Ausgabe 1 - RhB

rhb.ch

Ausgabe 1 - RhB

Nr. 1 / März 2013

InfoRetica

Mitarbeiterzeitung der Rhätischen Bahn

Periodico della Ferrovia retica

Periodica da la Viafier retica

Für unsere Kunden


In dieser Ausgabe

Editorial/Editoriale

«Novitads» aus der Direktion

«Novitads» dalla Direzione

Strategie Güterverkehr 2020

Retica 30

ALLEGRA-Triebzug

Projekt Albulatunnel II unterwegs nach Bern

Neue Diesellok

Kesselrevision Dampflok

Vier neue Schneefräsen

100 Jahre Bever – Scuol

Tablet-PC’s für Lokpersonal

Aktion Glückstag

Marktforschung

RhB-Botschafter

Rückblick auf die Erbenkampagne

Clà Ferrovia

Einweihung der Verkaufsäume Davos Platz

Inframation

Medienbahn

Damals, vor 30 Jahren

Aus dem RhB-Archiv

Neues in Kürze

Mitarbeiterumfrage 2011

Arbeitssicherheit

Behindertenkonferenz Graubünden

Pensionskasse der RhB

Bahnmuseum Albula

Praktikum bei der RhB

PeKo

login – Infomarket 2013

ESV Rätia

Personalchronik

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Herausgeber:

Redaktion:

Frontbild:

Geschäftsleitung der Rhätischen Bahn

7002 Chur

Peider Härtli (hä), p.haertli@rhb.ch

Yvonne Dünser (yd), y.duenser@rhb.ch

Sandra Beeli (sb), s.beeli@rhb.ch

Seraina Hartmann (sh), s.hartmann@rhb.ch

«Für unsere Kunden»

von Max Galli

Nächster Redaktionsschluss: 13. Mai 2013

Auflage:

3200 Exemplare, 4-farbig

Abonnement: Inland: Fr. 50.– / Ausland: Fr. 60.–

© by RhB: Weiterverwendung und Nachdruck erwünscht, jedoch nur unter Quellenangabe

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier


Editorial/Editoriale

Von Sandra Beeli/Di Sandra Beeli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Liebe Mitarbeitende

Per Ende Februar ist unser Mediensprecher und Chefredaktor

der InfoRetica, Peider Härtli, nun endgültig in

den wohlverdienten «Ruhestand» gegangen. Peider

verstand es hervorragend, die RhB in ihrem vielfältigen

Umfeld gut zu positionieren. Mit ihm verliert die RhB

eine Persönlichkeit, die dem Unternehmen über Jahre

gegen Aussen und Innen hin ein Gesicht und eine

Stimme verliehen hat. Seine Kontakte zu den Medien

hat er während seiner 24-jährigen Karriere hervorragend

gepflegt, so dass er ein gutes Verhältnis zu den

verschiedenen Berichterstattern aufbauen konnte.

Wie einzelne Bildimpressionen in dieser Ausgabe belegen,

durfte Peider während seiner Zeit bei der RhB

auch grosse nationale und internationale Persönlichkeiten

wie Walter Roderer, Dario Cologna, Carlo Janka,

Hillary Clinton, Al Gore oder Kofi Annan im Namen der

RhB empfangen. Sein Aufgabengebiet war breit gefächert,

interessant und hin und wieder auch mit Unerwartetem

bespickt.

So manchem Jubiläum oder Event stand er tatkräftig

beiseite und unterstützte es mit seinen Ideen und seiner

Kreativität. Zudem hat er als Chefredaktor unsere gern

gelesene Mitarbeiterzeitschrift «InfoRetica» mit seinem

Engagement, seiner Innovation und seinen seriösen

und gründlichen Recherchen massgeblich geprägt.

Bei der RhB gibt es wohl kaum jemanden, der Peider

nicht kennt. Und auch ausserhalb der RhB ist er bestimmt

kein unbeschriebenes Blatt. Ich sehe Peider als

ein echtes Original! Viele von Ihnen durften ihn persönlich

kennen lernen und mit ihm zusammen arbeiten,

so wie ich. An dieser Stelle bedanke ich mich für

diese langjährige, kollegiale, wertvolle und angenehme

Zusammenarbeit! Lieber Peider, es hat Spass gemacht,

mit dir zusammen zu arbeiten und ein Teil deines

Redaktionsteams zu sein!

Und wie Peider so schön sagen würde:

Uf wiederluaga! A revair! Arrivederci!

Cari collaboratori,

a fine febbraio, il nostro addetto stampa e caporedattore

di InfoRetica, Peider Härtli, sarà giunto finalmente

alla meritata pensione. Peider aveva la capacità straordinaria

di posizionare bene la FR nel suo variegato

contesto. Con lui, la FR perde una personalità che nel

corso degli anni ha saputo conferire all’azienda un

volto e una voce, verso l’esterno ma anche al suo interno.

Nei 24 anni della sua carriera egli ha curato in

modo eccellente i suoi contatti con i media, riuscendo

a costruire un buon rapporto con i diversi cronisti.

Come testimoniano alcune fotografie pubblicate in

questa edizione, durante la sua permanenza alla FR

Peider ha accolto a nome dell’azienda anche grandi

personalità nazionali e internazionali quali Walter Roderer,

Dario Cologna, Carlo Janka, Hillary Clinton, Al

Gore o Kofi Anan. Il suo campo d’attività era molto

diversificato, interessante e di tanto in tanto anche costellato

da eventi inattesi.

Egli infatti ha preso parte attivamente a diversi anniversari

o eventi, contribuendovi con le sue idee e la sua

creatività. Inoltre, in qualità di caporedattore, con il

suo impegno, il suo spirito innovativo e le sue ricerche

serie e approfondite ha dato un’impronta determinante

a «InfoRetica», la nostra seguita rivista per i collaboratori.

Alla FR non vi è proprio nessuno che non conosca Peider.

E anche esternamente ad essa, di certo non è uno

sconosciuto. Considero Peider una persona veramente

originale! Molti di voi, proprio come me, hanno avuto

il privilegio di conoscerlo personalmente e di lavorare

con lui. In questa occasione desidero ringraziarlo per

questa pluriennale collaborazione collegiale, preziosa

e piacevole! Caro Peider, è stato un piacere lavorare

con te e far parte della tua squadra d’intervento!

E come direbbe così bene Peider:

Uf wiederluaga! A revair! Arrivederci!

Sandra Beeli

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

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«Novitads» aus der Direktion

Von Martin Gredig

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Allegra, liebe Mitarbeitende

Jetzt ist es ein Jahr her seit meinem Stellenantritt als

Finanzchef der RhB. Ich habe ein tolles Unternehmen

und ein gutes Team angetroffen. Es ist viel gelaufen

2012. Für mich gab es viel Neues zu lernen – und gibt

es immer noch. In lebhafter Erinnerung sind mir zum

Beispiel der Einblick ins interne Kontrollsystem (IKS)

bei den Kassen mit Simon Rohner in Scuol und der Besuch

der Werkstatt in Poschiavo, wo ich von meiner

Puschlaver-Zeit her bekannten Gesichtern wieder begegnete.

Auch an die Führerstandsfahrt mit Richard

Lenz von Chur nach Ilanz mit Besichtigung des Güterumschlags

in Ilanz und Schnaus und an die Mitarbeiterinformation

in Samedan mit «privater» Führung

von Gian Rudolf Pinggera durch die Werkhallen erinnere

ich mich gut. Die Baustellenbesichtigung im Tunnel

Klosters mit Miriam Stäger’s Lunchpaket und die

nächtliche Einsetzung der Fussgängerüberführung Gurgs

bei Bonaduz unter Leitung von Karl Baumann waren

weitere Highlights. Eindrücklich war auch das Kennenlernen

der Organisation Rollmaterial, wo ich mich

ohne die kompetente Begleitung von Ivo Hutter wohl

in den Werkhallen Landquart verirrt hätte. Dann natürlich

das Kennenlernen des Immobilienportfolios mit

rund 900 Objekten, die Stationsbesuche von Malans

bis Küblis sowie Davos und St. Moritz mit den entsprechenden

Bauvorhaben, des Rechenzentrums und der

Informatik im Stellwerk Chur, der Materialwirtschaft

inklusive der Besichtigung des Güterumschlags und

der umfangreichen Lager in Landquart. Ich bekam

auch umfassende Einführungen in die Tätigkeit des

Controllings sowie des Rechnungs- und Lohnwesens.

All das und vieles mehr ist RhB! Herzlichen Dank an

Euch alle für die grosse Unterstützung bei meiner Einführung.

Wir sind im Aufbruch – daran habe ich Freude. Wir

haben eine solide Strategie 2020. Wir investieren weiterhin

in die Infrastruktur und verstärkt in neues Rollmaterial.

Das Ziel ist eine moderne, zeitgemässe Verkehrsunternehmung

mit hoher Kundenorientierung und

Leistungsfähigkeit. Das begeistert mich – faszinierend

anders unterwegs. Die Basis ist gelegt: Die strategische

Ausrichtung ist in der Mittelfristplanung eingearbeitet.

Die finanziellen Werte bestätigen die Machbarkeit. Für

das Flottenkonzept haben wir seitens Controlling

und Unternehmensentwicklung eine umfassende Wirtschaftlichkeitsanalyse

vorgenommen und dabei aufgezeigt,

dass die Beschaffung neuer Fahrzeuge gegenüber

der Verlängerung der Nutzungsdauer von Rollmaterial

älteren Datums auch finanziell die bessere Lösung ist.

Nebenbei haben wir auch in der Pensionskasse durch

die getroffenen Massnahmen und die Freigabe eines

Pakets von insgesamt über CHF 30 Mio. durch den Stiftungsrat

und den Verwaltungsrat der RhB eine gute, solide

Ausgangslage geschaffen. Die Finanzierung der

Pensionskasse prägt auch den Rechnungsabschluss

2012. Dennoch und dank realistischer Planung, gutem

Kostenmanagement sowie der Auflösung von Rückstellungen

weisen wir für 2012 ein ausgeglichenes Ergebnis

aus. Das ist eine gute Leistung. Gratulation!

Wir starten also mit sehr positiven Vorzeichen in die

neue Strategie. Ich freue mich auf die weitere gute Zusammenarbeit

und danke Euch allen für Euer tägliches

Engagement für die RhB!

Herzliche Grüsse

Martin Gredig

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«Novitads» dalla Direzione

Di Martin Gredig

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Allegra, cari collaboratori

è ormai trascorso un anno dalla mia entrata in servizio

come dirigente del settore finanze della FR. Ho trovato

un’azienda eccezionale e un ottimo team. Sono successe

molte cose nel 2012. Ho avuto molto di nuovo da imparare

e ce n‘è anche tuttora. Conservo un ricordo molto

vivo, ad esempio dell’introduzione al sistema di controllo

interno (SCI) nelle casse con Simon Rohner a Scuol

e della visita in officina a Poschiavo dove ho incontrato

di nuovo volti noti del periodo trascorso in quel luogo.

Ricordo molto bene anche il viaggio nella cabina del capotreno

con Richard Lenz da Coira a Ilanz , dove abbiamo

visitato lo scalo merci di Ilanz e Schnaus, e anche le

notizie dei collaboratori a Samedan con la guida «privata»

di Gian Rudolf Pinggera attraverso i capannoni

dell›officina. Altre esperienze uniche sono state le visite

ai cantieri nella galleria di Klosters con il cestino da

viaggio di Miriam Stäger e il montaggio notturno del cavalcavia

pedonale di Gurg presso Bonaduz, sotto la direzione

di Karl Baumann. Straordinario è stato anche conoscere

l’organizzazione del materiale rotabile, dove

senza la guida competente di Ivo Hutter mi sarei certamente

smarrito nei capannoni dell’officina di Landquart.

Poi, naturalmente la conoscenza del portafoglio immobiliare

comprendente circa 900 oggetti, le visite alle stazioni

da Malans a Küblis nonché a Davos e St. Moritz con

i relativi progetti edilizi, la visita al centro di calcolo e

informatico nella cabina di manovra a Coira, la gestione

dei materiali compresa la visita allo scalo merci e all’ampio

deposito a Landquart. Sono stato anche introdotto

in modo approfondito all›attività del controlling nonché

della contabilità e del sistema salariale. FR è questo e

molto altro ancora! Un caloroso ringraziamento a tutti

voi per l’enorme supporto fornito alla mia introduzione

in azienda.

Siamo in marcia e questo mi rallegra. Abbiamo una solida

strategia 2020. Continueremo a investire nell’infrastruttura

e ancora di più in nuovo materiale rotabile.

L’obiettivo da raggiungere è un impresa di trasporto

moderna e al passo con i tempi, con un elevato orientamento

al cliente e massima efficienza.

Questa è la cosa che mi entusiasma – un modo diverso

e affascinante di viaggiare.

La base è stata posta: l’orientamento strategico è stato

integrato nella pianificazione a medio termine. I dati

finanziari ne confermano la fattibilità. Per quanto riguarda

il programma di rinnovo totale del parco veicoli,

noi del settore controlling e dello sviluppo aziendale

abbiamo eseguito un’analisi completa della redditività,

rilevando che rispetto al prolungamento della durata

d’uso di materiali rotabili di vecchia data l’acquisto di

vetture nuove è la soluzione migliore anche sotto l’aspetto

finanziario.

Inoltre, anche nella cassa pensioni abbiamo creato una

buona e solida situazione di partenza grazie alle misure

adottate e all’approvazione di un pacchetto di complessivi

CHF 30 milioni da parte del Consiglio di fondazione

e del Consiglio di amministrazione della FR. Il finanziamento

della Cassa pensioni si ripercuote anche sulla

chiusura contabile 2012. Ciò nonostante e grazie a una

pianificazione realistica, a un’oculata gestione delle

spese nonché allo storno degli accantonamenti, per il

2012 presenteremo un risultato in pareggio. Questo è

veramente un buon risultato. Congratulazioni!

Ci affacciamo quindi alla nuova strategia sotto auspici

molto positivi. Sono lieto di poter continuare a collaborare

con tutti voi e desidero ringraziarvi per l’impegno

quotidiano profuso per la FR!

Cordiali saluti

Martin Gredig

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Strategie Güterverkehr 2020

Interview mit Matthias Tscharner, von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Im Laufe des vergangenen Jahres erarbeitete die Geschäftsleitung

der RhB die Strategie der «Bündner

Güterbahn». Matthias Tscharner, Leiter Güterverkehr,

erläutert der Redaktion InfoRetica in einem Kurzgespräch

einige Aspekte der Neuausrichtung.

Peider Härtli (PH): Direktor Hans Amacker erklärte

an den Mitarbeiterinformationen eure Strategie mit

«Güterverkehr nach Mass». Was meint er damit?

Matthias Tscharner (MT): Güterverkehr nach Mass heisst,

sich zukünftig im schnelllebigen Transportmarkt, in

welchem der Güterverkehr tätig ist, unternehmerisch

richtig zu bewegen. Wir sind dort tätig, wo es Sinn

macht und fahren nur Transporte, die uns betriebswirtschaftlich

weiterbringen.

PH: Was sind das für Faktoren, die den Güterverkehr

beeinflussen? Sind es andere als im Reiseverkehr?

MT: Faktoren, die unsere tägliche Arbeit beeinflussen,

sind zu allererst unsere Kunden. Sie bestellen immer

kurzfristiger. Weiter sind es natürlich unsere Mitbewerber.

Es sind sehr flexible LKW-Unternehmen. Im

Gegensatz zum Reiseverkehr sind bei uns nicht alle

Preise fix. Im Gegenteil, alle Preise sind das Ergebnis

von zum Teil zähen Verhandlungen zwischen unseren

Kunden und uns. Auch hier ist der harte Wettbewerb

spürbar.

PH: Ihr fahrt auf den gleichen Gleisen wie der

Personenverkehr. Wie wirkt sich Retica 30 und die

Beschaffung der neuen Triebzüge auf den Güterverkehr

aus?

MT: Die Auswirkungen sind recht gross. Da der Personenverkehr

in der Schweiz per Gesetz eine sogenannte

Trassenpriorität geniesst, wird die Möglichkeit, Güterzüge

zu fahren, durch Retica 30 eingeschränkt. Zudem

verunmöglichen die zu beschaffenden, automatisch

gekuppelten Triebzüge das Mitführen von Güterwagen.

Güterverkehr auf dem Netz der RhB zu betreiben wird

dadurch sicher nicht einfacher!

PH: Das tönt wenig euphorisch!

MT: Klar erschweren und verteuern diese Projekte den

Güterverkehr. Klar ist aber auch, dass wir unsere Güterzugsfahrpläne

der Zukunft bereits seit der ersten

Planungsphase zu Retica 30 kennen und wir uns meh-

Matthias Tscharner, Leiter Güterverkehr.

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

rere Jahre Schritt für Schritt auf diese neue Situation

vorbereiten können. Ich bin überzeugt, dass wir es dank

Kreativität verstehen werden, unsere Kunden auf leicht

angepasste Rahmenbedingungen «umzupolen». So

bietet die neue Situation auch betriebliche Vorteile.

PH: Also ist im Güterverkehr nicht Hopfen und Malz

verloren?

MT: Nein. Mich stimmen vor allem die Marktaussagen

positiv. Dem Güterverkehr in der Schweiz werden grosse

Wachstumsraten vorausgesagt; grössere gar als im

Personenverkehr. Dieses Bild zeigt sich zum Teil auch in

Graubünden. Wir sehen vor allem im Kombiverkehr

starkes Wachstumspotenzial. Viele Schweizer Grossunternehmungen

wollen «grüner» transportieren. Dies

kommt uns in den nächsten Jahren zugute.

Unsere Umsätze werden nun aber erstmal sinken, denn

die Zementlieferungen nach Sedrun Alp-Transit sind

praktisch abgeschlossen. Wir verlieren unseren weitaus

grössten Kunden. Es ist nun aber unser Ziel, diese Umsatzverluste

durch neue Projekte bis 2018 zu kompensieren.

PH: Was unternimmt der Güterverkehr Spezielles, um

die wachsende Gütermenge im Kombiverkehr auf die

Bahn zu bringen?

MT: Wir richten unser Marketing ausschliesslich auf den

Kombiverkehr aus. Wir werben aber nicht nur im Kanton

Graubünden, sondern vor allem im Mittelland. Dies

weil die Kunden mit dem grössten Wachstumspotenzial

alle im Mittelland beheimatet sind. Wir stehen

immer wieder von morgens früh bis abends spät an

Bündner Strassen und beobachten LKWs; Woher kommen

sie? Wohin fahren sie? Welche Grösse haben sie?

Dies ist unsere Marktforschung! Wir wissen sehr genau,

wen wir wo angehen müssen, um potenzielle Kunden

zum Umstieg von der Strasse auf die Schiene zu bewegen.

Zur Zeit bearbeiten wir ca. 60 Kundenprojekte alleine

im kombinierten Verkehr.

Matthias Tscharner, die Redaktion dankt ganz herzlich

für das spannende Gespräch!

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Retica 30: Konkurrenzfähig dank Halbstundentakt

Von Marco Lüthi

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Die RhB heute: Stundentakt ist Standard

Die Taktdichte sowie die Fahrzeit sind zwei wichtige Angebotsmerkmale

des öffentlichen Verkehrs. Mit den

Grossprojekten Bahn 2000 sowie der NEAT konnte die

SBB wesentliche Verbesserungen erzielen und der

Halbstundentakt ist heute beim Fern- und Regionalverkehr

vielfach die Regel. Bei der RhB wurde mit der Eröffnung

der Vereinalinie Ende 1999 letztmals eine grössere

Angebotsverbesserung vorgenommen. Der Stundentakt

ist auf dem Netz der RhB genauso wie auf der Linie Zürich

– Chur seit langer Zeit Standard und stellt eine der

wenigen Ausnahmen auf den Hauptachsen der Schweiz

dar.

Sowohl für die Tourismusregion Graubünden als auch für

die tourismusgeprägte RhB sind attraktive Bahnangebote

wichtig. Der heutige Stundentakt ist ein Standortnachteil

und vermindert die Wettbewerbfähigkeit des

Kantons und der RhB. Hinzu kommt, dass die Strassen

im Kanton Graubünden gut ausgebaut und fahrzeitverkürzende

Umfahrungen (beispielsweise in Klosters, Saas

und Küblis) realisiert wurden oder bald fertiggestellt

werden. Die Bahn verliert damit weitere Marktanteile

gegenüber dem motorisierten Individualverkehr.

Die Bedeutung und Notwendigkeit einer Angebotsverbesserung

für den Kanton Graubünden wurden durch

die beteiligten Instanzen erkannt. Im Strategischen Entwicklungsprogramm

Bahninfrastruktur (STEP) sind sowohl

Ausbauten im Korridor Zürich – Chur als auch auf

dem Netz der RhB vorgesehen. Die RhB hat mit dem Projekt

Retica 30 die Aktivitäten zur Weiterentwicklung des

Fahrplanangebots gebündelt. Auf den Markt ausgerichtet

wurden mittel- bis langfristig (2025) folgende

Schwerpunkte definiert:

n Häufigere und schnelle Verbindungen nach Davos

n Schnelle, attraktive und dichte Verbindungen ins

Oberengadin

n Moderne, gut erschlossene S-Bahn in der Agglomeration

Chur

n Erschliessung der Schwerpunkte St. Moritz, Davos,

Thusis, Arosa, Ilanz und Klosters durch stündlich zwei

Verbindungen

Eine Angebotsverdichtung ist nur mit zusätzlichem Personal,

mehr Rollmaterial und Ausbauten von Infrastrukturanlagen

realisierbar. Vor allem die notwendigen Infrastrukturausbauten

auf dem mehrheitlich einspurigen

Netz der RhB benötigen einen längeren Zeitraum, sind

kostenintensiv und können nicht über ordentliche Mittel

der Leistungsvereinbarung finanziert werden (daher

STEP). Damit aber nicht bis 2025 auf eine weitere wesentliche

Verbesserung gewartet werden muss, wird der

durch SBB und RhB aufeinander abgestimmte Halbstundentakt

ab 2014 schrittweise eingeführt.

Die RhB 2014: Zweistündiger Halbstundentakt

Die erste Etappe ab Sommer 2014 beinhaltet jede zweite

Stunde einen zusätzlichen Intercity Zürich – Chur,

auch zweistündiger Halbstundentakt genannt. Dieser

wird durch die RhB mit einem Anschluss nach St. Moritz

und Davos abgenommen. In dieser ersten Phase wird

bei der RhB das neue Angebot mit bestehendem Rollmaterial

gefahren. Investitionen in neues Rollmaterial für

die Angebotsverdichtung mussten auf Vorgabe der Besteller

auf Ende 2018 hinausgeschoben werden. Das

bestehende Rollmaterial, allen voran die Stammnetzpendelzüge

aus den Jahren 1971/79, müssen daher

einer Lebensdauer verlängernden Refit-Aktion unterzogen

werden. Als nicht vermeidbare Konsequenz müssen

die Reisenden während dieser Einführungszeit von

und nach Davos mit den zusätzlichen Zügen in Klosters

umsteigen.

Ab Dezember 2014 wird das Angebot für Pendler zwischen

Chur und Ilanz an den Wochentagen durch zu-

Ausgangslage. Etappen 2014.

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

sätzliche Züge zu den Hauptverkehrszeiten verbessert.

Im Freizeitverkehr ist an Spitzentagen ein Anschluss

nach Arosa auf den zusätzlichen Intercity gewährleistet.

Mit dieser Angebotsverdichtung können neue Kunden

angesprochen werden und zusätzlich lassen sich als positiver

Effekt die heutigen Kapazitätsengpässe an den

Spitzentagen reduzieren.

Ab 2019 werden dann sukzessive die neuen, sogenannten

Flügeltriebzüge eingesetzt. Diese verkehren im

Abschnitt Landquart – Klosters kombiniert als gemeinsamer

Zug und werden in Klosters je nach Fahrtrichtung

getrennt oder vereint und fahren so separat von/nach

Davos und St. Moritz (via Vereina). Umsteigevorgänge in

Klosters sind dann keine mehr notwendig. Die Flügeltriebzüge

reduzieren die Anzahl benötigter Trassen im

Prättigau. Dadurch lässt sich die Anzahl notwendiger

Infrastrukturausbauten reduzieren und gleichzeitig kann

gegenüber einem herkömmlichen Betrieb die Produktivität

gesteigert werden.

Bis 2025: Durchgängiger Halbstundentakt

Abgestimmt auf die Anschlüsse der SBB wird bis 2025 im

Prättigau und nach Davos das Angebot zu einem

Halbstundentakt verdichtet. Der genaue Einführungszeitpunkt

ist noch offen und hängt wesentlich von der

SBB (Infrastrukturausbau im Korridor Zürich – Chur) sowie

von den Bestellern Bund und Kanton ab. Auch St.

Moritz wird dann stündlich zwei Verbindungen haben,

je eine ab Chur via Albula und eine ab Landquart via

Vereina.

Im Bereich der S-Bahn Chur ist ein Halbstundentakt geplant.

Auch hier ist der Einführungszeitpunkt offen, eine

deutlich frühere Umsetzung wird angestrebt. Eine Erweiterung

der S-Bahn mit stündlich zwei Verbindungen

bis nach Thusis muss jedoch aufgrund der unverhältnismässig

hohen Kosten bei den dafür benötigten Infrastrukturausbauten

zurückgestellt werden. Die zweite

Verbindung wird daher wie heute in Kombination mit

dem Bus ab Rhäzüns erfolgen. Auch die Projekte zur

Fahrzeitverkürzung im Prättigau sowie der Wolfgangtunnel

zwischen Klosters und Davos sind tiefer priorisiert

und beim Bund im Programm STEP als zweite

Dringlichkeitsstufe definiert oder hängen von Ausbauprojekten

der Strasse ab (Fideris – Küblis).

Fazit: Chancen und Weiterentwicklung dank Retica 30

Die schrittweise Einführung des Halbstundentakts sowie

die getroffenen Massnahmen bieten die Möglichkeit,

das neue Angebot ab 2014 kostengünstig einzuführen.

Dank diesen Anpassungen konnten die finanziellen

Hindernisse überwunden werden. In der gesamten Entwicklung

gilt es zu berücksichtigen, dass der Fahrplan

zwischen sämtlichen Partnern des öffentlichen Verkehrs

in Graubünden (SBB, RhB, Postauto und weitere Busunternehmungen)

abgestimmt wird. Damit soll auch das

Busangebot punktuell ausgebaut werden.

Der Halbstundentakt mit Retica 30 auf den nachfrageintensiven

Linien erhöht die Konkurrenzfähigkeit der RhB

und ermöglicht ein weiteres Wachstum. Die Wettbewerbsfähigkeit

des Kantons Graubünden als Arbeitsund

Tourismusstandort wird damit gesteigert und die

RhB leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Die Strategie

2020 der RhB baut wesentlich auf den Fahrplanausbau

Retica 30 auf und ist eng mit der Flottenentwicklung

verknüpft. Neben der Effizienzsteigerung wird mit

neuen Fahrzeugen – ganz im Sinne unserer Kundinnen

und Kunden – auch bezüglich Komfort ein Quantensprung

erreicht.

Freuen wir uns auf die Chance, die visionäre Angebotsentwicklung

Retica 30 gemeinsam für die RhB zu realisieren.

Etappen 2019. Etappen 2030.

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Meilenstein für den Agglomerationsverkehr

Von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Am Dienstag, 8. Januar 2013, nahm der erste der fünf

neuen ALLEGRA-Stammnetztriebzüge den fahrplanmässigen

Einsatz im Rahmen eines Ertüchtigungsbetriebs

auf. Die von Stadler Rail für die Rhätische Bahn gebauten

Niederflur-Triebzüge werden im Grossraum Chur

eingesetzt. Damit kom men die Fahrgäste auf der Strecke

Thusis – Chur – Landquart – Schiers in den Genuss von

modernen komfortablen und leistungsstarken Fahrzeugen.

Die AL LEGRA-Stammnetztriebzüge ersetzen die über

40 Jahre alten Triebzüge und wer den – zusammen mit

den 15 bereits erfolgreich eingesetzten sogenannten

Zwei spannungstriebzügen – das Bild der RhB-Züge auf

dem bündnerischen Schienen netz prägen.

Am 7. Januar 2013 fand – quasi als Generalprobe zum

fahrplanmäs sigen Einsatz am Folgetag – eine Medien-

Premierenfahrt von Chur nach Reiche nau-Tamins statt.

Mit an Bord des ALLEGRA-Stammnetztriebzuges 3103

waren Vertreter der Stadler Rail, Gemeindevertreter aus

dem Einsatzgebiet sowie Vertreter des Amts für Energie

und Verkehr (AEV) und der RhB. Bei dieser Gelegenheit

fand auch die Taufe des neuen Triebzuges auf den Namen

Hortensia von Gugelberg statt.

Ein Bekenntnis für den Agglomerationsverkehr

Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der 15 Zweispannungstriebzüge

des Typs AL LEGRA auf den Strecken

Chur – Arosa, Landquart – Davos Platz sowie auf der

Bernina linie verkehrt seit Dienstag, 8. Januar 2013, der

erste der fünf ALLEGRA-Stammnetztriebzüge zwischen

Thusis – Chur – Landquart – Schiers. Damit stehen den

Kundin nen und Kunden im Grossraum Chur zeitgemässe

Fahrzeuge für die Fahrt zur Arbeit, zur Schule, zu Besuchen

oder auch zum Einkauf zur Verfügung. RhB-Direktor

Hans Amacker unterstrich die grosse Bedeutung dieser

Kunden für die Bündner Bahn: «Mit einem guten

Fahrplan- und Preisangebot und neu auch mit den modernen,

komfortablen ALLEGRA-Triebzügen wollen wir

allen Fahrgästen ein attraktives Gesamtpaket anbieten

und zudem neue Kundinnen und Kunden von den Vorteilen

des öffentlichen Verkehrs auch in der Agglomeration

überzeugen». Dabei betonte er stolz die Vorzüge

der Niederflurwagen, welche sich besonders für den bequemen

Ein- und Ausstieg von gehbehinderten Menschen

in Rollstühlen oder für den Transport von Kinderwagen

und Velos eignen. Für Amacker ist die

Inbetriebnahme dieser neuen Züge ein «Meilen stein für

den Agglomerationsverkehr in Graubünden».

Mit ALLEGRA-Stammnetztriebzügen in eine neue Ära

In der Tat: Die fünf neuen ALLEGRA-Stammnetztriebzüge

werden – zusammen mit den bereits im Einsatz stehenden

15 ALLEGRA-Zweispannungstriebzügen – das Bild

auf dem bündnerischen Schienennetz markant prägen.

Optisch sind sie kaum voneinander zu unterscheiden.

Aufgrund ihres klassischen Einsatzgebiets in der Agglomeration

Chur sind sie jedoch mit entscheidenden technischen

Unterschieden versehen. Im Gegensatz zu den

bisher ausgelieferten dreiteiligen sogenannten ALLEGRA-

Zweispannungstrieb zügen bestehen die neuen Kompositionen

aus vier Einheiten – aus je einem Trieb- und

Steuerwagen sowie aus zwei kurz gekuppelten Niederflur-Zwischenwagen.

Diese sind mit Rollstuhlbereich,

einem behindertengerechten WC sowie einem Multifunktionsraum

ausgestattet. Den Reisenden stehen insgesamt

180 Sitzplätze, davon 24 in der ersten Klasse,

sowie zusätzliche 22 Klappsitze zur Verfügung. Mit klimatisierten

Fahrgasträu men und modernen Fahrgastinformationssystemen

mit Flachbildschirmen erfüllen die

ALLEGRA-Stammnetztriebzüge die Erwartungen der

heutigen, modernen Kundinnen und Kunden. Erstmals

werden bei der RhB Videoüberwachungsanlagen in

Fahrzeugen installiert. Dies entspricht dem internationalen

Standard und dient der Sicherheit der Fahrgäste

und des Personals und soll nicht zuletzt die Fahrzeuge

gegen Vandalismus schützen.

Hans Amacker und Werner Glinkin (AEV)

bei der Taufe.

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Projekt Albulatunnel II unterwegs nach Bern

Von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Das Projekt für den Neubau des Albulatunnels II der RhB

tritt in die entscheidende Phase: Nachdem der Verwaltungsrat

der RhB Ende November 2012 grünes Licht

gegeben hatte, wurde drei Tag vor Weihnachten das insgesamt

vier Tonnen schwere Dossier des Plangenehmigungsprojektes

auf seine Reise nach Bern, zum Bundesamt

für Verkehr (BAV) geschickt. Läuft alles nach Plan,

rechnet die RhB mit dem Baubeginn im ersten Halbjahr

2014 und der Eröffnung 2020. Die Gesamtkosten des

neuen Tunnels belaufen sich auf rund 345 Millionen

Franken, inklusive der Erneuerung der Stationen Preda

und Spinas und der Erschliessungen.

Dringender Erneuerungsbedarf

Eine Zustandserfassung des mittlerweile 109-jährigen

Albulatunnels im Jahr 2006 brachte einen gravierenden

Erneuerungsbedarf und Sicherheitsrisiken zu Tage: Mehr

als die Hälfte der 5’865 m langen Tunnelröhre befindet

sich in schlechtem Zustand und muss erneuert werden.

Nach eingehender Prüfung der Variante «Instandsetzung»

einerseits und «Neubau» andererseits, entschied

sich die RhB vor zwei Jahren für einen Neubau. Ausschlaggebende

Argumente dafür waren der relativ geringe

Kostenunterschied sowie kaum fahrplanrelevante

Einschränkungen während der Bauphase und das wesentlich

höhere Sicherheitsniveau einer Neuanlage.

Jahrhundert-Bauwerk ersetzt Jahrhundert-Bauwerk

Der historische Albulatunnel besticht durch eindrückliche

Zahlen: In nur 5 Jahren Bauzeit wurde 1898 bis

1903 die 5’865 m lange Röhre durch den Berg getrieben.

1’316 Mann arbeiteten am und im Tunnel, unzählige erlitten

dabei Verletzungen, 21 verloren gar ihr Leben. Der

Albulatunnel ist der höchste Alpendurchstich einer Vollbahn

(durchschnittlich 1’800 m ü. M.) und wurde am

1. Juli 1903 eröffnet.

Der neue Albulatunnel II soll nördlich des bestehenden

Tunnels im Abstand von 30 Metern gebaut werden. Für

die Sicherheit sorgen zwölf Querverbindungen zwischen

den beiden Röhren, und nach Abschluss des Neubaus

soll der jetzige Tunnel zum Sicherheitstunnel umgebaut

werden. Die Verantwortlichen der Rhätischen Bahn

rechnen mit Gesamtkosten (Tunnel sowie Stationsanlagen

Preda und Spinas) von ca. 345 Mio. Franken und der

Inbetriebnahme des neuen Albulatunnels im Jahr 2020.

Dem Welterbestatus Rechnung tragen

Der Albulatunnel liegt auf der Strecke Chur – Thusis –

St. Moritz bzw. Chur – Thusis – Pontresina – Tirano und

ist seit 2008 Teil des UNESCO Welterbes «Rhätische Bahn

in der Landschaft Albula/Bernina». Bei der Planung des

neuen Tunnels arbeitete die RhB eng mit den Verantwortlichen

der Denkmalpflege des Kantons und des

Bundes zusammen. Sämtliche Änderungen des Erscheinungsbildes

sowohl der Geländegestaltung als auch

der Anlagen wurden berücksichtigt. Die Ergebnisse wurden

in einem «Masterplan» festgehalten und gelten als

Richtschnur für den Umgang mit der historischen Bausubstanz

und den neu dazukommenden Bauten.

Christian Florin, Leiter Infrastruktur.

Erich Büsser, Leiter Amt für Energie und

Verkehr.

Hans Amacker, Direktor und Christian

Florin, Leiter Infrastruktur.

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Diesellok Gmf 4/4 28701 – 28704

Von Werner Camenisch

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Im 2013 werden zwei der vier bestellten dieselelektrischen

Lokomotiven, mit einer Leistung von 1800kW,

von der Schalker Eisenhütte ausgeliefert. Diese werden

nach der Inbetriebsetzung der Infrastruktur übergeben.

Somit wird die Sicherheit auf den Baustellen

mit Bauzügen erhöht. Die Loks werden auf dem gesamten

Netz der RhB eingesetzt. Im Winter werden sie

für die Schneeräumung mit den neuen Schneefräsen

der Firma Zaugg eingesetzt.

Technische Informationen zu den Lokomotiven:

Dienstgewicht

64 t

Länge über Puffer

16690 mm

Höhe

3700 mm

Breite

2650 mm

Drehzapfenabstand

9800 mm

Achsabstand im Drehgestell 2300 mm

Maximalgeschwindigkeit 100 km/h

Leistung Dieselmotor

1800 kW

Motortyp

MTU 12V 4000 R43L

Tankinhalt

2500 l

Anfahrzugkraft

230 kN

Dauerzugkraft

160 kN

Antrieb

Tatzlager/Hohlwelle

Lokbremse

Flüssigkeitsgekühlte E-Bremse

Druckluftbremse

Zugsicherung ZSI 127

Für die Schalker Eisenhütte war und ist es eine grosse

Herausforderung, das anspruchsvolle Pflichtenheft in

die Realität umzusetzen. Noch nie wurde dort eine so

komplexe Lokomotive gebaut. Zum guten Gelingen des

Projekts trug insbesondere die beiderseitige enge und

intensive Zusammenarbeit bei. Trotzdem wurde allen

schnell klar, dass unter den gleichen deutschen Begriffen,

Deutsche und Schweizer nicht immer dasselbe verstehen.

Schalke musste sich mit den Gegebenheiten

einer Schmalspurbahn sowie mit den besonderen Bedingungen

bezüglich der Streckenverhältnisse und den

Klimabedingungen bei der RhB vertraut machen. Das

Design der Lok wurde bereits vor der Ausschreibung

durch die Firma Nose erarbeitet und war entsprechend

umzusetzen.

Aus diesen Gründen sind die Leistungsanforderungen

des Pflichtenheftes an die Lokomotiven sehr hoch. Um

diese Anforderungen zu erfüllen wurde von MTU ein 12

Zylinder Dieselmotor mit einer Leistung von 1800 kW

verbaut. Konkret fordert das Pflichtenheft auf der Berninalinie

bei 70 ‰ mit 140 t Anhängelast in Doppeltraktion

eine Geschwindigkeit von mindestens 25 km/h. Eine

weitere wichtige Vorgabe war es bei Doppeltraktion eine

Anhängelast von 420 t mit einer minimalen Geschwindigkeit

von 35 km/h bewegen zu können.

Zur Erreichung der Projektziele wurden von Schalke starke

Partner benötigt. Die Drehgestelle z. B. wurden von

der Firma Prose im Auftrag von Schalke konstruiert. Sie-

Längsschnitt durch die Lokomotive. Der Lokkasten bei der Werkabnahme in Dessau. Das Drehgestell in der Montagehalle bei der

Schalker Eisenhütte.

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

mens lieferte den Stromrichter und die Fahrmotoren.

Identische Fahrmotoren sind bereits beim Asia-Runner

im Einsatz. Für die Loksteuerung wurden die Produkte

von Selectron gewählt.

Eine ganz besondere Herausforderung war die Konstruktion

der Drehgestelle. Da die neuen Dieselloks mit

64t noch ein wenig schwerer sind als unsere Ge 4/4 III

war es konstruktiv höchst anspruchsvoll die Lauffähigkeit

im 45 m-Bogen zu gewährleisten.

Für Schalke war die Konstruktion des Wagenkastens

ein weiterer grosser Meilenstein auf dem Weg zum Ziel.

Besonders die Einhaltung der heutigen Festigkeitsanforderung

unter Berücksichtigung der maximal zulässigen

Achslasten sowie das ganze Energieversorgungspaket

im Maschinenraum unterzubringen erforderte

viel Geschick und Können der Projektbeteiligten.

Weitere intensiv bearbeitete Punkte waren das Bedienund

Softwarekonzept. Dazu benötigte es einige Umläufe

zwischen Schalke und der RhB. Hier traten besonders

die grossen Unterschiede zwischen den bei

Schalke bekannten Vorgaben einer Normalspurlok und

den Anforderungen der RhB zu Tage. Durch die gute

Zusammenarbeit konnten die Diskrepanzen jedoch

bereinigt werden. Dies wird sich mit dem Ergebnis des

Endproduktes auszahlen.

Ich freue mich diese Lokomotive in wenigen Wochen

auf dem Streckenetz der RhB anzutreffen. Der Inbetriebsetzung

und den Optimierungsarbeiten sowie den

ersten Einsätzen im Baudienst und im nächsten Winter

bei der Schneeräumung sehe ich mit Spannung entgegen.

Ein weiteres Novum ist der neu konzipierte Führerraum.

Dieser ist sehr grosszügig ausgelegt und ermöglicht ein

angenehmes Arbeitsklima für das Lok- und Baupersonal.

Der Führerraum ist ebenfalls das Ergebnis einer

intensiven Zusammenarbeit zwischen den beiden

Projektteams und den Lokführern. An der erstellten

Maquette wurden wichtige Details vor der Umsetzung

geklärt.

Stand der Lok bei der statischen IBS. Die

Seitenwände werden erst nach Abschluss

der Arbeiten geklebt.

Blick auf die Lokomotive aus der Vogelperspektive

(ohne Dach).

Die Lokomotiven 1 und 2 in der Montagehalle bei

Schalke.

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15


Lok 108 schon bald wieder «unter Dampf»

Von Walter Frech

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Stolze 57 Dampflokomotiven und vier Dampfschneeschleudern

zischten und fauchten vor 100 Jahren auf

dem Bündner Schienennetz. Nach der Elektrifizierung

des gesamten RhB-Netzes in den 1920er-Jahren wurden

fast alle Lokomotiven in alle Welt verkauft. Inzwischen

sind diese Lokomotiven alle ausrangiert und zum

grössten Teil verschrottet. Einzig in Thailand können

noch die Lok 118 (in Chieng Mai) und die Lok 123 (in

Bangkok) als Denkmal-, resp. Museums-Lokomotive, im

typischen «indonesischen Look» bestaunt werden.

Immerhin fünf «Dampfrösser» und drei Schneeschleudern

haben überlebt. Davon sind vier bei der

RhB bis heute betriebstüchtig erhalten geblieben und

lassen auf den leider wenigen Fahrten die Dampfromantik

aufleben und die Kinderherzen höher schlagen.

Es sind dies: Die G 3/4 Nr. 1 «Rhätia» (Baujahr 1889),

die beiden G 4/5 107/108 (Baujahr 1906) und die

selbstfahrende Bernina-Dampfschneeschleuder Xrotd

9213 (Baujahr 1910).

Die Lok G 3/4 Nr. 11 «Heidi» (Baujahr 1902), wurde

1977 an die Modellbaufreunde Eiger verkauft. Diese

Lok ist im Jahre 2000 durch den Club 1889 zurückgeholt

worden. Zurzeit wird die «Heidi» wieder betriebsfähig

gemacht. Mit einem neuen Kessel und Ölfeuerung

soll auch diese Lok wieder auf unserem Netz

dampfen.

Die Lok G 3/4 Nr. 14 (Baujahr 1902), die 1972 an die

Appenzellerbahnen verkauft worden ist, wird nach

längerer Standzeit ebenfalls wieder betriebsfähig hergerichtet.

Von den übrigen zwei Dampfschneeschleudern wartet

die eine, die Xrotd 9214 (Baujahr 1912, selbstfahrend,

nicht betriebsfähig) bei der Museumsbahn Blonay-

Chamby auf ihre Aufarbeitung. Die zweite, die Xrotd

9212 (Baujahr 1913, nicht selbstfahrend) wird zurzeit in

Goldau komplett aufgearbeitet und bald auf der Dampfbahn

Furka Bergstrecke (DFB) zum Einsatz kommen.

Die Dampflok 108

Wie alle Dampflokomotiven – und Druckbehälter ganz

allgemein – werden auch die Kessel unserer Lok durch

den SVTI (Schweizerischer Verein für Technische Inspektionen/Kesselinspektorat)

jährlich einer sogenannten

«äusseren» und 2-jährlich einer «inneren» Inspektion

unterzogen.

Bei der letzten «Inneren» der Lok 108 haben wir vom

SVTI die Auflage erhalten, die abgezehrten aber noch

dichten Bodenring-Nieten in der Feuerbüchse innerhalb

eines Jahres zu ersetzen.

Zudem hatten sowohl die Rauch- und Siederohre im

Kessel, als auch der Überhitzer-Rohrsatz das Ende ihrer

Lebensdauer erreicht. Weiter war auch die planmässige

Revision des mechanischen Teiles (Laufwerk/Bremsen)

fällig. Nach einigen Abklärungen war man sich einig,

dass die Lok 108 nicht ausrangiert, sondern wieder

einsatzbereit gemacht werden soll. Für die Dampfeinsätze

bei der RhB hätte wohl eine Lokomotive genügt.

Mit zwei Loks entfallen die aufwendigen Überfuhren

bei Dampffahrten auf der Südseite, das Engadin hat

ihre «Engiadina» wieder und die attraktiven Doppeltraktionen

können weiterhin angeboten werden.

Abheben des Kessels in der ALLEGRA-

Halle BW Landquart.

Feuerbüchs-Rohrwand nach dem Ausrohren zur

Kontrolle auf Steg-Risse.

Fertige Feuerbüchse, alle Siede- und Rauchrohre

sind eingewalzt und gebördelt.

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Revisionsarbeiten

Nach den Vorbereitungsarbeiten Ende 2011 wurde der

Kessel im Januar 2012 abgehoben und inklusive Verschalung

nach Stein-Säckingen transportiert, wo durch

eine Spezialfirma die Sanierung des mit Asbestkissen

isolierten Kessels erfolgte. Im Februar reiste der Kessel

nach Dintikon (Nähe Lenzburg) in die Werkstätte von

Demian Soder. Die recht aufwendigen Revisionsarbeiten

konnten im Mai begonnen werden und dauerten

bis Weihnachten 2012.

Nach dem «Ausrohren», dass heisst dem Entfernen der

112 Siede- und 18 Rauchrohre im Kessel, musste die

Feuerbüchsrohrwand relativ aufwendig aufgearbeitet

werden. Durch das frühere Nachwalzen undichter Rohre

waren die Bohrungen stark aufgeweitet und dadurch

die Stege zwischen den Rohren recht dünn geworden.

So mussten die Bohrungen zuerst mit eingeschraubten

Kupferbüchsen wieder auf den Nenndurchmesser gebracht

werden, bevor die neuen Siederohre und die

Rauchrohre eingewalzt wurden. Weiter wurden knapp

90 abgezehrte Bodenringnieten und Nietkopfschrauben

in der Feuerbüchse und in der Rauchkammer ersetzt.

Auch 17 Stehbolzen mussten ersetzt werden.

Zusätzlich galt es, diverse kleinere notwendige Revisionsarbeiten

am Kessel auszuführen.

Am 28. Dezember 2012 hat der Kessel die Druckprobe

und die Schlussprüfung mit Bravour bestanden. Nach

der Reinigung und dem Neuanstrich ist der revidierte

Kessel am 22. Januar 2013 in Landquart eingetroffen.

Ende Januar war der Kessel schon fertig mit Steinwollmatten

(Flumroc) isoliert und mit den neu gestrichenen

Verschalungsblechen «eingekleidet».

Der Überhitzer-Rohrsatz ist zurzeit bei Demian Soder in

Fabrikation und wird bei aufgesetztem Kessel voraussichtlich

im März in Landquart eingebaut.

Die planmässigen Revisionsarbeiten am mechanischen

Teil (Rahmen, Laufwerk, Bremsen) konnten aus Kapazitätsgründen

erst Anfang Januar 2013 richtig angegangen

werden. Nach der Reinigung des Untergestelles

und der Radsätze wurden diese auf Risse geprüft, alle

Achslager, Blattfedern, sowie das Bremsgestänge kontrolliert

und geschmiert, sowie die revidierten Bremszylinder,

mit neuen Bremswellenlagern, wieder montiert.

Die Trieb- und Kuppelstangenlager wurden kontrolliert

und wo nötig aufgearbeitet. Auch alle Armaturen wollen

gereinigt und kontrolliert und eine Menge weiterer

kleinerer Revisionsarbeiten erledigt sein. Weiter hat

die Lok auch einen neuen Führerstands-(Holz-)Boden

erhalten.

Nach dem Aufsetzen des Kessels, geht es darum, sämtliche

Armaturen, Schmierleitungen, Rohre, Geländer

und übrige Verschalungen wieder zu montieren, den

Überhitzer-Rohrsatz einzubauen und die Lok fertig zu

stellen.

Wenn alles «rund läuft» hoffen wir, die Lok im Frühling

wieder in Betrieb nehmen zu können. Nach erfolgreicher

Probefahrt und Erledigung allfälliger Nacharbeiten,

wäre es unser Ziel, die Lok 108 am 20. und

21. April 2013 «im frischen Glanze» vor die «Clà Ferrovia-Züge»

einspannen zu können.

Fertige Rauchkammer, alle Siedeund

Rauchrohre sind eingewalzt mit

Über hitzerkopf.

Kessel, noch ohne Isolation, Ansicht

von hinten (Stehkessel).

Isolierter und teilweise eingeblechter

Kessel.

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Vier neue Schneefräsen

Von Daniel Frei

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Im August 2012 wurde die letzte neue Schneefräse in

Landquart auf die Schienen der Rhätischen Bahn gestellt.

Mit der Ablieferung verfügt der Geschäftsbereich

Infrastruktur nun über vier, mit modernster Technik

ausgerüstete Schneefräsen.

Von der Vertragsunterzeichnung im Dezember 2009

dauerte es rund 16 Monate bis zur Auslieferung der

ersten Maschine. Bis August 2012 verbauten rund 100

Mitarbeiter der Firma Zaugg AG in Eggiwil unzählige

Blechteile, Motoren, Zylinder, Hydraulik- und Pneumatikleitungen

sowie Kupferkabel und elektrische Bauteile

zu vier Schneefräsen.

Die Schneefräsen verfügen über keinen eigenen Fahrantrieb,

sie werden im Einsatz von speziell ausgerüsteten

Triebfahrzeugen geschoben. Diese werden von den

Führerständen der Fräsen über Kabelverbindungen

oder Funk ferngesteuert. Die Besatzungen bestehen

aus mindestens einem Triebfahrzeugführer und einem

Maschinisten, welcher die Fräsaggregate bedient.

Die beiden Bernina-Fräsen erreichen als Maximalwerte

eine Räumbreite von 6 Metern (in 2 Durchgängen) und

eine Räumhöhe von 4.6 Metern ab Schienenoberkante.

Die Räumleistung der 30 Tonnen schweren Fahrzeuge

beträgt 8’500 Tonnen pro Stunde.

Die beiden für das Stammnetz vorgesehenen Schneeräumfahrzeuge

sind je 26 Tonnen schwer und erreichen

eine Räumleistung von je 3’500 Tonnen pro Stunde.

Die maximale Räumbreite liegt bei 5.8 Metern (in

2 Durchgängen) die maximale Räumhöhe bei 3.2 Metern

ab Schienenoberkante.

Als Besonderheit ist bei allen Maschinen eine hydraulische

Hub- und Wendevorrichtung eingebaut (die

Fahrzeuge besitzen nur eine Zug- und Stossvorrichtung

am Heck). So können sie ohne grossen Aufwand in die

entsprechende Räumrichtung gebracht werden.

95401 95402 95403 95404

Achsen 2 2 2 2

Dienstgewicht 24 t 24 t 30 t 30 t

Grösste Räumbreite im 1. Durchgang 3’400 mm 3’400 mm 3’600 mm 3’600 mm

Grösste Räumbreite in 2 Durchgängen 5’800 mm 5’800 mm 6’000 mm 6’000 mm

Grösste Räumhöhe 3’170 mm SOK 3’170 mm SOK 4’630 mm SOK 4’630 mm SOK

Hauptdieselmotor 1

16 Liter 8 Zylinder 440 kW 16 Liter 8 Zylinder 440 kW 16 Liter 8 Zylinder 440 kW 16 Liter 8 Zylinder 440 kW

Hauptdieselmotor 2 - - 16 Liter 8 Zylinder 440 kW 16 Liter 8 Zylinder 440 kW

Hilfsdieselmotor Hatz 1D81C 10kVA Hatz 1D81C 10kVA Hatz 1D81C 10kVA Hatz 1D81C 10kVA

Inhalt Dieseltank 2’600 Liter 2’600 Liter 2’600 Liter 2’600 Liter

Lauffähigkeit StN, ChA, BB StN, ChA, BB StN, ChA, BB StN, ChA, BB

maximale Räumleistung 3’500 t/h 3’500 t/h 8’500 t/h 8’500 t/h

Vmax 60 km/h 60 km/h 60 km/h 60 km/h

Wurfweite 18 … 40 m 18 … 40 m 18 … 40 m 18 … 40 m

Einsatz einer neuen Schneefräse.

Ansicht des Führerstands. Wendevorgang. Parade der vier neuen Schneefräsen.

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Jubiläumswochenende vom 29./30. Juni 2013

Von Eugen Rohner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Das hat es in der Geschichte der Rhätischen Bahn noch

nie gegeben: 2013 feiert die RhB gleich drei Jubiläen!

Gefeiert wird das 100-jährige Bestehen der Linie Bever –

Scuol-Tarasp. Gleichzeitig mit der Betriebsaufnahme

dieser Strecke erfolgte ein Versuchsbetrieb mit elektrischen

Zügen – seit dem 1. Juli 1913 steht die Jubiläumslinie

100 Jahre unter Strom. Und last but not least,

können wir die älteste elektrische, noch betriebsfähige

RhB-Lok dem Publikum präsentieren. Trotz ihres Alters

dürfte die alte Dame, die Ge 2/4 Nr. 222 aus dem Jahre

1913, am Wochenende für einmal im Rampenlicht

stehen und bei klein und gross für entsprechendes

Aufsehen sorgen.

Das Festprogramm steht! Eine faszinierende Symbiose

aus Natur, Kultur, Sprache und Technik erwartet die Besucher.

Zahlreiche Attraktionen

n Grosse Lok- und Zugparade mit elektrischen Lokomotiven

aus allen Zeitepochen (Bever)

n Rollende RhB-Konzertbühne durch das Engadin; am

Samstag mit «The Vintage Big Band» und am Sonntag

mit den «Fränzlis da Tschlin»

n Camera obscura - wie anno dazumal

n Bever, Zuoz, Lavin und Scuol-Tarasp - vier Festplätze

mit zahlreichen Attraktionen für gross und klein

n Historische Züge zwischen Bever – Scuol-Tarasp

Extrazüge

Zwei Erlebniszüge sorgen für eine attraktive Verbindung

vom einen Festplatz zum andern. Am Wochenende

verkehren nebst den fahrplanmässigen Zügen folgende

zusätzlichen Erlebniszüge:

n Alpine Classic Pullman Express, der mondäne und

beliebte Luxuszug der 30er Jahre. Als besondere Attraktion

führt dieser Zug den schönsten RhB-Gesell-

schaftswagen: die Piano Bar. An diesem Wochenende

sind die Jubiläumsbillette 2. Klasse auch für diesen

Erstklass-Zug gültig!

n Historischer Zug, wie anno dazumal im grünen Drittklasswagen

und mit der beliebten «Oerlikoner-Lok»

Ge 4/6 Nr. 353.

100 Jahre unter Strom - technische Pionierleistungen

von 1913–2012

Am Samstagabend präsentiert die RhB vor dem ehemaligen

Umformerwerk in Bever einen Rückblick über

die gewaltige Entwicklung der Elektrotechnik (Zugförderung).

Lokomotiven aus allen Zeitepochen:

n Ge 2/4 Nr. 222 (1913) «Schnupftrückli»

n Ge 4/6 Nr. 353 (1914) «Oerlikoner»

n Ge 6/6 I Nr. 414 (1929) «Krokodillok»

n Ge 4/4 I (1947) «BoBo I»

n Ge 6/6 (1958) «BoBoBo»

n Ge 4/4 II (1973) «BoBo II»

n Ge 4/4 III (1993) «BoBo III»

n ABe 4/4 Nr. 501 (1939) «Fliegender Rätier»

n ABe 4/16 Nr. 3104 (2012) «ALLEGRA-Stammnetzpendel»

Einfach für Retour

An den Festtagen gilt das Motto «Einfach für Retour»

auf dem ganzen Netz der Rhätischen Bahn und von

Postauto Graubünden.

Das Jubiläumsbillett

Mit dem attraktiven Jubiläumsbillett (Tageskarte 2. Kl.)

reist der Besucher an diesem Wochenende beliebig oft

von Festplatz zu Festplatz. Jubiläumsbillette sind auf

den Festplätzen entlang der Jubiläumsstrecke erhältlich.

Der Spezialpreis beträgt CHF 10.– für Kinder (6–16

Jahre) und Erwachsene mit ½ Abo; CHF 20.– für Erwachsene.

Ein historischer Zug mit der

100-jährigen Lok Ge 2/4 Nr. 222

(Foto Sandro Triacca).

Kurz nach der Betriebsaufnahme

(Foto Renato Mengotti).

Bahnhof Scuol-Tarasp kurz

nach der Betriebsaufnahme

(Foto Archiv Renato Mengotti).

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Lokpersonal papierlos unterwegs

Von Florian Ambauen

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Die Rhätische Bahn rüstet ihr Lokpersonal mit tragbaren

Computern aus. Mit den neuen Arbeitsgeräten können

künftig alle Vorschriften und Anweisungen elektronisch

abgerufen werden. Das bis heute übliche Ausdrucken

der aktuellen Informationen entfällt. Die Aktualisierung

der Dokumente erfolgt durch eine tägliche Synchronisation

mit einer zentralen Datenplattform.

Am Montag, 4. März 2013, erhielten die ersten Lokführer

der RhB einen Tablet-PC aus den Händen von Markus

Barth, Leiter Produktion der RhB. Mit dem neuen Arbeitsgerät

entfällt für das Lokpersonal das Herumschleppen

aller Vorschriften und Anweisungen in Form von

Papier. Aktuelle Informationen werden in Zukunft täglich

von einer zentralen Datenplattform auf die tragbaren

Computer übermittelt. «Mit der Einführung der tragbaren

Computer stellen wir sicher, dass dem Lokpersonal

immer die aktuellsten Informationen zur Verfügung stehen»,

so Markus Barth. «Gleichzeitig können wir Einsparungen

bei der Erstellung von Informationen erzielen,

da das regelmässige Ausdrucken von Vorschriften

und Anweisungen sowie deren Verteilung wegfallen».

Die Einführung der tragbaren Computer für das Lokpersonal

wurde durch eine enge Zusammenarbeit der

Bereiche Produktion und Informatik ermöglicht und ist

ein weiterer Schritt zur Modernisierung und Produktivitätssteigerung

bei der RhB.

Markus Barth bei der Übergabe der Tablets an die Lokführer.

20


«Aktion Glückstag»

Von Yvonne Dünser und Jasmin Epp

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Die RhB, das Amt für Energie und Verkehr Graubünden

(AEV) sowie die Stadtpolizei Chur lancierten am Montag,

11. März 2013, die «Aktion Glückstag». Automobilisten,

die in der Stadt Chur während der Aktion eine Parkbusse

erhalten, bekommen gleichzeitig einen ÖV-Gutschein

über 40 Franken.

Ermunterung, öffentlichen Verkehr zu erproben

Stau, Parkplatzsorgen oder gar eine Parkbusse: Wer mit

dem Auto pendelt, kann davon ein Liedchen singen.

Warum also nicht einmal dem öffentlichen Verkehr eine

Chance geben? Dies die Idee der «Aktion Glückstag»,

welche das AEV, die RhB sowie die Stadtpolizei Chur vom

11. bis 31. März 2013 gemeinsam durchführen. Automobilisten

haben oft wenig Erfahrung im Umgang mit

Bahn und Bus, die «Aktion Glückstag» soll dabei helfen,

Hemmschwellen zu senken.

Parkbussenzettel mit Gegenwert

Während der «Aktion Glückstag» heften die Polizistinnen

und Polizisten der Stadtpolizei Chur nicht nur den

Bussenzettel an die Windschutzscheibe, sondern auch

einen Gutschein über 40 Franken. Dieser kann bei der

RhB, PostAuto, SBB und Stadtbus Chur beim Kauf eines

Monats- oder Jahresabos (BÜGA, Streckenabo, Stadtbusabo)

in Zahlung gegeben werden. Dadurch sollen

Autofahrer animiert werden, auf öffentliche Verkehrsmittel

umzusteigen.

Bündner Pilotaktion im Rahmen der kantonalen

Pendlerstrategie

Der Kanton Graubünden setzt sich für einen attraktiven

öffentlichen Verkehr ein und hat in den letzten Jahren

gemeinsam mit den Transportunternehmen eine leistungsfähige

Transportkette aufgebaut. Ziel der Pilotaktion

«Glückstag» ist es, den öffentlichen Verkehr weiterhin

zu stärken und das Verkehrsaufkommen breiter als

bisher auf verschiedene Verkehrsmittel zu verteilen. So

soll der Anteil Reisende, die den öffentlichen Verkehr

nutzen, erhöht werden. Die Rhätische Bahn ihrerseits

trägt mit ihrem modernen Rollmaterial und attraktiven

Angeboten aktiv dazu bei.

«Pendla isch zwäg» – Aktionswoche im April

Nicht nur die «Aktion Glückstag» steht ganz im Zeichen

des ÖV und der Pendler. Die RhB überrascht ihre Fahrgäste

auch in der ersten Aprilwoche im Grossraum Chur

mit verschiedenen Aktionen. Am Freitag, 5. April 2013

steigt als Höhepunkt ein grosses Pendlerfest in Chur. Mit

dieser Aktion will die RhB den treuen Kundinnen und

Kunden für ihr Vertrauen danken und möglichst viele

neue Fahrgäste von den Vorzügen des öffentlichen Verkehrs

über zeugen. Dabei werden die neuen AL LEGRA-

Stammnetztriebzüge, das gute Fahrplanangebot sowie

das auf die Bedürfnisse abgestimmte Fahrausweis-Angebot

einem breiten Publikum näher gebracht.

«Aktion Glückstag» für den öffentlichen Verkehr: Thierry Müller (AEV, links),

Anton Rettich (Stadtpolizei Chur, Mitte), Agnes Grünenfelder (RhB, rechts )

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Weiterhin hohe Zufriedenheit

Von Felix Ulber

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Um die Qualität unserer Dienstleistungen zu messen,

führte die RhB im letzten Sommer und Herbst mit Unterstützung

eines unabhängigen Marktforschungsinstituts

eine repräsentative Kundenbefragung durch. Das

Ergebnis ist erfreulich, auch wenn in einigen Bereichen

noch Verbesserungspotenzial vorhanden ist.

Untersucht wurden folgende Produkte: Bernina Express,

Bernina Express Bus, Freizeitverkehr, Pendler

und Autoverlad Vereina. Wir erhielten insgesamt 2’736

Rückmeldungen. Herausragend sind die Bewertungen

für den Bernina Express und den Bernina Express Bus,

wozu vor allem die hohen Bewertungen für die Zugbegleiter

und die Busfahrer beigetragen haben. Im Freizeitverkehr

wurden die Kunden auch zu den neuen

ALLEGRA-Triebzügen befragt. Während Reisekomfort,

Innendesign und das Kundeninformationssystem in

den ALLEGRA-Triebzügen sehr gut bewertet wurden,

befindet sich die Laufruhe noch nicht auf dem erwünschten

Stand. Im Pendlerverkehr erhalten die in

den letzten Jahren eingeführten Kundeninformationssysteme

auf den Bahnhöfen positive Bewertungen.

Kritischer betrachtet werden die für Pendler wichtigen

Kriterien wie Preis-Leistungs-Verhältnis und Fahrplanangebot.

Der Glacier Express wurde in einer separaten

Marktforschung zusammen mit der MGB erhoben. Die

Kundenzufriedenheit kann auch im Glacier Express als

hoch bezeichnet werden.

Bei der Frage nach dem Reisemotiv steht die Bahnfahrt

durch eine spektakuläre Landschaft klar im Vordergrund.

Das UNESCO Welterbe ist bei vielen Kunden bekannt.

Der Pendler legt in erster Linie Wert auf die

Umweltverträglichkeit. Zudem schätzt er, keine Parkplatzsorgen

zu haben und nicht im Stau steckenzubleiben.

Interessante Erkenntnisse liefern auch die Fragen zum

Reiseverhalten und zur Kommunikation. So fuhren zum

Beispiel 80 % der befragten Gäste zum ersten Mal mit

dem Bernina Express. Dazu beigetragen hat die ausserordentlich

hohe Weiterempfehlungsrate von 9,3 auf

der Zehnerskala. Dieser Wert kann so interpretiert werden,

dass 93 % aller Reisenden den Bernina Express

Freunden und Bekannten weiterempfehlen.

Die Erkenntnisse der Kundenbefragung fliessen in die

Geschäftsbereiche ein und dienen als Basis für eine

kontinuierliche Verbesserung unserer Dienstleistungsqualität.

Gleichzeitig dürfen sich jedoch auch die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Rhätischen Bahn

über die Ergebnisse und die zahlreichen positiven

Rückmeldungen der Kundenbefragung freuen.

Der humoristische Teil der Kundenbefragung

Die Kunden hatten die Möglichkeit, im Fragebogen zusätzliche

Informationen handschriftlich einzutragen. Davon wurde rege

Gebrauch gemacht. Unter anderem war folgendes zu lesen:

n Compared to Spanish Railaway, this is paradise.

n Machen Sie doch tagsüber an kleinen Haltestellen «Halt auf

Verlangen», z. B. Furna

n Mein Mann und ich verbringen unsere Ferien nur hier, weil

ihre Bahn existiert!

n Im Bernina Express bitte die Höhe und die Aussentemperatur

anzeigen.

n Perche non venite a fare Bernina Express anche in Italia?

Sarebbe bellissimo.

Mittelwert über alle befragten Zielgruppen

Gesamtzufriedenheit

Weiterempfehlung

4.2 (Vorjahr 4.2)


1 2 3 4 5

8.8 (Vorjahr 8.7)


1 5 10

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Gesucht: begeisterte RhB-Botschafter

Von Roman Cathomas

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Sie sind überall, sie informieren, berichten und erzählen.

Sie sind mal da, mal dort, mal drinnen, mal draussen.

Gemeint sind die RhB-Botschafter, welche «speziell»

von unseren Gästen gebucht werden, um mehr zu erfahren.

Reiseleiter, UNESCO Guides, Schulreferenten

und Bahnmuseum Albula Guides. Diese treten mit ihrer

Begeisterung für unsere, sogar von der UNESCO als

weltweit einzigartig anerkannte RhB, vor den Gästen

auf. Sie ziehen die Zuhörer in ihren Bann, beantworten

jede noch so spezielle Frage, und unterhalten mit bleibenden

Auftritten. RhB-Guides sind ein wichtiger Teil

des Produktes. Sie ermöglichen den interessierten Gästen

eine tiefere Auseinandersetzung mit den Besonderheiten

unserer einzigartigen Gebirgsbahn.

Alle von uns haben wohl den Unterschied schon erlebt,

ob man Schilder lesend durch ein Museum irrt, oder

sich dem roten Faden des Guides folgend durch ein

Museum bewegt. Viele sind wohl schon durch Städte

geschlendert und haben die Geschichten hinter den

Fassaden verpasst, die ein Stadtführer so bleibend erzählen

könnte. Dabei ist der Guide, wie es heutzutage

heisst, in der Rolle des Entertainers. Ein Geschichtenerzähler,

ja sogar fast ein wandelndes Lexikon. Die

Gäste verdanken den Auftritt mit Aufmerksamkeit, Interesse

und Freude und werden flux ebenfalls zum

Botschafter für die RhB, wenn sie Freunden und Bekannten

ihr RhB-Erlebnis berichten oder dieses online

posten. So werden unsere Guides zu wertvollen «Werbeträgern»

der RhB.

Dabei sind heute bei der Rhätischen Bahn und dem

Bahnmuseum Albula verschiedene Botschafter unterwegs.

So werden die Reiseleiter meist für Sonderfahrten

eingesetzt, die UNESCO Guides waren bislang für

die Schulangebote am Albula und Bernina im Einsatz

und werden ab Sommer 2013 auch für das neue Angebot

«RhB-Explorer» im Bahndorf Bergün-Filisur eingesetzt.

Wie es der Name schon sagt, spezialisieren sich

die Bahnmuseum Guides Albula auf das Museum in

Bergün, wobei sie sich ergänzend auch als «Aussenguide»

des Museums für Führungen entlang des Bahnerlebniswegs

von Preda bis zum Landwasserviadukt ausbilden

lassen können.

Die RhB und das Bahnmuseum Albula sind überzeugt,

dass es noch viele «versteckte» Guide-Talente gibt, die

Freude hätten, den Gästen ihre RhB vorzustellen. Gesucht

werden Personen, die Interesse und Freude hätten,

sich diesem Hobby als Guide in der Freizeit zu

widmen. Obwohl die heutige Technik vieles ermöglicht,

so kann kein Gerät die Persönlichkeit eines Menschen

ersetzen. Selbstverständlich wird dafür gesorgt, dass

jedes Talent noch die nötige Ausbildung erhält, um

kompetent in die Rolle des Guides zu schlüpfen. Geführte

Angebote sind gefragt, sollen eines der Unterscheidungsmerkmale

der RhB sein. Denn nirgendwo

anders als bei der RhB kann Eisenbahn in all ihren Facetten

so einzigartig, authentisch und originell erlebt

werden.

Interessierte für diesen Nebenjob als RhB Reiseleiter/in,

UNESCO Guide, Schulreferent/in oder Bahnmuseum Albula

Guide melden sich bitte beim Produktmanagement

der RhB, Roman Cathomas, Telefon 081 288 63 90.

Wir freuen uns!

23


Rückblick auf die Erbenkampagne

Von Eugen Rohner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Bekanntlich ist die RhB seit 2008 Teil des UNESCO Welterbes;

konkret handelt es sich um die Strecke Thusis –

St. Moritz – Bernina – Tirano. Mit diversen Massnahmen

und Angeboten sowie Inszenierungen entlang der

erwähnten Strecke möchte die RhB das UNESCO Welterbe

einem breiten Publikum (inkl. einer neuen Zielgruppe)

auf witzige Weise bekannt machen. Das UNESCO

Welterbe der RhB sollte ein schweizweites Thema werden.

Im Sommer 2011 erfolgte der Startschuss mit der

Imagekampagne «Die ganze Schweiz kann erben».

Inzwischen ist bereits die dritte Welle angelaufen und

aufgrund der gemachten Erfahrungen der Anfangsphase

konzentriert man sich nun auf die vielseitige Angebotspalette

entlang der ganzen UNESCO Welterbestrecke.

Die RhB positioniert sich verstärkt mit den

touristischen Partnern in der spannenden Freizeitwelt

des UNESCO Welterbes. 25 attraktive Angebote konnten

auf der neu geschaffenen interaktiven Plattform geerbt

bzw. gewonnen werden!

Das Resultat darf sich sehen lassen: Knapp 7000 Interessenten

hätten gerne etwas bei uns geerbt! Die grösste

Nachfrage löste die Publireportage in der Coop-Zeitung

aus: 4500 Teilnehmer wären gerne mit dem

Bernina Express auf die Reise durch die bunte Herbstwelt

gekommen. Leider konnten nur 300 glückliche

Gewinner daran teilnehmen. Ebenfalls auf sehr grosses

Interesse stiessen die «Führerstandsfahrten» (knapp

600 Personen). Ein Hit war auch die eigene Party im

schönsten RhB-Wagen: ein Gewinner aus dem Wallis

durfte seine Freunde zu einer Fahrt in der «Piano Bar»

nach St. Moritz einladen. Aber auch ausgefallene Touren

in der Luft (Taxiflug mit Gleitschirm), durch den

Eiskanal (Bobfahrt) oder durch tief verschneite Landschaften

(Schneeschuhtrekking) sorgten für entsprechendes

Interesse und Publicity.

Gleichzeitig mit der Lancierung der Angebote wurde

auch der Aufbau der Facebook Community gefördert.

Bekanntlich gibt es in der Schweiz bereits 3 Millionen

Personen mit einem Facebook-Account. Die Kampagne

hatte dazu beigetragen, die RhB-Facebook-Fan-Community

nachhaltig auszubauen. Der Kanal verfügt bereits

über 18 000 aktive Nutzer. Natürlich werden wir

auch in Zukunft mit spannenden Inhalten, unglaublichen

Geschichten und zahlreichen Filmen sowie Fotos

auftreten und so die Bekanntheit der UNESCO Welterbestrecke

weiter festigen.

Aus diesen Gründen wird die Kampagne 2013 fortgesetzt.

Im Januar hat die «Kick-off-Sitzung» stattgefunden

und alle dürfen sich wieder auf nicht alltägliche

und attraktive Angebote aus dem UNESCO Welterbeland

freuen.

Der Coop-Erbzug. Winter-Cabrio in Aktion. Schneeschuhsafari.

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Erste Abenteuer mit Clà Ferrovia

Von Werner Caluori

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Mit der neu geschaffenen Figur Clà Ferrovia wird ein

RhB-Erlebnis in längerfristiger Partnerschaft mit Linard

Bardill für Kinder und deren Eltern geschaffen. Clà Ferrovia

ist ein Kondukteur, ein spezieller Piraten-Kondukteur.

Er wohnt im Zug und hat seinen eigenen Wagen.

Gerne lädt er Kinder auf seinen Erlebnisreisen zu

sich ein. Denen erzählt er von seinem abenteuerlichen

Leben. Denn Clà hat schon viel erlebt und ist schon

weit herumgekommen. Er kennt die Geheimnisse der

Schiene und der Tunnels, der Brücken und Kehren, der

Schluchten, Berge und Wälder.

Nach dem Drehbuch von Linard Bardill

Die Rolle des ganz speziellen RhB-Kondukteurs wurde

nach dem Drehbuch des Liedermachers und Geschichtenerzählers

Linard Bardill geschrieben. Die Idee, die

RhB als «Raum» für die Abenteuer mit Kondukteur Clà

zu wählen, lag Linard Bardill auf der Hand: «Im Normalfall

wird ein Kind auf den Kindersitz geschnallt und

durch die Landschaft gekarrt. Das Kind ist ein gefahrenes.

Im Zug hingegen hat das Kind Raum und dadurch

wird es zum Reisenden». Bei den Erlebnisfahrten wird

als wichtiger Bestandteil des Konzepts immer die Brücke

zur RhB und zur Faszination «Bahn» geschlagen.

Erste erfolgreiche Erlebnisfahrten mit Clà Ferrovia

Die ersten drei Abenteuer mit Clà Ferrovia starteten im

Dezember in Chur. Diese waren innerhalb weniger Tage

bereits ausverkauft. Passend zur Weihnachtszeit war

das Ziel das «Lichterland», wo es auf die Suche nach

dem Adventslicht ging. Um 15 Uhr fuhr der Dampfzug

in den Bahnhof Chur ein, während auf dem Gleis 11

schon gespannt viele Kinder und Eltern singend auf ihn

warteten. Musikalisch begleitet wurde die Reise von

Linard Bardill. Die Kinder wurden eingeladen, in den

vorderen Waggon einzusteigen, während die Eltern in

den hinteren Waggons Platz nehmen konnten. In Clà’s

Bahnwagen tauchten die Kinder in die Geschichten ein,

die er mit seinem Helfer Luzi erlebt hatte. Er erzählte

die Geschichte vom Geheimnis des «Lichterlands».

Nach einer Weile gemeinsamen Singens und Spielens

erklärte Clà den Kindern, dass der Weg ins Lichterland

durch die Wüste führe. Deshalb müsse man kurz anhalten,

um Wasser für die Lokomotive zu besorgen. Somit

hatte der Zug seinen ersten Stopp in Reichenau,

um Wasser zu tanken.

Parallel zu den Geschehnissen im Kinderabteil übten die

Eltern in den anderen Waggons die Lieder zusammen

mit Linard Bardill. Alle bekamen einen kleinen, weissen

Stern, den sie mit Schmirgelpapier weich polieren sollten,

um ihn im Lichterland den Kindern um den Hals

binden zu können, als kleines Geschenk zum Andenken.

Nach der Weiterfahrt hiess es dann in Valendas: «Alle

aussteigen!» Als alle draussen versammelt waren, wies

Clà Ferrovia den Weg und alle machten sich singend

auf ins Lichterland. Ein Stück über dem Bahnhofshäuslein

war ein Lichtbaum auf einem schneebedeckten

Feld zu sehen. Ein Weg in Form einer Spirale führte

zum Lichterbaum. Nun machten sich alle Kinder, angeführt

von Clà, auf den Weg dorthin. Jeder bekam eine

Kerze, die er rund um den Weg platzieren konnte. Zum

Abschluss kehrten alle zurück zum Gleis, wo alle mit

Brot, Wienerli, Suppe, Musik und Orangenpunsch verwöhnt

wurden, bis die Rückreise angetreten wurde

und der Abend im Churer Bahnhof zu Ende ging.

Kondukteur Clà Ferrovia wird berühmt

In diesem Jahr sind Jahreszeitenfahrten am 20./21.

April ins Blumenland und am 19./20. Oktober ins Farbenland

geplant.

Ein Rückblick zu den Dezember-Fahrten sowie aktuelle

Informationen zu den Erlebnisfahrten mit Clà Ferrovia

gibt’s unter www.cla-ferrovia.ch

Einfahrt des Dampfzuges mit Clà Ferrovia.

Gespannt lauschen die Kinder den Klängen von

Linard Bardill.

Der Höhepunkt der Fahrt – das Lichterland.

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Einweihung der Verkaufsräume Davos Platz

Von Thomas Sonderegger

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Die Verkaufsräume im neuen Bahnhof Davos Platz sind

am 30. November 2012 nach einer 7-monatigen Bauphase

eröffnet worden. Eigentlich wäre ja richtig im

neuen alten Bahnhof eröffnet worden. Das Gebäude

stammt aus den 40er Jahren, erbaut vom berühmten

Davoser Architekten Rudolf Gaberel.

Diese Tatsache hat die Bauplanung vor verschiedene

Herausforderungen gestellt. Man konnte die Aussenhülle

des Bahnhofes nicht beliebig abändern und auch

beim Innenausbau mussten verschiedene Vorgaben

des Heimatschutzes eingehalten werden. Trotzdem war

das erste Ziel dem Kunden und den Mitarbeitenden

zeitgemässe, moderne Verkaufsanlagen zur Verfügung

zu stellen.

Dies ist mit dem jetzt abgeschlossenen Umbau sicher

bestens gelungen. Die hellen Verkaufsräume mit den

Holzelementen strahlen eine heimelige Wärme aus. Mit

den offenen Verkaufsschaltern sind unsere Reiseberater

näher beim Kunden, die Kommunikation und die

Beratung wird dadurch persönlicher und einfacher. Die

verschiedenen sehr positiven Reaktionen unserer Kunden

bestätigen immer wieder diesen Eindruck.

Auch der Warteraum konnte dank unserer Partner Destination

Davos Klosters, dem Kirchner Museum und

dem Bahnmuseum Albula aufgewertet werden. Der

wartende Kunde hat neu die Möglichkeit sich über verschiedene

Angebote zu informieren. Ausserdem ist am

Bahnhof der erste Standort des neuen Infosystems der

Destination. Aber auch das Kirchner Museum und das

Bahnmuseum Albula werden mit ihren Auftritten am

Bahnhof unsere Gäste begeistern.

Im Aussenbereich fällt natürlich sofort die neue gelbliche

Farbe auf. Diese entspricht in etwa dem ursprünglichen

Originalanstrich der 30er-Jahre. Die helle Farbe

wertet das ganze Gebäude positiv auf.

Auch im Untergeschoss wurden verschiedene Umbauten

vorgenommen. So entstanden neue Garderobenräume

für die Betriebsangestellten, ein neuer Aufenthaltsraum

und neue Einteilerräume für das Lok- und

Zugpersonal.

Fortsetzung im Frühjahr

Weitere dringend notwendige Arbeiten im Aussenbereich

werden vor allem während einer 10-wöchigen

Streckensperrung im Frühjahr 2013 vorangetrieben.

Dann wird der stufenlose Zugang zu den Perronanlagen

realisiert. Der Durchbruch der Unterführung Richtung

Jakobshorn-Bahn, sowie die Erhöhung der Perronanlagen

fallen auch in diese Zeit.

Dank an alle Beteiligten

Zum Abschluss möchte ich es nicht unterlassen den Beteiligten

am Umbau dieser Etappe meinen herzlichen

Dank auszusprechen. Dies sind die Architektur- und

die Bauleitung mit Norman Woorth von Maurus Frei

und Partner und Renato Florineth, weiter allen beteiligten

Handwerkern, welche einen wirklichen Schlussspurt

hingelegt haben. Besten Dank auch dem Team

der Immobilien mit Niculin Vital und Erwin Rageth. Zu

guter Letzt ein herzliches Dankeschön dem Team von

der Produktion unter der Leitung von Markus Meier und

meinem Team mit Daniela Hidber für die fantastische

Vorbereitung und der Mithilfe beim Umzug.

Markus Meier, Leiter Betrieb Davos Platz, Thomas Sonderegger, Leiter Verkauf Davos Platz, Viktor Zindel,

Leiter Vertrieb Graubünden Nord und Christian Florin, Leiter Infrastruktur.

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Inframation

Von Reto Sidler

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Die Sanierung der Bahnübergänge macht Fortschritte:

Auf der übergangsreichen Berninalinie konnte im Februar

die Schrankenanlage «Punt dals squilats» zwischen

Celerina Staz und Punt Muragl Staz in Betrieb genommen

werden. Im Oktober wurde ein Fussgängerübergang ob

Surovas und einer ob Morteratsch aufgehoben.

Im Bahnhof Trin wurde Ende November die Schrankenanlage

in Betrieb genommen, die Fahrbahnplatten

wurden aber wegen des Schnees erst nach einem Wärmeeinbruch

im Januar eingebaut.

Die neuen Stammnetzpendelzüge erlauben wie die

ALLEGRA-Triebzüge den ebenerdigen Einstieg in die

Niederflurabteile an den Stationen mit Hochperrons.

Noch hat leider der grösste Teil der RhB-Stationen keine

Hochperrons. Aber auch hier geht es vorwärts. Für

den Ausbau der Perronanlagen in Malans und Bonaduz

sind die Kredite genehmigt und die Plangenehmigungsverfahren

eingeleitet. Wenn die Plangenehmigungen

rechtzeitig erteilt werden, beginnen die Bauarbeiten

noch 2013.

Fertigstellung Bahnübergang Trin.

Dieser unübersichtliche Bahnübergang mit einem Wanderweg

oberhalb von Morteratsch wurde aufge hoben. Neu führt ein

attraktiver Wanderweg unter der Berninabachbrücke hindurch.

27


Medienbahn

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Datum: 25.09.2012

Der Bund

3001 Bern

031/ 385 11 11

www.derbund.ch

Medienart: Print Themen-Nr.: 384.8

Medientyp: Tages- und Wochenpresse

Abo-Nr.: 1075179

Auflage: 50'231

Erscheinungsweise: 6x wöchentlich

Seite: 1

Fläche: 34'418 mm²

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Medienanalyse

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ARGUS der Presse AG

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Tel. 044 388 82 00, Fax 044 388 82 01

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Ausschnitt Seite: 1/1


Damals, vor 30 Jahren

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

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Geplante Anschlüsse für Bever – Scuol bis 1919

Von Gian Brüngger

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Wir feiern dieses Jahr 100 Jahre Bever – Scuol. Als diese

Linie im Bau war, entstanden verschiedene Projekte

für Anschlusslinien.

Die Vintschgaubahn

(auch Reschenscheideckbahn genannt)

Die Österreicher projektierten die Fortsetzung der normalspurigen

Vintschgaubahn (Meran – Mals über den

Reschenpass nach Landeck. Als sie von der projektierten

Linie Bever – Scuol vernahmen, interessierten sie

sich für einen Anschluss an diese Linie. Im Jahre 1906

fand dann in Nauders eine Konferenz mit Delegierten

des Bundesrates und den Österreichern statt. Es kam

aber zu keiner Einigung. Während die Österreicher einen

Anschluss der RhB an die geplante Vintschgaubahn

im Dorf Nauders wünschten, gaben die Vertreter aus

Bern zu Protokoll:

«Die schweizerischen Interessen verlangen, dass in

erster Linie die Verbindung der Rhätischen Bahn mit

der Vintschgaubahn durch eine dem Inn folgende,

schmalspurige Linie in der Richtung Pfunds hergestellt

werde».

Die Schweiz wollte eine Linie, die möglichst lange auf

Schweizer Boden verlief und auch technisch einfach zu

realisieren war. Um den nötigen Nachdruck zu verschaffen,

erteilte der Bundesrat im Jahr darauf der RhB

die Konzession von Martinsbruck über Finstermünz

dem Inn entlang bis an die Grenze. Schon Holsboer

hatte für seine Scalettabahn eine Konzession für eine

Linie Capella (Chapella bei Cinuos-chel) – Schuls (Scuol)

– Martinsbruck (Martina) welche an die RhB übergegangen

war. Die Österreicher lenkten ein und erteilten

sogar die Bewilligung auf ihrem Gebiet Planaufnahmen

zu machen.

Für die RhB waren diese Linien zweitrangig, denn die

Bauabteilung hat genug Arbeit mit den in Bau befindlichen

Linien Samedan – Pontresina, Davos – Filisur,

Ilanz – Disentis und Bever – Scuol. Der Ausbruch des

Ersten Weltkrieges machten dann aber alle Pläne zunichte.

Trotz verlorenem Krieg planten die Österreicher

im Jahre 1918 am Bau der bereits im Krieg begonnenen

Vintschgaubahn-Fortsetzung weiter. Interessant ist

aber, dass hier der Anschluss der RhB in Tösens vorgesehen

war.

Die Ofenbergbahn

Im Februar 1906 reichte die Bozen – Meranerbahn ein

Konzessionsbegehren an das Schweizerische Post- und

Eisenbahndepartement ein. Am 15. Oktober desselben

Jahres antwortete das Departement mit dem Hinweis

auf die Konferenz in Nauders vom 3. Mai 1906, wonach

zuerst die Linie Schuls – Martinsbruck – Pfunds sichergestellt

sein müsse, bevor die Eidgenossenschaft eine

Konzession für eine Ofenbergbahn erteile. Bei diesem

Anlass bemerkte der Vorsteher des Eisenbahndepartements,

dass es ihm zweckmässiger schiene, wenn seinerzeit

das schweizerische Initiativkomitee sich um die

Konzession der Ofenbergbahn bewerben würde als die

Bozen – Meranerbahn.

Präsident des schweizerischen Initiativkomitees war

der Münstertaler F. Manatschal. Auf das Schreiben des

Initiativkomitees reagierte das Eisenbahndepartement

am 4. Dezember 1906 mit dem Hinweis, dass daran

festgehalten werde, zuerst die Unterengadiner Anschlusslinie

vor der Ofenbergbahn, aus für die Schweiz

und den Kanton Graubünden verkehrspolitischen und

militärischen Gründen zu erstellen. Die gleichzeitige

Finanzierung beider Linien zersplittere die Projekte,

sodass in absehbarer Zeit weder die Verbindung mit

Landeck, noch diejenige mit dem Etschtal durch den

Ofenberg zustande kommen werde.

Heute wissen wir, dass beide nicht mehr zustande kamen.

Die RhB war stets der Meinung, die Hauptzubringerlinie

für das Engadin wäre die Albulalinie und eine

Öffnung nach Osten nur neue Probleme gebracht hätte.

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Neues in Kürze

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Krokodil und Ungeheuer

Von Eugen Rohner

Die über 100-jährige RhB-Dampfschneeschleuder Xrot

9213 ist auch unter dem Begriff «Bernina Ungeheuer»

bekannt. Während den Wintermonaten kämpft sich dieses

Ungetüm jeweils durch die meterhohen Schneemauern

an der Bernina. Die Schneeräumung auf der

höchsten Bahn-Transversale der Alpen ist für die zahlreichen

Eisenbahnfans immer wieder ein ganz besonderes

Ereignis.

Fotohalt bei der berühmten Wasserscheide kurz vor Ospizio

Bernina. (Foto Peter Pfeiffer)

Die zwei Ungeheuer in voller Aktion. (Foto Daniel Frank)

Dieses Jahr erfuhr die ausgeschriebene Erlebnisfahrt

«Schnee & Eis» ein zusätzliches Highlight: Als Stoss- und

Zugfahrzeug kam das «Bernina Krokodil», die Ge 4/4 Nr.

182, zum Einsatz. Natürlich war diese Erlebnisfahrt innert

Kürze ausverkauft. Die nicht alltägliche Zugskomposition

lockte am 19. Januar 2013 nebst den zahlenden

Teilnehmern unzählige Schaulustige auf die Bernina.

Eine internationale Gesellschaft befand sich an Bord des

Extrazuges: nebst vielen Schweizern waren Deutsche,

Italiener, Engländer, ein Schwede, ein Japaner und ein

Australier mit von der Partie. Ganz besonders stolz, dabei

sein zu können, war der 11-jährige Max aus Unna

(Deutschland). Er hat diese Fahrt zum Geburtstag geschenkt

bekommen. Seine Mutter erzählte dem Reiseleiter,

dass Max für die Anreise ins Engadin am Freitag

extra Schulfrei bekommen hatte. Die Begründung der

Schulleitung: eine solche Exkursion ist Bestandteil des

Historikunterrichtes und man unterstütze solche Vorhaben!

Aktion «Guetzli»

Von Simona Stefanoni

Am 4. Dezember 2012 um 11.00 Uhr versammelten sich

fünf motivierte RhB-Mitarbeitende und login-Lernende

bei der Bäckerei Romana in Laax. Den ganzen Tag wurden

Teige ausgewallt, Guetzli gestochen und bepinselt.

Anfangs noch mit viel Elan, nach 5 Stunden dann eher

schleppend. Um 19.00 Uhr war es soweit, und auch die

letzten der 13’000 Guetzli kamen aus dem Ofen. Dann

hiess es nur noch verpacken. Die login-Lernenden vom

Bahnhof Thusis übernahmen diese Aufgabe und erledigten

diese in der kommenden Woche. Total gab es

2’600 Säckli à 5 Guetzli. Am 17. Dezember 2012 wurden

diese dann den Pendlern auf den Frühzügen verteilt,

was auf grosse Freude bei den Reisenden stiess.

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Preisübergabe Schulklasse Zillis

Von Nora Zindel

Vom 6. bis 11. November 2012 fand in der Stadthalle in

Chur die Fiutscher Berufsmesse statt. Dort hatten die

Besucher – vor allem Schüler – die Gelegenheit, einen

Einblick in das Berufsleben zu erhalten und direkt mit

Lernenden über ihre verschiedenen Lehren zu sprechen.

Auch login war mit einem Informationsstand vertreten

und stellte unter anderem auch die Berufe der RhB vor.

Nach den erfolgreichen Messetagen hatten wir die Aufgabe,

aus den zahlreichen Wettbewerbsteilnehmern,

einen glücklichen Gewinner zu ziehen. Dabei hatte ein

Schüler der 1. Sek aus Zillis die Nase vorne und wurde

von der Glücksfee ausgewählt.

Die Schulklasse war sehr gespannt auf unseren Besuch

und hat sich sehr über die Geschenke und natürlich

über ihren Preis gefreut. So konnten Nadia Flütsch und

ich mit einem Lächeln im Gesicht nach Landquart zurückreisen

und die Schüler der Planung ihrer Schulreise

überlassen.

Bestimmt werden sie einen unvergesslichen Tag auf

den Strecken der RhB erleben.

Grüsse aus Rio de Janeiro

Von Eugen Cantieni

Heinz Husistein, Auswanderer und Sommerverstärkung

beim Zugpersonal, steht vor der Corcovado Bergbahn in

seiner Wahlheimat Brasilien. In freudiger Erwartung auf

seinen bevorstehenden Sommereinsatz bei der RhB, hat

er sich schon mal unsere Krawatte umgebunden. Auf der

Zugfahrt zur Christusstatue kann er seine Berufskenntnisse

unter Umständen auch gewinnbringend einsetzen.

Neuer Werbewagen bei der «Bündner Güterbahn»

Von Wiro Capol

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Anfang Februar 2013 wurde ein neuer Werbewagen der

Firma Conrad-Storz AG in Betrieb genommen. Der Kesselwagen

des Typs «Za» mit der Wagennummer 8141

wurde durch unsere Malerei weiss angestrichen und mit

dem Logo der Firma beklebt. Die Firma Conrad-Storz AG

hat damit neben ihrer Tanklastwagen-Flotte nun auch

einen RhB-Kesselwagen mit der gleichen Werbeanschrift.

Der aufgeführte Kesselwagen wird derzeit ausschliesslich

für Benzintransporte zwischen Landquart

und Pontresina eingesetzt und bekräftigt die Zusammenarbeit

des grössten Mineralölkunden mit der Bündner

Güterbahn.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Bernina Express Catering Süd

Von Karin Furger

Seit dem Sommer 2012 kommen die Bernina Express

Gäste zwischen Tirano und St. Moritz in den Genuss von

Snacks, kühlen Getränken und, dank der Kooperation

mit Badilatti, frischem Kaffee. Dieser Service bedarf einer

starken Mannschaftsleistung: Vom Einkauf durch die

Bahnhöfe Tirano und Poschiavo, über das Nachfüllen bis

zum Verkauf im Zug durch das Zugpersonal wird die Cateringleistung

von der RhB selbst umgesetzt. Das speziell

auf die italienische Kundschaft ausgerichtete Sortiment

und der persönliche Service fanden bei der

Kundschaft grossen Anklang und werden auch 2013

weitergeführt. Als kleines Dankeschön für das grosse

Engagement erhielten alle Beteiligten im Dezember einen

Lebkuchen vom Produktmanagement.

Nachwuchs bei der RhB

Von Astrid Schmid

Für Nachwuchs ab 2026 bei der Rhätischen Bahn ist

gesorgt!

Moreno Casanova, der Gottabuab von Astrid Schmid.

Steinschlag bei Brusio

Von Simon Rageth

Am 8./9. Januar 2013 ereignete sich im Bereich des

Kreisviaduktes Brusio ein Steinschlag. 50 % des Schutzdammes

wurden mit Gesteins- und Felsmaterial gefüllt.

Dank des 2009 erstellten Dammes fand bloss ein einziger

Stein den Weg auf die Gleise. Diese Sicherheitsmassnahme

hat sich also bewährt und verhinderte weit grössere

Schäden. Die Entleerung des Schutzwalles wurde

zusätzlich unter ständiger Überwachung des Hangs

durchgeführt. In der Felswand wurden 40 Spiegel (Distanzmesser)

zur geodätischen Überwachung installiert.

Diese 40 Punkte werden bis im Frühsommer kontinuierlich

vermessen, halbstündlich überwacht und ausgewertet.

Die wichtigste Schutzmassnahme ist aber das

Entleeren des Dammes. Dies geschah bis Mitte Februar,

sodass die Strecke Poschiavo – Tirano ab dem 17. Februar

2013 für den Bahnverkehr wieder freigegeben wurde.

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Mitarbeiterumfrage 2011

Von Eric Wyss

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

80 % der Massnahmen umgesetzt – Danke!

Bis Ende 2012 wurden von den insgesamt 253 Massnahmen

unternehmensweit bereits 203 Massnahmen,

d. h. 80 % umgesetzt. Für die Ableitung und Umsetzung

der Massnahmen wurde von den Vorgesetzten und Mitarbeitenden

in zahlreichen Workshops und Sitzungen

viel Zeit und «Herzblut» investiert. Dank Ihrer engagierten

Mitarbeit konnten wesentliche Verbesserungen

in den Bereichen Führung, Zusammenarbeit, Kommunikation

und Prozesse erzielt werden.

Der Umfang und die Themen der einzelnen Massnahmen

variieren. Beispielsweise wurden Pflichtenhefte

von Mitarbeitenden überprüft und angepasst, Massnahmen

zur Verbesserung des persönlichen Kontakts

zu Mitarbeitenden anderer Geschäftsbereiche definiert

und Massnahmen zur frühzeitigen Information und

Einbindung der Mitarbeitenden durch die Führungskraft

definiert. Daneben wurde auch an vielen «kleinen

Themen» gearbeitet, die sich täglich auf das

«Wohlbefinden» der Mitarbeitenden auswirken, wie

z. B. das Einführen regelmässiger, dokumentierter

Feedback Gespräche, gemeinsame Kaffeepausen und

Mittagessen nach Sitzungen und viele weitere.

Das Führungsteam und HR danken Ihnen herzlich für

Ihr Mitwirken und Engagement bei den aus den Ergebnissen

der Mitarbeiterumfrage abgeleiteten Massnahmen.

Neue Mitarbeiterumfrage im Juni 2013

Im Juni 2013 starten wir erneut mit einer Mitarbeiterumfrage.

Wir möchten damit die Wirksamkeit der

Massnahmen aus der letzten Mitarbeiterumfrage und

«den Puls» unserer Mitarbeitenden messen. Dieses Jahr

werden wir auch am Swiss Arbeitgeber Award teilnehmen.

Der Swiss Arbeitgeber Award bietet allen Schweizer

Unternehmen ab einer Grösse von 100 Mitarbeitern

die einzigartige Möglichkeit, sich mit den besten Arbeitgebern

der Schweiz zu vergleichen.

Mehr Infos unter www.swissarbeitgeberaward.ch

Der aktuelle Stand der Massnahmenumsetzung ist auf

dem Intranet unter «Für Mitarbeitende – Mitarbeitendenumfrage»

einsehbar.

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Arbeitssicherheit geht alle an

Von Roald Hofmann

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Arbeitssicherheit dient dem Wohl jeder einzelnen Mitarbeiterin

und jedes Mitarbeiters. Besonders im Bahnbetrieb

lauern viele Gefahren, welche das Einhalten

von Sicherheitsstandards elementar machen. Vor einem

Jahr haben wir deshalb in der InfoRetica über den

Start des Projekts «integrierte Sicherheit» berichtet und

im Intranet zwischenzeitlich in loser Folge über wichtige

Projektabschnitte informiert.

Als Ziele des Projekts «integrierte Sicherheit» stehen

die Stärkung des Wissens über die Arbeitssicherheit

und die Verbindlichkeit unseres sicherheitsbewussten

Handelns im Fokus. Damit soll eine gute Grundlage geschaffen

werden, unsere Unfallrate – zum Wohl der

Mitarbeitenden und des Unternehmens – auf maximal

vier Berufsunfälle pro 100 Mitarbeitende zu senken.

Treiber des Projekts sind die Geschäftsleitung und das

von ihr eingesetzte Kernteam, welches sich aus Vertretern

aller Geschäftsbereiche zusammensetzt.

Um den aktuellen Stand und die Verankerung der Arbeitssicherheit

sowie die ihr dienenden Instrumente

zu beurteilen, sind mehr als 50 Mitarbeitende im Rahmen

einer Umfrage dazu aufgerufen worden, ein Statement

zur Arbeitssicherheit abzugeben. Im Anschluss an

eine erste Auswertung dieser Aussagen haben drei Mitarbeitende

der SUVA während vier Tagen mit einer Vielzahl

von RhB-Mitarbeitenden aller Stufen und Geschäftsbereiche

Einzelgespräche geführt und/oder vor

Ort Audits gehalten. Die durch die Umfragewerte und

die Audits gewonnenen Erkenntnisse sind durch die

SUVA zu einer repräsentativen Lagebeurteilung verdichtet

und der Geschäftsleitung präsentiert worden.

Dabei hat sich der Eindruck eines bereits guten Standes

bestätigt. Es hat sich aber auch gezeigt, dass das Verantwortungsbewusstsein

für die Arbeitssicherheit noch

gestärkt werden muss. Das Kernteam hat in der Folge

Verbesserungsvorschläge erarbeitet und der Geschäftsleitung

konkrete Massnahmen zur Umsetzung vorgeschlagen.

Im Wesentlichen geht es um die Weiterentwicklung des

Verantwortungsbewusstseins zu einer elementaren

Selbstverständlichkeit gegenüber der Arbeitssicherheit.

Die vom Kernteam ausgearbeiteten Massnahmen sehen

zukünftig eine umfassendere Sicht der Arbeitssicherheit

in Form eines auf drei Säulen stehenden Hauses

vor. Diese Metapher steht für die Erkenntnis, dass Stabilität

nur dann garantiert ist, wenn das Dach von den

drei Pfeilern «System», «Führung» und «Mitarbeitende»

einschliesslich der dazwischen abspielenden Prozesse

getragen wird. Für die Tragfähigkeit des Fundaments

sind Grundsätze erarbeitet worden, welche für

alle Mitarbeitenden verbindlich sind. Diese Grundsätze

bilden eine auf zentrale Punkte reduzierte Basis für die

Führung und ersetzen das bisherige Leitbild. Die so genannte

«Charta Arbeitssicherheit» ist auf die Geschäftsbereiche

abgestimmt und zu lebenswichtigen

Regeln zusammengefasst worden. Massnahmen unterschiedlicher

Priorität und ein Themenspeicher geben

der Basis zusätzliche Stabilität.

Die von der Geschäftsleitung im Grundsatz genehmigten

Unterlagen und Prozessanpassungen werden laufend

in der Prozesslandschaft im neu gestalteten Sicherheitsportal

aufgeschaltet und können ab sofort

eingesehen werden.

Damit die vorgenommenen Akzentverschiebungen bei

den Abläufen, Aufgaben und Kompetenzen und im Reportingprozess

(Umsetzungsetappe 1) nachhaltige Wirkung

zeigen, werden ab Mitte Jahr Kaderschulungen

durchgeführt.

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Sensibilisieren und Barrieren abbauen

Von Yvonne Dünser

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Bei der alljährlichen Weiterbildung des Zugpersonals

der RhB stand am Donnerstag, 22. November 2012, der

Umgang mit Menschen mit einer Behinderung im Mittelpunkt.

Im Rahmen eines Workshops und eines Parcours

wurden Alltagssituationen durchgespielt und

dabei psychologische Schranken und gegenseitige Unsicherheiten

abgebaut.

Menschen mit Behinderung wollen auch mobil sein

In den letzten Jahren haben sich das Angebot und die

Infrastruktur im öffentlichen Verkehr für Menschen mit

Behinderung stetig verbessert. Auch die Rhätische

Bahn rüstet ihre Züge und Infrastruktur laufend um

und auf. Gemäss Gesetzgebung sollen bis im Jahr 2023

Bedingungen geschaffen werden, dass jeder Zug behindertengerecht

zugänglich ist und Menschen mit einer

Behinderung problemlos und komfortabel ihr Ziel

erreichen können.

«Wir sind auf gutem Weg, auch wenn die Umsetzung

zeitlich und finanziell anspruchsvoll ist», so Ivo Hutter,

Leiter Rollmaterial und Mitglied der Geschäftsleitung

RhB. «Bereits seit Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes

im Jahr 2004 wird auf die behindertengerechte

Umrüstung von Rollmaterial und Infrastruktur

besonderen Wert gelegt, und bei neuen Projekten

und Anschaffungen wird dieser Aspekt selbstverständlich

bereits in die Planung mit einbezogen».

Gegenseitig Verständnis wecken

Am gemeinsam von der RhB und der «Behindertenkonferenz

Graubünden» organisierten Schulungs- und

Weiterbildungstag zeigte sich, dass auf beiden Seiten

Unsicherheiten und Informationsbedarf besteht.

«Ziel des Weiterbildungstages war es, die Zugbegleiter

für die Wünsche und Bedürfnisse von Menschen mit einer

Behinderung zu sensibilisieren», erklärte Eugen

Cantieni, Leiter Zugpersonal bei der RhB. Es bestünden

vielfach psychologische Barrieren, die sich an einem

solchen Begegnungstag abbauen liessen.

Auch Martina Tomaschett, Vorstandsmitglied der Dachorganisation

«Behindertenkonferenz Graubünden» betont

die Wichtigkeit, dass sich Menschen mit und ohne

Behinderung ohne Ängste und Vorurteile begegnen:

«Menschen mit einer Behinderung sind dankbar für

Hilfestellungen. Wo möglich, wollen sie aber oft auch

selbständig sein. Hier gilt es, beim Personal des öffentlichen

Verkehrs Verständnis und Geduld zu wecken

und zu fördern».

Spielerisch aufeinander zugehen

«Wie führt ein Blindenhund sein Herrchen oder Frauchen

zum richtigen Zug?» «Wie bediene ich den Mobi-

Lift so, dass der Fahrgast sich sicher fühlt?». Dies nur

zwei Beispiele, wie das Zugspersonal der RhB und

Menschen mit einer Behinderung in Landquart gemeinsam

Alltagssituationen durchspielten und meisterten.

Die Stimmung in der ALLEGRA-Halle der RhB in Landquart

war gelöst, und die anfängliche Zurückhaltung –

auf beiden Seiten – war rasch der Freude am gemeinsamen

Erleben und Sich-Begegnen gewichen.

36


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Interview mit Martina Tomaschett

Von Eugen Cantieni

Statements von Martina Tomaschett, Ressortleiterin

Bau und Verkehr, Behindertenkonferenz Graubünden

Martina, was war aus deiner Sicht die Motivation, sich

an diesem Kurs zu engagieren?

Durch solch wichtige Kurse, können zwischenmenschliche

Barrieren abgebaut werden – so wird ersichtlich,

dass Leute mit Handicap ganz normale Menschen sind.

Man kann mit ihnen reden, ihre Bedürfnisse erkennen

und entsprechend auf sie eingehen. Wichtig ist mir die

Botschaft: «Egal was für eine Behinderung, jeder Mensch

soll vollwertig bedient und behandelt werden».

Was waren deine Eindrücke und Erlebnisse des

Kurstages mit dem Zugpersonal?

Der Kurs war für uns sehr eindrücklich, das Zugpersonal

hat sehr grosses Interesse gezeigt. Der Austausch zwischen

dem Zugpersonal und uns war echt toll. Es sind

auch viele Fragen gestellt worden; auch im praktischen

Teil war es eine Freude wie alle mitgemacht haben.

Wenn du einen Wunsch an den öV äussern darfst,

wie lautet er?

Ich würde mir wünschen, dass es noch mehr solche

Veranstaltungen geben würde. Auch wäre ich froh,

dass wir bei Planungen an Zügen oder Bahnhofsumbauten

stärker mit einbezogen würden. Denn theoretisch

ist ja alles möglich, aber in der Praxis sieht es oft

anders aus. Ferner wünschte ich mir schlankere Kommunikationswege

zwischen dem Call Center (handicap/

Brig) und dem Zugpersonal. So könnte die Anmeldefrist

verkürzt und das Zugpersonal besser vorbereitet werden.

Kurzportrait

Mein Name ist Martina Tomaschett ich wurde am 17.

Januar 1968 in Chur geboren. Ich habe die Schulen in

Chur besucht und danach eine Lehre als Coiffeuse

gemacht. Mit 17 Jahren habe ich die Diagnose MS bekommen.

Habe aber trotz allem noch zwei Kinder bekommen.

Vor zwei Jahren bin ich in die Behindertenkonferenz

Graubünden für Bau und Verkehr gewählt

worden. Diese Aufgabe gefällt mir sehr. Man kann viele

Sachen bewirken und sie hat sehr viel mit Menschen

zu tun.

Worum geht es?

Menschen mit Behinderungen oder altersbedingten Einschränkungen

haben dasselbe Recht auf autonome Mobilität und

dasselbe Bedürfnis danach wie nicht eingeschränkte Personen.

Dabei spielt der öffentliche Verkehr eine zentrale Rolle.

Seit dem 1. Januar 2004 ist das Behindertengleichstellungsgesetz

(BehiG) samt seinen Verordnungen in Kraft. Es hält fest, dass

der öffentliche Verkehr (öV) bis spätestens Ende 2023 den

Bedürfnissen der behinderten und altersbedingt eingeschränkten

Reisenden entsprechen muss. Mit Blick auf die demographische

Entwicklung unserer Gesellschaft ist dies ein Vorhaben, von

dem nicht nur jüngere Menschen mit einer dauernden

Beeinträchtigung, sondern ein bedeutender Teil der öV-Benützenden

profitiert. Denn mit zunehmendem Alter steigt das Risiko,

nicht mehr gut zu sehen, nicht mehr gut zu hören oder nicht

mehr gut gehen zu können. Aber auch junge und gesunde

Personen sind froh, wenn das Einsteigen mit dem Kinderwagen

oder mit schwerem Gepäck ein Kinderspiel ist. Und: wer hat sich

nicht schon einmal den Fuss verstaucht?

37


Pensionskasse der Rhätischen Bahn

Von Urs Brunett

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013 Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2012

Der Stiftungsrat der Pensionskasse RhB hat anlässlich

seiner Sitzung vom 1. November 2012 unter anderem

folgende Beschlüsse gefasst:

n Reduktion des technischen Zinssatzes von 3.5 % auf

3.0 %

n Gestaffelte Senkung des Umwandlungssatzes von

6.4 % auf 5.7 %.

Was heisst dies für die Versicherten?

Technischer Zinssatz

Der technische Zinssatz ist eine rechnerische Grösse,

die bei der Pensionierung des Versicherten zum Tragen

kommt. Er zeigt uns mit welchen Renditen auf den

Finanzmärkten in Zukunft gerechnet werden kann. Mit

diesen Renditen wird das im Zeitpunkt der Pensionierung

vorhandende Sparguthaben der Versicherten verzinst.

Aufgrund des tiefen Zinsniveaus auf den Finanzmärkten

muss künftig mit deutlich reduzierten Renditemöglichkeiten

gerechnet werden. Deshalb muss der

technische Zinssatz von heute 3.5 auf 3.0 Prozent angepasst

werden. Bedingt durch die Senkung von 0.5%

musste zusätzliches Kapital in der Höhe von 11.1 Mio.

Franken zur Finanzierung der laufenden Renten beschafft

werden.

Eine Senkung des technischen Zinssatzes hat ebenfalls

eine Senkung des Umwandlungssatzes zur Folge.

Umwandlungssatz

Bei der Pensionierung wird das angesparte Altersguthaben

(gebildet aus den Sparbeiträgen des Arbeitgebers

und Arbeitnehmers plus Zinsen) mit dem so genannten

Umwandlungssatz in eine lebenslange Rente

umgewandelt.

Mit der Senkung des Umwandlungssatzes wird das vorhandene

Altersguthaben (das Guthaben gehört dem

Versicherten) nicht geschmälert, sondern auf mehr

Jahre aufgeteilt.

Beispiel: Altersguthaben CHF 100 000.– x 5.7 % Umwandlungssatz

= jährliche Rente von CHF 5’700.–

(damit ist das vorhandene Sparkapital nach 17.5 Jahre

(bisher 15.6 Jahre) aufgebraucht. Die Rente wird aber

selbstverständlich lebenslänglich bezahlt),

Die Höhe des Umwandlungssatzes wird durch die Lebenserwartung

der Versicherten und von den erwarteten

Erträgen der Finanzmärkte bestimmt.

Einmal im Jahr erhalten Sie Ihren persönlichen Leistungsausweis.

Dieser informiert Sie konkret über die

Höhe des Altersguthabens und die Leistungen der Pensionskasse

(Alters-Invaliden-Hinterlassenleistungen).

Im Leistungsausweis sind auch die für Sie gültigen Umwandlungssätze

aufgeführt.

Warum Umwandlungssatz anpassen?

Beim Umwandlungssatz wird die zukünftige Lebenserwartung

sowie der zukünftig zu erwartende Anlageer-

Dreisäulenkonzept.

DREISÄULENKONZEPT

Rentenkapital.

38

RhB Vorbereitung auf die Pensionierung 2012

Seite 2


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

trag (technischer Zinssatz) berücksichtigt. Die zunehmende

Lebenserwartung der Rentenbezüger ist

statistisch ausgewiesen. Die Lebenserwartung steigt

innerhalb von fünf Jahren um rund ein Jahr bei den

Männern und ca. ein halbes Jahr bei den Frauen. Das

bei der Pensionierung vorhandene Kapital muss demzufolge

länger ausreichen (Lebenserwartung) und generiert

während dieser Phase auch noch weniger Ertrag

(Reduktion technischer Zinssatz). Mit der Anpassung des

Umwandlungssatzes wird der heutigen und zukünftigen

Lebenserwartung Rechnung getragen.

Lebenserwartung

1981 1991 2001 2010 2011

im Alter

65

Männer 14.3 15.6 17.3 18.9 19.0

Frauen 18.2 19.8 21.1 22.2 22.2

Quelle: ESPOP, STATPOP, BEVNAT

Beiträge an die berufliche Vorsorge

Der Beitrag an die berufliche Vorsorge setzt sich zusammen

aus dem Sparbeitrag und dem Risikobeitrag. Diese

berechnen sich auf der Basis des versicherten Lohnes

und richten sich nach dem Alter des Versicherten. Der

Sparbeitrag wird dem Altersguthaben des Versicherten

gutgeschrieben. Mit zunehmendem Alter (bis zum Alter

61) werden höhere Beiträge vom Lohn abgezogen und

somit kann es vorkommen, dass im Januar des folgenden

Jahres weniger Nettolohn ausbezahlt wird. Der

Grund liegt darin, dass jüngere Versicherte meist weniger

verdienen. In der zweiten Lebenshälfte ist oft der

Lohn höher und somit können auch grössere Abzüge

verkraftet werden.

Der Abzug für die Pensionskasse setzt sich wie folgt zusammen:

Sparbeitrag

Beitrag für die zukünf tige

Altersrente

Risikobeitrag

Beitrag für die Risiken

Tod und Invalidität

= Beitrag an die berufliche Vorsorge

Der Sparbeitrag wird ihrem persönlichen Sparkonto (Altersguthaben)

gutgeschrieben. Der Risikobeitrag dient

der Pensionskasse zur Finanzierung der Risiken Tod und

Invalidität und somit steht ihnen dieser Abzug nicht zur

Verfügung.

Was ist der versicherte Lohn?

Die Pensionskassenbeiträge werden auf dem versicherten

Verdienst erhoben. Der versicherte Verdienst entspricht

nicht dem vollen Lohn, sondern nur einem Teil

davon. Dies deshalb, weil die Pensionskassenrente die

AHV Rente ergänzen soll. Der versicherte Verdienst wird

berechnet, indem vom Jahresgehalt ein bestimmter Betrag

(der Koordinationsabzug) abgezogen wird. Ab einem

Jahresgehalt von CHF 73’710.– sind dies CHF

24’570.– (gilt für 2013). Bei tieferen Löhnen entspricht

der Koordinationsabzug 33.3 % des Jahresgehaltes. Ein

tieferer Koordinationsabzug führt zu einer besseren

Pensionskassenleistung.

Umwandlungsansätze.

Einnahmen und Ausgaben müssen in der Waage sein.

39


Aufruf Bahnmuseum Albula

Von Nora Hauswirth

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Als Konservator habe ich bisher viel vom Fachwissen

meiner RhB-KollegInnen profitieren können. In Zukunft

hoffe ich, regelmässig in der InfoRetica ein kleines

Rätsel oder eine Lücke in der Sammlung zu präsentieren

und mit eurer Hilfe zu lösen.

In dieser Ausgabe suchen ich und das Team vom Bahnmuseum

Gewerkschafts- und Gruppenbilder für eine

neue Wechselausstellung sowie Betreuer für den Fahrsimulator.

Zudem möchten wir auf einen Workshop mit

Gian Brüngger und eine Fotoreise im Albulatal hinweisen.

(Gion Caprez, Konservator Bahnmuseum Albula in Bergün)

Gruppenbilder

In der Sammlung vom Bahnmuseum Albula befindet

sich ein Bild der «Sektion Rhätia» des Vereins Schweizerischer

Lokomotivführer von 1898, eine Schenkung

von einem pensionierten Lokführer. Von diesen Gruppenbildern

existiert meist ein grossformatiges Original

in Form einer Collage von Porträts mit farbig gemaltem

Untergrund. Das Original hing am Arbeitsort oder im

Vereinslokal, die Mitglieder besassen kleinere fotografierte

Exemplare, wie unser Bild eines darstellt.

Diese Tradition wird bei der RhB immer noch gepflegt.

Noch heute stellen sich Gewerkschaftssektionen, Bahnhofteams

oder Jahrgängergruppen stolz dem Fotografen.

Wir möchten diese Form der Gruppenbilder dokumentieren.

Wer unter der Leserschaft der InfoRetica weiss

von solchen Bildern in Büros, Aufenthaltsräumen oder

privaten Stuben? Gion Caprez, Konservator vom Bahnmuseum

und Lokführer in Chur, freut sich über jede

Meldung als SMS an 079 585 41 16 oder per E-Mail an

gion.caprez@bahnmuseum-albula.ch

Von Interesse sind historische, aber auch aktuelle Aufnahmen,

möglichst mit Bezeichnung der porträtierten

Gruppe und der einzelnen Personen.

Fahrsimulator-Betreuer

Seit November 2011 steht vor dem Museum die Ge 6/6I

407. Nach über 50 Jahren im Dienst und drei Jahrzehnten

als Denkmal wurde sie wieder zum Leben erweckt

und mit einem Fahrsimulator ausgestattet. Besucher

können nun im Führerstand die Lokomotive mittels

originaler Schalter und Hebel virtuell durch das Albulatal

steuern. Für die Betreuung der Gäste suchen wir

pensionierte Lokführer oder Fans, die den Gästen die

Lok erläutern. Die Einsätze sind jeweils von 13-15 Uhr

(1–2 mal/Woche) und werden entschädigt. Nora Hauswirth

(081 420 00 05 – hauswirth@bahnmuseumalbula.ch)

freut sich über Ihre Kontaktaufnahme.

Workshop in der Sammlung

Gian Brüngger (Bahnhistoriker und langjähriger Mitarbeiter

der RhB) gibt einen besonderen Einblick in die

Sammlung des Bahnmuseums Albula.

Workshop: CHF 150.– p.P. inkl. Workshop-Unterlagen

Datum: Do 28. März 2013, 10.30–15 Uhr

Anmeldung: info@bahnmuseum-albula.ch

Telefon 081 420 00 05 (bis 21. März)

Fotoreise im UNESCO Welterbe

Im September entführt das Bahnmuseum Albula auf

eine besondere Fotoreise ins Albulatal. Wir wandern zu

unbekannten Fotostandorten, die meist nicht unmittelbar

neben den Gleisen liegen. Als Fotomotive dienen

uns die diversen Kunstbauten sowie das auf der

Strecke verkehrende Rollmaterial.

Kursleitung: Tibert Keller, Peter Pfeiffer und

Christian Zellweger

Datum: 11.–15. September 2013

Weitere Infos: www.bahnmuseum-albula.ch

40


Praktikum bei der Rhätischen Bahn

Von Gregor Malzacher

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Von Ende September bis Mitte März absolvierte ich im

Rahmen meines Studiums zum Maschinenbauingenieur

mein Praxissemester im Fachbereich Engineering/

Support des GB Rollmaterial in Landquart.

Ende September stand ich nun das erste Mal in meinem

Leben in einem Grossraumbüro und wurde

freundlichst vom ganzen Team begrüsst. Nach einer intensiven

Einarbeitung bei der ich mich mit den Werkstätten

in Landquart vertraut machte, viel Neues sah,

mir ganz viele neue Gesichter merken musste, – bei

einigen brauchte es mehrere Anläufe bis ich mir den

Namen zum Gesicht dauerhaft merken konnte – ging

es auch sogleich mit der praktischen Arbeit los.

Ausgestattet mit einem umfangreichen Aufgabenpaket

ging es von nun an darum, mein bisher eher theoretisches

Wissen in der Praxis anzuwenden.

Unterstützt von meinem Betreuer und Ansprechpartner

André Bieri, bestanden meine Aufgaben darin, ihn bei

den laufenden Optimierungsmassnahmen am ALLE-

GRA-Zweispannungstriebzug (ZTZ) zu unterstützen.

Die erste Aufgabe, welcher ich mich widmete, bestand

darin, den idealen Radschallabsorber für den ZTZ zu

ermitteln. Bei Fahrten durch enge Kurven, wie sie auf

der Linie Chur-Arosa sowie der Berninabahn vorkommen,

wird das Rad des Zuges in Schwingungen versetzt,

welche sich durch ein lautes, hohes, unangenehmes

Geräusch bemerkbar machen. Dieses Geräusch lässt

sich mit so genannten Radschallabsorbern erheblich

verringern. Es galt nun den besten am Markt verfügbaren

Radschallabsorber mittels einer Messfahrt zu

bestimmen. Mit etwas Unterstützung hatte ich nun

erstmals die Möglichkeit eine Messfahrt zu planen,

durchzuführen und auszuwerten. Eine spannende und

anspruchsvolle Aufgabe, welche mich forderte. Ende

Oktober war dann nun alles bereit für meine erste

Nachtschicht. Eine Nacht lang führten wir zwischen

Arosa und Litzirüti Messfahrten durch und konnten die

Radschallabsorber auf Herz und Nieren testen.

Weitere Aufgaben, in welche ich eingebunden war,

waren die Betriebserprobung des Stammnetztriebzuges

(STZ), die Optimierung der Spurkranzschmieranlage des

ZTZ, ebenfalls verbunden mit einigen Nachtschichten,

Messungen zum Fahrkomfort und zum Innenraumlärmpegel

sowie Verschleiss- und Gewichtsmessungen

im Vereinatunnel.

Was bleibt? Für die RhB ein verbessertes Fahrzeug und

eine Grundlage für weitere Optimierungen.

Es war eine wertvolle Erfahrung für mich, die Möglichkeit

zu haben, im Rahmen meiner Aufgaben selbständig

zu arbeiten, mich einzubringen und Verantwortung

zu tragen. Ich konnte ein halbes Jahr lang facettenund

abwechslungsreiche Praxiserfahrungen sammeln,

habe vielfältige Einblicke in die verschiedenen Bereiche

des Geschäftsbereich Rollmaterial bekommen und

konnte viel von meinen Kollegen lernen. Nicht zu vergessen

sind auch die zahlreichen positiven Erfahrungen

mit Menschen in fast ganz Graubünden, sei es in

der Zusammenarbeit als Kollegen bei der RhB, mit

Fahrgästen oder auch privat.

Zum Schluss bleibt mir nur noch allen, mit denen ich

während des Praktikums zu tun hatte, im speziellen

André Bieri und Daniel Ritler, eines zu sagen:

Grazia fitg

Gregor Malzacher in der Werkstatt.

Nachtschicht auf der Linie Chur – Arosa.

41


PeKo – was ist das?

Von Reto Mathiuet

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013 Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2012

Geschichte und Entstehung der PeKo bei der RhB

Mit der Einführung des FAV 2004–2008 wurde die PeKo

RhB erstmals aufgestellt und die betriebliche Mitwirkung

– welche seit 1993 gesetzlich verankert ist – ins

Leben gerufen. Vorgängig war dies durch die Gewerkschaften

SEV und transfair (Sozialpartner) sichergestellt.

Obschon die RhB einen recht hohen Anteil an gewerkschaftlich

organisiertem Personal hat, musste auch der

Rest des Personals vertreten sein. Bei der ersten Konstitution

war der Ausschuss das oberste Organ. Doch

durch die immense Grösse des Ausschusses scheiterte

eine PeKo in ihrem Handeln und viele gute Ideen konnten

nicht verwirklicht werden.

Strukturen in der PeKo

Durch die oben beschriebenen Erkenntnisse wurden

die Strukturen im FAV 2008–2012 geändert. Aus den

fünf Geschäftsbereichen wurde ein Vertreter und aus

den beiden grossen Personalgruppen Zug- und Lokpersonal

ein zusätzlicher Vertreter in die PeKo Unternehmung

gewählt. Die sieben PeKo Unternehmensmitglieder

organisieren sich selbstständig und wählen

die Ausschussmitglieder. Die PeKo trifft sich regelmässig

an Sitzungen, welche auch künftig in der Fläche

stattfinden, um dem Personal vor Ort jeweils die Möglichkeit

zu bieten – an den im Voraus angekündigten

Orten/Zeiten – vorbeizuschauen.

Weiterbildung und Kompetenzen der PeKo

Die PeKo mit all ihren Ausschussmitgliedern, die sich

ein- bis zweimal jährlich treffen, wurden speziell ausund

weitergebildet. (siehe PeKo Bericht «Mitwirkung

mit Wirkung» in der IR 2/2011).

Die externen Weiterbildungen umfassen Basiskurse für

Personalvertretungen, Rollenverständnis sowie Rechte

und Pflichten einer PeKo. Die ausgewählten Mitarbeitenden

werden durch die RhB unterstützt und einzelne

Mitglieder besuchen weiterhin Kurse, um ihre Aufgabe

zu erfüllen.

Die PeKo ist im Besitz eines offiziellen Handbuchs für

Personalvertretungen mit all ihren Handlungsfeldern

als Leitfaden.

Wer ist für was zuständig?

Die RhB hat einen speziellen Part in der Organisation

dieser Handlungsfelder mit den Gewerkschaften abgeschlossen.

Diese deckt sich fast mit den Strukturen der

SBB, welche ebenfalls identische Sozialpartner hat.

Themen resp. Handlungsfelder

Die PeKo wirkt in keinen Lohnverhandlungen mit und

es werden keine arbeitszeit relevanten Themen in der

PeKo behandelt. Im Grundsatz kann alles, was mit

«Geld und Zeit» zu tun hat, über die Sozialpartnern eingebracht

werden. Die restlichen Handlungsfelder sind

Themen der PeKo. Damit ist jedoch bereits ein Konfliktfeld

eröffnet, denn es gibt mehrere Themen die

nicht klar zuzuweisen sind.

Zurzeit wird das bestehende PeKo-Reglement überarbeitet.

In den BILA (Bilateralen Sitzungen mit HR) ist neu

auch ein Vertreter der Sozialpartner anwesend. Mittels

eines Prozesses soll die Verantwortlichkeit (PeKo oder

Sozialpartner) festgelegt werden, damit keine Doppelspurigkeiten

entstehen.

Peko-Organigramm.

PeKo Strukturen RhB

(Organigramm)

PeKo

Unternehmung

RhB

Zertifikat.

PeKo Vorsitz:

• Roger Tschirky

• Reto Mathiuet

PeKo P-LP-U

PeKo P-U

Peko V-ZP-U

PeKo V-U

PeKo F-U

PeKo R-U

PeKo I-U

Produktion

Lokpersonal

• Reto Mathiuet

079 586 60 79

Produktion

ohne Lokpersonal

• Heinz Zwicky

081 288 26 43

Vertrieb

Zugpersonal

• Roger Tschirky

079 331 81 17

Vertrieb

ohne Zugpersonal

• Andreas Brot

081 288 32 39

Stab Finanzen

• …

079 331 81 17

Rollmaterial

• Emil Strub

081 288 22 35

Infrastruktur

• Jürg Wielath

081 288 26 38

PeKo P-LP-AT

Ausschuss

(Technik)

• M.Fischer

• M.Meuli

• B.Kohler

• H.Meier

PeKo P-LP-

AP

Ausschuss

(Personal)

• P.Cavelti

• R.Mathiuet

• (H.Meier)

PeKo P-AP

Ausschuss

• HJ.Minder

• E.Küng

PeKo V-ZP-

AP

Ausschuss

(Personal)

• R.Tschirky

• M.Schmid

• G.Meister

PeKo V-AP

Ausschuss

• A.Brot

• C.Müller

• …

PeKo R-AP

Ausschuss

• E.Strub

• …

PeKo I-AP

Ausschuss

• J.Wielath

• R.Arpagaus

• M.Maissen

• P.Crameri

FAV RhB 2012 - 2016 Stand: 08.02.2013


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Formen der Mitwirkung

n Verbeiständigung – «beistehen und beraten» (PeKo

oder Sozialpartner mit Mitarbeitenden, welche dies

beanspruchen)

n BILA-Sitzungen (PeKo mit HR und Sozialpartner)

n Sitzungen PeKo RhB mit der Geschäftsleitung (Sitzung

mit Direktor, Leiterin HR und je nach Thema weitere

GL Mitglieder)

Regelungen bei themenübergreifenden Handlungsfeldern

Bei der Umsetzung der Ferienorganisation der Mitarbeitenden

und der Vernehmlassung der Dienstplangestaltung

nach AZG, stellen die Sozialpartner ihre gewählten

Mitglieder zur Verfügung.

Weitere in der Verantwortung der PeKo liegende Themenbereiche

sind: Dienstkleider, Dienstzimmer, Arbeitsmittel

etc., die unter Umständen durch «Dritte»

(Ausschussmitglieder der PeKo oder Arbeitsgruppen)

ihren Auftrag im Namen der PeKo ausführen.

In technischen Handlungsfeldern besitzt die PeKo beim

«Zug- und Lokpersonal» eigene Fachausschüsse, die

sich selbständig konstituieren und sich ein- bis zweimal

jährlich mit ihrem Fachbereichsleiter treffen.

Ziele der PeKo

In den nächsten InfoRetica Ausgaben werden Handlungsfelder

thematisiert und Ziele der PeKo aufgezeigt.

Ein Ziel 2012 war und ist es auch in Zukunft, die PeKo

und ihre Handlungsfelder jedem Mitarbeitenden bekannt

zu machen und das Vertrauen in die Arbeit der

PeKo zu stärken.

Weiter soll die Mitgestaltung der Arbeitsplätze (Dienstpläne)

über alle Bereiche den Namen «Mitwirkung»

verdienen und die Vernehmlassung anhand eines Prozesses

ablaufen. Das Messen der Mitarbeitendenzufriedenheit

in der Mitarbeitendenumfrage 2013, ist wie

schon bei der letzten Umfrage im Jahre 2011 ein wichtiges

Thema, an welchem die PeKo beteiligt ist.

Handlungsfelder sind:

n Auftrag und Mitwirkungsrechte

n Arbeitsformen

n Betriebsklima

n Arbeitsorganisation und Qualität

n Arbeitszeit (Thema Sozialpartner)

n Lohn (Thema Sozialpartner)

n Weiterbildung

n Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit

n Nachhaltigkeit

n Erhaltung von Arbeitsplätzen (auch Thema Sozialpartner)

n Gleichstellung von Frauen und Männern im Betrieb

n Berufliche Vorsorge (Thema Sozialpartner)

n Interessenthemen der Mitarbeitenden (z. B. Steuerbezugsverein)

Folgende Themen werden in der nächsten InfoRetica

vorgestellt.

n Verbeiständigung – was ist das?

n Schweigepflicht – was heisst das?

Handbuch.

Prozesslandschaft.

>Input /


Die Erlebniskarte wurde zum Dartspiel

Von Erika Wismer

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2013

Am 19. Januar 2013 fand der Infomarket login im

Ausbildungszentrum Löwenberg statt. Hauptziel dieser

Berufsausstellung ist den Lehrabgängern Stellenangebote

und Anstellungsbedingungen vorzustellen

und den Lernenden Fachrichtungen und Vertiefungspunkte

aufzuzeigen. Rund 1000 Lernende aus dem

öffentlichen Verkehr fanden dieses Jahr den Weg nach

Muntelier.

Die Unternehmungen der Transportbranche, namentlich

SBB, Swiss, Swissport, BLS, VBZ, Sersa, Hochschule

Winterthur und viele mehr, versuchten ihren Auftritt

möglichst ansprechend für das junge Publikum zu gestalten.

Da sah man Kartonflugzeuge, Energiedrinks,

Glücksräder, Malwettbewerbe – alle wollten etwas

Spezielles anbieten.

Die RhB machte mit der neuen RhB-Erlebniskarte auf

sich aufmerksam. Diese Erlebniskarte wurde im Format

175 cm auf 135 cm zu einem Dartspiel umfunktioniert

und als Wettbewerbsplattform genutzt. Das

Treffen der vorgegebenen Ziele Davos, Bergün, Landquart

oder «des kleinen roten Zuges» erwies sich als

Herausforderung und wer einen der attraktiven Preise

gewinnen wollte, brauchte Glück und viel Fingerspitzengefühl.

Die Schlange vor der Dartwand war jeweils

gross, denn viele wollten einen der begehrten Hauptpreise

(ein Skiweekend in Davos, ein Schlittelplausch

in Bergün oder Tickets für ein HCD-Heimspiel) gewinnen.

Der RhB-Stand war durchwegs gut besucht. Es kamen

sehr viele Anfragen über die möglichen Fachrichtungen,

Stellen und Laufbahnen bei der RhB. Die Lehrabgänger

wollten konkret wissen, was für Stellen zu was

für Vertragsbedingungen die RhB anbietet.

Vielen Dank an alle Helfer am Infomarkt 2013: Patricia

Demarmels, Andrea Pfiffner, Adrian Bislin, Florian Stadler

und Hanspeter Rykens.

44


Klubmeisterschaften auf Davos PISCHA

Von Jürg Boner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Am Sonntag, 27. Januar 2013, hat der ESV Rätia eine

weitere Austragung des bereits traditionellen Skirennens

auf Davos/Pischa durchgeführt. Über 100 Eisenbahnerinnen

und Eisenbahner aus der gesamten Schweiz

konnten sich bei besten äusseren Bedingungen und einer

perfekten Piste an 2 Riesentorläufen messen.

Mit dem zum SVSE Cup zählenden Riesenslalom wurden

ebenfalls die ESV Rätia Klubmeisterschaften durchgeführt.

So durften wir die Rennläufer und -innen (Alpin

und Snowboard) bei sehr gutem Wetter und hervorragend

präparierten Pisten empfangen. Der durch unseren

Präsidenten ausgesteckte Lauf war anspruchsvoll.

Trotzdem haben fast alle Teilnehmer das Ziel der beiden

Läufe unfallfrei erreicht. Auch dank dem grossen

Engagement der Pischa Bergbahn Mitarbeiter musste

der zweite Lauf nicht neu gesteckt werden. Allen Helfern

einen herzlichen Dank und auf ein Wiedersehen

im nächsten Jahr.

Ranglisten-Auszug ESV Rätia und Gäste:

Herren

1. Wyss Kurt 1.43.59 Klubmeister

2. Bebi Jürg 1.43.83

3. Erler Celli 1.48.61

Damen

1. Beerli Claudia 1.44.61

2. Wyss Marianne 1.53.62

3. Camenisch Jacky 1.58.41

Klubmeisterschaft ESV Rätia:

Herren

1. Wyss Kurt 1.43.59 Klubmeister

Damen

1. Wyss Corinne 1.43.94 Klubmeisterin

Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern und allen

Teilnehmern. Ein grosses Dankeschön an die Helfer und

an die Sponsoren und Inserenten.

Klubrennen Damen v.l.n.r.: Marianne Wyss, Claudia Beerli,

Jacky Camenisch.

Klubrennen Herren v.l.n.r.: Jürg Bebi, Aldo Cortesi

(OK Präsi), Celli Ehrler.

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Personalchronik

vom 2. Dezember 2012 bis 1. März 2013

Eintritte

Juri Bruggisser

Aldo Conrad

Stefania Daniele

Samuel Egloff

Marco Fisler

Manuela Galatti

Christian Gebhardt

Daniele Godenzi

Simon Lüber

Armando Luzi

Daniel Manser

Matthias Paulus

Albert Pinggera

Rafael Stutz

Ruth Vital-Mebold

Michael Wehrli

Matthias Wyrsch

Nachträge

Flavio Guetg

Stefan Signer

Jonche Toshevski

Gleismonteur/Verkehrswegbauer, Davos Platz

Leiter IT System Engineering, Chur

Reiseberaterin, Thusis

Elektromonteur, Landquart

Wagenreiniger, Tirano

E-Business und Social Media Marketing Manager, Chur

Gleismonteur/Verkehrswegbauer, Klosters

Fachspezialist, Landquart

Lokführer, Samedan

Gleismonteur/Verkehrswegbauer, Zernez

Controller, Chur

Fachspezialist, Landquart

Gleismonteur/Verkehrswegbauer, Zernez

Betriebsangestellter, GUZ Landquart

Admin. Mitarbeiterin Verkauf Güterverkehr, Chur

Fachmeister-Stellvertreter Fahrleitung, Landquart

Fahrdienstleiter, Landquart

Reiseberater, St. Moritz

Nachtrag; Eintritt 01.12.12

Handwerker, Landquart

Nachtrag; Eintritt 01.12.12

Betriebsangestellter, GUZO Samedan

Nachtrag; Eintritt 01.12.12

HERZLICH WILLKOMMEN!

Austritte

Rinaldo Brunett

Maik Capeder

Beat Gansner

Thomas Glükler

Andreas Jenny

Andreas Kalberer

Urs Kuhn

Elvio Manzi

Urs Marugg

Claudio Migliorini

Reto Putzi

Gianmarco Rutz

Richard Schläpfer

Bill Staub

Vera Stiffler

Fahrdienstleiter, Klosters

Mitarbeiter Controlling, Chur

Leiter Verkauf, Chur / Domat/Ems

Produktmanager Autoverlad/Charter, Chur

Gleismonteur/Verkehrswegbauer, Klosters

Lokführer, Davos

Lokführer, Chur

Fahrleitungsmonteur, Landquart

Sachbearbeiter Güterverkehr, Chur

Fahrleitungsmonteur, Landquart

Bahnmeister, Landquart

Lokführer, Samedan

Betriebsdisponent, Arosa

IT Projektleiter, Chur

Leiterin Marketing/Kommunikation, Chur

46


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1/ 2013

Martin Sturzenegger

Corina Wenzin

Daniela Zuckschwerdt

Leiter Geschäftsbereich Vertrieb & Marketing, Chur

Sachbearbeiterin Buchhaltung, Chur

Projektleiterin, Chur

ALLES GUTE FÜR DIE ZUKUNFT!

Pensionierungen

Giancarlo Ferrari, Gleismonteur/Verkehrswegbauer, Samedan

Sisto Gervasi, Wagenreiniger, Poschiavo

Peider Härtli, Leiter Unternehmenskommunikation/Mediensprecher, Chur

Remigio Raselli, Lokführer, Poschiavo

Theodor Weber, Lokführer, Landquart

ALLES GUTE IM RUHESTAND!

Dienstjubiläen

25 Dienstjahre

Albert Barandun, Gruppenleiter, Thusis

Adalbert Bearth, Gleismonteur, Ilanz

Anton Brunner, Lokführer, Landquart

Hans-Jörg Demarmels, Projektleiter, Landquart

Jürg Gredig, Lokführer Samedan

Rudolf Pargätzi-Beusch, Gruppenleiter, Landquart

Anto Vidic, Pulitore di carrozze, St. Moritz

40 Dienstjahre

Primo Cantoni

Betriebsangestellter

Poschiavo

Men Rauch

Gleismonteur

Zernez

HERZLICHen Glückwunsch!


29. / 30. Juni 2013

Jubiläumsfest

Bever — Zuoz — Lavin — Scuol

Die Rhätische Bahn feiert ihre

Jubiläumslinie Bever — Scuol-T.

Weitere Informationen unter

www.rhb.ch/bever-scuol

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