Tierschutz beim Transport von Schweinen einhalten

lksh.de

Tierschutz beim Transport von Schweinen einhalten

44 Tier BAUERNBLATT l 21. September 2013 ■

Vieles ist zu beachten vom Stall bis zum Schlachthof

Tierschutz beim Transport von Schweinen einhalten

Der Tierschutz rückt immer näher

in den Fokus der öffentlichen Diskussionen.

Zwar sind die Transporte

von Schlachttieren quer durch

Europa bis in den Nahen Osten

mittlerweile die absolute Ausnahme,

aber das Thema bleibt aktuell.

Bündnis 90/Die Grünen hat es zum

Wahlkampfthema erklärt, und die

anderen Parteien ziehen mehr

oder wenigermit:Tierschutzistein

Thema. Alle Beteiligten entlang

der Lebensmittelkette sind gefordert,

das Ihredazuzutun, um Missstände

gar nicht erst aufkommen

zu lassen.

Mastschweine bei der Abladung am Schlachtbetrieb.

Zirka 50 Millionen Ferkel, die Importe

von Dänemark und den Niederlanden

eingerechnet, werden

jedes Jahr in Deutschland vom Ferkelerzeuger

in den Mastbetrieb

transportiert. Der Umfang von

Transporten bei den Aufzuchtferkeln

ist schwer zu schätzen, dürfte

aber ebenfalls bei zusätzlich fünf

Millionen liegen. Die Ferkeltransporte

sind mit Recht weniger im

Fokus des Tierschutzes. Dies liegt einerseits

daran, dass ein Großteil der

Ferkel immer noch regional innerhalb

geringer Distanzen transportiert

wird. Viele Ferkelerzeuger liefern

ihre Ferkel selbst aus, oder die

Mäster holen sie ab. Bedingt durch

die kurzen Wege einerseits, aber

auch aus Interesse an der Gesunderhaltung

des „potenziellen Mast-

schweins“ ist das Transportwesen

beim Ferkel insgesamt als gut zu

bezeichnen. Trotzdem bleiben

noch Wünsche offen. Die meisten

Ferkel kommen von Kunststoffflatdecks,

die Riffelbleche auf den

Transportfahrzeugen sind ihnen

fremd hinsichtlich der Beschaffenheit

und der Geräuschkulisse, die

die Bleche beim Verladen von sich

geben. Mehr Einstreu würde man

sich wünschen, auch wenn sich der

Preis für Hobelspäne und Sägemehl

in den vergangenen Jahren fast

verdreifacht hat. Die selbst transportierenden

Landwirte, aber auch

die mehr und mehr auf Ferkeltransporte

spezialisierten Speditionsunternehmen

haben viel Positives

zum Wohlbefinden der Ferkel geleistet.

Vorbei sind weitgehend die

Zeiten, wo mit einem Lkw Großvieh,

Mastschweine und Ferkel

transportiert wurden. Die heutigen

„Ferkel-Lkw“ verfügen über blitzsaubere

Tränke- und Fütterungseinrichtungen,

und die Fahrzeuge sind

komplett klimatisiert. Auffällig ist

gelegentlich noch die fehlende oder

unzureichende Nüchterung der zu

transportierenden Ferkel. Gewichtsdifferenzen

von bis zu 1,5 kg zwischen

Ferkelerzeuger und Mäster,

trotz relativ kurzer Transportwege,

weisen darauf hin, dass die Fütterung

nicht rechtzeitig beendet wurde.

Zu kleine Ferkel, solche mit Fundamentproblemen

oder akuten Erkrankungen

gehören nicht auf das

Transportfahrzeug.

Bei dem Transport von Aufzuchtferkeln

müssen in Zukunft auch die

Transporteure mehr darauf achten,

dass Ferkel unter 5kgnicht mehr

verladen werden. Die ständig zu

knappen Flatdeckkapazitäten müssen

auch unter diesem Aspekt des

Tierschutzes in vielen Ferkelerzeugerbetrieben

dringend erweitert

werden. Entweder bleiben zu kleine

Ferkel bei den (Ammen-)Sauen,

oder sie kommen in spezielle Flatdecks.

Vieles ist besser geworden, aber

eine Ausnahme sind sie nicht: unzureichend

gesäuberte Mastställe,

zum Teil fehlende Desinfektion,

Abteile, in denen gestern noch

Mastschweine gehalten wurden –

dies alles dient nicht der Gesunderhaltung

der Ferkel. Auch ein kurzfristiges

Aufheizen in der Winterzeit

ist nicht hilfreich. Nicht die Luft,

sondern die Spaltenböden müssen

Temperaturen von über 20 °C erreichen,

wenn es nicht zur „Haufenbildung“

in den Ecken kommen

soll. Viele Ferkel vermarktende Organisationen

verlangen mittlerweile

von ihrem Spediteur, dass er mit

einem Blick in die Empfängerbetriebe

die Einstallbedingungen

analysiert (Säuberung der Abteile,

Temperatur bei der Einstallung),

um bezüglich späterer Reklamationen

Argumente an der Hand zu haben.

Nicht nur

die Lebendbeschau

Auch bei den Schlachtschweinen

sind die Zeiten des „Abladens und

weg“ längst vorbei. Mit der Verordnung

Nummer 1099/2009 sind die

Schlachtunternehmen verpflichtet,

Tierschutzbeauftragte zu beschäftigen,

die vielfältige Aufgaben zu erfüllen

haben. Sie erstatten der Geschäftleitung

Bericht über tierschutzrelevante

Vorgänge und sollen

Maßnahmen bezüglich des Tierschutzes

ausarbeiten, um diese in

den Schlachtbetrieben zu optimieren.

Damit ist neben der Lebendtierbeschau

–die von der Veterinärdienststelle

durchgeführt wird –eine

zweite Kontrollinstanz in vielen

Schlachtbetrieben eingerichtet. Eine

wichtige Aufgabe in der amtlichen

Lebendtierbeschau sowie der

vom Schlachtbetrieb beauftragten

Tierschutzbeauftragten ist die Kontrolle

der gesetzlichen Anforderungen.

Darüber hinaus gehen weitere

Tierwohlmaßnahmen im Bereich

der Anlieferung.

Dies betrifft insbesondere die

Einhaltung von Ladedichten.

Schweine mit einem Gewicht von

120 kg benötigen 0,55 m 2 Fläche,

Schlachtschweine über 120 kg bereits

0,7 m 2 .Bei wesentlichen Auto-

FOM-Masken unserer großen

Schlachtkonzerne liegen die optimalen

Zielgewichte im Durchschnitt

bei 96/97 kg Schlachtgewicht,

womit bei mindestens der

Hälfte der Schweine die 120 kg Lebendgewicht

deutlich überschritten

sind. Aufgrund einer Vielzahl

von Verwarnungen, aber auch von

Bußgeldverfahren ist schon seit

Jahren zu erkennen, dass die Spediteure

die Stückzahlen herunterfahren

und sich konkreter an die

gesetzlichen Vorgaben halten –

dies auch schon aus Eigeninteresse.

Jeder Verstoß gegen den Tierschutz

beim Transport wird beim zuständigen

Kreisveterinäramt des Transportunternehmens

registriert. Bei

mehreren Verstößen gegen die Ladedichten

oder die Transportzeiten

droht der Entzug der Transportkonzession,

das heißt konkret „Berufsverbot“.

Man kann daher nur an

die Landwirte appellieren, auch die


■ BAUERNBLATT l 21. September 2013

Tier

45

Auch an den Schlachtbetrieben werden für die Wartebuchten die Besatzdichten

festgelegt und kontrolliert.

Fotos: Dr.Frank Greshake

Transporteure beziehungsweise

den Viehkaufmann nicht dazu zu

drängen, zusätzliche Schweine zu

verladen.

Bei Gruppen über 15 Schweinen

ist die Abgitterung Pflicht. Dies gilt

auch für die unteren Ladeböden.

Die Ausrede, wegen Rückschmerzen

habe man dies gerade heute

nicht realisieren können, ist zwar

an jeder Schlachthoframpe mehrmals

täglich zu hören, aber irgendwann

nicht mehr glaubhaft.

Kranke Tiere

nicht transportieren

Auch die Diskussion, wann ein

Tier krank und transportunfähig ist,

wird wohl bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag

diskutiert. Schweine mit

starker Störung des Allgemeinbefindens,

dazu gehört unter anderem

Fieber, gehören nicht auf den

Lkw.Gleiches gilt für stark verkümmerte

Schweine und auch solche

mit Brüchen, extremen Aufreibungen

oder Vereiterungen. Hauptstreitpunkt

sind meist die lahmen

Schweine. Ein leichtes Humpeln ist

noch akzeptabel, insbesondere

wenn das Schwein das Bein noch

belastet. Solche Schweine sollten

aber immer abgegittert transportiert

werden. Auch bei einem sehr

kritischen Zeitgenossen bei der

amtlichen Lebendbeschau wird damit

argumentiert, dass sich sowohl

Landwirt als auch Transporteur

über den Tierschutz beziehungsweise

das Wohl des kranken Tieres

Gedanken gemacht haben. Zuweilen

helfen auch die Rücksprache

mit dem Hoftierarzt oder die Anmeldung

beim zuständigen Veterinär

am Schlachtbetrieb. Viele Landwirte

scheuen diesen Weg, aber ein

Anruf vorab hat schon so manche

mögliche Komplikation bei der späteren

Anlieferung verhindert.

Nicht vergessen: Für die gewerblichen

Viehtransporteure inklusive

des Viehhandels gilt das korrekte

Führen des Reinigungs- und Desinfektionsbuches

sowie auch für

Landwirte bei Distanzen von über

60 km der Sachkundenachweis.

Dieser ist beim Transport mitzunehmen.

Ein wenig Zeit

muss sein

Ein kritischer Punkt

beim Abladen der

Schlachtschweine ist

das Entladen an der

Rampe. Nach Öffnen

der Türen und Hochklappen

der Seitengitter

sollte ein wenig Zeit

bleiben, damit sich die

Tiere an die neuen

Licht- und Umgebungsverhältnisse

gewöhnen.

Sofort mit

viel Geschrei das Treiben

zu beginnen, ist

nicht selten kontraproduktiv.

Man muss einfach

berücksichtigen,

dass die Tiere ihre vertraute

Umgebung im

Stall verlassen haben,

die bekannten Buchtengenossen

sind weg

oder in der großen

Gruppe verschwunden,

und eine Neugruppierung

hat stattgefunden.

Unbedarfte

Zeitgenossen sind ja

meist der Ansicht, dass

der Transport an sich

für die Tiere ein großes

Stresspotenzial habe.

Dies ist nachweislich

falsch. Bei Einhaltung

Um die Gefahr der Übertragung von Krankheiten und Tierseuchen

zu verringern, ist ein korrektes Reinigen der Transportfahrzeuge

unbedingt erforderlich. Nicht jede Waschanlage

an den Schlachtbetrieben genügt den heute geforderten

Ansprüchen.

der Ladedichten –zuviel Platz ist

kontraproduktiv – verhalten sich

die Schweine während der Fahrt

völlig ruhig. Rangkämpfe brechen

erst aus, wenn die Lkw über längere

Zeit stehen. Und genau an diesem

Punkt sind die Schlachtbetriebe

in der Pflicht. Zum morgendlichen

Schlachtbeginn früher als nötig

Schweine anfahren zu lassen,

um ja keine Pause am Schlachtband

einlegen zu müssen, ist zwar wirtschaftlich

verständlich, entspricht

aber nicht dem Tierschutz.

Fast alle Schlachtbetriebe haben

in den vergangenen Jahren in die

Schlachtbänder investiert. Zum Teil

wurden die Schlachtzahlen pro

Stunde mehr als verdoppelt. Was

fast überall auf der Strecke bleibt,

ist die Erweiterung der Ladebuchten.

Hier haben die Schlachtbetriebe

und zum Teil auch QS schlicht

„geschlafen“. Natürlich ist bei hohen

Schlachtzahlen der Durchsatz

höher,aber wenn es zum Stopp des

Schlachtbandes kommt, sind die

Wartebuchten schnell voll, und die

Tiere müssen auf den Lkw warten.

Insbesondere bei sommerlicher Hitze,

aber auch bei winterlichen Temperaturen

ist das alles andere als

dem Tierwohl förderlich. In den

letzten Jahren haben die Veterinäre

Wert darauf gelegt, dass Schweine,

die am Schlachtbetrieb am

Abend vorher angeliefert werden,

in den Wartebuchten Einstreu vorfinden

und auch gefüttert werden.

Speziell die Trinkwasserversorgung

sollte eine Selbstverständlichkeit

sein. Man kann Transporteure wie

auch Landwirte, die –aus welchen

Gründen auch immer –ihr Schlachtvieh

am Vorabend anliefern lassen,

auch nur dafür sensibilisieren, sich

die Gegebenheiten im Wartebereich

einmal kritisch anzusehen. Erfahrungsgemäß

sind die Tiere nach

dem Abladen eine bis eineinhalb

Stunden damit beschäftigt, sich

vom Transport zu erholen beziehungsweise

die neue Umgebung

zu erkunden. Insbesondere die

Börge sind wenig an der neuen

Umgebung interessiert und legen

sich alsbald zum Schlafen hin. Eber

dagegen sind neugierig und ständig

auf der Suche. Hier ist eine Anlieferung

am Abend vor der

Schlachtung aus Gründen des Tierschutzes

völlig unangebracht. Wer

sich am anderen Tagdie Schlachtkörper

der Jungeber mit den vielen

Striemen aufgrund von Rangkämpfen

angesehen hat, der weiß,

dass bei Ebern ein besonderes Augenmerk

auf umgehende Schlachtung

gelegt werden muss.

In dem Bereich sind nicht

nur Transporteure, sondern

auch die Mitarbeiter an den

Laderampen noch weiter zu

schulen.

Der Tierhalter

bleibt verantwortlich

Zuweilen ist die Meinung

anzutreffen, dass nach dem

Verladen von Schlachttieren

auf dem Betrieb des

Landwirtes die Verantwortung

des Tierschutzes allein

auf den Transporteur, Viehvermarkter

oder die Erzeugergemeinschaft

übergegangen

ist. Dem ist nicht so.

Nicht eingehaltene Ladedichten,

Überschreitung

der Transportzeiten, weil

die Transportdauer nicht

realistisch eingeplant worden

ist, sowie transportunfähige

Schlachttiere an der

Rampe des Schlachtbetriebes

–all dies fällt auf den

Landwirt zurück. Im Regelfall

informiert der zuständige

und mit der Lebendviehbeschau

betraute Amtsveterinär

die Kreisordnungsbehörde,

in deren Zuständigkeitsbereich

der land-


46 Tier BAUERNBLATT l 21. September 2013 ■

wirtschaftliche Betrieb seinen Sitz

hat.

Nicht nur das drohende Bußgeld

oder das Strafverfahren, sondern

der dann beginnende Papierkrieg

sollten Anlass sein, sich derartige

Komplikationen möglichst zu ersparen.

Andererseits haben auch

die Schweineproduzenten das

Recht, ihre Wünsche an die zuständigen

Amtsveterinäre an den

Schlachtbetrieben zu melden.

Akute Transportverletzungen, wie

zum Beispiel Beinbrüche, sind

auch bei aller Sorgfalt nicht zu vermeiden.

Solche Schweine müssen

vorgeschlachtet werden, aber die

Einleitung des Verfahrens wegen

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

ist hier übertrieben. Sollten

solche Fälle tatsächlich gehäuft

auftreten, ist es Aufgabe des

Amtsveterinärs, eventuell ungeeignete

Spediteure oder Transportunternehmen

entsprechend

zu unterweisen oder im Extremfall

aus dem Verkehr zu ziehen. In jenen

Schlachtbetrieben, an denen

permanent Staus bei der Anlieferung

entstehen, ist ein klärendes

Wort der Kreisordnungsbehörde

an die Unternehmensführung

dringend erforderlich. Es ist im

Grunde ein Unding, dass Viehtransporteure

Bußgelder wegen

Überschreitung der Transportzeiten

bezahlen müssen, weil am

Schlachtbetrieb nicht abgeladen

werden kann. Und die Frage, ob

die Schlachtschweine auch wirklich

in der Reihenfolge ihrer Anlieferung

geschlachtet werden oder

einzelne Anlieferer bevorzugt bei

der Abfolge der Schlachtungen

behandelt werden, sollte auch gelegentlich

Gegenstand der Diskussionen

sein.

Im Bereich Zutrieb und der Tötung

der Schlachtschweine hat sich

in den vergangenen Jahren vieles

enorm verbessert. Tiergerechte Zutriebswege

in die Betäubung, verbunden

mit entsprechenden Lichtprogrammen,

sind zumindest an

den großen Schlachtbetrieben

heute Standard. Aber das für den

Zutrieb zuständige Personal sollte

im Tagesablauf regelmäßig rotieren,

sonst liegen auch beim ruhigsten

Treiber irgendwann die Nerven

blank, und das überträgt sich

sofort auf die sensiblen Borstenviecher.

FAZIT

Im Bereich des Tierschutzes ist –

neue Gesetze sind dafür nicht

nötig –mit gutem Willen der Beteiligten

noch einiges zu erreichen.

Aber dann muss auch die

Informationskette zwischen

Landwirt, Transporteur und

Schlachtbetrieb einigermaßen

stimmen. Es muss ja nicht erst das

Bußgeld sein, welches auf Missstände

hinweist – in welchem

Glied der Kette auch immer.

Dr. Frank Greshake

Landwirtschaftskammer

Nordrhein-Westfalen

Tel.: 02838-77 61-223

Frank.Greshake@lwk.nrw.de

Sinnvolle Nische für Direktvermarkter in der Legehennenhaltung

Kleine Bestände und die Nutzung von Altgebäuden

Die Haltung von Legehennen hat

sich in Deutschland in den vergangenen

Jahren grundlegend geändert.

Hauptgründe sind das Verbot

der Käfighaltung vom 1. Januar

2010 und damit verbunden ein

gestiegenes Tierschutzbewusstsein

des Verbrauchers und der Gedanke

des bewussten Essens, des

Urvertrauens in „natürliche Nahrungsmittel“

und der Bezug zur

Regionalität mit kleinbäuerlicher

Struktur.

Ein Großteil der in Deutschland

gehaltenen Legehennen ist in Bodenhaltung

untergebracht. Fast

20 %der Legehennen leben in Freilandhaltung,

und die ökologische

Erzeugung steigerte ihren Anteil

auf über 12 % bundesweit. Die

deutschen Verbraucher essen im

Durchschnitt 220 Schaleneier pro

Jahr,und es wird deutsche Ware uneingeschränkt

nachgefragt. Dabei

werden 25 %aller Eier auf Wochenmärkten

oder direkt beim Landwirt

gekauft, die Mehrzahl aller Verbraucher

kauft die Eier jedoch beim

Discounter oder beim Lebensmitteleinzelhandel.

Um in die Legehennenhaltung

und insbesondere in die Direktvermarktung

einzusteigen, sind zunächst

wichtige Fragen zur Nischenproduktion,

zur Direktvermarktung,

zu den Standortbedingungen,

zur Bestandsgröße und zur

freien Arbeitszeit abzufragen, um

durch die Haltung von Legehennen

Kaltscharrraum mit Rundtränken.

ein akzeptables Einkommen zur erwirtschaften.

Es soll der Frage nachgegangen

werden, inwieweit in bestehenden

Altgebäuden (Kuhstall, Schweinestall,

Scheune) eine kleinbäuerliche

Legehennenhaltung zu installieren

ist.

Zunächst sind die gesetzlichen

Vorgaben und Rahmenbedingungen,

die Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung,

für Legehennen

zu skizzieren.

● maximal neun Legehennen je

Quadratmeter Nutzfläche

● maximal 6.000 Legehennen je

Herde/räumlich getrennter Einheit

● Kantenlänge bei Längströgen

mindestens 10 cm je Tier

● maximal sieben Hennen je Einzelnest

beziehungsweise bis 120 Legehennen je

Quadtratmeter effektiver Nestfläche

● Einstreubereich hat eine Fläche

von mindestens einem Drittel der

begehbaren Nutzfläche, mindestens

250 cm² je Henne

● Zugang zu einem Kaltscharrraum

und/oder Zugang zu einem

strukturierten, begrünten

Auslauf mit 4 m² Freifläche je

Henne

● tiergerechte Sitzstangenlänge

von mindestens 15 cm je Henne

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine