Budapest 1981 - Magyar Természettudományi Múzeum

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Budapest 1981 - Magyar Természettudományi Múzeum

ANNALES HISTORICO-NATURALES MUSEI NATION ALIS HUNGARICÏ

Tomus73. Budapest, 1981 p. 297-303.

Oribatiden (Acari) aus der Mongolei

I. Archoribatida Arten*

von S. MAHUNKA, Budapest

Abstract — (Oribatids, Acari, from Mongolia, I. Archoribatida species). Oribatids collected by

DR. Z. KASZAB in Mongolia. A list of the determined Archoribatida species with the description

of two Phthiracaridae (Archiphthiracarus gobicnsis sp. n. and Phthiracarus kaszabi sp. n.) and

one Oribotritiidae (Maerkelotritia krivolutzkii mongolica ssp. n.) species or subspecies. With

12 figures.

DR. Z. KASZAB, Generaldirektor des Ungarischen Naturwissenschaftlichen Museums,

Budapest, führte in den Jahren 1963-1968 zoologische Expeditionen in der Mongolei durch,

wobei auch die Bodenfauna gesammelt wurde. Während seiner sechs Expeditionen hat er

einige Bodenproben, Moosproben gesammelt und Kleinsäuger und Vogelneste ausgesiebt,

die in Berlese- oder Moczarsky-Winkler-Apparaten ausgelesen wurden. Die Ausbeute enthielt

auch viele Milben, worüber mehrere Verfasser schon berichtet haben.

Die Bearbeitung der Oribatiden wurde von MAHUNKA (1964) und BALOGH & MAHUNKA

(1965) begonnen. In diesen zwei Arbeiten wurden insgesamt 43 Taxa, davon 14 für die Wissenschaft

neue Arten bekanntgegeben. Im neuen Material und auch in den schon früher untersuchten

Proben befinden sich noch mehrere Oribatiden, die bisher nicht publiziert wurden.

Von diesen werden in der vorliegenden Arbeit die dem Archoribatida-Subordo angehörenden

Arten bearbeitet. Es werden 17 Arten angeführt, von denen 3 auch neu für die Wissenschaft

sind. Ausser diesen und anderen, für die mongolische Fauna neuen Taxa wurden einige Arten

angetroffen, die auch aus zoogeographischem Gesichtspunkt ein Interesse besitzen [Liochthonius

kirghisicus (KRIVOLUTSKY, 1971), Heminothrus sibiricus (SITNIKOVA, 1975)], da sie

bisher nur in der Sowjetunion gesammelt wurden.

Liste der Arten**

Archiphthiracarus gobiensis sp. n.: p. • • •

Phthiracarus kaszabi sp. n.: p. • • •

Maerkelotritia krivolutskii mongolica ssp. n.: p. • • •

Rhysotritia ardua C. L. KOCH, 1841 — Central aimak: SO von Somon Bajancogt,

1600 m, 11. VI. 1966, 5 Bodenfallen mit Äthylenglykol in einer südlich exponierten Bergsteppe,

entnommen am 27. VII. 1966 (Nr. 520).

Liochthonius hystricinus FORSSLUND, 1942 — BALOGH & MAHUNKA 1965.

*Liochthonius kirghisicus (KRIVOLUTSKY, 1971) — Central aimak: Bogdo ul, Bugijn

az achuj, 1650 m, 10. VI. 1968, im Talgrund, am Fuss alter Birken gesiebt (Nr. 941).

*Liochthonius muscorum FORSSLUND, 1964 — Ce ntral aimak: Uubulan am Fluss Tola,

60kmO von Ulan-Baator, 1370 m, 25. VIII. 1965, Überschwemmungsgebiet des Flusses Tola, im

Auwald gesiebt (Nr. 481).

* Ergebnisse der zoologischen Forschungen von DR. Z. KASZAB in der Mongolei, No. 458.

** In der Liste werden sämtliche aus der Mongolei bisher bekannten Archoribatida-Arten zusamrr.engefasst. Die mit

* bezeichneten Arten sind neu für die mongolische Fauna.


Liochthonius sellnicki (THOR, 1930) — MAHUNKA 1964 — Central aimak : Ulan-Baator.

Nucht im Bogdo ul, 12 km SO vom Zentrum, 1950 m, 4. VI. 1966, — am Rand des Plateaus, auf

einer grösseren Waldlichtung, aus feuchten Graswurzeln und Cör


ilden polygonales Netz. Beide Haarpaare der Interbothridial-region dünn und lang, inneres Paar

steht weit hinter dem äusseren. Sensillus (Abb. 3) kurz, verdickt, nahezu lanzettenförmig.

Notogaster (Abb. 1): 15 Paar verschieden lange Notogastralhaare. Von diesen ci, dl

viel kürzer als c2 und cp, c3 am kürzesten. Haare AI, psl auch sehr lang. Sämtliche Haare sehr dünn,

fadenförmig. Poren ip und ips fehlen. Zwischen den AI und A2 Haaren einige kleine Poren auch

sichtbar.

Anogenitalregion : Auf den Anoadanalplatten entspringen 5 Paar lange Haare.

Von diesen ad3> am längsten, adl etwas kürzer als adl, an\ und an3 am kürzesten.

Abb. 1-4. Archiphthiracarus gobiensis sp. n.: 1 = Lateralseite, 2 = Aspis in Dorsalansicht, 3 =

Sensülus, 4 = Aspis in Lateralansicht


Beine : Auf dem Femur des L Beines entspringen 4, auf dem Genu des 4. Beines sitzt 1 Haar.

Untersuchungsmaterial — Holotypus (582-HO-1971) : Central aimak: SO

von Somon Bajanzogt, 1600 m, 11. VI. 1966, 5 Bodenfallen in einer südlich exponierten Bergsteppe

mit Äthylenglykol, entnommen am 27. VII. 1966 (Nr. 520). — 18. Ex. Paratypen : Fundort

wie beim Holotypus. 2 Ex. Paratypen : Central aimak: Ulan-Baator, Nucht im Bogdo ul,

12 km SO von Zentrum, 1500 m, 12. VI. 1964, am Waldrand, in Nähe des Baches gesiebt, in erster

Linie aus dürrem Birkenlaub und vom Stamm morscher Birkenbäume (Nr. 123). — Holotypus und

17 Paratypen (581-POa-b-1981) werden in der Sammlung des Naturwissenschaftlichen Museums,

Budapest und 3 Paratypen im Naturhistorischen Museum, Genf, auf bewart.

Bemerkung — Die neue Art steht den Arten Archiphthiracarus crinitosimilis

(WILLMANN, 1939) und A. lanatus (FEIDER et Suciu, 1957) sehr nahe. Von beiden unterscheidet

sie sich durch die viel kürzeren c3 Haare.

Phthiracarus kaszabi sp. n. (Abb. 5-8)

Dimensionen — Länge der Aspis: 262 p.m, Länge des Notogaster: 534 ^m, Höhe des

Notogaster: 394 JJUTI.

Aspis (Abb. 6): In Seitenansicht gewölbt, vor den Lamellarhaaren mit flachem Eindruck.

Sämtliche Haare sehr lang, Rostraihaare erreichen den vorderen Rand der Aspis, Interlamellarhaare

kaum kürzer als Lamellarhaare, beide Paare reichen bis zu dem Insertionspunkten der Rostraihaare.

Sensillus (Abb. 7-8) auch sehr lang, am Ende spindelförmig verdickt, bewimpert.

Notogaster (Abb. 5): Sämtliche Haare lang, dünn, gebogen, fadenförmig; gleichfalls,

nach vorne und nach hinten gerichtet. Haar cl länger als Abstand zwischen cl-dl Haare. Sie stehen

auf dem hinteren Rand des Kragens, c2 und c3 entspringen weiter hinten. Poren ip und ips fehlen.

Anogenitalregion : von den auf der anoadanalen Platte stehenden drei Haarpaaren

zwei {adl und adl) vollständig reduziert, adl am kürzesten, anl und anl gleich lang.

Beine : Auf dem Femur des 1. Beines befinden sich 3 Haare, auf dem Genu des 4. Beines

keine Haare vorhanden.

Untersuchungsmaterial — Holotypus (583-HO-1981): Central aimak: Bogdo

ul, Bugijn az achuj, 1650 m, 10. VI. 1968, im Talgrund, am Fuss alter Birken gesiebt (Nr. 941). —

Holotypus wird in der Sammlung des Naturwissenschaftlichen Museums, Budapest aufbewahrt.

Bemerkung — Aufgrund der Form des langen Sensillus steht die neue Art Phthiracarus

serrulatus PARRY, 1979 und P. membranifer PARRY, 1979 am nächsten. Von beiden unterscheidet

sie sich durch die viel längeren Notogastralhaare und durch das Verhältnis der Haare

der Aspis.

Die neue Art benenne ich zu Ehren nach Herrn. DR. Z. KASZAB, Generaldirektor des Ungarischen

Naturwissenschaftlichen Museums, Budapest.

Maerkelotritia krivolutskii mongolica ssp. n. (Abb. 10-12)

Dimensionen — Länge der Aspis: 328-353 [J.m, Länge des Notogaster: 541-705 [im,

Höhe des Notogaster : 394-542 y.m.

Die jetzt untersuchten mongolischen Exemplaren stimmen mit der von MÄRKEL beschriebenen

Stammform fast überein; unterscheiden sich von dieser jedoch durch folgende Merkmale:

krivolutskii krivolutskii MÄRKEL, 1968

1. Kleinere Form; Länge der Aspis:

pis: 240 [i.m, Länge des Notogaster:

400 [J.m, Höhe des Notogaster:

270 ^m.

2. Exobothridialhaar winzig

(siehe MÄRKEL: 717, Abb. la).

3. Auf dem Genu des 4. Beines

entspringt ein Solenidium (siehe

MÄRKEL: 729, Abb. le) und 2

Haare.

krivoliitskii mongolica ssp. n.

1. Grössere Form; Länge der Áspis:

328-353 u.m, Länge des Notogaster:

541-705 [im, Höhe des Notogaster:

394-542 [im.

2. Exobothridialhaar länger (Abb. 12).

3. Auf dem Genu des 4. Beines entspringt

kein Solenidium (Abb. 10) aber

2 Haare.


Untersuchungsmaterial — Holotypus (584-HO-1981): Central aimak: SO

von Somon Bajancogt, 1600 m, 4. VII. 1964, durch Sieben des dürren Laubes und Mooses vom

Stamm der Bäume im Birkenwald und Auslesen des Materials in Berlese-Apparaten (Nr. 266). —

6 Ex. Paratypen : Fundort wie beim Holotypus; 4 Ex. Paratypen : Central aimak:

Tosgoni ovoo, 6-10 km N von Ulan-Baator, 1700 m, 4.8.-VI. 1968, im Birkenwald am Fuss der

Bäume und aus der Laubstreu sowie Graswurzeln gesiebt (Nr. 936). — Holotypus und 8 Ex. Paratypen

(584-POa-b-1981) werden in der Sammlung des Naturwissenschaftlichen Museums, Budapest

und 2 Paratypen im Naturhistorischen Museum, Genf, aufbewahrt.

Abb. 5-8. Phthiracarus kaszabi sp. n.: 5 = Lateralseite, 6 = Aspis, 7-8 = Sensillus


Liochthonius kirghisicus KRIVOLUTSKY, 1971 (Abb. 9) — Die Art wurde von mir aufgrund

des im Dauerpräparat liegenden Holotypus wieder beschrieben. In diesem Fall konnte wegen

der Präparierung die Form der Sensillen nicht untersucht werden. Sie sind eindeutig zweispitzig

(Abb. 9). Die mongolischen Exemplare stimmen mit dem Holotypus völlig überein.

Heminothrus sibiricus (SITNIKOVA, 1975) — Die Art war bisher nur aus Ost-Sibirien

bekannt. Die jetzt untersuchten Exemplare sind grösser (Länge: 785-820 |j.m, Breite: 440-467 fi.m)

als die bisher bekannten Exemplare.

Abb. 9. Liochthonius kirghisicus KRIVOLUTSKY, 1971: Sensillus. — Abb. 10-12. Maerkelotritia

krivolutskii mongolica ssp. n.: 10 = Genu des 4. Beines, 11 = Genu des 3. Beines, 12 = Aspis


Schrifttum

BALOGH, J. & MAHUNKA, S. (1965): Ergebnisse der zoologischen Forschungen von Dr. Z. Kaszab

in der Mongolei 34. Acarina: Oribatei. — ,4 wi. Hist.-nat. Mus. Nat. Hung., 57: 451-465.

BALOGH, J. & Mahunka, S. (1965): Atkák XV. Acari XV. — Fauna Hungáriáé, 18/19: 1-177.

GHILJAROV, M. SZ. & KRIVOLUTSKY, D. A. (1975): Opregyelitelj obitajuscsih v pocsve klescsej. —

Izdateljsztvo Nauka, Moskva, pp. 491.

MAHUNKA, S. (1964) : Ergebnisse der zoologischen Forschungen von Dr. Z. Kaszab in der Mongolei.

10. Acarina: Oribatei. —Ann. Hist.-nat. Mus. Nat. Hung., 56: 483-485.

MÄRKEL, K. (1968): Zwei Euphthiracaridae-Arten aus dem Tienschan und dem Altai-Gebirge

(Acari, Oribatei). — Acarologia, 10: 725-732.

PARRY, B. W. (1979): A revision of the British species of the genus Phthiracarus Perty, 1841 (Cryptostigmata:

Euptyctima). — Bull. Br. Mus. nat. Hist. (Zool.), 35 (5): 323-363.

Anschrift des Verfassers : DR. SÁNDOR MAHUNKA

Zoologisches Abteilung

Ungarisches Naturwissenschaftliches Museum

Budapest VIII,Baross utca 13

H-1088

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