Der Kürbis Willi Ritchie tobte im Garten umher. Er spielte mit seinem ...

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Der Kürbis Willi Ritchie tobte im Garten umher. Er spielte mit seinem ...

Der Kürbis Willi

Ritchie tobte im Garten umher. Er spielte mit seinem Freund Fußball. Lustig kickten

sie den Ball hin und her.

Plötzlich landete der Ball auf dem Komposthaufen. Ritchie lief schnell, ihn zu holen.

„Was ist denn das?“, fragte er sich. Bisher sah er auf dem Komposthaufen nur

Pflanzenabfälle, die alle Frische und Farbe verloren hatten.

Ritchie atmete noch tief, er schwitzte jetzt und wischte sich mit der Hand den

Schweiß von der Stirn.

Dann trat er näher zum Komposthaufen. Ritchie traute seinen Augen kaum und

sagte zu seinem Fußballfreund: „Ich glaube, hier wächst eine wunderschöne Pflanze.

Sie sieht frisch und hellgrün aus mit sehr kleinen Blättchen.“ Neugierig beäugten die

beiden Jungs diesen Neuankömmling im Garten.

Ritchie fragte seinen Freund, was es denn für eine Pflanze sein könnte. Der

schüttelte seinen Kopf und sagte: „Also ich weiß das auch nicht. Wir müssen einmal

deine Eltern fragen.“

Sie spielten dann weiter Fußball, sahen sich aber vor, dass sie auf keinen Fall zum

Komposthaufen schossen. Diese kleine Pflanze durfte nicht vom Ball zerdrückt

werden.

Am Abend, als Mama noch eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen wollte, sagte

Ritchie: „Mama, ich brauche heute keine Geschichte.“ Er erzählte ihr, was er im

Garten entdeckte. Mit einem Gute-Nacht-Küsschen wünschte sie ihrem Ritchie eine

wundervolle Nacht und versprach, dass sie gleich morgen nach der Pflanze im

Garten sehen werde.

Bevor Ritchie erwachte, ging seine Mama in den Garten, der sie noch sehr ruhig und

mit winzigen Tautropfen im Gras begrüßte.

„Es ist ein kleines Wunder geschehen“, sagte Ritchies Mama. „Auf unserem

Komposthaufen wächst eine Kürbispflanze. Im vorigen Jahr hatte ich die nicht mehr

essbaren Stücke unseres Kürbisses auf den Kompost geworfen. Die Samen haben

sich gut erhalten. Aus einem von den vielen Samen wächst jetzt diese Pflanze.“

Ritchie freute sich sehr und vor allem, dass er sie als erster entdeckte. Ritchie fragte:

„Mama, darf ich die Kürbispflanze immer gießen?“ „Aber ja, das wird ihr gut tun.“

Ritchie und sein Freund spielten sehr oft Fußball im Garten. Sie achteten immer auf

die kleine Kürbispflanze und konnten genau beobachten, dass sich gelbe Blüten

bildeten. Ritchie versorgte die Kürbispflanze regelmäßig – wenn es längere Zeit nicht

regnete – mit Wasser. Seine Mama erklärte ihm, dass aus diesen männlichen und

weiblichen zart gelben Blüten die Frucht des Kürbisses entsteht.


Ritchie bewunderte diese kleine Pflanze, die aus dem Nichts zu entstehen schien

und doch aus einem Samen hervorgegangen ist und durch Wärme, Sonne, Wasser

und liebevolle Pflege wachsen kann.

Bald überwucherten die herzförmigen Blätter des Kürbisses den ganzen

Komposthaufen. Nun sah der Komposthaufen nicht mehr grau und dunkel aus,

sondern grün mit vielen leuchtend gelben Blüten.

Ritchie nannte einen der Kürbisfrüchte Willi. Er spielte oft im Garten Fußball und der

Kürbis Willi schaute ihnen zu. Er wuchs und wuchs. Und bald sah Ritchie eine Kugel.

„Mein Kürbis Willi ist ja fast so groß und rund wie mein Fußball“, sagte Ritchie zu

seiner Mama. „Ja, und schau dir mal die Farbe an, so ein leuchtendes Orange.“

An der Kürbispflanze wuchsen noch einige andere Kürbisfrüchte. Aber der Kürbis

Willi war, so glaubte Ritchie, der Schönste.

Sein Fußballfreund staunte nicht schlecht, als Ritchie und seine Mama im Herbst

viele Früchte von der einst kleinen Kürbispflanze ernten konnten. Ritchie fotografierte

den Kürbis Willi und zeigte ihn stolz seinen Freunden.

Zum Kürbisfest wurde das Fruchtfleisch entnommen. Es wurde eine feine

Kürbissuppe gekocht.

Der Kürbis Willi bekam ein hübsches Gesicht und Ritchie stellte ein kleines Licht

hinein.

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