Gemeindebrief 2013 Juni/Juli - Evangelische Kirchengemeinde ...

deizisauevangelisch

Gemeindebrief 2013 Juni/Juli - Evangelische Kirchengemeinde ...

Gemeindebrief

Matthäus

6,24

Psalm

61,11

Juni/Juli 2013


Liebe Leserin, lieber Leser,

Mäuse, Knete, Zaster, Kies … die Umgangssprache

kennt viele Wörter für jenes Mittel,

das unser alltägliches Leben prägt wie kaum

ein anderes—manchmal buchstäblich bis in

die letzte Ritze hinein.

Es gibt kaum einen Bereich unserer Gesellschaft, in dem

Geld keine Rolle spielt. Das beginnt beim Taschengeld für

die Kinder und endet bei unvorstellbar großen Summen,

die tagtäglich an den Börsen der Welt gehandelt werden.

Auch die Kirche kommt ohne „Kröten“ nicht aus.

Grund genug, diesem allgegenwärtigen Thema eine Ausgabe

des Gemeindebriefs zu widmen. Wir haben für Sie

nicht nur Anregungen zum geistreichen Umgang mit Ihrer

„Kohle“ gesammelt, sondern auch interessante Infos zum

Thema „Kirche und Geld“.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Ihr Redaktionsteam

Siegfried Künstle, Johannes Grützmacher und

Clemens Grauer


An(ge)dacht

„Soviel du brauchst“ – die Losung des Evangelischen Kirchentags

in Hamburg traf den Nerv der Zeit. Wir hören von Steuerhinterziehungen

in einem Gesamtausmaß, das Europa schuldenfrei machen

könnte. Wir hören andererseits von immer mehr Menschen in unserem Land, die

von ihrem Lohn nicht leben oder ihre Familie nicht ernähren können. Wieviel

brauchen wir?

„Soviel du brauchst“. Die Kirchentags-Losung entstammt dem 2. Mosebuch. Die

Israeliten sind aus Ägypten geflohen und wandern nun durch die Wüste. Als sie zu

verhungern drohen, schickt Gott ihnen Wachteln und Manna zum Essen. Das Manna,

eine süße, klebrige Substanz, findet sich morgens wie Tau auf dem Boden vor

ihren Zelten. Gott weist sie an, davon zu sammeln, jeder, soviel er braucht: einen

Krug pro Person in seinem Zelt.

„Soviel du brauchst“ - das ist erst einmal nicht zu wenig. Die Israeliten müssen

zwar arbeiten, um zu essen; Gott lässt ihnen nicht einfach die gebratenen Tauben

in den Mund fliegen. Sie sammeln, so wie sie einst das Stroh für die Lehmziegel

des Pharao sammelten – aber jetzt sammeln sie für sich, frei und selbstbestimmt.

Und sie können von ihrer Arbeit leben und die Ihren versorgen. Wer arbeitet, muss

essen können, jeden Tag.

„Soviel du brauchst“ - das ist aber auch nicht zu viel. Gott befiehlt, kein Manna

über Nacht aufzuheben. Manche Israeliten sammeln aber doch mehr; da ist das

Manna am nächsten Morgen voller Würmer und stinkt. Nur am Freitag dürfen sie

doppelt so viel sammeln, um die Ruhe am Sabbat einhalten zu können. Wer über

das nötige Maß hinaus arbeitet, dem nützt es nichts. Seine Zeit und Kraft ist vertan

und wäre besser anderswo aufgehoben. Für die Bibel stinkt der gehortete Besitz

zum Himmel und ist ein Zeichen von mangelndem Vertrauen auf Gott, der für

den morgigen Tag sorgen wird.

Nicht zu wenig, nicht zu viel. Was das für uns heißen könnte, ist wohl kaum jedem

und jeder von uns selbst überlassen. Denn zu schnell ist damit etwas verbunden,

das alle angeht: Gerechtigkeit. Gerechtigkeit wird nicht individuell verhandelt. Sie

geht alle an, die in einer Gesellschaft zusammenleben. In der Bibel ist sie das Herzensanliegen

Gottes, der zusagt, jedem zu geben „soviel du brauchst.“

(Pfarrerin Susanne Fleischer)

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Die Bibel und das liebe Geld

Soviel Du brauchst …

… hieß das Motto des Evangelischen Kirchentages Anfang Mai in Hamburg.

Der Gedanke stammt aus der Manna-Geschichte, als die Israeliten fürchteten,

auf ihrem Weg durch die Wüste zu verhungern (2 Mose 16): Am Morgen fanden

sie wohlschmeckende Körnchen, von denen jeder so viel sammeln sollte, wie er

für den Tag zum Essen braucht. Wie viel das sei, darüber gab es unterschiedliche

Ansichten. Die einen sammelten mehr, die anderen weniger. Und doch

hatten die Vielsammler am Ende keinen Überschuss, die Genügsameren keinen

Mangel: Jeder hatte genug für seinen Bedarf. Für den kommenden Tag sollte

keiner etwas vom Manna horten. Denjenigen, die es doch taten, wurde das

Manna wurmig und es stank. Die Geschichte ist ein Bild für biblischen Umgang

mit Reichtum und Geld.

Reichtum als Geschenk

Es geht beim biblischen Umgang mit Gütern nicht um Askese oder Verzicht!

Nicht nur Brot und Wasser, auch Öl und Wein sind Schöpfungsgaben um die

Herzen der Menschen zu erfreuen (Psalm 104). Im selbstgebauten Haus zu

leben und den bearbeiteten Boden für sich selbst abernten zu dürfen, sind

Perspektiven, die den aus dem Exil Heimkehrenden versprochen werden

(Jesaja 65, 21f). Das Wort ‚Schalom’, meist mit ‚Frieden’ übersetzt, heißt in

seiner Grundbedeutung ‚genug haben’. Frieden lebt erst

auf, wenn alle genug haben.

Die Fülle der Güter kann Zeichen des Segens sein wie etwa

Jakobs wachsende Viehherden zeigen. Sie wird betrachtet als Geschenk, als

Gabe Gottes und macht dankbar. Dabei ist an konkrete Güter gedacht, an Viehherden,

an die Erträge des Bodens und an das wichtigste Gut, den Boden

selbst. Gerade beim Boden zeigt sich, dass alles Gabe Gottes ist: Boden wurde

nach biblischer Vorstellung bei der Besiedelung des Landes so zugeteilt, dass

alle sich davon eigenständig ernähren können. Der Boden selbst aber bleibt

Eigentum Gottes (3 Mose 25, 23).

Frieden lebt erst auf, wenn

alle genug haben.

Reichtum in Beziehung

Für sich selbst so viel wie möglich „herauszuholen“, scheint für manche legitim.

Die Bibel aber denkt auch beim Reichtum von der Gemeinschaft her. Das

zeigt sich bei Hiob, dem gottesfürchtigen und zugleich reichsten Mann im Osten,

dessen Viehherden in die Tausende gehen. Für ihn – der deutlich mehr

hat, als er braucht – gehört der Blick für Andere zum Reichtum untrennbar

hinzu. Hiob ist eine Autorität im Land, zugleich ist er „ein Vater für die Armen“:

Kranke oder Hilflose unterstützt er, Witwen und Armen erfüllt er ihre

Wünsche, Waisen essen an seinem Tisch. Er versorgt Bedürftige mit Kleidung,

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lässt Fremde bei sich übernachten, achtet die Rechte seiner Untergebenen und

sorgt dafür, dass auch Namenlose vor Gericht gerecht behandelt werden (Hiob

29 - 31).

Gefahren von Reichtum

Eine kritische Linie, an der Reichtum gefährlich wird, benennt das Wort

Jesu: „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass

ein Reicher ins Reich Gottes komme“ (Markus 10,25). Jesus hatte den

Menschen lieb, zu dem er dies sagte. Er übt nicht moralische Kritik,

sondern benennt eine Erfahrung. Die Erfahrung, dass Reichtum seine

eigene Dynamik hat; dass er Menschen dazu verführen kann, seine Vermehrung

zur Herzenssache zu machen. Und dass ein Leben in der Nachfolge

Jesu dann zur Nebensache wird.

Die andere kritische Linie betrifft die Herkunft des Reichtums: Wann

immer sich die einen auf Kosten anderer bereichern, stößt dies auf

schärfste Kritik. Was sich

Reichtum kann Menschen dazu verführen, seine beim Manna „von selbst“ löst,

Vermehrung zur Herzenssache zu machen. wird bei anderen Gütern, und

erst recht beim Geld, zum am

heftigsten angeprangerten Problem: Das Horten und die dadurch wachsende

Kluft zwischen arm und reich. Arme sind arm im Verhältnis zu

anderen. Die auseinander gehende Schere zwischen arm und reich ist

keine unbeeinflussbare Naturgewalt. Sie ist Folge konkret benennbarer

ungerechter Verhältnisse, die verändert werden können.

Rechtsanspruch statt Gnadenakt

Schafft Recht dem Armen, sagt Psalm 82 darum ebenso wie manche Propheten.

Nicht (nur) Almosen, nein, es geht um Anrechte aller an den geschenkten Gütern.

Deshalb gibt es in der Bibel viele Bestimmungen, die auf ein gerechtes

Wirtschaften zielen und Strukturen schaffen, in denen die Bedürfnisse der

Schwächeren im Blick bleiben. Lebensnotwendiges wird gegen Pfändung gesichert:

Was ein Mensch braucht, um sich zu ernähren und wirtschaftlich aktiv zu

bleiben, darf ihm nicht als Pfand genommen werden. Eine Entschuldung verarmter

oder überschuldeter Menschen alle sieben Jahre, im Sabbatjahr, soll

einer Verschärfung der Schuldenspirale entgegenwirken. Soviel wir wissen,

wurde sie praktiziert. Oder eine grundsätzliche

Korrektur der sich ungleich

verschiebenden Besitzverhältnisse alle

sieben mal sieben Jahre, im Erlassjahr:

Da soll jede Familie wieder zu ihrem - als ursprünglich gerecht verteilt gedachten

- Boden zurückkehren dürfen. Als Herzstück des Wirtschaftsrechts kann

das Zinsverbot betrachtet werden.

Das Gebot, keine Zinsen zu nehmen

Neben dem Sabbatgebot ist es das bestbezeugte Gebot. Explizit steht es in 2

Mose 22, 24-26, 3 Mose 25,35ff. und 5 Mose 23,20f, erscheint aber auch in

Portal zum Kirchplatz der

Bonifatiuskirche Dortmund

Was ein Mensch braucht, um wirtschaftlich aktiv zu

bleiben, darf ihm nicht als Pfand genommen werden.

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Psalm 15, Hesekiel 18 u.ö. Die älteste Fassung in 2 Mose 22 hat den verarmten

Bruder im Blick. Armut, der Zwang zu Leihen und das Problem des Zinses hängen

zusammen: Schulden sind der Kern sozialer Abhängigkeit, die mit dem Zins

verschärft wird. Vor anwachsender Schuld schützen soll das Gebot. In der zweiten

Fassung, 5 Mose, wird das Gebot erweitert auf alle Arten von Darlehen,

nicht mehr nur Notkredite. Erweitert wird der Kreis der Darlehensnehmer auf

alle Bewohner des Landes, nicht mehr nur Verarmte. Der jüngste Text, 3 Mose

25, begründet das Gebot damit, dass Ehrfurcht vor dem Gott, der aus Abhängigkeit

befreit, dazu führt, auch Mitmenschen ihre Unabhängigkeit erhalten zu

helfen.

Der Grundgedanke des Gebotes ist offenbar: Demjenigen, der so viel übrig hat,

dass er verleihen kann, wird zugemutet, dass er keinen Gewinn macht aus der

Bedürftigkeit dessen, der leihen muss oder aus dem Engagement dessen, der

leihen will, um damit (real!) zu wirtschaften.

Was bedeutet das für unseren Umgang mit Reichtum und Geld heute?

Anders als die klassische Ökonomie hält die Bibel uns nicht nur für Menschen

mit unbegrenzten Bedürfnissen. Sie traut uns zu, ein Gespür dafür zu entwickeln,

wann wir genug haben – und einen Blick dafür, was andere brauchen,

damit sie genug haben. Reichtum wie Geld sind kein Selbstzweck, sondern haben

dienende Funktion: Den Lebensmöglichkeiten der Menschen dienend – und

zwar allen - insbesondere den Schwächeren. Ihr Ergehen ist Kriterium dafür, ob

eine Regelung im Sinne der Gerechtigkeit Gottes ist. Wir kennen Prozesse der

Ansammlung von Vermögen auch heute. In Deutschland

besitzen die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung

über 60 % des Gesamtvermögens, die ärmsten

zehn Prozent sind überschuldet. Weltweit besitzen

die drei reichsten Männer etwa soviel wie das

Bruttoinlandsprodukt der 48 ärmsten Staaten mit 600 Millionen Menschen.

Reichtum und Geld sollen den

Lebensmöglichkeiten der Menschen

dienen — und zwar allen.

Müssen wir Zinsen abschaffen? Es gibt Ökonomen, die den Zins problematisieren,

darunter John Maynard Keynes. Es gibt Projekte, die mit „negativem Zins“

arbeiten, wie Regionalwährungen; es gibt islamische Finanzprodukte ohne

Zinsen.

Ob es gesamtgesellschaftlich oder in der globalen Ökonomie sinnvoll und umsetzbar

wäre, darüber lässt sich streiten. Offensichtlich aber ist, dass die Abkoppelung

des Finanzsektors von der Realwirtschaft eine der Ursachen der Finanzkrise

war und hoch problematisch bleibt. Wenn man etwa Geld damit verdienen

kann, dass man auf steigende Getreidepreise spekuliert, und sie zum

Steigen bringen kann, ohne ein reales Interesse am Kauf des Getreides zu haben

– mit den bekannten lebensbedrohlichen Folgen für Menschen in der südlichen

Welt – dann ist das mit der Intention des Zinsverbotes nicht vereinbar.

Dorothee Ernst

Pfarrerin/Religionslehrerin an der Gewerblichen Berufsschule Esslingen

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Was pflegt eigentlich die Kirchenpflege?

Unsere Kirchenpflegerin Regine Kaufmann im Interview

Gemeindebrief: Frau Kaufmann, Sie üben in der Kirchengemeinde

eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit als Kirchenpflegerin

aus. Da Ihre Arbeit jedoch in der Öffentlichkeit wenig

bekannt ist, wollen wir unseren Lesern Sie und Ihre Arbeit vorstellen.

Seit wann haben Sie die Stelle als Kirchenpflegerin inne und

was hat Sie bewogen, diese Stelle anzunehmen?

Regine Kaufmann: Seit September 2002 bin ich für die Kirchengemeinde

als Kirchenpflegerin tätig. Die Amtszeit ist nicht

identisch mit der Wahlperiode des Kirchengemeinderats. Zuerst

wurde ich auf drei Jahre, danach auf weitere acht Jahre vom

Kirchengemeinderat gewählt. Mit der Verpflichtung durch

Herrn Pfarrer Reusch wurde ich im Amt bestätigt. Die Kirchengemeinde

und das Pfarramt selbst waren mir bereits gut vertraut, da ich bereits

seit 1997 ehrenamtlich im ErwachsenenTreff mitarbeite und von 1997 bis 2007

die Vertretung der Pfarramtssekretärin bei Bedarf übernahm. Unsere drei Söhne

besuchten in dieser Zeit die Kinderkirche. Solange sie den Kindergarten Guter

Hirte in der Goethestraße besuchten, war ich dort im Elternbeirat. In die Arbeit

der Kirchenpflege hatte ich wenig Einblick. Darum nahm ich vor meiner Bewerbung

Kontakt mit dem damaligen Kirchenpfleger Herrn Klein auf, um mich über

die Tätigkeit zu informieren. Aufgrund meiner kaufmännischen Ausbildung und

dem Bezug zur Kirchengemeinde verbunden mit meinem Interesse am aktiven

Teilhaben war ich gerne für diese Aufgabe bereit. Es bot sich damals als eine

gute Kombination der Vereinbarkeit von unserer jungen Familie mit dem Wiedereinstieg

ins Berufsleben. Der Arbeitsplatz der Kirchenpflege ist nicht im

Pfarrhaus, sondern in der Privatwohnung. Dies war eine zusätzlich günstige

Option, um auch Ferien- und Krankzeiten der Kinder ohne Fehlzeiten am Arbeitsplatz

zu überbrücken.

Gemeindebrief: Welche Aufgaben hat eine Kirchenpflegerin?

Kaufmann: Die Tätigkeit der Kirchenpflege ist in Es geht um die Pflege und Verantwortung

der Öffentlichkeit wenig bekannt. Auch klingt

von allen Angelegenheiten der Kirchengemeinde,

die mit Geld und Vermögen in

der Begriff etwas „verstaubt“. Umfassend geht

es um die Pflege und Verantwortung von allen

Verbindung gebracht werden.

Angelegenheiten der Kirchengemeinde, die mit

„Geld und Vermögen“ in Verbindung gebracht werden. Dazu zählen allen voran

das Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen.

Dazu gehören z.B.: zusammen mit dem Pfarrer und dem Laienvorsitzenden die

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Rücklagenbildung

5%

Umlage

Kirchenbezirk

26%

Mitwirkung bei der Aufstellung des Haushaltsplanentwurfs, der komplette Zahlungsverkehr,

Mitwirkung bei der Aufstellung des Opferplans und des Opferzählplans,

die gesamte Buchführung der Einzug der Kindergartenelternbeiträge, die

Erstellung von Zuwendungsbescheinigungen, der jährliche Rechnungsabschluss.

Darüber hinaus umfasst die Kirchenpflege das Personalwesen, die Verwaltung

Die jährlichen Ausgaben unserer

Kirchengemeinde (Plan 2013):

€ 281.300,-

Gemeindearbeit

23%

Personal

36%

Unterhalt

von

Gebäuden

10%

der Liegenschaften, Beteiligung am Bauwesen

und die Verwaltung der Kindergärten.

Mitglied im Kirchengemeinderat

Die Kirchenpflegerin ist Kraft Amtes

Hier haben wir in Deizisau den Sonderfall,

dass bei der Betreuung der Kindergärten die Kirchenpflege getrennte Aufgabenbereiche

hat und ein gewisser Dienstanteil vom ersten Vorsitzenden des Kirchengemeinderats

Herrn Johannes Kress übernommen wird.

Die Kirchenpflege ist dem Kirchengemeinderat unterstellt und an dessen Beschlüsse

gebunden. Als Kirchenpflegerin bin ich Kraft Amtes Mitglied im Kirchengemeinderat

und in den Ausschüssen. Daraus ergeben sich zusätzliche Aufgabenfelder:

-Mitwirkung bei der Vorbereitung der Kirchengemeinderatssitzung,

- Ausführung von Beratungspunkten aus dem Bereich Kirchenpflege, - Organisation

des Geschäftsablaufs der Kirchenpflege, - Beteiligung an Verhandlungen

mit finanziellen Auswirkungen für die Kirchengemeinde und - auch die Auskunft

im Versicherungswesen.

Gemeindebrief: Was gefällt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders?

Kaufmann: Aus dieser Aufzählung wird ersichtlich, dass die Aufgaben der Kirchenpflege

sehr zahlreich, vielseitig und umfangreich sind. Aber gerade diese

Abwechslung macht diese Tätigkeit so interessant.

Die Kirchengemeinde ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts und darum

fallen auch hier Verwaltungsarbeiten an, die besonders

bei finanziellen und formalen Angelegenheiten

über die Kirchenpflege abgewickelt werden. Eine besondere

Herausforderung ist die Kombination von

Eigenständigkeit und Gremienarbeit. Die Kirchenpflege

ist Teil eines Netzwerks und kann nur dann optimal

die Aufgaben erfüllen, wenn alle Beteiligte ihren Anteil

verantwortlich beitragen. Der Sitz im Gremium

bietet die Chance, Impulse zu geben. Der Heimarbeitsplatz

bietet den Vorteil der selbstverantwortlichen

Arbeitseinteilung, jedoch auch die Notwendigkeit der

Trennung zwischen der Arbeit für die Kirchengemeinde

und der Zeit für meine Familie oder ehrenamtliche

Aufgaben.

Gemeindebrief: Gibt es Ereignisse, an die Sie sich besonders

gerne zurückerinnern?

Kaufmann: Nachdem ich nun schon zehn Jahre als

Kirchenpflegerin tätig bin, gibt es doch einige Momen-

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Infoteil zum Heraustrennen

Wir gratulieren zum Geburtstag


Ausblick

So. 02.06. 10.45 Uht

Di. 04.06. 14.00 Uhr

Ev. Gem.haus

Ev. Gem.haus

Gottesdienst mal ANDERS

10.15 Uhr Einladung zum Stehkaffee

Ökumenischer Seniorennachmittag: „Rund um

den Deizisauer Spargelanbau“ mit Familie Eberhardt

und den Montagsörglern

Do. 06.06. 20.00 Uhr Ev. Gem.haus Frauentreff: Das Buch Hiob—Unruhe

So. 09.06. 10.00 Uhr

Gsaidhof

So. 09.06. 17.00 Uhr Ev. Kirche Krabbelgottesdienst

Mi. 12.06. 19.30 Uhr

Do. 13.06. 18.00 Uhr

Ev. Gem.haus

Ev. Gem.haus

Erntebitt-Gottesdienst und Kindergottesdienst

im Grünen mit Posaunenchor und anschließendem

Kirchenkaffee (Pfarrer Grauer)

Infoabend „Asyl in Deizisau“ mit Ref. Jutta Woditsch,

Arbeiterwohlfahrt

Abend für Frauen: „Elisabeth von Thüringen“

vorgestellt von Diakon K. Hillius

So. 16.06. 09.30. Uhr Ev. Kirche Gottesdienst mit Taufen (Pfarrer Grauer)

Mo. 17.06. 19.30 Uhr Kath. Kirche Taizé-Abendgebet

Mi. 17.06. 18.30 Uhr

Do. 20.06. 19.30 Uhr

Ev. Gem.haus

Ev. Gem.haus

Die Flotten +/-60er: Serenadenabend mit

„Pierrolo“

Gemeindeforum zur Vorstellung des Leitbilds

(nähere Infos auf Seite 15 des Gemeindebriefs)

Do. 20.06. 20.00 Uhr Ev. Gem.haus Frauentreff: Mittsommernacht

So. 23.06. 09.30 Uhr

Ev. Kirche

Gottesdienst mit Vorstellung der Konfirmandinnen

und Konfirmanden

Mo. 24.06. 16.00 Uhr Steiner a.F. Trauercafé Regenbogen

Mi. 26.06. 20.00 Uhr

Ev. Gem.haus

Erwachsenentreff: „Was kosten die Welt…? -

Kinder und Konsum“ mit Ref. Mario Rosentreter

28.-30.06. ganztägig Ev. Gem.haus Kindercamp

So. 30.06. 09.30 Uhr Ev. Kirche Gottesdienst (Pfarrerin Fleischer)

So. 30.06. 10.30 Uhr

Pfarrwäldle

Gottesdienst zum Abschluss des Kindercamps

(Diakon Hammer und Kindercampteam)


Ausblick

Di. 02.07.

14.00 Uhr Ev. Gem.haus

So. 07.07. 10.00 Uhr Pfarrwäldle

So. 07.07.

Ab 11.00

Uhr

Pfarrwäldle und

ev– Gem.haus

Ökumenischer Seniorennachmittag Jahresausflug

: Es geht nach Trochtelfingen zur Besichtigung

von Teigwarenproduzent Albgold

Gottesdienst für Jung und Alt mit dem Kirchenchor

und dem Posaunenchor

Ökumenisches Gemeindefest der evangelischen

Kirchengemeinde und Beteiligung der kath. Kirchengemeinde

Do. 12.07. 20.00 Uhr Ev.Gem.haus Frauentreff: Sommerfest

So. 14.07. 09.30 Uhr Ev. Kirche

Mo. 15.07. 19.30 Uhr Ev. Kirche

Do. 18.07. 19.30 Uhr Ev. Gem.haus

So. 21.07. 10.00 Uhr Festzelt

Do. 25.07. 20.00 Uhr Pfarrhof

So. 28.07. 09.30 Uhr Ev. Kirche

Mo. 29.07. 16.00 Uhr Steiner a.F.

Gottesdienst mit Taufen (Pfarrer Grauer)

Taizé-Abendgebet

Öffentliche Sitzung Kirchengemeinderat

Ökum. Festgottesdienst mit Posaunenchören

Movienight

Gottesdienst zur Movienight (Pfarrerin Fleischer)

Trauercafé Regenbogen

Ein buntes Festprogramm erwartet Sie:

Weißwurstessen, frische Pizza, Rote und

Schweinehals vom Grill, Salatbuffet u.v.m.,

anschließend Kaffee und Kuchen. Bedienung

im Gemeindehaus (barrierefreier Zugang)

Büchercafé im Gemeindesaal

Kinderflohmarkt

geführte Turmbesteigungen

13.30 Uhr Kindergartenaufführung

14.30 Uhr Spielstraße, Singen für Kinder,

Angebote für Jugendliche


Freud und Leid aus unserer Kirchengemeinde

(März bis Mai 2013)

Jesus Christus

spricht:

Ich lebe,

und ihr sollt

auch leben.

(Joh 14,19)

Bei dir ist die

Quelle des

Lebens und in

deinem Lichte

sehen wir das

Licht.

(Psalm 36,10)

Asyl in Deizisau. Ein Infoabend.

Am Mittwoch, 12. Juni um 19.30 Uhr im Gemeindehaus. Aktuelle Infos zur

gegenwärtigen Situation von Asylbewerbern, Asylverfahren und Unterstützungsmöglichkeiten

für Asylbewerber hier in Deizisau.

Referentin: Jutta Woditsch, Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Esslingen e.V.

Kino — umsonst und draußen

am Donnerstag, 25. Juli im Pfarrhof

Der Jugendkirchengemeinderat lädt ein

zum Open-Air Kino. Die Predigt im Gottesdienst

am darauf folgenden Sonntag (28.

Juli) widmet sich dem Thema des Films.

Weitere aktuelle und interessante Infos

aus unserer Kirchengemeinde finden Sie unter

www.deizisau-evangelisch.de


te, die noch länger in mir nachklingen. Die Feste in unserer Kirchengemeinde

genieße ich sehr, weil sie die Lebendigkeit unserer großen Gemeinde widerspiegeln

und Jung und Alt sich zusammenfinden. Die Investituren von Frau Pfarrerin

Fleischer und Herrn Pfarrer Grauer zählen ebenfalls dazu. Die Verabschiedung

Opfer und

Spenden

16%

sonst. Einnahmen

14%

der früheren langjährigen Mesnerin Frau Else Kress im

Gottesdienst war ein schöner Anlass Danke zu sagen.

Ein großes Ereignis war die Anschaffung der neuen

Friedensglocke in allen Etappen mitzuerleben, besonders

der Glockenguss. Der Kirchengemeinderat verbringt

jährlich ein Arbeitswochenende zusammen, die

sog. Klausur. Diese Zeit und Erfahrung halte ich für

sehr wertvoll als Gelegenheit sich gegenseitig anders

kennenzulernen und ohne Tagesordnungspunkte im

Gespräch zu sein.

Gemeindebrief: Wie wirken sich die immer knapper

werdenden Haushaltsmittel auf Ihre Arbeit aus?

Kaufmann: Damit sprechen Sie einen zentralen Punkt

der aktuellen Sitzungsthemen im Kirchengemeinderat

an. Einerseits verpflichtet die neue Haushaltssystematik

zur Kapitalrücklage, um für die Erhaltung der

Gebäudesubstanz zu sorgen. Andererseits erfolgt die

Zuteilung der Kirchensteuermittel an die Kirchengemeinden

nach einer neuen Budgetierung, die den finanziellen Spielraum auch

unserer Kirchengemeinde zusätzlich einengt. Dies erfordert ein Bewusstsein

zum verantwortungsvollen Umgang mit dem uns anvertrauten Vermögen. Ein

fruchtbares Gemeindeleben soll darunter nicht leiden. Dieser Verantwortung

müssen wir uns stellen und für die folgenden Generationen gerecht und zukunftsorientiert

handeln.

Gemeindebrief: Hat sich ihr Aufgabenbereich in den letzten Jahren verändert?

Kaufmann: Zu Beginn meiner Tätigkeit wurde

die manuelle Buchführung auf EDV-

Buchhaltung umgestellt. Dieser Prozess war

sehr zeitintensiv und umfangreich. Im Verlauf

der letzten Jahre hat sich meine Tätigkeit als Kirchenpflegerin inhaltlich

und auch vom Umfang her verändert. Der Arbeitsbereich erhöhte sich aufgrund

personeller Veränderungen und auch aufgrund veränderter Arbeitsprozesse.

Diese Veränderungen bieten die Chance, die eigene Tätigkeit zu reflektieren und

das Wesentliche nicht außer Acht zu lassen. „So viel du brauchst“ war das Motto

des Kirchentags in Hamburg im Mai. Wenn wir uns darauf besinnen und uns mit

dem, was wir haben zufrieden stellen und wir unsere Fähigkeiten nutzen, ob nun

hauptamtlich, nebenberuflich oder als ehrenamtlich tätiges Gemeindeglied,

dann wird auch weiterhin ein Gemeindeleben in christlicher Gemeinschaft gelingen.

Die Fragen stellte Siegfried Künstle.

Ein fruchtbares Gemeindeleben soll nicht

unter engen finanziellen Spielräumen

leiden

Die jährlichen Einnahmen unserer

Kirchengemeinde (Plan 2013):

€ 274.790,-

Kirchensteuer70%

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Die Kirche und das liebe Geld

Was Sie schon immer über die Kirchensteuer wissen wollten

Wer zahlt überhaupt Kirchensteuer?

Jedes Kirchenmitglied, das Einkommen-, Lohn- oder Kapitalertragssteuer zahlt, ist

kirchensteuerpflichtig. Unter bestimmten Umständen (z.B. bei glaubensverschiedenen

Ehen) wird zudem ein „Kirchgeld“ erhoben. Die Kirchensteuer wird vom Staat

direkt eingezogen und dann an die Kirchen weitergegeben. Das heißt aber auch: Die

Kirchensteuer schwankt mit der wirtschaftlichen Entwicklung und der Steuergesetzgebung

– diese Schwankungen sind weit höher als die Effekte durch Kirchenaustritte.

Wieso zieht der Staat die Kirchensteuer ein? Kirche und Staat sind in

Deutschland doch getrennt?

Nicht ganz. Kirchen (und ggf. auch andere Religionsgemeinschaften) sind in

Deutschland Körperschaften des öffentlichen Rechts. Für die Kirchen hat der Einzug

der Kirchensteuer durch den Staat den Vorteil, dass sie dafür keine eigene Steuerverwaltung

aufbauen müssen. Dafür bezahlen sie dem Staat Geld für das Einziehen der

Kirchensteuer.

Wofür wird die Kirchensteuer überhaupt ausgegeben?

In der evangelischen Kirche wird die Kirchensteuer zunächst einmal der Landeskirche

zugeteilt. Ungefähr 40% davon gehen als Umlage an die Kirchengemeinden – für

Personal, Gebäude und Sachmittel. Weitere 40% tragen die Aufgaben der Landeskirche

– neben der Verwaltung und überregionalen Aufgaben sind das vor allem die

Gehälter der Pfarrerinnen und Pfarrer. 20% der Kirchensteuern werden für gesamtkirchliche

Aufgaben aufgewendet: kirchliche Entwicklungshilfe, EKD

-Umlage u.a. Die Kirchensteuer wird also überwiegend für innerkirchliche

Zwecke verwendet, d.h. vor allem für die Verkündigung

und Seelsorge als erster Aufgabe der Kirche.

Aber die Kirche betreibt doch viel Sozialarbeit. Wird die

denn nicht durch die Kirchensteuer finanziert?

Nur zu einem kleinen Teil. Im Großen und Ganzen sind das Aufgaben,

die die Kirchen (und andere Träger) subsidiär für die ganze

Gesellschaft wahrnehmen. Die Kirche bzw. die diakonischen Träger

sind hier Anbieter für soziale Dienstleistungen , die sich z.B. an

staatlichen Ausschreibungen beteiligen. Kirchliche Krankenhäuser,

12 10


Kindergärten oder Sozialstationen werden überwiegend durch öffentliche Gelder

finanziert: Steuern, Kassenbeiträge, Elternbeiträge und andere. Ein kleiner (und

eher sinkender) Anteil an den dabei entstehenden Kosten wird allerdings auch aus

Kirchensteuermitteln getragen.

Wieso geht meine Kirchensteuer nicht direkt an unsere Gemeinde?

Das wäre nicht ganz gerecht. Reichere Gemeinden könnten sich eine viel bessere

seelsorgerliche Versorgung leisten als ärmere. Pfarrerinnen und Pfarrer werden

Was geschieht mit 100 Euro Kirchensteuer?

Kirchengemeinden

Landeskirche (ohne

Kirchengemeinden)

Gesamtkirchliche

Aufgaben

Personal (für Gemeindearbeit, Kindergärten, Diakoniestationen)

24,00 Euro

Gebäude, Umlagen, Sachaufwendungen 16,00 Euro 40,00 Euro

Gemeindearbeit, Gottesdienst, Kirchenmusik (einschl.

Bezüge der PfarrerInnen)

Schulen, Religionspädagigik, Jugendarbeit

Weltmission, Erwachsenenbilung

19,20 Euro

11,60 Euro

3,60 Euro

Seelsorge, Beratung 5,60 Euro 40,00 Euro

Kirchlicher Entwicklungsdienst, Evangelische Kirche in

Deutschland, Kosten für Kirchensteuereinzug

außerdem

von der

Landeskirche

bezahlt,

um

Abhängigkeiten

zwischen

Gemeinde

und

Pfarrerin

bzw. Pfarrer

zu vermeiden.

Zudem finanziert die Landeskirche viele übergemeindliche Aufgaben. Allerdings

können die Gemeinden aus eigener Kraft über zusätzliche Mittel, z.B.

Spenden, ein breiteres kirchliches Angebot schaffen, wo die Kirchensteuermittel

nicht ausreichen. In Deizisau betrifft das zum Beispiel die Diakonenstelle.

Welche Alternativen gibt es zum Kirchensteuersystem?

Europaweit gibt es viele Modelle der Kirchenfinanzierung. Sie alle haben ihre Vorund

Nachteile. In Österreich erheben die Kirchen feste Mitgliedsbeiträge, haben

aber hohe Kosten für das Eintreiben der Beiträge. In Frankreich sind die Kirchen

überwiegend auf freiwillige Beiträge und Spenden angewiesen. Das erhöht die

Identifikation der Spender mit der Kirche. Weil eine entsprechende Spendenkultur

dort aber nicht so weit entwickelt ist wie etwa in den USA, ist das Aufkommen für

die Kirchen letztlich zu niedrig. In Italien gibt es eine Art Kultussteuer, bei der die

Steuerpflichtigen angeben, welcher Kirche oder Organisation ihr Geld zukommt.

Eine solche verkappte Staatsfinanzierung wäre in Deutschland derzeit allerdings

noch verfassungsrechtlich schwierig,

Ich habe noch Fragen zur Kirchensteuer.

Die Landeskirche betreibt ein kostenloses Infotelefon (0800-7137137). Unter

www.kirchenfinanzen.de informiert die EKD. Eine kirchenkritische Infoseite ist

unter www.kirchensteuer.de zugänglich.

Johannes Grützmacher

20,00 Euro 20,00 Euro

13 11


„Ohne Moos nix los…“

… Mit diesem flapsigen Spruch ist die Bedeutung des Geldes auf den Punkt gebracht.

Ohne Geld geht bei den meisten von uns nichts – kein Einkauf beim Bäcker,

keine Behandlung beim Zahnarzt, kein Gemeindefest in der Kirchengemeinde.

Nur mit Geld funktioniert der Tauschvorgang: Meine Arbeit als Banker gegen

eine neue Jeans, die ich mir selber nicht nähen kann.

Geld ist eine tolle Erfindung, weil es das Tauschen erleichtert. Für eine neue

Jeans, die ein ortsansässiges Kleidergeschäft anbietet, muss ich eine knappe

Stunde arbeiten, für einen vollen Tank meines Autos ungefähr fünf Stunden –

alles ganz einfach.

Der große Vorteil des Geldes ist aber auch sein größter Nachteil. Wie schwer ich

für meinen Stundenlohn arbeiten muss, weiß ich – wie schwer aber die Näherin

für meine neue Jeans arbeiten musste und unter welchen Bedingungen, das

weiß ich nicht. Und ob die Ölförderung für mein Benzin umweltschonend erfolgt

ist, kann mir die freundliche Kassiererin in der Tankstelle auch nicht garantieren.

Geld macht das Tauschen anonym. Ich kenne meinen Tauschpartner oft gar

nicht, weiß nicht, wie mein Tauschgegenstand hergestellt wurde und was mit

meinem Tauschmittel Geld gemacht wird. Vielleicht würde ich gar nicht mehr

tauschen wollen, wenn ich es wüsste.

Manchmal erfahren wir es dann doch. Lebensmittelskandale decken auf, dass

das günstig gekaufte Fleisch gar nicht den von mir gedachten Tauschwert hatte

und verunreinigt oder minderwertig war. Oder das Fernsehen zeigt ein eingestürztes

Fabrikgebäude in Bangladesh, in dem die Näherin meiner Jeans eingeschlossen

war und ums Leben gekommen ist. Da merke ich plötzlich, dass ich

einen schlechten Tausch gemacht habe – schlimmer noch, dass ich mit meinem

Tauschverhalten Ausbeutung, Unterdrückung, gar schlimme Unglücke

unterstützt habe.

Deshalb sollten wir unser Tauschmittel Geld nicht „kopf- und herzlos“ einsetzen.

Sondern nachfragen, ob ich mich an einem fairen Tausch beteilige. Damit

ich nicht nur für die Herkunft meines Geldes ein gutes Gewissen habe, sondern

auch für die Verwendung.

Genau dies versucht der Faire Handel in die Tat umzusetzen – einige Produkte

gibt’s sogar im Deizisauer Geschäften zu kaufen, oder beim Kirchenkaffee nach

dem Gottesdienst – oder im Eine Welt Laden in Altbach. Faire Jeans gibt es in

Deizisau übrigens nicht. Aber unter www.gardeur.de wenigstens welche mit fair

gehandelter Baumwolle – für die ich dann aber mehr Stunden arbeiten muss.

(Anm. der Redaktion: Infos zu fairen Herstellungsbedingungen bei Textilien

auch unter www.fairwear.org)

12


Auch wenn man sein Geld vorerst aufbewahren will, es also auf eine Bank bringt,

sollte man genau hinschauen. Denn die Bank legt es ja nicht schön gebündelt in

den Keller, sondern lässt es „arbeiten“. Sie vergibt damit Kredite für einen Hausbau

oder den Kauf einer Maschine, oder sie erwirbt damit Wertpapiere von Staaten

oder großen Firmen. Allerdings, auch hier geht es meistens anonym zu. Der

freundliche Anlageberater kann mir nicht sagen, wer nun mein Geld bekommen

hat. Ob nicht vielleicht doch ein Teil davon auf verschlungenen Pfaden die Importfirma

finanziert, deren Jeans ich auf keinen Fall mehr kaufen will.

Unsere Kirchengemeinde hat deshalb schon vor Jahren ein Zeichen gesetzt

und einen Teil ihrer Rücklage bei der Darlehensgenossenschaft

OIKOCREDIT angelegt. Dort wird genau darauf achtet, dass keine Ausbeutung,

Gewalt oder Umweltverschmutzung finanziert wird – und

offen aufgelistet, wer ein Darlehen bekommen hat.

Wenn Sie sich für eine solche transparente und faire Geldanlage interessieren:

Info unter www.oikocredit.de.

Geld ist eine tolle Erfindung – braucht aber einen verantwortungsvollen Umgang.

Immer mehr Menschen setzen sich für einen fairen Umgang mit Geld ein.

Beim Tauschen, Aufbewahren und sogar beim Verschenken oder Vererben. Ein

spannendes Thema, bei dem man viel über sich selbst und unsere Welt lernen

kann.

Johannes Kress

Die fränkische Schweiz erleben — Seniorenfreizeit 2013

Ja, diese schöne Landschaft konnten beinahe 40

Personen im Mai erleben, wo die diesjährige Seniorenfreizeit

stattfand. Die Teilnehmer erkundeten

nicht nur die deutsche Burgenstraße mit

den vielen fränkischen Schlössern und Burgen,

sondern auch das Freizeitthema fand unter

diesem Motto statt. So erlebten die Senioren

ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm

mit der Morgengymnastik, dem Morgenlob,

verschiedenen Ausflugsfahrten in die nähere

Umgebung und endeten mit einem abwechslungsreichen

Abendprogramm mit

Musik, Spielen, Filmen, den „Lustigen Burschen“ und

vielem mehr. „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er

in die Weite Welt …“, so freuen sich viele schon auf das

Freizeitnachtreffen am 24. September, zu dem Interessierte gerne mit eingeladen

sind.

Klaus Hillius

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Geld oder Glaube? - Eine Nachlese zur Konfirmation

Warum lassen junge Menschen sich heutzutage konfirmieren? „Ich weiß schon, dass

viele Erwachsene meinen, wir machen die Konfirmation nur wegen dem Geld", sagt

Luca, 13 Jahre in dem Film „Geld oder Glaube“ des Filmemachers Bernd Umbreit. Ein

Jahr lang hat Umbreit Jugendliche in Markgröningen während ihrer Konfirmandenzeit

mit der Kamera begleitet. Dabei hat er entdeckt, dass die Dinge bei Jugendlichen

nicht immer so sind, wie „Erwachsene meinen“. So

mancher, der sich auf den Konfirmandenunterricht nur wegen

des Familienfestes und der zu erwartenden Geldgeschenke

eingelassen hat, konnte im Laufe des Konfi-Jahres feststellen,

dass doch mehr dabei herausspringen könnte.

Auch bei Deizisauer Jugendlichen ist nicht alles so, wie

„Erwachsene meinen“. Wir haben die jungen Leute, die sich

im Mai konfirmieren ließen, zum Thema „Geld oder Glaube“ befragt.

Ohne Zweifel spielt Geld bei der Konfirmation eine Rolle. Durchschnittlich 1900 Euro

bekam jeder Deizisauer Konfirmand in diesem Jahr geschenkt. Trotzdem finden viele,

dass sich ihre Konfirmandenzeit auch dann gelohnt hätte, wenn sie wider Erwarten

keine Geschenke und kein Geld zur Konfirmation bekommen hätten. 47 % beantworteten

diese Frage eindeutig mit „Ja“, 23% mit „vielleicht“ und 30% mit einem

klaren „Nein“.

Vielen Jugendlichen geht es also nicht nur ums Geld. Geld oder Glaube — für 63% ist

beides gleich wichtig. 17% messen dem Glauben eine größere Bedeutung zu. Für

20% steht eindeutig das Geld im Vordergrund. Aus den Kommentaren wird deutlich,

dass die Jugendlichen die Realität klar wahrnehmen: „Heutzutage spielt Geld eine

große Rolle“, schreibt jemand. Noch deutlicher wird ein anderer: „Geld regiert die

Welt“. „Ohne Geld kann ich mein Studium nicht finanzieren“ sagt einer. Schließlich

stellt jemand fest: „Mit Geld kann man auch Menschen helfen.“

Und der Glaube? Diesbezüglich sind die jungen Leute wohltuend ehrlich: „Es

ist nicht ganz einfach, an Gott zu glauben, weil es nicht bewiesen ist, ob es

ihn gibt oder nicht. Keiner hat ihn je gesehen und er redet nicht selbst mit

uns“, sagte einer im Konfirmationsgottesdienst. „Manchmal fällt es leicht, an

Gott zu glauben, wenn er dir das Gefühl gibt, dass er bei dir ist“, sagte ein

anderer. Eine Konfirmandin ist der Überzeugung: „Es ändert etwas im Leben,

wenn man an Gott glaubt, weil er einem Mut geben kann, wenn man nicht

mehr weiter weiß. Man kann sich sicher sein, dass er einem zuhört.“

Geld oder Glaube — für viele Konfirmandinnen und Konfirmanden sind das

zwei Seiten einer Medaille, sowohl bei der Konfirmation als auch im ganz normalen

Leben.

Clemens Grauer

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Kirche in Deizisau 2020—Einladung zum Gemeindeforum

Da ist eine weite Ebene. Eine karge, steinige Graslandschaft, Schneereste und

darüber die Weite des Himmels. Und dann steht da ein Zelt. Auf den ersten Blick

mag mancher denken: keine einzige Nacht

möchte ich da drin verbringen: Wind und

Wetter ausgesetzt, auf einer schmalen Matte

im engen Schlafsack. Und doch: Wer es

schon einmal ausprobiert hat, der weiß: So

ein Zelt ist zwar ein kleiner und leichter,

aber auch ein zuverlässiger Schutzraum.

Man kann sich darin geborgen fühlen. Es

hält warm und es verbindet diejenigen, die

sich den Platz darin teilen.

Für uns im Kirchengemeinderat ist das Zelt

ein Bild für Kirche. Seit ungefähr einem

Jahr entwickeln wir zusammen mit dem Jugendkirchengemeinderat

ein Leitbild für

unsere Deizisauer Kirchengemeinde. Wo soll die Entwicklung unserer Kirchengemeinde

in den kommenden Jahren hingehen? Welche Zukunftsvision haben wir

für das kirchliche Leben hier in Deizisau? Was kann uns unserer Vision von Kirche

näher bringen? Aus der Beschäftigung mit solchen Fragen und aus viele Diskussionen

ist in den vergangenen 14 Monaten ein

Leitbild für unsere Kirchengemeinde entstanden unter der Überschrift:

Kirche aus Begeisterung unter Gottes großem Zelt

Dieses Leitbild soll uns helfen, in den nächsten Jahren das Leben und die Angeboten

in unserer Kirchengemeinde weiter zu entwickeln. Aber noch ist das Leitbild

nicht ganz fertig. Ein entscheidender Beitrag dazu fehlt noch: nämlich Ihrer!

Deshalb laden wie Sie herzlich ein zu einem

Gemeindeforum

am 20. Juni 2013 um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus

An diesem Abend wird das Leitbild vorgestellt, und wir möchten mit Ihnen darüber

ins Gespräch kommen. Wir möchten erfahren, was Sie über die Visionen von

Kirche denken, die wir zu Papier gebracht haben. Die Impulse aus diesem Abend

werden natürlich in die endgültige Version des Leitbilds einfließen.

Impressum:

Herausgeber: Evang. Kirchengemeinde Deizisau, Kirchstr. 4, 73779 Deizisau,

Tel.: 07153/27752, www.deizisau-evangelisch.de

Fotos: wikimedia.org, flickr.com, gemeindebrief.evangelisch.de, privat

Clemens Grauer

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Des wär doch ebbes:

a dockeligs Häusle

a netts Gärtle

a gscheits Büchle

Aber isch ebbes scho elles…?

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