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IST DAS EIN STAAT!

» — — Herr Bosel hat damals im Verlauf dieses Gesprächs seinem

Befremden darüber Ausdruck gegeben, daß jetzt von dieser Seite

solche Angriffe gegen ihn erfolgen, und angedeutet, er wäre bei

einer Fortsetzung dieser Angriffe gezwungen, sein bis dahin bewahrtes

Stillschweigen zu brechen. Er ließ auch durchblicken, ich

möchte doch mit den maßgebenden Herren der Großdeutschen

Volkspartei darüber sprechen, um gewisse Weiterungen zu vermeiden.

— — «

OB ES DER POLIZEI GELINGEN WÜRDE?

Das Gewerbegericht hat also verfügt, daß der aalglatte Herr Bosel, der

als Zeuge so schwer zu fangen ist wie der massivere Castiglioni, »zwangsweise

vorgeführt« werde. Die Zeugenschaft der beiden Herren schwebt der Justiz

seit langem als Ideal vor, nicht zu erreichen, und die dem praktischen Leben

entrückten Richter wollen, wie eben Idealisten sind, es nicht aufgeben. Bosel

wieder, verwöhnt durch obrigkeitlichen Umgang, kann es nicht begreifen, daß

es mit der Justiz schlechter sein soll Kirschen zu essen als mit der Polizei,

aber man glaubt doch, daß ihm schließlich nichts übrig bleiben wird, als dem

Zwang das Freiwillige vorzuziehen und statt der Krankheitszeugnisse jenes

eine abzulegen, das man von ihm begehrt. Aus dem simplen Grunde, weil ja

die Polizei die Vorführung in solchen Fällen zu besorgen hat und kaum durch

Unpäßlichkeit sich ihr in diesem einen Fall entziehen könnte. Unvorstellbar

aber wäre die Vorführung durch eines jener Organe, die in der Zeit nach der

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