiedliche sportliche

Voraussetzungen, die verschiedene

Entwicklungsstrategien erfordern“, erklärte

der ehemalige mexikanische Nationalspieler

Leonardo Cuéllar, der seit 1998 Mexikos

Frauennationalteam trainiert. „Wenn man

Menschen aus verschiedenen Ländern trifft,

sieht man die unterschiedlichen Probleme

und kann dabei helfen, passende Lösungen

zu finden.“

Die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichterassistentinnen des diesjährigen Algarve-Pokals.

40 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Beeindruckende

Debütanten

Acht Teams haben im April in Europa die

Qualifikation für die FIFA Frauen-

Weltmeisterschaft 2015 in Kanada lanciert.

Die Malteserinnen feiern ihren Sieg bei der europäischen WM-Vorausscheidung.

Dass der Frauenfussball immer weitere

Kreise zieht, bewiesen im April gleich drei

europäische Teams, die sich bei ihrer ersten

Teilnahme an einer Qualifikation für

die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft auf

Anhieb in die nächste Ru nde spielten.

Die WM-Neulinge Albanien, Montenegro

und Färöer haben sich in dieser

Vorqualifikation, die im Rahmen von zwei

Miniturnieren in Malta und Litauen mit

je vier Teams ausgetragen wurde, gemeinsam

mit Malta für die Hauptphase

der WM-Vorrunde mit Gruppenspielen

qualifiziert.

Gastgeber Malta nimmt nach 2007 und

2011 zwar bereits zum dritten Mal an einer

WM-Qualifikation teil, schrieb mit seinen

ersten Siegen bei einer WM-Vorrunde

(über Lettland und Luxemburg) dennoch

Geschichte und gewann die Gruppe dank

des besseren Torverhältnisses vor Albanien.

Im zweiten Miniturnier in Litauen schafften

die Färöer die grosse Überraschung.

Nach einem Unentschieden gegen

Montenegro und zwei Siegen über Litauen

und Georgien holten sie sich den ersten

Platz.

Zufrieden war auch Montenegros Trainer

Zoran Mijović, der das Team erst im März

des Vorjahres aufgebaut hatte: „Jetzt müssen

wir uns auf die Gruppengegner vorbereiten,

wofür uns nur wenig Zeit bleibt.

Wir haben noch viel Arbeit, um das Team

auf die kommenden Herausforderungen

einzustellen.“

Diese Herausforderungen erhielten

eine Woche später auch ein konkretes

Gesicht, als bei der UEFA in Nyon die

Qualifikationsgruppen ausgelost wurden.

Albanien, dessen A-Frauenteam seit seinem

internationalen Debut im November

2011 sechs von sieben Länderspielen

gewonnen und einmal Unentschieden

gespielt hat, zog mit den ehemaligen

Weltmeisterinnen aus Norwegen sowie

den Niederlanden, Belgien, Portugal und

Griechenland ein besonders schweres

Los (Übersicht der Qualifikationsgruppen

auf Seite 75).

Die Gruppenphase der WM-Qualifikation

in Europa dauert von September

2013 bis September 2014. Die sieben

Gruppensieger qualifizieren sich automatisch

für die Endrunde 2015, den

achten Startplatz machen die vier besten

Zweitplatzierten im Oktober und

November 2014 in Ausscheidungsspielen

unter sich aus.

FIFA-Ticker

Interaktiver Rekord

Die neuste Ausgabe des FIFA Interactive

World Cup (FIWC) hat wiederum für

einen Teilnehmerrekord gesorgt. Mehr

als 2,5 Millionen Spieler haben an

der Qualifikation für den FIWC 2013

teilgenommen. Das 2004 lancierte

Fussball-Videospielturnier erlebt seit

der Einführung der Online-Qualifikation

2005 einen beispiellosen Boom. Mit

775 000 Teilnehmern wurde der Wettbewerb

2010 als grösstes Online-

Videospielturnier ins Guinness-Buch

der Rekorde aufgenommen. 2011 waren

es bereits 900 000 Spieler, 2012

über 1,3 Millionen. Ein Rückblick auf

das grosse Finale, das bei Drucklegung

dieser Ausgabe von FIFA World in Madrid

über die Bühne ging, erscheint in der

nächsten Ausgabe.

Ausrichter gesucht

Die FIFA hat für fünf Wettbewerbe

FIFA U-20- und U-17-Frauen-Weltmeisterschaft

2016, FIFA U-20- und

U-17-Weltmeisterschaft und FIFA Beach-

Soccer-Weltmeisterschaft 2017 – das

Bewerbungsverfahren eröffnet. Die 209

FIFA-Mitgliedsverbände haben bis 15.

Mai Zeit, ihr Interesse an der Ausrichtung

eines dieser Wettbewerbe anzumelden.

Die Veranstaltungsverträge und

die vollständigen Bewerbungsunterlagen

sind danach bis 15. November einzureichen.

Die einzelnen Ausrichter werden

schliesslich im Dezember vom FIFA-

Exekutivkomitee bestimmt.

VAE 2013 fast komplett

Mexiko kann seinen Titel bei der FIFA

U-17-Weltmeisterschaft in diesem

Jahr in den Vereinigten Arabischen

Emiraten verteidigen, nachdem sich

die Mittelamerikaner mit dem Gewinn

der CONCACAF-U-17-Meisterschaft im

April in Panama souverän qualifiziert

haben. Neben den Mexikanern, die ihren

dritten U-17-Titel anstreben, sind für

die CONCACAF Panama, Kanada und

Honduras am Start. Grosse Abwesende

sind die USA, die die Qualifikation nach

der 1:3-Niederlage im Viertelfinale gegen

Honduras erstmals verpasst haben. Damit

stehen für die Endrunde mit Ausnahme

der sechs europäischen Teams, die im

Mai bei der U-17-Europameisterschaft

in der Slowakei ermittelt werden, alle

24 Teilnehmer fest.

FIFA WORLD I AKTUELL

41


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INTERVIEW

dass die Menschen gesehen haben,

was ich gemacht habe. Sie haben das

geschätzt und mich bestärkt. Nun

machen wir vorwärts, um diesen Kampf

zu gewinnen.

KEVIN-PRINCE BOATENG

MITTELFELDSPIELER VON

AC MILAN UND GHANA

Wie fühlten Sie sich, als Sie das

Spielfeld verliessen …

Es ist schwierig, das in Worte zu

fassen. Ich spürte so viele Emotionen:

Traurigkeit, Wut, Enttäuschung. Als ich

das Spielfeld verliess, wusste ich, dass

es falsch war, aber ich war so wütend

und aufgewühlt. Niemand soll mehr so

fühlen müssen.

Ghanas Nationalspieler Kevin-Prince

Boateng hat im März eine neue Aufgabe

übernommen. Auf Einladung von FIFA-

Präsident Joseph S. Blatter ist er als

erster aktiver Spieler Mitglied der FIFA-

Arbeitsgruppe gegen Rassismus und

Diskriminierung. Der 26-jährige offensive

Mittelfeldspieler bekräftigte sein

Engagement bei einem Treffen am FIFA-

Sitz in Zürich, nachdem er am Tag zuvor

bei den Vereinten Nationen in Genf aus

Anlass des internationalen Tags gegen

Rassismus über seine eigenen Erfahrungen

gesprochen hatte, insbesondere über seine

aufsehenerregende Aktion bei einem

Freundschaftsspiel am 3. Januar in Italien,

als er wegen rassistischer Anfeindungen

das Spielfeld verliess.

FIFA World: Was kann die

Fussballgemeinschaft gegen

Rassismus tun?

Kevin-Prince Boateng: Zuerst müssen

wir begreifen, dass das Problem

sehr komplex ist. Es ist nicht immer

so einfach, jemanden zu bestrafen.

Aber nun, da uns so viele intelligente

Menschen unterstützen, werden wir

einen Weg finden. Die Dinge werden

sich jetzt hoffentlich ändern.

Gestern waren Sie bei der UN-

Konferenz gegen Rassismus. Was

haben Sie von dort mitgenommen?

Es war eine unglaubliche Erfahrung,

etwas völlig Neues für mich. Nach der

Konferenz bin ich zuversichtlich, weil

ich gesehen habe, dass viele Menschen

helfen wollen, andere dasselbe erlebt

haben wie ich und wir gemeinsam den

Kampf gegen Rassismus voranbringen

und gewinnen können.

Für junge Menschen sind Sie

ein Vorbild. Fühlen Sie sich auch

deshalb verpflichtet, gegen

Rassismus anzukämpfen?

Ich hoffe, dass ich ein Vorbild bin. Aber

[als ich das Spielfeld verliess] das war

eine emotionale Reaktion. Ich hätte

nicht damit gerechnet, dass das eine

solche Reaktion auslöst. Ich bin froh,

Wurden Sie in Ihrer Kindheit in

Berlin je diskriminiert?

Oh ja, auch wenn in dieser Stadt

viele verschiedene Kulturen und

Nationalitäten zusammenleben. Als ich

klein war, habe ich einfach versucht,

es zu ignorieren, weil ich mich dem

Problem nicht stellen wollte. Jetzt bin ich

älter und habe selbst ein Kind. Ich will

mein Bestes geben, damit mein Kind in

einer Welt ohne Rassismus aufwachsen

kann. Das wäre eine perfekte Welt.

Punktabzüge könnten die Fans

davon abhalten, rassistische

Gesänge anzustimmen. Was halten

Sie davon?

Ich weiss nicht, ob ich will, dass einige

Fans meinem Team Punkte wegnehmen

können. Eine andere Möglichkeit

wären Spiele unter Ausschluss der

Öffentlichkeit. Wichtig ist, dass wir strikt

und konsequent sind. Wir dürfen im

Kampf gegen Rassismus nicht locker

lassen und nie das Ziel aus den Augen

verlieren.

FIFA WORLD I AKTUELL

43


SPEZIAL

Konföderationen-

Pokal 2013:

Kampf der Titanen

44 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Der neunte FIFA Konföderationen-Pokal in Brasilien

2013 wird mit so viel Spannung erwartet wie

kaum eine Ausgabe des Turniers zuvor. Nicht

weniger als vier Weltmeister treffen im Land des

Fussballzaubers aufeinander.

Auch wenn es für Italien nach der

klaren 0:4-Niederlage im Endspiel der

Europameisterschaft im Juli 2012 gegen

Spanien ein schwacher Trost war: Die

Azzurri hatten mit dem Finaleinzug bereits

Geschichte geschrieben – wenn auch

für ein Turnier, dass erst ein Jahr später

stattfinden würde.

Spanien war als amtierender Weltmeister

für den FIFA Konföderationen-Pokal

2013 bereits qualifiziert, weshalb

Italien die Finalqualifikation bei der

Europameisterschaft für einen Startplatz

beim Konföderationen-Pokal ausreichte.

Damit treffen beim Festival der

Meister, das am 15. Juni angepfiffen

wird, drei ehemalige und der amtierende

Fussball-Weltmeister aufeinander.

„Der Konföderationen-

Pokal ist für uns sehr

wichtig, um unser

Spielsystem zu testen.

Wir hoffen, dass der

Kader, der ein Jahr

später auch bei der WM

auflaufen wird, nach

dem Turnier etwa zu

80 Prozent feststehen

wird.“

Carlos Alberto Parreira,

technischer Direktor Brasiliens

Die beiden anderen Weltmeister sind

Brasilien als Gastgeber und Uruguay als

aktueller Südamerikameister. Insgesamt

haben diese vier Länder die FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft zwölfmal gewonnen:

Spanien einmal, Uruguay zweimal, Italien

viermal und Brasilien fünfmal.

Die beeindruckende Bilanz ist allerdings

keinerlei Garantie dafür, dass eines dieser

Teams am 30. Juni auch den Titel holt –

denn die vier anderen Kontinentalmeister

Mexiko (CONCACAF), Japan (AFC) und

Nigeria (CAF) werden alles daran setzen,

den „Grossen“ die Party zu verderben.

Alle drei kennen den Konföderationen-

Pokal von früher: Mexiko hat das Turnier

1999 im eigenen Land gewonnen,

Japan wurde 2001 – ebenfalls im eigenen

Land – Zweiter, und Nigeria nahm

1995 teil. Mit Ozeanienmeister Tahiti, der

als einziges Team zum ersten Mal beim

Konföderationen-Pokal antritt, ist auch

diesmal wieder ein Überraschungsteam vertreten.

Vor vier Jahren fiel diese Ehre dem

Irak zu, 2005 debütierten Griechenland

und Tunesien. Alle drei hatten sie ihre

jeweilige Kontinentalmeisterschaft zum

ersten Mal gewonnen.

Aufwärmen für 2014

Vom Titel träumen natürlich alle acht

Mannschaften, die aber sonst mit ganz

unterschiedlichen Zielen nach Brasilien

reisen. Als Gastgeber der WM 2014

im eigenen Land ist Brasilien für den

Konföderationen-Pokal gesetzt und startet

mit dem Turnier seine Vorbereitung auf das

grosse Spektakel ein Jahr später.

„Der Konföderationen-Pokal ist für uns

sehr wichtig, um unser Spielsystem zu

testen“, erklärt der technische Direktor der

Seleção, Carlos Alberto Parreira, im April.

„Wir hoffen, dass der Kader, der ein Jahr

später auch bei der WM auflaufen wird,

nach dem Turnier etwa zu 80 Prozent

feststehen wird.“

Auch Japan dürfte beim Anpfiff des

Konföderationen-Pokals sein Ticket für

Brasilien 2014 bereits gelöst haben, sofern

die Blauen Samurai in den letzten

Qualifikationsspielen der AFC im Juni nicht

noch einbrechen. Auch Spanien und Italien

schielen zumindest mit einem Auge

FIFA WORLD I SPEZIAL

45


ereits auf die Weltmeisterschaft: Spanien

ist in der europäischen Qualifikationsgruppe

I mittlerweile an Frankreich vorbeigezogen,

Italien führt Gruppe B souverän an.

„Der Konföderationen-Pokal wird ein

tolles Turnier, vor allem im Hinblick auf

die Weltmeisterschaft im Jahr darauf“,

freut sich Italiens Nationaltrainer Cesare

Prandelli. „Wir können bei diesem Turnier

als Team wertvolle Erfahrungen sammeln,

das ist ein Vorteil. Und vor allem die jüngeren

Spielern können schon mal WM-Luft

schnuppern.“

Qualifikationspause

Nigeria, Mexiko und Uruguay müssen

erst noch den weiteren Verlauf ihrer

Qualifikation abwarten und fliegen je

nach Ausgang mit unterschiedlichen Zielen

nach Brasilien. Insbesondere Mexiko und

Uruguay brauchen dringend Punkte, wollen

sie bei der WM ein Jahr später nicht

zuschauen.

Sicher keine Gedanken über eine WM-

Teilnahme macht sich Tahiti, nachdem der

Ozeanienmeister in der Qualifikation für

Brasilien 2014 bereits ausgeschieden ist.

Die Amateure der Pazifikinseln können

sich nun voll auf den Konföderationen-

Pokal konzentrieren und – wer weiss – vielleicht

die eine oder andere kleine Sensation

schaffen.

„Ein kleines Land mit 250 000 Einwohnern

spielt gegen die Weltmeister

Die Teams und ihr Weg zum Konföderationen-Pokal

Team Qualifiziert als Qualifiziert am

Brasilien Gastgeber der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 30. Oktober 2007

Spanien FIFA Fussball-Weltmeister 2010 11. Juli 2010

Japan Gewinner des Asien-Pokals 29. Januar 2011

Mexiko Gewinner des CONCACAF Gold Cups 25. Juni 2011

Uruguay Gewinner der Copa América 24. Juli 2011

Tahiti Gewinner des OFC-Nationen-Pokals 10. Juni 2012

Italien Zweiter der UEFA EURO 2012 28. Juni 2012

Nigeria Gewinner des Afrikanischen Nationen-Pokals 10. Februar 2013

Japan hat sich als erster Kontinentalmeister für den FIFA Konföderationen-Pokal qualifiziert.

aus Uruguay und Spanien – das ist für

uns natürlich gewaltig!“, freut sich Tahitis

Nationalcoach Eddy Etaeta nach der

Auslosung der Gruppengegner. „Der

Gewinn der Ozeanienmeisterschaft hat

in der Heimat unbändige Freude ausgelöst.

Nun müssen wir uns aber seriös auf

die Spiele gegen die Besten der Besten

vorbereiten. Wir werden auf dem Boden

bleiben, aber ein Tor gegen Spanien im

Maracanã wäre schon fantastisch.“

Überraschungen möglich?

Dass am 30. Juni die Tahitianer den Pokal in

die Höhe stemmen, daran glaubt selbst in

in der Heimat kaum jemand. Trotzdem können

kleinere Überraschungen nicht ausgeschlossen

werden, wie frühere Ausgaben

des Konföderationen-Pokals eindrucksvoll

beweisen. 2009 beispielsweise schied

Topfavorit Spanien bereits im Halbfinale

aus. Mit einem 2:0-Sieg beendeten die USA

nicht nur Spaniens Titelträume, sondern

gleich auch noch dessen Rekordserie von

35 Spielen ohne Niederlage. Das Team

von Vicente del Bosque wird deshalb alles

daran setzen, diese Scharte auszuwetzen

und endlich auch den letzten Pokal zu

holen, der in seiner Sammlung noch fehlt.

La Roja ist bereits wieder seit 20 Spielen

ungeschlagen und wird sich im Juni in

drei Freundschaftsspielen in New York

intensiv auf den Konföderationen-Pokal

vorbereiten.

„Nach dem dritten Platz in Südafrika

[2009] möchten wir diesmal möglichst

optimal ins Turnier starten und eine solide

Leistung zeigen“, kündigt Del Bosque

an. „Wir freuen uns auch auf Brasilien

als Land, das den Fussball liebt und lebt

wie kein zweites. Zudem treffen hier alle

Kontinentalmeister aufeinander, wir werden

uns also gut auf das Turnier vorbereiten.“

Brasilien will den Hattrick

Spanien ist auf seiner Rekordjagd nicht

alleine: Gastgeber Brasilien möchte den

Konföderationen-Pokal zum vierten

Mal insgesamt und zum dritten Mal in

Serie gewinnen. Aber wie Spanien war

auch Brasilien bei früheren Ausgaben

nicht vor Überraschungen gefeit. 2003

schied die Seleçaõ als erster amtierender

46 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Ein Jahr ist wenig Zeit

Während sich die Fans voll dem Geschehen auf dem Spielfeld widmen,

gilt die Aufmerksamkeit der Organisatoren des Turniers primär allen

anderen Aktivitäten abseits von Spielfeld und Stadien. Seit 2001 wird

der Konföderationen-Pokal als organisatorische Hauptprobe für die

Weltmeisterschaft im darauffolgenden Jahr ausgetragen und dient dazu,

einige der für die Weltmeisterschaft vorgesehenen Stadien zu testen

und zentrale Aspekte einer WM wie Ticketing, Sicherheit und Transport

durchzuspielen.

Wie wichtig der Konföderationen-Pokal als Testlauf für Brasilien 2014 ist,

zeigt sich unter anderem daran, dass zwei der sechs Stadien, die dieses

Jahr zum Einsatz kommen, bei Redaktionsschluss von FIFA World gerade

fertiggestellt wurden. FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke zeigt sich zwar

zuversichtlich, dass das Estádio Nacional in Brasília und das legendäre

Maracanã in Rio de Janeiro rechtzeitig für das Festival der Meister bereit

sein werden. Er weist aber auch darauf hin, dass man sich für die FIFA

Fussball-Weltmeisterschaft 2014 derartige Verspätungen nicht werde

leisten können.

„Für den FIFA Konföderationen-Pokal wird es reichen. Das Turnier wird

grossartig, auch wenn nicht alles perfekt sein wird“, hielt Valcke nach der

Eröffnung der Arena Fonte Nova in

Salvador de Bahia am 5. April 2013

fest. „Die Vorbereitungszeit ist aber extrem kurz und beträgt teilweise

weniger als zwei statt der ursprünglich geplanten sechs Monate. Für die

Weltmeisterschaft wäre die Zeit zu knapp, denn die Organisation einer

WM ist sehr viel komplexer und anspruchsvoller als die Ausrichtung des

Konföderationen-Pokals. Für die organisatorische Vorarbeit alleine brauchen

wir im Minimum sechs Monate.“

Zusätzlich zu den ordentlichen Probeläufen kommt es beim diesjährigen

Turnier zu zwei Neuerungen: Beim Konföderationen-Pokal werden erstmals

die Torlinientechnologie und biologische Profile im Kampf gegen Doping

zum Einsatz kommen (siehe Seite 16).

Während die FIFA und das lokale Organisationskomitee hinter den Kulissen

die Arbeit vorantreiben, können die Fans beim Turnier ganz einfach den

Fussball geniessen. „Ich bin sicher, dass die Brasilianer den teilnehmenden

Teams und Millionen von Fernsehzuschauern ein unvergessliches Erlebnis

bieten werden – ein Vorgeschmack auf das, was die Welt im Juni und Juli

2014 erwartet“, erklärte Valcke. „Der offizielle Slogan ‚Alle im gleichen

Rhythmus‘ bringt auf den Punkt, was wir uns vom Konföderationen-Pokal

erhoffen: Fussball vom Feinsten und ein freudiges Zusammentreffen der

verschiedenen Kulturen.“

Das Mineirão-Stadion in

Belo Horizonte wurde für

den FIFA Konföderationen-

Pokal und die FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft 2014

vollständig renoviert.

Weltmeister bereits in der Gruppenphase

aus, ein Schicksal, das vier Jahre später

auch Italien ereilte. Brasilien trifft dieses

Jahr in Gruppe A auf altbekannte Gegner:

Neben Italien, dem WM-Finalgegner von

1970 und 1994, treffen die Südamerikaner

auf Mexiko, das bei den letzten drei

Aufeinandertreffen gegen Brasilien beim

Konföderationen-Pokal immerhin zweimal

gewinnen konnte. Unvergesslich ist

dabei der legendäre 4:3-Sieg der Azteken

über Brasilien im Finale 1999. Dritter

Gegner ist Japan, dessen Bilanz gegen

Brasilien mit sieben Niederlagen und zwei

Unentschieden aus neun Partien weniger

rosig aussieht. Allerdings erreichte Japan

die beiden Unentschieden ausgerechnet

beim Konföderationen-Pokal, was für die

Blauen Samurai Motivation genug sein

dürfte. Das erste Unentschieden war die

torlose Partie in der Gruppenphase 2001,

als Japan bis ins Endspiel vorstiess. Und

2005 in Deutschland trennten sich die

beiden Teams 2:2 und klassierten sich

in der Gruppe gemeinsam auf Platz 2.

Aufgrund der besseren Tordifferenz jedoch

qualifizierte sich Brasilien für die nächste

Runde. Rekorde sind da, um gebrochen

zu werden, und die Geschichte wiederholt

sich nicht immer. Und doch gibt es beim

Konföderationen-Pokal ein Phänomen,

das sich immer wieder bestätigt: Noch nie

wurde der Gewinner des Turniers ein Jahr

später Fussball-Weltmeister.

Wer auch immer den diesjährigen

Konföderationen-Pokal gewinnt: Er verlässt

das Siegertreppchen in Brasilien

2013 im Wissen, dass eine noch grössere

Herausforderung auf ihn wartet.

FIFA WORLD I SPEZIAL

47


Von Riad nach

Johannesburg

Ein Blick zurück auf die acht Ausgaben des FIFA

Konföderationen-Pokals …

die Tschechische Republik wartete im

Endspiel Ozeanienmeister Australien. Die

Socceroos, die dem Südamerikameister in

der Gruppenphase noch ein 0:0 abgetrotzt

hatten, hatten sämtliche Erwartungen

übertroffen und das Endspiel erreicht. Dort

konnten sie allerdings nicht an frühere

Heldentaten anknüpfen und gingen gegen

eine entfesselte Seleçaõ 0:6 unter. Ronaldo

und Romário erzielten je drei Treffer.

Finale: Brasilien – Australien 6:0

Mexiko überrascht 1999 vor eigenem Publikum Brasilien.

Saudiarabien 1992:

Argentinien als erster Sieger

Argentinien nutzte das damals auch als

Interkontinental-Pokal bekannte Turnier mit

vier Mannschaften, um sich für die Copa

América im Jahr danach warm zu spielen.

Nach einem klaren 4:0 im Halbfinale gegen

die Elfenbeinküste gewann das Team von

Alfio Basile im Endspiel gegen Gastgeber

Saudiarabien 3:1 und wurde zum ersten

Gewinner des König-Fahd-Pokals.

Finale: Argentinien – Saudiarabien 3:1

Saudiarabien 1995:

Danish Dynamite

Titelverteidiger Argentinien trat auch

drei Jahre später in Riad wieder an, doch

war es Europameister Dänemark, der

dem Turnier den Stempel aufdrückte.

Das Team von Richard Nielsen musste

im letzten Gruppenspiel gegen Mexiko

zwar ins Elfmeterschiessen, wurde den

Erwartungen jedoch gerecht und besiegte

Argentinien im Finale dank eines frühen

Elfmetertors von Michael Laudrup und

einem Treffer von Peter Rasmussen in der

zweiten Halbzeit.

Finale: Dänemark – Argentinien 2:0

Saudiarabien 1997:

Brasilien betritt die Bühne

1997 wurde das Turnier erstmals

von der FIFA organisiert und in „FIFA

Konföderationen-Pokal“ umbenannt.

Bei dieser dritten Ausgabe nahmen acht

Nationalteams und Vertreter aller sechs

Konföderationen teil. Erstmals war auch

Brasilien mit von der Partie und begann

gleich eine Liebesaffäre mit dem Turnier.

Das grandiose Starensemble um Cafú,

Dunga, Ronaldo, Romário und Roberto

Carlos begann zu zaubern und wollte nicht

mehr aufhören. Nach dem Gruppensieg

und dem gewonnenen Halbfinale gegen

Mexiko 1999: neuer Kontinent,

neuer Champion

1999 ging der Konföderationen-Pokal

erstmals auf Reisen. Gastgeber Mexiko

erfüllte die Erwartungen der Fans mit

einer beeindruckenden Siegesserie, die

den Azteken ihren ersten Titel bei einem

grossen FIFA-Turnier einbrachte. Das

Halbfinale gegen den Nachbarn und

Erzrivalen USA war besonders spannend

und wurde schliesslich durch das Golden

Goal von Cuauhtémoc Blanco entschieden.

Wer nun befürchtete, dass das Finale

langweilig würde, sah sich eines Besseren

belehrt: In einem Fussballkrimi mit sieben

Toren holte sich Mexiko gegen Brasilien

vor 110 000 begeisterten Fans den Titel.

Finale: Mexiko – Brasilien 4:3

Korea/Japan 2001:

Frankreichs Stunde schlägt

Der Konföderationen-Pokal 2001 wurde

erstmals als Generalprobe für die FIFA

Fussball-Weltmeisterschaft ein Jahr später

ausgetragen, die wiederum zum ersten Mal

von zwei Ländern gemeinsam ausgerichtet

wurde. Japan und die Republik Korea

waren nicht nur hervorragende Gastgeber,

die Teams beider Länder machten auch

auf dem Rasen eine ausgezeichnete Figur.

Japan schaffte es sogar bis ins Finale,

während Korea in der Gruppenphase

nach Punktgleichheit mit Frankreich und

Australien nur aufgrund der schlechteren

48 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Die Franzosen siegen 2011 in Korea/Japan.

Tordifferenz unglücklich ausschied. Nicht

zu stoppen war jedoch Frankreich, das

als Welt- und Europameister in den

Wettbewerb gestartet war und sich mit

dem Turniersieg wie Brasilien vier Jahre

zuvor das „Triple“ holte.

Finale: Japan – Frankreich 0:1

Frankreich 2003: Tragödie

überschattet Frankreichs

Titelverteidigung

Nach einem miserablen Auftritt bei der

Weltmeisterschaft 2002, wo Frankreich als

erster amtierender Weltmeister bereits in

der Gruppenphase ausschied, wollte sich die

Equipe Tricolore mit der Titelverteidigung

des Konföderationen-Pokals rehabilitieren

– was ihr in eindrucksvoller Manier gelang:

Les Bleus gewannen alle ihre fünf Spiele

und konnten als erstes Team das Turnier

zum zweiten Mal für sich entscheiden.

Die Ausgabe 2003 wird jedoch nicht

wegen seiner Statistiken und Helden in

Erinnerung bleiben, sondern wegen eines

tragischen Todesfalls: Im Halbfinale, das

Kamerun gegen Kolumbien gewann,

erlitt der kamerunische Mittelfeldspieler

Marc-Vivien Foé gegen Ende des Spiels

einen plötzlichen Herzstillstand und starb

kurze Zeit später. Das Finale stand dann

natürlich ganz im Zeichen dieser Tragödie.

Ein Bild von Marc-Vivien Foé erstrahlte

über dem Einmarsch der beiden Teams

auf das Feld, und vor dem Anpfiff gab es

eine Schweigeminute im Gedenken an

den verstorbenen Spieler. Das Spiel selbst

wurde in der 97. Minute durch ein Golden

Goal von Thierry Henry entschieden. Für die

Pokalübergabe lud Frankreichs Spielführer

Marcel Desailly Kameruns Kapitän Rigobert

Song ein, mit ihm gemeinsam den Pokal

in die Höhe zu stemmen – eine würdige

Geste der Trauer in einem Spiel, dessen

Ergebnis nebensächlich war.

Finale: Kamerun – Frankreich 0:1

(nach Golden Goal)

Deutschland 2005:

Duell der Erzrivalen

Der Konföderationen-Pokal 2003 war

der letzte, der nicht als Vorveranstaltung

einer Fussball-WM im darauffolgenden

Jahr ausgetragen wurde. Das Turnier in

Deutschland 2005 markierte somit den

Beginn eines neuen Turnierformats,

wonach der Pokal alle vier Jahre jeweils

vom zukünftigen Gastgeber der FIFA

Fussball-Weltmeisterschaft im Jahr vor der

WM ausgetragen wird. Wie bereits 1997

nahm Brasilien als amtierender Welt- und

Kontinentalmeister teil, und auch diesmal

gelang das Triple. Diesmal besiegte die

Seleçaõ in einem rein südamerikanischen

Finale Argentinien 4:1. Es war dies das

dritte Aufeinandertreffen der Erzrivalen bei

einem Konföderationen-Pokal. Gastgeber

Deutschland trat mit einer jungen und

dynamischen Mannschaft an, die ein

Jahr später bei der Weltmeisterschaft

Dritter werden sollte. Wie viel Potenzial

in dieser Mannschaft steckte, zeigte sich

allerdings schon beim Konföderationen-

Pokal, wo sich Deutschland dank eines

Brasilien holt

sich 2009 den

dritten Titel.

berauschenden 4:3-Siegs im kleinen Finale

gegen Mexiko noch auf das Podest spielte.

Finale: Brasilien – Argentinien 4:1

Südafrika 2009: Brasilien beendet

den amerikanischen Traum

Der FIFA Konföderationen-Pokal wurde

2009 ebenso wie die Weltmeisterschaft

ein Jahr später erstmals auf afrikanischem

Boden ausgetragen und lieferte gleich

auch einige der grössten Sensationen in

der noch jungen Geschichte des Turniers.

Zuerst schied Weltmeister Italien in der

Gruppenphase überraschend aus (wie

Brasilien 2003), doch für noch mehr

Verwunderung sorgte das Team, das den

Azzurri im letzten Moment den zweiten

Gruppenrang wegschnappte: Die USA

schienen nach ihrer 1:3-Startniederlage

gegen Italien und einem 0:3 gegen

Brasilien im zweiten Spiel bereits auf

gepackten Koffern zu sitzen, schafften es

dank einem klaren 3:0 gegen Ägypten aber

doch noch ins Halbfinale. Dort eliminierten

die US-Boys Europameister Spanien mit 2:0

und beendeten gleich auch noch Spaniens

Serie von 35 Spielen ohne Niederlage. Im

Finale gegen Brasilien lag Bob Bradleys

Team zwischenzeitlich gar 2:0 in Führung,

und der erste Titel bei einem grossen FIFA-

Turnier schien zum Greifen nah. Brasilien

wollte in diesem Hollywood-Drehbuch aber

nicht mitspielen und drehte die Partie mit

zwei Treffern von Luís Fabiano und dem

entscheidenden Kopfballtor von Lúcio in

der zweiten Halbzeit.

Finale: USA – Brasilien 2:3

FIFA WORLD I SPEZIAL

49


SPIELPLAN

FIFA KONFÖDERATIONEN-POKAL BRASILIEN 2013

Gruppenspiele

Samstag

15. Juni

Sonntag

16. Juni

Montag

17. Juni

Dienstag

18. Juni

Mittwoch

19. Juni

Donnerstag

20. Juni

Freitag

21. Juni

RIO DE JANEIRO

Estádio do Maracanã

2

16.00

MEX


ITA

7

16.00

ESP


TAH

BRASÍLIA

Estádio Nacional

1

16.00

BRA


JPN

FORTALEZA

Estádio Castelão

BELO HORIZONTE

Estádio Mineirão

4

16.00

TAH


NGA

Ruhetag

5

16.00

BRA


MEX

Ruhetag

SALVADOR

Arena Fonte Nova

8

19.00

NGA


URU

RECIFE

Arena Pernambuco

3

19.00

ESP


URU

6

19.00

ITA


JPN

Gruppe A

Gruppe B

Brasilien (BRA)

Japan (JPN)

Mexiko (MEX)

Italien (ITA)

Spanien (ESP)

Uruguay (URU)

Tahiti (TAH)

Nigeria (NIG)

FIFA-PARTNER


Halbfinale

Spiel um Platz

drei und Finale

Donnerstag

27. Juni

Samstag

22. Juni

Sonntag

23. Juni

Montag

24. Juni

Dienstag

25. Juni

Mittwoch

26. Juni

Freitag

28. Juni

Samstag

29. Juni

Sonntag

30. Juni

16

19.00

Sieger 13


Sieger 14

10

16.00

JPN


MEX

11

16.00

NGA


ESP

Ruhetage

13

16.00

Sieger A


Zweiter B

14

16.00

Sieger B


Zweiter A

Ruhetage

9

16.00

15

13.00

ITA


BRA

Verlierer 13


Verlierer 14

12

16.00

URU


TAH

Änderungen vorbehalten

SPONSOREN DES FIFA KONFÖDERATIONEN-POKALS

NATIONALE FÖRDERER

04.04.2013


INTERVIEW MIT LUIZ FELIPE SCOLARI

Konföderationen-

Pokal im Fokus

Nur wenige Nationen – wenn überhaupt –

identifizieren sich so sehr mit ihrer Fussball-

Nationalmannschaft wie die Brasilianerinnen und

die Brasilianer. Während sich das Land auf den FIFA

Konföderationen-Pokal und vor allem auf die FIFA

Fussball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr

vorbereitet, spricht Brasiliens Trainer Luiz Felipe

Scolari exklusiv mit FIFA World über die

Erwartungen an ihn und seine Mannschaft in den

nächsten Wochen und Monaten.

Interview von Bruno Sassi, Genf

Die Begeisterung der Brasilianer für

den „futebol” und insbesondere die

Seleção, wie die Nationalmannschaft im

Volksmund genannt wird, ist legendär. Wo

auch immer das Team spielt, die Brasilianer

kommen in Scharen, um ihre Helden zu

unterstützen und jeden noch so kleinen

Schritt der Spieler zu begutachten und

zu analysieren.

Man kann sich deshalb kaum vorstellen,

was los sein wird, wenn die Seleção am

15. Juni das Nationalstadion in Brasília

betreten und gegen Japan den FIFA

52 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Konföderationen-Pokal eröffnen wird.

Gänsehautstimmung wird garantiert

sein, wenn Brasilien erstmals nach

der traumatischen Niederlage gegen

Uruguay im entscheidenden Spiel der

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1950

wieder Schauplatz eines interkontinentalen

Turniers sein wird.

Der Mann, der bei der Nationalmannschaft

an der Seitenlinie steht, kann sich zum

Glück in etwa vorstellen, was ihn erwarten

wird. Luiz Felipe Scolari war schon einmal

Nationaltrainer und hat die Seleção 2002

zum Weltmeistertitel geführt. Er weiss

auch, was es bedeutet, vor eigenem

Publikum zu spielen, nachdem er Portugal

2004 bei der Europameisterschaft im

eigenen Land bis ins Finale geführt hat.

Nach dem packenden 2:2 in einem

Freundschaftsspiel im März in Genf gegen

die Italiener, mit denen es beim FIFA

Konföderationen-Pokal ein Wiedersehen

geben wird, nahm sich Scolari Zeit, um mit

FIFA World über den Erwartungsdruck und

die Bedeutung des FIFA Konföderationen-

Pokals für die WM-Vorbereitung Brasiliens

zu sprechen.

FIFA World: Sie haben Brasilien

2002 bereits einmal zum WM-Titel

geführt und wissen, was es heisst,

mit einem Team im eigenen Land

zu spielen, als Sie mit Portugal bei

der UEFA EURO 2004 das Finale

erreichten. Wie wichtig sind diese

Erfahrungen für die nächsten

Aufgaben mit Brasilien?

Luiz Felipe Scolari: Das hilft sicher. Ich

habe schon zwei Nationalteams bei

internationalen Turnieren im eigenen

Land betreut, zuerst Kuwait beim

Golf-Pokal der Nationen [Sieg im

Jahr 1990] und dann Portugal bei der

Europameisterschaft. Das ist mit nichts

zu vergleichen. Der Druck vom Umfeld,

in dem man arbeitet – das heisst von

den Medien und insbesondere von der

Bevölkerung –, zwingt dich, die Dinge

anders anzugehen, als wenn du im

Ausland spielen würdest. Sowohl der

Konföderationen-Pokal als auch die

Weltmeisterschaft im nächsten Jahr

werden das Team deshalb zusätzlich

unter Druck setzen. Wir müssen für die

Spieler, Trainings und den Schutz der

Mannschaft vor dem Rummel besondere

Strategien entwickeln. Entscheidend ist,

dass wir im Team eine gute Stimmung

haben.

Die Spieler und Betreuer sind sicher

sehr aufgeregt, im eigenen Land zu

spielen?

„Brasilien muss sehr hart

arbeiten, damit jeder,

der das Land besucht,

merkt, dass wir nicht

nur eine Fussballnation

sind, sondern auch

ein fröhliches,

gastfreundliches Land,

das solche grossartigen

Turniere veranstalten

kann.“

Ja. Das Team konzentriert sich natürlich

in erster Linie auf die Ergebnisse, denn

letztlich zählen immer die Resultate, egal

wo man spielt. Daneben sind wir aber

auch stolz, so wichtige Wettbewerbe

zu veranstalten. Brasilien muss vor

und während dieses Turniers sehr hart

arbeiten, damit jeder, der das Land

besucht, merkt, dass wir nicht nur eine

Fussballnation sind, sondern auch ein

fröhliches, gastfreundliches Land, das

solche grossartigen Turniere veranstalten

kann. Wenn wir diesen Eindruck

vermitteln und die Seleção gut spielt,

dürfte die Unterstützung grenzenlos

sein. Das ist unbezahlbar.

Portugal stand 2004 wie ein Mann

hinter dem Team. Wie wichtig war

das auf dem Spielfeld?

Die Menschen haben uns mit ihrer

Leidenschaft und Euphorie in einigen

Begegnungen praktisch zum Sieg

getragen. Ich kann mich noch gut

erinnern, wie wir das Auftaktspiel gegen

Griechenland verloren und die beiden

nächsten Partien gegen Russland und

Spanien unbedingt gewinnen mussten,

um die Gruppenphase zu überstehen.

Wir haben das nur geschafft [2:0 gegen

Russland und 1:0 gegen Spanien], weil

wir zu Hause spielten. Und dann kam

der Viertelfinalknüller gegen England,

wo wir das Gefühl hatten, dass uns

65 000 Fans auf Schultern tragen

würden. Kurz vor Schluss der regulären

Spielzeit gelang uns der Ausgleich. Es

folgte das legendäre Elfmeterschiessen,

in dem unser Torhüter Ricardo einen

Elfer hielt, ehe er selbst einen verwertete

– ein überwältigender Moment,

wie er nur dank dieser einzigartigen

Atmosphäre im ganzen Land möglich

war. Ich denke dabei an die Menschen,

die Spalier standen, wenn wir mit

dem Bus zum Stadion fuhren, oder die

Zuneigung unserer Fans. Man kann

sich kaum vorstellen, wie all das einem

Team Flügel verleiht. Genau diese

Atmosphäre wollen wir in Brasilien ab

dem Konföderationen-Pokal erzeugen.

Ist die psychologische Vorbereitung

bei einem Heimturnier besonders

wichtig?

Absolut. Das hat Portugal 2004

gezeigt. Nach der Niederlage zum

Auftakt bewies unser Kapitän Luís Figo

überragende Führungsqualitäten. Er ging

zu Cristiano Ronaldo, der damals erst

19 Jahre alt war, und sagte zu ihm: ,Hör

zu, Junge, hab keine Angst. Riskier was,

und mach deine Dribblings, auch wenn

sie nicht klappen. Wenn’s kompliziert

wird, überlass mir den Ball, und ich

übernehme. Ich muss den Menschen

hier nichts mehr beweisen. Du versuchst

einfach, frei draufloszuspielen, so wie

du es immer machst.‘ Und genauso kam

es. Immer wenn’s auf dem Platz kritisch

wurde, übernahm Figo das Zepter. Er

wusste, wie es ist, vor eigenem Publikum

zu spielen, und dass er einigen Spielern

helfen musste, weil er spielerisch und

menschlich dazu in der Lage war. Er

verstand es meisterlich, ein Team zu

führen und an der Aufgabe zu wachsen.

FIFA WORLD I SPEZIAL

53


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play

the

messi

way

With the adizero f50 Messi


Nach dem WM-Titel 2002

mit Brasilien und dem

EM-Halbfinaleinzug mit

Portugal peilt Scolari

mit der Seleção einen

weiteren Erfolg an.

Genau das erwarte ich auch von den

Führungsspielern im brasilianischen

Team.

Ein so grosses Turnier im eigenen

Land ist äusserst selten. Ist der

FIFA Konföderationen-Pokal für

die Spieler als Generalprobe für die

Weltmeisterschaft im nächsten Jahr

deshalb umso wichtiger?

Ganz klar, denn Freundschaftsspiele,

wie wir sie in letzter Zeit ausschliesslich

gespielt haben, sind nicht das

Gleiche, vor allem, wenn man im

Ausland spielt. Man kann nicht

die gleichen Erwartungen oder

denselben Erfolgsdruck erzeugen.

„Der Druck im eigenen

Land zwingt dich,

die Dinge anders

anzugehen.“

Beim Konföderationen-Pokal können

wir deshalb sehen, wie die Spieler

reagieren, sowohl im Positiven als auch

im Negativen. Die Leistung vor eigenem

Publikum wird uns wertvolle Aufschlüsse

für das Aufgebot der Spieler für die

Weltmeisterschaft liefern.

Sie haben zwischen 2003 und 2010

im Ausland gewohnt. Wie erlebten

Sie Ihre Rückkehr nach Brasilien?

In den letzten 15 Jahren hat sich

in Brasilien enorm viel verändert.

Das begann unter dem ehemaligen

Präsidenten Fernando Henrique

Cardoso und setzte sich mit dessen

Nachfolger, Präsident Lula, fort. Die

wirtschaftliche Lage in Brasilien ist solid.

Die Verhältnisse haben sich für einen

Grossteil der Bevölkerung eindeutig

verbessert. Das zeigt sich sowohl am

Selbstverständnis der Menschen als

auch an der neuen Mittelklasse, die

entstanden ist. In den letzten 15 oder

20 Jahren wurde gute Arbeit geleistet.

Auch im Fussball gab es Fortschritte, vor

allem bei der Organisation der Klubs. Es

sind mehrere gute Projekte entstanden.

Noch ist es aber ein langer Weg, bis

wir im Klubfussball mit Deutschland,

England oder Spanien auf einer Höhe

sind. Aber wir sind auf dem richtigen

Weg.

Können der FIFA Konföderationen-

Pokal und die FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft in Brasilien das

Niveau im brasilianischen Fussball

weiter verbessern?

Die Vereine werden enorm von

den beiden Turnieren profitieren,

wenn sie dem Beispiel der FIFA

und der brasilianischen Regierung

folgen und sich ebenso engagieren.

Für die brasilianischen Klubs ist es

eine Riesenchance, ihre Stellung zu

verbessern. Die beiden Turniere können

aber noch weitere Dinge anstossen.

Was schon vor Jahren hätte getan

werden müssen, wird nun Realität,

zumindest teilweise. Das ist die grösste

Errungenschaft der beiden Turniere: Sie

hinterlassen Brasilien ein Erbe, das weit

über den Fussball hinausgeht. Damit

dies Realität wird, müssen wir hart

arbeiten – und zwar gemeinsam: der

Fussball, die Regierung und alle anderen

Institutionen, die an dieser tollen Chance

beteiligt sind.

FIFA WORLD I SPEZIAL

55


GRUPPE A

BRASILIEN

Angesichts der heftigen Kritik in der

Heimat mag man kaum glauben, dass

Brasilien die erfolgreichste Fussballnation

ist. Fans und Medien des Landes führen

leidenschaftliche Diskussionen darüber,

wie die Seleção wieder an die „guten alten

Zeiten“ anknüpfen kann – die aus

Sicht vieler Aussenstehender ja gar nicht

so lange her sind.

Für die aktuelle Spielergeneration bedeutet

die glorreiche Vergangenheit des

fünffachen Gewinners der FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft Motivation und Druck

zugleich, werden von ihr doch mindestens

ebenso starke Leistungen wie von ihren

Vorgängern erwartet.

Wie enorm der Erfolgsdruck ist, zeigte

zuletzt die Entlassung von Nationaltrainer

Mano Menezes im November 2012, nur

wenige Monate nach dem Olympischen

Fussballturnier in London. Mit einer jungen

Mannschaft war Menezes auf dem

Weg zum einzigen grossen Titel, der

Brasiliens Fussball noch fehlt, zwar bis

ins Endspiel vorgestossen, musste nach

der 1:2-Finalniederlage gegen Mexiko

mangels Unterstützung im brasilianischen

Fussballverband (CBF) aber dennoch den

Hut nehmen.

Zurück in die Zukunft

Als Nachfolger für Menezes verpflichtete

der CBF nicht nur einen, sondern gleich

zwei ehemalige Weltmeistertrainer: Luiz

Felipe Scolari, Gewinner der FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft 2002, als Chefcoach

sowie Carlos Alberto Parreira, Trainer der

siegreichen Seleção bei der WM 1994 in

den USA, als technischen Direktor.

„Mit dem Engagement des Trainers,

der Brasilien zum vorerst letzten

Weltmeistertitel geführt hat, haben die

Verantwortlichen ein klares Zeichen gesetzt“,

so Barcelonas Aussenverteidiger

Dani Alves. „Unter ihm finden wir hoffentlich

zu der Stabilität, die uns möglicherweise

noch fehlt.“ Alves denkt bei dieser

Aussage wohl nicht zuletzt an das relativ

niedrige Durchschnittsalter des aktuellen

Kaders. Dies gilt insbesondere für die

Offensive, die beim FIFA Konföderationen-

Pokal wohl zwei 21-Jährige – der Stürmer

Neymar von Santos und der Spielmacher

Oscar von Chelsea – anführen werden.

Auch die restlichen Spieler haben kaum

WM-Erfahrung. Erschwerend kommt

hinzu, dass sie seit dem Ausscheiden im

Viertelfinale der Copa América 2011 kein

Pflichtländerspiel mehr bestritten haben,

weil Brasilien als WM-Gastgeber automatisch

für die Endrunde qualifiziert ist.

Kurz vor dem ersten von zwei grossen

Turnieren vor einem treuen, aber

überaus anspruchsvollen Heimpublikum

weiss das junge brasilianische Team genau,

was die Stunde geschlagen hat.

„Der Konföderationen-Pokal ist die ideale

Gelegenheit, um uns als Mannschaft

zu finden – unter einem neuen Trainer

und mit einem neuen Konzept“, betont

Neymar. „Wir müssen das so schnell wie

möglich schaffen, um Erfolg zu haben.“

56 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Schlüsselspieler

Neymar

Schon lange erregte kein süd amerikanischer

Spieler, der immer noch in

seinem Heimatland aktiv ist, so grosses

internationales Aufsehen wie der 21-jährige

Stürmer. In den letzten Jahren hat Neymar

den FC Santos zu einer Reihe von Titeln

geführt – insbesondere zum ersten Sieg

bei der Copa Libertadores seit fast einem

halben Jahrhundert – und mit seiner

trickreichen Spielweise Fans auf der ganzen

Welt begeistert. Für seine herrlichen Tore

wurde er zuletzt dreimal in Folge für den

FIFA-Puskás-Preis nominiert und 2011

wurde er gar zum Sieger erkoren.

Thiago Silva

Nach einem ersten, unglücklich verlaufenen

Versuch, in Europa Fuss zu fassen – unter

anderem erkrankte er in Russland an

Tuberkulose und verbrachte vier Monate

im Krankenhaus – kehrte Thiago Silva nach

Brasilien zurück, wo er sich rasch in die

Herzen der Fans von Fluminense spielte.

Weltweit bekannt wurde der 28-jährige

Innenverteidiger 2009 mit seinem Transfer

zur AC Milan. Seit letztem Sommer mer spielt

er bei Paris Saint-Germain.

Oscar

Trotz seiner erst 21 Jahre hat der

offensive Mittelfeldspieler sein

beeindruckendes Talent als Spielmacher

er

sowohl auf Klubebene als auch in

der Nationalmannschaft schon

mehrfach unter Beweis gestellt. ellt.

Nachdem er beim 3:2-Sieg Brasiliens

s

über Portugal im Finale der FIFA U-20-

Weltmeisterschaft 2011 in Kolumbien

alle drei Treffer seines Teams erzielt und

sich damit schlagartig ins internationale nationale

Rampenlicht gespielt hatte, wurde Oscar

im Juli 2012 von Chelsea verpflichtet und

krönte sein Debüt in der Startelf – eine

UEFA-Champions-League-Partie e gegen

Juventus – gleich mit einem Doppelpack.

Trainer: Luiz Felipe Scolari

Für die Vorbereitung auf das alles überragende Ziel – den Titelgewinn bei der WM im eigenen Land – wurde

mit Luiz Felipe Scolari ein Mann verpflichtet, der sowohl als Klub- als auch als Nationaltrainer zahlreiche

Erfolge vorzuweisen hat und schon bei vielen grossen Turnieren an der Seitenlinie stand. Scolari betreute

die Seleção bereits 2001, als sie knapp davor stand, erstmals überhaupt die WM-Qualifikation zu verpassen.

Er konnte das Ruder nicht nur herumdrehen, sondern Brasilien im Jahr darauf gar zum fünften Weltmeistertitel

führen. Danach übernahm er das Nationalteam Portugals, mit dem er bei der UEFA EURO 2004

bis ins Endspiel und bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 bis ins Halbfinale vorstiess.

Mögliche Aufstellung (4-3-3)

T Júlio César

V Dani Alves

V Thiago Silva

V David Luiz

V Marcelo

MF Fernando

MF Ramires

MF Oscar

S Lucas

S Neymar

S Fred

Hätten Sie’s gewusst?

Brasilien ist sowohl in Bezug auf die Anzahl

der Teilnahmen als auch bei den Siegen

die erfolgreichste Nation in der Geschichte

des FIFA Konföderationen-Pokals. Die

Seleção ist zum insgesamt siebten Mal

Bilanz gegen Gruppengegner

SP S U N T GT

JPN 9 7 2 0 24 4

MEX 37 21 6 10 69 36

ITA 15 7 3* 5 26 21

dabei – dies bei drei Erfolgen (1997, 2005

und 2009). Neben Frankreich ist sie zudem

der einzige erfolgreiche Titelverteidiger.

Vor heimischem Publikum hat sie nun die

Chance, den Wettbewerb als erstes Team

dreimal in Folge zu gewinnen.

* einschliesslich des 0:0 n. V. im Finale

der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft

1994, das mit dem Sieg Brasiliens im

Elfmeterschiessen endete

FIFA WORLD I SPEZIAL

57


GRUPPE A

JAPAN

Fast zehn Jahre ist es her, seit Japan mit

seiner goldenen Generation international

für Furore sorgte. Während sechs Jahren

eilten die Japaner von Erfolg zu Erfolg

und gewannen u. a. gleich zweimal den

Asien-Pokal. Hinzu kamen ein Sieg bei der

U-16-Asienmeisterschaft, zweite Plätze

bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft

1999 und beim FIFA Konföderationen-

Pokal 2001 und im Jahr 2002 schliesslich

erstmals der Einzug ins Achtelfinale der

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft.

Doch dann nahm der Höhenflug ein jähes

Ende. Auf sechs fette folgten sechs magere

Jahre ohne einen einzigen grossen Titel.

Eiszeit herrschte im japanischen Fussball,

weshalb die Fans bald von der „Ära der

kalten Füsse“ sprachen.

Doch das ist Schnee von gestern, denn

unter dem Italiener Alberto Zaccheroni,

der im August 2010 neuer Nationaltrainer

wurde, haben die Japaner zum Siegen

zurückgefunden und nach sieben

erfolglosen Jahren beim Asien-Pokal

ihren vierten Titel gewonnen und beim

Olympischen Fussballturnier London

2012 Platz vier geholt. Während sich die

Blauen Samurai nach dem Sieg beim Asien-

Pokal nun auf den FIFA Konföderationen-

Pokal im Juni vorbereiten, sprechen

einige schon von einer neuen goldenen

Generation.

Talent und Kampfgeist

Viele dieser neuen Spieler, die der überaus

professionellen japanischen Fussballschule

entstammen und in der heimischen

J.League gross geworden sind, haben mit

ihrer technischen Raffinesse und Klasse

bereits den Sprung in die europäischen

Topligen geschafft.

Unter dem Italiener Zaccheroni haben

die Japaner nicht nur ein neues Gesicht

erhalten, sondern auch an Selbstvertrauen

und Durchsetzungskraft gewonnen, woran

es in den letzten Jahren oft gemangelt hat.

Bester Beweis ist der Asien-Pokal 2011,

bei dem sie im Viertelfinale Katar nach

einem 1:2-Rückstand noch 3:2 bezwangen,

ehe sie im Halbfinale die Republik Korea

im Elfmeterschiessen niederrangen und

auch im Finale gegen Australien Geduld

bewiesen und sich in der Verlängerung

mit 1:0 durchsetzten.

Nach dieser Meisterleistung darf man

gespannt sein, wie sich das relativ

unerfahrene Team – nur gut die Hälfte

der Stammelf war schon bei der FIFA

Fussball-Weltmeisterschaft 2010 dabei

– beim FIFA Konföderationen-Pokal 2013

aus der Affäre ziehen wird. Mit Brasilien,

Italien und Mexiko warten bereits in der

Gruppenphase drei echte Gradmesser.

58 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Schlüsselspieler

Maya Yoshida

Trotz seiner erst 24 Jahre zählt Maya Yoshida

schon zur ersten Garde der asiatischen

Innenverteidiger. Er ist aber nicht nur eine

sichere Bank in der Verteidigung, sondern

versteht es auch meisterlich, Angriffe zu

lancieren. Yoshida, der der Fussballschule

von Nagoya Grampus entstammt, spielt

nach seinen erfolgreichen Lehrjahren beim

niederländischen Erstdivisionär VVV-Venlo

seit 2012 beim FC Southampton in der

englischen Premier League – und zwar mit

durchschlagendem Erfolg. „Er ist einer von

wenigen, die gleich Spitzenklasse waren“,

so das Urteil seines ehemaligen Trainers

Lawrie McMenemy.

Shinji Kagawa

Shinji Kagawa ist wohl das grösste

japanische Nachwuchstalent. Der offensive,

überaus torgefährliche Mittelfeldspieler

machte beim Profiklub Cerezo Osaka schon

in jungen Jahren auf sich aufmerksam

und schaffte bereits 2010 den Sprung

zu Borussia Dortmund. In Deutschland

sorgte er für ähnlich grosses Aufsehen

und trug das Seine dazu bei, dass sich

die Borussen sowohl 2011 als auch 2012

die Meisterschale sicherten. Als erster

Japaner überhaupt wurde er danach von

Manchester United verpflichtet. Auch bei

den Red Devils fügte er sich bestens ein und

bewies im März mit seinem ersten Hattrick

eindrucksvoll sein grosses Talent. Nachdem

er 2010 den Sprung in den WM-Kader

noch verpasst hat, ist der 24-Jährige nun

heiss auf seinen ersten Einsatz bei einem

grossen FIFA-Turnier.

Yasuhito Endō

Als Rekordnationalspieler ist Yasuhito Endō

so etwas wie das Bindeglied zwischen

der „goldenen Generation“ und den

„jungen Wilden“. Der Mittelfeldspieler,

der mit Japan 1999 hinter Spanien Platz

zwei bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft

belegte, ist auch der einzige Spieler, der

sowohl 2004 als auch 2011 mit Japan den

Asien-Pokal gewann. Der zweifache WM-

Teilnehmer wird beim Konföderationen-

Pokal bestimmt alles geben, um auch im

kommenden Jahr in Brasilien dabei zu sein.

Trainer: Alberto Zaccheroni

Nach 27-jähriger erfolgreicher Trainertätigkeit in Italien – mit dem Meistertitel 1999 mit der AC Milan als

Höhepunkt – hat Alberto Zaccheroni bei seinem ersten Auslandsjob gleich einen Traumstart hingelegt.

Kurz nach seiner Ernennung im August 2010 schlugen die Blauen Samurai Argentinien in Bestbesetzung

sensationell mit 1:0. Der Italiener setzte von Anfang an auf junge Kräfte und wurde Anfang 2011 für seinen

Mut belohnt, als Japan nach sieben Jahren wieder den Asien-Pokal gewann. Beim FIFA Konföderationen-

Pokal steht zwar der Erfolg des Teams im Vordergrund, doch Zaccheroni könnte auch selbst Geschichte

schreiben, denn noch nie war bei diesem Turnier eine Mannschaft mit einem ausländischen Trainer siegreich.

Mögliche Aufstellung (4-2-3-1):

T Eiji KAWASHIMA

V Atsuto UCHIDA

V Maya YOSHIDA

V Yasuyuki KONNO

V Yuto NAGATOMO

MF Yasuhito ENDŌ

MF Makoto HASEBE

MF Shinji OKAZAKI

MF Keisuke HONDA

MF Shinji KAGAWA

S Ryoichi MAEDA

Hätten Sie’s gewusst?

Die Japaner haben beim FIFA Konföderationen-Pokal

erst ein Gegentor

kassiert. 2001 bei ihrer bislang einzigen

Teilnahme spielten sie in der Gruppenphase

Bilanz gegen Gruppengegner

SP S U N T GT

BRA 9 0 2 7 4 24

MEX 4 1 0 3 5 7

ITA 2 0 1 1 1 9

gegen Kanada, Kamerun und Brasilien sowie

im Halbfinale gegen Australien jeweils

zu null, ehe der Franzose Patrick Vieira in

der 30. Minute des Finales in Yokohama

der beeindruckenden Serie ein Ende setzte.

FIFA WORLD I SPEZIAL

59


GRUPPE A

MEXIKO

Der FIFA Konföderationen-Pokal ist für El

Tri alles andere als unbekanntes Terrain. Die

Mexikaner nehmen bereits zum sechsten

Mal teil und holten sich 1999 dank einem

4:3-Finalsieg gegen Brasilien vor heimischem

Publikum gar schon einmal den

Titel. Mit Cuauhtémoc Blanco stellen sie

zudem den erfolgreichsten Torschützen der

Turniergeschichte (neun Treffer, ex aequo

mit dem Brasilianer Ronaldinho).

Das Ticket für Brasilien sicherte sich

die Mannschaft von José Manuel de la

Torre mit einem 4:2 über den Erzrivalen

USA im Finale des CONCACAF Gold

Cup 2011. Nur wenige Wochen später

siegte Mexiko auch bei der FIFA U-17-

Weltmeisterschaft und krönte im Jahr

darauf mit der Goldmedaille beim

Olympischen Fussballturnier in London

seine beeindruckende Siegesserie.

Einen starken Eindruck hinterliess 2012

auch das A-Nationalteam, das in der vorletzten

Runde der regionalen Qualifikation

zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014

mit sechs Siegen in sechs Spielen gegen

Costa Rica, El Salvador und Guyana einen

glatten Durchmarsch hinlegte.

Wegweisender Juni

In diesem Jahr ist jedoch Sand ins

Getriebe geraten: In der letzten Runde

der CONCACAF-Qualifikation hat Mexiko

lediglich dreimal unentschieden gespielt

und liegt damit in der Sechsergruppe

derzeit nur auf dem fünften Platz.

Entsprechend viel steht für das Team in

der ersten Junihälfte auf dem Spiel, in

der innerhalb von nur acht Tagen die drei

nächsten Qualifikationspartien anstehen –

zweimal auswärts gegen Jamaika und den

überraschenden Tabellenführer Panama

sowie zu Hause gegen Costa Rica –, bevor

beim Konföderationen-Pokal eine weitere

Bewährungsprobe wartet.

Natürlich hoffen die mexikanischen

Fans, dass ihre Lieblinge im Rennen um

die WM-Tickets zu alter Stärke zurückfinden

und ihnen anschliessend auch beim

„Festival der Meister“ viel Freude bereiten

werden.

Obwohl dort mit Brasilien, Italien und

Japan bereits in der Gruppenphase ungemein

schwere Gegner warten, peilt

De la Torre den Turniersieg an und setzt

dazu auf eine schlagkräftige Mischung aus

Routiniers wie Guillermo Ochoa, Carlos

Salcido und Andrés Guardado sowie jüngeren

Spielern der „goldenen Generation“

um Giovani dos Santos, Héctor Moreno

und Javier Hernández.


Schlüsselspieler

Javier Hernández

Auch wenn er bei Manchester United

nicht immer von Anfang an spielt, gehört

„Chicharito“ zu den gefährlichsten

Mittelstürmern der Welt. Kein anderer

mexikanischer Nationalspieler hat eine

solche hohe Torquote erreicht. Auch in

Brasilien dürfte deshalb einiges von ihm

zu erwarten sein.

Héctor Moreno

Der 25-Jährige, der ebenfalls dem U-17-

Weltmeisterteam von 2005 angehörte,

ging schon früh nach Europa und hat sich

nach seinem Wechsel vom niederländischen

AZ Alkmaar zum RCD Espanyol auch in der

spanischen Liga als äusserst zuverlässiger

Innenverteidiger etabliert. Moreno ist

ein tragender Pfeiler der mexikanischen

Abwehr und würdiger Nachfolger von

Rafael Márquez, der zuvor auf seiner

Position spielte.

Giovani

dos Santos

Der Offensivspieler vom

RCD Mallorca, der sich mit

Hernández fast blind versteht,

hat seine Klasse schon bei mehreren

grossen Turnieren unter Beweis gestellt.

Der U-17-Weltmeister von Peru 2005 und

Olympiasieger von London 2012 überzeugt

seit Jahren mit konstanten Leistungen und

ist die Galionsfigur einer neuen Generation

von Spielern, die Mexiko an die Spitze des

Weltfussballs führen will.

Trainer: José Manuel de la Torre

Als Spieler war De la Torre unter anderem bei Chivas, Cruz Azul und Puebla in seinem Heimatland Mexiko

sowie bei Real Oviedo in Spanien aktiv und brachte es auf 28 Länderspieleinsätze. Zu Beginn seiner noch

jungen Trainerkarriere wurde „Chepo“, wie der 47-Jährige auch genannt wird, mit Chivas und Toluca

in fünf Spielzeiten dreimal mexikanischer Meister, bevor er im Oktober 2010 die Nationalmannschaft

übernahm. Mit El Tri erwischte er einen optimalen Start und führte das Team beim CONCACAF Gold Cup

2011 sogleich zum Turniersieg.

Mögliche Aufstellung (4-2-3-1)

T Guillermo Ochoa

V Severo Meza

V Francisco Javier Rodríguez

V Héctor Moreno

V Jorge Torres Nilo

MF Carlos Salcido

MF Jesús Zavala

MF Andrés Guardado

MF Giovani dos Santos

MF Javier Aquino

S Javier „Chicharito“ Hernández

Hätten Sie’s gewusst?

Der bis heute gültige Zuschauerrekord

beim FIFA Konföderationen-Pokal wurde

am 4. August 1999 in Mexiko aufgestellt.

Beim Finale zwischen dem Gastgeber und

Bilanz gegen Gruppengegner

SP S U N T GT

BRA 37 10 6 21 36 69

JPN 4 3 0 1 7 5

ITA 11 1 4 6 9 26

Brasilien im riesigen Aztekenstadion von

Mexiko-Stadt wurden 110 000 Fans Zeuge

einer packenden Partie, die das Heimteam

am Ende mit 4:3 für sich entschied.

FIFA WORLD I SPEZIAL

61


GRUPPE A

ITALIEN

Seit ihrem enttäuschenden Auftritt bei

der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft

Südafrika 2010 ist die italienische

Nationalmannschaft nicht wiederzuerkennen.

Anstelle des pragmatischen,

defensiven Stils, den die Azzurri in der

Vergangenheit schon fast zu einer eigenen

Kunstform erhoben hatten, arbeitet ihr

neuer Trainer Cesare Prandelli behutsam,

aber zielstrebig auf eine neue Spielweise

hin, die er als zwar resultatorientierten, aber

dennoch attraktiven Fussball bezeichnet.

Der Finaleinzug Italiens bei der UEFA

EURO 2012 war deshalb eine echte

Überraschung, zumal Prandelli im Vorfeld

betont hatte, er verlange von seinen

Spielern in erster Linie ehrliche Arbeit und

Bescheidenheit – wie weit das Team in

Polen und der Ukraine komme, sei hingegen

zweitrangig.

Zudem forderte er die italienischen Klubs

auf, verstärkt auf einheimische Talente zu

setzen, statt immer nur grosse Namen aus

dem Ausland zu holen: „Die Förderung

junger Spieler ist die Basis für eine erfolgreiche

Zukunft. Obwohl in diesem Bereich

schon einiges getan wird, gibt es immer

noch Verbesserungspotenzial. Die neue

Generation bringt viel Optimismus und

Begeisterung mit und verdient unser

Vertrauen.“

Jugend und Routine

Die Philosophie des Nationaltrainers zeigt

sich insbesondere in der Offensive, in der er

mit Stephan El Shaarawy und dem überaus

talentierten, aber nicht ganz pflegeleichten

Mario Balotelli auf zwei sehr junge

Stürmer setzt. Trotz ihrer erst 20 bzw.

22 Jahre haben sich die beiden, die seit

Anfang dieses Jahres auch bei der AC

Milan Teamkollegen sind, bereits als vielversprechendes

Angriffsduo präsentiert.

Eine ebenso grosse Rolle spielen in

Prandellis Konzept aber auch erfahrene

Veteranen wie Torhüter Gianluigi Buffon

oder die Mittelfeldspieler Andrea Pirlo und

Daniele de Rossi. In taktischer Hinsicht

scheint sich das Team, in dem zahlreiche

Spieler von Juventus und Milan stehen,

nach einigen Versuchen mit einem

4-3-1-2-System mittlerweile definitiv für ein

4-3-3 und damit für eine noch offensivere

Variante entschieden zu haben.

In der Qualifikation zur FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft 2014 liegen die

Italiener auf Kurs und können den FIFA

Konföderationen-Pokal daher getrost als

WM-Generalprobe betrachten. Einziger

Wermutstropfen für Prandelli ist der Verzicht

auf einige junge Talente, die bei der zeitgleich

stattfindenden U-21-Europameisterschaft

im Einsatz stehen werden.

62 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Schlüsselspieler

Stephan El Shaarawy

Mit dem „kleinen Pharao“ – sein Vater

ist Ägypter – hat Prandelli ein neues Ass

im Ärmel. Der begnadete Techniker ist

auf allen Offensivpositionen gleichwertig

einsetzbar und spielt meist auf dem linken

Flügel, kann aber auch ins Zentrum rücken.

Mit seinen erst 20 Jahren legt El Shaarawy

bereits eine bemerkenswerte Reife an den

Tag und ist damit der ideale Gegenpart

zum launenhaften Balotelli, mit dem er sich

ausgezeichnet versteht – und eine Vorliebe

für spezielle Frisuren teilt …

Mario Balotelli

„Super Mario“ ist unberechenbar, athletisch,

technisch unglaublich begabt, wendig

und schnell und verkörpert damit alle

Eigenschaften eines modernen Stürmers.

Der gebürtige Ghanaer nahm 2008 die

italienische Staatsbürgerschaft an, lief

zwei Jahre danach, in London gegen die

Elfenbeinküste, erstmals für die Azzurri auf

und schoss am 11. November 2011 gegen

Polen sein erstes Länderspieltor. Nach dem

Start seiner Profikarriere bei Inter Mailand

wechselte Balotelli zu Manchester City,

wo er in drei Jahren teilweise brillante

Leistungen zeigte, aber immer wieder

auch durch Disziplinlosigkeiten auffiel.

Im Januar dieses Jahres kehrte er nach

Italien zurück und hat sich seither sowohl

bei der AC Milan als auch im Nationalteam

als Stammspieler etabliert.

Andrea Pirlo

Ob bei Juventus oder im Nationaltrikot:

„Der Architekt“, wie Pirlo wegen seines

umsichtigen Spielaufbaus genannt wird,

zieht die Bälle fast schon magnetisch an

und ist immer wieder Ausgangspunkt

gefährlicher Aktionen. Nach seinem

Nationalmannschaftsdebüt unter Giovanni

Trapattoni am 7. September 2002 wurde er

rasch zu einer festen Grösse im Team und

spielte beim WM-Titel 2006 eine zentrale

Rolle. Auch Prandelli setzt weiterhin auf

den Regisseur und Standardspezialisten

und hat ihn sogar zum Vizekapitän

ernannt.

Trainer: Cesare Prandelli

Als Spieler machte Prandelli eine solide, eher unspektakuläre Karriere, in deren Verlauf er 89 Spiele im

Mittelfeld von Juventus bestritt und 1985 durch den Sieg im tragischen Finale im Heysel-Stadion gegen

Liverpool, in dem er sechs Minuten vor Schluss eingewechselt wurde, den Europapokal der Landesmeister

gewann. Danach spielte er fünf Saisons bei Atalanta Bergamo und wechselte anschliessend ins

Trainergeschäft. Bereits während seiner zwei Jahre bei Parma machte er sich durch offensiven Fussball und

die Förderung junger Talente einen Namen, doch am erfolgreichsten war er mit der Fiorentina, die er fünf

Saisons lang betreute; in dieser Zeit wurde er denn auch zweimal zum Trainer des Jahres in der Serie A

gewählt (2006 und 2007). 2010 übernahm er die italienische Nationalmannschaft und brachte sie nach der

enttäuschenden WM wieder auf Erfolgskurs.

Mögliche Aufstellung (4-3-3)

T Gianluigi Buffon

V Christian Maggio

V Andrea Barzagli

V Giorgio Chiellini

V Mattia De Sciglio

MF Andrea Pirlo

MF Daniele De Rossi

MF Claudio Marchisio

S Mario Balotelli

S Stephan El Shaarawy

S Pablo Osvaldo

Hätten Sie’s gewusst?

Das Auftaktspiel der Azzurri gegen

Mexiko ist ihre erste Partie auf brasilianischem

Boden seit über einem halben

Jahrhundert – genau seit Juli 1956, als

sie ein Freundschaftsspiel gegen das

Bilanz gegen Gruppengegner

SP S U N T GT

BRA 15 5 3* 7 21 26

JPN 2 1 1 0 9 1

MEX 11 6 4 1 26 9

Heimteam mit 0:2 verloren. Die beiden

einzigen anderen Auftritte der Italiener

in Brasilien datieren von 1950, als sie in

der Gruppenphase der FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft Schweden mit 2:3 unterlagen

und Paraguay mit 2:0 bezwangen.

* einschliesslich des 0:0 n. V. im Finale

der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft

1994, das mit dem Sieg Brasiliens im

Elfmeterschiessen endete

FIFA WORLD I SPEZIAL

63


GRUPPE B

SPANIEN

Man mag es kaum glauben, aber den

spielstarken Spaniern versagten einst bei

grossen Turnieren regelmässig die Nerven.

Mit dem Titel bei der Europameisterschaft

2008 gelang La Roja endlich der

Befreiungsschlag. Mit dem Triumph bei

der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010

und der Titelverteidigung bei der EURO

2012 brachten die Iberer schliesslich auch

die letzten Kritiker zum Schweigen.

Die einzige Trophäe, die der Mannschaft

von Vicente del Bosque jetzt noch fehlt, ist

der FIFA Konföderationen-Pokal. Bei ihrem

bisher einzigen Auftritt beim „Festival der

Meister“ vor vier Jahren in Südafrika zählten

die Spanier zu den Topfavoriten, verloren

dann aber überraschend im Halbfinale

0:2 gegen die USA und kassierten damit

nach der Rekordserie von 35 Spielen erstmals

wieder eine Niederlage.

Dennoch ist Spanien auch dieses Mal

heisser Titelanwärter, auch wenn die

Erfolgsmaschinerie zuletzt etwas ins

Stocken geraten ist.

Zeit für einen Umbruch?

Del Bosque hat seit seinem Amtsantritt

nach der UEFA EURO 2008 kaum etwas

an der Stammformation verändert, so dass

mittlerweile schon mehrere Schlüsselspieler

über 30 Jahre alt sind – wie Iker Casillas,

Carles Puyol, Xavi oder David Villa – und

es wohl allmählich Zeit für einen Umbruch

wird.

Dazu kommt, dass der zum Markenzeichen

des Teams gewordene Spielstil –

viel Ballbesitz und geduldiger Aufbau mit

schnellem Kurzpass- und Kombinationsspiel

– trotz des weiterhin hervorragend besetzten

Mittelfelds in letzter Zeit einiges von

seiner Durchschlagskraft verloren hat.

In der Qualifikation zur FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft 2014 liegen die

Spanier zwar immer noch an der Spitze

der Europagruppe I, konnten bisher

aber nur einmal klar gewinnen (gegen

Belarus), während aus den übrigen

Partien lediglich zwei Heimunentschieden

(gegen Frankreich und Finnland) sowie

zwei knappe 1:0-Auswärtssiege (gegen

Georgien und Frankreich) resultierten.

Natürlich ist das noch kein Grund zur

Panik, aber im Vergleich zur makellosen

Qualifikation für Südafrika 2010 mit zehn

Siegen in zehn Spielen und insgesamt 28

Toren eine doch eher bescheidene Bilanz.

Beim FIFA Konföderationen-Pokal

wird Del Bosque möglicherweise einige

Alternativen testen, in erster Linie

aber versuchen, die Lücke in Spaniens

Trophäenschrank zu füllen. Die neutralen

Beobachter hoffen derweil vor allem auf

ein Duell zwischen Spanien und Brasilien

im Turnierverlauf, denn die beiden haben

in diesem Jahrhundert noch nie gegeneinander

gespielt.

64 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Schlüsselspieler

Iker Casillas

Der agile, reaktionsschnelle und enorm

nervenstarke Torhüter hat über 140

Länderspiele absolviert und war bei den

letzten drei grossen Titeln der Kapitän

des spanischen Teams. Obwohl er bei

Real Madrid nicht mehr die unbestrittene

Nummer eins ist und zuletzt wegen

eines gebrochenen Fingers zwei WM-

Qualifikationsspiele verpasst hat, bleibt

Casillas für die Nationalmannschaft von

unschätzbarem Wert und wird alles daransetzen,

La Roja endlich auch beim

FIFA Konföderationen-Pokal zum Titel zu

führen.

Xavi

Präzise Pässe und raffinierte Torvorlagen

sind das Markenzeichen des Mittelfeldregisseurs

des FC Barcelona.

Gemeinsam mit Andrés Iniesta bildet er

auch im Nationalteam die Schaltzentrale,

über die fast alle Angriffe der Spanier laufen.

Zudem verfügt Xavi über einen stram-

men Schuss, der ihn auch zu einem

gefürchteten Freistossspezialisten

macht.

Andrés Iniesta

Der neben dem Platz äussert

schüchterne Mittelfeldspieler war

Schütze des einzigen Treffers im

WM-Finale 2010 und ist mit seiner

überragenden Ballkontrolle

und seinem scharfen Blick für jede

noch so kleine Lücke in der gegnerischen

Abwehr immer wieder

Ausgangspunkt gefährlicher

Angriffe. Von seiner uneigennützigen

Spielweise profitieren insbesondere

die Stürmer – sowohl

in der Nationalelf als auch beim

FC Barcelona, bei dem er sich

regelmässig als Passgeber für

Lionel Messi auszeichnet.

Trainer: Vicente del Bosque

Nach der Titelverteidigung bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine, für die er als FIFA-

Männerfussballtrainer des Jahres ausgezeichnet wurde, visiert Del Bosque, der schon Real Madrid zu

etlichen Erfolgen geführt hat, nun den letzten grossen Titel an, der Spanien noch fehlt. Unter dem stets ruhig

und besonnen auftretenden Spanier ist es dem Nationalteam in den vergangenen fünf Jahren gelungen,

sein konstant hohes Spielniveau zu halten, sein charakteristisches Kurzpass- und Kombinationsspiel zu

perfektionieren und neue Talente zu integrieren.

Mögliche Aufstellung (4-2-3-1)

T Iker Casillas

V Jordi Alba

V Sergio Ramos

V Gerard Piqué

V Álvaro Arbeloa

MF Sergio Busquets

MF Xabi Alonso

MF Andrés Iniesta

MF Xavi

MF David Silva

S David Villa

Hätten Sie’s gewusst?

Noch hat es kein Team geschafft, nach einem

Sieg beim FIFA Konföderationen-Pokal

im darauffolgenden Jahr auch die FIFA

Fussball-Weltmeisterschaft zu gewinnen.

Wie wertvoll das „Festival der Meister“

Bilanz gegen Gruppengegner

SP S U N T GT

URU 9 4 5 0 14 7

TAH 0 0 0 0 0 0

NGA 1 0 0 1 2 3

für die WM-Vorbereitung sein kann, hat

zuletzt aber Spanien bewiesen : In dessen

Weltmeisterkader von 2010 standen nicht

weniger als 18 Spieler, die ein Jahr zuvor

bereits am Konföderationen-Pokal teilgenommen

hatten.

FIFA WORLD I SPEZIAL

65


GRUPPE B

URUGUAY

Über 60 Jahre liegt der letzte der beiden

Weltmeistertitel der Uruguayer

schon zurück. Längst vergangen sind

also die Glanzzeiten, und dennoch ist

die Celeste auch beim diesjährigen

FIFA Konföderationen-Pokal nicht zu

unterschätzen.

Das hat seinen guten Grund, denn der

südliche Nachbar von Brasilien hat bei der

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010

das Halbfinale erreicht und ist amtierender

Südamerikameister. Beim souveränen

Triumph bei der letzten Copa América vor

zwei Jahren blieb Uruguay im gesamten

Turnier ungeschlagen und eliminierte auf

dem Weg zum Titel niemand Geringeren

als Gastgeber Argentinien.

Baumeister des gegenwärtigen Erfolgs

ist Nationaltrainer Óscar Tabárez, der das

Team 2006 übernahm, nachdem dieses

zuvor zum dritten Mal in vier Versuchen die

Qualifikation zur WM-Endrunde verpasst

hatte. Unter ihm ist die Mannschaft zu

einer stabilen und ausgewogenen Einheit

geworden, die sowohl defensiv als auch

offensiv zu überzeugen weiss und nichts

von ihrer „Garra“, dem legendären uruguayischen

Kampfgeist, eingebüsst hat.

WM-Ticket in Gefahr

Allerdings sind die Urus zuletzt etwas

ins Schleudern geraten: Nach einer beeindruckenden

14-monatigen Serie von

18 Spielen ohne Niederlage und einem

nahezu optimalen Start in die laufende

WM-Qualifikation mit drei Siegen und zwei

Unentschieden holten sie in ihren letzten

sechs Partien nur noch zwei Punkte und

liegen damit in der südamerikanischen

Vorrunde zwei Zähler hinter Platz fünf, der

wenigstens zur Teilnahme an den beiden

interkontinentalen Entscheidungsspielen

berechtigt.

Vor dem Auftritt beim „Festival der

Meister“ steht im Juni noch ein weiteres

Qualifikationsspiel auf dem Programm

(auswärts gegen Venezuela), das die

Celeste auf keinen Fall verlieren darf, wenn

sie weiter realistische Chancen auf das

WM-Ticket haben will.

Doch vielleicht kommt der FIFA

Konföderationen-Pokal für die Uruguayer

ja genau zum richtigen Zeitpunkt. Mit

einer guten Leistung und vielleicht gar

dem Turniersieg würden sie vielleicht auch

in der WM-Qualifikation zu alter Stärke

zurückfinden.

66 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Schlüsselspieler

Edinson Cavani

Obwohl er für die Celeste noch nicht so

regelmässig trifft wie für den SSC Neapel,

nimmt der 26-Jährige, der seine Karriere

bei Danubio Montevideo begann, im uruguayischen

Angriffsspiel eine Schlüsselrolle

ein. Gefährlich ist Cavani nicht nur mit

seinen eigenen Abschlüssen, sondern

auch als kreativer Spielmacher, der seine

Teamkollegen immer wieder geschickt in

Szene zu setzen weiss.

Diego Forlán

Der beste Spieler der FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft Südafrika 2010 und

damit Gewinner des Goldenen Balls von

adidas ist 2012 nach zehn Jahren in Europa

nach Südamerika zurückgekehrt. Beim

brasilianischen Spitzenklub Internacional

trifft der 33-Jährige zwar nicht mehr ganz

so häufig wie früher, zeichnet sich dafür

aber vermehrt als Vorbereiter aus und

zählt im Nationalteam weiterhin zu den

spielbestimmenden Akteuren.

Luis Suárez

Der 26-jährige Stürmer aus der

Jugendabteilung von Nacional Montevideo

stellt seine enorme Torgefährlichkeit

sowohl bei Liverpool als auch in der

Nationalmannschaft immer wieder

unter Beweis. Nachdem er

bei der Copa América 2011

als bester Spieler des

Turniers ausgezeichnet

wurde, präsentierte

sich Suárez auch in

der laufenden WM-

Qualifikation in hervorragender

Form. Mit acht Treffern

liegt er in der Torschützenliste der

CONMEBOL-Region zurzeit an zweiter

Stelle, gleichauf mit Argentiniens

Lionel Messi und nur ein Tor hinter dessen

Landsmann Gonzalo Higuaín.

Trainer: Óscar Tabárez

Die Sympathien der uruguayischen Fans sicherte sich Tabárez schon während seiner ersten Amtszeit als

Nationaltrainer, in der er das Land zur Endrunde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1990 und dort

bis ins Achtelfinale führte (Niederlage gegen Gastgeber Italien). Nach Engagements bei verschiedenen

Topklubs, wie Boca Juniors und der AC Milan, kehrte er 2006 an die Spitze der Celeste zurück und führte

sie bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010 ins Halbfinale und bei der Copa América 2011 zum

Turniersieg. In seiner Heimat wird der besonnene 66-Jährige auch ehrfürchtig „El Maestro“ („Der Lehrer“)

genannt, nachdem er Uruguay zurück auf die Fussball-Weltkarte geführt hat.

Mögliche Aufstellung (4-4-2)

T Fernando Muslera

V Maxi Pereira

V Diego Lugano

V Diego Godín

V Álvaro Pereira

MF Álvaro González

MF Egidio Arévalo Ríos

MF Nicolás Lodeiro

MF Diego Forlán

S Edinson Cavani

S Luis Suárez

Hätten Sie’s gewusst?

Alles oder nichts – so scheint die Devise

der Uruguayer beim FIFA Konföderationen-

Pokal zu lauten, sind sie doch eines von

nur drei Teams – neben Frankreich und

Spanien –, die bei diesem Turnier mindestens

fünf Spiele bestritten, aber noch nie

Bilanz gegen Gruppengegner

SP S U N T GT

ESP 9 0 5 4 7 14

TAH 0 0 0 0 0 0

NGA 0 0 0 0 0 0

unentschieden gespielt haben. 1997, bei

ihrer bisher einzigen Teilnahme, verlor die

Celeste sowohl das Halbfinale als auch das

Spiel um Platz drei, nachdem sie zuvor alle

drei Gruppenspiele gewonnen und dabei

jedes Mal spätestens in der 88. Minute

noch einen Treffer erzielt hatte.

FIFA WORLD I SPEZIAL

67


GRUPPE B

TAHITI

Als er kürzlich gefragt wurde, was er und

seine Mitspieler über ihre Rolle als krasser

Aussenseiter beim diesjährigen FIFA

Konföderationen-Pokal denken, zuckte

Tahitis Nationaltorwart Mikael Roche

mit den Schultern und meinte: „Wenn

du keinen Panzer hast, dann musst du

halt schauen, was du mit einem Messer

ausrichten kannst.“ Damit brachte er auf

den Punkt, wie schwierig die Aufgabe

für die Insulaner aus dem Südpazifik sein

wird – und wie entschlossen sie sind, sich

dieser Herausforderung zu stellen. Die

Qualifikation für das Turnier in Brasilien

verdanken die Tahitianer dem grössten

Erfolg ihrer Fussballgeschichte: Wenn sie

am 17. Juni zu ihrer Auftaktpartie gegen

Nigeria in Belo Horizonte auflaufen, wird

es fast genau ein Jahr her sein, seit sie beim

OFC-Nationen-Pokal 2012 völlig unerwartet

den Titel gewonnen haben.

Beim Turnier auf den Salomon-Inseln

trotzten Eddy Etaetas Spieler sowohl der

höher eingestuften Konkurrenz als auch der

drückenden Hitze und übertrafen bereits

mit dem Einzug ins Finale alle Erwartungen

– auch ihre eigenen, ehe sie mit einem

1:0 über Neukaledonien die Sensation

perfekt machten. Nach 39 Jahren, in

denen Neuseeland und das ehemalige

OFC-Mitglied Australien den Wettbewerb

dominiert hatten, wurde damit erstmals

eine andere Nation Ozeanienmeister.

Lange Tradition

Nicht zuletzt aufgrund der engen Bande zu

Frankreich hat der Fussball auch im östlichsten

Mitgliedsverband der OFC eine lange

Tradition. Im Schatten von Neuseeland

und Australien sicherte sich Tahiti bei den

drei ersten Austragungen der kontinentalen

Meisterschaft (1973, 1980 und 1996)

immerhin Platz zwei.

Seit 1992 nehmen die Tahitianer als erst

zweiter pazifischer Inselstaat nach Fidschi

an der Qualifikation zur FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft teil. Die Endrunde

war bislang allerdings ausser Reichweite.

Auch 2014 werden sie nicht mit dabei sein,

nachdem sie zum Auftakt der regionalen

Finalrunde gleich vier Niederlagen in Folge

kassierten.

Umso unbelasteter können sie nun

zum FIFA Konföderationen-Pokal reisen,

bei dem sie als einzige Amateure im Feld

ohnehin nichts zu verlieren haben und

zweifellos versuchen werden, sich gegen

ihre technisch überlegenen Gegner mit

viel Herz und Teamgeist möglichst teuer

zu verkaufen.

68 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Schlüsselspieler

Nicolas Vallar

Tahitis Kapitän, der die Nationalmannschaft

auch zum sensationellen Triumph beim

letztjährigen OFC-Nationen-Pokal führte,

ist der Abwehrchef und unerschütterliche

Fels des Teams. Als einer von wenigen

Fussballern seines Landes hat der gross

gewachsene und athletische 29-Jährige

im Verlauf seiner Karriere auch im Ausland

gespielt, unter anderem für Sète in der

zweiten französischen Liga. 2009 kehrte

Vallar in seine Heimat zurück, wo er seither

in Diensten des Erstligisten AS Dragon

steht.

Marama Vahirua

Obwohl er in der tahitischen Hauptstadt

Papeete geboren und 2005 zu Ozeaniens

Fussballer des Jahres gewählt wurde,

hat Vahirua bisher noch nie für die

Nationalmannschaft gespielt. Stattdessen

konzentrierte er sich auf seine Karriere bei

verschiedenen Klubs in Frankreich, wo er

2001 mit Nantes den Meistertitel gewann.

Noch steht nicht fest, ob der 33-jährige

Cousin des ehemaligen französischen

Nationalspielers Pascal Vahirua die historische

Reise nach Brasilien mitmachen

wird, aber natürlich hoffen das

Team und seine Fans auf die

Unterstützung des schnellen und

routinierten Stürmers.

Steevy Chong Hue

Mit seinem Kopfballtor zum

1:0-Sieg Tahitis bei der

Ozeanienmeisterschaft

vor einem Jahr

wurde Chong

Hue schlagartig

zu einer nationalen

Berühmtheit. Der

Flügelspieler mit chinesischen Wurzeln,

die allerdings mehrere Generationen

zurückliegen, stammt von der Insel

Raiatea und damit als einziger aktueller

Nationalspieler nicht von der Hauptinsel

Tahiti selbst. Vor seinem grossen Auftritt

beim OFC-Nationen-Pokal spielte der

23-Jährige für kurze Zeit in Belgien.

Trainer: Eddy Etaeta

Als er 1992 im Mittelfeld der tahitischen Nationalmannschaft stand, die damals ihre allerersten Qualifikationsspiele

zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft bestritt, hätte sich Etaeta wohl kaum träumen lassen, dass

er sein Land eines Tages auf eine der ganz grossen Bühnen des Weltfussballs führen würde. Seitdem er das

Team nach dessen Ausscheiden in der ersten Runde der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft

2010 übernommen hat, präsentiert sich die Mannschaft deutlich geschlossener und besser organisiert als

zuvor. Vor dem OFC-Nationen-Pokal 2012 gab Etaeta als Ziel den Einzug ins Halbfinale vor, der zur Teilnahme

an der abschliessenden Runde der regionalen Qualifikation für Brasilien 2014 berechtigte, durfte sich

dann aber am Ende sogar über den ersten kontinentalen Titel für Tahiti freuen.

Mögliche Aufstellung (5-4-1)

T Mikael Roche

V Teheivarii Ludivion

V Nicolas Vallar

V Vincent Simon

V Angelo Tchen

V Tamatoa Wagemann

MF Teaonui Tehau

MF Heimano Bourebare

MF Jonathan Tehau

MF Steevy Chong Hue

S Marama Vahirua

Hätten Sie’s gewusst?

Nach dem erfolgreichen Auftritt bei der FIFA

U-20-Weltmeisterschaft 2009 bedeutet

der Konföderationen-Pokal für Tahiti die

zweite Teilnahme an einem FIFA-Turnier.

Bilanz gegen Gruppengegner

SP S U N T GT

ESP 0 0 0 0 0 0

URU 0 0 0 0 0 0

NGA 0 0 0 0 0 0

Dort trafen sie, wie es der Zufall will, in

ihrer Gruppe auf zwei Teams, mit denen

es nun auch ihre A-Nationalmannschaft zu

tun bekommen wird – und verloren gegen

Spanien und Nigeria mit 0:8 bzw. 0:5.

FIFA WORLD I SPEZIAL

69


GRUPPE B

NIGERIA

Spätestens seit dem vielversprechenden

WM-Debüt im Jahr 1994 träumt das

bevölkerungsreichste Land Afrikas davon,

sich in der Elite des Weltfussballs

zu etablieren. Mit der Qualifikation für

drei der vier nachfolgenden FIFA Fussball-

Weltmeisterschaften und guten

Leistungen auf kontinentaler Ebene bewiesen

die Super Eagles zwar Konstanz,

doch den hohen Erwartungen, die ihre

Fans insbesondere nach der Goldmedaille

beim Olympischen Fussballturnier 1996

in Atlanta hatten, wurden sie lange nicht

gerecht.

Der Befreiungsschlag gelang erst mit

der Verpflichtung von Stephen Keshi, der

die Mannschaft Ende 2011 übernahm und

sie Anfang dieses Jahres zum Triumph

beim Afrikanischen Nationen-Pokal in

Südafrika führte – dem ersten seit fast

zwei Jahrzehnten.

Keshi, der in Nigeria auch liebevoll „Big

Boss“ genannt wird, ging das Wagnis

ein, auf mehrere arrivierte Stars zu verzichten,

und setzte stattdessen auf jüngere

und zum Teil immer noch in ihrer

Heimat tätige Spieler. Das Risiko sollte

sich auszahlen, bewiesen doch auch bisher

weniger bekannte Akteure, dass sie

für höhere Aufgaben bereit sind – wie

Emmanuel Emenike, der Torschützenkönig

des Turniers, oder Sunday Mba, der im

Finale den 1:0-Siegtreffer erzielte.

Vorgeschmack auf 2014?

In der WM-Qualifikation lief es zuletzt allerdings

nicht rund. Zu Hause gegen Kenia

waren die Super Eagles am Rand einer

Niederlage, ehe Nnamdi Oduamadi mit

dem 1:1 in der 88. Minute immerhin noch

einen Punkt rettete. Nigeria führt seine

Gruppe damit zwar weiterhin an, liegt aber

nur noch dank der besseren Tordifferenz

vor den punktgleichen Malawiern.

Vor dem „Festival der Meister“ in

Brasilien stehen im Juni noch zwei weitere

Qualifikationsspiele gegen Kenia und

Namibia an. Je nach Ausgang könnte der

FIFA Konföderationen-Pokal damit für die

Super Eagles zur Generalprobe für das

vermutlich entscheidende Heimspiel gegen

Malawi im September werden.

In erster Linie wird ihnen das Turnier

aber die Gelegenheit bieten, sich mit den

stärksten Nationen der Welt zu messen

und etwas WM-Luft zu schnuppern.

Dabei dürften nach dem Auftakt gegen

Aussenseiter Tahiti insbesondere die

weiteren Gruppenspiele gegen Uruguay

und Weltmeister Spanien zu echten

Bewährungsproben werden. Sollte sich

Keshis Mannschaft auch gegen diese

Schwergewichte behaupten können,

werden die Fans wohl endgültig davon

überzeugt sein, dass für den nigerianischen

Fussball eine neue Ära begonnen hat.

70 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Schlüsselspieler

Victor Moses

Obwohl er schon in jungen Jahren

nach England ging und es dort bis zum

Jugendnationalspieler brachte, hat Moses

den typisch nigerianischen Stil bewahrt.

Mit seiner druckvollen und temporeichen

Spielweise sowie seinen gefährlichen

Schüssen und Flanken erinnert er an die

Flügel mit ausgeprägtem Offensivdrang,

die Nigerias Nationalteam insbesondere in

den Neunzigern prägten. Der 22-Jährige

strotzt vor Selbstvertrauen – erst recht seit

seinem letztjährigen Wechsel zu Chelsea –

und gilt als eines der grössten afrikanischen

Talente überhaupt.

Fussball-Weltmeisterschaft 2010 in zwei

von drei Partien bester Spieler.

John Obi Mikel

Der athletische Spieler vom FC Chelsea

ist der Dreh-und Angelpunkt im nigerianischen

Mittelfeld. Wie wertvoll der

26-Jährige dank seiner Erfahrung, seiner

Abgeklärtheit und seinem grossen

Aktionsradius für das Team ist, bewies er

zuletzt beim Afrikanischen Nationen-Pokal,

bei dem er die junge Abwehr wirkungsvoll

unterstützte und daneben zahlreiche

Angriffe einleitete.

Vincent Enyeama

Als Schlussmann eines risikofreudigen

Teams mit einer relativ unerfahrenen

Abwehr erhält Enyeama oft Gelegenheit,

sich auszuzeichnen. Dabei agiert er zwar

nicht immer fehlerfrei, ist aber jederzeit für

eine spektakuläre Parade gut. „Die Katze“

ist seit über einem Jahrzehnt die Nummer

eins der Super Eagles und war bei der FIFA

Trainer: Stephen Keshi

Während seiner aktiven Karriere spielte Keshi unter anderem in Belgien und Frankreich und führte Nigeria

1994 als Abwehrchef und Kapitän zum Sieg beim Afrikanischen Nationen-Pokal. Als Trainer schaffte er mit

Togo die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, wurde aber noch vor

der Endrunde entlassen. 2013 führte er als erster einheimischer Trainer die Super Eagles zum Triumph beim

Afrikanischen Nationen-Pokal 2013. Neben dem verstorbenen Ägypter Mahmoud al-Gohary ist er damit

erst der Zweite, der dieses Turnier sowohl als Spieler als auch als Trainer gewonnen hat.

Mögliche Aufstellung (4-4-2)

T Vincent Enyeama

V Uwa Elderson Echiéjilé

V Godfrey Oboabona

V Kenneth Omeruo

V Efe Ambrose

MF Victor Moses

MF John Obi Mikel

MF Ogenyi Onazi

MF Sunday Mba

S Ikechukwu Uche

S Emmanuel Emenike

Hätten Sie’s gewusst?

Die Super Eagles nehmen in diesem

Jahr zum zweiten Mal am FIFA

Konföderationen-Pokal teil. Bei ihrem

Debüt 1995 in Saudiarabien unter der

Regie von Shaibu Amodu gelang ihnen ein

Sieg über Japan sowie ein Unentschieden

Bilanz gegen Gruppengegner

SP S U N T GT

ESP 1 1 0 0 3 2

URU 0 0 0 0 0 0

TAH 0 0 0 0 0 0

gegen Argentinien. Im nachfolgenden

Spiel um Platz drei leisteten sie Mexiko

hartnäckigen Widerstand und mussten

sich nach einem 1:1 nach Verlängerung

erst im Elfmeterschiessen knapp mit 4:5

geschlagen geben.

FIFA WORLD I SPEZIAL

71


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eingeschlossen und werden dem Empfänger belastet. Publikationen können auch kostenlos heruntergeladen werden:

de.fifa.com/aboutfifa/officialdocuments/index.html

Code CHF

FIFA WORLD

Siehe www.FIFA.com

A HANDBUCH-KOFFER

FIFA-Statuten

A44

Statuten

- Ausführungsbestimmungen zu den Statuten

6

- Geschäftsordnung des Kongresses

A45 Richtlinien betreffend elektronisches Abstimmungssystem 6

A46 Standard-Statuten 6

Spielregeln

A4 Spielregeln 8

A5 Futsal-Spielregeln 8

A6 Beach-Soccer-Spielregeln 8

Reglemente der FIFA-Wettbewerbe

A7 FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 6

A8 Olympische Fussballturniere 6

A9 FIFA U-20-Weltmeisterschaft 6

A10 FIFA U-17-Weltmeisterschaft 6

A11 FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 6

A12 FIFA Konföderationen-Pokal 6

A13 FIFA Klub-Weltmeisterschaft 6

A14 FIFA Futsal-Weltmeisterschaft 6

A15

FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft und

FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft

6

A16 FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft 6

A42 Olympische Jugendfussballturniere 6

Schiedsrichter

A17

Internationale Liste der Schiedsrichter und

Schiedsrichterinnen, Schiedsrichterassistenten

und -assistentinnen, Futsal-Schiedsrichter und -Schiedsrichterinnen

10

sowie Beach-Soccer-Schiedsrichter

Übrige Reglemente/Bestimmungen

A19

Reglement bezüglich Status und Transfer von Spielern

Anhang 6: Bestimmungen bezüglich Status

10

und Transfer von Futsal-Spielern

A31

Verfahrensordnung für die Kommission für den

Status von Spielern und für die Kammer zur Beilegung 6

von Streitigkeiten

A20 Handbuch zum FIFA-Spielerstatus- und -Disziplinarwesen 6

A24 FIFA-Disziplinarreglement 6

A47 Standard-Disziplinarreglement 6

A26 FIFA-Anti-Doping-Reglement 6

A18 FIFA-Ethikreglement 6

A48 FIFA-Verhaltenskodex 6

Code CHF

A37 Reglement Klublizenzierung 6

A22 Reglement Spielervermittler 6

A23 Spielvermittler-Reglement 6

A30 Ausrüstungsreglement 6

A28 Reglement für FIFA-Spieloffizielle (nur EN/FR/ES) 6

A32 FIFA-Reglement für Stadionsicherheit 6

A38

Standardreglement für die nationale Kammer zur Beilegung

von Streitigkeiten (NKBS)

6

A39 Standard-Wahlordnung 6

A41 Standardvereinbarung zur Zusammenarbeit 6

A34

Reglement Programm Finanzielle

Unterstützung der FIFA (FAP)

6

A29 FIFA-Projekt „Fussball für eine bessere Welt“ 6

A35 Goal-Reglement 6

A49 PERFORMANCE-Reglement 6

A1 Der gesamte Koffer mit allen Reglementen 80

B TECHNISCHE BERICHTE DER FIFA

B22 FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 70

B30 Olympische Fussballturniere London 2012 40

B19 FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011 40

B27 FIFA U-17-Weltmeisterschaft Mexiko 2011 40

B28 FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 40

B12 FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009 40

B34 FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2012 40

B31 FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Thailand 2012 40

B33 FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Japan 2012 40

B32 FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Aserbaidschan 2012 40

B21 FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Ravenna 2011 40

B25 Olympische Jugendfussballturniere Singapur 2010 40

Technische Berichte früherer Turniere nur auf FIFA.com

C SONSTIGE

C1

Fussballstadien – Technische Anforderungen und

Empfehlungen

60

72

FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Regulations

2014 FIFA World Cup

Brazil TM

VERSION 2

Equipment

Regulations

List of FIFA

Electronic Voting

FIFA U-20 Women’s World Cup

Japan Guidelines

Regulations an 2012

Instructors

FIFA U-17 Women’s World Cup

Azerbaijan 2012

20100

Laws of

the Game

2012/2013

2012

International Lists

FIFA Women’s World Cup

Germany 20111

FIFA Anti-Doping

Refereeing

Regulations

Regulations

Regulations

Regulations

Regulations

FIFA U-20 World Cup Turkey 2013 FIFA U-17 World Cup UAE 2013 FIFA Confederations Cup

Brazil 2013

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KOMPAKT

Mitgliedsverbände

Asien Afrika Nord-, Mittelamerika und

Karibik

Die nächste Ausgabe des Asien-Pokals nimmt

Gestalt an, nachdem die Organisatoren Ende

März die Spielorte und den Spielplan für

das Turnier präsentiert haben, das 2015

während drei Wochen in Australien stattfinden

wird. Gespielt wird in Melbourne,

Sydney, Brisbane, Canberra und Newcastle.

Das Eröffnungsspiel wird am 9. Januar im

Rectangular Stadium in Melbourne ausgetragen,

das Finale im Stadium Australia in

Sydney, das 84 000 Plätze bietet. Australien,

das 2006 von der ozeanischen in die asiatische

Fussballkonföderation übergetreten

ist, wird 2015 erstmals überhaupt den

Asien-Pokal ausrichten. Als Gastgeber sind

die Socceroos bereits qualifiziert, ebenso

Titelverteidiger Japan, die Republik Korea

(dank Rang drei hinter Australien beim Asien-

Pokal 2011) und die DVR Korea als Sieger

des AFC Challenge Cup 2012.

Am 21. Mai beginnt die Qualifikation für den

Asien-Pokal der Frauen im nächsten Jahr und

damit auch die Ausscheidung für die FIFA

Frauen-Weltmeisterschaft 2015. 16 Teams

kämpfen dabei um die verbliebenen vier

Startplätze bei der Kontinentalmeisterschaft

(Australien, Japan, die VR China und die

Republik Korea sind direkt qualifiziert). Die

Teams auf den Rängen eins bis fünf beim

Asien-Pokal 2014 qualifizieren sich schliesslich

für die WM in Kanada.

Issa Hayatou wurde im März als Präsident

der afrikanischen Fussballkonföderation

wiedergewählt. Bei der 35. CAF-Generalversammlung

in Marrakesch (Marokko)

war der 66-jährige Kameruner der einzige

Kandidat. Hayatou steht schon 25 Jahre an

der Spitze der CAF – so lange wie keiner

zuvor – und tritt nun seine siebte Amtszeit an.

Uganda und Ruanda haben nach dem

enttäuschenden Auftakt in die letzte Runde

der Afrikaqualifikation für die FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft 2014 ihre Trainer entlassen.

Die Ugander, die in ihren ersten drei

Partien in der Gruppe J lediglich zwei Punkte

holten, gaben am 8. April die Entlassung

des Schotten Bobby Williamson bekannt.

Zehn Tage später bestätigten die Ruander,

die mit nur einem Punkt aus drei Spielen in

der Gruppe H derzeit Schlusslicht sind, die

Trennung vom Serben Milutin Sredojević.

Sierra Leone, Zweiter der Gruppe B,

aber bereits mit fünf Punkten Rückstand

auf Tunesien, hatte bereits im März den

Nationaltrainer entlassen und bestimmte

nun den Nordirden Johnny McKinstry

zum Nachfolger des Schweden Lars-Olof

Mattsson.

CONCACAF-Präsident Jeffrey Webb wurde

im April ins FIFA-Exekutivkomitee wiedergewählt.

Beim 28. ordentlichen Kongress der

Konföderation in Panama-Stadt (Panama)

wurde ebenfalls der Nachfolger von Chuck

Blazer in der FIFA-Exekutive bestimmt. Das

Rennen machte Sunil Gulati, Präsident des

US-amerikanischen Fussballverbands, der

sich in der Stichwahl gegen Justino Compeán

(Mexiko) durchsetzte. Im Rahmen des

Kongresses erstattete der Vorsitzende der

neuen CONCACAF-Integritätskommission

zudem ausführlich über die Untersuchung der

Tätigkeit der früheren Konföderationsführung

Bericht. Webb zeigte sich mit dem Kongress

zufrieden und beschrieb ihn auf dem Weg

zu einer echt transparenten CONCACAF als

Meilenstein.

Im Rahmen ihres Kongresses unterzeichne

te die CONCACAF zudem eine Grundsatzvereinbarung

mit dem Ge mein samen

Programm der Vereinten Nationen für

HIV/Aids (UNAIDS), in der sich die beiden

Organisationen zur Zusammenarbeit und zur

Einbindung des Fussballs im Kampf gegen

Aids verpflichten. Die CONCACAF unterstützt

kraft der Vereinbarung ebenfalls die UNAIDS-

Kampagne „Protect the Goal“. Startschuss

war die CONCACAF-U-17-Meisterschaft im

April in Panama, bei der den Zuschauern

Informationen zur HIV-Prävention abgegeben

wurden.

Beiträge der Mitgliedsverbände für FIFA World

sind bis spätestens einen Monat vor der

betreffenden Ausgabe an:

feedback-fifaworld@fifa.org zu senden.

www.the-afc.com www.cafonline.com www.concacaf.com

74

FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Südamerika

Ozeanien

Europa

Newcomer Real Garcilaso (Peru) hat im

südamerikanischen Fussball im April weiter

für Furore gesorgt. Der Klub, der erst vor

vier Jahren von ehemaligen Studenten der

Universität Inca Garcilaso de la Vega gegründet

wurde, hat in der Copa Libertadores 2013

die Gruppenphase überstanden und sich

damit im wichtigsten Klubwettbewerb des

Kontinents auf Anhieb für das Achtelfinale

qualifiziert. Der Klub ist in der historischen

Andenstadt Cusco beheimatet, die auf rund

3400 Metern über Meer liegt. Die Höhe mag

ein Grund für den Erfolg sein, aber lange nicht

der einzige, denn zwei der drei Gruppensiege

gelangen auswärts: gegen Deportes Tolima

(Kolumbien) und Cerro Porteño (Paraguay).

Das Achtelfinale gegen Uruguays Meister

und den dreifachen Copa-Libertadores-

Sieger Nacional fand bei Drucklegung dieser

Ausgabe von FIFA World statt.

Rafael Esquivel wurde im März für vier weitere

Jahre zum Präsidenten des Fussballverbands

von Venezuela gewählt, womit seine beeindruckende

Ära an der Spitze des Verbands

weitergeht. Erstmals gewählt wurde er 1987,

als Venezuela im südamerikanischen Fussball

noch weitgehend Kanonenfutter war. Unter

Esquivel haben das Nationalteam und der

hiesige Fussball aber grosse Fortschritte

gemacht. Grösste Erfolge waren neben

der Ausrichtung der Copa América 2007

sicherlich der Einzug ins Halbfinale bei der

Südamerikameisterschaft 2011 und der allererste

Sieg über Brasilien 2008. Als einziges

Land in Südamerika wartet Venezuela

aber noch immer auf die erste Qualifikation

für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft –

dank den Siegen über Argentinien, Bolivien,

Paraguay und Kolumbien in der laufenden

Ausscheidung aber vielleicht nicht mehr

lange.

www.conmebol.com

Die Vorbereitungen Tahitis für die FIFA

Beach-Soccer-Weltmeisterschaft im September

im eigenen Land laufen auf und

neben dem Sand gut. Sportlich hat die Tiki

Toa, wie die Nationalmannschaft von Tahiti

genannt wird, zuletzt durch und durch überzeugt:

Nach drei beeindruckenden Siegen im

Februar gegen den ehemaligen Weltmeister

Frankreich (8:3, 5:4, 7:2) behielt sie auch

gegen WM-Teilnehmer Niederlande dreimal

die Oberhand (5:4, 8:6, 9:3). Erfolgreich verlief

auch der jüngste Inspektionsbesuch im

Vorfeld des ersten FIFA-Turniers, das von

einer Pazifikinsel organisiert wird. Jaime

Yarza, FIFA-Manager für Futsal- und Beach-

Soccer-Wettbewerbe, zeigte sich bei der

Besichtigung des Stade Tahua To’ata, das

eigens für das Turnier umgebaut und danach

für den hiesigen Sport genutzt wird, sehr

beeindruckt: „Das ist das vielleicht beste

Stadion, das wir je bei einer Beach-Soccer-

Weltmeisterschaft hatten. Wir sind sehr

zufrieden.“

In den letzten Wochen hat der Frauenfussball

in der Pazifikregion gleich mehrere wichtige

Impulse erhalten. Auf den Cook-Inseln fand

im April mit 13 Teilnehmern ein einwöchiger

FIFA-Frauenfussball-Trainerkurs statt,

nachdem im März auf Vanuatu ein neues

Elitezentrum für Fussballerinnen eröffnet

worden war. Das wohl grösste Vorhaben

ist aber das achtjährige Programm des

Fussballverbands von Neuseeland. Bis

2021 sollen alle Elite-Fussballspiele im Land

von Frauen geleitet, betreut und verwaltet

werden.

www.oceaniafootball.com

Mit den Gruppenspielen, die am 16. April am

UEFA-Sitz in Nyon ausgelost wurden, nimmt

im September auch Deutschland den Weg

zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada

2015 in Angriff, den das Team von Silvia

Neid möglichst mit dem dritten WM-Titel

beenden will. Gegner in der Gruppe 1 sind

Russland, die Republik Irland, Slowakei,

Slowenien und Kroatien. Norwegen,

Weltmeister von 1995, wird nach der EURO

2013 wiederum auf die Niederlande treffen,

während Schweden (Platz drei bei

der letzten FIFA Frauen-Weltmeisterschaft)

gegen das Team von Schottland spielen

wird, das ausgerechnet von der ehemaligen

schwedischen Nationalspielerin Anna Signeul

betreut wird.

Europäische Qualifikationsgruppen:

Gruppe 1: Deutschland, Russland, Republik

Irland, Slowakei, Slowenien,

Kroatien

Gruppe 2: Italien, Spanien, Tschechische

Republik, Rumänien, Estland,

EJR Mazedonien

Gruppe 3: Dänemark, Island, Schweiz,

Serbien, Israel, Malta

Gruppe 4: Schweden, Schottland,

Polen, Nordirland, Bosnien-

Herzegowina, Färöer

Gruppe 5: Norwegen, Niederlande,

Belgien, Portugal, Griechenland,

Albanien

Gruppe 6: England, Ukraine, Belarus,

Wales, Türkei, Montenegro

Gruppe 7: Frankreich, Finnland, Österreich,

Ungarn, Bulgarien, Kasachstan

www.uefa.com

FIFA WORLD I KOMPAKT

75


FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste

Kroatien und Ecuador im Hoch

Die Qualifikationsspiele für die FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft 2014 im März haben

in der Aprilausgabe der FIFA/Coca-Cola-

Weltrangliste für einige Verschiebungen in

den Top Ten gesorgt. Erster Verfolger hinter

dem unveränderten Spitzentrio Spanien,

Deutschland und Argentinien ist neu

Kroatien, das nach Siegen gegen Serbien

und Wales in der WM-Qualifikation gleich

um fünf Ränge auf Platz vier geklettert ist.

So gut waren die Kroaten zuvor erst

nach Platz drei bei der FIFA Fussball-

Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich

klassiert. Auf Rang fünf folgt Portugal (5,

plus 2), das dank vier Punkten aus den beiden

Spielen gegen Israel und Aserbaidschan in

der WM-Ausscheidung wieder im Rennen ist .

Verlierer in den Top Ten sind England (7, minus

3), Italien (8, minus 3) und die Niederlande

(9, minus 1), während Russland (11, minus 1)

gar ganz aus dem Kreis der zehn besten gefallen

ist. Den Platz der Russen, die im März lediglich

ein Freundschaftsspiel gegen Brasilien

(1:1) bestritten haben, schnappte sich Ecuador

(10, plus 1), das nach zwei Siegen (gegen El

Salvador in einem Freundschaftsspiel und

gegen Paraguay in der WM-Qualifikation)

erstmals überhaupt so weit vorne klassiert ist.

Der kroatische Stürmer Eduardo feiert im März mit Ivica Olić den späten Siegtreffer gegen Wales.

Neben Ecuador haben auch Venezuela (36, die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in

plus 7), Panama (38, plus 3), Albanien (48, Brasilien (83 Spiele) und den AFC Challenge

plus 16), Äquatorial-Guinea (59, plus 45), Cup (20 Spiele). Die restlichen 17 Partien

Tadschikistan (112, plus 40) und Afghanistan waren Freundschaftsspiele.

(139, plus 2) ihre beste Klassierung seit Die nächste FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste

Bestehen der Rangliste erreicht.

wurde am 9. Mai bei Drucklegung dieser

Für die Aprilausgabe der FIFA/Coca- Ausgabe von FIFA World veröffentlicht. Ein

Cola-Weltrangliste wurden 120 neue Online-Link zur neusten Rangliste ist auf

A-Länderspiele gewertet, der Löwenanteil unserer Webseite zu finden: www.fifa.com/

davon entfiel auf die Qualifikationsspiele für fifaworld.

Rang

Team

+/- Ränge

März–

April 13

Punkte

April

2013

+/-Punkte

März–

April 13

1 Spanien 0 1538 -72

2 Deutschland 0 1428 -45

3 Argentinien 0 1292 -17

4 Kroatien 5 1191 111

5 Portugal 2 1163 30

6 Kolumbien 0 1154 -5

7 England -3 1135 -39

8 Italien -3 1117 -56

9 Niederlande -1 1093 -13

10 Ecuador 1 1056 19

11 Russland -1 1052 -12

12 Elfenbeinküste 1 1008 -14

13 Griechenland -1 986 -47

14 Mexiko 1 971 -24

15 Schweiz -1 967 -52

16 Belgien 3 953 61

17 Uruguay -1 932 -18

18 Frankreich -1 914 -7

Rang

Team

+/- Ränge

März–

April 13

Punkte

April

2013

+/-Punkte

März–

April 13

19 Brasilien -1 909 1

20 Dänemark 5 900 86

21 Bosnien-Herzegowina 2 896 71

22 Ghana -2 874 -9

23 Chile -1 870 41

24 Schweden -3 838 -11

25 Tschechische Republik 2 829 20

26 Mali -2 826 11

27 Montenegro 1 789 -1

28 USA 5 779 46

29 Japan -3 773 -38

30 Norwegen -1 760 -24

31 Nigeria -1 757 -18

32 Peru 9 752 128

33 Ungarn -1 749 -3

34 Rumänien -3 746 -22

35 Algerien -1 735 13

36 Venezuela 7 708 86

Rang

Team

+/- Ränge

März–

April 13

Punkte

April

2013

+/-Punkte

März–

April 13

37 Ukraine 11 675 77

38 Panama 3 663 39

39 Republik Irland 1 662 35

40 Serbien -5 659 2

41 Tunesien 3 647 28

42 Republik Korea 5 644 43

43 Paraguay -5 643 3

44 Türkei 1 634 18

45 Sambia -9 632 -11

46 Australien -7 624 -10

47 Costa Rica 6 606 29

48 Albanien 16 596 86

49 Wales 22 589 98

50 Burkina Faso 0 587 -1

51 Bulgarien -5 583 -32

52 Honduras -3 581 -11

53 Jamaika 1 564 -12

54 Slowakei 1 563 -11

76 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Rang

Team

+/- Ränge

März–

April 13

Punkte

April

2013

+/-Punkte

März–

April 13

55 Slowenien 1 560 -7

56 Iran 1 538 -2

57 Bolivien -20 537 -104

58 Israel 16 536 51

59 Äquatorial-Guinea 45 535 200

60 Kamerun 19 533 80

61 Haiti -10 532 -52

62 Südafrika -2 530 -1

63 Polen -2 529 0

64 Zentralafrikanische Republik -12 528 -53

65 Libyen 0 524 17

66 Usbekistan -7 521 -15

67 Sierra Leone -4 517 0

68 Ägypten 7 512 34

69 Belarus -7 502 -22

70 Guinea 2 480 -9

71 Österreich 8 472 19

72 Togo -5 470 -30

73 Island 19 469 77

74 Marokko 3 466 -9

75 Kap Verde -18 464 -76

76 Jordanien 14 462 68

77 Kongo 24 459 101

Schottland -11 459 -42

79 Kanada -11 457 -39

80 Gabun -5 450 -28

81 Trinidad und Tobago -12 446 -48

82 Finnland 5 444 21

83 EJR Mazedonien -10 441 -46

84 El Salvador -1 440 8

85 DR Kongo -4 435 -2

86 Kuba -8 433 -25

Neuseeland 2 433 14

88 Senegal -6 430 -4

89 Vereinigte Arabische Emirate 9 423 59

90 Armenien -6 421 -10

91 Georgien -22 417 -77

92 Uganda -7 413 -14

93 Estland -4 411 3

94 Angola 1 401 20

Guatemala -3 401 8

96 Dominikanische Republik 0 396 18

96 Irak -2 396 9

98 VR China 11 388 73

99 Benin -13 381 -43

100 Niger -7 362 -27

101 Simbabwe -1 349 -12

102 Katar -4 346 -18

103 Oman 2 344 15

104 Liberia 14 334 69

105 Neukaledonien -2 333 -3

106 Mosambik 1 330 9

107 Äthiopien 5 328 21

108 Saudiarabien -2 324 -3

Rang

Team

+/- Ränge

März–

April 13

Punkte

April

2013

+/-Punkte

März–

April 13

109 Malawi 2 323 13

110 Lettland -2 322 3

111 Litauen 4 316 29

112 Tadschikistan 40 312 158

113 Kuwait 0 311 17

Suriname -3 311 0

115 DVR Korea -13 310 -31

116 Tansania 3 305 42

117 Bahrain 0 291 20

118 Antigua und Barbuda -4 288 0

119 Nordirland -22 285 -82

120 Aserbaidschan -4 276 -10

121 St. Vincent und die Grenadinen -2 271 8

122 Kenia 4 266 19

123 Zypern 10 262 37

124 Burundi 0 261 8

125 Botsuana -3 257 -3

Namibia -4 257 -4

Puerto Rico -2 257 0

128 Guyana -3 248 0

129 Libanon 1 242 8

130 Belize -2 239 -1

131 Turkmenistan 9 235 28

132 Vietnam -3 234 -5

133 Sudan -6 224 -17

134 Tahiti 4 221 6

135 Ruanda -3 219 -9

136 St. Kitts und Nevis 1 218 -1

137 Syrien -3 215 -7

138 Moldawien -7 214 -18

139 Afghanistan 2 210 20

140 Thailand -5 208 -12

141 Grenada -6 207 -13

142 Kirgisistan 59 206 187

143 Philippinen 2 204 31

144 Kasachstan -5 199 -13

145 Barbados -3 188 0

146 Gambia -2 187 11

147 Liechtenstein 10 182 39

147 Luxemburg 4 182 25

149 Indien -6 178 1

150 Hongkong 9 176 35

151 Palästina -1 170 9

152 St. Lucia -6 168 0

153 Aruba -4 163 0

154 Bangladesch 3 161 18

155 Myanmar 0 155 8

156 Lesotho 10 154 33

157 Malta -10 153 -13

158 Malediven 3 152 16

159 Nicaragua -5 150 0

160 São Tomé und Príncipe -4 144 0

161 Färöer -8 143 -8

162 Salomon-Inseln -15 142 -24

Rang

Team

+/- Ränge

März–

April 13

Punkte

April

2013

+/-Punkte

März–

April 13

163 Malaysia 1 141 12

164 Bermuda -4 139 0

165 Singapur -3 133 0

166 Tschad -4 131 -2

167 Dominica -2 124 0

168 Laos 0 118 0

Pakistan 3 118 21

170 Indonesien -4 117 -4

171 Nepal 4 108 23

172 Sri Lanka 1 103 11

173 Vanuatu -4 102 0

174 Jemen -4 100 -1

175 Mauretanien -3 94 0

176 Chinese Taipei -2 90 1

177 Fidschi -2 85 0

178 Samoa -1 74 0

179 Mongolei -1 67 -5

180 Bahamas -1 66 0

Guinea-Bissau 3 66 3

Montserrat -1 66 0

183 Curaçao -1 65 0

Guam -4 65 -1

Swasiland 0 65 2

186 Brunei Darussalam 0 52 0

Osttimor 0 52 0

188 Madagaskar 0 51 2

189 Kambodscha -4 50 -8

Mauritius 0 50 2

191 Tonga -1 44 0

192 Komoren 0 41 3

193 Amerikanische Jungferninseln -2 39 0

194 Papua-Neuguinea -2 38 0

195 Britische Jungferninseln -1 34 0

196 Cayman-Inseln -1 33 0

197 Amerikanisch-Samoa -1 30 0

198 Eritrea -1 24 0

199 Seychellen -1 22 0

200 Südsudan 0 20 0

201 Cook-Inseln 1 16 0

202 Macau -4 14 -8

Somalia 1 14 0

204 Dschibuti 0 11 0

205 Andorra -1 9 -2

206 Anguilla 0 4 0

207 Bhutan 0 0 0

San Marino 0 0 0

Turks- und Caicos-Inseln 0 0 0

Zu beachten: Teams, die während mehr als vier Jahren nicht

gespielt haben, erscheinen nicht in der Rangliste.

WAS ZÄHLT?

Für die Weltrangliste werden die Ergebnisse

sämtlicher A-Länderspiele bewertet:

FIFA-WM-Endrundenspiele

FIFA-WM-Qualifikationsspiele

• Endrundenspiele von

Kontinentalmeisterschaften

• Qualifikationsspiele für

Kontinentalmeisterschaften

• Freundschaftsspiele

Die Punkte werden aufgrund spezifischer Kriterien

berechnet:

• Punkte für einen Sieg, ein Unentschieden

oder eine Niederlage

• Wettbewerbskategorie

(Multiplikationsfaktor)

• Stärke des Gegners (Multiplikationsfaktor)

• Stärke der jeweiligen Konföderation

(Multiplikationsfaktor)

Um sicherzustellen, dass die FIFA / Coca-Cola-

Weltrangliste die weltfussballerische Realität

wiedergibt, werden in erster Linie die Ergebnisse der

letzten zwölf Monate berücksichtigt. Einbezogen

werden auch ältere Resultate, die aber nach vier

Jahren aus der Berechnung verschwinden (100 %,

50 %, 30 %, 20 %).

FIFA WORLD I KOMPAKT

77


FIFA/Coca-Cola-Frauenweltrangliste

USA seit fünf Jahren an der Spitze

Wenige Tage nach ihrem neunten Sieg

beim Algarve-Pokal (siehe Artikel ab Seite

38) haben die US-Frauen für eine weitere

Bestmarke gesorgt: Seit fünf Jahren sind sie

in der FIFA/Coca-Cola-Frauenweltrangliste

die Nummer eins.

Dank dem 2:0-Finalsieg in Portugal gegen

Deutschland haben sie ihren Vorsprung auf

52 Punkte ausgebaut. Die Deutschen – das

einzige Team, das neben den USA die seit

2003 bestehende Rangliste schon einmal

angeführt hat – konnten dahinter Platz zwei

konsolidieren und die Japanerinnen leicht

distanzieren, die beim Algarve-Pokal mehrere

neue Spielerinnen getestet und deshalb

nur Rang fünf belegt hatten. Dahinter folgen

unverändert Brasilien, Frankreich und

Schweden.

Für die einzige Rangverschiebung in den

Top Ten der am 22. März veröffentlichten

Rangliste sorgte England, das dank dem 1:0

gegen Kanada im Finale des Zypern-Pokals

nun gleichauf mit den Nordamerikanerinnen

auf Platz sieben liegt. Ihre beste Klassierung

seit Bestehen der Rangliste erreichten

Neuseeland (20, plus 1) und Schottland (21,

plus 2).

Während Panama (62), Zypern (104)

und Belize (121) nach längerer Zeit wieder

Megan Rapinoe wird für ihren Treffer beim 3:3 gegen Deutschland im April von Abby

Wambach gebührend gefeiert.

gespielt haben und damit erneut klassiert

sind, wurden Usbekistan, Fidschi, Tahiti, die

Salomon-Inseln, Neukaledonien, die Cook-

Inseln, Suriname, Amerikanisch-Samoa und

Bermuda wegen längerer Inaktivität aus der

Wertung genommen.

Die nächste Ausgabe der FIFA/Coca-Cola-

Frauenweltrangliste erscheint am 21. Juni.

Rang

Team

+/- Ränge

Dez.–

März

Rang

Ende

12

Punkte

März

+/- Punkte

Dez. –

März

1 USA 0 1 2215 6

2 Deutschland 0 2 2163 -8

3 Japan 0 3 2096 -14

4 Brasilien 0 4 2038 -6

5 Frankreich 0 5 2027 -6

6 Schweden 0 6 2025 4

7 England 1 8 1992 16

Kanada 0 7 1992 -14

9 Australien 0 9 1943 0

DVR Korea 0 9 1943 0

11 Norwegen 1 12 1932 23

12 Italien -1 11 1913 -18

13 Dänemark 0 13 1910 8

14 Niederlande 0 14 1881 -14

15 Island 0 15 1845 -8

16 Republik Korea 0 16 1835 -8

Rang

Team

+/- Ränge

Dez.–

März

Rang

Ende

12

Punkte

März

+/- Punkte

Dez. –

März

17 VR China 0 17 1829 4

18 Spanien 0 18 1824 1

19 Finnland 0 19 1805 0

20 Neuseeland 1 21 1802 15

21 Schottland 2 23 1794 15

22 Russland -2 20 1783 -8

23 Ukraine -1 22 1780 0

24 Mexiko 0 24 1761 -7

25 Schweiz 1 26 1714 6

26 Tschechische Republik -1 25 1708 -3

27 Belgien 0 27 1660 1

28 Kolumbien 0 28 1650 0

29 Thailand 0 29 1641 0

30 Vietnam 0 30 1640 0

31 Polen 0 31 1638 0

32 Nigeria 0 32 1622 0

Rang

Team

+/- Ränge

Dez.–

März

Rang

Ende

12

Punkte

März

+/- Punkte

Dez. –

März

32 Republik Irland 2 34 1622 7

34 Österreich -2 32 1618 -4

35 Rumänien 0 35 1611 0

36 Argentinien 0 36 1609 0

37 Ungarn 0 37 1593 4

38 Wales 1 39 1580 5

39 Belarus -1 38 1576 0

40 Costa Rica 0 40 1561 -7

41 Chinese Taipei 2 43 1555 0

42 Portugal 4 46 1551 9

43 Serbien 1 44 1546 0

44 Slowakei -3 41 1545 -20

45 Chile 0 45 1544 0

46 Myanmar 1 47 1536 0

47 Trinidad und Tobago 1 48 1509 9

48 Papua-Neuguinea 1 49 1476 0

78 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Rang

Team

+/- Ränge

Dez.–

März

Rang

Ende

12

Punkte

März

+/- Punkte

Dez. –

März

49 Kamerun 1 50 1467 0

50 Ghana 1 51 1459 0

51 Indien 1 52 1441 0

52 Iran 1 53 1437 6

53 Südafrika 3 56 1429 4

54 Äquatorial-Guinea 0 54 1429 0

55 Nordirland 0 55 1416 -10

56 Bulgarien 1 57 1412 0

57 Jordanien 1 58 1398 -6

58 Haiti 1 59 1397 0

59 Griechenland 1 60 1391 -5

60 Slowenien 1 61 1390 5

61 Israel 1 62 1367 0

62 Panama 1364 -15

63 Kroatien 0 63 1363 4

64 Türkei 0 64 1353 0

65 Kasachstan 0 65 1350 0

66 Hongkong 0 66 1347 0

67 Indonesien 0 67 1346 0

68 Elfenbeinküste 0 68 1344 0

69 Bahrain 1 70 1340 0

70 Uruguay -2 68 1330 -14

Marokko 1 71 1330 0

72 Färöer 0 72 1325 0

Tunesien 0 72 1325 0

74 Algerien 0 74 1320 0

75 Guatemala 1 76 1318 8

76 Tonga -1 75 1316 0

77 Estland 1 78 1302 0

78 Litauen 1 79 1295 1

79 Guam 0 79 1294 0

80 Laos 1 81 1293 0

81 Ägypten 1 82 1289 0

82 Bosnien-Herzegowina 1 83 1282 14

83 Philippinen 0 83 1268 0

84 Malaysia 1 85 1258 0

85 Senegal 1 86 1247 0

86 Dominikanische Rep. 2 88 1226 0

87 Lettland 2 89 1219 0

88 Simbabwe 4 92 1212 15

89 Mali 1 90 1204 0

90 Kuba 1 91 1201 0

91 Palästina 3 94 1189 0

92 Singapur 5 97 1180 0

Rang

Team

+/- Ränge

Dez.–

März

Rang

Ende

12

Punkte

März

+/- Punkte

Dez. –

März

93 Luxemburg 5 98 1172 0

94 Äthiopien 6 100 1163 0

95 El Salvador 1 96 1160 -21

96 Honduras 6 102 1153 -4

97 Vanuatu 6 103 1139 0

98 Malta 6 104 1136 0

99 DR Kongo 6 105 1132 0

100 Nicaragua 9 109 1111 17

101 Samoa 5 106 1110 0

102 Armenien 5 107 1104 0

103 Nepal 5 108 1095 0

104 Zypern 1087 64

105 EJR Mazedonien 5 110 1078 0

106 Guinea 6 112 1063 0

107 Namibia 6 113 1017 0

108 Bangladesch 6 114 988 0

109 Sri Lanka 6 115 965 0

110 Libanon 7 117 944 0

111 Malediven 7 118 942 0

112 Sambia 7 119 941 0

Tansania 7 119 941 0

114 Pakistan 7 121 937 0

115 Syrien 7 122 927 0

116 Dominica 7 123 906 0

117 Afghanistan 7 124 899 0

118 Irak 7 125 882 0

119 Mosambik 7 126 873 0

120 Malawi 7 127 840 0

121 Belize 813 -1

122 Bhutan 6 128 785 0

123 Antigua und Barbuda 6 129 757 0

124 Botsuana 6 130 708 0

Usbekistan** 41 1565 0

Ecuador** 1484 0

Peru ** 1450 0

Paraguay** 1430 0

Aserbaidschan** 1341 0

Jamaika** 1339 0

Venezuela ** 1338 0

Fidschi** 77 1306 0

Guyana** 1256 0

Kongo** 1238 0

Tahiti** 87 1238 0

Bolivien** 1236 0

Rang

Team

+/- Ränge

Dez.–

März

Rang

Ende

12

Punkte

März

* provisorisch rangierte Teams

** Teams, die seit über 18 Monaten nicht mehr gespielt

haben und deshalb nicht rangiert sind

+/- Punkte

Dez. –

März

Salomon-Inseln** 93 1195 0

Neukaledonien** 95 1188 0

Benin** 1187 0

Moldawien** 1177 0

Barbados** 1173 0

Cook-Inseln** 99 1170 0

Suriname** 101 1159 0

Kirgisistan** 1143 0

Angola** 1134 0

Sierra Leone** 1132 0

Bahamas** 1111 0

Puerto Rico** 1108 0

Amerikanisch-Samoa** 111 1075 0

Georgien** 1071 0

St. Lucia** 1061 0

Eritrea** 1060 0

Gabun** 1031 0

Grenada** 1029 0

St. Vincent und die Grenadinen** 1008 0

Burkina Faso** 1003 0

St. Kitts und Nevis** 974 0

Turks- und Caicos-Inseln** 963 0

Bermuda** 116 950 0

Guinea-Bissau** 927 0

Liberia** 877 0

Swasiland** 863 0

Lesotho** 858 0

Cayman-Inseln** 847 0

Curaçao** 831 0

Aruba** 803 0

Komoren** 534 0

Vereinigte Arabische Emirate* 1665 0

Albanien* 1424 0

Montenegro* 1154 0

Katar* 1046 0

Uganda* 965 0

Amerikanische Jungferninseln* 885 0

Britische Jungferninseln* 867 0

Kenia* 816 0

Kuwait* 768 -28

Wahlen

Die folgenden Mitgliedsverbände haben seit der letzten Ausgabe von FIFA World Präsidentenwahlen

durchgeführt:

Italien

Algerien

Brunei Darussalam

Giancarlo ABETE

(wiedergewählt)

Mohamed RAOURAOUA

(wiedergewählt)

Sufri BOLKIAH

Venezuela

Sri Lanka

Estland

Guyana

Eritrea

Rafael ESQUIVEL (wiedergewählt)

Ranjith RODRIGO

Aivar POHLAK (wiedergewählt)

Christopher MATTHIAS

Tesfaye GEBREYSUS DIFUE

FIFA-Kalender Mai/Juni 2013

19. Mai Finale der OFC Champions League, Auckland

24. Mai UEFA-Kongress, London

25. Mai Finale der UEFA Champions League, London

28. Mai Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees, Port Louis

29. Mai CONMEBOL- und OFC-Kongresse, Port Louis

30./31. Mai FIFA-Kongress, Port Louis

4. Juni Freundschaftsspiele

7.–11. Juni Internationale Spieltage

14.–18. Juni Internationale Spieltage

15.–30. Juni FIFA Konföderationen-Pokal, Brasilien

21. Juni–13. Juli FIFA U-20-Weltmeisterschaft, Türkei

FIFA WORLD I KOMPAKT

79


FIFA-Archiv

Zürich, Schweiz

25. Mai, 1995

Bei Drucklegung dieser Ausgabe von FIFA

World feierte der Blue Stars/FIFA Youth Cup

einen runden Geburtstag. Schon zum 75.

Mal wurde das vom Zürcher Fussballklub Blue

Stars ins Leben gerufene Juniorenturnier

ausgetragen. Seit seiner Premiere 1939 bot

es schon so manchem bekannten Fussball -

star eine Bühne für erste internationale

Er fahrungen.

Gewinner der ersten Ausgabe 1939 war

der Grasshoppers Club Zürich. 1947 gewann

mit Austria Wien die erste ausländische

Mannschaft. Seit 1951 reden die Engländer

ein gewichtiges Wörtchen mit: Den Auftakt

machten die Wolverhampton Wanderers, es

folgten zahlreiche weitere englische Spitzenteams,

die damit vom Blue Stars/FIFA Youth

Cup nicht mehr wegzudenken sind. Erfolgreichstes

Team überhaupt ist Manches ter

United: 18 Siege bei insgesamt 41 Teilnahmen.

Bei der mehr als 50-jährigen Liaison zwischen

Manchester United und dem Blue

Stars/FIFA Youth Cup lassen sich natürlich

einige Anekdoten erzählen – angefangen im

Jahre 1956, als ein gewisser Bobby Charlton

für den Nachwuchs von Manchester United

auflief. Damals ebenfalls mit dabei war

Helmut Haller, der mit dem BC Augsburg

hinter dem Grasshoppers Club Zürich den

zweiten Platz erreichte. Zehn Jahre später

begegneten sich Charlton und Haller

aber mals bei einem Turnier: im Finale der

Weltmeisterschaft 1966 in England.

Das Bild zeigt eine modernere, aber nicht

minder erfolgreiche Epoche von Manchester

United. Die Mannschaft um David Beckham

(im Vordergrund), Gary und Phillip Neville,

Nicky Butt und Chris Casper (Hintergrund)

nahm von 1992 bis 1995 jeweils am Blue

Stars/FIFA Youth Cup teil. Sie bildeten später

auch den Kern der goldenen Generation von

Manchester United, die 1999 in der Nachspielzeit

des Champions-League-Finales den

FC Bayern München schlug, womit erstmals

ein englischer Verein das „Triple“ gewann.

Über die Jahre sah das Turnier zahlreiche

Ikonen des Weltfussballs. Spieler wie Kaka,

Lars Ricken, Jay Jay Okocha, Roy Keane,

Markus Babbel, Pep Guardiola, George Best

oder Klaus Augenthaler durften sich in ihren

jeweiligen Nachwuchsteams der Welt präsentieren.

Selbst FIFA-Präsident Joseph S.

Blatter spielte einst als Junior des FC Sierre

mit.

Das Motto des Turniers „Where stars are

born“ verspricht also nicht zu viel. So werden

sich bestimmt auch bei der diesjährigen

Jubiläumsausgabe einige Nachwuchstalente

ins Rampenlicht spielen. Ein Bericht über die

75. Ausgabe des Blue Stars/FIFA Youth Cup

erscheint in der nächsten Ausgabe von FIFA

World.

David Beckham und seine Kameraden beim

Blue Stars/FIFA Youth Cup 1995.

80 FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


FIFA WORLD I KOMPAKT

81


Vorschau

auf die nächste Ausgabe von FIFA World

Meister der Meister

Gewinner des FIFA Konföderationen-Pokals

Am Ziel

Die ersten Qualifikanten für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014

75 Jahre jung

Jubiläumsausgabe des Blue Stars/FIFA Youth Cup

Erscheint am:

19. Juli 2013

FIFA World – Nr. 36,

Mai/Juni 2013

Offizielle Monatspublikation

der Fédération Internationale

de Football Association (FIFA)

neutral

Printed Matter

No. 01-13-129141 – www.myclimate.org

© myclimate – The Climate Protection Partnership

Herausgeberin:

FIFA, FIFA-Strasse 20, Postfach,

8044 Zürich, Schweiz

Tel.: +41-(0)43-222 7777

Fax: +41-(0)43-222 7878

Internet:

www.FIFA.com/fifaworld

E-Mail:

feedback-fifaworld@fifa.org

Präsident:

Joseph S. Blatter

Generalsekretär:

Jérôme Valcke

Inhalt:

Kommunikation

und Öffentlichkeitsarbeit

Direktor:

Walter De Gregorio

Redakteur:

Mark Ledsom

Stv. Redakteurin:

Jennifer Davies

Artikel:

Mark Ledsom, Jennifer Davies,

Michael Lewis, Junior Mpisane,

Rainer Hennies, Bruno Sassi,

Hidetoshi Suzuki, Martin Langer,

Jean Virebayre, Tamara Castro,

Diego Zandrino, Peter Smith,

Brendon Hanley, Mark Gleeson,

Brian Homewood, Dominik

Petermann

Übersetzung:

Gabriela Straube (Leitung);

Andrew Hurley, Stuart Makin,

Zoë Morrow, Caitlin Stephens

(Englisch); Maxime Ferréol,

Alexandre Károlyi, Nicolas

Samier, Estelle Valensuela,

Camille Lovichi, Armelle Marolle

(Französisch); Irene Antolín,

José Ibarra, Juan F. López Vera,

Amaia Zaballa Zarzosa, Helena

Barrio Herrero, Maritza García

Arias, Thomas von Ubrizsy

(Spanisch); Sandra Locher, Reto

Gustin, Lorenz Mohler (Deutsch)

Produktion:

Hans-Peter Frei (Leitung);

Philipp Mahrer, Linda Schwartz

(Layout),

Repro Studio Büsser AG

Druck:

Bruhin AG, Schweiz

Fotos:

Getty Images, foto-net, Reuters

Pictures, AFP Image Forum,

Keystone, pixathlon, imago,

fotogloria, BackpagePix,

Phototek, Klamedia, von Grebel

Motion, Domenic Aquilina

(Fussballverband von Malta)

Cartoon:

Beach

Kontakt:

Rückmeldungen zu FIFA World

an feedback-fifaworld@fifa.org.

Abonnements und Online-

Ausgabe von FIFA World siehe

www.FIFA.com/fifaworld.

Redaktionsschluss

dieser Ausgabe:

1. Mai 2013

Die in FIFA World ausgedrückten

Meinungen geben nicht

in jedem Fall diejenigen der

FIFA wieder. Der Nachdruck

von Fotos und Artikeln – auch

auszugsweise – ist nur mit

Genehmigung der Redaktion

und unter Quellenangabe

FIFA 2013) erlaubt. Die

Redaktion ist nicht verpflichtet,

unaufgefordert eingesandte

Manuskripte und Fotos zu

publizieren. Das FIFA-Logo

ist ein eingetragenes

Warenzeichen. In der Schweiz

hergestellt und gedruckt.

© FIFA 2013

82

FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


Vorschau

auf die nächste Ausgabe von FIFA World

Meister der Meister

Gewinner des FIFA Konföderationen-Pokals

Am Ziel

Die ersten Qualifikanten für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014

75 Jahre jung

Jubiläumsausgabe des Blue Stars/FIFA Youth Cup

Erscheint am:

19. Juli 2013

FIFA World – Nr. 36,

Mai/Juni 2013

Offizielle Monatspublikation

der Fédération Internationale

de Football Association (FIFA)

neutral

Printed Matter

No. 01-13-129141 – www.myclimate.org

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Tel.: +41-(0)43-222 7777

Fax: +41-(0)43-222 7878

Internet:

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Präsident:

Joseph S. Blatter

Generalsekretär:

Jérôme Valcke

Inhalt:

Kommunikation

und Öffentlichkeitsarbeit

Direktor:

Walter De Gregorio

Redakteur:

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Stv. Redakteurin:

Jennifer Davies

Artikel:

Mark Ledsom, Jennifer Davies,

Michael Lewis, Junior Mpisane,

Rainer Hennies, Bruno Sassi,

Hidetoshi Suzuki, Martin Langer,

Jean Virebayre, Tamara Castro,

Diego Zandrino, Peter Smith,

Brendon Hanley, Mark Gleeson,

Brian Homewood, Dominik

Petermann

Übersetzung:

Gabriela Straube (Leitung);

Andrew Hurley, Stuart Makin,

Zoë Morrow, Caitlin Stephens

(Englisch); Maxime Ferréol,

Alexandre Károlyi, Nicolas

Samier, Estelle Valensuela,

Camille Lovichi, Armelle Marolle

(Französisch); Irene Antolín,

José Ibarra, Juan F. López Vera,

Amaia Zaballa Zarzosa, Helena

Barrio Herrero, Maritza García

Arias, Thomas von Ubrizsy

(Spanisch); Sandra Locher, Reto

Gustin, Lorenz Mohler (Deutsch)

Produktion:

Hans-Peter Frei (Leitung);

Philipp Mahrer, Linda Schwartz

(Layout),

Repro Studio Büsser AG

Druck:

Bruhin AG, Schweiz

Fotos:

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Phototek, Klamedia, von Grebel

Motion, Domenic Aquilina

(Fussballverband von Malta)

Cartoon:

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Redaktionsschluss

dieser Ausgabe:

1. Mai 2013

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Meinungen geben nicht

in jedem Fall diejenigen der

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auszugsweise – ist nur mit

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82

FIFA WORLD I MAI/JUNI 2013


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