Magazin 196110

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Magazin 196110


10

1961

Der

Selbsl'schul'z

in ländlichen

Gebiel'en

INHALT:

Der Selbstschutz in ländlichen Gebieten

Schutz gegen radioaktive Niederschläge

Brandschutz

Aus Norwegen: Ratschläge für die Landbevölkerung

.......................... .

Jeder Zehnte lieB sich beraten. Praktische

Aufklärung In Schleswig-Holstein • Ausstellung

des BLSV auf der Landwirtschaftsschau

1961 In Rendsbur, ................ .

Auch In einer kleinen Stadt •..• SpielBlm

mit Luftschutzszenen • Dreharbeiten in Tühingen.

BLSV-Helfer vor der Kamera •

Und dazu: eine Joumalistentagung

Gutes und anhaltendes Echo der Kieler

Vontandssiizung des Bundesluftschutzverbandes

............................... .

Luftschutz Ist echte Daseinsfürsorge • Präsident

Dr. Lotz sprach im Friedenssaal des

Osuahrücker Rathauses • Goldene Ehrennadel

des BLSV für vier verdiente Männer

Anslandsbesucher In Waldbröl ...... . ... .

LandessteHen des BLSV berichten ....... .

Völkerrechtlicher Schutz für BLSV-Helfer

"Erst wenn'. weh tut, denkt man an den

Doktor . • . " • Und wann denkt man an den

Luftschutz? ........................... .

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Herausgeber: Bundesluftacbutzverband, Köln

Chefredakteur: Frled. Walter Dinger, Redakteure: Helnrldl

Deurer, H8IU Sdloenenber,. alle in Köln, Merlostr. 10-14, Tel.

,. 01'1. Druclt und Verlag: MÜnchner Buchgewerbehaus GmbH,

München 13, SdlelUngstr. D-41, Tel. 22 13 6l. AnzeIgenverwaltung:

Münchner Buchgewerbehaus GmbH, München 13, Schelltn,str

. ........ 1. Tel. 22 1311. Für den Anzeigenteil verantwortlich:

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(Osterreich: OS 10.-, Schweiz: Fr 1.70, Italien: L 250).

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V zustellgebühr. Bestellungen bel Jedem Postamt oder

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BekanntmaChung gemlß I S, ZUI. 3 des Gesetzes über die Presse

vom 3. Oktober IIMI: Inhaber- und BetelUgungsverhältntsse der

Münchner Buchgewerbehaus GmbH: OUo Georg Königer, Verleger,

München, 50'/., Else Peitz, Kaulmannsgattin, München,

',375"., Elisabeth MeUler, Ehefrau, St. Quirin, 9,375'/., Charlolte

Cloppenburg, Kaufmannsgattin, Ennepetal-Milspe, 6,25"" ChrlsUne

Müller, München, 6,25'/1, Helmut Müller , Pilot, München,

1,25'1. , Oskar Müller, Prokurist, München, 6,25'1., Adol! Müller,

Ingenieur, München, 1,25'1 •.

Bisher hatte der Aufbau des Selbstschutzes der Bevölkerung in

den Städten auf Grund der Erfahrungen des Krieges Vorrang.

Das ländliche Gebiet war im zweiten Weltkriege verhältnismäßig

wenig gefährdet und erforderte nur geringe Schutz maßnahmen.

Diese Situation hat sich jedoch grundlegend geändert. Vor ollem

die Kernwaffen erfassen unter bestimmten Voraussetzungen

weite Gebiete außerhalb ihres direkten Wirkungsbereiches. Es

erscheint daher unerläBlich, zu prüfen, ob die Methoden und

Maßnahmen, wie sie bisher für den dichtbesiedelten Raum entwickelt

wurden, auf die Verhältnisse des ländlichen Gebietes

übertragen werden können,

Genauso wie die Kenntnisse über die Technik und ihre Gefahren

heute schon Allgemeingut der zivilisierten Menschheit geworden

sind, zwingt uns die Entwicklung der Atomkernenergie, uns mit

ihr zu befassen, ihre Gefahren kennenzulernen und jede mögliche

Maßnahme zu treffen, um sie zu verringern. Bei Anwendung

der Atomenergie zu friedlichen Zwecken ist der Schutz der Menschen

und ihrer Umwelt durch geset:r.lich vorgeschriebene Maßnahmen

gesichert. Anders ist es bei Katastrophen, die durch Anwendung

von Kernwaffen hervorgerufen werden. Der Schutz ist

dann weitgehend Sache jedes einzelnen; von öffentlichen Einrichtungen

können wir nur eine allgemeine Hilfe erwarten. Dies

gilt in ländlichen Gebieten vor ollem für die Gefahr, die durch

radioaktive Niederschläge entstehen könnte.

Darüber hinaus kommt in ländlichen Gebieten in einem möglichen

Verteidigungsfalle der Brandgefahr eine besondere Bedeutung

zu. Der Brand ist dynamisch und breitet sich je nach der

Brandempfindlichkeit des betroffenen Objektes und je nach der

Schlagkraft der Abwehr aus. Er fordert von ollen Schäden die

meisten Verluste on Menschenleben, Hab und Gut. Im zweiten

Weltkriege fielen dem Feuer 80% oller Luftkriegstoten zum

Opfer, und 75% der Gesamtschäden waren Brandschäden.

Weder die Druckwelle der Kernwaffen noch deren radioaktiver

Niederschlag noch die Kampfstoffwolke können wir bekämpfen.

Wir können uns zwar schützen, wir können retten, helfen und

heilen. Bekämpfen können wir nur den Brand, vorbeugend wie

abwehrend.

Und da jede für den Verteidigun~sfall sachgemäß vorbereitete

Brandschutzmaßnahme auch im Frieden nützen kann, sich gegebenenfalls

also doppelt auszahlt, kommt ihr eine erhöhte Bedeutung

zu. Besonders, weil die Brandschadenskurve in den beiden

letzten Jahren erschreckend anstie9, und weil die Landwirtschaft

mit teilweise über 50% -in Bayern Im Jahre 1959 sogar mit 61 %­

am Gesamtschaden beteiligt und damit schwer betroffen ist.

Alle diese Erwägungen haben den Bundesluftschutzverband veranlaßt,

erste praktische Erprobungen von Selbstschutzmaßnahmen

in ländlichen Gebieten durchzuführen. Die jahreszeitlich bedingten

Verhältnisse machen es erforderlich, solche Erprobungen

im Winter und im Sommer vorzunehmen. Dabei sind die la ndschaftlichen

Gegebenheiten und die unterschiedliche Struktur

landwirtschaftlicher Betriebe zu berücksichtigen.

Zunächst fand im norddeutschen Raum eine Erprobung im Rahmen

eines Außenlehrganges der Bundesschule des BLSV in der

Gemeinde Rastede (Kreis Ammerland) statt, zu der das Bundesministerium

für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, das Bundesamt

für zivilen Bevölkerungsschut:r., die Landesregierung Niedersachsen,

die landwirtschaftskammer Weser-Em5 und die

Landesbrandkasse Oldenburg Beobachter entsandt hatten. Die

Kreisverwaltung Ammerland und die Gemeinde Rastede waren

durch leitende Herren vertreten. Weitere Erprobungen sind s:leplant.

Uber die Ergebnisse werden wir zu einem späteren Zeitpunkt

berichten.

Die beiden hier (auf den Seiten 2-16) vorliegenden, ganz auf

den Selbstschutz in ländlichen Gebieten bezogenen privaten

Studien "Schut:r. geaen radioaktive Niederschläge" und "Brandschutz"

sollen der Einführung in den Fragenkomplex dienen.

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