Erwerb funktionaler, räumlicher und kausaler Beziehungen von ...

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Erwerb funktionaler, räumlicher und kausaler Beziehungen von ...

Wissensquellen und Wissenserwerb 13

2 Wissensquellen und Wissenserwerb

Eine wichtige Aufgabe beim Wissenserwerb besteht darin, die vorhanden Wissensquellen

zu analysieren und die richtigen Wissensquellen auszuwählen. Bei der Auswahl ist es

natürlich wichtig zu erkennen, welches Wissen benötigt wird. Das Ziel dieser Arbeit

besteht darin, Wissen über funktionale, räumliche und kausale Beziehungen zwischen

Bauteilen zu erwerben. Deshalb werden zu Beginn dieses Kapitels die Unterschiede

zwischen diesen Arten von Beziehungen herausgestellt. Anschließend wird ein Ansatz

dargestellt, der es ermöglicht, funktionale Beziehungen mit Hilfe von Flüssen im

Fahrzeug zu beschreiben. Schließlich werden die vorhandenen Wissensquellen analysiert.

2.1 Arten von Beziehungen zwischen Bauteilen

In dieser Diplomarbeit geht es um den Erwerb von Wissen über Beziehungen zwischen

Fahrzeugteilen. Von besonderem Interesse sind dabei Schäden an den Teilen und ihre

Auswirkungen auf die Funktion anderer Teile. Wenn also Teil A defekt ist, kann Teil B

nicht mehr korrekt arbeiten. Dieses Teil B kann dadurch ebenfalls Schaden nehmen und

somit die Funktionen weiterer Teile beeinflussen. Zu Untersuchen ist nun die Art der

Beziehung, die zwischen zwei Teilen besteht. Diese Beziehungen lassen sich

folgendermaßen gliedern :

• Funktionale Beziehungen

Die Grundlage der funktionalen Beziehungen bildet die Aufgabe, die ein Teil im

Fahrzeug zu erfüllen hat. Es besteht eine funktionale Beziehung zwischen zwei Teilen A

und B, wenn sie an der Erfüllung derselben Aufgabe beteiligt sind. Nun kann man diese

Aufgabe sehr weit fassen, wie etwa die „Fortbewegung mit einem Fahrzeug“, wobei fast

alle Teile benötigt werden, oder man faßt die Aufgabe sehr eng, wie etwa „Transport des

Kraftstoffes von der Benzinpumpe zum Vergaser“, wofür wesentlich weniger Teile

eingesetzt werden.

• Räumliche Beziehungen

Die Grundlage der räumlichen Beziehungen bildet die Anordnung eines Teils im

Fahrzeug. Es besteht eine räumliche Beziehung zwischen zwei Teilen A und B, wenn

diese Beziehung nur aus der Anordnung von A und B im Fahrzeug abgeleitet werden

kann. Auch hier hat man die Möglichkeit, die Beziehungen weit oder eng zu fassen.

Beispielsweise besteht auch, wie zwischen allen Teilen, eine räumliche Beziehung

zwischen der vorderen und der hinteren Stoßstange. Interessanter im Bezug auf die

gegenseitige Beeinflussung zwischen den Teilen, sind aber Teile, die räumlich dicht

beieinander liegen.

• Kausale Beziehungen

Die Grundlage kausaler Beziehungen bilden Einflüsse defekter Teile im Fahrzeug auf

andere Teile. Es besteht eine kausale Beziehung zwischen zwei Teilen A und B, wenn

durch einen Defekt an Teil A ein Defekt an Teil B ausgelöst wird. So kann beispielsweise

eine defekte Benzinpumpe der Auslöser für einen defekten Katalysator sein, da die

korrekte Funktion des Gesamtsystems nicht mehr gewährleistet ist. Ein wesentlicher

Unterschied zwischen den kausalen Beziehungen und den räumlichen und funktionalen

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