Erwerb funktionaler, räumlicher und kausaler Beziehungen von ...

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Erwerb funktionaler, räumlicher und kausaler Beziehungen von ...

Darstellung von MOBAL und STT 20

3 Darstellung von MOBAL und STT

MOBAL ist ein System zur Entwicklung, Kontrolle und Wartung operationaler Modelle

eines Anwendungsbereichs. Es enthält eine Wissensbasis, eine

Wissenserwerbskomponente, eine Problemlösungskomponente, verschiedene Methoden

des maschinellen Lernens sowie ein Wissensrevisionstool. Mit Hilfe der

Wissenserwerbskomponente kann ein Benutzer ein Modell des Anwendungsbereichs

entwickeln. Dabei bestimmt er die Reihenfolge seiner Schritte selbst und ist nicht an

Vorgaben des Systems gebunden. Die Entwicklung des Modells wird dadurch zu einem

kreativen Prozeß. Dargestellt wird das Modell in Form von logischen Fakten und Regeln.

Das eingegebene Wissen kann dann in textueller oder graphischer Form betrachtet

werden. Die Inferenzmaschine kann die eingegebenen Regeln anwenden und so

resultierende Fakten erzeugen oder je nach vorhandenem Wissen auf Fragen antworten.

Außerdem bildet MOBAL eine dynamische Sortentaxonomie, die Informationen über die

Sorten der verwendeten Objekte enthält. Die Methoden des maschinellen Lernens können

automatisch Regeln erkennen, die auf den eingegebenen Fakten basieren. Schließlich

besteht noch die Möglichkeit, Widersprüche in der Wissensbasis mit Hilfe des

Wissensrevisionstools zu erkennen und zu beseitigen.

Im folgenden wird eine Einführung der in dieser Arbeit benötigten Komponenten von

MOBAL gegeben. Im wesentlichen handelt es sich dabei um die Definition von Fakten

und um die Anwendung von STT auf automatisch generierte, einstellige Fakten. Eine

ausführliche Beschreibung von MOBAL mit allen seinen Möglichkeiten gibt [2],[11].

• Fakten

Fakten drücken Relationen oder Eigenschaften von Objekten oder Konzepten aus. Ein

Faktum besteht aus einem n-stelligen Prädikat p und aus n Termen t 1 ,...,t n , in der Form

p(t 1 ,...,t n ). Wichtig ist, daß für die t i nur Atome zugelassen sind, Variablen sind nicht

erlaubt. Variablen werden in MOBAL mit einem großen Anfangsbuchstaben bezeichnet,

während Konstanten 1 mit einem kleinen Buchstaben beginnen. Man kann positive und

negierte Fakten unterscheiden. Während es sich bei der oben dargestellten Form p(t 1 ,...,t n )

um ein positives Faktum handelt, wird die negative Form mit not(p(t 1 ,...,t n )) bezeichnet.

• Deklaration von Prädikaten

Jede Argumentstelle eines Prädikats gehört einer bestimmten Sorte an, d.h. für die

Argumente t 1 ,...,t n eines Prädikats der Form p(t 1 ,...,t n ) gilt t 1 ∈ s 1 ,..., t n ∈ s n . Obwohl

MOBAL’s Sort Taxonomy Tool (STT) die Sortenstruktur automatisch und dynamisch

selbst berechnet, hat der Benutzer die Möglichkeit, symbolische Sortennamen für jede

Argumentposition eines Prädikats anzugeben. Hat man beispielsweise folgende

Deklaration :

p/2: ,

Dann wird STT alle Objekte, die an der ersten Argumentstelle des Prädikats p stehen, der

Sorte sort 1 zuordnen.

1

Atome sind entweder konstante Zeichenkette oder Zahlen. Eine Konstante bezeichnet hier eine

Zeichenkette, bei der es sich aber nicht um eine Variable handelt.

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