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ihnen auf ihre Kritik pfeife, nicht mehr zu erbringen; aber dem

Verdacht, daß die Presse in meinem Fall mit vollem Bewußtsein

die größte Schurkerei begangen hat, deren ihr Mechanismus jemals

fähig war, sollten sie entgegenwirken. Diese Schurkerei besteht

nicht in der publizistischen Enthaltung — wiewohl durch diese

viele Menschen um eine Erlebnismöglichkeit betrogen werden

—, sondern in der persönlichen Flucht vor künstlerischen Eindrücken,

die Maß und Richtung, Stand und Haltung gewähren

könnten für das Urteil in allen Kunstdingen und für die Abwehr

jeglichen Zeitschwindels, der es heute verwirrt. Ich habe dem Publikum,

das mein Theater der Dichtung besucht, den Geschmack

am andern Theater verdorben. Ich möchte einem Rest von kritischer

Scham für jenes nur so viel Beachtung abnötigen, daß der

Entschluß, auch dieses totzuschweigen, sich von selbst einstellt.

Aber freilich, wenn es Industrien gibt, deren Zusammenbruch dem

kulturellen Interesse förderlich wäre, wie sollte man dem Erzfeind

der Menschheit zumuten, daß er einem ihrer Schädlinge den

Garaus mache?

Notizen

VORLESUNGEN

Architektenvereinssaal, 12. Februar:

Theater der Dichtung

Shakespeare: König Lear, nach Wolf Graf v. Baudissin (Schlegel—

Tieck'sche Ausgabe) und anderen Übersetzern vom Vortragenden

bearbeitet.

*

Ebenda, 20. Februar:

Theater der Dichtung

Zum 4. Mal Offenbach: Blaubart.

Begleitung: Otto Janowitz.

Das Höflingslied des Grafen Oskar (zu zwei Strophen des Originals) mit

fünf Zeitstrophen der früheren Vorträge und einer neuen. Wiederholt wurden

das Lied der Boulotte und die Finanzminister—Strophe des Höflingsliedes.

Das Lied des Pagen Urbain zuerst französisch, dann deutsch.

Oskar

Einstmals machte Idioten

Die Geburt zur Majestät.

Das ist heutzutag verboten,

weil der Wind jetzt anders weht.

Von solchem Wahn ist frei die Welt.

Heut tun sich die [[: Leute lieber :]]

Bücken vor dem [[: Börsenschieber :]]

[: Jetzt regiert allein das Geld :]

Chor

Heut tun sich die [[: Leute lieber :]]

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