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(in der dritten Vorlesung kamen die 6., die 13. und die 15. Strophe hinzu, dafür

entfielen die 1., die 7. und die 17.)

Seit Mitte Februar wurden die folgenden Beträge abgeführt:

Dem Landerziehungsheim Obritzberg der »Bereitschaft« (Erlös aus älteren

Nummern der Fackel, älteren Indices, Autogrammen, Porti S 70.36, aus

Photographien und Karten [Aufnahmen aus den Ateliers Trude Fleischmann,

Wien, und Joel—Heinzelmann, Charlottenburg] S 23.50, und eine Spende von

G. M. »Zum 28. April« S 15.—) S 108.86.

Von dem Ertrag der Vorlesungen 12., 20., 27. Februar, 5., 9., 13. und

27. März an Bedürftige S 266.43.

An Bedürftige S 400.—.

Diversen Zwecken S 37.60.

Notleidenden in Innsbruck (durch den Verlag des 'Brenner' von C. St.

unter der Chiffre »K. K.«) S 270.—.

Der Kinder—Schutz— und Rettungs—Gesellschaft durch M. H. »für ein

Buch von Karl Kraus« S 20.—.

Den Armen der Stadt Wien in Form von Geldstrafen der 'Stunde' (Übertretung

nach dem Urheberrechtsgesetz) S 40.—.

Der »Bereitschaft« (Obritzberg) die Buße der 'Stunde' für Verzögerung

eines Urteil—Abdruckes S 100.—.

Gesamtsumme seit Mitte Juli 1922: S 47.226.54.

Für alle rührenden Wünsche wird herzlichst gedankt, an die freundlichen

Spender von Blumen aber auch die Bitte gerichtet, in Zukunft die

Schwierigkeiten der Übernahme und der Pflege zu bedenken und den aufgewandten

Geldbetrag lieber einem Kinderwohlfahrtszweck, etwa der Sammlung

für Obritzberg, zukommen zu lassen.

*

Ein Brieftypus:

Ich weiß, daß ihnen Einsendungen unerwünscht sind, diesmal

aber glaube ich mit Bestimmtheit, Ihnen nicht lästig zu fallen. Das

Beiliegende wird Ihnen ohne Zweifel große Freude machen.

Welch ein Irrtum! Weil es sich der Beachtung und Verwendung empfiehlt,

macht es keine Freude. Die Einsendung des Unbrauchbaren nimmt bloß die

Zeit weg, die Öffnen und Lesen erfordert — das andere vermehrt die selbsterworbene

Fülle der Eindrücke, deren hundertster Teil zur Produktion ausreicht,

quält durch einen Anreiz, dem nachzugeben einfach unmöglich ist oder

eine Verkürzung anderer Arbeit bedeuten würde. Denn das, worauf der Blick

fällt, ist schon in den Bereich der Gestaltung einbezogen und vergrößert deren

ungeheure Last. Warum wollen es sich die Leser nicht an dem genügen

lassen, was der Autor — im Wegsehn von den Tagesanlässen — selbst bemerkt

und wovon er doch nur den geringsten Teil zu bewältigen vermöchte?

Wie oft soll noch, mit allem Dank für die gute Absicht, die Bitte ausgesprochen

werden, mit ihm die Wehrlosigkeit zu empfinden vor dem furchtbaren

Angebot eines schon als Satire geborenen Tags; wie oft die Bitte, den Inhalt

der Umschlagnotiz ernst zu nehmen, wie oft die Weisung: Zuzug

fernzuhalten!

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