AUSGABE 15 | HANNOVER & REGION - Was ist syno-kom?

syno.kom.de

AUSGABE 15 | HANNOVER & REGION - Was ist syno-kom?

AUSGABE 15 | HANNOVER & REGION

NIEDERSACHSEN-MEUTE

FREIHEIT IM GALOPP

HIGHTECH-SCHRAUBE

SENSATION AUS HANNOVER

GEWINNSPIELE

MERIAN REISETRÄUME

DESIGN-PORZELLAN MIT GENUSS

ZUM MITNEHMEN


Ü40 | AUSGABE 15


INHALT / EDITORIAL 03

EDITORIAL

INHALT

LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER,

der Sommer hat in diesem Jahr sein Bestes

gegeben. Nun werden die Tage kälter und

kürzer, die Blätter bunter und die Mahlzeiten

üppiger: Der Herbst ist gekommen.

Auf die schönen Seiten dieser Jahreszeit

wollen wir Sie mit dieser Ausgabe Ihrer

Ü40 einstimmen. Deshalb laden wir Sie

zur traditionellen Hubertusjagd mit der

Niedersachsen-Meute ein. Wir stimmen Sie

ein auf deutschen Erntedank und amerikanisches

Thanksgiving, die bekanntesten Varianten des beinahe weltweiten

Herbstbrauchs zum Abschluss der Fruchtlese. Und mit Irene

Freifrau von der Lancken stellen wir Ihnen eine Künstlerin vor, die mit

feinstem Pinselstrich und großem Erfolg Naturromantik und Wildmotive

auf Porzellan und Glas zaubert.

Mit einer Weltsensation können wir auf den Gesundheitsseiten dieser

Ausgabe aufwarten: einer Hightech-Schraube für Knochenbrüche,

die sich im Körper selbst auflöst und deshalb mit dem Innovationspreis

der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet worden ist. Natürlich

kommt die wegweisende Entwicklung mit dem Markennamen „Magnezix“

aus der Ideenschmiede eines hannoverschen Unternehmens.

Und das einzige zertifizierte Adipositas-Zentrum in der Region am

Clementinenhaus stellen wir ebenfalls vor. Stolz präsentieren Frauen

dort ihre Erfolge.

Für die Freizeit haben wir zwei völlig gegensätzliche Reisetipps für

Sie. Da ist das Saterland, eine beschaulichen Sprachinsel im Moor.

Nur hier wird noch der Friesendialekt „Saterfriesisch“ gesprochen

und auch sonst scheint die Zeit zwischen den Torfkanälen ein wenig

stehengeblieben zu sein. Und ganz im Gegensatz dazu steht der Besuch

in einer pulsierenden Metropole an der Atlantikküste – Lissabon.

Auch im Spätherbst lässt es sich dort noch gut aushalten.

Ungewöhnliche Ausstellungen und das Engagement der Volksbank

stellen wir ihnen genauso vor wie die neue Stadtbahnstation Waterloo.

Wie immer informieren wir Sie über nützliche Tipps und aktuelle

Trends. Beispielsweise, wie sie Ihren Computer flott halten, mit Sonnenkraft

lüften oder eine Wohnküche gestalten können. Und natürlich

wir haben schon mal geschaut, welche Highlights die infa 13 zu

ihrem 60. Jubiläum für das Publikum bereithält.

Auch in dieser Ausgabe finden Sie auf der Seite 34 Gewinnspiele.

Viel Glück dabei! Die Ü40-Redaktion wünscht Ihnen einen goldenen

Herbst. Und natürlich viel Spaß bei der Lektüre!

03

04 – 05

06 – 07

08 – 09

10

11

12

13

14

15

16

17

18 – 19

20

21

22 – 23

24 – 25

26

27

28

29

30 – 31

32 – 33

34

Editorial / Inhalt

REGIONALES

Tipps und Trends: Nice to...

Jagdreiterei – Freiheit im Galopp

Herbstbräuche – die Ernte-Tradition

Vinalia – Weinmesse für Genießer

Plakate – starke Hannover-Motive

Waterloo – Stadtgeschichte im Tunnel

Ausstellung – Schein, Glanz und Glamour

Stadtbilder – Hannovers Wiederaufbau

Engagement – eine Bank hilft

RATGEBER

Computer – Selbsthilfe statt Werkstatt

Online – wenn der Nachwuchs heimlich einkauft

LIFESTYLE

Porzellan – Wildromantik mit dem Pinsel

infa 2013 – extravagant im 60. Jahr

GESUNDHEIT

Zöliakie – Leben ohne Gluten

Medizintechnik – Hightech-Schraube als Weltsensation

Größe XXXL – letzter Ausweg Operation

BAUEN + WOHNEN

Solartechnik – mit der Sonne lüften

Wohnküchen – grenzenlos kochen

REISE

Spitzenhotels – and the winner is …

Bad Brückenau – aktive Entschleunigung

Saterland – Sprachinsel im Moor

Lissabon – zwischen Fado und Alfama

SERVICE

Gewinnspiele / Impressum / Kennen Sie …?

Ihre Sybille Nobel-Sagolla

AUSGABE 15 | Ü40


04 NICE TO …

NICE TO HEAR

PRO MUSICA: KLASSIK-STARS IN CONCERT

Die Veranstaltungsgesellschaft Pro Musica holt seit mehr als 50 Jahren die Stars der Klassik zu Konzerten nach Hannover – viele bedeutende

Orchester, Dirigenten und Solisten. Das gilt besonders auch für die bevorstehende Saison 2013/2014. Die Konzerte beginnen jeweils um 20

Uhr. Die Eintrittspreise liegen zwischen 13 und 125 Euro. Weitere Informationen unter

www.promusica-hannover.de.

ABENTEUER

BEETHOVEN

Durch sein Klavierspiel

werden Sonaten zum

aufregenden Abenteuer:

Rudolf Buchbinder

gilt als zurzeit bester

Beethoven-Interpret.

Im Rahmen seines

Beethoven-Zyklus

stehen die frühen Sonaten

auf dem Programm.

25.11., Großer

NDR-Sendesaal.

BERAUSCHENDE INTENSITÄT

Berauschende Intensität und expressive Körperlichkeit: Mit dem russischen

Nationalorchester unter Leitung von Vasily Petrenko gibt die

georgische Pianistin Khatia Buniatishvili mit Rachmaninows 2. Klavierkonzert

ihr Pro Musica-Debüt. 5.12., HCC-Kuppelsaal.

„BONJOUR

PARIS“

Mit Albrecht Mayer hat

sich einer der besten

Oboisten der Welt auf

die Spuren von französischen

Impressionisten

wie Debussy

und d`Indy begeben.

In seinem Programm

„Bonjour Paris“ begleitet

ihn Evgenia Rubinova.

1.12., Großer

NDR-Sendesaal.

HAUCH VON SCALA

Der italienische Tenor Vittorio Grigolo ist Stammgast an der Met, im

Covent Garden oder der Mailänder Scala. Begleitet vom Orchester

der Mailänder Scala singt Grigolo unter anderem Rossini, Donizetti,

Verdi und Puccini. 7.11., HCC-Kuppelsaal.

HANNOVER HARMONISTS:

25 JAHRE A-CAPPELLA

Exzellente Stimmen, homogener Klang, raffinierte Mimik und Gestik gepaart mit Witz, Charme und

Ironie: Das sind seit 25 Jahren die Hannover Harmonists. Ihr Jubiläum feierte die A-Capella-Gruppe

mit einem großartigen Konzert im Beethovensaal des HCC. Motto: klassisch gestimmt, stimmig

unterhalten. Das Repertoire der Hannover Harmonists umfasst Literatur aus fünf Jahrhunderten

– von klassischer Ensemblemusik der Renaissance bis zu Hits aus den vergangenen 80 Jahren. So

präsentieren die fünf ehemaligen Sänger des Knabenchors Hannover während ihrer multimedialen

Bühnenshow neben neuen Kompositionen auch Arrangements von Lady Gaga bis Lena. In ihrer

Karriere sind die Hannover Harmonists mehrfach Gewinner nationaler und internationaler Wettbewerbe

geworden. Auf Konzertreisen bis nach Japan und bei Fernsehauftritten in verschiedenen

Ländern hat das Ensemble wie zuletzt in Hannover ein begeistertes Publikum für sich gewonnen.

Ihre nächsten Auftritte sind übrigens am 19. Oktober in Meinersen und am 2. November in Leer. Die

Gruppe kann man natürlich auch für Veranstaltungen buchen.

www.hannover-harmonists.de

Ü40 | AUSGABE 15


NICE TO … 05

NICE TO SEE

LANDESMUSEUM: BAROLO-ROTE „KUNSTWELTEN“

Die Schauwelt für das „Dreigestirn des Impressionismus“ präsentiert

sich jetzt in Barolo 95, einem satten Weinrot: Mit der Neugestaltung

der Räumlichkeiten in der Landesgalerie (Foto) macht das Landesmuseum

Hannover einen ersten Schritt in Richtung »KunstWelten«.

Zusammen mit »NaturWelten« und »MenschenWelten« sollen sie

künftig das »WeltenMuseum« bilden. Schon jetzt erscheint das weltweit

einmalige Ensemble aus den Werken von Max Liebermann, Max

Slevogt und Lovis Corinth in neuem Licht. Mehr als 50 Gemälde werden

von den Hauptvertretern der deutschen Malerei um 1900 in jeweils

eigenen Sälen gezeigt.

„Dank der neuen roten Wandfarbe und eines erstklassigen Beleuchtungssystems

erstrahlen auch die bekannten Bilder in neuem Glanz.

Doch selbst die regelmäßigen Besucher der Landesgalerie werden

fasziniert sein, welche Schätze bislang im Magazin verborgen waren“,

so Museumsdirektorin Dr. Katja Lembke. Denn ebenfalls neu sind

zwei Kabinetträume für Werke um den „Künstler-Verein Worpswede“,

darunter die Malerei von Paula Modersohn-Becker. Schließlich wurden

auch in der Kuppelhalle neue Akzente gesetzt. Damit bekamen

die Dauerleihgaben aus dem plastischen Werk von Bernhard Hoetger

feste Plätze – so seine Bildnisse der Tänzerin Sent M’Ahesa sowie die

Büsten der Bahlsen-Söhne Hans, Werner, Gerhard und Klaus.

www.landesmuseum-hannover.de

NICE TO VISIT

GOP: BACK TO BASE – „DIE DRITTE“

Jung – Ehrlich – Neu: Das GOP zeigt wieder das Feinste aus der

Talentschmiede BASE Berlin. Frech, unkonventionell und artistisch

richtig gut. Nach den großen Publikumserfolgen „Made in Germany“

und „Base – die Show“, betritt nun mit „Back to Base“ die dritte

Generation die Bretter des gewöhnlich Ungewöhnlichen! Durch

die Show führt der grantelnde Magier Hieronymus, der Lacher an

Lacher platziert und das Publikum mit erstaunlichen Illusionen

„kurz und schmerzhaft“ verblüfft.

Zum Ensemble gehören: Wahlberliner Andalousi mit perfekter

Handstandakrobatik, Michele Clark mit ihren schillernden Hula

Hoop-Reifen, Vanessa & Sven mit einer neuen Art der Partnerequilibristik,

Comedian Daniel Forlano mit „Nahkampfslapstick“,

Florian Blümmel auf dem Kunstrad, Elisabeth Schmidt am Vertikaltuch

sowie Fabien Milet und Clélia Grelier als Duo Complice mit

Hochleistungsakrobatik an der Vertikalstange – zu pulsierender

Musik. Doch wer Jade Lee Petersen (Foto) sieht, fragt sich: Kann es

Menschen ohne Knochen geben? Der Südafrikaner ist ein Meister

seines Fachs, wenn er mit einem entspannten Lächeln im Gesicht

die Füße hinter dem Kopf verschränkt oder lässig von hinten durch

seine eigenen Beine schaut. Der Meister wird auch diesmal sein

Geheimnis wieder mit hinter die Bühne nehmen. Die Show läuft

vom 29. Oktober bis 12. Januar 2014.

www.variete.de

AUSGABE 15 | Ü40


06 REGION

FREIHEIT IM GALOPP

JAGDREITEN HINTER DER NIEDERSACHSEN-MEUTE

VON BEATE ROSSBACH

„Nahe an vierhundert Jagdreiter, unter ihnen wohl ein Dutzend Damen, brachen bald

nach ein Uhr unter den Klängen der Ulanen-Trompeter vom Gasthaus Hubertus auf,

voran die 18 Koppeln starke Meute. Vom Südausgang des Dorfes Isernhagen bogen wir

rechts ab in Richtung auf die Wietze zu. Ein kurzer Trab, dann sprachen die Kopfhunde

die Fährte an, und mit silberhellem Jubellaut fiel der Chor ein.“

So beschreibt Rittmeister Freiherr von Esebeck

die Parforcejagd der königlichen Meute

des Militärreitinstituts zu Hannover auf ein

Wildschwein. Das war am 3. November 1905.

Doch die Tradition um die Parforcejagd mit

schnellen Hunden lebt bis heute.

Wenn sich im Herbst die Blätter färben, werden

passionierte Jagdreiter unruhig. Jetzt

kommt die Zeit, den roten Rock aus dem

Schrank zu holen und in den Sattel zu steigen.

Die Jagd zu Pferde – die Parforcejagd –

ist heute völlig unblutig, aber immer noch ein

anspruchsvoller Sport mit einer jahrhundertealten

Tradition. Seit 1934 ist die Meutejagd

auf lebendes Wild in Deutschland verboten.

Aber auch als so genannte Schleppjagd, also

einer künstlichen Fährte folgend, ist ihre Faszination

ungebrochen. Im scharfen Galopp,

hinter schnellen Hunden, über klobige, feste

Hindernisse, auf kilometerlangen Strecken

durchs Gelände – das ist Jagdreiten.

Die Niedersachsen-Meute ist einer von über

zwanzig Meute-Vereinen in Deutschland, die

diese Sportart ausüben. Während des Jahres

und vor allem in der Jagdsaison, zwischen

Ende August und Mitte Dezember, nehmen

ihre Hunde an rund 50 bis 60 Jagden und

jagdlichen Veranstaltungen in ganz Norddeutschland

und den benachbarten Bundesländern

teil. Immer am Hubertus-Tag, dem

3. November, lädt der Reit- und Fahrverein

Isernhagen zu seiner Traditionsjagd hinter

der Niedersachsen-Meute ein. Schon vor

mehr als hundert Jahren war dies ein fester

Termin bei Reitern und Zuschauern.

Das „Handy“ der Jagdreiter“

Auf diesem historischen Boden wird bis heute

gejagt – nach alten Traditionen und Gebräuchen

und mit den direkten Nachfahren

der Hunde, von deren Spürsinn Rittmeister

von Esebeck so bewundernd berichtete.

Camill Freiherr von Dungern (Foto oben),

Bankier im Ruhestand, ist einer der Master

der Niedersachsen-Meute. Er führt die Foxhounds,

kennt alle mit Namen und gibt ihnen

mit seinem Masterhorn Signale. Ihm zur Seite

stehen die Piköre, die ebenfalls die Aufgabe

haben, die Hunde zusammen zu halten und

auf die richtige Fährte zu bringen, oder sie

davon abzuhalten, falschen Fährten zu folgen.

Die Signale der Jagdhörner haben als „Handy“

der Jagdreiter auch heute ihre Bedeutung.

Da sie auch über weite Entfernungen

hinweg zu hören sind, konnten und können

sich so die Reiter selbst im tiefsten Wald untereinander

verständigen. Hundegeläut und

Hörnerklang, schnelle, sprungsichere Pferde

und schneidige Reiterinnen und Reiter: Das

sind die Impressionen einer Jagd. Die Zuschauer

werden von Begleitfahrzeugen zu

den spektakulärsten Sprüngen und den besten

Aussichtspunkten gefahren. In Isernhagen

sind es rustikale, von Traktoren gezogene

Anhänger. Man sitzt auf Strohballen und hat

am besten einen kleinen Picknickkorb dabei.

Stammbaum aus dem 14. Jahrhundert

Die Foxhounds der Niedersachsen-Meute

sind die Nachkommen der alten Welfenmeu-

Ü40 | AUSGABE 15


REGION 07

te und der Meute der Kavallerie-Reitschule Hannover. Ihr Stammbaum

lässt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. 40 Hündinnen und

Rüden leben heute im Meutezwinger in Dorfmark bei Bad Fallingbostel.

Hier werden sie gezüchtet und in einem weitläufigen Trainingsgelände

mit Wiesen, Wäldern, Gräben und Geländesprüngen speziell

für die Schleppjagd ausgebildet.

An vier Wochenenden im Jahr lädt die Niedersachsen-Meute zum Training

ein. Bei diesen „Jagdreitertagen“ können Reiter und Pferde von der

Pike auf alles lernen und trainieren, was zum Jagdreiten gehört. Unzählige

Reiter und Pferde haben hier die Kunst des Jagdreitens hinter den

Hunden erlernt. Jedes Jahr in den Sommerferien findet der beliebte

Jugendlehrgang statt, zu dem auch eine Abschlussjagd gehört. In einigen

Familien nimmt mittlerweile bereits die vierte Generation daran teil.

Auch Master Camill von Dungern hat den Generationswechsel bereits

eingeleitet. So haben sein Sohn Cosimo und sein Neffe Leonard von

Schultzendorff schon bei einigen Jagden als Master im Sattel gesessen.

„Jede Jagd ist ein Fest“

Jagdreiten ist ein Sport, der neben der Freude an der Natur, an den

Pferden und Hunden auch eine Schule fürs Leben bietet. Denn eine

Jagd ist kein Ausritt und kein Turnier, und falscher Ehrgeiz ist fehl am

Platz. Camill von Dungern formuliert die Philosophie des Jagdreitens

so: „Bei uns geht es nicht um Ruhm und um Gewinnen. Bei uns geht

Niedersachsen-Meute: Hunde und Reiter bilden eine Einheit.

es um das Ankommen, um Gemeinschaft, Fairness, gegenseitige Achtung,

Anerkennung und um das Einstehen füreinander.“

Diese Gemeinschaft hält meist ein Leben lang zusammen und beschert

einzigartige Erlebnisse. Zwar sind es heute nicht mehr 400 Reiter,

wie 1905 in Isernhagen. Aber bei begehrten Jagden folgen gut 80

bis 90 Reiterinnen und Reiter dem Horn des Masters und dem Geläut

der Hunde, um die Freiheit im Galopp zu erleben. „Jede Jagd ist ein

Fest“, heißt es bei den Reitern, und das sollten sich auch die stets willkommenen

Zuschauer nicht entgehen lassen.

Informationen und Termine: www.niedersachsenmeute.de

Fotos (3): Bernd Witzmann

Die Niedersachsen-Meute: Der Stammbaum der Foxhounds reicht ins 14. Jahrhundert zurück.

Hubertus: Jagd und Legende

Seit dem Mittelalter wird die Legende von Pfalzgraf Hubertus erzählt.

Hubertus lebte um 655 in Toulouse und wurde 705 Bischof

im belgischen Tongern-Maastricht, später in Lüttich. Zum Christentum

bekehrt wurde er, als er auf der Jagd einem prächtigen

Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih begegnete.

Deshalb wird Hubertus von Lüttich bis heute als Schutzpatron

der Jagd angesehen.

1838 ließ Graf Ernst Friedrich Herbert zu Münster, dem Schloss

Derneburg gehörte, nahe der Hubertuskapelle ein Jägerhaus

errichten.

Mehr über Höhlen: www.hgnord.de

Sein Andenken ist südlich von Hannover im Harzvorland bewahrt:

Auf dem Hainberg, westlich von Sehlde bei Baddeckenstedt an

der B6, liegt die Hubertuskapelle. 1733 ließ sie der Amtsvogt von

Wohldenberg anlegen. In die Rückwand der in den Sandstein gehauenen

Höhle ließ er ein Relief mit der Darstellung der Hubertus-

Legende einmeißeln: den knienden Hubertus samt Jagdhunden

und Pferd, den Hirsch mit Kruzifix. Aus dem Fels wurde außerdem

ein Blockaltar herausgearbeitet, den Abschluss der Altarnische

bildet ein Gottesauge im Strahlenkranz. Die Kapelle wurde zu einer

Weihestätte der Jägerschaft, die hier jährlich am 3. November,

dem Hubertustag, einen Gottesdienst abhält.

AUSGABE 15 | Ü40


08

DIE ERNTE-

TRADITION

HERBSTLICHE

BRÄUCHE AUS

NAH UND FERN

VON DIETER SAGOLLA

Wenn der Sommer sein Bestes gegeben hat,

wenn die Tage kälter und kürzer, die Blätter

bunter und die Mahlzeiten üppiger werden,

dann ist der Herbst gekommen – häufig begleitet

von stürmischem Wetter und heftigen

Regenschauern.

„Herbst“ heißt „Erntezeit“, wie schon das

gleichstämmige englische „harvest“ (Ernte)

andeutet. Damit ist der Herbst auch die Zeit

für den Erntedank – eine der ältesten und

über die Kulturkreise hinaus verbreiteten Traditionen

der Menschen.

In Süd- und Ostasien werden zum Erntedank

Volksfeste gefeiert, etwa das tamilische Pongal

oder das japanische Matsuri. Im Judentum

gab und gibt es zum Ende der Ernte das

„Sukkot“, das Laubhüttenfest. Ein altes kaiserliches

Erntedankfest (niinamesai = „Kosten

des neuen Reises“) gehört seit dem 7. Jahrhundert

zum Herbst. Dabei opfert der Kaiser

den Göttern frisch geernteten Reis. Schon

seit dem dritten Jahrhundert sind Erntedank-

feste in Nordeuropa, Israel, Griechenland

oder aus dem Römischen Reich bekannt: Ursprünge

unseres heutigen Erntedankfestes.

Da die Ernte je nach Klimazone zu verschiedenen

Zeiten eingebracht wird, gab es für die

Erntefeier nie einen einheitlichen Termin. So

danken in Deutschland Gläubige für die Gaben

der Natur am ersten Sonntag im Oktober. In Kanada

wird „Thanksgiving“ am zweiten Montag

im Oktober gefeiert, in den USA am letzten

Donnerstag im November. Zum „Tag des Dankes

für die Arbeit“ hat sich in Japan am 23. November

ein Feiertag zum Erntedank etabliert.

Trachtenumzüge mit Motivwagen

Nach dem Einbringen der letzten Früchte

dankte man in deutschen Landen Gott für

eine gute Ernte und für gutes Wetter. Mägde

und Knechte überreichten dem Dienstherren

Geschenke. Man feierte ein Fest, es wurde gesungen,

getanzt und gespielt. In diesem

überlieferten bäuerlichen Brauchtum wurzelt

der heutige christliche Erntedank. Dabei den meist Feldfrüchte, Getreide und Obst de-

werkorativ

in Kirchen aufgestellt. Andere Naturerzeugnisse

wie Mehl, Honig oder Wein

kommen dazu. Mancherorts steht eine aus

Getreide oder Weinreben geflochtene „Erntekrone“

an der Spitze einer Prozession. Oder es

finden Trachtenumzüge mit Motivwagen,

Fußgruppen und Spielmannszügen statt.

Zum offiziellen Festtag machten erst die

Preußen den Erntedank im 19. Jahrhundert.

Erstes Dankfest mit Indianern

Als die englischen Auswanderer, die Pilgerväter,

im 17. Jahrhundert bei Plymouth Rock im heutigen

US-Staat Massachusetts landeten, brachten

sie die europäische Erntedank-Tradition mit

über den großen Teich. Nach einem harten ersten

halben Jahr in der neuen Welt war die Ernte

der Pilgerväter besonders gut ausgefallen. Angeblich

feierten sie deshalb im Herbst 1621 mit

den dort sesshaften und hilfsbereiten Wampanoag-Indianern

zusammen ein dreitägiges Erntedankfest.

Auf diese multikulturelle Feier führen

Amerikaner wie Kanadier ihr heutiges

Thanksgiving zurück.

Thanksgiving ist aber nicht einfach die amerikanische

Version des Erntedankfestes, sondern es

ist – zumindest in den USA – ein Dankfest für

alles Gute und allen Erfolg. Seit den Pilgervätern

haben es von George Washington bis Barack

Obama die Präsidenten übernommen, für die

Nation den Dank an Gott zu formulieren.

Ü40 | AUSGABE 15


REPORTAGE 09

Bis der Wishbone bricht

Der normale US-Bürger sieht in Thanksgiving das wichtigste Familienfest,

zu dem er gern auch Freunde oder Gäste einlädt. Im Mittelpunkt

steht dabei eine legendär üppige Mahlzeit – Roasted Turkey, ein gebratener

und gefüllter Truthahn samt reichhaltiger Auswahl an Beilagen

und Nachspeisen: Cranberry-Sauce, Süßkartoffeln (Sweet Potatoes),

Apfel- und Kürbiskuchen (Apple Pie und Pumpkin Pie), verschiedene

Gemüse wie Squash, grüne Erbsen und Mais.

Beim Thanksgiving-Essen ist es ein guter Brauch, dass alle Teilnehmer

der Reihe nach sagen, wofür sie in diesem Jahr besonders dankbar

sind. In anderen Familien ziehen zwei Gäste das getrocknete Gabel-

bein („Wishbone“) des Truthahns jeweils mit dem kleinen Finger auseinander,

bis es in zwei Teile zerbricht. Der, dessen Stück größer ist, hat

einen Wunsch frei.

Was dem Amerikaner der von den Indianern domestizierte Hühnervogel

in seiner speziellen Form als „Roasted Turkey“ ist, das ist dem

Deutschen ein Entenvogel: die zur Hausgans domestizierte Graugans

in ihrer speziellen Form als „Martinsgans“. Auch wenn ihre Bezeichnung

auf ein Gedenken an den heiligen Martin von Tours zurückgeht,

gehört ihr traditioneller Verzehr am 11. November weitläufig ins Umfeld

von Erntedank.

ZWEI REZEPTE FÜR LECKERE VÖGEL

Übrigens, wenn wir Ihnen mit Roasted Turkey und Martinsgans völlig unabsichtlich den Mund wässrig gemacht haben sollten: Hier

sind zwei unkomplizierte Rezepte für ein festliches Herbstmal im November. Ob Truthahn oder Gans, lecker sind beide. Garantiert!

US-Klassiker: Roasted Turkey

• Zutaten: 1 kl. Maisbrot; 2 gr. Zwiebeln; 2 gr. Äpfel; 100 g Geflügelleber;

je 1 Bund Stangensellerie und Petersilie; 3 Zehen Knoblauch;

250 ml Hühnerbrühe; Salz, Pfeffer, Mehl, Orangensaft, Paprikapulver,

Ölivenöl, Cranberrys oder Preiselbeeren, Weißwein.

• Füllung: Maisbrot, Zwiebeln, Äpfel und Sellerie fein würfeln;

Leber fein schneiden; Petersilie hacken; in einer großen Schüssel

mit der Hühnerbrühe mischen, würzen.

• Truthahn: gründlich abspülen, trocken tupfen, mit der Füllung

stopfen und zunähen; Gemisch von Olivenöl, Gewürzen und

Knoblauch in die Haut massieren.

• Zubereitung: Truthahn im Bratenschlauch auf eine Fettpfanne

setzen, in den Schlauch etwas Mehl streuen, den Schlauch

mehrfach oben einschlitzen und verschließen. Beim Garen ohne

Bratschlauch Truthahn häufig mit der Olivenölmischung bepinseln.

Je nach Größe und Gewicht braucht die Pute 2,5 bis 3,5 Std.

bei 180° C.

• Sauce: Bratensaft in einem Topf abfangen, Fett abschöpfen,

mit Orangensaft, Cranberrys oder Preiselbeeren und Weißwein

abschmecken, salzen und pfeffern.

Traditionsessen: Martinsgans

• Zutaten: 250 g Backpflaumen; 500 g Äpfel; 2 EL Zucker; 5 EL

trockenes geriebenes Vollkornbrot; 2 cl Cognac; 4 EL Sahne; 1 EL

Mehl; 3 EL Apfelmus; Salz, Pfeffer, Zimt.

• Füllung: Eingeweichte und entsteinte Trockenpflaumen mit

geschälten, entkernten und zerkleinerten Äpfeln vermischen; mit

Zucker, geriebenem Vollkornbrot, Zimt und Cognac abschmecken.

• Gans: gründlich waschen und trocken tupfen; nur von innen

salzen; mit der Füllung stopfen und zunähen.

• Zubereitung: Vor dem Braten in die Fettfangschale 3 Tassen

Wasser und einen geteilten Apfel geben. Gefüllte Gans auf einen

Bratrost legen und auf der untersten Schiene in den vorgeheizten

Backofen schieben. Bei 200° C etwa 3 Std. braten; ab und zu mit

Bratensaft begießen. Nach der halben Bratzeit einige Male unterhalb

der Keulen in die Haut stechen, damit das Fett ausbraten

kann. 10 Min. vor Ende der Garzeit mit kaltem Salzwasser bestreichen

und bei 250° C knusprig braten.

• Sauce: Bratensaft mit Wasser verlängern, mit Sahne und Mehl

binden und mit Apfelmus, Salz und Pfeffer abschmecken; 10 Min.

aufkochen lassen.

AUSGABE 15 | Ü40


10 REGION ADVERTORIAL

VINALIA 2013 –

PARTNERLAND

KROATIEN

Auch die 6. VINALIA Wein- & Genussmesse präsentiert im stilvollen Ambiente des Alten Rathauses

(Foto) in Hannover edle Tropfen aus Deutschland und den großen Weinbauregionen

Frankreich, Italien, Österreich und Kroatien. Zu den edlen Rebsorten kommen feine Schokoladen-Variationen,

hochwertige Öle, Käse-, Schinken- und Wurstspezialitäten sowie exquisite

Weihnachtsstollen aus dem Erzgebirge.

In diesem Jahr ist Kroatien das Partnerland der VINALIA. Das Land der „tausend Inseln“ besitzt

nicht nur eine lange Tradition und eine unfassbar schöne Landschaft (Foto), sondern

seine Winzer ziehen auch sehr gute Weine auf die Flasche. Neben

Amphorenweinen und Naturweinen, deren Herstellungsart

bereits in der Antike angewandt wurde, erleben wir heute

international vergleichbare Rebsortenweine. Rheinriesling,

die Königin der Weißweine, wird dort ebenso angebaut wie

die Diva der “Rotweine” Pinot Noir. Weitere internationale Rebsorten

wie Welschriesling, Chardonnay, Sauvignon Blanc und

Traminer sowie Cabernet Sauvignon und Merlot haben ihren

festen Platz in den Weinbergen Kroatiens gefunden.

Gehen Sie auf Entdeckungsreise und machen Sie sich selbst

ein Bild, ob diese Weine dem internationalen Vergleich standhalten.

Verkosten Sie in einer spektakulären Blindprobe diese

außergewöhnlichen Qualitäten des Weinlandes Kroatien im

direkten Vergleich zu anderen Weinländern.

Beate E. Wimmer

Grosse Sondershow

Weinklimaschränke für

Privat & Gastronomie

• Fachseminar: „Weine Kroatiens im internationalen Rebsortenvergleich“ (26. Oktober,

15-16 und 17-18 Uhr; 27. Oktober,12-13 Uhr) inkl. Proben, Handout, Snack, Wasser 15 € pro

Person. Referentin: Beate E. Wimmer. Teilnehmerzahl: 25 Genießer. Anmeldung: 0571-95

11 240 oder unter www.vinalia.de

• „Geführte Winewalks“ gibt es zudem am 26. Oktober 14-15, 16-17 und 18-19 Uhr sowie

am 27. Oktober, 11.30-12.30 Uhr; Ticket 8 € pro Person. Teilnehmerzahl: max. 10 Genießer

pro Walk. Anmeldung: 0571-95 11 240 oder unter www.vinalia.de

• Öffnungszeiten: 26. Oktober, 13-20 Uhr und 27. Oktober, 11-19 Uhr. Eintritt: Tageskasse

13 € pro Person, online im Early-Bird-Vorverkauf 10 € pro Person. Fachbesucher: Eintritt frei.

Ü40 | AUSGABE 15


REGION 11

STARKE MOTIVE

FÜR FEINE FERIEN

Ein langer Steg am Meer weist in Richtung

Sonnenuntergang. Im Wasser spiegeln sich

die Masten bunter Segelboote. Ein Tiger lauert

in einem indischen Dschungelpalast. Auf

einem Hügel thront, umgeben von Bäumen,

ein Schloss: alles ausdrucksstarke Szenerien

aus der Region Hannover. Mit starken Bildern

startet die Hannover Marketing und Tourismus

GmbH (HMTG) eine neue Werbekampagne

und ein neues Urlaubsportal. In großem

Maßstab will sie Lust auf Ferien in der Urlaubsregion

Hannover machen.

Im 300-Kilometer-Radius rund um Hannover

hat die HMTG 800 Großplakate mit Hannover-Werbung

postiert. Ob in den deutschen

Urlaubsgebieten an der Küste wie in Emden,

Leer, Kiel, Lübeck oder Cuxhaven, ob in Hamburg,

Bremen oder Bielefeld, in Dortmund

oder Münster: Feriengäste aus ganz Deutschland

sehen einladende Motive aus dem Erlebnis-Zoo

Hannover, das Schloss Marienburg,

das Steinhuder Meer, die Herrenhäuser

Gärten, das Wanderparadies Deister oder das

Idyll der Pferderegion Und: Eine Grafik mit

Geokoordinaten zeigt genau den Standort

der jeweiligen Attraktion.

„Die Urlaubsregion Hannover

bietet viele Möglichkeiten

für eine attraktive Urlaubsplanung

in der zweiten

Jahreshälfte. Die Perspektiven

unserer Werbeoffensive

sollen Anregungen geben

für die eigene Ferien- und

Freizeitgestaltung. Wir laden

Gäste aus anderen Bundesländern

ein, das Urlaubspotenzial

unserer Region

kennenzulernen und weiterzuempfehlen“,

bekräftigt

HMTG-Geschäftsführer Hans

Christian Nolte. Und natürlich

profitieren auch Menschen aus

der Region von der neuen

Kampagne. Denn die schönsten

Ziele für eine kleine Auszeit

zwischendurch oder ein Erlebniswochenende

liegen direkt

vor der Haustür.

Am Anfang der Kampagne

half ein Urlaubsutensil: Mit ihrer

Kamera sollten (Hobby-)

Fotografen seit dem Frühsommer

Aufnahmen ihrer Lieblingsmotive

und persönlichen Perspektiven

aus der Urlaubsregion

Hannover einsenden. Rund 100

machten mit – und sind mit ihren

Fotos nun Teil der neuen Werbekampagne.

Unter dem Motto

„Urlaubsregion Hannover – Perspektiven“

machen stimmungsvolle

Motive und neue Blickwinkel

Lust auf Ferien zwischen Wedemark,

Hannover und Springe,

Steinhuder Meer (Platz 1), Pferderegion

und Deister.

Tatsächlich hat die Urlaubsregion

Hannover einiges zu bieten. Aktivurlauber

finden viele Möglichkeiten

für Sport- und Freizeitvergnügen

in der Natur. Das Steinhuder

Meer lockt mit maritimem

Flair zum Tret- oder Ruderbootfahren sowie

Baden und Sonnen am Strand. Bei einem

Schiffsausflug lässt sich die historische Festungsinsel

Wilhelmstein erkunden. Zum

Wandern lädt im Südosten der Deister mit bis

Marienburg – Foto: Aurélie Bur

Maschsee – Foto: Astrid Drotschmann

Steinhuder Meer – Foto: Stefan Holbein

Illumination – Foto: Astrid Vogel

zu 405 Höhenmetern ein – und vom Fahrradsattel

aus ist Hannovers Hausgebirge hervorragend

zu erkunden.

Für Reiter und Pferde bieten die sandigen Böden

im Nordosten der Region gute Bedingungen.

Die Wege führen durch Naturschutzgebiete,

vorbei an idyllischen Fachwerkhöfen,

abwechslungsreichen Landschaften, Flüssen

und Seen. Und nur einen Katzensprung entfernt

lockt Hannover mit vielfältigen Kulturangeboten

in Museen und Theatern, mit Restaurants

und Bars. Und nicht zuletzt als

Shoppingzentrum des Nordens.

Gäste der Region Hannover sind übrigens erneut

aufgerufen, Fotos über ihre Urlaubseindrücke

und ganz persönlichen Perspektiven zu

schießen und zu schicken. Ausgewählte Motive

werden dann in einer Bildergalerie des neuen

Urlaubsportals der HMTG veröffentlicht.

www.hannover.de/urlaubsregion

TIPPS & INFOS

Von der „Royalen Entdeckungsreise über

„Shopping und Wellness“ bis zu „Golfers

Paradise“: Für Hannover-Entdecker hat

die HMTG attraktive Erlebnispakete und

Veranstaltungsangebote mit Hotelübernachtungen

geschnürt. Infos unter:

www.hannover.de/erlebnispakete

www.hannover-tourismus.de.

AUSGABE 15 | Ü40


12 REGION

WATERLOO:

STADTGESCHICHTE IM TUNNEL

(DS). Hannovers ältester U-Bahnhalt hat bald

was zu erzählen: Die bisher in betongrau gehaltenen

Wände der Waterloo-Station werden

nicht nur mit frischer Farbe verschönt,

sondern sollen künftig auch die Stadtgeschichte

erzählen. Das neue Gestaltungskonzept

mit Zeitstrahl und historischen Szenerien

wird Anfang 2014 verwirklicht.

16. November 1965: Vor fast 50 Jahren wurde

am Waterlooplatz ein neues Kapitel in der

Entwicklung Hannovers aufgeschlagen. Mit

dem Baubeginn der U-Bahn am Waterlooplatz

erfolgte der Startschuss für ein bis heute

vorbildliches öffentliches Personennahverkehrskonzept

– der Umbau der bis dahin rein

oberirdischen Straßenbahn zur Stadtbahn

mit Tunnelstrecken im Innenstadtbereich.

28. September 1975: Nach zehn Jahren hochtechnischer

Maulwurfsarbeit ging mit der Linie

12 die erste unterirdische Stadtbahnlinie

vom Hauptbahnhof über Kröpcke und Waterloo

Richtung Oberricklingen in Betrieb. Doch

gestaltet wurde die Station bis heute nicht.

Zur Eröffnung war man knapp in der Zeit, und

ohnehin stand in jenen Tagen Funktionalität

vor Design. Das soll sich nun ändern.

Die hannoversche Agentur kreativnest (Slogan:

„Wir schlafen nicht. Wir warten.“) hat im

Auftrag der Infrastrukturgesellschaft der Region

Hannover ein Gestaltungskonzept für

die Waterloo-Station erarbeitet. kreativnest

hat in Hannover bereits Werbelinien für Bäcker

Göing, die städtische Parkhausgesellschaft

Union Boden oder das Central-Hotel

Kaiserhof am Hauptbahnhof entwickelt.

Die Chronologie beginnt 920

Allerdings werden in der Tunnelstation am

Waterlooplatz, obwohl sie zentraler Anreisebahnhof

für alle Stadionbesucher ist, keine

Fußball-Hannover 96-Motive an die Wände

gebracht. Stattdessen fiel die Entscheidung

auf Grafiken, Persönlichkeiten und Ereig-

Fest für Lindener Hybrid-Linien

nisse aus der Stadthistorie. Beginnend im

Jahr 920 zeigen digitale Collagen und Fotomaterial

des Historischen Museums, lokaler

Unternehmen und Einrichtungen die Geschichte

Hannovers. Ein Zeitstrahl unter den

Abbildungen sowie Infotafeln an Säulen

und Pfeilern helfen bei der chronologischen

Einordnung der Szenerien. Mit der bevorstehenden

Verschönerung verliert die Waterloo-Station

ein tristes Alleinstellungsmerkmal.

Denn die übrigen 18 Tunnelstationen in

Hannovers U-Bahn-Netz sind bereits künstlerisch

ausgestaltet. Die Kunstwerke dort

nehmen jeweils Bezug zum oberirdischen

Umfeld. So sollen sie den Fahrgästen die Orientierung

im Streckennetz erleichtern.

• Klimaschutz nun auf zwei neuen Buslinien: Seit 2011 fahren umweltfreundliche

Hybridbusse auf der Linie 121 Haltenhoffstraße-Altenbekener Damm durch die Südstadt

– nun kommen für Linden die Ringlinien 100 und 200 dazu. Sie werden am 27.

Oktober mit einem „Hybridbus-Fest“ auf dem Lindener Marktplatz vorgestellt. Neben

Exklusivfahrten mit Comedian „Raner“ für GVH-Kunden und Freifahrten auf der

100/200 gibt es an diesem Sonntag auf dem Lindener Markt auch ein Bühnenprogramm,

Kinderaktionen und Kulinarisches.

• Übrigens: Hybridbusse werden mit zwei Elektromotoren zusätzlich zum Diesel angetrieben.

Sie sparen im Stadtverkehr gegenüber dem herkömmlichen Dieselbus bis

zu 30 Prozent Kraftstoff und verringern den CO2-Ausstoß.

Ü40 | AUSGABE 15


REGION 13

SCHEIN,

GLANZ

UND

GLAMOUR

Illusionistische Reflexion: Pistolettos Spiegel-Performance.

(DS). Im Spannungsfeld des Scheins erzeugt Kunst Illusionen, beleuchtet

das Wesen von Wert und zeigt damit die Verführungskraft von Glanz auf.

In der Ausstellung „Der Schein – Glanz, Glamour, Illusion“ widmet sich

die kestnergesellschaft der Bedeutung von Glanz, Licht und wertvollen

Materialien in der zeitgenössischen Kunst. Hochkarätige Werke internationaler

Künstler wie Joseph Beuys, Damien Hirst, Andreas Gursky, Yayoi

Kusama, Isa Genzken und Thomas Demand diskutieren und formulieren

die Doppeldeutigkeit des Begriffs Schein – als Lichtquelle und Reflexion,

aber auch als Anschein und Täuschung.

Die Ausstellung spielt mit dieser Widersprüchlichkeit, die durch edle Materialien,

Reflexion und Ewigkeit auf der einen und mit Illusion, Blendung

und Vergänglichkeit auf der anderen Seite zum Ausdruck kommt. Beide

Aspekte sind nicht nur historisch bedeutsam, sondern auch in der gern

das Spektakuläre feiernden Gegenwart hoch aktuell.

Historischer Ausgangspunkt dabei ist Constantin Brâncuşi, der Anfang des

20. Jahrhunderts mit hochpolierten Oberflächen die Spuren der künstlerischen

Hand von seinen Skulpturen tilgte. Der Perfektion industriell gefertigter

Produkte folgend, treten seine Plastiken so in einen Dialog mit

der Umgebung und den Betrachtern. Sie erzählen von Wertsuggestion,

Inszenierung, Glamour und Fetischisierung.

Anlass der Ausstellung sind die spektakulären Funde auf der Trasse der

Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL). Auf dem rund 200 Kilometer langen

Abschnitt durch Niedersachsen waren mehr als 150 Fundstellen mit

rund 12.500 archäologischen Kostbarkeiten lokalisiert worden, darunter

auch nahe Syke der bronzezeitliche Goldschatz von Gesseln. Er steht im

Mittelpunkt der Partner-Ausstellung „Im goldenen Schnitt“, die noch bis 2.

März 2014 im Landesmuseum Hannover zu sehen ist.

Kunst kontra Industrieserie

In der kestnergesellschaft wird der Widerspruch zwischen einzigartigem

Kunstwerk mit mythischer Aura und seriell produziertem Industrieprodukt

in verschiedenen Exponaten vertieft. Gezeigt wird beispielsweise

„Fountain (Buddha)“ (1996) von Sherrie Levine, ein bronzener Abguss des

weltberühmten Urinals von Duchamp. Sein Original von 1917 ist immer

noch ein „goldenes Kalb“ der Kunstwelt – kostbare Reliquie, Ware und Anbetungsgegenstand

zugleich. Levine führt mit ihrer Arbeit die Idee künstlerischer

Originalität ad absurdum.

Thema der Ausstellung ist auch die illusionistische Verführungskraft des

Scheins: Illusion des Spiegelbildes, Techniken der Virtualisierung und massenmedialen

Darstellung, Gegensätze von Original und Fake, Abbild und

Urbild. So beschäftigt sich Michelangelo Pistoletto mit dem Verhältnis

zwischen physischem Raum und illusionistischer Reflexion: In der eigens

für die kestnergesellschaft gefertigten Installation »Fourteen Less One«

(2009/2013) wurde ein Ausstellungsraum mit 14 großen Spiegeln geschmückt,

von denen 13 in einer Performance zerschlagen wurden.

Herausragend ist schließlich die Präsentation der Bronzefassung einer frühen,

kaum bekannten Porträtbüste von Joseph Beuys in Gold. Mit ihr stellt

sich der Künstler als junge Pharaonin Nofretete dar.

Sherrie Levines

„Fountain (Buddha)“.

Der Sponsor, enercity-Chef Michael Feist (l.) und

Hausherr Veit Görner schwingen den Hammer.

TIPPS & INFOS

• Die Ausstellung „Der Schein – Glanz, Glamour, Illusion“ ist bis

3. November 2013 in der kestnergesellschaft, Goseriede 11, zu

sehen. Kooperationspartner und Sponsor der Präsentation ist

die Stadtwerke Hannover AG mit ihrer Marke enercity.

• Wer die beiden Ausstellungen „Im Goldenen Schnitt“ im Landesmuseum

und „Der Schein“ in der kestnergesellschaft besucht,

erhält ermäßigten Eintritt. www.kestnergesellschaft.de

AUSGABE 15 | Ü40


14 REGION

IM HISTORISCHEN MUSEUM

AUS TRÜMMERN

EINE NEUE STADT

Kriegsende: Trümmerlandschaft mit dem Alten Rathaus vor der teilweise zerstörten Marktkirche.

(DS). Kriegsbeginn, Zerstörung, Wiederaufbau:

Die Ausstellung „Stadtbilder“ im Historischen

Museum dokumentiert den Untergang

des alten Hannover und die Geburt

einer quasi neuen Stadt aus den Trümmern

des zweiten Weltkriegs. Ihre Entwicklung in

den Nachkriegsjahren trägt bereits die

Grundzüge des heutigen Hannover.

„Stadtbilder“ ist der dritte Teil einer fotografischen

Ausstellungsreihe des Museums.

Sie zeichnet chronologisch die gravierenden

Veränderungen des Stadtraums

Hannover seit dem 19. Jahrhundert bis zur

Gegenwart nach. Im ersten Teil war mit historischen

Bilddokumenten aus der Zeit

von 1870 bis 1900 der Umbruch des fast

noch mittelalterlich geprägten Straßenbilds

zur angehenden Großstadt dokumentiert

worden. Im zweiten Teil ging es

um das rapide Wachstum der alten Beamtenresidenz

zum neuen Industriezentrum

und zur pulsierenden Halbmillionen-Metropole

in den Jahren 1900 bis

1939.

Die aktuelle Ausstellung vollzieht nun

den radikalen Bruch mit dem über die

Jahrhunderte gewachsenen Stadtbild d

durch den zweiten Weltkrieg nach. Wie in

vielen anderen Großstädten Deutschlands

hatten die vernichtenden Bombenangriffe

der Alliierten auch in Hannover quasi einen

Neuaufbau notwendig gemacht. Dabei

war die weitgehende Zerstörung des

alten Zentrums Anlass, die Gliederung des

Stadtraums bei der Wiederaufbauplanung

grundlegend zu überdenken.

Die neuen Stadtviertel

Der erste Ausstellungsraum dokumentiert detailliert

die Zerstörungen durch alliierte Bombenangriffe

und die Lebenssituationen der

Menschen in den Trümmern. Ein zweiter

Ausgebombt: was von Kröpcke und Bahnhofstraße übrig blieb.

Wiederaufbau: Kröpcke und Georgstraße bekommen Konturen.

Nach Wiederaufbau: Kröpcke und Georgstraße als neues Zentrum.

Schwerpunkt beschreibt den Wiederaufbau,

seine Planungen und Verwirklichung. Diese

Konzepte wurden für das heutige Hannover

bestimmend: das Modell der gegliederten

Stadt mit Ringstraßen und Schnellwegen; der

flächendeckende Wohnungsbau; die Entwicklung

des bauhistorischen Erbes zu Vierteln für

Regierung und Geschäfte, Banken und Bahnhof;

schließlich eine neue Infrastruktur für Wirtschaft,

Versorgung und Kultur. Abschluss der

Ausstellung ist eine Bilanz für das Jahr 1960,

dem Endpunkt der eigentlichen Wiederaufbau-

Phase zu Zeiten des Wirtschaftswunders.

Gemälde, Fotos und Filme

Die Ausstellung zeigt die „Stadtbilder“ in unterschiedlichen

Formen. Vor allem die Fülle

von Motiven aus dem Bildarchiv des Historischen

Museums ermöglicht eine dichte Beschreibung

des radikalen Wandels der Stadt in

diesen prägenden Jahrzehnten. Dazu kommen

Gemälde und Grafiken als subjektive

Deutungen des Stadtraums. Trotz aller Sachlichkeit

enthalten die Fotografien der Zerstörung,

der Provisorien des Alltags, der Trümmerbeseitigung

und des allmählichen

Aufbaus ein großes emotionales Potenzial.

Aber auch die filmischen Dokumente veranschaulichen

die Veränderungen Hannovers in

der Wiederaufbauzeit auf lebendige und faszinierende

Weise.

• Die Ausstellung „Stadtbilder“ ist bis 18. Mai

2014 zu sehen. Ein Begleitbuch mit zahlreichen

Abbildungen auf 144 Seiten gibt es

im

Museumsshop für 15 €.

www.hannover-museum.de

Ü40 | AUSGABE 15


REGION 15

EINE BANK ENGAGIERT SICH

Gewinnsparlotterie, eine Stiftung und verschiedene Wettbewerbe: Die

Hannoversche Volksbank unterstützt mit mehreren hunderttausend

Euro Ideen und Projekte in der Wirtschaftsregion Hannover-Celle. „Wir

wollen unseren Erfolg mit den Menschen teilen, denn ohne deren enge

Verbundenheit wäre die über 150-jährige Erfolgsgeschichte der Bank

nie geschrieben worden“, lautet die Philosophie der Volksbänker. Auch

deshalb wird lokales Engagement groß geschrieben.

Die Fördermaßnahmen der Hannoverschen Volksbank sind breit gefächert.

Sie reichen von sozialen und kulturellen Projekten bis hin zum

Sport. Um vor Ort helfen zu können, verfügen die regionalen Filialdirektoren

der Bank über eigene Budgets: Vor allem sie kennen sich in ihrer

Region gut aus und wissen, wo Unterstützung nötig ist. Drei Beispiele

aus dem Förderkatalog verdeutlichen diesen Ansatz.

• „VRmobil“ macht soziale Hilfe beweglich: Einmal im Jahr werden

die Reinerträge aus der Gewinnsparlotterie ausgeschüttet – Geld, das

für konkrete Anschaffungen zur Verfügung steht. So wurden Anfang

des Jahres 2013 mit diesen Mitteln 93 Maßnahmen mit insgesamt fast

130.000 Euro gefördert. Knapp 50.000 Euro davon wurden in fünf „VRmobile“

vom Typ VW up! investiert, um die Beweglichkeit sozialer Einrichtungen

zu erhöhen. Insgesamt sind im Geschäftsgebiet der Hannoverschen

Volksbank derzeit 35 VR-mobile unterwegs.

findet die junge Anna Blume am Ende einer turbulenten Geschichte

die große Liebe.

Goldener Stern vom Bundespräsidenten

Darüber hinaus unterstützt die Hannoversche Volksbank mit verschiedenen

Wettbewerben das gesellschaftliche Engagement und die wirtschaftliche

Bildung in der Region. Die „Sterne des Sports“ fördern das

Ehrenamt in Sportvereinen und erfreuen sich seit zehn Jahren ungebrochener

Beliebtheit. In diesem Jahr kommt erstmalig der Bundessieger

aus der Region: Eintracht Hannover überzeugte mit dem Projekt

„Aktiv aus dem Stimmungstief“ gegen Depressionen auf lokaler,

landesweiter und nationaler Ebene des Wettbewerbs die Jurys. Hierfür

gab es von Bundespräsident Joachim Gauck den „Großen Stern des

Sports in Gold“.

„Fair bringt mehr“ setzt an Kindergärten und Schulen ein Zeichen für

Teamgeist und faires Miteinander. Der „Börsencup“ fördert die wirtschaftliche

Bildung von Schülern. Ein fiktives Kapital wird an der Börse

investiert um eine möglichst gute Rendite zu erzielen. Nebenbei werden

Grundbegriffe und Mechanismen der Finanzwelt kennengelernt.

Ausführliche Informationen über das Engagement der Hannoverschen

Volksbank unter:

www.hanvb.de

• Unterstützung für die Verkehrswacht: Mit ihrer noch jungen Stiftung

Hannoversche Volksbank fördert das Geldinstitut weitere Projekte

in der Region. Im Jahr 2012 konnten Förderzusagen in Höhe von 36.000

Euro gemacht werden. Die Verkehrswacht Hannover-Stadt wurde bei

der präventiven Verkehrssicherheitsarbeit an Schulen unterstützt.

• Förderung einer Ausstellung: Der Verkehrs- und Verschönerungsverein

Burgdorf konnte mit Unterstützung der Stiftung die Präsentation

seiner Fahrradsammlung mit der erfolgreichen Ausstellung „Vom Hühnerschreck

zum Schluchtenflitzer – wie das Fahrrad den Motor bekam

und ein echtes Motorrad werden wollte“ fortsetzen.

• Musical für Hannover: Nicht zuletzt hat Hannover dank der Stiftung

jetzt sein eigenes Musical. In „Kröpcke – das Hannover-Musical“

Eintracht Hannover: „Großer Stern des Sports“ vom Bundespräsidenten.

AUSGABE 15 | Ü40


16 RATGEBER

DAMIT

DER PC

FIT UND FIX

BLEIBT

Foto: djd/Mindfactory

(djd/pt). Wenn der Computer zum Trödelfritzen

wird, ist der Weg in die Werkstatt nicht unbedingt

die erste Option. Experten raten, es

erst mal mit Selbsthilfe zu versuchen. Denn

nicht immer sind Hard- oder Softwarefehler

die Ursache, dass ein Rechner schwerfällig und

langsam wird. Häufig sind dafür nämlich nur

unnötiger Datenmüll und fehlende Pflege verantwortlich.

Dagegen aber kann man ganz

gut selbst etwas tun – wenn man weiß, wie.

Experte: „Hilfreich können dabei Wartungsprogramme

sein, die man je nach Nutzungsintensität

einmal monatlich bis einmal wöchentlich

aktivieren sollte. Ebenso selbstverständlich

sollten regelmäßige Software-Updates sein.“

Staub ist ein Feind der Elektronik

Wichtig sei neben dem Aufräumen der Festplatte

auch das Säubern des Computers.

man sich – selbstverständlich mit Vorsicht –

auch das Innere des Rechners vornehmen. So

lasse sich mit einem Handstaubsauger behutsam

die Ablagerung von Staub beseitigen.

Wichtig sei vor allem eine regelmäßige Reinigung

der Lüfter: „Wenn die sich mit Staub

zusetzen, können sie nicht mehr die notwendige

Kühlleistung erbringen, und somit

geht die Leistung des gesamten Rechners in

die Knie“, sagt Canoa.

Virenschutz und Firewall

Damit die Leistung nicht in den Keller geht, sollten Computer regelmäßig gesäubert werden.

Worauf es dabei ankommt, weiß Computerexperte

Daniel Canoa von der Wilhelmshavener

Onlinefirma Mindfactory AG. Er gibt

gute Tipps für die Suche nach nicht mehr

benötigten Daten auf dem Rechner. Die finden

sich „zum Beispiel in Form überflüssiger

Zusatzprogramme, heruntergeladener Mailanhänge,

nicht mehr aktueller Treiber.“ Damit

werde der PC auf Dauer immer langsamer

und störungsanfälliger, erklärt Canoa.

Sollte eine Neuinstallation des Betriebssystems

nicht in Frage kommen, sei es insbesondere

bei Windows-Rechnern sinnvoll, die Festplatte

regelmäßig zu defragmentieren und

temporäre Dateien dauerhaft zu löschen. Der

Ü40 | AUSGABE 15

„Naturgemäß ist feiner Staub ein Feind der Elektronik“,

bekräftigt der Fachmann. Daher sollte

WAS MAN SELBST TUN KANN

Schließlich rät der Experte, auch die Datensicherheit

zu beachten. Ein Virenschutz

und eine Firewall sind aus seiner

Sicht heute für jeden Computer selbstverständlich.

Doch der Virenschutz bringt

demnach nur dann etwas, wenn er auch

regelmäßig aktualisiert wird. Nicht vergessen

sollte man zudem, Sicherheitskopien

der eigenen Dateien wie Bildern, Videos,

Musik auf einer externen Festplatte zu

speichern. Automatische Back-up-Programme

erledigen dies besonders bequem.

Canoa rät dabei: „Vor allen Arbeiten

am PC, zum Beispiel vor einer Reinigung,

sollte man stets eine komplette Datensicherung

durchführen.“

Regelmäßige Wartung hält den Computer fit und fix. Deshalb sollten folgende Tipps

beachtet werden:

• Betriebssystem, Software und Virenschutz auf aktuellem Stand halten und regelmäßig

Updates durchführen.

• Nicht mehr benötigte Programme und Dateien löschen.

• Wenn nötig, die Speicherkapazität erweitern, etwa mit einer externen Festplatte.

• Die Festplatte bei Windows-Rechnern regelmäßig defragmentieren.

• Den Rechner möglichst staubfrei halten, insbesondere den Lüfter regelmäßig reinigen.


RATGEBER 17

§ §

WENN

§ KINDER

ONLINE

§

SHOPPEN

Online-Shopping ist einfach, bequem und im wahrsten Sinne des

Wortes kinderleicht. Aber was ist, wenn der minderjährige Nachwuchs

hinter dem Rücken der Eltern fröhlich per Mausklick einkauft?

Müssen Eltern dann haften und bezahlen? Niedersachsens führende

Versicherung VGH sagt: Nein.

Ein Zehnjähriger hat ohne Wissen seiner Eltern ein Online-Spiel auf

Rechnung gekauft. Bei der Online-Registrierung hat er sich einfach um

acht Jahre älter gemacht. Die erste Mahnung

flattert ins Haus und der Haussegen hängt

schief. Der VGH-Haftpflichtexperte Dr. Wolfram

Klöber erklärt dazu grundsätzlich: „Beim

Online-Shopping ist es in der Regel so, dass

Kinder keine wirksamen Verträge schließen

können. Viele Eltern beißen aber in den sauren

Apfel und zahlen die bestellte Ware – erst

recht, wenn das Kind sie schon heimlich ausgepackt

und benutzt hat.“

Nur beschränkt geschäftsfähig

Tatsächlich dürfen Kinder die meisten

Rechtsgeschäfte nicht ohne Einwilligung

ihrer Eltern schließen – ganz unabhängig,

ob es nun im Online-Shop oder beispielsweise

im Handy-Laden um die Ecke passiert.

Gibt es diese Einwilligung nicht, ist auch der Vertrag unwirksam.

In diesem Fall hat der Händler das Nachsehen, weil Minderjährige nur

beschränkt geschäftsfähig sind. Die Eltern könnten das Rechtsgeschäft

aber nachträglich genehmigen und so wirksam werden lassen.

VGH-Haftpflichtexperte Dr. Wolfram Klöber.

oder gar einen Wertersatz leisten. In Einzelfällen könnten aber Schadensersatzansprüche

geltend gemacht werden.

Die Seiten für sicheres Surfen

„Damit es erst gar nicht zu unliebsamen Vorfällen kommt, sollten

Eltern ihre Kinder – wie sie das im Straßenverkehr und im Alltag

auch tun – fit machen für das Surfen im Internet“, empfiehlt der VGH-

Experte. Mit der Initiative „sicher online

gehen“ setzen sich inzwischen auch Bund,

Länder und Wirtschaft für einen besseren

Schutz von Kindern im Internet ein.

Unter der Internetadresse „www.sicheronline-gehen.de“

finden Eltern wichtige Informationen,

wie sie zum Beispiel mit einer

Schutzsoftware das Surfen im Netz sicherer

machen und Kindern einen altersgerechten

Zugang zum Internet ermöglichen können.

Dazu kommen hilfreiche Erziehungs-Tipps,

um die Kinder stark zu machen für den

Umgang mit Online-Medien. Kindgerechte

Internetseiten („Das Netz für Kids“) auch

für Jüngere finden Eltern über spezielle

Suchmaschinen wie „blinde-kuh.de“ oder

„fragfinn.de“ und bei „klick-tipps.net“. Dort

sind Linklisten für Kinder und Themenbereiche für Jüngere aufgeführt.

Schließlich sind auch entsprechende Sicherheitseinstellungen zum

Schutz für ältere Kinder und Jugendliche wichtig.

„Der Händler ist in der Pflicht, sicherzustellen, dass der Vertragspartner

auch geschäftsfähig ist“, stellt Klöber klar. „Die meisten tun dies nur über

die Angabe des Alters im Bestellformular – das reicht aber nicht aus.“

Wenn noch keine Ware durch den Online-Händler übersandt wurde,

sollten Eltern die Mahnschreiben der Firma aufbewahren und nicht darauf

reagieren. Erst wenn der gerichtliche Mahnbescheid eintrifft, ist es

erforderlich, innerhalb von zwei Wochen schriftlich zu widersprechen.

„Wurde das Bestellte bereits geliefert, dann sollten die Eltern die Waren

zurücksenden, denn der Minderjährigenschutz führt nicht dazu,

dass der Nachwuchs die Leistungen behalten darf“, erklärt Klöber.

Hat er die Ware ausgepackt und sogar schon benutzt, so muss der

Minderjährige aber grundsätzlich keine Nutzungsentschädigung

MARKTFÜHRER

IN NIEDERSACHSEN

Mit rund 1,8 Millionen Kunden ist die VGH Niedersachsens

größter Versicherer. Rund 4.500 Mitarbeiter, darunter 600 selbständige

Versicherungskaufleute und ihre Mitarbeiter, bilden

gemeinsam mit den Kooperationspartnern der Sparkassen

und der LBS ein flächendeckendes Servicenetz zur Betreuung

ihrer Kunden. In ihrem Geschäftsgebiet engagiert sich die VGH

traditionell auch als Sponsor zahlreicher sportlicher, kultureller

und sozialer Projekte.

www.vgh.de

AUSGABE 15 | Ü40


18 LIFESTYLE

Wildromantik

AUF PORZELLAN

ÖNE VON DER LANCKEN ZAUBERT

Foto: Mahramzadeh

VON BETTINA ZINTER

Über die Teller fliegen Fasane und Enten. Auf der Servierplatte lugt

ein Wildschwein aus dem Farn. Auf einer Fliese duckt sich ein Füchslein

im Eichenlaub. Mit ihrer Porzellanmalerei hat sich Öne von der

Lancken in den vergangenen 30 Jahren

einen Namen gemacht. Heute genießen

ihre Arbeiten Anerkennung bei zahlreichen

Kunstliebhabern im In- und Ausland – und

bei Porzellanherstellern. Auch der Hamburger

Tierpark Hagenbeck gehört zu ihren

Auftraggebern – er vertreibt mit ihren Motiven

und Dekoren seine Souvenirs.

Das Dorf Mechtersen nahe Lüneburg zählt

600 Einwohner und 150 Pferde. Hier, zwischen

Elbmarsch und Heide, kauften sich

Irene und Rickwan von der Lancken-Wakenitz

vor mehr als 20 Jahren einen 200 Jahre

alten Resthof mit Tenne, Stallungen und

weitläufigen Koppeln. Daraus entstanden

ist ein kleines Paradies mit verträumtem

Garten, Wasserlauf und Walnussbaum, dazu

ein Teich mit Wildenten. Das Anwesen bietet

genug Platz für den englischen Vollblüter

„Greeny“ und das irische Jagdpferd „Archy“

sowie die Hunde „Biene“, „Motte“ und

„Hermann“.

Naturnah mit Lupe und Pinsel

Irene Freifrau von der Lancken wurde in Herzogenwalde bei Dresden

geboren. Irgendwann nach der Vertreibung

aus Ostdeutschland entdeckte sie

ihr Talent für die Malerei: vielleicht ein Erbe

ihrer russischen Großmutter, die ebenfalls

hervorragend malen und zeichnen konnte.

Dazu kam großes Interesse an Flora

und Fauna und bald begann sie, Motive

ihrer Umwelt abzubilden. Zahlreiche Reisen

durch Osteuropa, Lateinamerika, Afrika,

Indien, Südostasien, China und Japan

sorgten für zusätzliche Motivation.

Heute ist das Zeichnen von Tieren und Pflanzen

für sie Passion und Profession zugleich.

Aus Irene wurde „Öne“, inzwischen ein Künstlername.

In einem reetgedeckten Häuschen

hat sie ihr Atelier. Dort beugt sie sich – oft

auch mit der Lupe – über Tassen, Teller, Krüge,

Becher, ganze Service, Gläser, Fliesen, Sanitärkeramik

oder Lampen. Mit feinsten Pinseln

bringt sie detailgetreu ihre Motive aus der Tierund

Pflanzenwelt, der Jagd und der Fischerei,

auf Glas, Keramik, Porzellan oder Papier.

Ü40 | AUSGABE 15


LIFESTYLE 19

Portrait vom eigenen Hund

„In der Natur finde ich meine Inspirationen“,

erzählt die Autodidaktin. Ein ganzes Badezimmer

hat sie mit Enten, Reihern und anderen

Wasservögeln bemalt – als Geburtstagsgeschenk

für ihren Mann. Wenn sie Zeit hat,

fertigt sie gern auch individuelle Arbeiten,

wie die Lieblingshunde und treuen Pferde

ihrer Auftraggeber oder Ansichten vom Anwesen

ihrer Kunden. Und alles handmade

im klassischen Öne-Lancken-Design, das

mittlerweile zum künstlerischen Prädikat

geworden ist. Inzwischen

gehören auch modische

Accessoires wie Schmuck

und Knöpfe dazu. Aufgrund

der steigenden Nachfrage

werden Motive und Dekore

der Künstlerin auch über

lithographische Verfahren

reproduziert.

Das Who-Is-Who

der Krebse

Wenn Gäste zum berühmten

Lankenschen

Krebsessen auf der Terrasse

geladen sind, blitzen Bestecke,

silberne Saucieren

und Leuchter auf blütenweißem

Tafeltuch. Doch

besondere Bewunderung

gilt dann regelmäßig dem

Geschirr. Auf Tellern und

Schüsseln leuchten korallenfarbige

Krebse so echt,

dass man sie gleich verzehren

will. Die Gäste pflegen

dann scherzhaft zu diskutieren,

ob das größere Lob

der künstlerischen Gestaltung

der Krebse oder deren

Zubereitung gebührt. „Ich

behaupte, dass meine Frau

die beste Köchin ist, die es gibt“, lobt der

Hausherr.

Auch Rickwan von der Lancken ist von

Kind an mit der Natur auf Du und Du. Wild

und Wald wie auch die Pferdewelt sind

Teil seines Lebens. Als Amateurrennreiter

errang er deutsche und europäische

Championate. Er bezeichnet sich selbst als

„fröhlichen Rentelman“, der sich um seinen

Forstbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern

kümmert und ansonsten regelmäßig mit

seinen Pferde im idealen Gelände rund um

Mechtersen ausreitet.

Jagd- und Naturreisen brachten den Kaufmann

nach Sibirien und in die Weiten Alaskas.

Den Sambesi ist er schon heruntergepaddelt

und ritt jüngst mit Freunden von

Argentinien nach Chile über die Anden.

Seine Familie stammt von der Insel Rügen.

Über Jahrhunderte bewirtschafteten sie ihre

Äcker, dienten den Herzögen von Pommern,

den Königen von Schweden und Preußen

als Offiziere oder Beamte.

Leben ohne Tiere? – unvorstellbar

Öne und Rickwan von der Lancken-Wakenitz

haben das 200 Jahre alte Fachwerkhaus zu

einem Herrenhaus gestaltet. Aus der Tenne

wurde ein herrschaftliches Entree mit großer

Freitreppe. An den Wänden prangen die

Jagdtrophäen des Hausherrn. In den großzügigen

Räumen zeigt sich das geschulte Farbgefühl

der Hausherrin. Die Wände im Esszimmer

erstrahlen in tiefem Blau, „weil es so gut

zum Silber der Ehrenpreise passt.“ Porträts der

Vorfahren, Landschafts- oder Pferdebilder, antikes

Mobiliar und ausgesuchte Stoffe verleihen

dem Haus eine ausgewogene Mischung

von ländlicher Eleganz und Behaglichkeit. „Ein

Leben ohne Tiere? Oder gar in der Großstadt?

Das möchten wir uns gar nicht vorstellen“, bekennt

sich das Ehepaar zu seinem naturnahen

Lebensstil.

EDLE GESCHENK-IDEEN ONLINE

• Ein Blick in den Online-Shop zeigt ein reichhaltiges und Stück für Stück liebevoll

gestaltetes Sortiment aus Glas und Porzellan: Kaffeebecher mit Motiven wie „Röhrender

Hirsch“, „Keiler im Farn“ oder „Stockente“ (16 Euro); Bierseidel und Butterdosen

um 38 Euro; Glasschüsseln bis zu 49 Euro; Geschenkkisten mit leckeren Pasteten für

25 Euro – kurzum alles, was zum gediegen gedeckten Tisch gehört – vom Eierbecher

bis zur Espressotasse.

• Wer die Künstlerin besuchen möchte, ist nach vorheriger Anmeldung per Telefon

(04178-474) oder eMail (info@oene-lancken.de) herzlich willkommen. Mehr Infos

über die Künstlerin und ihrer Arbeiten im Internet.

www.oene-lancken.de

Ü40-Gewinnspiel: Blättern Sie doch mal auf Seite 34!

AUSGABE 15 | Ü40


20 LIFESTYLE

DIE INFA

WIRD 60

SHOPPEN, SCHAUEN

UND GENIESSEN

Extravagant, bunt, außergewöhnlich: Im 60. Jahr präsentiert sich

Deutschlands größte Erlebnis- und Einkaufsmesse infa abwechslungsreicher

denn je. Es gilt wieder „Schauen“ – was es Neues gibt,

„Staunen“ – über fantastische Themenwelten und „Shoppen“ in allen

Hallen. 1.300 Firmen aus 40 Ländern präsentieren eine einzigartige

Vielfalt an Produkten, Ideen und Konzepten.

Bei der infa 2013 gibt es erstklassige Gastronomie und täglich

wechselnde Shows und Events mit Promis wie Andrea

Sawatzki. Die ehemalige „Tatort“-Kommissarin Charlotte Sänger hat mit

„Ein allzu braves Mädchen“ ihren ersten Roman geschrieben. Zur Eröffnung

am 12. Oktober stellt Sawatzki ihn auf der Lebensart-Bühne vor.

Zu Talk und Modenschau wird Modedesigner Thomas Rath am Freundinnentag

auftreten. Am Mädchentag kommt Publikumsliebling Jorge

Gonzalez und stellt sein Buch „Hola Chicas“ vor. „Knast“ heißt der

Erlebnisbericht des Werler Gefängnisarztes Joe Bausch alias Dr. Joseph

Roth, den er in der NDR 1 Bücherwelt präsentiert. Im Jubi-läumsjahr

begeistert die infa mit fantastischen Themenwelten:

• Lebensart: Stil, Flair und edles Ambiente sind Stichworte für luxuriöse

Produkte aus den Bereichen Mode und Mobiliar, Kunst und Kulinarik.

Motto: Schwelgen, Genießen, Wohlfühlen.

• bauen + wohnen: Carport, Traumküche, Wohnlandschaft, Wintergarten

– hier werden Träume wahr. Sonderschauen wie Planerdeck,

Forum Naturstein und EnergieSparTage runden das Infoangebot ab.

• Markthalle: Spezialitäten laden mit Leckerem und Exotischem,

Weinen, Gewürzen und Live-Cooking zur kulinarischen Weltreise ein.

Hobbyköche finden ein großes Angebot an modernen Küchenhelfern.

• Beauty & Style: Die Domäne für Damen bietet wieder Mode und Outfit,

Kosmetik, Taschen, Schmuck. Hier gibt es aber auch „Mehr Zeit für

Kinder“ – Spiel, Spaß und Unterhaltung für die jüngsten infa-Besucher.

• Basar der Nationen: Afrikanische Lederwaren, indische Stoffe, venezianische

Masken, namibisches Kunsthandwerk, orientalische Seifen

und Öle bieten eine internationale Shopping-Reise. Zu empfehlen sind

marokkanische Spezialitäten in Beduinenzelt-Atmosphäre und italienische

Spezialitäten in der Piazza Italia.

• infa kreativ: Gleich am ersten Wochenende (12. bis 14. Oktober)

geht es um kreative Köpfe. Mehr als 60 Aussteller präsentieren die

Welt des Bastelns und Werkelns. Und es gibt zwei Weltrekordversuche:

Auf einer riesigen Wäscheleine sollen 18.000 selbstgestrickte Socken-

Paare aufgehängt und dem Malteser Hilfsdienst überreicht werden.

Die Emsländerin Claudia Nieters will ihren längsten Schal der Welt vorstellen:

3,5 Kilometer verstrickte Wolle.

• infalino: Auf der Baby- und Kindermesse zum infa-Schluss (19./20.

Oktober) zeigen rund 100 Aussteller Kleidung und Möbel, Babyausstattung

und Spielzeug, Pflegeprodukte und Nahrung.

TIPP: infa-BESUCH

• infa balance: Die Messe für Gesundheit und Wellness bietet Fitnessgeräte,

ayurvedische Lebensmittel und Kosmetik. Das Infoangebot reicht

von Zahnersatz bis Mammografie, gesundem Schlafen und Augenlasern.

• Christmas: Deutschlands größte Weihnachtswelt präsentiert festliches

Ambiente – weihnachtliche Dekorationen, nostalgische Papeterie,

Christbaumschmuck, Erzgebirgskunst, Weihnachtskugeln,

Adventskalender und Leckereien.

Die infa ist vom 12. bis 20. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr

geöffnet. Neu: Karten online kaufen und 2 € sparen, Tagesticket

11 € (Messe-Kasse 13 €), Junior-Ticket 13-17 Jahre) 6 €

(8 €), bis einschließlich 12 Jahre frei; zum Freundinnentag am

18. Oktober zahlen zwei Besucherinnen je 8 €, am Mädchentag

(17. Oktober) ist der Eintritt für Mädchen bis 17 Jahren frei.

www.meine-infa.de

Ü40 | AUSGABE 15


GESUNDHEIT 21

EIN

LEBEN

OHNE

GLUTEN

© Hurtigruten - Trym Ivar Bergsmo

Etwa einer von 200 Menschen in Deutschland

leidet an Zöliakie. Die Krankheit beruht auf einer

Unverträglichkeit gegenüber dem Getreideeiweiß

Gluten. Das auch als „Klebereiweiß“

bekannte Gluten ist in vielen heimischen Getreidesorten

wie Weizen, Dinkel, Grünkern,

Brot und Brötchen: Viele müssen darauf verzichten.

Roggen, Hafer und Gerste enthalten und bestimmt

die Backeigenschaften des Mehles.

Bei einer entsprechenden genetischen Veranlagung

führt der Verzehr von glutenhaltigen

Lebensmitteln zu einer chronischen Entzündung

der Dünndarmschleimhaut. „Bis heute

ist die einzig Erfolg versprechende Therapie

der Zöliakie der lebenslange Verzicht auf glutenhaltige

Lebensmittel. Das erfordert eine

strikte Ernährungsumstellung.

Auf die „durchgestrichene Ähre“ achten

Daher stellen glutenfreie Lebensmittel eine

wesentliche Erleichterung für Betroffene beim

Lebensmitteleinkauf dar“ sagt Dr. Helmut

Oberritter, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft

für Ernährung e. V. (DGE).

Produkte können als „glutenfrei“ gekennzeichnet

werden, wenn sie höchstens 20

Milligramm Gluten pro Kilogramm enthalten.

Inzwischen tragen zahlreiche Teig- und

Backwaren, aber auch Milchprodukte als

Zeichen der Glutenfreiheit die „Durchgestrichenen

Ähre“ auf

dem Etikett.

Auch wenn anhand

des stark wachsenden

Angebotes in

den Lebensmittelregalen

der Eindruck

entstehen könnte,

glutenfreie Produkte

seien grundsätzlich

gesundheitsförderlich,

weist die DGE

daraufhin, dass diese

Lebensmittel speziell

für Menschen mit einer

Unverträglichkeit

gegen das Getreideeiweiß entwickelt worden

sind. Für andere Verbraucher bringe

eine glutenfreie keine gesundheitlichen

Vorteile. Darüber hinaus seien die Spezialprodukte

meist deutlich teurer.

• In der 24-seitigen Broschüre „Essen und Trinken

bei Zöliakie“ erfahren Betroffene alles über

die Nahrungsmittelunverträglichkeit und ihre

Auswirkungen, aber auch wie sie sich trotzdem

ausgewogen und abwechslungsreich ernähren

können. Die Broschüre kann unter der

Artikel-Nr. 123020 für 1,00 € zzgl. Versandkosten

beim DGE-MedienService unter (info@dge-medienservice.de)

bestellt werden.

Weitere Infos unter: www.dge.de

Ein Leben ohne Klebereiweiß

Menschen mit Reizdarm und anderen Magen-

Darm-Beschwerden sollten die Ursachen

durch einen Arzt abklären lassen. Die Zöliakie

entwickelt sich durch erbliche Veranlagung.

Die Anzeichen sind vielfältig. Die auffälligsten

Symptome beim Säugling und Kleinkind sind

ein aufgeblähter Bauch im Gegensatz zu

einem mageren Körper. Die Blähungen kommen

durch unverdaute Nahrungsbestandteile

im Dickdarm zustande, die von Bakterien unter

Gasbildung verdaut werden.

Im Erwachsenenalter ist das Krankheitsbild untypischer:

Völlegefühl, Blähungen, Appetitlosigkeit,

Übelkeit sowie gelegentliche oder andauernde

Durchfälle. Die gestörte Nährstoffausnutzung

führt meist zu Gewichtsverlust

sowie Vitamin- und Mineralstoffmangel.

Bei Verdacht auf Zöliakie sollte ein Facharzt zöliakietypische

Antikörper im Blut nachweisen.

Eine sichere Diagnose kann aber nur bei einer

glutenhaltigen Ernährung gestellt werden.

Steht die Diagnose fest, dann heißt es: Lebenslang

auf Klebereiweiß verzichten! Denn die Erkrankung

bleibt ein Leben lang bestehen.

AUSGABE 15 | Ü40


22 GESUNDHEIT

KLEINE SCHRAUBE –

GROSSE WIRKUNG

WELTSENSATION AUS HANNOVER

VON SYBILLE NOBEL-SAGOLLA

Die Schraube gilt heute schon als Wunder der Medizintechnik: Nur

zwei Zentimeter ist sie lang und löst sich selbst auf – und darauf

kommt es letztlich an. Das Hightech-Material mit dem Markennamen

Magnezix stammt aus der Innovationsschmiede eines hannoverschen

Startup-Unternehmens.

Die 2008 gegründete Syntellix AG wurde für diese richtungsweisende

Entwicklung bereits mit dem renommierten „Innovationspreis der

Deutschen Wirtschaft“ ausgezeichnet. Für das metallische Implantat,

das vollständig vom Körper abgebaut wird, erhielt das Unternehmen

jetzt eine EU-Zulassung für den regulären Einsatz in 30 Ländern. „Damit

ist uns eine medizinische Weltpremiere gelungen. Denn wir sind

das erste Unternehmen, das über diese einzigartige Zulassung für ein

bioabbaubares Implantat verfügt“, erklärt Syntellix-Aufsichtsratschef

Prof. Dr. Utz Claassen stolz.

Ein Produkt für alle

„An solchen Produkten wird seit 15 Jahren weltweit geforscht. Wir haben

den Wettlauf gewonnen“, so Claassen. Gegenüber Wettbewerbern

besitze man damit einen zeitlichen Vorsprung von bis zu fünf Jahren.

Den wolle das Startup Syntellix auch nutzen. Claassen schätzt, dass der

Weltmarkt für derartige Implantate ein Volumen von drei Milliarden

Euro hat. „Wir haben davon einen nennenswerten Teil im Blick“, sagt

der Mehrheitsaktionär. Die Entwicklungskosten liegen nach seinen Angaben

„im siebenstelligen Bereich“. „Wir wollen aber kein Luxusprodukt

auf den Markt bringen, sondern ein Produkt für alle.“

Weniger Schmerz, Leid, Kosten und Zeit

„Halber Schmerz, halbes Leid, halbe Kosten, halbe Zeit“ – und auch

halbes Infektionsrisiko: Mit dieser Aufzählung bringt der Manager

alle Magnezix-Vorteile auf den Punkt. Patienten und Krankenkassen

hätten durch den neuen Werkstoff auf Magnesiumbasis ausschließlich

Vorteile, da bei Knochenbrüchen oder Gelenkersatz eine zweite

Operation zur Entfernung des Implantats nicht mehr notwendig

ist. Dem Patienten würden damit Schmerzen, aber auch Zeit erspart

– und den Kassen vor allem Kosten. Die Schrauben werden derzeit

bundesweit an Kliniken vorgestellt: Spezialisten sollen sie in der Praxis

anwenden.

Anfang kommenden Jahres will Syntelix dann den Massenmarkt in

Angriff nehmen. Ziel: Jeder, der das Material für eine derartige Operation

wünscht, soll es auch bekommen können. Es handele sich um

„eine Win-Win-Situation“ für beide Seiten. „Normalerweise denkt

man immer, dass medizinischer Nutzen auf der einen und Kosten im

Gesundheitswesen auf der anderen Seite in Konkurrenz zueinander

stehen, hier ist das Gegenteil der Fall“, sagt Claassen.

Innovation aus Hannover

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil nahm die Zulassung

des Produkts zum Anlass, um den Technologiestandort Niedersachsen

zu loben. „Unter Wirtschaftsförderungsgesichtspunkten ist

es ein Traum, dass ein Startup ein Produkt entwickelt, das höchst innovativ

und erstmals in der Lage ist, sich am Weltmarkt zu etablieren.“

Weil hob auch hervor, dass alle an der erfolgreichen Entwicklung und

Markteinführung beteiligten wesentlichen Personen, Unternehmen

und Einrichtungen aus Niedersachsen stammen oder hier ihren Sitz

haben. Entwickelt worden ist Magnezix in Zusammenarbeit von Medizinischer

Hochschule Hannover, Leibniz-Universität, Tierärztlicher

Hochschule und Technischer Universität Clausthal. Markteinführung

und Vertrieb liegen bei der in Hannover ansässigen Syntellix AG.

www.syntellix.com

Ü40 | AUSGABE 15


GESUNDHEIT 23

MAGNEZIX: PRAXISTEST ERFOLGREICH

Ob Frakturen oder Fehlstellungen: Nägel und Schrauben helfen heilen. Sie fixieren die Bruchstelle, damit

der Knochen wieder richtig zusammenwächst. Aber herkömmliche Schrauben haben einen Nachteil.

Nach der Heilung sind sie überflüssig und zuweilen sogar gefährlich. Denn das Immunsystem des Körpers

kann sie als Fremdkörper erkennen und bekämpfen. Also müssen sie wieder raus. Der neue Werkstoff Magnezix

kann Patienten eine zweite Operation ersparen.

Prof. Dr. Henning Windhagen, Leiter der Orthopädischen Klinik der MHH im Annastift, hat mit seinem Team

um Prof. Dr. Christine Stukenborg-Colsman in einer Studie mit mehr als 20 Patienten ausgezeichnete Ergebnisse

erzielt. Außerdem wurde die erste reguläre Operation mit der neuen Schraube durchgeführt.

Eine 55-jährige Patientin wurde am Hallux valgus (Ballenzeh) operiert. Ü40 sprach mit dem Spezialisten.

Prof. Dr. Henning Windhagen

Was ist Magnezix?

Windhagen: Magnezix ist ein resorbierbarer

Werkstoff, der zu über 90 Prozent aus Magnesium

besteht. Diese Legierung weist zwar

metallische Eigenschaften auf, wird jedoch im

Körper vollständig abbaut und durch körpereigenes

Gewebe ersetzt. Die biomechanischen

Eigenschaften sind denen des menschlichen

Knochens sehr ähnlich und begünstigen den

Heilungsverlauf.

• Woraus bestehen Schrauben normalerweise?

Windhagen: Normalerweise verwendet man

Titanschrauben, die nach dem Zusammenwachsen

des Knochens in einer zweiten Operation

wieder herausgeholt werden müssen.

Das bedeutet für den Patienten einen zweiten

Eingriff mit allen Risiken, weiterem Zeitverlust

und erneutem Ausfall im Beruf. Bei einer Untersuchung

im Magnetresonanztomographen

(MRT) kommt hinzu, dass das Titan die Schichtaufnahmen

überlagert.

• Auch Milchsäure-Schrauben lösen sich auf.

Windhagen: Richtig. Stifte und Schrauben aus

Milchsäure – konkret aus Polyaktiden – lösen

sich unter Einwirkung des Körperwassers in

zwei bis fünf Jahren auch restlos auf. Sie verursachen

aber eine saure Umgebung, die der

Körper eher ablehnt. Vor allem aber sind ihrer

Festigkeit Grenzen gesetzt. Sie werden daher

nur bei kleineren und besonders komplizierten

Eingriffen eingesetzt.

• Ist eine Magnezix-Schraube stabil genug?

Windhagen: Ja, zum einen löst sich die

Schraube – in alkalischem Umfeld – nur langsam

graduell auf, zum anderen weist der Werkstoff

osteokonduktive, also knochenwachstumsfördernde

Eigenschaften auf. Während

des Abbaus übernimmt der neugebildete

Knochen nach und nach die Last.

• Welche Indikationen kommen in Frage?

Windhagen: Das sind Indikationen die nur

temporär einen metallischen Lastträger verlangen.

Die Magnezix-Schraube kann z.B. zur

Fixierung kleiner Knochen und Knochenfragmente

eingesetzt werden. Sie eignet sich für

das Implantieren an Hand-, Fuß-, Schulter-,

Ellbogen- oder Mundkieferknochen sowie für

Bänder und Sehnen. Das Implantat beginnt

sich erst rund vier Monate nach der Operation

langsam aufzulösen.

• Wo haben Sie das Implantat eingesetzt?

Windhagen: Wir im Annastift haben zunächst

bei Hallux-valgus-Korrekturen hervorragende

Ergebnisse erzielt. Für diese Fehlstellung im

Bereich der großen Zehe ist der Werkstoff hervorragend

geeignet. Denn die Schraube hält in

den ersten Monaten nach der OP den Knochen

in seiner Korrekturstellung. Nach Ausheilung

des Knochens löst sie sich langsam auf und bildet

eine neue Knochensubstanz.

• Ist Magnezix für jeden Hallux-valgus-Patienten

geeignet?

Windhagen: Wir haben das Implantat bei der

Chevron-Osteotomie eingepflanzt. Dabei wird

eine V-förmige Knochendurchtrennung in

Höhe des ersten Mittelfussköpfchens durchgeführt.

Das Auseinanderweichen der Mittelfussknochen

sollte einen Grenzwert von zirka 14

bis 15 Grad nicht übersteigen. Die Verschraubung

ist so stabil, dass Patienten den Fuß voll

belasten können. Sie müssen nach dem Eingriff

sechs Wochen lang einen Verbandsschuh tragen.

In welchen Fällen Magnezix geeignet ist,

das kann in unserer Fußsprechstunde (Terminvergabe

unter: 0511 5354-333) genauestens

abgeklärt werden.

www.diakonische-dienste-hannover.de

Die Auflösung der Schraube und die Neubildung von Knochensubstanz nach wenigen Tagen, nach einigen Monaten und nach 12 Monaten.

AUSGABE 15 | Ü40


24 GESUNDHEIT

Foto: neroli/pixelio

MENSCHEN MIT

GRÖSSE XXXL

VON SYBILLE NOBEL-SAGOLLA

Die Wohlstandsgesellschaft wächst – vor allem um den Bauch

herum. Rund 16 Millionen Menschen in Deutschland haben laut

der Deutschen Adipositas Gesellschaft ausgeprägtes Übergewicht.

Etwa jeder dritte Erwachsene ist deutlich übergewichtig

und sollte sein Körpergewicht senken. Die Ausgaben für Adipositas

im deutschen Gesundheitswesen werden auf rund 17 Milliarden

Euro pro Jahr geschätzt.

Für Menschen mit Größe XXXL, deren Fettleibigkeit gravierende Gesundheitsstörungen

verursacht, sind operative Eingriffe zumeist der

letzte Ausweg. Das DRK-Krankenhaus Clementinenhaus hat sich bereits

vor drei Jahren auf die Behandlung von stark übergewichtigen

Patienten eingestellt und ein Adipositas-Zentrum aufgebaut.

Demonstrieren das Magenband am Modell:

Die Chirurginnen Dr. Ruth Wunder (li) und Dr.

Ricarda Flade-Kuthe.

Als erste Klinik in Niedersachsen

und einzige

in der Region Hannover

erhielt das Clementinenhaus

eine Rezertifizierung

als Kompetenzzentrum

für Adipositas.

Mit dem Gütesiegel der

Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft

Adipositastherapie

und metabolische

Chirurgie

(CAADIP) werden Zentren

ausgezeichnet, die

mindestens 50 Operationen

pro Jahr – vom

Einsetzen eines Magenbands bis zur Verkleinerung des Magens

durch Viszeralchirurgen – nachweisen.

Betten und OP-Tische in XXXL

„Die Vor- und Nachsorge muss zudem gewährleistet sein“, sagen

die Chirurginnen Dr. Ricarda Flade-Kuthe und Dr. Ruth Wunder, die

das Adipositas-Zentrum betreuen. Seit dem Komplettumbau verfügt

die Klinik auch über eine OP-Einheit für Schwerstgewichtige

sowie die entsprechende Ausstattung im Sanitär- und Pflegebe-

reich. Das reicht von riesigen Stühlen über verstärkte Betten bis zu

speziellen OP-Tischen.

„Es geht um eine Krankheit, die man behandeln kann“, sagt Chefarzt

Dr. Andreas Kuthe. „Es gibt klare Spielregeln und strenge Leitlinien

für unsere Arbeit, die wir größtenteils mit erarbeitet haben“, so der

Bauchchirurg. Dabei sei vor allem die Eigeninitiative der Patienten

wichtig. „Die chirurgische Behandlung steht sicherlich an letzter Stelle,

ist aber für ausgewählte Patienten oft die einzige Chance, dauerhaft

abzunehmen und wieder ein Sättigungsgefühl zu erreichen“, so

Dr. Ricarda Flade-Kuthe. Bei unter 18-jährigen und über 65-Jährigen

nehme man die Eingriffe nur unter speziellen Voraussetzungen vor:

• BMI > 40 (Adipositas Grad 3): Patient kommt für eine OP in Frage.

• BMI > 35 (Grad 2) mit Begleiterkrankungen wie Diabetes, Hypertonie,

orthopädische Beschwerden, Schlafapnoe.

• kontrollierte, strukturierte Maßnahmen zur Ernährungsumstellung

(mindestens 6 Monate) müssen nachweisbar sein.

• Der Patient sollte gut motiviert und informiert, zuverlässig und

psychisch stabil sein (keine akuten Psychosen, Drogen- oder Alkoholabhängigkeit).

• Der Patient sollte Bereitschaft zu mehr Bewegung / Aktivität im

Rahmen der individuellen Möglichkeiten zeigen.

Ein ganzes Netzwerk hilft

Es gibt einen großen Kreis von Kooperationspartnern: Diabetologen,

Endokrinologen, Ernährungsberater, Bewegungstherapeuten und

Psychologen und Psychiater. Auch ein plastischer Chirurg führt inzwischen

Straffungs-OPs im Clementinenhaus durch. Denn wer 40

Kilogramm abgenommen hat, dem hängt die Haut teilweise so stark,

dass er dadurch sogar bei normalen Bewegungen behindert wird. In

solchen Fällen zahlen die Kassen.

Aktive Selbsthilfegruppe

Am Clementinenhaus gibt es eine sehr aktive Selbsthilfegruppe, die sich

in der Klinik regelmäßig trifft. Patienten werden durch bereits Operierte

unterstützt. Die Ärztinnen versuchen, alle Patienten vor und nach der OP

dort zu integrieren. Eigeninitiative ist wichtig, weil viele Alltagsprobleme

auftauchen, die selbst gelöst werden müssen. Das beginnt damit, dass

die Patienten alle paar Monate eine Kleidergröße verlieren und neue

Kleidung brauchen. Daher gibt es sogar eine Kleidertauschbörse.

Ü40 | AUSGABE 15


GESUNDHEIT 25

ADIPOSITAS-CHIRURGIE:

WENN NUR NOCH DAS SKALPELL HILFT

Die Frage nach dem „Warum“ ist bei extrem

Schwergewichtigen oft nicht mehr von Bedeutung.

Denn sie haben sich häufig über

Jahrzehnte falsch ernährt oder eben riesige

Portionen in sich hineingestopft. Überwiegend

durch Frust und Enttäuschungen,

privat wie beruflich, sind die Betroffenen in

diesen Teufelskreis hineingeraten. Diäten

lassen sicherlich 20 oder 30 Kilo wegschmelzen.

Aber 50 oder gar 70 Kilo? Da kann dann

nur noch der Adipositas-Chirurg helfen. Im

Adipositas-Zentrum des Clementinenhaus

werden diese Eingriffe vorgenommen:

Simone (li) und Claudia haben bis zu 60 Kilo

verloren. Früher passten sie in diese Jeans.

Magenballon

Der Magenballon ist eine auf sechs Monate

zeitlich begrenzte Maßnahme zur Einschränkung

der Nahrungszufuhr. Er wird auf dem

Wege einer Magenspiegelung gelegt und

mit gefärbter Kochsalzlösung befüllt. Das

ermöglicht bei geeigneten Patienten eine

kurzfristige Abnahme von bis zu 30 kg, die

jedoch nicht besser gehalten wird als nach

Diäten.

• Der Magenballon ist als eigenständige

Maßnahme nur in absoluten Einzelfällen

sinnvoll. Adipositas-Chirurgen nutzen ihn

zur OP-Vorbereitung bei sehr schwer Übergewichtigen.

Verstellbares Magenband

Das Magenband wird in Vollnarkose mit fünf

kleinen Schnitten auf dem Weg der Bauchspiegelung

(Schlüsselloch-Chirurgie) eingesetzt.

Das Band wird so um den oberen

Anteil des Magens gelegt, dass dadurch ein

kleiner Vormagen entsteht. Dieser Vormagen

schließt direkt an die Speiseröhre an und hat

einen Inhalt von ca. 25 ml. Unterhalb des Vormagens

liegt der restliche Magen, der seine

ursprüngliche Form behält. Durch das Band

wird eine Verbindungsöffnung zwischen

Vormagen und Restmagen gebildet, die einen

Durchmesser von 1 bis 2 cm hat und die

durch Füllung des Bandes mit einer Kochsalzlösung

variiert werden kann. Dazu wird ein

Port auf der Muskulatur befestigt, der später

von außen durch die Bauchhaut punktiert

und befüllt wird. Eine solche Bandeinstellung

erfolgt erstmals 4 Wochen nach der OP.

• Das Magenband sollte für den Rest des

Lebens belassen werden. Voraussetzung

dafür ist natürlich, dass der Patient mit dem

Band gut zurechtkommt.

Schlauchmagen

Die Operation wird auf dem Wege der Bauchspiegelung

in Vollnarkose durchgeführt. Es

werden fünf kleine Schnitte für diesen Ein-

griff benötigt. Mit einer großen Magensonde

wird das Volumen des Restmagens bestimmt

und der übrige Magen mit einem sogenannten

Klammernahtgerät abgetrennt. Etwa 7/8

des Magens werden vollständig entfernt. So

stellt sich der Magen dann wie eine Verlängerung

der Speiseröhre dar.

• Ausweich-OP für Patienten, die kein Magenband

vertragen oder keinen Fremdkörper

haben möchten, aber mit reiner Mengenbegrenzung

gut zu behandeln sind.

Magenbypass

Auch diese Operation wird minimal-invasiv

durchgeführt: Zunächst wird der Magen mit

Klammernahtinstrumenten durchtrennt, so

dass ein kleiner Restmagen mit einem Volumen

von ca. 50 ml (ähnlich dem Vormagen

beim Magenband) entsteht. Der Dünndarm

wird nach ungefähr 50 cm durchtrennt. Der

untere Teil wird mit dem Magen verbunden

und transportiert die Nahrung aus dem

Restmagen weiter. Der obere Teil wird nach

ca. 150 cm wieder mit dem übrigen Dünndarm

verbunden und leitet dort verspätet

die Verdauungssäfte hinzu. So wird eine

Mengenbegrenzung mit milder Fehlverdauung

kombiniert. Der Eingriff ist irreversibel.

• Mit dem Magenbypass sind 50 bis 60 Prozent

des Übergewichtes nach ein bis zwei

Jahren erreichbar sowie eine schnellere

Besserung von Erkrankungen wie Diabetes

Typ II.

www.clementinenhaus.de

Urheber: Aktion Meditech

Verstellbares Magenband Schlauchmagen (links) Umleitung: Magenbypass

Diese drei Frauen der Selbsthilfegruppe tragen

selbstbewusst ihre T-Shirts mit alten Fotos.

AUSGABE 15 | Ü40


26 BAUEN + WOHNEN

MIT DER

SONNE

LÜFTEN

(djd/pt). Mit Sonnenkraft das Haus belüften

und erwärmen: Solar-Luft-Kollektoren ermöglichen

das zu einem überraschend günstigen

Preis. Die Anlagen benötigen keinen

Stromanschluss und sind meistens problemlos

einzubauen – ob im Einfamilienhaus, der

Etagenwohnung oder im Feriendomzil. Versierte

Heimwerker können die Installation

sogar selbst ausführen.

Das Prinzip der Solar-Luft-Kollektoren ist

einfach. Im Kollektor wird die Luft durch

die Kraft der Sonne vorgewärmt. Ein Ventilator

transportiert sie dann über eine

Rohrverbindung direkt in den Raum, der

angeschlossen ist und belüftet werden soll.

Für den Antrieb des Ventilators wird kein

Stromanschluss benötigt, da ein integriertes

Photovoltaik-Modul den Antriebsstrom

liefert, sobald die Sonne scheint. Der Wartungsaufwand

für die Anlage ist gering. Die

gewünschte Raumtemperatur kann individuell

geregelt werden.

Fotos (3): djd/Grammer Solar

Besseres Raumklima

Nutzer schätzen die so in die Wohnräume

transportierte Luft, die in der Übergangszeit

sogar zusätzlich für Wärme sorgt. Damit sind

Luftfeuchtigkeit, Schimmel, schlechte Gerüche,

sogar Luftbelastungen durch Farben, Möbeln

oder Textilien kein Thema mehr. Und: Die Heizkostenrechnung

fällt spürbar günstiger aus.

Solar-Luft-Anlagen arbeiten vollautomatisch.

Einfrieren, Auslaufen oder Abdampfen

sind nach ihrem technischen Prinzip

unmöglich. Wenn bei Sonnenschein keine

Wärme benötigt wird, schaltet die Anlage

automatisch ab. Damit sind die Geräte nicht

nur während der Abwesenheit von Haus

und Wohnung sicher, sondern auch alltagstauglich

für Feriendomizile: Feuchtigkeit

oder muffiger Geruch lassen sich im Winter

oder bei Leerständen vermeiden.

Ein Kollektor, wie ihn beispielsweise der

Amberger Weltmarktführer für Solar-Luft-

Anlagen Grammer Solar anbietet, wird auf

der Sonnenseite an die Fassade des Hauses

gebaut oder auf Flach- bzw. Schrägdach

montiert. Sobald ausreichend Sonnenlicht

auf den Kollektor gefallen ist, startet der

Ventilator. Frische Außenluft wird gefiltert

und durch den wärmegedämmten Luftkollektor

gesaugt. Dabei erwärmt sich die Luft

um bis zu 40 Grad Celsius und gelangt über

ein isoliertes Rohr ins Haus.

Zwei Mal neue Luft

Mit nur einem Quadratmeter Kollektorfläche

können in Deutschland 15 Quadratmeter

Wohnfläche gut gelüftet und trocken

gehalten werden, im sonnenreicheren Süden

sogar bis zu 30 Quadratmeter. Dabei

wird die Raumluft an einem durchschnittlichen

Wintertag ein bis zwei Mal, in der

Übergangszeit vier bis zehn Mal komplett

ausgetauscht. Einmal im Jahr Filterwechsel

– ansonsten fallen keine Betriebskosten

oder Wartungsarbeiten an.

Die Preise für einen Solar-Luft-Kollektor bewegen

sich von rund 1.000 Euro für einen

20-Quadratmeter-Raum bis zu knapp 3.000

Euro für maximal 90 Quadratmeter.

www.solarlueften.com

Ü40 | AUSGABE 15


BAUEN + WOHNEN 27

Fotos (2): djd/TopaTeam_Nolte_Küchen

GRENZENLOS KOCHEN

(djd/pt). Kochen ist für viele längst keine lästige Notwendigkeit mehr,

sondern bedeutet Entspannung, Genuss und Geselligkeit. Immer

beliebter werden großzügige Wohnküchen, bei denen die Grenzen

zwischen Kochen und Wohnbereich aufgehoben sind und direkt ineinander

übergehen: Hier die kleine, abgeschlossene Küche, dort das

Wohnzimmer mit Essecke – diese strikte Trennung war einmal.

„Viele Bauherren entscheiden sich heute für eine offene Gestaltung.

Aber auch im Altbau lässt sich vielfach mehr Raum schaffen“, so Küchenexperte

Michael Ritz vom süddeutschen Servicenetzwerk Topa-

Team. Dabei sei die Kochinsel mit dem Herd zentral im Raum ein Klassiker,

der derzeit eine Renaissance erlebt. Drum herum können sich

die Familie, aber auch Gastgeber und Gäste gruppieren und bei einem

Glas Wein gemeinsam das Abendessen abschmecken.

Schließlich sollen die neuen Küchenmöbel nicht nur praktisch und funktional

sein, sondern einen wohnlichen Charakter vermitteln. Erlaubt ist

dabei, was gefällt: ob Hochglanzoberflächen in klassischem Weiß oder

hochwertige Hölzer, deren Natürlichkeit im Kontrast zum Edelstahlherd

steht. Eine umfassende Beratung, eine individuelle Planung und Ausführung

der eigenen Wohnküche erhält man beim Tischler vor Ort.

Im Internet finden sich unter www.topateam.com Adressen von mehr

als 300 Fachbetrieben. Dort gibt es auch zum kostenlosen Download

das Magazin „WohnSinn“ mit vielen Ideen und Empfehlungen für die

eigene Küchenplanung. Der Schreiner des Vertrauens hat sicher noch

weitere Tipps parat: wie sich der Stauraum maximieren lässt, welche

Materialien besonders pflegeleicht sind oder worauf es in Sachen Ergonomie

ankommt.

Foto: djd/KWS

Zum Wohnzimmer offen: moderne Küchengestaltung.

Im Zentrum: Renaissance von Kochinsel mit Herd.

Angenehmer Nebeneffekt: Durch die Offenheit wirken die Räume großzügiger

und oft auch heller. Doch eine offene Wohnküche stellt neben

Fragen wie Gestaltung und Design auch besondere Ansprüche an die

praktische Planung. Dazu gehören eine gute Ausleuchtung aller Arbeitsbereiche

und effektiver Luftaustausch. „Wer die Vorteile einer offenen

Wohnküche schätzt, sollte in eine gute Abzugstechnologie investieren“,

empfiehlt Ritz weiter. Praktisch sind moderne, flache Abluftlösungen,

die direkt unter der Decke montiert werden und optisch nicht so stark

ins Gewicht fallen wie etwa eine voluminöse Dunstabzugshaube.

Kochen ohne krummen Rücken

Neben der Belüftung gehört auch die Ergonomie zu den Grundlagen

bei der Planung einer Wohnküche: Die Höhe von Herd und Arbeitsflächen

sollte möglichst individuell angepasst werden, damit der Hobbykoch

keinen „krummen Rücken“ machen muss.

ERGONOMIE UND NUTZWERT ENTSCHEIDEN

Wie gut eine Küche geplant wurde, zeigt sich oft an den Details.

Die wichtigsten Tipps der TopaTeam-Experten in Kurzform:

• Hygienische und leicht zu reinigende Oberflächen auswählen.

• Bei offenen Küchen eine kräftige Abzugstechnik installieren.

• Höhen der Arbeitsflächen ergonomisch anpassen.

• Für gute Ausleuchtung sorgen.

• Ausreichend viele Steckdosen und Stauflächen einplanen.

• Auf Energieeffizienz der Elektrogeräte achten.

• Sitzgelegenheiten für Familie oder Gäste einplanen.

• Auf kurze Wege, etwa zwischen Herd und Spüle achten.

AUSGABE 15 | Ü40


28 REISE

AND THE WINNER IS ...

Bestes Fernreise-Hotel:

Island Kuredu auf den Malediven

SEIT 20 JAHREN ENTSCHEIDEN TUI-GÄSTE ÜBER DEN HOLLY

VON SYBILLE NOBEL-SAGOLLA

Einmal im Jahr ist Hollywood-Feeling bei TUI

angesagt: Dann wird der TUI-Holly an die besten

Hotels vergeben und wie früher auf der

Oscar-Verleihung in der Filmmetropole

heißt es: „And the winner is ...“

Die Besten der Besten, die Top 100 der internationalen

Ferienhotellerie, werden übrigens

von der kritischsten Jury der Welt gewählt:

Eine halbe Million unabhängiger TUI Gäste –

vielleicht waren Sie etwa auch dabei? – entscheidet,

welche Häuser aus insgesamt 8.000

Ferienhotels zu den Spitzenreitern zählen

• Bestes TUI Hotel: Diese Auszeichnung

ging an das Gloria Verde Resort in Belek. Das

Fünf-Sterne-Haus liegt an einem breiten

Sandstrand und bietet neben einem Thalasso-Zentrum

auch einen hoteleigenen

Golfplatz.

• Bestes Hotel Autoreisen: Da gewann

das Viereinhalb-Sterne-Alpenhotel Zechmeisterlehen

im bayerischen Schönau den

Preis. Auf etwa 650 Höhenmetern, unweit

des Königssees, lädt das idyllisch gelegene

Haus zu Wanderungen ein.

• Bestes Hotel westliches Mittelmeer:

Die idyllische Vier-Sterne-Finca Son Trobat in

der Nähe von Manacor auf Mallorca erhielt

diesen TUI Holly. Das Landhotel ist für Naturliebhaber

geeignet und auch ideal für

Wellnessfans.

• Bester Club: Dieses Gütesiegel erhielt

der Fünf-Sterne-Robinson Club Maldives auf

Funamadua. Der einzige Robinson Club in

Asien liegt nur 60 Kilometer nördlich des

Äquators, umgeben von spektakulären Korallenriffen

– ein Taucherparadies.

Bestes TUI Hotel: Das Gloria Verde Resort in Belek mit Thalasso und Golf.

Bestes Autoreise-Hotel: Alpenhotel Zechmeisterlehen im bayrischen Schönau.

und den begehrten TUI Holly Award erhalten.

„Die Investition in Qualität und Gästezufriedenheit

zahlt sich für unsere Partner auch wirtschaftlich

aus. Hotels, die mit dem TUI Holly

ausgezeichnet wurden, verzeichnen Buchungszuwächse

von bis zu 35 Prozent“, sagt

TUI-Touristikgeschäftsführer Oliver Dörschuck

bei der 20. Holly-Gala. Neben der Ehrung der

100 Top-Hoteliers vergibt TUI die begehrte Trophäe

in acht Kategorien. Ü40 präsentiert Ihnen

die Erstplazierten. Vielleicht wollen Sie das

Testergebnis in ihrem nächsten Urlaub mal

überprüfen?

• Siegerhotel Fernstrecke: Auf dem weitläufigen

Lhaviyani Atoll (Malediven) liegt

das Vier-Sterne-Hotel Island Kuredu. Mit seinem

Fischreichtum und hauseigenen Korallenriff

– ein ideales Paradies für Schnorchler

und Taucher.

• Bestes Hotel östliches Mittelmeer:

Hier schnitt das Puravida Resort Seno in Sarigerme/Türkei

am besten ab. Die TUI Lifestyle-Marke

steht für Entspannung, Stille

und Ruhe (Pura) und für das Aktive und Gesunde

(Vida).

• Newcomer des Jahres 2013: Das Fünf-

Sterne-Hotel Palazzo del Mare feierte im

Frühjahr 2009 Eröffnung und liegt im nordwestlichen

Teil der Insel Kos. Die Zimmer mit

privater Terrasse haben einen direkten Zugang

zum Pool.

• Umweltfreundlichstes Hotel: Sieger

wurde das Fünf-Sterne-Hotel Botanico & The

Oriental Spa Garden in Puerto de la Cruz auf

Teneriffa. Das Hotel in einer tropischen Gartenanlage

hat einen ausgezeichneten Spa.

www.tui.com

Ü40 | AUSGABE 15


REISE 29

INDIAN SUMMER IN DER RHÖN

STAATSBAD BAD BRÜCKENAU: AKTIVE ENTSCHLEUNIGUNG

VON DORIS SCHOBER

Wenn das warme Licht des Herbstes die Landschaft verzaubert, wenn

die Herbststürme die Laubwälder zum Rauschen bringen, die bunten

Blätter fliegen und die Tage kürzer werden – dann schaltet auch der

Körper einen Gang zurück und sehnt sich nach Ruhe und Entschleunigung.

Kaum ein Ort scheint dafür besser geeignet als das Staatsbad

Bad Brückenau.

Ankommen und staunen: Es ist, als wäre die Zeit stehen geblieben. Ein

Schlosspark, wie er romantischer nicht sein könnte. Umgeben von Prachtbauten

mit barocker Üppigkeit und verspieltem Jugendstil. Mittendrin

grüne Wiesen, kein Autolärm, dafür Vogelgezwitscher und Blätterrauschen.

Drehort ist das Staatsbad Bad Brückenau in der Bayerischen Rhön.

Vom ersten Moment an fühlt man sich wohl an diesem märchenhaften,

idyllischen Ort, wo man die „gute alte Zeit“, ohne Stress und Alltagshektik,

nachempfinden kann. Genau der richtige Ort, um die Seele

baumeln zu lassen. „Willkommen im Luxus der Langsamkeit“ könnte

der Willkommengruß der Kurverwaltung lauten. Man spürt es sofort:

Hier, in der wunderschönen, sanften Landschaft des Sinntals, kann

man herunterschalten und sich vom Alltagstress verabschieden.

Bad Brückenauer „Champagner“

Und dann die einzigartigen Heilwässer, die Bad Brückenau schon vor

250 Jahren zum Ruhm verholfen haben. Gleich fünf Quellen sprudeln

im Kurbad: Von der Sinnberger-Quelle, deren Wasser zu Recht auch als

„Bad Brückenauer Champagner“ bezeichnet wird, bis zur Lola-Montez-

Quelle kann man die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen in ihrer

ursprünglichsten Form direkt in der modernen Heilquellen-Lounge

zapfen. Das eine Heilwasser ist gut für die Verdauung, den Magen und

für die Nieren, das andere hilft bei Kreislaufstörungen, macht fit oder

wirkt sich positiv auf Haut und Haare aus. Die einfachste Kur der Welt

ist nun einmal die Trinkkur.

Sportlich und aktiv

Doch nicht nur das „flüssige Gold“ gilt als Geheimtipp im Staatsbad:

Dank kurzer Wege sind Kur, Wellness und sportliche Aktivitäten unkompliziert

und ohne großen Aufwand kombinierbar.

• Tennis: Inhaber der Staatsbad-Gastkarte können sich ein Match auf

den Tennisplätzen am Rande des Schlossparks liefern. Im Winter ist die

Benutzung der Halle kostenfrei. Auf Wunsch gibt es Trainerstunden.

• Golf: Spieler können ihren Abschlag verbessern. Die von Bäumen

gesäumte Golfübungswiese in den Sinnauen liegt auf der Sonnenseite.

Schläger und Golfbälle stehen für Gastkarteninhaber kostenfrei zur

Verfügung.

• Wandern und Nordic Walking: Neben Wellness- und Kuranwendungen

können aktive Urlauber aus einem Wanderführer unter zwölf

reizvollen Routen wählen. Die Touren sind zwischen vier und 18 Kilometern

lang.

TIPPS & INFOS

Auf königlichen Spuren: Entlang der „König Ludwig I.-Route“

führt der Schlosspark-Rundgang durch das historische Staatsbad-Ensemble

mit seinen Prachtgebäuden und eindrucksvollen

Naturdenkmälern. Treffpunkt ist mittwochs an der Wandelhalle,

Teilnahmegebühr 2,70 €, mit Gastkarte frei.

Kurparkidyll: Goldener Herbst im Staatsbad Bad Brückenau.

Das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau bietet Hochgenuss

für Musikfreunde: Das Winterkonzert „Sehnsucht nach

Italien“ des mehrfach prämierten Orchesters mit 30-jähriger

Geschichte findet zum Saisonabschluss am 9. November im Kursaalgebäude

statt. Anmeldungen und weitere Infos unter der

kostenfreien Servicehotline: 0800 / 99 11 999

www.badbrueckenau.com

AUSGABE 15 | Ü40


30 REISE

SATERLAND –

SPRACHINSEL IM MOOR

VON KNUT DIERS

Es klingt wie eine lustige Mischung aus Holländisch,

Hoch- und Plattdeutsch. Und es

wird gerade mal noch von rund 2.000 Menschen

gesprochen: Saterfriesisch – die letzte

erhaltene Variation der ostfriesischen Sprache

und als Mundart vom Aussterben bedroht.

Die Europäische Union unterstützt

daher ihren Erhalt.

Die kleinste Sprachinsel Europas befindet

sich ein ganzes Stück vom Meer entfernt im

Dreieck Leer, Oldenburg und Cloppenburg.

Hier im südlichen Ostfriesland liegt die Gemeinde

Saterland. Die Namen ihrer vier

Ortsteile klingen auch für an Plattdeutsch

gewohnte Ohren seltsam: Roomelse (Ramsloh),

Skäddel (Scharrel), Strukelje (Strücklingen)

und Sedelsbierich (Sedelsberg).

„Seeltersk moaket klouk“

Saterfriesisch ist verwandt mit

dem West- und Nordfriesischen.

Alle drei Sprachen stammen gemeinsam

vom Altfriesischen ab.

Am Ende der Worte ist oft eine Verniedlichung

mit „-je“ angehängt:

„Funkelje“ heißt funkeln, „jammerje“

jammern, „reekenje“ rechnen.

Heute ist Saterfriesisch wieder im

Kindergarten und in der Grundschule

zu hören. Noch vor 30 Jahren

hatte man Wert darauf gelegt,

dass die Kinder am Tisch zu Hause

Hochdeutsch sprachen, erinnern sich Einheimische.

Schließlich sollte aus ihnen später

einmal etwas werden.

Jetzt besinnt sich auch ein Heimatverein unter

dem Namen „Seelter Buund“ auf alten

Bräuche und betont damit die Wurzeln dieser

Region, die schon immer etwas abgeschieden

im Moor lag. „Saterländisch macht klug“

– „Seeltersk moaket klouk“, heißt das Projekt

zum Erhalt der Sprache. Im Gegensatz zu früher

wachsen viele Kinder heute zweisprachig

auf. Denn heute sagen die Eltern: Zweisprachigkeit

ist kein Makel, sondern eine Auszeichnung.

Paradies für Radler und Angler

Das Saterland hat sich den Internetslogan

„Die Zukunft im Blick“ gegeben und zählt

Tjalk vor dem Museum in Rauderfehn.

gut 13.000 Einwohner. Nach wie vor gibt es

jede Menge Moor und dazu das „Erholungsgebiet

Barßel-Saterland“ mit Hotels, Ferienwohnungen

und Campingplätzen, vielen

Fahrradwegen, Moorerlebnisroute inklusive.

Denn das Saterland liegt am 173 Kilometer

langen Radwanderrundkurs „Deutsche

Fehnroute“. Die Route führt vorbei an prächtigen

Windmühlen und Gulfhäusern, entlang

der schnurgraden „Wieken“ (Kanäle)

und über die für die Gegend typischen berühmten

weißen Klappbrücken. Zudem ist

das Saterland mit unzähligen Angelplätzen

ein Paradies für Angler – Petri Heil!

Mit dem Schiff über die Fehnkanäle – das war

früher fast die einzige Verbindung zur Außenwelt,

bis irgendwann vor dem Zweiten Weltkrieg

die erste Straße ins Saterland gebaut

wurde. Eine Moorbahn von Ramsloh nach

Burlage gab es da bereits. Als

„Seelter Foonkieker“ fährt sie heute

als Touristen-Attraktion.

Der „schwarze Ostfriese“

Der berühmteste Vertreter des Saterfriesischen

ist ein schwarzhäutiger

Amerikaner aus Massachusetts.

Marron Curtis Fort, Jahrgang

1938, ist Professor für Germanistik

und lebt in Leer. Weil Fort alles aus

dem Altenglischen ableitete, hatte

er Saterfriesisch im Nu gelernt. Bald

Ü40 | AUSGABE 15


REISE 31

schrieb er sogar ein Märchen in der Sprache – „Der Drache vom Saterland“.

Heute ist der „schwarze Ostfriese“ der einzige promovierte Linguist

der Welt, der diese Sprache beherrscht. Ja, er spricht sie sogar

oft und gern. Der Ehrenbürger des Saterlandes hat das Neue Testament

ins Alt-Ostfriesische übersetzt und ein Wörterbuch für Saterfriesisch

herausgegeben.

Übrigens: Zum Mithören sendet die lokale Ems-Vechte-Welle gelegentlich

in Saterfriesisch. „Gans wunnerboar“, heißt es dann im Saterland

– ganz wunderbar.

www.saterland.de

Radler auf der Fehnrbruecke in Ostrhauderfehn.

TIPPS & INFOS

Bei Elk im Sacramento County: Malerische Buchten am Highway 1.

Am Torfwerk in Ramsloh starten die Moorfahrten.

• Tourist Information Saterland: Hauptstraße 507, 26683

Saterland, Tel. 0 44 98- 940115 02. www.barssel-saterland.de

• Deutsche Fehnroute e.V., Ledastraße 10, 26789 Leer,

Tel. 0491-919 696 40. www.deutsche-fehnroute.de

• Moorfahrt mit dem Seelter Foonkieker: Die Fahrt mit fachkundiger

Führung dauert zwei Stunden. Auf Wunsch wird auf

dem Moorgut mit Torf gegrillt. Nicht alle Loren sind überdacht

– Regenjacke einpacken! Es gibt Wochenendprogramme für

Gruppen. www.moorfahrten.de

ABENTEUER REISE –

DREI KULTBÄNDE VON MERIAN

„Einmal im Leben“ – an alle, die gern individuell reisen, richtet sich

diese Merian-Reihe Kult: Die drei Bände mit je 240 Seiten und 350

Farbfotos aus dem Verlag Travel House Media (pro Band 24,95 €)

haben noch eine Gemeinsamkeit: Es geht um Abenteuer. Motto:

„Jede Situation, die anders ist als unser Alltag, ist ein Abenteuer“.

• „100 unvergessliche Reiseabenteuer“: Verrückte Touren und

Trips stehen am Anfang der zehn Kapitel. Dann folgen 90 Tipps für

eigene Abenteuer mit individuellen Reiseangeboten, Preisen, Planung,

Ausrüstung, Service-Adressen und Detailkarten.

„Einmal im Leben – 100 unvergessliche Reiseabenteuer“, ISBN 978-3-

8342-0522-3.

• „100 Reiseträume für Zwei“: Es geht um außergewöhnliche

Paare, die gemeinsam die Welt erkunden – ob romantische Reise

oder Aufbruch ins Abenteuer. Große Reportagen werden von 90 kleineren

Geschichten ergänzt, die mit Tipps, spektakulären Fotografien

und Adressen zum Nachmachen anregen.

„Einmal im Leben – 100 Reiseträume für Zwei“, ISBN 978-3-8342-1179-8.

• „100 Abenteuer zu Wasser“: Ob auf dem Kreuzfahrtschiff oder

im Ruderboot – erzählt wird von unglaublichen Wasser-Abenteuern,

Putzergarnelen, die unter einen Fingernagel passen und Buckelwalen,

so groß wie Lastwagen. Die ungewöhnlichen Reportagen werden

von 90 Tipps fürs eigene Hinträumen und Wegtauchen ergänzt.

„Einmal im Leben – 100 Abenteuer zu Wasser“, ISBN 978-3-8342-1165-1.

Gewinnspiel: Blättern

Sie doch mal auf S. 34!

Da können Sie

einen dieser

Reiseträume

gewinnen!

AUSGABE 15 | Ü40


32 REISE

LISSABON

ZWISCHEN FADO UND ALFAMA

VON SYBILLE NOBEL-SAGOLLA

Wenn sich das Abendlicht im Tejo spiegelt, die ersten Fado-Gesänge

aus den traditionellen Kneipen nach draußen dringen und der süße

Duft gerösteter Kastanien durch die Straßen weht – dann ist Lissabon

am schönsten. Der Herbst ist eine der angenehmsten Jahreszeiten, um

Portugals Hauptstadt kennenzulernen. Mit Phantasie können sich die

Besucher auf den Weg machen und ein Lissabon vergangener Zeiten

mit romantischen und eleganten Palästen erobern.

Lissabon mit seinen 550.000 Einwohnern ist nicht nur die westlichste,

sondern auch die wärmste Hauptstadt Europas, die im Dezember die

meisten Sonnenscheinstunden aufweisen kann. Die von den Phöniziern

als „Allis Ubbo“ (bezaubernder Hafen) gegründete Stadt wurde

im maurischen Stil erbaut und im 12. Jahrhundert von den Christen

zurückerobert. Erst 1256 machte König Alfonso III. Lissabon zur

Hauptstadt Portugals. Nach der wechselvollen Geschichte zwischen

Kreuzzügen und Eroberung der Meere begann mit Vasco da Gama,

der den Seeweg nach Indien entdeckte hatte, 1498 ein goldenes

Zeitalter. Lissabon wurde zu einem wichtigen Handelszentrum für

Schmuck, Gold und Gewürze.

Die wechselvolle Geschichte lässt sich heute noch an der vielfältigen

Architektur ablesen. Besonders auffällig der manuelinische Stil: König

Manuel I. (1495-1521), der den Beinamen der

„Glückliche König“ trug, ließ Prachtbauten mit dekorativen

Elementen aus der Seefahrt verzieren.

1755 zerstörte ein Erdbeben die Stadt vollständig.

Den Wiederaufbau hat Lissabon vor allem dem

Marquês de Pombal zu verdanken, der damals die

Regierungsgeschäfte führte. Noch heute thront er,

auf einer Säule stehend, hoch über „seinem“ Praça

de Pombal und blickt über die Prachtstraße Lissabons,

die Avenida da Liberdade.

Diese 1,1 Kilometer lange Meile wurde 1879 nach

dem Vorbild der Champs-Élysées in Paris neugestaltet.

Sie beginnt am Praça dos Restauradores und verbindet die

Unterstadt Baixa mit den höher gelegenen Vierteln im Norden. Die

grüne Ader der Stadt wird von über hundertjährigen Bäumen gesäumt:

Majestätisch und elegant lädt sie zum Flanieren ein, vorbei

an Luxus-Hotels und Boutiquen mit Designermarken von Armani bis

Louis Vuitton. Auch renommierte Cafés und Theater liegen an der „Liberdade“,

wie das neoklassische Tivoli-Kino, vor dem ein Kiosk von

1920 steht. Fünf weitere Kioske im alten Stil laden unter dem Blätterdach

auf einen Kaffee oder Wein ein. Am Samstag bieten Buchund

Antiquitätenhändler auch Ungewöhnliches zum Kauf, Open-Air-

Konzerte sowie Kunstausstellungen erfüllen die schönste Straße der

Stadt ebenfalls mit Leben.

Das Herzstück, die Baixa, mit ihrer klar strukturierten und schachbrettartigen

Straßenarchitektur kann man hervorragend zu Fuß

erobern. Hier in der Unterstadt pulst das touristische Leben mit vielen

Restaurants und Cafés. Doch zur Besichtigung der berühmten

Alfama und des Vergnügungsviertels Barrio Alto (Oberstadt) helfen

öffentliche Verkehrsmitteln enorm, die steilen Aufstiege zu überwinden:

Die gelben Fahrzeuge der Eléctrico gehören dabei zu Lissabon

wie Fado und Alfama oder Bacalhau, der berühmte Stockfisch.

Mit der „Eléctrico“ durch Lissabon

Die historische Straßenbahn 28 („Eléctrico“) von

1930 durchquert Lissabon von Ost nach West. Mit

ihr kann man preiswert (Einzelticket: 1,40 Euro) an

vielen Sehenswürdigkeiten vorbeirattern, muss jedoch

mit Wartezeiten rechnen, zumal ein Waggon

nur 20 Sitz- und 38 Stehplätze hat. Steil geht es

bergauf und bergab – ein Riesenspaß. Die Wagen

mit Holzausstattung sind Kult!

„Liberdade“ – Prachtstraße Lissabons

Denkmal Marqués de Pombal.

Die Fahrt beginnt am Largo Martim Moniz in endet

in „Prazeres“. Es geht bergauf in den Stadtteil Graça.

Nahe der Kirche São Vicente de Fora findet dienstags

und samstags die „Feira da Ladra“ (Flohmarkt

Ü40 | AUSGABE 15


REISE 33

Elevador da Santa Justa.

Die berühmten Elevadores

• Elevador da Santa Justa: Der berühmteste

Fahrstuhl ist der von einem Schüler Gustave

Eiffels erbaute einzige Vertikalaufzug der

Stadt. Der untere Eingang liegt am Rossio-

Platz an der Rua Aurea. Von der Aussichtsplattform

mit Café hat man einen tollen Blick

über die Baixa zum Castello und zum Tejo.

Der obere Zugang liegt am Largo do Carmo.

Wer nur den Ausblick genießen will, kann die

Plattform auch von hier aus erreichen. Kombi-

Ticket für Auf- und Abfahrt 5 €.

• Elevador da Glória: Dieser Schrägaufzug

verbindet die Unterstadt (Baixa) mit dem

Barrio Alto und dem Viertel Prinçipe Real.

Die „Talstation“ dieses markanten Aufzugs

befindet sich gleich neben der Tourist-Info

an der Praça dos Restauradores in der Calçada

da Glória. Wer vom Barrio Alto aus abfahren

möchte, findet die „Bergstation“ an der

Rua de São Pedro de Alcântara.

Der Fado – Weltkulturerbe mit Seele

Der Fado ist der reinste Ausdruck der „Seele“

Lissabons und des portugiesischen

Empfindens, immer begleitet von tragenden

und melancholischen Akkorden

der portugiesischen Gitarre. Seine Wurzeln

gehen zurück auf den gleichnamigen

brasilianischen Tanz, der europäische

Liedmuster mit afrikanischen Rhythmen

mischte. Seit mehr als zwei Jahrhunderten

gilt der Fado als immaterielles Kulturerbe

der Stadt. Seit Ende 2011 ist er sogar Weltkulturerbe

der UNESCO. Alles über den

Fado – von seiner Entstehung im 19. Jahrhundert

über die Gitarre bis zur Biografie

bekannter Sänger – erfährt man natürlich

im Fado-Museum (Largo do Chafariz de

Dentro) in der Alfama. Ein „Muss“ ist auch

der Clube de Fado mit seinen alten Gewölben,

nahe der Kathedrale Sé (Rua San João

da Praça 86).

www.clube-de-fado.com

Die Eléctrico: beliebt bei Touristen.

der Diebe) statt. Dann geht es einspurig steil

die engen Gassen des Stadtteils Alfama hinunter

bis zum Aussichtsplatz Miradouro

Santa Luzia. Wer das Castelo besichtigen

möchte, sollte aussteigen. An der Kathedrale

vorbei, rattert die Bahn Richtung Baixa,

durchquert das Geschäftsviertel und steigt

dann wieder bergauf zum Largo do Chiado,

wo das bekannte Café A Brasileira liegt. Nun

geht es langsam bergan, vorbei am Parlament,

der Basilica da Estrela und dem früheren

Kloster São Bento mit seiner enormen

Treppe. Am Weg liegen Gebäude mit herrlichen

Kacheln im Stil der Arte Nova.

Wichtig: Wer die Endstation Cemitério dos

Prazeres erreicht, muss in eine andere Bahn

umsteigen und erneut ein Ticket lösen oder

die fast überall erhältliche Magnetkarte

(„sete colinas“ oder „via viagem“) an das Lesegerät

halten, bis das grüne Licht erscheint.

Diskussionen mit dem Straßenbahnfahrer

(„guarda-freios“, deutsch: Bremsenhüter) darüber

sind absolut zwecklos. Neben der „Linie

28“ sind in Lissabon auch ein historischer

Aufzug und drei Kabelbahnen Kult.

• Elevador da Bica: Diese Kabelbahn

fährt ebenfalls ins Barrio Alto hinauf

und hat sogar ein eigenes kleines

„Bahnhofsgebäude“ an der Rua de

São Paulo ganz in der Nähe der

Metrostation Cais de Sodré.

TIPPS & INFOS

Confeitaria Nacional: ein süßes Paradies.

• Expo 1998 und Meer: Ein Besuch des Weltausstellungsareals lohnt sich allein wegen

der modernen Architektur und der 17,2 km langen, 155 Meter hohen Vasco-da-Gama-

Brücke, vor allem aber wegen des weltweit zweitgrößten Ozeanariums (Eintritt: 16 € p.

Erw.). www.oceanario.pt

• Probieren: Ginjinha (Kirschlikör) gehört zu Lissabon wie die leckeren Pateis de Belem

(Blätterteigtörtchen mit Vanillecreme). Die älteste Likörkneipe A Ginjinha liegt am Largo

de São Domingos 8, die älteste Konditorei, Confeitaria Nacional (Praca da Fiueira 18) ist

ein Paradies für Kuchen- und Pralinenfans.

• Anreise: Von Hannover am besten und günstigsten mit Swiss via Zürich (ab 198 € p.

P.), alternativ mit Lufthansa oder TAP via Frankfurt.

www.visitlisboa.com

AUSGABE 15 | Ü40


34 GEWINNSPIELE / SERVICE

KULT-BÄNDE: REISEABENTEUER

12 BÜCHER AUS TRIOLOGIE

Wer gern individuell reist, für den sind

sie Kult: „Einmal im Leben“ lautet das

gemeinsame Motto von drei Büchern,

in denen es um „Unvergessliche Reiseabenteuer“

geht, um „Reiseträume für

Zwei“ und um „Abenteuer zu Wasser“.

Spannende Reportagen mit spektakulären

Farbfotos werden ergänzt durch

Tipps für eigene Reiseträume. Sie können

jeweils einen von zwölf Bänden aus

dieser einmaligen Triologie gewinnen, wenn Sie nach Lektüre dieser

Ü40 (Seite 31) folgende Frage beantworten:

In welcher Verlagsreihe sind die 3 Bände

„Einmal im Leben“ erschienen?

Senden Sie bis zum 31. Oktober 2013 (der Rechtsweg ist ausgeschlossen)

eine E-Mail mit der Lösung und Ihrer vollständigen privaten

Anschrift an: synokom1@gmx.de

WILDROMANTIK AUF PORZELLAN

5 SCHALEN MIT WILDPASTETE

Ihre Arbeiten genießen Anerkennung

bei Kunstliebhabern im In- und Ausland:

Irene Freifrau von der Lancken

zaubert mit feinem Pinsel und gutem

Auge für die Natur Wildromantik auf

Porzellan und Glas. Die Künstlerin hat

für unser Gewinnspiel fünf von ihr gestaltete

feuerfeste Schalen mit Wildmotiven

und dazu passenden leckeren Wildpasteten zur Verfügung

gestellt. Um eins dieser Präsente zu gewinnen, müssen

Sie nach der Lektüre dieser Ü40 (Seite 18) nur folgende Frage

beantworten:

In welchem idyllischen Ort bei Lüneburg

lebt die Porzellankünstlerin?

Senden Sie bis zum 31. Oktober 2013 (der Rechtsweg ist ausgeschlossen)

eine E-Mail mit der Lösung und Ihrer vollständigen

Anschrift an: synokom2@gmx.de

KENNEN SIE SCHON...

DIE NEUE LICHTGESTALT?

Der Hauptbahnhof hat einen neuen Lichtblick. Wenn Sie ihn noch

nicht gesehen haben, schauen Sie nach Einbruch der Dunkelheit

doch mal auf das Ernst-August-Reiterstandbild. Majestät ist nämlich

zur „Lichtgestalt“ geworden. Die Deutsche Bahn AG hat das

enercity-Stadtbeleuchtungsteam mit der Illumination des beinahe

berühmtesten Wahrzeichens der Stadt beauftragt. Neben dem

Neuen Rathaus, der Marktkirche, dem Opernhaus und den drei

„warmen Brüdern“ vom Heizkraftwerk Linden wird mit dem berittenen

Welfen nun auch ein bedeutendes städtisches Denkmal von

den Stadtwerken nachts ins rechte Licht gerückt.

Nach dem Umbau des Hauptbahnhofs wurde bei der Umgestaltung

des Ernst-August-Platzes vor der Weltausstellung EXPO 2000

ein hoch gespanntes Lichternetz zum spektakulären I-Tüpfelchen.

Insofern mussten Ross „Ibrahim“ und Reiter Ernst August ohnehin

nie ganz im Dunklen stehen. Für die Deutsche Bahn ist die nächtliche

Illumination des Königsdenkmals nun ein weiterer wichtiger

Konzeptbaustein am Bahnhofsvorplatz: Von der Innenstadt aus ist

somit nicht nur das Bahnhofsgebäude, sondern auch das Reiterstandbild

gut zu sehen.

Das Denkmal des hannoverschen Königs Ernst August (1771-

1851) war im 19. Jahrhundert überwiegend mit Sponsorengeldern

der bürgerlichen „Untertanen“ gebaut worden. 1861 wurde es feierlich

enthüllt. Neben der berühmten Uhr am Kröpcke ist besonders

das royale Ross seitdem zum prägnanten Treffpunkt geworden.

Wer sich in der City verabredet, tut das entweder am Kröpcke

– oder eben „unter´m Schwanz“.

Da das Denkmal während der ganzen Nacht (mit einem jährlichen

Stromverbrauch von nur 360 Kilowattstunden) durch zwei

35-Watt-Strahler angeleuchtet wird, ist der Treffpunkt am Bahnhof

nun 24 Stunden lang nicht mehr zu verfehlen.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

• Tickets für das Musical „Ein Sommernachtstraum“ gingen an:

Carsten Börner (Hannover), Sigrid u. Fredi Rasche (Springe), Bärbel

Nicolaisen (Laatzen), Christina Matthes (Isernhagen), Erika Schasse

(Gehrden). • Der Hotelgutschein für das RIU-Hotel Nautilus in Torremolinos

ging an: Anne und Helmut Reim (Hannover).

IMPRESSUM

VERANTWORTLICH (v.i.S.d.P.): syno-kommunikation Sybille Nobel-Sagolla, Adelheidstraße 6, D 30171 Hannover, Telefon 0511 – 28 26 17, ue40@syno-kom.de.

REDAKTION: Dieter Sagolla (DS). MITARBEIT: Sybille Nobel-Sagolla (syno), Knut Diers (KD), Beate Roßbach, Doris Schober, Bettina Zinter (BZ).

FOTOS: 123rf, Titelfoto: avesun/123rf, Alvesgaspar/G. Jansoone/wikimedia, DDH, DGE, Knut Diers, enercity/Thomas Hoffmann,, GOP, Hannover Harmonists,

Historisches Museum Hannover, HMTG, IG Deutsche Fehnroute e.V., infa, Kestnergesellschaft, Klicker/pixelio, Landesmuseum Hannover, Hassan Mahramzadeh,

Merian, pixelio, Pro Musica (A. Dobici, M. Borggreve, R. Mecke, Julia Wesely), Dieter Sagolla, Staatsbad Bad Brückenau, Syntellix, Vinalia GmbH,

von der Lancken, TUI Deutschland, üstra, VGH/Iris Sobotta, VöV. GRUNDLAYOUT: Designbüro Wagner, Hilsweg 28, 37081 Göttingen. GESTALTUNG:

novum! Werbemedien GmbH & Co. KG, Adolfstraße 6, 30169 Hannover. DRUCK: Buchdruckerei P. Dobler GmbH & Co KG, Ravenstraße 45, D 31061 Alfeld/

Leine. ANZEIGEN-, VERTRIEBS- UND LESERSERVICE: PDG / Presse DienstleistungsGmbH & Co KG, PF 16 42, D 31061 Alfeld/Leine, Telefon 05181 - 80 02-53.

Ü40 | AUSGABE 15


AUSGABE 15 | Ü40


Ü40 | AUSGABE 15

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine