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Pflanzliche Farbstoffe (gelb) Früher wurde eine Vielzahl von ...

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<strong>Pflanzliche</strong> <strong>Farbstoffe</strong> (<strong>gelb</strong>)<br />

<strong>Früher</strong> <strong>wurde</strong> <strong>eine</strong> <strong>Vielzahl</strong> <strong>von</strong> Pflanzen verwendet, welche <strong>Farbstoffe</strong> in sämtlichen<br />

Gelbnuancen lieferten (z.B. Färber-Wau und Saflor). Jedoch war ihre Qualität sehr<br />

mangelhaft, dies zeigte sich in ihrem schnellen Verbleichen, schon nach kurzer Zeit waren<br />

sie grau und hatten ihre Schönheit verloren. Aus diesem Grunde assoziierte man im<br />

mittelalterlichen Europa mit der Farbe <strong>gelb</strong> negative Eigenschaften und Berufe, bspw. war für<br />

die Scharfrichter <strong>eine</strong> <strong>gelb</strong>e Kleidung vorgeschrieben. Doch auch in heutiger Zeit kann man<br />

diese Tendenzen Beobachten, so ist z.B. dem Neid die <strong>gelb</strong>e Farbe zugeschrieben. Ein<br />

weiteres negatives Beispiel ist der <strong>gelb</strong> gefärbte Judenstern, den Juden seit 1941 unter der<br />

Herrschaft der Nazis tragen mussten. Seit aus tropischen Ländern <strong>gelb</strong>färbende Pflanzen<br />

eingeführt <strong>wurde</strong>n, verloren die zuvor verwendeten Färbepflanzen stark an Bedeutung.<br />

Hauptsächlich <strong>wurde</strong> <strong>von</strong> nun an Gelbholz, das Holz <strong>eine</strong>r tropischen Maulbeerbaumart, und<br />

Querzitron, die Rinde der Färbereiche benutzt. Desweiteren waren Curcuma (<strong>gelb</strong>färbender<br />

Inhaltsstoff des Curry), welches auf Westindischen Inseln angebaut <strong>wurde</strong>, und die Samen<br />

und Früchte des auf Jamaika kultivierten Orleansbaums in Verwendung. Letztere sind auch<br />

heute noch zur Lebensmittelfärbung im Einsatz, sie enthalten <strong>eine</strong>n orange<strong>gelb</strong>en Farbstoff.<br />

Pflanzenteil Pflanze Farbstoff Farbe<br />

Wurzel, Rhizom Krapp / Färberröte Alizarin und Pseudopurpurin rot bis braun<br />

Alkanne Alkannarot rot<br />

Galbwurz / Curcuma<br />

orange<strong>gelb</strong><br />

indisches Blumenrohr<br />

Rinden<br />

Kreuzdorn<br />

Hölzer Blauholz Hämatoxylin bz. Hämatein blau, violett, scharz<br />

Rotholz Brasilein <strong>gelb</strong>, rot, violett<br />

Sandelholz Santalin A, B und C <strong>gelb</strong>, rot, violett<br />

Blätter Indigo Indigo blau<br />

Färberwaid Isatan B blau<br />

Henna 1,4-Naphtochinone rot<br />

Färberreseda / Wau Luteolin <strong>gelb</strong><br />

Blüten Saflor / Färberdistel Carthamin <strong>gelb</strong>, rot<br />

Safran<br />

<strong>gelb</strong><br />

Samen und Früchte Orleanstrauch Bixin rot bis <strong>gelb</strong><br />

Heidelbeere<br />

blau, scharz<br />

Kremesbeere<br />

Gardenia Carotinoidfarbstoff <strong>gelb</strong> (blau, grün)<br />

ganze Pflanze Brennnessel, Gras, AlgeChlorophyll grün<br />

Karotte, Palmöl Carotin <strong>gelb</strong>, orange<br />

Flechten Lackmus Chromophoren blau<br />

Orseille orcéine violett


Krapp / Färberröte / Rubia Tinctorum<br />

Wurzeln, Rhizome<br />

<strong>Farbstoffe</strong>: Alizarin und Pseudopurpurin (gehören zu den Anthrachinonen)<br />

Farbe: rot bis braun<br />

Der Farbstoff in der getrockneten Krappwurzel ist ein Beizenfarbstoff für Wolle, Baumwolle<br />

und Seide.<br />

Der Färberginster trägt <strong>gelb</strong>e Blüten, s<strong>eine</strong> Blätter sind elliptisch bis lanzettlich und fast<br />

immer ungestielt. Er kommt auf Heiden, Halbtrockenrasen und auf lichten Waldstellen vor.<br />

Die Heimat des Krapp ist in Vorderasien und im östlichen Mittelmeergebiet.<br />

Krapp ist neben Indigo <strong>eine</strong>r der ältesten Pflanzenfarbstoffe. (Tutenchamun 1337 v.Chr.)<br />

Der Farbstoff des Krapp befindet sich in den Wurzeln. An der Färbung können bis zu neun<br />

<strong>Farbstoffe</strong> beteiligt sein - die wichtigsten sind Alizarin und Pseudopurpurin.<br />

Die rote Farbe entwickelt sich aber erst durch das Trocknen der Wurzelstöcke.<br />

Aber Krapp war neben der Färbewirkung auch für s<strong>eine</strong> Heilkräfte bekannt; er galt als<br />

harntreibendes und abführendes Heilmittel.<br />

Alkanne<br />

Farbstoff: Alkannarot<br />

Farbe: rot<br />

Die Alkanna ist <strong>eine</strong> Staude, deren zahlreiche 10 cm bis 30 cm lange, grauhaarige Sprossen<br />

niederliegend oder aufrecht sein können.<br />

<strong>Früher</strong> war die Verwendung zur Behandlung <strong>von</strong> Hauterkrankungen, schlecht heilenden<br />

Wunden und innerlich zur Behandlung <strong>von</strong> Durchfällen gebräuchlich. Die Alkannawurzel<br />

enthält Pyrrolizidinalkaloide, für die <strong>eine</strong> leberschädigende und krebserzeugende Wirkung<br />

beschrieben ist.<br />

Gelbwurz/ Curcuma (Curry)


Farbe: orange<strong>gelb</strong><br />

Der Kurkuma ist <strong>eine</strong> ausdauernde, krautige Pflanze, deren spiralig angeordneten Blätter bis<br />

zu 1,2 m hoch wachsen. Die <strong>gelb</strong>en Blüten ersch<strong>eine</strong>n auf <strong>eine</strong>m 15 bis 20 cm langem, <strong>von</strong><br />

den Blattstielen umschlossenen Stängel und sind zapfenartig angeordnet. Verwendet wird<br />

das nach dem Welken der Blätter geerntete Rhizom.<br />

Der Kurkuma wird vor allem als Gewürz verwendet und verleiht dem Curry die <strong>gelb</strong>e<br />

Färbung.<br />

Indisches Blumenrohr/ Canna indica<br />

Als Standort bevorzugen sie vollsonnige Plätze in nährstoffreichen Böden und<br />

windgeschützte Plätze wegen der grossen Blätter. Blüten auf hohem Schaft in <strong>gelb</strong>, orange,<br />

rosa und rot, teilweise auch zweifarbig, gesprenkelt.<br />

Die Blätter sind dunkelgrün oder -rot, einige panaschiert. Höhe 50 - 130 cm.<br />

Kreuzdorn<br />

Rinden<br />

Bestimmungsmerkmale:<br />

Der Echte Kreuzdorn ist ein Strauch oder kl<strong>eine</strong>r Baum, der bis zu 5 m Metern hoch<br />

wachsen kann. Er trägt unscheinbare grünliche Blüten, aus denen die zuerst grünen, dann<br />

schwarzen Steinfrüchte reifen. Diese sind etwa erbsengross und schmecken süsslich bitter.<br />

Die Laubblätter sind eiförmig bis rundlich. Die Zweige laufen in <strong>eine</strong>m Dorn aus.<br />

Weitere Arten aus unseren Breiten sind der Zwerg-Kreuzdorn (Rhamnus pumilus), der<br />

Alpen-Kreuzdorn (Rhamnus alpinus) und der Felsen-Kreuzdorn (Rhamnus saxatilis).<br />

Standort und Verbreitung:<br />

Der Echte Faulbaum braucht kalkhaltigen Lehmboden.<br />

Er wächst an Waldrändern und Hecken, im Mittelgebirge und in den Alpen bis zu 1200 m<br />

hoch. Er ist recht selten.<br />

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:


Nach der Einnahme <strong>von</strong> mehr als 20 unreifen Beeren, kann es bei Kindern zu schweren<br />

Magen- und Darmbeschwerden kommen.<br />

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:<br />

Die getrockneten reifen Beeren verwendet man als mildes Abführmittel. Die Wirkung des<br />

Kreuzdorns ist vergleichbar mit der des Faulbaums. Aus den frischen Beeren kann Saft<br />

gepresst werden, der früher zum Färben gebraucht <strong>wurde</strong>.<br />

Kreuzdorn wird auch in der Homöopathie verwendet.<br />

Blauholz<br />

Hölzer<br />

Farbstoff: Hämatoxylin (Glycosid der Gruppe Neofla<strong>von</strong>oid) bzw. Hämatein (der eigentlche<br />

Farbstoff entsteht durch Lagerung)<br />

Farbe: blau (Alaun), violett bis bronze (Zinn), scharz (Kupfer, Chrom und Eisen)<br />

Aus Blauholzextrakten lassen sich z.B. mit Hilfe <strong>von</strong> Metallsalzen schwarze und<br />

bronzefarbene Farblacke und Leimfarben herstellen.<br />

Sowohl Rinde als auch Splintholz sind farbstofffrei. Die Bäume sind heimisch in Mexiko (in<br />

den Ländern um die Campechebai im Golf <strong>von</strong> Mexiko, daher der Name) und im nördlichen<br />

Südamerika, in Indien, Westindien, Jamaika, Kuba und anderen Ländern mit ähnlichem<br />

Klima.<br />

Blauholz kann zum Färben (Beizen) <strong>von</strong> Wolle, Baumwolle, L<strong>eine</strong>n und Seide verwendet<br />

werden. Auch zum Färben <strong>von</strong> Leder, Papier, Federn, Holz und anderen natürlichen Stoffen<br />

<strong>wurde</strong>n Blauholzextrakte eingesetzt.<br />

Blauholzextrakte werden hergestellt, indem man Blauholz mit Wasser auskocht<br />

(französisches Verfahren) oder mit Dampf unter Druck behandelt (amerikanisches<br />

Verfahren) und danach im Vakuum eindampft.<br />

Das Dampfdruckverfahren liefert die größte Ausbeute an Farbstoff, jedoch können<br />

Gerbstoffe und Harze in diesen Extrakten enthalten sein, welche in Färbeprozessen stören<br />

können.<br />

Die Güte <strong>eine</strong>s Blauholzextraktes kann nur durch Probefärben ermittelt werden.<br />

Rotholz<br />

Farbstoff: Brasilein (Neofla<strong>von</strong>oide)<br />

Farbe: hellrot (säure: <strong>gelb</strong>lich, Lauge: rötlich, Zinn: Kaminrot, Eisenvitril: violett)<br />

Teigförmiger Rotholzlack diente früher in wässrigen Bindemitteln als u.a. Tapetenfarben und<br />

Kalkanstrichfarben.


Der Begriff "Rotholz" bezeichnet <strong>eine</strong> ganze Reihe verschiedener Holzarten, welche nach<br />

den Eigenschaften ihrer färbenden Inhaltsstoffe in zwei Gruppen eingeteilt werden: lösliche<br />

Rothölzer und unlösliche Rothölzer. Brasilholz gehört nach dieser Einteilung zu den löslichen<br />

Rothölzern. Unlösliche Rothölzer sind beispielsweise Sandelholz, Camholz, Narraholz,<br />

Barholz, Muningaholz und Korallenholz. Die Bezeichnung Brasilholz verdankt es dem<br />

arabischen Wort "Braza", was soviel heißt wie hellrot.<br />

Das beste Fernambukholz kommt aus Brasilien oder Jamaika. Das Holz ist im Inneren<br />

<strong>gelb</strong>lich, außen rot gefärbt. Der Inhaltsstoff Brasilin wird durch Oxidation in Brasilein<br />

umgewandelt und ist sehr eng mit dem im Blauholz enthaltenen Hämatoxylin verwandt,<br />

beide sind Neofla<strong>von</strong>oide.<br />

Rotholzextrakt wird heute verstärkt zum Färben mikroskopischer Präparate und als Säure-<br />

Base-Indikator verwendet.<br />

Gefärbt <strong>wurde</strong> neben Woll- und Baumwollstoffen vor allem auch Leder. Häufig <strong>wurde</strong>n durch<br />

Mischen mit Cochenille, Gelbholz oder Blauholz violette, graue oder schwarze Farbtöne<br />

erzielt.<br />

Sandelholz<br />

Farbstoff: 15 - 20% Santalin A, B und C (Fla<strong>von</strong>oidgruppe)<br />

Weitere Inhaltsstoffe: <strong>gelb</strong>e <strong>Farbstoffe</strong>, Fla<strong>von</strong>oide, Stilben-Derivate,Sesquiterpene<br />

Farbe: rot, <strong>gelb</strong>, violett<br />

Lösemittel:<br />

Alkohol, Essigsäure: rot<br />

Ether: <strong>gelb</strong><br />

Alkalische Lösung: violett<br />

Salzzugabe:<br />

Zinn: dunkelrot<br />

Aluminium: orange bis scharlachrot<br />

Eisen: violett<br />

Alaun : dunkelbraun bis purpurrot, feurig<br />

Magnesiumsulfat : braunviolett, dunkel<br />

Zinksulfat : violettbraun<br />

Bleiacetat : rotviolett, sehr farbintensiv<br />

Kupfersulfat : tief violettbraun<br />

Fällt man die Lacke auf weisse Substrate, z.B. Gips, kann man auch Rosatöne erzielen<br />

Der Sandelbaum ist ein bis zu 8 m hoch wachsender, immergrüner Baum mit meist<br />

dreizählig gefiederten, breitelliptischen Blättern. Die <strong>gelb</strong>en, rot geaderten Blüten stehen in<br />

kurzen Trauben. Sein Kernholz ist sehr hart und dunkelpurpurrot gefärbt. Gepulvertes<br />

Sandelholz <strong>wurde</strong> als Fälschung für Safran benutzt.<br />

Verwendet wird das Kernholz des Roten Sandelbaumes sowie weiterer, verwandter Arten zu<br />

Färbezwecken oder als Schmuckdroge in Teemischungen.


Ebenso wie bei Rot- und Blauholz handelt es sich um Pterocarpus santalinus, <strong>eine</strong>n Baum<br />

aus der Familie der Leguminosen. Pterocarpus santalinus ist in Ostindien und auf Ceylon,<br />

sowie in Afrika heimisch.<br />

Camholz<br />

Indigo und Färberwaid<br />

Blättern<br />

Indigofera tinctoria Indigo aus Indien in Blöcken Färberwaid<br />

Indigo<br />

Farbstoff: Indigo<br />

Farbe: blau<br />

Färberwaid<br />

Farbstoff: Isatan B (Vorstufe des Indigo)<br />

Farbe: blau<br />

Pflanze: Isatis tinctoria - Waid, Färberwaid, Deutscher Indigo<br />

Indigo ist ein Küpenfarbstoff (Reduktions-Oxydations-Prozeß). Die Küpe <strong>wurde</strong> am<br />

Sonnabend angesetzt, die <strong>gelb</strong>liche lösliche Form des Indigo konnte auf die Fasern<br />

aufziehen. Am Montag früh <strong>wurde</strong> das Garn zum Trocken aufgehängt und an der Luft<br />

entwickelte sich schließlich das Indigoblau. Die Färber hatten dann frei. Der Ausdruck<br />

„Blauer Montag“ stammt aus dieser Zeit.<br />

Indigo ist im r<strong>eine</strong>n Zustand ein dunkelblaues, kupferrot schimmerndes Pulver, welches in<br />

Alkohol nicht und in Wasser nur schwer löslich ist. In konzentrierter Schwefelsäure löst es<br />

sich mit grüner, beim Erwärmen mit blauer Farbe auf. Die Indigopflanze enthält k<strong>eine</strong>n<br />

Indigo, sondern Indican, <strong>eine</strong> <strong>gelb</strong>e Vorstufe des <strong>Farbstoffe</strong>s. Erst nach <strong>eine</strong>r Reihe <strong>von</strong><br />

chemischen Umwandlungsprozessen entfaltet der äußerst lichtechte Farbstoff s<strong>eine</strong><br />

jeansblaue Farbe auf Textilmaterial. Echter, indischer Indigo ist im Handel in zu Blöcken<br />

gepressten Würfeln erhältlich. Der Farbstoff kann aus verschiedenen Indigopflanzen<br />

gewonnen werden.<br />

Das Färben mit Indigo<br />

Da Indigo selbst nicht wasserlöslich ist, muss er in <strong>eine</strong> wasserlösliche Form umgewandelt<br />

werden. Dies geschieht durch <strong>eine</strong> Reduktion des Indigos mit Hilfe <strong>von</strong> Natriumdithionit zu<br />

Indigoweiß, welches mit der zugegebenen Natronlauge ein wasserlösliches Salz bildet. Die<br />

Umwandlung heißt auch Verküpung. Die Farbe wechselt dabei <strong>von</strong> blau-violett nach <strong>gelb</strong>.<br />

Beim Färbevorgang werden die Textilien in die Küpe mit dem wasserlöslichen Salz getaucht.<br />

Gelangt das vorerst <strong>gelb</strong> gefärbte Material an die Luft, wird die Verküpung mit Hilfe des<br />

Luftsauerstoffs rückgängig gemacht, der Stoff färbt sich <strong>von</strong> <strong>gelb</strong> über grün nach blau, und<br />

es entsteht auf dem Gewebe durch <strong>eine</strong> Oxidation wieder Indigo:<br />

Farbpalette mit Indigo (grün mit Hilfe <strong>von</strong> Reseda)


Farbpalette Färberweid<br />

Verwendung<br />

Während der natürliche Indigo nur noch <strong>eine</strong>n geringen Marktanteil besitzt, ist der künstliche<br />

Indigo ein wichtiger Farbstoff für die <strong>von</strong> Levi Strauß im Jahre 1850 erfundenen Jeans.<br />

Zunächst war die Jeans aus blauem, reißfestem Baumwoll-Stoff als Arbeitshose für die<br />

Goldgräber in Kalifornien gedacht. Nach und nach eroberte sie als modisches<br />

Kleidungsstück die ganze Welt. Noch heute werden die meisten Markenjeans mit Indigo<br />

gefärbt. Neuerdings wird Waid aufgrund s<strong>eine</strong>r keimtötenden Wirkung zur Herstellung <strong>von</strong><br />

Holzschutzmitteln verwendet.<br />

Henna<br />

Farbstoff: 1,4-Naphtochinone (u.a. Lawson)<br />

Farbe: rot<br />

Die Henna ist ein 2 bis 6 m hoch wachsender Strauch mit weißlicher Rinde. Die kl<strong>eine</strong>n, in<br />

Rispen stehenden Blüten sind weiß oder rosa gefärbt. Die 2 bis 4 cm langen Blätter sind<br />

gegenständig angeordnet, die Kurztriebe zum Teil verdornt.<br />

Verwendet werden die getrockneten, pulverisierten Blätter, teilweise mit anderen färbenden<br />

Drogen vermischt. Man unterscheidet neutrales, rotfärbendes und schwarzes Hennapulver.<br />

<strong>Früher</strong> war für die Hennawurzel auch die Bezeichnung "Echte Alkanna" gebräuchlich, wobei<br />

die Wurzel der Alkanna tinctoria als "Falsche Alkanna" bezeichnet <strong>wurde</strong>.<br />

Herkunft:<br />

Die Heimat des Hennastrauches ist Indien und der Orient.<br />

Aus Ägypten und Indien wird die Droge importiert.<br />

Anwendung:<br />

In den westlichen Ländern wird die Henna nur zu kosmetischen Zwecken verwendet. Die<br />

Hennablätter enthalten Gerbstoffe, Gallussäure und <strong>Farbstoffe</strong> vom Typ der 1,4-<br />

Naphtochinone (u.a. Lawson), die Haaren oder Haut <strong>eine</strong> langanhaltende Rotfärbung geben.<br />

Neutrale Henna soll die Haare ohne Färbung pflegen.<br />

Die innerliche Anwendung gilt als bedenklich und sollte vermieden werden!<br />

Färberreseda (Färberwau)<br />

Reseda luteola (Färberwau)


Die Farbpalette der Reseda, abweichende Farbtöne: Überfärbungen<br />

Farbstoff: Luteolin (Fla<strong>von</strong>e)<br />

Farbe: <strong>gelb</strong><br />

Eigenschaften<br />

In r<strong>eine</strong>r Form bildet der in der ganzen Resedapflanze vorkommende Farbstoff Luteolin<br />

kl<strong>eine</strong>, <strong>gelb</strong>e, glänzende Kristalle, die sich im Wasser schwer und in Soda, Pottasche und<br />

Ammoniaklösung mit tief <strong>gelb</strong>er Farbe lösen. Luteolin gehört wie viele andere <strong>gelb</strong>e<br />

Pflanzenfarbstoffe zur Familie der Fla<strong>von</strong>e. Der Farbstoff gilt als der beständigste <strong>gelb</strong>e<br />

Pflanzenfarbstoff. Lichtecht und dauerhaft haltbar ist er jedoch nur auf r<strong>eine</strong>r Seide.<br />

Baumwolle ist dafür weniger geeignet.<br />

Gewinnung des <strong>Farbstoffe</strong>s<br />

Die Reseda ist <strong>eine</strong> zweijährige Blütenpflanze, die auf kalkhaltigem, trockenem Boden am<br />

besten gedeiht, und lange, <strong>gelb</strong>e Blütentrauben ausbildet. Alle oberirdischen Pflanzenteile<br />

werden kurz nach der Blüte geerntet und in Garben getrocknet. Der größte Teil des<br />

<strong>Farbstoffe</strong>s Luteolin befindet sich in den Samenhülsen. Zum Transport werden die Garben<br />

nach dem Trocknen klein gehackselt und in Säcke verfrachtet.<br />

Färbung mit Reseda<br />

Die getrocknete Reseda wird zuerst in <strong>eine</strong>m Färbetopf mit Wasser aufgekocht. Im<br />

Gegensatz zu den Blauholz- oder Krappfärbungen benötigt man wesentlich mehr<br />

Pflanzenmaterial. Danach wird der Extrakt durch ein L<strong>eine</strong>ntuch filtriert. Auch die Reseda<br />

gehört zu den Beizenfarbstoffen. Das Vorbeizen der Seide oder der Wolle erfolgt in der<br />

Regel mit Alaun. Weinstein erzeugt eher braune Farbtöne. Das eigentliche Geheimnis der<br />

Resedafärbung besteht nun darin, dass dem Färbebad ein paar Teelöffel Kalk zugegeben<br />

werden. Erst dadurch entstehen intensive Gelbtöne. Nach der Kalkzugabe färbt man das<br />

vorgebeizte Material <strong>eine</strong> Stunde lang im kochenden Färbesud.<br />

Verwendung<br />

Heute färben nur noch einzelne Pflanzenfärber mit Reseda und färben Baumwolle oder<br />

Seide. <strong>Früher</strong> <strong>wurde</strong>n die Wurzeln der Reseda in der Medizin als harn- und<br />

schweißtreibende Mittel verwendet.<br />

Färberscharte (Serratula tinctoria)<br />

Die Färberscharte in unserer Heimat gefährdet (Samen im Handel erhältlich). Als Arznei- und<br />

Färberpflanze <strong>wurde</strong> sie früher viel gesammelt. Zum Färben wird die ganze Pflanze<br />

verwendet. Zur Gelbfärbung <strong>von</strong> 100 g Wolle werden etwa 200 g getrocknetes Kraut<br />

benötigt. Die ausdauernde Pflanze wird bis zu 100 cm hoch und entwickelt etwa 10-12<br />

purpurrote Blütenkörbchen<br />

Safloröl (Färberdistel)<br />

Blüten:


Farbstoff: Carthamin<br />

Farbe: <strong>gelb</strong>, rot (Saflorrot)<br />

Als Kultur-, Färber- und Ölpflanze ist die Färberdistel uralt. Heute wird vor allem das aus den<br />

Früchten gewonne fette Öl (Safloröl, Distelöl) als wervolles Diätetikum geschätzt, denn es<br />

enthält <strong>eine</strong> hohen Anteil an der ungesättigten essentiellen Linolensäure. Die Heimat der<br />

Färberdistel ist Vorderasien.<br />

Pflanze:<br />

Carthamus tinctorius - Saflor, Färberdistel<br />

Die Färberdistel wird bis zu 60 - 130 cm hoch und ist <strong>eine</strong> aufrechte, distelartige, krautige<br />

Pflanze. Sie besitzen tiefgehende Pfahlwurzel und <strong>eine</strong>n kräftigen Stamm, der sich im<br />

oberen Teil verästelt.<br />

Sie bevorzugen sommerwarme Klimagebiete, da sie äußerst trockenresistent sind und<br />

während und nach der Blüte empfindlich für Blütenfäule sind.<br />

Sie zeigen gute Wachstumsbedingungen auf lehmigen Sand- bzw. sandigen Lehmböden<br />

sowie Lößböden mit neutraler Reaktion und offenem Untergrund<br />

Safran<br />

Der Echte Safran ist <strong>eine</strong> Zwiebelpflanze. Er trägt violette Blüten, mit 6 aufrechten<br />

Blütenblätter. Auffällig sind die orange<strong>gelb</strong>en Narbenschenkel, die getrocknet das<br />

Safrangewürz ergeben. Die Laubblätter haben <strong>eine</strong> schmale lineale Form und sind<br />

dunkelgrün. Die Pflanze wird bis 15 cm hoch.<br />

Die Pflanze stammt aus Westasien und ist in Süd- und Mitteleuropa kultiviert und teilweise<br />

auch verwildert.<br />

Die Narben enthalten Crocin und Picrocrocin, aus dem das Safranal, mit s<strong>eine</strong>m typischen<br />

Geruch entsteht. Bei Kindern kann der Verzehr <strong>von</strong> Safran zu schweren, teilweise tödlichen<br />

Vergiftungen führen.


Safran spielt im wesentlichen als Gewürz und als Lebensmittelfarbstoff <strong>eine</strong> Rolle. In der<br />

Homöopathie wird er noch bei Menstruationsstörungen und bei verschiedenen<br />

Krampfzuständen eingesetzt.<br />

Stockrose (Althaea rosea)<br />

Es überrascht, dass die heute als Zierpflanze bekannte Stockrose früher auch als<br />

Färbepflanze angebaut <strong>wurde</strong>. Gesammelt <strong>wurde</strong>n die Blütenblätter der purpurblühenden<br />

Form, um mit ihnen Wein, Süßwaren und Liköre zu färben. Wild gedeiht die Stockrose im<br />

östlichen Mittelmeergebiet und im Orient. Sie gelangte zu Zeiten der Renaissance (16. Jh.)<br />

nach Deutschland. Angebaut <strong>wurde</strong> sie hier offenbar nur sporadisch in der ersten Hälfte des<br />

19. Jh.<br />

Orleanstrauch<br />

Samen und Früchte:<br />

Farbstoff: Bixin (Carotinoidfarbstoff)<br />

Farbe: orangerote bis <strong>gelb</strong>orange<br />

Funde <strong>von</strong> Pflanzenresten und Samen in altperuanischen Gräbern weisen auf <strong>eine</strong> uralte<br />

Kultur der Pflanze bei den Indianern Südamerikas hin. Heute wird der Orleanstrauch, der<br />

ursprünglich nur auf den Antillen und Teilen des tropischen Südamerikas heimisch war, in<br />

allen tropischen Ländern der Alten und Neuen Welt kultiviert. Die Pflanzen wachsen strauchoder<br />

baumförmig und werden bis zu 7 m hoch. Die stacheligen Kapseln enthalten 30-40<br />

erbsengroße Samen.<br />

Der Farbstoff Bixin <strong>wurde</strong> zum Färben <strong>von</strong> Wolle, Seide und Baumwolle benutzt.<br />

Es findet heute vor allem als Lebensmittelfarbstoff Verwendung. Heute kommen Margarine,<br />

Butter und Käse (Edamer, Chester) durch Bixin zu ihrer orangeroten Farbe.<br />

Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)<br />

Die Heidelbeere ist ein bis zu 50 cm hoch wachsender, buschiger Strauch mit derben,<br />

wechselständig angeordneten Blättern. Die einzeln in den Blattachseln sitzenden grünlichen,<br />

blassrosa angelaufenen Blüten bilden nach der Fruchtreife <strong>eine</strong> kugelige, blauschwarze<br />

Beere.<br />

Medizinisch verwendet werden die getrockneten Früchte. Heidelbeerblätter erwiesen sich im<br />

Tierversuch als toxisch (Hydrochinonvergiftung) und sollten daher nicht verwendet werden.<br />

Die Heidelbeere wächst in Nord und Mitteleuropa.<br />

Anwendung:<br />

Heidelbeerblätter enthalten Catechingerbstoffe, Fla<strong>von</strong>ole, organische Säuren und geringe<br />

Mengen an Chinolizidinalkaloiden. Volksmedizinisch werden Heidelbeerblätter als<br />

"Diabetikertee" empfohlen, <strong>eine</strong> blutzuckersenkende Wirkung konnte jedoch nicht klar<br />

nachgewiesen werden.<br />

Heidelbeeren werden auch als Nahrungsmittel und zur Herstellung <strong>von</strong> Marmelade im<br />

Haushalt verwendet. Die Beeren zeichnen sich durch <strong>eine</strong>n hohen Gehalt <strong>von</strong> Gerbstoffen,


Proanthocyanidine, Fla<strong>von</strong>ole und Pflanzensäuren aus. In den frischen Früchten finden sich<br />

auch die Vitamine C, B1, Pantothensäuren und Nicotinamid.<br />

Zubereitungen aus den getrockneten Beeren werden innerlich zur unterstützenden<br />

Behandlung akuter Durchfallerkrankungen bei Schulkindern und Erwachsenen, äußerlich als<br />

Mundspülmittel bei leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut angewandt.<br />

Kermesbeere (Phytolacca acinosa)<br />

Die Blüten der Kermesbeere sind grünlich bis weiß und stehen in dichten Trauben aus denen<br />

sich die dunkelroten bis schwarzen beerenförmigen Sammelfrüchte entwickeln.<br />

Die Blätter haben <strong>eine</strong> elliptische Form, die Pflanze wächst bis zu 2 m hoch.<br />

Die Kermesbeere ist aus Nordamerika zu uns gelangt. Man findet sie hier vorwiegend als<br />

Zierstrauch in Gärten.<br />

Die gesamte Pflanze, vorwiegend aber die Wurzeln und die Samen enthalten<br />

Triterpensaponine.<br />

Als Vergiftungssymptome zeigen sich Erbrechen, Beschwerden im Magen- und<br />

Darmbereich, Durchfall und Krämpfe.<br />

Die Pflanze findet in der Homöopathie Anwendung bei Grippe, Angina und<br />

Gelenkrheumatismus.<br />

<strong>Früher</strong> benutzte man den Saft zum Färben <strong>von</strong> Süßigkeiten und Wein.<br />

In der amerikanischen Volksheilkunde verwendete man die Pflanze als Rheumamittel, was<br />

allerdings oft zu Vergiftungen führte.<br />

Gardenia<br />

Farbstoff: Carotinoidfarbstoff<br />

Farbe: <strong>gelb</strong> (aber auch blau und grün)<br />

Gardenia ist ein Extrakt aus den Schoten der alten Heil- und Färbepflanze Gardenia<br />

jasminoides, auch bekannt als weiß blühende Zimmerpflanze (Blumengardenie). Ihre Heimat<br />

liegt in Ostasien, insbesondere in China, wo ihre Schoten unter dem Namen "Wongsky"<br />

bereits vor mehr als 3 000 Jahren große Bedeutung in der Seidenfärberei besaßen.<br />

Gardenia liefert <strong>eine</strong>n dem Echten Safran verwandten Carotinoidfarbstoff, der in Japan auch<br />

als Lebensmittelfarbe zugelassen ist.<br />

Gardeniablau<br />

Mit modernen Verfahren wird der ursprüngliche <strong>gelb</strong>e Carotinoidfarbstoff fermentiert und in<br />

ein helles Blau umgewandelt. Gardeniablau ist <strong>eine</strong> rein pflanzliche Alternative zum heute<br />

meist synthetischen Indigo.<br />

Wongsky (Gardeniagrün)<br />

Wongsky ist ein Extrakt aus Gardenia jasminoides, jenem in China, Japan und Indien<br />

heimischen immergrünen Strauch. Sein Extrakt <strong>wurde</strong> bereits im alten China unter dem<br />

Namen Wongsky gehandelt und zum Färben verwendet. Heute wird der Grünton durch <strong>eine</strong><br />

Fermentierung der Carotinoidfarbstoffe erzielt.


Chlorophyll<br />

Ganze Pflanze oder unterschiedliche Pflanzenteile<br />

Natürliche <strong>Farbstoffe</strong> des Blattgrüns. Sie werden aus Luzerne, Brennessel, Gras<br />

oder Algen extrahiert. Bei der Gewinnung aus Algen können schädliche Verbindungen<br />

entstehen.<br />

Karotin/ Karotten<br />

Kommt als natürlicher Farbstoff in Karotten oder Palmöl vor. Die industrielle Synthese<br />

ist aber weitaus billiger. Wirkt zugleich antioxidativ. Kann im Körper in Vitamin A<br />

umgewandelt werden. Bei massiver Überdosierung bekommt die Haut <strong>eine</strong>n <strong>gelb</strong>lichen<br />

Stich.<br />

Orseille (Roccella tinctoria)<br />

Flechten<br />

Farbstoff: orcéine<br />

Farbe: violett<br />

Roccella ist <strong>eine</strong> Flechte, das heißt ein Doppellebewesen aus <strong>eine</strong>m Pilz und <strong>eine</strong>r Alge, die<br />

in Symbiose miteinander leben. Roccella tinctoria und Roccella fuciformes (vor allem im<br />

Spritzwasserbereich verbreitet) gehören zur Gruppe der Lackmusflechten, die früher als<br />

Färbemittel verwendet <strong>wurde</strong>n und wichtige Grundstoffe für Farben lieferten. Flechtenfarben<br />

ergaben besonders warme und tiefe Farbtöne. Allerdings waren sie nicht lichtecht und<br />

<strong>wurde</strong>n <strong>von</strong> synthetischen Farben verdrängt. Das Pigment dient bis heute als Indikator für<br />

Säuren oder Basen (pH-Wert). In basischen Lösungen färbt es sich blau, in sauren<br />

Lösungen rot.<br />

1829 isolierte Pierre Robiquet durch Extraktion mit Ethanol erstmals orcine (heute Orcinol<br />

genannt) als große farblose Prismen aus der Flechte. Den violetten Farbstoff, den er durch<br />

Reaktion mit Ammonium und Luft erhielt, nannte er orcéine.<br />

Lackmus<br />

Farbstoff: Polymer aus 7-Hydroxy-2-phenazinon-Chromophoren<br />

Farbe: blau<br />

Lackmus ist ein blauer Farbstoff, der sich aus verschiedenen Flechten, z.B. Variolaria,<br />

Roccella u. Lecanora, gewinnen läßt . Er fand früher besonders in den Niederlanden zum<br />

Bläuen <strong>von</strong> Wäsche u. zum Färben <strong>von</strong> Genußmitteln (W<strong>eine</strong>, Backwerk, Likör, Käse),<br />

Schminke u. Zuckerpapier Verwendung. Für die Textilfärberei ist L.ackmus wegen s<strong>eine</strong>r<br />

Farbumschläge in Säuren u. Laugen ungeeignet. Heute wird Lackmus ausschließlich als<br />

Säure-Base-Indikator verwendet (bei pH 4,5 rot, bei 8,3 blau), und zwar hauptsächlich in<br />

Form der wässrigen Lösung (Lackmus-Tinktur) und des Lackmus-Papiers, bei dem es sich<br />

um Papierstreifen handelt, die mit schwach saurer oder alkalischer Lackmus-Tinktur<br />

imprägniert sind.<br />

Rocella- Arten

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