Aufrufe
vor 4 Jahren

Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst

Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst

4 Unsere Bilder.

4 Unsere Bilder. Zeitweise wirft die Frühlingssonue schon ihre trahlen auf das lläu~erkonglomerat der Metropole, aber deI' Winterstrom des Berliner Lebens ranscht noch in seinen alten Formen weiter. Noch ist nicht die .eine" Schwalbe da, die den ommer machen könnte und unsere l'eiselu tigen Patrizier ziehen noch nicht in die Feme. So wie bishel' der konvexe Wellenschlag des gesellschaftlichen Lebens, der Theateramüsements, der five 0 clocks, deI' industriellen, sozialen lind wissenschaftlichen Betätigung und so wie bisher die konkave Wellenform des Dahinsterbens, des Todes ... Ein piegelbild dieser Variationen ist unsel'e Märzllllmmer. ie führt uns mit dem ersten Bilde die inkarnierte Lebenslust vor. Robert teidl! Die flotte, melodienreiche Operette .Das Veilchenm~idel" beherrscht seit einiger Zeit das Repertoire des Apol lotheaters und prismenartig konzentriert sich in Robert Steidl's Darstellung, der das Tanzbein einer spar..ischen Tänzerin schwingt, der ergötzliche Uebermut und der lachende Farbenreichtum der Komöd ie, - Von dem schmalen Podium der Bretter begeben wir uns alU das alles umfassende Terrain der Philosophie uud wir hegrüssen die chriflstelJerin Ellen Key , die vor wenigen ';V ocben als gefeierter Gast in unseren Mauern weilte. Den bedentenden Ruf, welcher der Philosoph in durch ihre die tiefsten Probleme der sozialen Erscheinungen behandelnden, in gemeinverständige, künslleriscl1e Formen gefa sten vVerke voransging, war die Dame trotz oder vielleicht gerade infolge ihres schlichten ' ,Vesens im Stande, zu befestigen und zu erhöben, - Auf Seite 5 bietet das Berliner Leben diesmal gleicbzeitig den Kunstfreunden und deu Freundinnen der Bühne ein Vergnügen, das Heim beliebter Bübnengrössen vorfübrend. Die Angen der preeuacktische werden luchten, lto omme rstorff, den letzten "klassischen" Darsteller, A lb ert Patry, den vorzüglichen Interpreten moderner Darstellnngskunst in ihrer Hänslichkeit sehen zu dürfen und die Kunstfrennde kommen insofern auf ihre Kosten, als sie in Frau. ommerstorff uud Frau Patry nicht nur h ünsllerfrauen, sondern anch 5elbst die b dentenden künstlerischen PerSÖlllichkeiten, Frau "Ges s ne r" llnd Frau " Rei se n hof er" kennen lernen. - Engverwandt mit iler pla tiscben Darstellungskunst ist e1 ie Architektonik; die Tendenzen beidel' Kunstartcn unbeschadet des verschiedenartigeu Materials nähern sich besonders daun, wenn sie in unserem .Inn eren Illusionen transcendentaler latur auslösen, paralysieren oder kräftigen wollen. Dann schreibt der Dicbter eiuen Fallst und der Baumeister baut eine Kircbe. Mit der Fertigstellung des neuen Domes unter den Linden ist Ber1in um ein gewaltiges Kunstwerk bereichert und der Idee des Evangelinm~ ist ein herrliches Dcukmal gesetzt worden. Die drei Baumeister, welche ihre gTosse cbaffenskraft zu einem 'Werke vereinten, sind der Geheime Regierungsrat Ilr. lng, Professor J. . Raschdorff, Ober-Regierungsrat Prdessor . Raschdorff und KönigL Baurat J. Kleinau, Geheimer Regierungsrat J. C. Raschdorff halte die berleitung, Professor • Raschdodf stand der Abteilung I für die Bearbeitung der baukünstlerischen Entwürfe, Modelle und dergl. vor, die Abteilung II für die spezielle Leitung der Bauausführung, die gesamte Geschäftsführung und das Rechnungswesen leitete der Baurat J. K leinau. - Wir gedeuken auf dieser ISeite auch der uns in jüngster Zeit durch den Tod entrissenen, verdienstvollen Männer. Schon in der vorigen N ummer des Berliner Lebens balten wir Gelegenheit gehabt, von der Bedeutung unserer Feuerwehr zu sprechen, auch das S~h lussbi1d in dieser ummer .Unsere Feuerwehr TI", auf dem wir die Mannscha(ten bei der Uebung sehen, mit .Sprungtuch" und "Raucbhelm" operierend, gibt uns eine Vorstellung von dem idealen, aber au ch so schweren und verantwortungsvollen Berufe der Feuerwebr, allein zm rechten Erkenntnis ihrer Bedeutung gelangeu wu' erst, wenn wir das Lebenswerk des nl1nmebl' vel'stol'benen Branddirektors Giersberg würdigen. Denn desse.n Lebenswerk ist eben die Berliner Feuerwehr, wie sie heute ist. Als er in der Eigenschaft eines Branddirektors nach Berlin berufen wurde, ging er mit grös~tem Eifer an durchgreifende Reformen. Unter seiner Leitnng will'e1en sämtliche Löscbzüge mit Dampfspritzen versehen, um den Ausbau der Feuerwehrwachen machte er sich verdient, einen zweckdienlichen Rauchschutzapparat erfand er selbst und führte ihn ein. Als Verwaltnngsbeamter entfalte!e er eine fast ungewöhnliche Arbeitskraft. Erst wenige Jahre sind es ber, dass .Gustav v. Moser" sich in ein besseres Jenseits zurückgezogen und nun ist ibm als treu er Compagnon in verhältnismässig jungen Jabren der produktive und erfolgreiche Lustspieldichter T hil o v. Trotha in den Tod gefolgt. rsprünglich Militiir, quittierte er dea Dienst, um sich der schriftstellerischen Tätigkeit zu widmen. Der Lustspieldichter batte ein en guten Blick [[ir humoristische Situationen des Mjjitär- und Horlebens. Den Haupterfolg erzielte er mit seinem Lustspiel .Horgunst." Trotha war als Menscb sehr beliebt und sein Tod wird von allen, die ihn kannten, aufrichtig beklagt und betrauert. - Eine hervqnagende Persönlichkeit im Reiche der vVissenscbaft war Professor DL Ad olf B asti an, Direktor des Museums Hit' Völkerknnde, dessen gelehrtes Auge vor Kurzem erlcschen, dessen wissenscbaftlichen I e­ strebungen deI' Tod auf einer Forschungsreise ein Ziel gesetzt. In diesem Gelebrten, der uoch im 79, Jahre kein .olium Cllln digeitate" kannte, verliert die deutsche Wissenschaft einen ihrer hervorragendsten Vertreter, . einen Bemühungen, auch die geringsten Kulturdenkmale lebender oder ausgestorbener Völker zu sammeln, verdanken wir die Mu e en für Völkerkunde. Nun ist e~' dahingegangen - au deI' Heimat - in den Tod, möge il.m, tief betnuert von seinen Mitbürgern, die fremde Erde leicht werden. - Heinrich Heine sagt: .Ein anderes Bild ein neues Bild - ein neues Bild ein schön'res!" Und man wird dem t1llgezogenen Liebhaber der Grazien cum grano salis I{echt geben müssen, da wir uns den schmerzlichen Betrachtungen über To I und Vergängli chkeit abwenden und dem Festmahle der fröhlich gestimmten Liebhabern llnd Freunden der Grazien zu, die sich zum 60 jährigen Jubil ä um der Offizier-Tischgesellschaft im Römischen Hof zusammengefunden haben. 60 JahreJ Liegen zwischen dem Gründungstag dieser Gesellscbaft und ihrem J ubiläum nicht der Krieg von G6 - von 70 ? icht Leiden, Strapazen, bei denen in heissen Tagen draussen im Felde der Trunk aus bohler I-land und die vertrocknete Rinde mundete ? Was Wunder, wenn jetzt beim funkelnden Glase die Augen leuchten und hoffnungsfroh die dem .Mars" Geweihten der Zukullft entgegenscbauen? - Licht und Fröhlichkeit strahlt auch der Bildercyklus aus, der uns das Ballfest des Vereins der Künstlerinnen und das Kinder-BaUfest der .Bösen­ Buben" in seinen charakteristiscbsten cenen und)nteressantesten Momenten festhält illld versinnbildlich l. Uuter den vielen bekannten Persönlichkeiten fällt besonders der Violinvirtuose Pr'ofessor Heinl'ich Grünfeld und der Hofkapellmeister Richard Stl'auss ins Auge, Den Preis als .echter böser Bube" hat sicher am:FestabendHeu S i. gis m un d mit dem Fähnchen davongetragen. - "Ziehet Euere Sehube aus, denn der Boden, den Ihr betretet, ist heilig I" An diese biblischen Worte müssen wir in unserem um das goldene Kalb tanzenden Zeitalter denken, wenn wir den photographischen Aufnabmen .Aus deI' Reichsbank" unsere Aufmerksamkeit schenken. Und besonders das letZI e Bild, die .Zählkasse" wird unserer stummen Bewnnderung' sicher sein. .Dreissig Millionen" Mal'k auf einem Tische -! Wie viel seidene Jupons könnte sich nicbt die junge Berlinerin dafür kaufen und der avalicr ihr wie viel echte Taits'sche Fingerringe das llick a 2 Mk. - Das Teilprogramm eines vornebmen FeJtes, das auf Veranlassung der deutschen Adclsgenossenscbafl zur utersliltzung bedürftiger Witwen und Waisen gebildeter Stände im Kroll'schen Etablissement arrangiert worden war, bildeten die "secbs lebenden Bil der", welche die bier photograpbi~cb wiedergegebenen, von .0 e tken" gemaltenMosaiken ans der Kemenate der heiligen Elisabe th von der Wartburg dar tellen. Von hohem künstlerischen Reiz wu'kt!:11 ie und wie aus einer Märchenwelt herausO'eschnitten. - Die Seite j 6 ist wieder den Erinnerungen teils verstorbener, teils n ch lebender Bühnengrössell geweiht. Wir sehen die berlihmte relinger, die im Jabre 1865 mit Bürgers ,,4 Bretter und 4- Brettehen" die Bretter vertauschte, welche die vVelt bedeuten, wir sehell die bedeutende Mila Roeder und Lina Fuhr; d r Charakterdarstelhlllgskullst "Friedd c h Haases", der am 1 4. Ja Il U ar 1 D 0 6 das J ubiHi u m sei IJ es ersten Auflretcns vor 60 Jahren in 'Weimar feiern kann und hoffen tlich so rüslig wie heute fe iern wird, müssen wir beim Anblick seiner herrlichen Köpfe gedenken und neben der berübmten Ra mm bewundern wir die Gestallungsfähigkeit der Frau Hedwi g N i ema nD Raabe, von der diese Bilder erzählen. Leider ist die Künstlerin vor kurzem von einem scbweren Nervenleiden heimgesucht worden. - ]'1 eine exo ti ~cbe ·timmullg versetze'l uns die farbenprächtig'en Gemälde des bedeuteJl den Künstlers Max Rabes, dessen Atelier auf Seile 15 photographisch wiedergegeben ist. chilIe, fremde Meer, fremde Gestalten - und der Künstler selbst sitzt sinnend wie entü'emdet dieser vVelt und wobnhaft mit seiner Seele 'in anderen Regionen . . . BeYlIsleill,Soltvcysky .

5 ffim rslorff und T eresin a Somm erstorff-Gess ner. Albert Patry und Maria Patry-Reisenhofer. Sf~=ia/au.flla//.1nel/ (111'S "Ber/iller Lebenv{l1/ Zauder & Lab/seil BE RLTNER LEßEN

Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Zeitschrift für Mitglieder und Freunde des ... - Lebenshilfe Berlin
Veranstaltungen - Al-Maqam, Zeitschrift für arabische Kunst und Kultur
Museum Junge Kunst Frankfurt - artery Berlin
KUNST IM PARLAMENT - Abgeordnetenhaus von Berlin