Tag der Apotheke: 26. 9. 2012 - Apothekerkammer

apotheker.or.at

Tag der Apotheke: 26. 9. 2012 - Apothekerkammer

Das kindliche

Immunsystem

So stärken Sie

die Abwehrkräfte

Ihres Kindes

Durchblutungsstörungen

Erkennen und

vorbeugen

Das metabolische

Syndrom

Eine Lifestyle-

Erkrankung

Tag der Apotheke:

26. 9. 2012

Die Gesundheitsdetektive kommen!

© Getty Images

ratioDolor

®

akut

Die schnelle Rettung bei

Schmerzen!

Schnelle Wirkung durch

Lysinat-Effekt

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren

Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

11245MAIWS


UNBEHANDELT WOCHE 4 WOCHE 8 WOCHE 12

Effektiv gegen Pigmentflecken

für eine ebenmäßige Haut

dermatologisch

bestätigt

Einige Formeln behandeln Pigmentflecken wie

Melasma oder Altersflecken nur oberflächlich.

Das neue EUCERIN® EVEN BRIGHTER wirkt tiefer,

um Hyperpigmentierungen direkt am Ursprung

Pigmentflecken werden in der Tiefe bekämpft.

entgegenzuwirken:

Die Formel mit hocheffektivem B-Resorcinol sorgt bereits nach 4 Wochen für eine sichtbar

ebenmäßigere und strahlendere Haut. Mit LSF 30 in der Tagespflege – schützt vor der Bildung

neuer Pigmentflecken. Exklusiv in Apotheken. www.eucerin.at

NEU

MEDIZINISCHE KOMPETENZ FÜR SCHÖNE HAUT


INHALT SEPTEMBER 2012

HAUPTARTIKEL

12 Durchblutungsstörungen. Vereinfacht ausgedrückt sind unsere Blutgefäße

Schläuche, wobei die Wand der Gefäße aus vielen verschiedenen Schichten zusammengesetzt

ist. Funktioniert dieses System nicht kommt es zu Durchblutungsstörungen.

14 Was ist das metabolische Syndrom? Wir Österreicher sind zu dick und

wir werden immer dicker. Und das beginnt schon bei unseren Kindern.

17 Weiblicher Herzinfarkt. Herzinfarkt bei Frauen sieht anders aus. Doch die

Fakten sind zu wenig bewusst.

22 Abwehrkräfte der Kinder stärken. Unser Immunsystem basiert auf einem

komplexen Netzwerk aus unterschiedlichen Organen, Zelltypen und Molekülen.

Es hat eine große Bedeutung für unsere körperliche Gesundheit, denn wir – aber

vor allem auch unsere Kinder – sind praktisch ständig den Einflüssen der Umwelt

ausgesetzt.

32 Husten – Ihr Apotheker hilft! In der Erkältungszeit führt kaum ein Weg an

ihm vorbei: der Husten. Husten begegnet uns in vielen verschiedenen Formen – oft

als Begleiterscheinung einer Erkältung.

34 Rheuma an der Wirbelsäule. Rücken- und Kreuzschmerzen plagen die

Menschen seit vielen Hunderten Jahren. Bedenklich ist die Tatsache, dass Erkrankungen

der Wirbelsäule deutlich im Ansteigen sind und heute bereits als einer der

häufigsten Gründe für Arztbesuche und Krankenstände gelten.

SERIEN

4 STANDPUNKTE. Kompetenz aus Ihrer Apotheke

5 APORAMA. Hepatitis C und B ● Morbus Alzheimer ● Wundversorgung im eigenen

Zuhause ● Rauschtrinken im Alter ● Tumor-Bestrahlung

10 TIPPS VOM APOTHEKER. Zeckenstiche sind zweifach gefährlich ● Das

»vergessliche« Immunsystem und die FSME ● Impfrisiken bei Kombinationsimpfstoffen?

● Corrigendum

29 KINDER IM FOKUS. Migräne und Restless-Legs-Syndrom bei Kindern ●

Kinderkopfschmerz ● Für unter 16-Jährige: Verbot von Schönheits operationen ●

Psychologische Beratung bei Schönheitsoperationen für Jugendliche ● Kopfläuse –

kein Grund zur Panik!

40 HOMÖOPATHISCHE HAUSAPOTHEKE. Rheumatische Beschwerden Teil 1

42 MUTTER & KIND. „Richtig Essen von Anfang an“ ● Schulstress setzt K -

indern zu ● Ernährung der Mutter beeinflusst die Gen aktivität in der Plazenta ●

Gefahr Schultüte ● Zahnpflegetipp für Schulkinder

44 AUF REZEPT. Eine neue »Pille« ● Verlässlichere Schizophreniebehandlung

44 DIABETES-NEWS. Ein schwaches Herz macht schlechten Appetit ● Immer

mehr Kinder mit Diabetes ● Achten Sie auf Ihre Augen

46 KOCHREZEPTE. Vegetarische Maultaschen ● Apfel-Topfen-Palatschinken

47 FÜR KIDS. Ein großer Tag für Latte Igel ● DA-Gewinnspiel ● Bleib gesund

mit Bonbo

PROMOTION

8 ÖSTERREICHISCHER APOTHEKERVERBAND.

22 Abwehrkräfte der

Kinder stärken

Unser Immunsystem basiert auf einem

komplexen Netzwerk aus unterschiedlichen

Organen, Zelltypen und Molekülen.

12 Durchblutungsstörungen:

Erkennen und

gegenwirken

Vereinfacht ausgedrückt sind unsere

Blutgefäße Schläuche (ähnlich einem

Gartenschlauch), wobei die Wand der

Gefäße aus vielen verschiedenen

Schichten zusammengesetzt ist.

34 Rheuma an der

Wirbelsäule

Rücken- und Kreuzschmerzen

plagen die Menschen seit vielen

Hunderten Jahren.

© Piotr Marcinski © Terrie L. Zeller

20 SCHÜSSLER-SALZE. Schüßler Salze zum Schulanfang

38 DUNGL-TIPP. Rückenschmerz ade

48 ÖSTERREICHISCHE APOTHEKERKAMMER. Tag der Apotheke

10 IMPRESSUM

© Monkey Business Images

DA September 2012

3


STANDPUNKTE

APOTHEKERBERUF, POLITIK & GESUNDHEIT

Kompetenz aus

Ihrer Apotheke

immer für Sie da!

Die Beratung unserer Kunden ist ein wesentlicher Bestandteil

in der tagtäglichen Arbeit eines Apothekers.

Dabei wissen wir nie, mit welchen Bedürfnisse und

Anliegen der nächste Patient an uns herantritt. Aber egal, ob es

um Fragen zu Wechselwirkungen von Arzneimitteln, der

idealen Reisevorsorge oder die korrekte Verwendung von

Nahrungsergänzungsmitteln oder um administrative Angelegenheiten

wie die Verrechnung mit der Krankenkasse geht,

wir Apotheker beraten jeden Einzelnen sofort und individuell.

Um eine bestmögliche Beratung zu garantieren, müssen wir

dabei stets den gesamten Arzneimittelschatz inklusive Randsortiment

wie Nahrungsergänzungsmittel, Medizinprodukte

oder Kosmetika im Überblick haben. Hinzu kommen ständige

Neuentwicklungen, wissenschaftliche Änderungen, aktuelle

Studien etc. Alles in allem handelt es sich dabei um eine massive

Datenflut, die es zu bewältigen gilt. Diese Informationen

werden von uns an der Tara abgerufen, um für jeden Kunden

das Wesentliche herauszufiltern.

Die Reputation der Apothekerschaft lebt von unserer Leistung

an der Tara sowie einer guten und nachhaltigen Kunden -

beziehung. Aus diesem Grund gehen unsere Bestrebungen

auch dahin, die Arzneimitteltherapie zu optimieren, und nicht

die Umsätze zu maximieren. Auch in Zukunft soll Österreich

kein Land der Pillenschlucker werden. Wir haben eine Verpflichtung

gegenüber unseren Kunden und eine Verantwortung

bei der Abgabe von Medikamenten, die jeder Einzelne

an der Tara einfordern kann.

kompetente Betreuung und das Management der gesamten

Medikation. Immer häufiger übernehmen wir auch soziale

Funktionen, die Alltagsseelsorge. Diese „Emoware“ ist jener

Bereich, der im Arbeitsalltag eines Apothekers zunehmend

wichtiger wird. Aber nur das reibungslose und einwandfreie

Zusammenspiel aller drei Bereiche gewährleistet, die

vielfältigen Bedürfnisse unsere Kunden zu erfüllen und die

Arzneimitteltherapie nachhaltig zu optimieren. Diese Verschmelzung

gibt es nur in Ihrer Apotheke, von Ihrer

Apothekerin und Ihrem Apotheker.

Ich persönlich vergleiche die Arzneimitteltherapie gerne mit

der EDV. Denn auch in der Apotheke gibt es eine Hardware,

eine Software und die emotionale Komponente, die ich als

„Emoware“ bezeichne. Beginnen wir mit der Hardware: In

unserem Fall sind das qualitativ hochwertige Produkte, eine

perfekte Arzneimittellogistik und ein optimales Service. Danach

kommt die Software, sprich die fachliche Beratung, die

Mag. pharm. Max Wellan,

Präsident der Österreichischen Apothekerkammer

4 DA September 2012


APORAMA

Aktiv, mobil, unabhängig!

Proflex Elektromobile

© Kannanimages

Bessere Behandlungsmöglichkeiten

Hepatitis C und B

Jeder 12. Mensch leidet an chronischer Hepatitis B oder C.

Das kann zu einem hohen Prozentsatz Leberzirrhose, -versagen

oder -karzinome bedeuten.

„Wir haben weltweit 170 Millionen Betroffene mit chronischer

Hepatitis C, 350 Millionen Menschen haben chronische Hepatitis

B. Zwei Milliarden Menschen sind Träger des Hepatitis B-Virus.

In Österreich haben wir zwischen 80.000 und 90.000 Patienten

mit Hepatitis C und 45.000 Menschen mit chronischer Hepatitis

B. Das sind diejenigen, von denen wir wissen“, sagte Angelika

Widhalm, Vorsitzende der österreichischen Hepatitis Hilfe als Dachorganisation

der Selbsthilfegruppen.

Die Hepatitis C wird heute vor allem bei intravenösem Drogenkonsum

übertragen. Blutprodukte (Gerinnungsfaktoren etc.) sind

sicher. Die meisten Patienten wurden ehemals im medizinischen

Umfeld infiziert. Die Behandlungsmöglichkeiten sind mittlerweile

ausgesprochen gut. Der Wiener Experte Michael Gschwantler

vom Wilhelminenspital: „Bei der alten Standardtherapie wurden

chronische Infektionen mit dem Hepatitis C vom Genotyp 1 (in

Österreich vorherrschend und ehemals deutlich schlechter behandelbar)

und Genotyp 4 sechs bis 18 Monate mit Peginterferon (alpha,

Anm.) und Ribavirin behandelt. Die Heilungsrate betrug 40

bis 50 Prozent.“ Bei Hepatitis C vom Genotyp 2 und 3 lag die

Heilungsrate bei 80 bis 90 Prozent.

Quasi von der HIV-Therapie »abgeschaut« haben sich Pharmakonzerne

Entwicklungsprojekte für so genannte Protease-Hemmer.

Proteasen sind Enzyme, welche Viren für ihre Vermehrung benötigen.

Mit den Substanzen Telaprevir und Boceprevir stehen jetzt

spezifisch gegen Hepatitis C-Viren vom Genotyp 1 wirksame Medikamente

zur Verfügung. In Dreifach-Kombination mit der alten

Behandlungsform kann die Ausheilungsrate auf 70 und mehr Prozent

gesteigert werden. Am Horizont gibt es sogar den Silberstreif

einer in Zukunft eventuell hoch wirksamen Behandlung ohne die

Verwendung von Interferon. Auch bei Hepatitis B gibt es mit dem

Interferon eine Behandlungsform, die bei einem Drittel der Patienten

zum Stillstand der chronischen Infektion führt. Hinzu kommen

als Alternative Hepatitis B-Polymerase-Hemmer, die allerdings

ihre Wirkung verlieren, wenn man sie absetzt.

Doch gerade bei Hepatitis B wäre die Prävention einfach: Hier

gibt es seit gut 20 Jahren eine hoch wirksame Impfung. Möglichst

per Impfung und durch Zugang zu Opiat-Substitutionstherapie

oder zumindest sauberen Spritzenbesteck sollen Patienten mit intravenösem

Drogenkonsum versorgt werden. Ein Problem ist

auch noch immer die Stigmatisierung von Betroffenen, nämlich

dass Lebererkrankungen noch immer mit Alkoholmissbrauch in

Verbindung gebracht werden.


DA September 2012

5

• Große Auswahl

• Bis zu 15 km/h schnell

• Günstige Gebraucht-Mobile

• Kostenlose Probefahrt bei Ihnen zu Hause!

Proflex Wannenlift

Gratis-Info-Broschüre anfordern.

Name

Elektromobile Wannenlift Treppenlift

Straße, Hausnummer

PLZ, Ort

Proflex Seniorenprodukte GmbH & Co. KG

Alte Bundesstraße 4A, 5500 Bischofshofen

Tel. 0 64 62-2 10 60, Fax 0 64 62-2 10 60-22

www.proflex.at

• Ohne fremde Hilfe sicher baden

• Senkt Sie bis auf den Wannenboden ab

• Passt in praktisch jede Badewanne

Proflex Treppenlifte

• Für unterschiedlichste Treppenformen geeignet

• Schnelle und saubere Montage in wenigen Stunden

• Sicher, bequem und leise

Gebührenfrei anrufen:

✆ 0800 - 80 80 52

Beratung vor Ort. Kostenlos und unverbindlich.

Telefon

Landesweiter

Service.

DA3612


APORAMA

Depressionen fördern Ausbruch

Morbus Alzheimer

E

ine

deutsche Langzeit-Beobachtungsstudie liefert erste

Ergebnisse zu Risikofaktoren, welche Morbus Alzheimer

auslösen können. Die vor drei Jahren gestartete TREND-

Untersuchung (Tübinger Erhebung von Risikofaktoren zur Erkennung

von Neurodegeneration) der Neurologischen Universitätsklinik

Tübingen, der Universitätsklinik für Psychiatrie

und Psychotherapie Tübingen, des Deutschen Zentrums für

Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), und des Hertie-Instituts

für klinische Hirnforschung (HIH) mit 1.100 Teilnehmern

zeigt zum Beispiel, dass Depressionen offenbar zum Ausbruch

der Erkrankung beitragen.

Die TREND-Studie hat sich zum Ziel gesetzt, Symptome der

Alzheimer- und Parkinson-Erkrankung möglichst früh zu erkennen.

Zu dem Zweck werden seit 2009 mehr als 1.100 Personen

im Alter von 50 bis 80 Jahren alle zwei Jahre nach modernsten

Kriterien der Wissenschaft untersucht. Die Studie legt

nun erste Ergebnisse zur Früherkennung der Alzheimer-Erkrankung

vor. Daniela Berg, Leiterin der Studie, sieht darin einen

wichtigen Meilenstein: „Dies sind die ersten Früchte und

ein wichtiger Schritt für die Teilnehmer, für die Organisatoren,

aber auch für die Wissenschafter weltweit, die sich mit diesem

Thema beschäftigen.“

Die erste Erkenntnis: Eine Depression erhöht das Risiko, an der

Alzheimer-Demenz zu erkranken, um das Zwei- bis Dreifache.

Die Tübinger Wissenschafter fanden heraus, dass bei depressiven

Menschen die Menge der Antikörper gegen Amyloid-beta1-42,

einem Protein, das eng mit der Alzheimer-Erkrankung

assoziiert ist, im Blut reduziert ist. Die Autoantikörper sollten

an sich das fehlerhafte Protein markieren und seine Beseitigung

durch das Immunsystem fördern.

Die Ergebnisse könnten zumindest zum Teil erklären, warum

vermehrt körpereigene Abfallstoffe, so genanntes Amyloid-beta,

nicht vom Gehirn entfernt werden können und sich dann in

Form von »Plaques« ablagern. Genau dies zeigt nun auch die

vorliegende Studie, die, so Walter Maetzler, Leiter der Tübinger

Biobank, darauf hindeutet, dass das erhöhte Risiko depressiver

Menschen an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken über eine

spezifische Veränderung des Autoimmunsystems (mit)bedingt

sein könnte.

Eine zweite wissenschaftliche Arbeit aus der Studie belegt,

dass eine Einschränkung der Wortfindung zu den frühesten

Symptomen der Alzheimer-Demenz zählt. Mit der funktionellen

Nahinfrarot-Spektroskopie (fNIRS), einer Methode zur optischen

Messung von Hirnaktivität, konnte das Forscherteam

der TREND-Studie eine Änderung unterschiedlicher Hirnprozesse

mit steigendem Alter belegen. Bei der Suche nach Wörtern

senkte das zunehmende Alter der Versuchsteilnehmer die

Aktivität in Bereichen der Sprachzentren, wohingegen die Aktivität

in Bereichen der Aufmerksamkeits- und Handlungssteuerung

zunahm. Interessanterweise war ein höherer Bildungsstand

mit einer erhöhten Aktivität der Sprachzentren und

tendenziell mit geringer Aktivität in den Arealen der Aufmerksamkeits-

und Handlungssteuerung verbunden.

Laut Andreas Fallgatter, einem der Autoren der Studie, spricht

dies dafür, „dass das Gehirn mit dem Alter Kompensationsstrategien

nutzt, um geistige Fähigkeiten auf hohem Niveau zu erhalten“.

Die frühzeitige Erkennung von derartigen Kompensationsstrategien

könnte eine Möglichkeit zur Früherkennung der

Alzheimer-Demenz darstellen.


NÖ Hilfswerk

Wundversorgung im

eigenen Zuhause

Offene Beine, schlecht heilende und entzündete Wunden.

Das alles und der damit verbundene Leidensweg beeinträchtigt

die Lebensqualität massiv. 15 Prozent (!) der

Hilfswerk-Kunden sind von Wunden betroffen. Auf diese Herausforderung

hat der größte Sozialdienstleister des Landes reagiert

und 19 diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen speziell

ausbilden lassen. In der mobilen Pflege ist das NÖ Hilfswerk

das einzige Unternehmen in ganz Niederösterreich, das Wund -

management anbietet – und das sogar flächendeckend. In jedem

Bezirk gibt es nun einen Wundbeauftragten.

WARUM WUNDMANAGEMENT?

Die Wunde und deren Ursache sollen bestmöglich versorgt werden.

Das speziell ausgebildete Personal des NÖ Hilfswerks bietet

professionelle Versorgung mit den neuesten Verbandsstoffen. Die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dabei laufend am aktuellsten

Wissensstand gehalten. Wundversorgung bedeutet aber

mehr als Verbände anzulegen: dazu gehören Beratung von Angehörigen,

richtige Ernährung, Druckentlastung bestimmter Körperstellen

oder die Organisation geeigneter Hilfsmittel. Professionelle

Versorgung funktioniert aber nur in Zusammenarbeit mit den

Hausärzten, Fachärzten und Wundambulanzen. „Interdisziplinäre

Zusammenarbeit zwischen Medizin und Pflege ist gerade bei professioneller

Wundversorgung extrem wichtig. So können wir pflegebedürftige

Menschen noch besser unterstützen“, weiß Ernestine

Jungwirth, Projektleiterin Wundmanagement beim NÖ Hilfswerk.

Kunden des NÖ Hilfswerks können die professionelle Versorgung

von Wunden im Rahmen einer normalen Einsatzstunde in Anspruch

nehmen. Neukunden werden gerne bei einer Pflegeberatung

informiert. Nähere Infos gibt es bei der Infoline des NÖ

Hilfswerks unter Tel. 02742/90 600 oder bei der Hilfswerk-Einrichtung

in Ihrer Nähe.


Tumor-Bestrahlung

Ultraschall verbessert

Behandlung

Kanadische Forscher haben eine neuartige Ultraschallbehandlung

gegen Krebstumore entwickelt. Wird sie mit herkömmlicher

Strahlentherapie kombiniert, sterben 10mal mehr

Krebszellen ab als ohne den Ultraschall. Das zeigen erste Tests

mit krebskranken Mäusen. Bei dem Verfahren werden zunächst

winzige Gasbläschen in den Blutkreislauf gebracht. Mit dem Blut

gelangen sie bis in die feinen Gefäße des Tumors. Durch Ultraschall

beginnen die Bläschen zu schwingen und platzen schließlich.

Das zerstöre die Tumorgefäße und lasse die umliegenden

Krebszellen absterben, berichten die kanadischen Forscher. Kombiniere

man diese Ultraschallbehandlung mit herkömmlicher Bestrahlung,

addiere sich die Wirkung beider.


© Nito

6 DA September 2012


Umweltstress und Computerarbeit

reizen Ihre Augen?

Homöopathische Hilfe naht!

Unsere Augen sind hoch empfindliche Organe

und reagieren sehr sensibel auf Umwelteinflüsse

und äußere Belastungen. Homöopathische

Stoffe aus dem Pflanzen-,

Tier- und Mineralreich können eine Vielzahl

an Beschwerden sanft und gleichzeitig

effektiv lindern.

Staub, Arbeiten am Computer, künstliche Beleuchtung,

gechlortes Wasser, Wind und vieles mehr können zu Reizungen

und Entzündungen der Augenschleimhaut führen.

Nicht selten tritt das typische Sandkorngefühl auf.

Auch allergische Reaktionen lösen oft Brennen und

Schwellungen der Augenbindehaut aus. So können z.B.

Pollen, Hausstaub oder Tierhaare allergische Augenbeschwerden

und Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen.

GEREIZTE,

NEU

ENTZÜNDETE

AUGEN?

Gerade für die beschriebenen Probleme eignet sich eine

homöopathische Behandlung besonders gut. Die für die

Linderung und Heilung notwendigen körpereigenen Systeme

werden angeregt und harmonisiert. Das beruhigt irritierte

Augen.

FÜR EMPFINDLICHE

AUGEN GEMACHT

APOZEMA ® Augentropfen enthalten homöopathische

Stoffe aus dem Pflanzen-, Tier- und Mineralreich mit spezieller

Wirkung auf die Augen. Die einzelnen Komponenten

ergänzen sich und können ein breites Band an Beschwerden

– von tränenden Augen, über Juckreiz, geschwollene

Lider bis hin zu Bindehautentzündungen – abdecken.

APOZEMA ® Apis compositum Augentropfen Nr. 41

Helfen vor allem bei allergisch bedingten Beschwerden

der Augen und Juckreiz.

APOZEMA ® Allium cepa compositum Augentropfen

Nr. 42 wirken speziell bei gereizten, müden und entzündeten

Augen.

Dank eines innovativen Pumpsystems kommen die Augentropfen

in der Flasche nie mit der Umgebungsluft in

Kontakt. Daher können Mikroorganismen, wie Bakterien,

nicht ins Innere der Flasche gelangen. So bleiben APO-

ZEMA ® Augentropfen ohne Konservierungsmittel dauerhaft

steril.

APOZEMA ® Augentropfen Nr. 41 + 42

helfen sanft bei gereizten, entzündeten Augen sowie

allergisch bedingten Augenbeschwerden.

absolut steril, daher 3 Monate haltbar

(nach Anbruch)

ohne Konservierungsmittel

für Träger weicher und harter Kontaktlinsen

für jedes Alter geeignet

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen

informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

H O M Ö O P A T H I E

www.apozema.at

Exklusiv in Ihrer Apotheke.


ÖSTERREICHISCHER APOTHEKERVERBAND

Österreichs Apotheker warnen vor den

Gefahren des Versandhandels mit Arzneien

Nein zum Kauf von

Pillen aus dem

Internet

Arzneimittel sind keine »Zuckerl«, sondern besondere Waren. Sie

gehören in die Hand von Fachleuten und nicht ins Internet, wo man

scheinbar billig und ohne Schranken alles bestellen kann. Ohne auf

die Folgen zu achten, die tödlich sein können.

Dr. Christian Müller-Uri

Präsident des Österreichischen

Apothekerverbandes

Der Versandhandel im Internet blüht. Nahezu alles kann man

im Netz kaufen. Leider auch Waren, die Auswirkungen auf

die Gesundheit haben. Mehr als 40.000 (!) gefälschte Medikamente

hat der österreichische Zoll im Vorjahr aus dem Verkehr

gezogen. 2010 waren es »nur« 16.000. Die rasante Zunahme

führen Experten auf verstärkte Werbung im Internet zurück.

Die Fälscher betreiben äußerst aggressives Marketing. Alles wird

gefälscht – nicht mehr nur Lifestyle-Präparate und »Klassiker« wie

Viagra, sondern auch Krebs-Medikamente und Kinderheilmittel.

Analysen öffentlicher Gesundheitslabors haben gezeigt, dass diese

»Medikamente« so ziemlich alles enthalten, was giftig ist. Sogar

zerriebener Ziegelstaub und Gummiteile wurden gefunden.

Niemand kann einfachste Sicherheitsfaktoren wie die Einhaltung

der Kühlkette auf dem Versandweg garantieren. Ein Rücktritt vom

© Foto Neumayr/MMV

Kauf ist oft nicht möglich, weil die Lieferanten verstärkt von Asien

aus operieren. Wer beim Kauf illegaler Medikamente erwischt

wird, muss auch als Konsument mit Strafen bis zu 7.200 Euro

rechnen. Daher gilt: Nur in einer heimischen, öffentlichen Apotheke

ist man sicher, wenn es um das Beste für die Gesndheit geht.

RAT IHRES APOTHEKERS

„Die beste Arznei für den Menschen ist der Mensch“. Das hat

schon der große Arzt und Wissenschafter Paracelsus vor 500

Jahren erkannt. Und nur nach diesem Leitsatz arbeiten wir Apotheker.

Wir sind in erster Linie für die Arzneimittelversorgung der

Bevölkerung zuständig. Und müssen erst in zweiter Linie als

Kaufleute, Arbeitgeber und Steuerzahler

an das Geschäft denken.

Im direkten Gespräch mit den

Patienten lösen wir Tag für Tag

viele arzneimittelbezogene Fragen.

Diesen direkten »Draht« zu

uns Arzneimittelexperten gibt es

aber nur in der öffentlichen Apotheke.

Viele Kunden, die um teures

Geld Arzneimittel über den

Versandhandel bestellen, landen

letztlich wieder bei mir in der

Apotheke. Weil sie Rat suchen,

ob es sicher ist, dies und jenes so

einfach einzunehmen.

Vertrauen Sie so wie bisher

Ihrem Apotheker und nicht dem

anonymen »Internet-Ratgeber«.

Ihr

Dr. Christian Müller-Uri

Präsident des Österreichischen

Apothekerverbandes

8 DA September 2012


APORAMA

Erhöhtes kognitives Verfallsrisiko

Rauschtrinken im Alter

Dem leichten bis moderaten Alkoholkonsum werden einige

gesundheitliche Vorteile nachgesagt, darunter auch eine

mögliche Reduzierung des kognitiven Verfallsrisikos. Zwei

neue Studien weisen jedoch darauf hin, dass moderater Alkoholkonsum

im Alter, stärkerer Konsum in jungen Jahren und

»Rauschtrinken« im Alter das kognitive Verfallsrisiko erhöhen.

„Die vielen Gefahren des Alkoholmissbrauchs und einige mögliche

Vorteile sind hinlänglich bekannt. In der Wissenschaftsgemeinde

besteht diesbezüglich jedoch Klärungsbedarf“, so William

Thies, PhD, der medizinische und wissenschaftliche Leiter

der Alzheimer’s Association. „Sicherlich sollte niemand mit dem

Trinken anfangen, um das Alzheimer-Risiko zu reduzieren – was

die beiden neuen Forschungsberichte bestätigen. Wir müssen jedoch

mehr darüber erfahren, welche Faktoren tatsächlich Einfluss

auf eine Erhöhung und Reduzierung des kognitiven Verfalls- und

des Alzheimer-Risikos haben. Hierfür sind langfristiger ausgelegte

Zwei neue Studien weisen

darauf hin, dass moderater

Alkoholkonsum im Alter,

stärkerer Konsum in jungen

Jahren und »Rauschtrinken«

im Alter das kognitive Verfallsrisiko

erhöhen.

Studien und vielfältigere Populationen erforderlich – und wir

benötigen zusätzliche Forschungsmittel, um dies möglich zu machen.

Aus langfristigen Forschungsarbeiten wie beispielsweise

der Framingham-Studie haben wir unglaublich viel über das

Herzkrankheits- und Schlaganfallrisiko lernen können. Außerdem

haben wir zweifelsfrei belegt, dass bestimmte Risikofaktoren mit

dem Lebensstil zusammenhängen, wogegen Menschen jeden Tag

etwas tun können. Dieser Forschungsansatz muss jetzt auch im

Hinblick auf Alzheimer verfolgt werden“, so Thies weiter.

© nito

Die leistbare Alternative

zum Pflegeheim

Wir werden alle alt. Älter als jemals in der Menschheitsgeschichte. Der bekannte Schauspieler und

Sänger Johannes Heesters wurde stolze 108 Jahre alt. Die liebevolle Betreuung seiner Frau und

vieler anderer helfenden Händen haben ihn zu Hause glücklich altern lassen.

Die deutsche Schriftstellerin, Gertrud

von Le Fort, selbst 95 Jahre geworden,

hat es einmal so formuliert:

„Das Alter ist wie eine Woge im Meer. Wer

sich von ihr tragen lässt, treibt oben auf.

Wer sich dagegen aufbäumt, geht unter.“

„Alte Bäume soll man nicht versetzen“ sagt

ein bekanntes Sprichwort. Leider haben

immer noch viele alte Menschen keine andere

Wahl und werden oft ungefragt »versetzt«,

aufbäumen nützt nichts, Resignation

bestimmt den Lebensabend, der eigentlich

so heiter und friedlich sein könnte. Neue

Wege in der Altenbetreuung sind gefragt.

„Die Guten Hände“ aus St. Pölten bieten

österreichweit eine 24 Stunden Altenbetreuung

neuen Stils an. Wie die Geschäftsführerin

Bianca Mikscha betont, geht es

nicht darum, mit dem Leid alter Menschen

schnelles Geld zu machen, sondern pflegebedürftigen

Menschen qualifizierte Betreuerinnen

zur Seite zu stellen, die nicht

nur speziell geschult werden, sondern sich

durch besondere Herzensbildung auszeichnen.

„Neben der 24 Stunden Betreuung

stellen wir auch Tages- & Urlaubsbetreuung

zu Verfügung und sind auch rund um

die Uhr für alle Anliegen telefonisch erreichbar.

Die Betreuerinnen werden speziell

von einem qualifizierten Team geschult

und auch regelmäßig vor Ort besucht. Gute

Deutschkenntnisse sind eine Voraussetzung,

um überhaupt bei »Die Guten Hände«

arbeiten zu können. Natürlich sind alle

BetreuerInnen sozialversichert und werden

bei Bedarf auch ausgetauscht“, erzählt die

Pflegeexpertin aus der Praxis. „Uns ist es

sehr wichtig, dass sich die Menschen mit

besonderen Bedürfnissen und die Betreuerinnen

gut verstehen und eine feine Zeit zusammen

haben.“

© shutterstock

Neue Wege in der Altenbetreuung

• 24 Stunden Pflegehotline

• spezifische Schulungen der

BetreuerInnen

• kostenlose Erstberatung

• Unterstützung bei

Behördengängen

• 24 Stunden Betreuung

Tages- und Urlaubsbetreuung

Gratis-Hotline: 0800/208 130

www.diegutenhaende.at

Entgetliche Einschaltung

DA September 2012

9


Schnelle Wirkung durch

Lysinat-Effekt

TIPPS VOM APOTHEKER

Zeckenstiche sind

zweifach gefährlich

Der Aufenthalt im Freien ist nicht immer so gesund, wie man

annehmen sollte. Denn im hohen Gras, Gebüsch oder Unterholz

sitzen Zecken und warten auf ihre Opfer, denen sie

nach einem Stich Blut abzapfen können. Dabei übertragen sie mit

ihrem Speichel nicht nur die virale FSME, sondern auch eine

zweite, bakterielle Erkrankung, nämlich die Lyme-Borreliose.

Statistisch ist das bei jedem 20. Zeckenstich der Fall! Erste Anzeichen

einer Infektion treten meist auf der Haut auf, können aber

erst Wochen nach dem Stich sichtbar und daher leicht falsch gedeutet

werden, zumal sie keine Beschwerden verursachen. Es

breitet sich nämlich an der Stichstelle ein roter Ring aus, der mit

der Zeit größer wird (Erythema migrans oder »Wander-Röte« genannt).

Ohne entsprechendes Antibiotikum breitet sich das Bakterium

im Körper aus und kann noch Jahre später Gelenksbeschwerden

und neurologische Erkrankungen verursachen. Im Gegensatz

zur FSME gibt es keine Schutzimpfung gegen Borreliose,

dafür ist jedoch eine längere antibiotische Behandlung erfolgversprechend.

TIPP: Achten Sie nach einem Zeckenstich auf Anzeichen einer

Infektion wie der Wander-Röte oder auf Krankheitsgefühl,

Nackensteife, Kopfschmerzen und grippeähnliche Beschwerden.

In den meisten Fällen gibt es keine bleibenden Schäden, weil das

Immunsystem die Borrelien ausschaltet. Aus Gründen der Vorsicht

ist es auf jeden Fall ratsam, den Hausarzt über die ganze Angelegenheit

zu informieren. Er wird dadurch sensibilisiert, auch

auf andere Zeichen der Borreliose zu achten und kann eine labormäßige

Überprüfung einer eventuellen Infektion veranlassen. Unser

Tipp: Reiben Sie sich mit leicht flüchtigen Repellentien ein,

die eine »Duftwolke« um den Körper verbreiten und so einen

Zeckenstich verhindern. Über geeignete Präparate berät Ihr Apotheker

gerne.


© Henrik Larsson

Das »vergessliche« Immunsystem und die FSME

Wie allgemein bekannt, erreichen Schutzimpfungen für gewöhnlich erst nach der mehrfachen Grundimmunisierung ihre volle

Wirksamkeit. Sie wird an der Bildung der entsprechenden Antikörper im Blut messbar. Im Falle der FSME (Frühsommer-Meningo-

Encephalitis) sind dazu drei Impfungen nötig. Danach wird alle fünf Jahre eine Auffrischung notwendig. Unterbleibt sie, dann geht

der Impfschutz im 6. und 7. Jahr zurück. Untersuchungen zeigten, dass nach Grundimmunisierung (ohne Auffrischung) der Abfall der

Antikörper beschleunigt stattfindet. Bei Senioren kommt noch das Alter hinzu. Nicht nur, dass über 60-Jährige nach der Impfung weniger

Antikörper bilden, verschwinden sie auch wieder schneller als bei den Jüngeren aus dem Blut! Deshalb wird für diese Altersgruppe

der Zeitpunkt der Auffrischung auf alle 3 Jahre verkürzt (Erwachsene alle 5 Jahre).

TIPP: Durch den regelmäßigen Kinderarztbesuch und die von den Krankenkassen bzw. dem Gesundheitsministerium finanzierten

Impfstoffe ist die Durchimpfung gegen die häufigsten Kinderkrankheiten inzwischen sehr hoch. Schlechter sieht es bei den Erwachsenen

aus. Sie fühlen sich gesund, gehen selten zum Arzt und denken kaum an Schutzimpfungen. Unser Tipp berücksichtigt diese

Umstände. Besorgen Sie sich einen Impfpass und lassen Sie alle Impfungen eintragen. Legen Sie einen Tag im Jahr fest – wie z.B.

Ihren Geburtstag – , an dem Sie Ihren Impfpass auf Aktualität überprüfen. Sie können das von Ihrer Stammapotheke erledigen lassen

oder sich im Internet im Portal www.reisemed.at über die jeweiligen Impfabstände selbst informieren. Dort finden Sie auch den

Link zum aktuellen österreichischen Impfplan (http://www.reisemed.at/impfindex.htm).


Das kindliche

Immunsystem

So stärken Sie

die Abwehrkräfte

Ihres Kindes

Durchblutungsstörungen

Erkennen und

vorbeugen

Das metabolische

Syndrom

Eine Lifestyleerkrankung

Tag der Apotheke:

26. 9. 2012

© Darren Baker

Die Gesundheitsdetektive kommen

ratioDolor

®

akut

Die schnelle Rettung bei

Schmerzen!

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren

Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

11245MAIWS

IMPRESSUM

Herausgeber und Medieninhaber: Österr. Apotheker-Verlagsges.m.b.H., 1090 Wien, Spitalgasse 31, Tel. 01/402 35 88, Fax 01/408

53 55. www.apoverlag.at. Geschäftsführer: Mag. Martin Traxler. Chef redaktion: Mag. Monika Heinrich (mh), DW 26. Redaktion: Camilla

Burstein, Mag. pharm. Claudia Dungl-Krist, Mag. pharm. Dr. Alfred Klement (DA-Auf Rezept, Tipps vom Apotheker), Mag. pharm.

Irina Schwabegger, Dr. Thomas Schwingenschlögl, Mag. pharm. Esther Wurm, Petra Zacherl (DA Mutter & Kind, DA Diabetes-

News, DA Kids, Kochrezepte). Anzeigen: Alexander Fauland, 0664 33 88 600. Wissenschaftlicher Fachbeirat: Univ.-Prof. Mag. pharm.

Dr. Eckhard Beubler, Prof. Dr. Gernot Desoye, Univ.-Prof. Mag. pharm. Dr. Peter Dittrich, Dr. Gernot Fischer, Univ.-Prof. Dr. Peter

Husslein, Mag. pharm. Dr. Gerhard Kobinger, Univ.-Prof. Mag. pharm. Dr. Brigitte Kopp, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka, Univ.-

Prof. DDr. Michael Matejka, Univ.-Prof. Dr. Michael Roden, Univ.-Prof. Dr. Helmut Sinzinger, Univ.-Prof. Mag. pharm. Dr. Max Wichtl.

Anzeigen verkauf, Grafik & Produktion: Afcom – Alexander Fauland Communication, Tel. 01/402 35 55, alexander.fauland@afcom.at,

www.afcom.at. Hersteller: NÖ Presse haus. Erscheinungsweise: monatlich.

Der Verlag behält sich das ausschließliche Recht der Verbreitung und Vervielfältigung der in dieser Zeitschrift gedruckten Beiträge

sowie die Verwendung für fremdsprachige Ausgaben vor. Nachdruck ist nur unter genauer Quellenangabe gestattet. Namentlich

gezeichnete Artikel geben die ausschließliche Meinung des Autors wieder, die nicht mit der der Redaktion über einstimmen muss.

Die 3. Person sing. masc. ist bei allgemeinen Bezeichnungen geschlechtsneutral zu verstehen und umfasst sowohl die weibliche

als auch die männliche Form. Preise ohne Gewähr.

10 DA September 2012


Impfrisiken bei

Kombinationsimpfstoffen?

Noch immer haben verunsicherte Eltern bei Mehrfachimpfstoffen

gewisse Bedenken. Im Vordergrund steht dabei die

»Überlastung« des Immunsystems durch die gleichzeitige

Zufuhr von bis zu sechs verschiedenen Impfstoffen. Dem ist entgegenzuhalten,

dass Kinder im ersten Lebensjahr täglich mit bis

zu 100 für sie neuen Stoffen Kontakt haben und das Immun -

system dabei den Umgang mit ihnen »lernt«. Sechs zusätzliche

spielen daher keine Rolle. Außerdem erspart man mit einer

Mehrfachimpfung dem Kind mehrere einzelne Impfungen und

die damit verbundene Aufregung. Allerdings kommt es vor, dass

die Immunreaktion auf einzelne Teilkomponenten des Impfstoffes

schwächer ausfällt, als wenn man diesen alleine verabreicht.

Meldungen über häufigere Impfreaktionen auf einen 5-fach-

Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinder -

lähmung und Haemophilus influenzae Typ b haben sich in einer

publizierten Kontrollstudie in der amerikanischen Fachzeitschrift

zwar bestätigt, sie beschränken sich aber auf zwei- bis dreitägiges

Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit.

TIPP: Insbesondere nach der ersten Teilimpfung kann vermehrt

Fieber auftreten, das auch Ursache von Fieberkrämpfen sein kann.

Diese Reaktion schwächt sich bei der zweiten Teilimpfung ab. Bei

der dritten Impfung besteht kein Risiko mehr einen Fieberkrampf

TIPPS VOM APOTHEKER

mit der Impfung zu provozieren. Am besten Sie besprechen vorher

die mögliche Impfreaktion mit dem Kinderarzt und lassen sich

über mögliche fiebersenkende Maßnahmen beraten. Allerdings

sprechen Untersuchungen dafür, der Impfreaktion ihren Lauf zu

lassen. Fiebermittel könnten nämlich nicht nur das Fieber senken,

sondern möglicherweise auch die gewünschte Bildung von

Abwehrstoffen beeinträchtigen. Tschechische Mediziner wiesen

einen solchen Effekt nämlich bei prophylaktischer Gabe von

Paracetamol nach!


CORRIGENDUM

ERRATUM »WARZEN IM INTIMBEREICH«

Im Gegensatz zur Angabe in der Juli-Ausgabe, dass der Grünnteeblätter-Extrakt

in Salbenform rezeptfrei ist, bekommt man das entsprechende

Präparat nur nach Vorlage eines Rezeptes vom Arzt.

© Tropper


HERZ UND GEFÄSSE

Kalte Füße, Kribbeln und Spannen in den Beinen

Durchblutungsstörungen:

Erkennen und gegenwirken

Vereinfacht ausgedrückt sind unsere Blutgefäße Schläuche (ähnlich

einem Gartenschlauch), wobei die Wand der Gefäße aus vielen

verschiedenen Schichten zusammengesetzt ist. Durch Kalk -

ablagerung im Inneren der Gefäße führt das zu einer schlechten

Durchblutung. Aufgrund schlechter durchbluteter Extremitäten

sind Frauen stärker betroffen als Männer.

© Piotr Marcinski

Schwere und kalte Füße sowie Kribbeln oder Spannen in

den Beinen sind erste Anzeichen von Durchblutungsstörungen

bzw. des Anfangsstadiums einer so genannten Artherosklerose,

die eine allgemeine Verkalkung der Gefäße beschreibt.

Wenn beim Spazierengehen oder Wandern Schmerzen in der Waden-

und Oberschenkelmuskulatur auftreten, dann steckt oft eine

schlechte Beindurchblutung, auch genannt periphere arterielle

Verschlusskrankheit (PAVK), dahinter. Dabei kann es schon nach

50 bis 100 Meter zu Schmerzen kommen, was nichts mit einem

Muskelkater zu tun hat. Am Anfang der Erkrankung treten die

Symptome wie Schmerzen, Krämpfe, Spannungs- und Schweregefühl

nur bei starkem Sauerstoffbedarf des Gewebes bei Be -

lastung, z.B. beim Bergaufgehen, auf. Wird nicht behandelt, so

verspüren die Betroffenen quälende Schmerzen beim normalen

Gehen und dann auch in Ruhe, da die Arterien ständig zu eng

sind. Beschwerden durch die PAVK treten, zumindest am Beginn

der Krankheit, typischerweise nur bei Be lastung auf und verschwinden

in Ruhe sehr schnell wieder. Damit zwingen sie die

Betroffenen zum wiederholten Verweilen beim Gehen, ähnlich einem

Schaufensterbummel, daher der umgangssprachliche Begriff

»Schaufensterkrankheit«, hinter dem jedoch eine ernste Durchblutungsstörung

steckt. In Mitteleuropa ist ab dem 55. Lebensjahr

jeder Zehnte davon betroffen, bei den über 70-Jährigen schon eine

von vier Personen. Für Österreich schwanken die angegebenen

Zahlen zwischen 300.000 und 400.000 Erkrankten.

Fuß- und Wadenschmerzen, Krämpfe, aber auch Hautveränderungen

an den Beinen, Ekzeme, Jucken und kleine Wunden sowie offene

Stellen können ihre Ursache in einer PAVK haben. Bei Verdacht

auf eine Durchblutungsstörung sollte der Arzt die Fußpulse

des Patienten tasten, bei einer deutlichen Schwäche der Fußpulse

sollte eine weitere Abklärung mittels Ultraschallmessung, die einen

Überblick über die globale Durchblutung gibt, erfolgen.

WER IST BESONDERS GEFÄHRDET?

Wie erwähnt sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Schuld

daran sind die bei Frauen schlechter durchbluteten Extremitäten,

was zum einen aufgrund der bei Männern vorhandenen größeren

und wärmenden Muskelschicht erklärbar ist. Weiters halten die

weiblichen Hormone die Kernkörpertemperatur bei Frauen in

12 DA September 2012


HERZ UND GEFÄSSE

Hinblick auf eine mögliche Schwangerschaft hoch – dies geschieht

allerdings auf Kosten der Temperatur in Armen und Beinen.

Natürlich spielt allgemein der Lebensstil – also Ernährung und

Bewegung – wie so oft eine große Rolle. Grundsätzlich sind bis

zu einem gewissen Anteil Durchblutungsstörungen bzw. die beschriebene

Gefäßverkalkung, Artherosklerose, auch genetisch

vorbestimmt. Zahlreiche Faktoren können das Risiko jedoch stark

erhöhen:

druck und Blutzucker sollten vom Arzt optimal eingestellt werden.

Eine fettarme, vitaminreiche Kost mit viel Gemüse, Salaten

und Obst ist empfehlenswert, da viele Vitamine und Spurenelemente

eine entzündungshemmende und durchblutungsfördernde

Wirkung aufweisen. Tierische (schlechte) Fette sollten stark reduziert

werden, da sie den Cholesterinspiegel erhöhen und Verkalkungen

vorantreiben. Dagegen wirken sich Pflanzenöle (mit Ausnahme

von Kokosfett und Palmkernöl) sowie die in allen Fischen

enthalten Omega-3- und -6-Fettsäuren auf Cholesterin, Blutdruck

Wird nicht behandelt, so verspüren die Betroffenen quälende

Schmerzen beim normalen Gehen und dann auch in Ruhe, da die

Arterien ständig zu eng sind.

Rauchen ist ein Hauptrisikofaktor. Nikotin bewirkt eine Engerstellung

der Gefäße und wirkt ungünstig auf den Stoffwechsel.

Diabetes mellitus mit seinen hohen Blutzuckerwerten fördert

die Artherosklerose. Ein Diabetiker hat ein etwa vierfach höheres

Risiko, weshalb ein korrektes Einstellen des Zuckerspiegels

äußerst wichtig ist.

Erhöhte Blutfette, Cholesterin- und Triglyzeridwerte, begünstigen

ebenfalls die Gefäßverkalkung. Dabei ist nicht nur die absolute

Höhe des Gesamtcholesterins, sondern vor allem das Verhältnis

von HDL (»gutes Cholesterin«) und LDL (»schlechtes Choles -

terin«) wichtig. Bis zu einem gewissen Wert sind beide Parameter

über korrekte Ernährung (mediterrane Kost, Meiden von tierischen

Fetten, viel Obst und Gemüse) sowie Bewegung und Sport

zu beeinflussen.

Bluthochdruck: Die mechanische Belastung durch ständig erhöhten

Blutdruck führt zur Wandverdickung und -versteifung und

somit zu einer deutlich schlechteren Durchblutung. Eine korrekte

Einstellung des Blutdrucks ist daher unumgänglich.

WIE KANN DIE DURCHBLUTUNG

VERBESSERT WERDEN?

Prinzipiell müssen die erwähnten Risikofaktoren minimiert werden.

Eine Nikotinentwöhnung bei Rauchern ist notwendig, Blut-

und Durchblutung sehr günstig aus. Essen Sie daher mehr Fisch

und verwenden Sie beim Kochen mehr Pflanzenöle. Bei übergewichtigen

Personen sollte eine Gewichtsreduktion angestrebt werden,

wodurch Blutzucker, Blutdruck und Blutfette gesenkt werden,

aber auch die Lust an der Bewegung erhöht wird. Allgemein

ist regelmäßige Bewegung (vor allem an der frischen Luft) – wie

Spazieren gehen, Rad fahren, Treppen steigen oder Zehenstand -

übungen – förderlich für eine gute Durchblutung.

HILFE AUS DER APOTHEKE

Gegen Durchblutungsstörungen gibt es aber auch zahlreiche

durchblutungsfördernde Präparate in Ihrer Apotheke. Dazu zählen

verschiedene pflanzliche Zubereitungen bzw. auch Massageöle

oder Badezusätze (für das Fußbad). Hier kommen u.a. Rosmarin,

Schlehenblüten, weiters Rosskastanie, Gingko, Weißdorn und

Mistel zum Einsatz, aber auch z.B. Omega-3-Fettsäuren sowie

zahlreiche Vitamine und Spurenelemente (im Mikronährstoffbereich).

Vielversprechend ist der Ansatz der tibetischen Medizin,

bei dem Durchblutungsstörungen mit Gemischen aus einer Vielzahl

an Kräutern wie Akeleikraut, Baldrianwurzel, Gewürznelken

oder Nelkenpfeffer behandelt werden.

In Ihrer Apoteheke erhalten Sie zu den verschiedensten Möglichkeiten

und Produkten kompetente Beratung.


FÖRDERT DIE DURCHBLUTUNG

CIRCOSAN ®

• bei Beschwerden wie

kalten Händen und

Füßen mit Kribbeln

• bei Wadenschmerzen

beim Gehen

Erhältlich in Ihrer Apotheke

PadmaC_2012_026

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker! Die Anwendung dieses

traditionell pflanzlichen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf langjähriger Verwendung.


DA GEWINNSPIEL

Familienhotel Kesselgrub

in Altenmarkt-Zauchensee

HERZ UND GEFÄSSE

© Altenmarkt-Zauchensee

Tourismus

© Altenmarkt-Zauchensee

Tourismus

Wohlfühlen und genießen – in Kesselgrubs Ferienwelt eine

Leichtigkeit. Das gemütliche Haus gilt als perfekter

Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen in die beeindruckende

Natur rund um das doppelte Ferienparadies Altenmarkt-Zauchensee.

In den liebevoll gestalteten Zimmern und Suiten des Hotels vergessen

Urlauber die Hektik des Alltags und entspannen in charmanter

Wohlfühlatmosphäre. Naturliebhaber relaxen unter freiem

Himmel in der prächtigen Gartenanlage mit solarbeheiztem Badeteich,

wo die vielen kleinen

Ruhenischen und

Rückzugsorte zum Verweilen

einladen. Fürs leibliche

Wohl sorgt die Kesselgrubs

All-inclusive-

Schlemmerpension, die

die Gäste rundum verwöhnt.

Zum Tagesausklang entspannt man in »Kesselgrubs kleiner

feiner Wellnesswelt«, die mit Hüttensauna, Aromadampfbad,

Whirlpool und Kneipp-Becken lockt.

Altenmarkt-Zauchensee beeindruckt als ganzjähriges Ferien-Paradies

im Pongau 70 Kilometer südlich von Salzburg. Altenmarkt-

Zauchensee gehört mit dem Pongauer Wild zu den Genussregionen

des Salzburger Landes. Zum Bummeln und zum »Einkaufen mit

Herz« laden liebevoll gestaltete

Geschäfte und Boutiquen.

Bei zahlreichen Fes -

ten und Veranstaltungen das

ganze Jahr über spüren Gäste

die natürliche Herzlichkeit

der Menschen und kommen

mit gelebtem Brauchtum

in Berührung, das sich hier zuweilen erfrischend kreativ zeigt.

www.altenmarkt-zauchensee.at und www.kesselgrub.at

Gesellen sich zum Übergewicht

noch andere so genannte Risikofaktoren

wie hoher Blutdruck, hohe

Blutfette und hohe Blutzucker -

werte, dann werden unsere

Blutgefäße noch schneller

verkalken und es treten vermehrt

Schlaganfälle und Herzinfarkt auf.

Bei einer solchen Kombination

verschiedener Risikofaktoren

spricht man von einem

»metabolischen Syndrom«.

© Luis Louro

DA GEWINNSPIEL

»DA – Die Apotheke verlost zwei Übernachtungen im stilvoll

eingerichteten Doppelzimmer für zwei Personen inklusive

Halbpension in Kesselgrubs Ferienwelt.

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, senden Sie eine E-Mail

oder Postkarte mit dem Betreff »DA September-Gewinnspiel«

an gewinnspiel@apoverlag.at oder an den Österreichischen

Apotheker-Verlag, Spitalgasse 31, 1090 Wien. Einsendeschluss

ist der 30. September 2012. Vergessen Sie nicht, Namen und

Adresse auf die Karte oder in das E-Mail zu schreiben.

© Ulises Sepúlveda Déniz

14 DA September 2012


Was ist das metabolische

Syndrom?

Wir Österreicher sind zu dick und wir werden immer dicker. Und das beginnt schon bei unseren

Kindern. Zahlreiche Medien bieten zwar diverse Vorschläge für eine bessere Figur, aber oft stecken

einseitige Diäten für eine kurzfristige Gewichtsreduktion dahinter, die man nicht lange durchhält.

Und danach wiegen die meisten Menschen mehr als vor der Diät. Experten sprechen vom so genannten

»Jo-Jo-Effekt«. Eine langfristige Umstellung unserer Essgewohnheiten mit regelmäßiger

körperlicher Betätigung ist dagegen der Schlüssel zum Erfolg.

AUTOR: DR. THOMAS SCHWINGENSCHLÖGL

Ü

bergewicht

Dr. Thomas

Schwingenschlögl

ist aber nicht nur kosmetisch störend oder eine

psychische Belastung. Übergewicht löst auch eine Reihe

von Krankheiten aus und fördert die allgemeine Gefäßverkalkung,

die Arteriosklerose.

Gesellen sich zum Übergewicht noch andere

so genannte Risikofaktoren wie hoher

Blutdruck, hohe Blutfette und hohe

Blutzuckerwerte, dann werden unsere

Blutgefäße noch schneller verkalken und

es treten vermehrt Schlaganfälle und

Herzinfarkt auf.

Bei einer solchen Kombination verschiedener

Risikofaktoren spricht man von einem

»metabolischen Syndrom«. Dieses

Krankheitsbild wird bei Vorliegen folgender

Risikofaktoren diagnostiziert:

Bauchumfang über 88cm bei Frauen und über 102cm bei Männern

(gemessen wird der größte Bauchumfang)

Triglyceride nüchtern über 150mg/dl

HDL-Cholesterin, das ist das gute Cholesterin im Körper, unter

35mg/dl bei Männern oder unter 45mg/dl bei Frauen

Blutdruck über 135/85mm Hg

Nüchternblutzucker über 100mg/dl oder bekannter Diabetes

mellitus

Liegen drei der fünf aufgezählten Faktoren vor, dann darf die Diagnose

eindeutig gestellt werden. Je mehr Risikofaktoren zu finden

sind, desto schlechter schaut es mit unserer Durchblutung aus.

Denn diese Stoffwechselerkrankungen addieren sich nicht nur,

sondern sie potenzieren sich. Mit jedem weiteren Risikofaktor wie

Rauchen oder einer genetischen Veranlagung steigt das Risiko für

einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sprunghaft. Aber zum Glück

können wir vieles selbst beeinflussen.

DAS KÖNNEN SIE SELBST TUN

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist eine Änderung

unserer Lebensweise, also unserer Essgewohnheiten und

unserer Bewegung und sportlichen Aktivitäten. Mit Medikamenten

alleine ist es auf gar keinen Fall getan.

Gerade bei der Bewegung schätzen sich viele Menschen falsch

ein. Denn eine aktive Lebensweise mit Arbeiten im Garten und

Haushalt, Spielen mit den Enkelkindern oder wiederholtes Treppensteigen

im eigenen Haus ist zwar grundsätzlich gut, hat aber

leider kaum einen positiven Einfluss auf unseren Stoffwechsel

oder schon bestehende Risikofaktoren. Dafür ist ein »kardio-respiratorisches

Ausdauertraining« notwendig, bei dem konstant

über einen bestimmten Zeitraum mit einer vorgegebenen Pulsfrequenz

trainiert wird. Ein Herz-Kreislauf-Belastungstest am Fahrrad

oder am Laufband (Ergometrie) bei Ihrem Internisten gibt

Aufschluss über die optimale Herzfrequenz beim Trainieren.

Sportarten wie Radfahren (gerade am Heimtrainer zu jeder Jahreszeit

möglich), Walken, Nordic-Walken, Skaten oder Joggen

eignen sich hervorragend zum Abnehmen und Fitmachen unseres

Stoffwechsels. Natürlich muss so ein Training regelmäßig betrieben

werden, wobei ungeübte mit einigen Minuten pro Tag beginnen

und ihre Trainingseinheiten dann sukzessive immer um ein

paar Minuten verlängern sollten. Wer aber eine halbe Stunde

nicht durchhält, z.B. aufgrund von Gelenksproblemen, der kann

auch dreimal täglich zehn Minuten trainieren. Das ergibt den

gleichen Effekt. Zwischen den einzelnen Trainingseinheiten dürfen

jedoch nicht mehr als 48 Stunden vergehen, sonst geht der positive

Effekt auf Gewicht und Stoffwechsel verloren. Das heißt,

dass wir nicht nur am Wochenende, sondern auch zwischendurch

»sporteln« müssen.

Neben Ausdauersportarten hilft auch ein vorsichtiges Muskeltraining

oder Body-Building beim Abnehmen. Denn erstens wer-

DA September 2012

15


HERZ UND GEFÄSSE

Erschreckende Zahlen gibt es auch bei unseren Kindern:

Schätzungen gehen davon aus, dass rund 10 bis 15% der

österreichischen Kinder übergewichtig sind.

den schlaffe Muskeln wieder gestrafft und zweitens führt eine

größere Muskelmasse in unserem Körper zu einer ständigen Erhöhung

unseres Energieumsatzes. Wir verbrennen dann auch in

Ruhe laufend mehr Kalorien.

RICHTIGE ERNÄHRUNG

Fürs Abnehmen und zum Erhalten Ihres neuen Gewichts wird eine

leichte Mischkost mit reichlich Kohlenhydraten und Ballaststoffen

und zugleich wenig Fett empfohlen. Viel frisches Obst, Gemüse

und Salate in Verbindung mit Brot und Getreideprodukten, Kartoffeln,

Reis und Teigwaren in fettarmer Zubereitung liefern ausreichend

Nährstoffe und machen auch satt. Verteilen Sie mehrere

kleine Mahlzeiten über den ganzen Tag. Das ist gut fürs Abnehmen

und verhindert auch ein Absinken Ihrer Leistungskurve.

DIE WICHTIGSTEN ERNÄHRUNGSTIPPS:

Fünfmal täglich Gemüse und Obst: drei Portionen Gemüse

oder Salat und zwei Portionen Obst sollten Sie täglich verzehren.

Da sie kaum Kalorien haben, können sie eigentlich unbegrenzt

gegessen werden. Nur bei besonders süßen Obstsorten wie Weintrauben

oder Marillen ist aufgrund des hohen Zuckergehaltes ein

wenig Zurückhaltung angesagt. Alternativ sind auch Obst- und

Gemüsesäfte erlaubt.

Fettkonsum beschränken: Fett ist das kalorienreichste Lebensmittel

und trägt wesentlich zum Übergewicht bei. Schränken Sie

den Verzehr von fetten Fleisch- und Wurstwaren sowie von fetten

Milchprodukten wie Butter, Käse, Creme fraîche und Schlagobers

ein. Mageres Fleisch und Schinken sind erlaubt. Pflanzenöle sind

zwar grundsätzlich von der Zusammensetzung gesünder, aber

auch kalorienreich. Beim Kochen und Braten, aber auch beim Salatdressing

daher wenig Öl verwenden.

Süßigkeiten mit Maß: wegen des hohen Fett-, Zucker- und Kaloriengehaltes

bitte weniger Süßspeisen. Ersetzen Sie Zucker

beim Kochen, Backen und Süßen von Tee, Kaffee und Limonaden

durch kalorienfreie Süßstoffe. Kein Naschen zwischendurch!

Mehr Kohlenhydrate: 50 % der Nahrungsenergie aus komplexen

KH wie Vollkornbrot, -reis, -nudeln und -getreideflocken sowie

Kartoffeln und Reis. Durch den hohen Anteil an Ballaststoffen

regulieren sie die Verdauung und tragen zur Sättigung bei.

Grundsätzlich gilt: Brot macht nicht dick, sondern nur das, was

draufkommt.

Wasser als Lebenselixier: mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit

pro Tag, im Sommer oder bei körperlicher Betätigung weit mehr.

Leitungswasser, Mineralwasser oder ungezuckerter Tee, frisch

gepresste Frucht- und Gemüsesäfte sind zu bevorzugen.

Keinen Alkohol! Alkoholische Getränke enthalten besonders viele

Kalorien und haben keinen Nährwert. Als Faustregel gilt: Je

hochprozentiger, desto kalorienreicher.

MEDIKAMENTE NUR VOM ARZT

Gelingt es mit einer Ernährungsumstellung und einem Fitnessprogramm

alleine nicht unseren Stoffwechsel in Schwung zu bringen

und die Risikofaktoren zu eliminieren, dann kommen Medikamente

zum Einsatz. Sie können Blutdruck und Blutzucker senken,

das Gesamt- und schlechte Cholesterin (LDL-Chol) reduzieren

und das gute HDL-Cholesterin steigern. Zusätzlich wird häufig

das gute alte »Aspirin« in niedriger Dosis eingesetzt, um das Verkleben

der Blutplättchen zu hemmen. Dadurch wird das Blut geschmeidiger.

Vorübergehend können auch den Appetit zügelnde

Medikamente verordnet werden.

Alle Medikamente dürfen nur in Absprache mit Ihrem Arzt eingenommen

werden. Bitte keine Selbstmedikation!

KONTROLLEN BEIM ARZT

Regelmäßige Kontrollen von Blutdruck, Blutzucker sowie Cholesterin

und Triglyceriden zeigen den aktuellen Stand aller therapeutischen

Bemühungen. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass Blutdruckwerte

beim Arzt oft wesentlich höher als zu Hause sind (das

so genannte »Weiß-Kittel-Syndrom«). Deshalb sollten Sie Ihren

Blutdruck regelmäßig in Ruhe daheim messen, wobei es ratsam ist,

Ihren Blutdruckmesser alle zwei Jahre neu eichen zu lassen. Für

diagnostische Zwecke gibt der Arzt seinem Patienten eine 24- Stunden-

Blutdruckmanschette mit, die über den ganzen Tag und auch

die Nacht verteilt ein aktuelles Blutdruckprofil erstellt.

In jährlichen Intervallen sollte auch ein Herz-Kreislauf-Belas -

tungstest durchgeführt werden. Damit kann man den Blutdruck

bei körperlichen Anstrengungen überprüfen aber gleichzeitig auch

eine Durchblutungs- oder Rhythmusstörung am Herzen aus -

schließen. Des Weiteren sind Ultraschallmessungen an der Halsschlagader

(Carotis-Duplex) und an den Blutgefäßen der Beine in

regelmäßigen Abständen sinnvoll. Damit können Durchblutungsstörungen

frühzeitig erkannt werden.

Ist sich der Arzt nicht sicher, ob jemand wirklich zuckerkrank ist,

dann wird ein »oraler Glucose-Toleranztest« durchgeführt. Dabei

muss der Patient eine standardisierte Zuckerlösung trinken. Danach

wird halbstündlich der Blutzucker gemessen, der bestimmte

Grenzen nicht überschreiten darf. Für Verlaufskontrollen bei

Diabetikern eignet sich der HBA1C-Wert. Dieser Parameter spiegelt

die Höhe des durchschnittlichen Zuckers in den letzten 4 bis

6 Wochen wider.

FRAUEN BESONDERS IN GEFAHR

Bis vor wenigen Jahren betrachtete man Herzinfarkte und Schlaganfälle

fast als reines Männerleiden. Speziell Männer zwischen 40

und 50 Jahren galten als höchst gefährdet. Doch in Wirklichkeit

haben Frauen insgesamt ein höheres Risiko für eine kardio-vaskuläre

Erkrankung, besonders nach dem Wechsel, weil dann die

schützenden weiblichen Hormone abfallen.

Und erschreckende Zahlen gibt es auch bei unseren Kindern:

Schätzungen gehen davon aus, dass rund 10 bis 15 % der österreichischen

Kinder übergewichtig sind. Und davon entwickeln

sich mehr als 90 % zu übergewichtigen Erwachsenen mit allen Risikofaktoren,

die damit einhergehen. Also keine Rede davon, dass

sich zu dicke Kinder mit den Jahren noch auswachsen werden.

Deshalb müssen Ernährungs- und Bewegungsprogramme schon

bei unseren Kindern beginnen, damit wir später auch als Erwachsene

gesund und fit bleiben.


www.dr-schwingenschloegl.at

16 DA September 2012


HERZ UND GEFÄSSE

Fakten sind zu wenig bewusst

Weiblicher

Herzinfarkt

© Ohmega1982

Herz-Kreislauferkrankungen sind auch in Österreich nach

wie vor Todesursache Nr. 1, doch sind die Fakten dazu

– speziell bei Frauen – noch immer viel zu wenig bewusst.

FAKTEN BEI FRAUEN UND HERZINFARKT

1. Das Herzinfarktrisiko wird beim weiblichen Geschlecht viel zu

gering eingeschätzt. Nach wie vor glauben 50 % der Frauen,

dass sie an einem Karzinom versterben – ein absoluter Trugschluss!

2. Wenn Frauen einen Herzinfarkt erleiden, haben alle Therapiemaßnahmen

ein schlechteres Outcome.

3. Viele Informationen, die die Kardiologen in den letzten Jahren

aus großen randomisierten Studien gefolgert haben, treffen für

das weibliche Geschlecht nicht zu, da in diesen Studien der Anteil

der teilnehmenden Frauen zu gering war.

Rund 33.000 ÖsterreicherInnen sterben jährlich an den Folgen

von Herzerkrankungen, insbesondere am Herzinfarkt. Rund 60 %

davon sind Frauen. Auch in der EU starben 2010 mehr als 4. Mio.

Menschen an Herzkrankheiten, und davon waren mehr als 55 %

Frauen.

Die Zahl der Herzinfarkte nimmt bei Frauen zu, bei Männern in

den letzten Jahren eher ab. Dieses Problem wird quantitativ noch

Heute weiss man, dass Frauen insgesamt ein höheres Risiko für

eine kardio-vaskuläre Erkrankung haben – besonders nach dem

Wechsel, weil dann die schützenden weiblichen Hormone abfallen.

verstärkt durch die zunehmende Überalterung in unserer Gesellschaft

und die zunehmenden Risikofaktoren wie Übergewicht,

metabolisches Syndrom und Diabetes mellitus.

Es bestehen nach wie vor eindeutige geographische Unterschiede,

indem beispielsweise in den USA 5mal mehr Frauen Herzinfarkte

erleiden als in Korea, Frankreich und Japan. Andererseits hat

Osteuropa und UK in Bezug auf die Sterblichkeit am Herzinfarkt

die USA bereits übertroffen.

WEITERE FAKTEN

Die Risikofaktoren sind für beide Geschlechter die gleichen. Ein

besonderes Kapitel stellt bei jungen Frauen jedoch die Kombination

»Frau über 30 Jahre + Nikotin + Pille« dar. In dieser Gruppe

ist das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, enorm hoch. Darüber

hinaus entwickelte sich in den letzten zwei Jahrzehnten die

Doppelbelastung Beruf und soziale Rolle (Mutterrolle) als ein zusätzlicher

Risikofaktor, der früher nicht vorhanden war.

Ein weiterer Risikofaktor für Frauen: Nach den Wechseljahren

kommt es beim weiblichen Geschlecht zu einem Anstieg des

Cholesterins und damit meist zu einer Zunahme des Körpergewichtes,

verbunden mit Bewegungsmangel. Gemeinsam mit dem

Wegfall des hormonellen Schutzes der Sexual hormone für die

Entstehungen von Herzkranz gefäß erkran kungen und der höheren

Lebens erwartung wird das Erkrankungsrisiko stark gesteigert.

Geschlechts spezifische Unterschiede bestehen in der klinischen

Präsentation der Beschwerden, der Aussagekraft von diagnostischen

Maßnahmen und einem unter schied lichen Ansprechen auf

therapeutische Interventionen.

Der weibliche Herzinfarkt unterscheidet sich somit bei der Akutpräsentation

und auch bei den Vorläufern. Damit ist die Symptomatik

weniger verlässlich, und die Untersuchungs ergebnisse haben

eine höhere Rate an falschen positiven Befunden als bei

Männern.

Frauen haben mehr Angina pectoris-Beschwerden als Männer.

Bei Frauen dominiert eine Mikrovaskuläre Dysfunktion, welche

oft nur mit speziellen Untersuchungstechniken festzustellen ist.

Frauen kommen immer wieder mit der Beschwerde sympto matik

zum Arzt und sprechen eindeutig weniger effektvoll auf Therapiemaßnahmen

an.

FAZIT

●Die Erkennung von Herzerkrankungen kommt bei Frauen 10

Jahre später als bei Männern.

●Frauen demonstrieren mehr Symptome, mehr abnorme Untersuchungstests,

aber weniger Prävalenz von Herzkranzgefäßverengungen

und es ist ein Wunschdenken zu glauben, was für

Männer gilt, ist auch für Frauen gültig.

●Offensichtlich ist beim weiblichen Geschlecht die Grunderkrankung

unterschiedlich und sind andere Faktoren kausal vergesellschaftet.


DA September 2012

17


Tag der Apotheke am

26. September 2012

Die Apo-

Detektive

kommen der

Gesundheit

auf die Spur!

Kinder wollen auf eigene Faust die Welt entdecken.

Am Tag der Apotheke erhalten sie die Möglichkeit

dazu, denn dieser steht in diesem Jahr ganz im

Zeichen der Kindergesundheit.

Am 26. September werden die Kleinen zu den

großen Helden. Sie machen sich als Apo-Detektive

auf die Suche nach Gesundheits-Bösewichten und

lernen, wie man mit kleinen Tricks im Alltag gesund

bleibt.

Kinder entlarven

Gesundheitsirrtümer

Und so einfach geht’s: Kinder, die gerne ein Apo-Detektiv sein möchten,

brauchen natürlich auch eine Spürnasen-Ausrüstung. Diese gibt es am 26.

September gratis in den österreichischen Apotheken *. Die Apo-Detektiv-

Box enthält ein Detektiv-Handbuch mit wertvollen Informationen und

Tipps zu den Themen Händewaschen, Mundhygiene, Husten, Hautschutz

und -pflege, Ernährung sowie Kopfläuse. Mit dabei sind zudem lustige

Aufgabenstellungen und knifflige Quizfragen. Darüber hinaus werden die

Kids mit Lupe, Handschuhen, Pinzette, Maßband und Plaque-Tablette ausgestattet.

Mit den Instrumenten aus der Apo-Detektiv-Box können die Kids

die Aufgaben aus dem Detektiv-Handbuch erfolgreich meistern – und den

Gesundheitsirrtümern geht’s an den Kragen!

*Solange der Vorrat reicht.

18 DA September 2012


Näheres in Ihrer

Apotheke

DA September 2012

19


SCHÜSSLER SALZE

Schüßler Salze

zum Schulanfang

Nach den Sommerferien freuen sich die Kinder wieder auf ihre

Schulfreunde und den Schulanfang. Viele Erstklässler und

vor allem ihre Eltern sind gespannt, vielleicht sogar nervös

und fragen sich, wie ihre Kinder in der Schule zurechtkommen werden.

Ebenso ändert sich der Tagesrhythmus für die ganze Familie.

ENTSPANNUNG BRINGT DIE »HEIßE 7«

Beruhigung im Stress der ersten Schultage bei Mutter und Kind

ermöglicht die »Heiße 7«.

Zubereitung: Sie geben 7 bis 10 Tabletten von Magnesium phosphoricum

D6 in eine Teetasse mit frisch abgekochtem Wasser,

rühren um und nehmen diese Lösung so heiß wie möglich

schlückchenweise mit einem kleinen Löffel ein. Wenn nötig werden

täglich mehrere »Heiße 7« zubereitet und eingenommen.

Am Abend hilft die »Heiße 7« den kleinen gestressten Schulanfängern

beim Einschlafen.

UNTERSTÜTZUNG FÜR LERNEN UND

KONZENTRATION

Bei Konzentrationsproblemen bewährt sich immer wieder die

Lernmischung:

BASEDENT

BASISCHE MINERALSTOFFZAHNPASTE

mit hoch verdünnten Mineralstoffen

und mildem Orangen- und Zitronengeschmack

Homöopathie verträglich

keine Konservierungsmittel und ätherische Öle

Adler Pharma

SCHÜßLER SALZE

© Hasloo Group Production Studio

Mineralstoff

Nr. 3 Ferrum phosphoricum

Nr. 5 Kalium phosphoricum

Nr. 6 Kalium sulfuricum

Nr. 8 Natrium chloratum

Stück/Tag

10 Stück

10 Stück

10 Stück

10 Stück

Bei längerer Einnahme sollten zusätzlich 10 Stück von Nr. 10 Natrium

sulfuricum dazu genommen werden.

Für Volksschulkinder die Mischung in eine kleine Schale geben

und das Kind nach eigenem Gespür nehmen lassen. Kinder spüren,

wann sie genug haben und reduzieren die Einnahme selber.

Diese Mischung hilft selbstverständlich während des ganzen

Schuljahres, Schulanfängern genauso wie Absolventen höherer

Schulen, Maturanten und Studenten. Sie kann einmal oder auch

mehrmals am Tag eingenommen werden.

STÄRKUNG DER ABWEHRKRÄFTE

Viele Mütter klagen besonders im Herbst: „Mein Kind fängt alles

auf, dauernd ist es krank!“ Grundsätzlich wird die Abwehrkraft

des Körpers durch Nr. 3 Ferrum phosphoricum gestärkt. Mit Hilfe

dieses Schüßler Salzes unterstützen Sie die Abwehrkräfte Ihrer

ganzen Familie über den ganzen Winter.

Kinder bis zu 6 Jahren nehmen vorbeugend täglich 5 Stück,

Schulkinder bis zu 10 Jahren 7 Stück und ältere Kinder sowie Erwachsene

10 Stück täglich.

HALSWEH – TROCKENER HALS

Bei Halsweh hilft ebenfalls Nr. 3 Ferrum phosphoricum überzeugend.

Zu Beginn eine Tablette nach der anderen lutschen. Wenn

die Beschwerden leichter werden, alle Viertelstunden, später jede

Stunde eine Tablette einnehmen.

Ist der Hals trocken und gereizt, auch zu Beginn der Heizperiode

tritt dies öfter auf, dann wird zusätzlich zu Nr. 3 Ferrum phosphoricum

das Schüßler Salz Nr. 8 Natrium chloratum in der gleichen

Stückanzahl dazu gemischt und wie beschrieben eingenommen.

ZU WENIG APPETIT

Die erste Schulzeit ist für das Kind anstrengend und aufregend zugleich.

Dabei kommt es manchmal zu einer Überforderung welches

sich auch als Appetitmangel äußern kann. Es kann die Nahrung

weder aufnehmen noch verarbeiten. Schüßler Salze können

wirksam helfen:

20 DA September 2012


Buchtipps

Buchtipps

23,60 EUR

Reiches Erbe

Donna Leon

2012 | Verlag Diogenes

ISBN 978-3-257-06820-7

Herzversagen – so die Diagnose des peniblen Pathologen Rizzardi, als

am Campo San Giacomo dell’Orio eine alte Dame tot in ihrer

Wohnung aufgefunden wird. Kein Fall für Brunetti mithin? Der

Commissario traut dem Frieden nicht. Wer sucht, der findet…

Kind in Wien

Stadtführer

Mineralstoff

Nr. 2 Calcium phosphoricum

Nr. 5 Kalium phosphoricum

Nr. 6 Kalium sulfuricum

Nr. 9 Natrium phosphoricum

Nr. 10 Natrium sulfuricum

Stück/Tag

7 Stück

10 Stück

7 Stück

5 Stück

5 Stück

Diese Mischung dem Kind einfach hinstellen, damit es die Schüßler

Salze über den Tag einnehmen kann. Es wird von selbst wieder einen

besseren Appetit entwickeln. Wenn das binnen einer Woche

nicht der Fall sein sollte, dann gehen Sie bitte zu Ihrem Kinderarzt.

STÄNDIGER GUSTO AUF KETCHUP UND CHIPS

Ein Mangel an Nr. 2 Calcium phosphoricum äußert sich bei Kindern

in einem übermäßigen Gusto auf Ketchup und Chips. Geben

Sie Ihrem Kind täglich zumindest 10 Stück davon oder stellen

ihm eine kleine Schale mit Nr. 2 hin, wovon das Kind nach Bedarf

nehmen kann. Dieses Schüßler Salz stärkt und beruhigt Ihr Kind

und gibt ihm Stabilität.

Mit der Zeit wird Ihr Kind von selbst auf Ketchup zu jeder Speise

verzichten.

WACHSTUMSSCHMERZEN

Das Schüßler Salz Nr. 2 Calcium phosphoricum eignet sich hervorragend

vorbeugend sowie zur Begleitung von Wachstumsschmerzen.

In diesem Fall geben Sie Ihrem Kind täglich 10 bis 15 Stück zum

Einnehmen. Bei starken Wachstumsschmerzen ist zusätzlich

zweimal wöchentlich ein Vollbad empfehlenswert. Für dieses

Vollbad geben Sie 30 Stück von Nr. 2 in die Badewanne, die Badetemperatur

sollte angenehm lauwarm sein und die Badezeit bei

maximal 20 Minuten liegen.

Zusätzlich hilft es, wenn Sie täglich zweimal die Gelenke mit Gelenkecreme

Regidol gründlich eincremen.

TÄGLICHE ZAHNPFLEGE

Die tägliche Zahnpflege ist ein wichtiger Aspekt der Gesundheitsvorsorge

für die ganze Familie und im Besonderen für das

Kind. Die BaseDent Zahnpaste enthält Schüßler Salze, die den

Zahnapparat und die Mundschleimhäute stärken und ist zudem

sehr mild im Geschmack. Sie enthält keine Konservierungsmittel

und keine scharfen Ätherischen Öle.

snf

DA September 2012

21

Mehr Auswahl.

Mehr Angebot.

Mehr Service.

2012 | Verlag Falter

ISBN 978-3-85439-470-9

Tipps und konkrete Informationen, die das Leben von und mit

Kindern in Wien schöner, abwechslungsreicher und einfacher machen.

Grabesstille

Tess Gerritsen

2012 | Limes-Verlag

ISBN 978-3-8090-2577-1

40 Jahre Erfahrung und Beratung

Spitalgasse 31A, 1090 Wien

Tel: 01/402 35 88-30

16,50 EUR

20,60 EUR

Vor 20 Jahren richtete ein Amokläufer in einem kleinen Restaurant in

Chinatown ein Blutbad an. Doch wer schreibt den Angehörigen der

Opfer seither jahraus, jahrein jene Briefe, die besagen, dass der wahre

Täter noch immer nicht gefasst sei?







Bücher auf

40Alle

www.buchaktuell.at


KINDER IM FOKUS

Immunschwäche bei Kindern

und Pubertierenden

Abwehrkräfte der

Kinder stärken

© Terrie L. Zeller

22 DA September 2012


Unser Immunsystem basiert auf einem

komplexen Netzwerk aus unterschiedlichen

Organen, Zelltypen und Molekülen. Es hat eine

große Bedeutung für unsere körperliche

Gesundheit, denn wir – aber vor allem auch

unsere Kinder – sind praktisch ständig den

Einflüssen der Umwelt ausgesetzt. Wenn

schädliche Mikroorganismen in den Körper eindringen,

kann dies zu Funktionsstörungen und

Krankheiten führen. Solche Krankheitserreger

sind Bakterien, Viren und Pilze sowie einzellige

beziehungsweise mehrzellige Parasiten.

AUTORIN: MAG. PHARM. ESTHER WURM

Das kindliche Immunsystem ist noch unreif und muss erst

trainiert werden. Es lernt also, wie es mit bestimmten Bakterien,

Viren und Pilzen umzugehen hat. Aus diesem Grund

ist die frühe Kindheit von zahlreichen Erkrankungen geprägt. In

den ersten vier Lebensjahren haben Kinder durchschnittlich fünf

banale Infekte der Atemwege pro Jahr, ohne dass ein Immundefekt

vorliegt. Bis zur Vorschulzeit können es sogar bis zu 12 einfache

Atemwegserkrankungen jährlich sein – im Schulalter immer

noch bis zu etwa acht. Gerade im Kindergarten oder in der Schule

werden Krankheiten schnell von einem Kind zum nächsten

weitergegeben.

Sind Kinder jedoch öfter erkältet, dauern

die einzelnen Krankheitsphasen länger

als vier Tage, verlaufen die Infekte ungewöhnlich

schwer und werden häufig von

Komplikationen wie Mittelohrentzündungen

oder Bronchitis begleitet, spricht

man von Infektanfälligkeit.

Eine »echte« Immunschwäche, also ein

Mag. pharm.

Esther Wurm

angeborener Immundefekt, bei dem

tatsächlich eine ernsthafte Störung des

Immunsystems vorliegt, ist glücklicherweise

sehr selten. Von der häufigsten Form des Antikörpermangels

ist gerade einmal eines von 15.000 Kindern betroffen.

Um Husten, Schnupfen und Heiserkeit gerade in der kalten Jahreszeit

zu vermeiden und das Immunsystem von Kindern und

Pubertierenden zu stärken, bieten sich diverse Vorsorgemaßnahmen

an.

PROBIOTIKA

Die Darmflora beeinflusst die Entwicklung und Funktion des

Immunsystems wesentlich. Die Modulation der intestinalen

Mikroflora mit Probiotika stellt eine Möglichkeit dar, das Immunsystem

von Kindern und Jugendlichen im positiven Sinne

zu modifizieren. So sorgen Probiotika für ein Gleichgewicht der

Wenn die Erkältungsteufel

angreifen, stärkt Echinacin®

Ihre Abwehrkräfte.

bei Erkältung

zur Vorbeugung

und Behandlung

rein pflanzlich

Rezeptfrei

in Ihrer Apotheke.

Echinacin ® halbiert

das Erkältungsrisiko

Eine aktuelle Studien-Analyse aus den USA zeigt,

dass Echinacin ® von Madaus das Risiko eine Erkältung

zu bekommen um 56% reduzieren kann.

Wie wirkt Echinacin ® ?

Echinacin ® enthält den schonend gewonnenen hochwertigen

Press-Saft aus dem frisch blühenden Purpursonnenhut

(Echinacea purpurea). Seine Wirkstoffe

können das menschliche Immunsystem anregen und

die Zahl der aktiven Immunzellen erhöhen.

Für jedendie richtige Form

Echinacin ® Tropfen: Der Klassiker - alkoholische

Tropfen zum Einnehmen.

Echinacin ® gibt es auch ohne Alkohol:

als fruchtigen Saft

als praktische Tabletten

als weiche Lutschpastillen (Capsetten).

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren

Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

DA September 2012

23


KINDERGESUNDHEIT

© PeterMooij

Arzneimittel aus dem Presssaft der oberirdischen Teile von

Echinacea purpurea werden zur Immunstimulation bei Kindern

und Jugendlichen seit langem eingesetzt.

Bakterienflora im Darm, indem sie ihre pathogenen Konkurrenten

zurückdrängen.

Besonders wichtig ist die Zufuhr von Probiotika während der

letzten Monate der Schwangerschaft, speziell wenn Mutter oder

Vater des Ungeborenen Allergiker oder Asthmatiker sind. Denn

dann besteht die Gefahr, dass genetisch bereits eine Sensibilisierung

des Fötus möglich wird.

Diverse Studien besagen, dass probiotische Bakterien während

der Reifung des Immunsystems eine regulierende Wirkung ausüben.

So können und sollen Probiotika ab Neugeborenen-Alter

eingesetzt werden. Als unbedenklich und besonders geeignet

gelten Vertreter der Gattungen Lactobacillus und Bifido bacterium.

ECHINACEA

Arzneimittel aus dem Presssaft der oberirdischen Teile von

Echinacea purpurea werden zur Immunstimulation bei Kindern

und Jugendlichen seit langem erfolgreich eingesetzt.

Der »Purpurrote Sonnenhut« gehört zu den Arzneipflanzen,

die wohl am meisten beforscht werden. So fand man an der

Universität Freiburg heraus, dass Echinacea-Presssaft die Adhäsion

und Penetration von Streptococcus pyogenes, einem

Pathogen des Respirationstraktes, an Mucosazellen signifikant

verringern kann. Die immunmodulierende Wirkung kommt unter

anderem durch die Steigerung der Leistung der Fresszellen

zustande.

SAMBUCUS

Als Wirkstoffe des »Schwarzen Holunders«, die im Zusammenhang

mit dem Immunsystem besondere Bedeutung haben, sind

einerseits Flavonoide und Anthocyane aufgrund ihrer antioxidativen

(entzündungshemmenden) Effekte anzusprechen, andererseits

Fruchtsäuren und die im Fruchtextrakt enthaltenen Vitamine,

vor allem Vitamin C und B-Vitamine, von denen man eine

Unterstützung der Immunabwehr erwarten kann. Insbesondere

der Anteil der Anthocyane ist bei Holunderbeeren deutlich erhöht.

Sie besitzen eine antioxidative Wirkung und schützen so

die Zellmembranen vor Veränderungen durch freie Radikale.

Dadurch werden Viren davon abgehalten, in die Zellen einzudringen

und so an ihrer Verbreitung im Körper gehindert.

Zubereitungen aus Holunder helfen, vorbeugend die körpereigenen

Abwehrkräfte zu stärken bzw. tragen zur Abschwächung der

Krankheitssymptome und zur Verkürzung der Krankheitsdauer

bei, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist, da die Selbstheilungskräfte

aktiviert werden.

Holunder ist seit Jahrtausenden bekannt und zählt zu den bewährtesten

Mitteln, um das Immunsystem zu stärken.

24 DA September 2012


40 Jahre

Kompetenz und Erfahrung

K

d

jetzt in unserer neuen Buchhandlung

Mehr Auswahl – mehr Angebot –

mehr Service – einfach mehr !

Wir beraten Sie gerne!

r

Erfahr rung












-


Die Buchhandlung des

Österreichischen hen Apotheker-Verlages

Spitalgasse 31A, 1090 Wien, Tel: 01/402 35 88-30

Mo –Fr 8:00–18:00

0 Uhr, Sa 9:00–13:00 Uhr


KINDER IM FOKUS

In Ihrer Apotheke gibt es Zubereitungen aus den Blüten oder

den Beeren von Sambucus niger. Für Kinder ab dem 1. Lebensjahr

empfehlen sich eigens wohlschmeckende Säfte.

VITAMIN D

Immunkompetente Zellen wie Makrophagen, B- und T-Lymphozyten

besitzen Vitamin D-Rezeptoren. Über diese übt Vitamin

D, neben seiner Bedeutung für den Kalziumstoffwechsel,

zusätzlich eine immunmodulierende Wirkung aus. Vitamin

D3 wird natürlicherweise in der Haut unter Einfluss von

UV-Strahlen aus Cholesterin gebildet. Aus diesem Grund ist

die Ermittlung eines tatsächlichen Bedarfs schwierig. Unsere

© Aleshyn_Andrei

Der Nährstoffbedarf von 12- bis 16-Jährigen liegt höher als bei

Erwachsenen. Jugendliche sollten daher hinsichtlich der

Nährstoffbedürfnisse als Erwachsene betrachtet werden.

12 Vitamine

und Calcium

NEU

Schule find’ ich super prickelnd.

Und meine Lutsch-Tabletten auch!

Es gibt jetzt was für die Pause, das Kindern

genauso viel Spaß macht wie Lernen: Sanostol ®

Lutsch-Tabletten mit 12 lebenswichtigen Vitaminen

und dem Knochen-Baustein Calcium.

Die prickeln lustig auf der Zunge – und sind

ein leckeres Extra in der Jausenbox.

Sanostol ® . Und das Leben kann kommen.

Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche

Ernährung. Eine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise sind wichtig.

PM-AT-2012-053

Lebensgewohnheiten und die unserer Kinder bringen es mit

sich, das die hauteigene Produktion von Vitamin D3 durch

den Aufenthalt in geschlossenen Räumen oft ungenügend ist.

UV-Filter in Sonnenschutzmitteln sowie die sonnenarmen

Wintermonate ohne UV-Bestrahlung vermindern die Vitamin-

D3-Bildung.

Die empfohlene Tagesdosis für Kinder und Jugendliche liegt

zwischen 200 und 400IE [1μg = 40IE].

ZINK

Die Aufgabe von Zink im Rahmen des Immunsystems ist die

Ausbildung der Lymphozyten und die Produktion von Antikörpern.

Es ist weiters lebensnotwendig für die Aktivität der natürlichen

Killerzellen sowie für die Leistung der Thymusdrüse.

Zink ist auch Bestandteil der Superoxid-Dismutase, ein Enzym,

das antioxidative und zellschützende Wirkung besitzt.

Bei Kindern führt ein Zinkmangel zu Wachstumsstörungen, zu

verzögerter sexueller Entwicklung und kann außerdem das Infektionsrisiko

erhöhen.

Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche benötigen täglich 12 bis

15mg Zink.

Eine zusätzliche Zink-Zufuhr im Rahmen des 2- bis 3fachen Tagesbedarfs

ist unschädlich. So sollte solch eine erhöhte Gabe im

Falle einer bestehenden Infektion erfolgen.

VITAMIN C

L-Ascorbinsäure wirkt im wässrigen Milieu als biologisches

Antioxidans. So neutralisiert sie aggressive Stoffwechsel-Superoxide

und radikalbindendes Wasserstoffperoxid. Dabei wird die

Ascorbinsäure selbst oxidiert und muss in der Folge mit Hilfe

anderer Antioxidantien wieder zu Ascorbinsäure regeneriert

werden. Diese Reaktionsmechanismen zeigen, dass eine isolierte

Zufuhr einzelner Antioxidantien nicht sinnvoll ist. Nur wenn

auch die Versorgung mit den Regenerations-Nährstoffen gewährleistet

ist, erfüllt Vitamin C seine wichtige Schutzfunktion.

Kein anderer Nährstoff wird in Bezug auf den Tagesbedarf so

unterschiedlich eingeschätzt wie Vitamin C.

Bei Kindern und Jugendlichen liegt die tägliche Supplementierung

bei etwa 200mg.

26 DA September 2012


© Richard Peterson

Holunder ist seit Jahrtausenden bekannt

und zählt zu den bewährtesten Mitteln,

um das Immunsystem zu stärken.

ÄTHERISCHE ÖLE

Die feinstoffliche Struktur der flüchtigen Öle ermöglicht eine direkte

Wirkung von Duftmolekülen auf jenes Gehirnareal, das

unsere Emotionen und Befindlichkeit steuert, das limbische System.

Aufgrund ihrer natürlichen Zusammensetzung können

Ätherische Öle vom menschlichen Organismus gut aufgenommen

werden. Dadurch wirken sie auch auf das körperliche

KINDER IM FOKUS

Gleichgewicht. Wichtig ist hier ausschließlich,

Öle der höchsten Qualitätsstufe zu verwenden,

das heißt naturreine Öle aus unverfälschten

Rohstoffen ohne synthetische Zusätze.

Ätherische Öle wie Lemongrass, Zitrone,

Teebaum und Kamille besitzen immunstärkende

Eigenschaften. Gerade die wohlriechenden,

erfrischenden Zitrusnoten verbessern

in einer Duftlampe während der Hausaufgaben

das Raumklima. So steigern sie

nicht nur die Abwehrkräfte sondern wirken

auch konzentrationsfördernd und machen

wach.

Bei Kindern und Jugendlichen, die eine gewisse

Infektanfälligkeit aufweisen, sollte auf

eine der zahlreichen immunstärkenden Maßnahmen

zurückgegriffen werden.

Der Nährstoffbedarf von 12- bis 16-Jährigen liegt höher als bei

Erwachsenen. Jugendliche sollten daher hinsichtlich der Nährstoffbedürfnisse

als Erwachsene betrachtet werden.

Quellen: Burgersteins Handbuch Nährstoffe; Uwe Gröber, Orthomolekulare

Medizin; Norbert Fuchs, Mit Nährstoffen heilen

Autorin: Mag. pharm. Esther Wurm

Apotheke zur Hl. Elisabeth; 1030 Wien; office@apothekewienmitte.at

DA September 2012

27


Das geprüfte

APOSORT-

Qualitätssiegel

Davon profitieren Sie:

Zusätzliches Verkaufsargument

Nochmals geprüfte Qualität durch eine

unabhängige Expertenkommission aus

den Bereichen: Lebensmittelchemie,

Pharmakognosie, Dermatologie,

pharmazeutische Technologie und

Apotheke

Überprüfung der Rechtmäßigkeit und

der Wirksamkeit in Bezug auf sämtliche

Werbeaussagen

Blickfang für Tara, Regale und Auslage

Qualität ausgezeichnet

ist DAS Gütesiegel

für die Apotheke


Zusammenhang

KINDER IM FOKUS

Migräne und Restless-Legs-

Syndrom bei Kindern

An Migräne leiden rund fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen.

Jedes fünfte dieser »Migränekinder« hat außerdem

auch noch ein Restless-Legs-Syndrom (RLS). Ein Forschungsteam

rund um Dr. Stefan Seidel von der Universitätsklinik

für Neurologie, Univ.-Prof. Dr. Cicek Wöber-Bingöl von der

Kopfschmerzambulanz der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

und Univ.-Prof. Dr. Andreas Böck von der Universitätsklinik

für Kinder- und Jugendheilkunde stellte nun in einer

aktuellen Studie einen deutlichen Zusammenhang zwischen

Migräne und RLS fest.

Die Ursache sehen die Forscher in den durch RLS verursachten,

teils massiven Schlafstörungen. Bei Kindern und Jugendlichen

empfehlen die Studienautoren einfache Verhaltensregeln. „Essenziell

ist vor allem eine ausreichende Schlafhygiene. Das bedeutet,

natürlich abhängig vom Alter der jungen Patienten, den

Verzicht auf Zigaretten, Alkohol oder schweres Essen vor dem

Schlafengehen. Auch TV, Handy und PC sollten in der Zeit vor

dem Schlafengehen tabu sein. Außerdem ist ein ausreichend langer

Nachtschlaf wichtig“, so Seidel. Zusätzlich raten die Wissenschafter,

einen Eisenmangel, eine Schilddrüsendysfunktion bzw.

einen Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure auszuschließen und

gegebenenfalls auszugleichen.


Schul- und Computerstress

Kinderkopfschmerz

© Gemenacom

PZN 3799009

Stressfaktoren sind bei zwei Drittel der Kinder, die wegen

Kopfschmerzen oder Migräne in einer Spezialambulanz vorstellig

wurden, der Auslöser für die Attacken. In 72 Prozent der

untersuchten Fälle konnte Stress als wesentlicher Faktor für

die Kopfschmerzen identifiziert werden. Schulstress und belas -

tender Schlafmangel aufgrund von nächtlichen Computeroder

TV-Aktivitäten

führen die Liste der

Stressfaktoren in der

Häufigkeit an. Diese

Einsichten sollten, so

Experten, in Zukunft

viel stärker in die individuelle

Beratung und

Therapie kindlicher

Kopfschmerz-Patienten

einfließen.

© marco mayer

www.purecaps.at

OMEGA-3

FÜR KINDER

Aktiviert Gedächtnis und Lernvermögen

Für helle Köpfe & ausgeglichenes Gemüt

DA September 2012

29


KINDER IM FOKUS

Für unter

16-Jährige:

Verbot von Schönheits -

operationen

Der Wunsch nach dem »perfekten« Körper treibt viele Frauen

aber auch Männer in körperliche und gesundheitliche Extremsituationen.

Viele davon unterziehen sich Schönheitsoperationen

um einem gängigen gesellschaftlichen Schönheitsideal zu entsprechen.

Mit dem neuen Gesetz das die Rahmenbedingungen für ästhetische

Behandlungen und Operationen neu festlegt, werden Minderjährige

vor Schönheitsoperationen geschützt sowie die Qualitätskriterien

und die Sicherheit aller Patientinnen und Patienten erhöht.

Jährlich werden rund 50.000 Schönheitsoperationen in Österreich

durchgeführt und viele bergen hohe gesundheitliche Risiken in sich.

Besonders Jugendliche müssen vor solchen Operationen geschützt

werden.

Mit dem neuen Gesetz sind in Zukunft ästhetische Eingriffe ohne

medizinische Indikationen an unter 16-Jährigen ausnahmslos verboten.

Für 16- bis 18-Jährige soll der Zugang zu Operationen erschwert

werden. Weiters regelt das Gesetz, wer Schönheitsoperationen durchführen

darf.


© S_L

Psychologische Beratung bei Schönheitsoperationen für Jugendliche

M

it

vor kurzem im Parlament beschlossener Neuregelung von Schönheitsoperationen wird auch die Beratung von Jugendlichen

zwischen 16 und 18 Jahren verpflichtend vorgeschrieben. Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen begrüßt diesen

wichtigen Schritt des Gesetzgebers, denn mit der Einbindung von PsychologInnen kann festgestellt werden, ob mögliche

psychische Probleme Auslöser für den Operationswunsch sein könnten.

„Man muss vor allem jungen Menschen klar machen, dass mit einer so massiven Veränderung des Körpers nicht gleichzeitig psychische

oder soziale Probleme gelöst werden“, so Ulla Konrad, Präsidentin des Psychologenverbandes.

Jungen Mädchen und Frauen wird von den Medien und der Gesellschaft ein idealisiertes Bild von Schönheit vorgesetzt. Dabei gehen

Individualität und Selbstwert verloren.

Die Erfahrung hat auch gezeigt, dass es oft nicht bei einer Schönheitsoperation bleibt. Ziel der psychologischen Beratung ist daher

auch, Menschen beim Finden von mehr Selbstbewusstsein und Lebensfreude zu begleiten.


30 DA September 2012


Kopfläuse –

kein Grund

zur Panik!

KINDER IM FOKUS

Ihr Kind kratz sich ständig am Kopf, klagt über

Juckreiz? Die schlechte Nachricht: Ihr Kind hat

vermutlich Kopfläuse. Die gute: Mit gezielten

Schritten sind die Plagegeister bald Geschichte.

Jedes dritte Kind wird von den blutsaugenden Insekten zumindest

einmal heimgesucht. Dies ist jedoch kein Grund für

Scham und sollte keinesfalls verschwiegen werden, denn

mangelnde Hygiene führt nicht zu einem Befall. Jeder Mensch

kann unabhängig von seiner Reinlichkeit betroffen sein. Entgegen

diverser Mythen fliegt und springt die Laus nicht, sie wandert direkt

von Haar zu Haar über. Weshalb sich die Parasiten besonders

gut in Spielgruppen, Schulen und Kindergärten verbreiten können.

Kuscheln und Herumtollen sind für die flinke Laus eine

ideale Gelegenheit zur Wanderschaft – ob lockiges oder glattes

Haar ist ihr dabei egal. Wichtig ist, alle Kinder mit denen Ihr Kind

Kontakt hatte sowie deren Eltern zu informieren, nur so kann das

Problem rasch behoben werden.

NUR GEDULD, DIE TIERCHEN SIND

HARTNÄCKIG

Die blassgrauen, zwei bis dreieinhalb Millimeter großen Parasiten

entwickeln sich innerhalb von zwei bis drei Wochen von Eiern zu

Larven und von der Larve zur geschlechtsreifen Laus. In ihrem

bis zu 30 Tage langen Leben legt die Laus rund 100 Eier. Ein Befall

kann sich so rasant ausweiten. Die Eier werden als Nissen bezeichnet

und werden mit einem Sekret direkt an den Haaransatz

geklebt. Es bedarf spezieller Nissenkämme um diese

herauszubürsten.

Kopfläuse ernähren sich von Blut, welches sie aus der Kopfhaut

saugen. Der Speichel, den sie dabei hinterlassen, erzeugt den lästigen

Juckreiz. Starkes Kratzen sollte aber unbedingt vermieden

werden, dies kann schlimme Entzündungen hervorrufen.

Eine Laus ist gefräßig. Die Parasiten brauchen alle zwei bis drei

Stunden Blut und können daher – entgegen gängiger Märchen –

nicht auf Mützen oder Stofftieren überleben. Ist eine Laus einmal

vom Kopf gefallen, fehlt ihr bereits nach ein paar Stunden der

Speichel um erneut Blut zu saugen. Wer auf Nummer sicher gehen

will, kann Bürsten, Kopfbedeckungen und Bettwäsche mit

speziellen Mitteln reinigen. Sich über Gegenstände anzustecken

ist aber unwahrscheinlich.

WAS IST ZU TUN?

Bevor eine Behandlung begonnen wird, sollten die nassen Haare

Strähne für Strähne mit der Lupe abgesucht werden. Nissen können

leicht mit Schuppen verwechselt werden, wobei letztere sich

im Gegensatz zu den Nissen leicht abstreifen lassen. Liegt ein Befall

vor, ist es von größter Bedeutung, alle möglichen Betroffenen

zu informieren, damit alle gleichzeitig eine Behandlung beginnen.

Nur so kann eine Re-Infektion verhindert werden. Das Haar sollte

mit einem Kopflausmittel gewaschen werden, um so Nissen,

Larven und Eier abzutöten.

Hierzu werden entweder chemische oder physikalische Mittel

gegen die Plagegeister verwendet. Auskunft über die beste Behandlungsmöglichkeit

gibt Ihnen gern Ihr Apotheker. Wichtig ist,

genau nach Anweisung zu verfahren.

Chemische Mittel enthalten zum Beispiel Pyrethroide und bewirken

eine tödliche Schädigung der Läuse, während physikalische

Mittel meist Produkte auf Ölbasis sind. Sie bewirken, dass

Öl in die Atmungsöffnungen der Laus gelangt und diese erstickt.

Ergänzend zu der Behandlung mit den Läuseshampoos sollte unbedingt

auch ein Nissenkamm verwendet werden. Diese Kämme

haben besonders enge Zinken und dienen dazu, die abgestorbenen

Nissen und Läuse zu entfernen. Je genauer hier vorgegangen

wird, umso schneller ist die Laus Geschichte.

Die Behandlung sollte nach 8 bis 10 Tagen wiederholt werden,

um Larven, die nach der Behandlung geschlüpft sind, »abzufangen«.

Der Kopflausbefall ist erst erfolgreich behandelt, wenn

Läuse aller Entwicklungsstufen abgetötet wurden. Hinter den Ohren

oder an den warmen Schläfen halten sich die Insekten besonders

gern auf, diese Stellen sollten also besonders genau kontrolliert

werden.

Was jedoch nicht hilft, ist normales Haare waschen, heißes Föhnen

oder Läuse ertränken, da die Parasiten mehrere Stunden unter

Wasser überleben können.

Bevor Ihr Kind wieder in die Schule gehen darf, muss ein Arzt

oder das Gesundheitsamt bestätigen, dass keine Weiterverbreitung

von Läusen mehr zu befürchten ist.

cb

© Goodluz

DA September 2012

31


ERKÄLTUNG & CO.

© Stephanie Frey

Symptome,

Behandlung, Tipps

Husten – Ihr

Apotheker

hilft!

In der Erkältungszeit führt kaum ein Weg an ihm vorbei: der Husten. Husten begegnet uns in vielen

verschiedenen Formen – sei es ein kurzes Räuspern, wenn man sich verschluckt hat, oder Husten

als Begleiterscheinung einer Erkältung. Mit einigen gezielten Schritten ist der Husten jedoch bald

Vergangenheit.

AUTORIN: CAMILLA BURSTEIN

Husten funktioniert automatisch und lässt sich kaum unterdrücken.

Befinden sich Fremdkörper oder Schleim in unseren

Atemwegen, melden Rezeptoren dem Gehirn diese

Störung. Der Hustenreflex ist ein dreistufiger Prozess: zunächst

wird tief Luft geholt, der Kehlkopf schließt sich, die Atemmuskulatur

zieht sich zusammen, der Kehlkopf öffnet sich ruckartig

wieder. Während dieses Prozesses wird die ausgeatmete Luft mit

mehreren Hundert km/h ausgestoßen – die Fremdstoffe werden

mitgerissen. Außerdem wird das Lungengewebe komprimiert,

wodurch Schleim aus den Lungenbläschen ebenfalls nach außen

gelangt.

Husten ist ein Symptom, keine eigenständige Erkrankung. Viele

Ursachen sind für dessen Entstehung denkbar. Mögliche Gründe

sind neben einer Erkältung oder Lungenerkrankung eine Reflux -

erkrankung oder eine Allergie – oder aber der Husten wird durch

bestimmte Blutdruckmedikamente ausgelöst. Bei einer Refluxerkrankung

führt der Rückfluss von Magensäure zu einer Reizung

der Schleimhäute, wodurch Hustenreiz ausgelöst werden kann.

Liegt eine Allergie vor, reagiert der Körper auf das Einatmen von

Fremdstoffen wie Pollen mit allergischem Husten. Auch manche

Blutdruckmedikamente aus der Gruppe der ACE-Hemmer können

einen Reizhusten auslösen. Tritt Husten im Zuge eines Infekts

auf, so unterscheidet man zwischen akutem und chronischem

Husten bzw. zwischen feuchtem und trockenem Husten.

FEUCHTER ODER TROCKENER HUSTEN?

Trockener Husten ist meist das erste Symptom eines Virusinfekts

der oberen Luftwege oder tritt in Kombination mit anderen Erkältungssymptomen

auf. Diese Art des Hustens erfolgt manchmal

nur als Hüsteln oder Räuspern gemeinsam mit Heiserkeit, vor allem

in den ersten Tagen einer Erkältung.

So genannte Antitussiva – Hustenstiller – dienen zur Unterdrückung

des Hustenreizes und werden bei trockenem Husten

eingesetzt. Sie werden in der Regel 2 bis 3 Tage lang eingenommen.

Zu den pflanzlichen Antitussiva zählen Spitzwegerich, Eibischwurzel,

Königskerze, Isländisch Moos, während die Wirkstoffe

Pentoxyverin, Benproperin oder Dextromethorphan zu den

chemischen Antitussiva zählen. Ebenso können Lutschtabletten

zur Minderung des Hustenreizes herangezogen werden, wie etwa

pflanzliche Pastillen oder Lokalanästethika.

32 DA September 2012


Generell sollten Sie auf ausreichend Luftfeuchtigkeit achten –

feuchte Handtücher auf der Heizung können helfen – sowie auf

das Sprechen mit normaler, nicht lauter aber auch nicht flüsternder

Stimme.

Bei dem feuchten oder produktiven Husten ist es von großer

Bedeutung, dass der Schleim verflüssigt und abgehustet wird.

Der Auswurf kann eine grün-gelbliche Farbe haben und im

Laufe einer Erkältung mit anderen Beschwerden auftreten.

Diese Art des Hustens wird mit so genannten Expektorantien

behandelt. Sie lösen einerseits das Bronchialsekret und haben

zusätzlich eine krampflösende Wirkung. Die Einnahme wird

für etwa 7 Tage empfohlen. Zusätzlich sollte viel warme Flüssigkeit

getrunken werden. Beispiele für pflanzliche Expektorantien

sind Thymiankraut, Efeublätter(-extrakt) oder Eukalyptus,

chemische etwa Ambroxol, Bromhexin oder Acetylcystein.

ANHALTENDER HUSTEN

Wenn Sie hohes Fieber haben oder der Husten nach einer Woche

Selbstbehandlung nicht besser wird, sollten Sie zum Arzt gehen.

Ebenso wenn Sie Blutbeimengungen im Auswurf finden oder unter

Atemnot leiden. Die normale Dauer eines erkältungsbedingten

Hustens beträgt 4 bis 8 Wochen. Ein anhaltender Husten kann ein

Vorzeichen für Asthma bronchiale sein. Erste Anzeichen dafür

sind Brustenge, Geräusche beim Ausatmen sowie Reizhusten und

ein Anstieg der Atemfrequenz.

Davon zu unterscheiden ist der Raucherhusten. Menschen, die

jahrelang geraucht haben, bekommen meist einen chronischen

Raucherhusten, der sich vor allem nach dem Aufwachen bemerkbar

macht.

Hilft kein hustenstillendes Medikament bzw. hält der Husten

mehrere Wochen an, ist ein Arztbesuch unbedingt notwendig.

HUSTEN BEI KINDERN

Bei Kindern gilt zu bedenken, dass die Atemwege noch eng und

somit sehr empfindlich sind. Hat Ihr Kind Schwierigkeiten beim

Einatmen, deutet dies auf eine Entzündung des Kehlkopfes, des

Rachens oder der Luftröhre hin. Bei Problemen beim Ausatmen

kann eine Bronchitis, Bronchiolitis – Entzündung der kleinsten,

knorpellosen Bronchien – oder Asthma bronchiale vorliegen. Im

Allgemeinen können Kinder mit Hustenmitteln versorgt werden,

ein Arztbesuch ist aber notwendig, wenn Atemprobleme wie Rasseln,

Husten bei körperlicher Belastung oder Husten ohne Erkältungserscheinungen

auftreten.

Auch wenn Ihr Kind wenig trinkt oder der Husten plötzlich beginnt,

sollte dies abgeklärt werden. Denn Ihr Kind könnte auch einen

Fremdkörper verschluckt haben.

Auch Inhalationen in Form eines Kopfdampfbades oder Omas

Zwiebelwickel können helfen. Zwiebelstreifen dazu erhitzen, in

ein Leinentuch wickeln und auf Hals oder Brust legen. Achtung:

Alkoholhaltige Hustensäfte über 5 % sind für Kinder nicht geeignet!

Besser: eine Teemischung aus Eibischwurzel , Huflattich,

Thymian und Spitzwegerich.

Im Allgemeinen sollten Antitussiva und Expektorantien nicht

kombiniert werden. Expektorantien sollen den Schleim lösen,

während Antitussiva den Hustenreiz unterdrücken – nimmt man

beide ein, wird der Schleim nicht abgehustet und ein Sekretstau

kann sich bilden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, tagsüber

Schleimlöser einzunehmen und abends für einen besseren Schlaf

Hustenreizdämpfer.

Ihr Apotheker verfügt über ein breites Sortiment an Hustenmitteln.

Er berät Sie gerne!


TAGESPFLEGE MIT

BIOSTIMULATOREN

MEHR FEUCHTIGKEIT UND WENIGER FÄLTCHEN

GRATIS zu jeder

Tagespflege: Gel für

die Augenpartie (5ml),

im Wert von € 6,60

Erhältlich in Ihrer Apotheke,

solange der Vorrat reicht.

www.louis-widmer.at

DA September 2012

33


SCHMERZEN UND RHEUMA

Rückenschmerzen

Rheuma an der

Wirbelsäule

© Monkey Business Images

Generell unterscheidet

man bei der Behandlung

von Rückenschmerzen

zwischen dem akut

auftretenden Hexenschuss

und chronischen

Kreuzschmerzen.

Beim Ersteren handelt es

sich meist um nach

Fehlbewegungen akut auftretende,

tiefe, dumpfe,

schwer zu lokalisierende

Kreuzschmerzen. Der

Betroffene kommt in einer

schmerzarmen Schon -

haltung zum Arzt, die Beweglichkeit

in der Wirbelsäule

ist meist erheblich

eingeschränkt.

34 DA September 2012


Rücken- und Kreuzschmerzen plagen die Menschen

seit vielen Hunderten Jahren. Bedenklich

ist die Tatsache, dass Erkrankungen der Wirbelsäule

deutlich im Ansteigen sind und heute

bereits als einer der häufigsten Gründe für Arztbesuche

und Krankenstände gelten. Etwa 70 %

aller Österreicher haben zumindest einmal im

Jahr Schmerzen im Rücken, viele leiden unter

chronischen Beschwerden. Auch immer mehr

jüngere Menschen leiden unter Rücken -

schmerzen.

AUTOR: DR. THOMAS

SCHWINGENSCHLÖGL

Unsere Wirbelsäule war ursprünglich nicht für den aufrechten

Gang gedacht. Durch unsere Haltung lastet ein großes Gewicht

auf der Wirbelsäule. Das kann nur durch eine gesunde

und kräftige Muskulatur ausgeglichen werden. Sitzende Berufe,

einseitige Belastungen beim Arbeiten, Übergewicht, Bewegungsmangel

und wenig Sport lassen unsere Rückenmuskeln verkümmern

und führen zu einem vorzeitigen Verschleiß von Bandscheiben

und Wirbelgelenken.

Die häufigsten Beschwerden finden sich im Nacken an der Halswirbelsäule

und im Bereich der unteren Brustwirbelsäule, der gesamten

Lendenwirbelsäule und am Übergang zum Kreuzbein.

Diese Beschwerden bezeichnet man als »Kreuzschmerz«.

Alle Schmerzen, die länger als drei Monate bestehen, sind bereits

chronisch.

ABKLÄRUNG DER URSACHE

Bevor man mit der Therapie des Rückenschmerzes beginnt, muss

die Ursache der Beschwerden abgeklärt werden. Abnützungen der

Bandscheiben und Wirbelgelenke, Störungen der Bänder und

Rückenmuskulatur, des Rückenmarks mit den austretenden Nerven,

Verkrümmungen, Haltungsschäden, Wirbelgleiten aber auch

die Osteoporose, Stoffwechselkrankheiten und Tumore lösen

Schmerzen aus.

Eine gründliche Untersuchung der Wirbelsäule, Bewegungstests,

Röntgenbilder und Spezialaufnahmen wie Computer- und

Magnet resonanztomographien führen zur Diagnose. Besonders

wichtig ist auch eine genaue Blutanalyse. Denn zunehmend treten

schwere Entzündungen am Rücken mit hohen Entzündungswerten

im Blut auf.

Der Morbus Bechterew ist der Prototyp einer solchen Entzündung.

RHEUMA AN DER WIRBELSÄULE

Der Morbus Bechterew ist eine typisch rheumatische Erkrankung

und führt zu einer chronischen Entzündung der Wirbelsäule, wobei

zusätzlich häufig auch Gelenke, Muskeln und Sehnen mitbetroffen

sind.

Galt der Bechterew früher als Männerleiden, weiß man heute,

dass Frauen genauso häufig darunter leiden. Die Krankheitsverläufe

bei Frauen sind allerdings oft wesentlich milder und wurden

in der Vergangenheit daher verkannt.

DA September 2012

35

Erhältlich in Ihrer Apotheke.

.


SCHMERZEN UND RHEUMA

Kam es früher oft zu einer kompletten Versteifung der Wirbelsäule

mit schwerem Rundrücken, sind dank neuer Therapiemöglichkeiten

solche Verläufe kaum noch zu finden. Deshalb sind die

frühzeitige Diagnose und der sofortige Beginn einer Behandlung

so wichtig.

Folgende Symptome sind für den Morbus Bechterew typisch:

Schmerzen an der Wirbelsäule, vor allem tiefsitzender Rückenschmerz

verbunden mit einer Bewegungseinschränkung in der

Lendenwirbelsäule und über dem Kreuzbein

Morgendliches Schmerzmaximum mit einer ausgeprägten Morgensteifigkeit

der Wirbelsäule

Verschlimmerung unter Ruhebedingungen wie an arbeitsfreien

Tagen oder wenn man zu lange im Bett liegt

Schmerzbedingtes Aufwachen in den frühen Morgenstunden

sowie Umlagerungsschmerzen in liegender Position

Schmerzen beim Sitzen auf hartem Untergrund

Deutliche Verbesserung der Schmerzen durch Bewegung

Schleichender Beginn der Schmerzen, der sich über Wochen

hinzieht

Dauer der Schmerzen länger als drei Monate

Müdigkeit, Abgeschlagenheit

Viele Patienten leiden zusätzlich an schmerzhaften Gelenksentzündungen

(besonders an Hüften, Knien und Schultern). Ebenso

an Schmerzen und Entzündungen der Sehnen, der Sehnenscheiden

und Schleimbeutel, die am ganzen Körper auftreten können.

Aber auch Entzündungen der Augen und des Darmes sind typisch

für den Bechterew.

Wer also drei bis vier Wochen an unerklärlichen Rückenschmerzen

leidet, sollte sich schnell auf »Rheuma« untersuchen lassen.

Akute Beschwerden benötigen

neben einer für den Betroffenen

optimal schonenden Lagerung

und weitgehenden Ruhigstellung

vor allem eine wirkungsvolle

Schmerzbehandlung.

STÖRUNG DES IMMUNSYSTEMS

Die Ursache von Wirbelsäulenentzündungen wie dem Bechterew

ist eine Störung unseres Immunsystems, welches entgleist, plötzlich

überaktiv wird, sich gegen unseren eigenen Körper richtet

und zu schweren Entzündungen führt. Mit der Einführung einer

neuen Generation von Medikamenten, den »Biologika«, können

nun erstmals rheumatische Leiden gezielt behandelt werden. Biologika

greifen in das gestörte Immunsystem ein und bremsen die

entzündlichen Botenstoffe. Damit kommt es häufig sehr rasch zu

einem kompletten Stopp aller Beschwerden.

Biologika werden entweder als Infusion verabreicht oder subcutan,

das heißt vom Patienten selbst unter die Haut gespritzt.

Biologika werden seit Jahren mit großem Erfolg auch bei anderen

rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis, einer

schweren Gelenksentzündung, bei Schuppenflechte und zuletzt

auch bei Osteoporose eingesetzt. Biologika sind in jedem

Stadium der Erkrankung sinnvoll.

Unterschieden wird dabei

der so genannte radikuläre

Schmerz (im Volksmund

auch Ischias genannt), der

durch einen Bandscheibenvorfall

mit Druck auf die daneben

liegende Nervenwurzel

ausgelöst wird, vom

pseudoradikulären

Schmerz, der durch Veränderungen

der kleinen Wirbelgelenke

oder Muskelverspannungen

verursacht

wird. Letzterer ist auch als

Hexenschuss bekannt.

© Lisa S.

36 DA September 2012


DER HEXENSCHUSS

Generell unterscheidet man bei der Behandlung von Rückenschmerzen

zwischen dem akut auftretenden Hexenschuss und

chronischen Kreuzschmerzen.

Beim Ersteren handelt es sich meist um nach Fehlbewegungen

akut auftretende, tiefe, dumpfe, schwer zu lokalisierende Kreuzschmerzen.

Der Betroffene kommt in einer schmerzarmen Schonhaltung

zum Arzt, die Beweglichkeit in der Wirbelsäule ist meist

erheblich eingeschränkt.

Unterschieden wird dabei der so genannte radikuläre Schmerz (im

Volksmund auch Ischias genannt), der durch einen Bandscheibenvorfall

mit Druck auf die daneben liegende Nervenwurzel ausgelöst

wird, vom pseudoradikulären Schmerz, der durch Veränderungen

der kleinen Wirbelgelenke oder Muskelverspannungen

verursacht wird. Letzterer ist auch als Hexenschuss bekannt.

Akute Beschwerden benötigen neben einer für den Betroffenen

optimal schonenden Lagerung und weitgehenden Ruhigstellung

vor allem medikamentöse Therapien. Die lokale Infiltration mit

schmerzstillenden Medikamenten und die zusätzliche Verabreichung

von antirheumatischen Mischinfusionen mit hochdosiertem

Vitamin-B-Komplex wirken besonders schnell. Auch die lokale

Applikation von Kälte in Form von Eisbeutel über der schmerzhaften

Region wird vielfach als sehr angenehm empfunden.

Die häufigsten Beschwerden

finden sich im Nacken an der

Halswirbelsäule und im Bereich

der unteren Brustwirbelsäule,

der gesamten Lendenwirbel -

säule und am Übergang zum

Kreuzbein. Diese Beschwerden

bezeichnet man als »Kreuzschmerz«.

Alle Schmerzen, die

länger als drei Monate bestehen,

sind bereits chronisch.

Stoppt den Schmerz und beschleunigt

die Heilung

Voltadol Schmerzgel 150 g

Preiswerte Vorratspackung

mit Komfort-Verschluss

BG-JV.VOL 100907

Zu entsprechenden Schmerzmitteln und unterstützenden Nährstoff-Präparaten

berät Sie Ihr Apotheker.

Bei chronischen Kreuzschmerzen kommen verstärkt physikalische

Therapien zum Einsatz. Wärmeanwendungen in Form von

Packungen (Munari, Moor, Fango), Ultraschall oder Galvanisa -

tion wirken muskelentspannend. Trocken- und Unterwasserstrahlmassagen

lösen Verspannungen.

Besonders wichtig bei allen Wirbelsäulenleiden ist eine aktive Bewegungstherapie.

Heilgymnastische Übungen dehnen die verkürzte

und kräftigen die abgeschwächte Muskulatur, steigern die

Gelenkbeweglichkeit und fördern unser Gefühl für die richtige

Körperhaltung.


Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen

informieren Gebrauchs information, Arzt oder Apotheker.

DA September 2012

37


DUNGL-TIPP

Rückenschmerz ade

Rückenschmerzen beginnen zumeist mit schlechter Haltung,

welche Muskeln, Sehnen, Bänder, Bandscheiben und

Wirbel ungleichmäßig belastet. Eine aufrechte Haltung – das

Anspannen der Bauchmuskeln und das Aufrichten des

Beckens sowie das Anheben des Brustbeins – verbessert die

Körperhaltung wesentlich. Achtung! Wer es übertreibt, der

fällt zu stark ins Hohlkreuz.

Die Muskeln in Rücken und Bauch zu trainieren, braucht

Zeit. Wer meint mit Spritzen und Operationen ginge alles

schneller, weil er den menschlichen Körper mit einem Auto

verwechselt, der wird auf Dauer enttäuscht sein. Dauerhafte Beschwerdefreiheit

ist durch solche medizinischen Maßnahmen sicher

nicht zu erwarten, da sie die Ursache – das schwache Muskelkorsett

– nicht beheben. Das A und O der Bandscheibentherapie ist

der Aufbau der Rücken- und Bauchmuskulatur, und zwar unmittelbar

nach der akuten Schmerzphase. Für die akute Hilfe eignen sich

neben verschiedenen Massagen und Elektrotherapien auch einfache

Übungen.

Zu Beginn sollten es immer entspannende Übungen sein. Wenn

der Schmerz reduziert ist, muss mit kräftigenden Übungen begonnen

werden.

ZUR LOCKERUNG VON VERSPANNUNGEN

Diese Übungen sollen auf einer harten Unterlage gemacht werden.

Sie bewirken eine Entspannung der gesamten Rückenmuskulatur,

die Reihenfolge der Übungen unbedingt einhalten!

Rückenlage, die Beine sind in Hüftbreite aufgestellt. Es wird

nun abwechselnd ein Bein locker ausgestreckt, wobei die Ferse

auf der Unterlage schleifen soll, dann das Bein schleifend wieder

aufstellen, danach das andere Bein.

Rückenlage, die Beine sind aufgestellt, beide Knie gemeinsam

auf eine Seite fallen lassen, kurz auf der Seite hängen lassen, zur

Mitte zurückgehen, dann zur anderen Seite. Wenn die Beine

locker fallen, den Kopf jedes Mal zur Gegenseite drehen.

Die Beine bleiben aufgestellt, nur ein Knie locker zur Seite fallen

lassen, etwas hängen lassen, dann zur Mitte zurückführen,

dann das andere Bein. Später den Kopf zur Gegenseite drehen.

Die »Dungl-Schwestern« – Mag. pharm. Claudia Dungl-Krist (li.)

und Prof. Dr. med. Andrea Dungl-Zauner – geben Tipps.

Ein Knie mit beiden Händen langsam zur Brust dehnen, danach

das andere Bein langsam strecken, in der Dehnstellung etwa 10

bis 15 Sekunden bleiben, danach das gestreckte Bein aufstellen

und die Seite wechseln. Den Kopf in der Dehnung zur Gegenseite

drehen.

ÜBUNGEN FÜR DIE WIRBELSÄULE

Nützen Sie schon vor den Schmerzen die Wartezeiten beim Stehen

für folgende Übungen!

Abwechselnd die rechte und die linke Schulter zu den Ohren

hochziehen und wieder fallen lassen.

Kreisen Sie eine Schulter nach rückwärts, dann die zweite, danach

beide zugleich.

Hände am Hinterkopf verschränken, die Ellenbogen nach hinten

ziehen und mit dem Kopf dagegen drücken.

Drehen Sie den Kopf langsam von einer Seite zur anderen, in

der Mitte kurz anhalten.

Nicken Sie langsam mit dem Kopf zur Seite, in der Mitte und

zur anderen Seite.

Neigen Sie den Kopf seitlich zur Schulter (Ohr zur Schulter),

die Schultern bleiben gerade.

Rollen Sie den Kopf langsam von einer Schulter über die Brust

zur anderen, aber nicht nach rückwärts.

Rollen Sie den Oberkörper langsam einen Wirbel nach dem anderen

nach vor, und langsam wieder aufrichten.

Heben Sie einen Arm über den Kopf hoch und neigen den

Oberkörper zur Seite, aufrichten und zur anderen Seite hinüber.

Heben Sie ein Knie hoch und kreisen den Oberschenkel nach

außen zur Seite, jedes Mal das Bein wechseln.

Jede einzelne Übung soll 10 Mal gemacht werden. Aber erst zur

nächsten Übung weitergehen, wenn die erste ganz locker und ohne

Spannungsgefühl in der Muskulatur möglich ist.

© lenetstan

38 DA September 2012


nachlese

BESSER LEBEN MIT DEM

Ihr Vorteils-Abo

1 JAHR (12 AUSGABEN)

ORF NACHLESE UM NUR € 19,–

Sie sparen

45%

gegenüber dem

Einzelverkaufspreis

Genussvolle Erntezeit!

Bunte Herbstküche &

köstliche Schmankerln.

Plus Rezept-Extra:

„Frisch gekocht“ mit

Andi & Alex startet

in die neue Saison.

Ja,

ich bestelle ein ORF-nachlese-Abo (1 Jahr/

12 Ausgaben) zum Top-Preis von € 19,–.

Falls Marke

zur Hand, bitte

frankieren!

FOTO: BUENOS DIAS

NAME / VORNAME

STRASSE / NR.

Bitte Kupon ausfüllen,

ausschneiden und einsenden!

APO0912

PLZ / ORT

TELEFON /E-MAIL

DATUM / UNTERSCHRIFT

Die Heftzustellung erfolgt spätestens am 5. Werktag nach dem Erscheinungstermin. Nach Ihrer Bestellung

senden wir Ihnen einen Erlagschein. Das Abo verlängert sich zum jeweils gültigen Jahrespreis. Es kann

problemlos per Postkarte, E-Mail oder Fax (01 878 78-137 43) gekündigt werden. Preis inklusive MwSt.

und Porto (gültig im Inland). Wenn die Bestellung nach dem 20. des Monats einlangt, beginnt Ihr Abo erst

mit der übernächsten Ausgabe. Druck- und Satzfehler sowie Irrtümer ausgeschlossen.

ORF-ENTERPRISE

GMBH & CO KG

„ORF nachlese“

WÜRZBURGGASSE 30

A-1136 WIEN


HOMÖOPATHIE

© LilKar

Homöopathische Hausapotheke – Teil 14

Rheumatische Beschwerden Teil 1

Unter dem Begriff Rheuma versteht man unabhängig von ihrer Ursache prinzipiell alle länger

andauernden und wiederkehrenden Schmerzen oder Funktionsstörungen unseres Bewegungs -

apparates – also Knochen, Gelenke und Muskeln – und steht somit als Sammelbegriff für über

400 verschiedene Erkrankungen. AUTORIN: MAG. PHARM. IRINA SCHWABEGGER

Phasen starker Beschwerden wechseln sich mit Besserung

und Erleichterung immer wieder ab, jedoch ist die Ursache

meist nicht heilbar – wer einmal an einer rheumatischen Erkrankung

leidet, sieht sich mit einer lebenslangen

Therapie konfrontiert. Kombiniert

man die dabei unabdingbare Schulmedizin

mit Homöopathie, so können gerade

bei akuten Phasen oftmals schmerzstillende

und entzündungshemmende Substanzen

zumindest eingespart werden.

Homöopathische Mittel lassen sich auch

gut mit physikalischen Therapiemaßnahmen

kombinieren.

Mag. pharm. Irina

Schwabegger

ENTZÜNDLICH-RHEUMATI-

SCHE ERKRANKUNGEN

Zwischen 70.000 und 80.000 Patienten leiden in Österreich an der

so genannten rheumatoiden Arthritis, bei der es in unterschiedlichen

Gelenken zu immer wiederkehrenden oder ständigen Entzündung

eines – Arthritis- oder mehrerer Gelenke – Polyarthritis

– kommt.

Wer glaubt, Rheuma sei die Erkrankung der Senioren, der irrt:

Die rheumatoide Arthritis manifestiert sich meist um das 40. Lebensjahr,

vorzugsweise bei weiblichen Patienten, Fibromyalgiepatienten

sind im Durchschnitt 35 Jahre alt, wenn die Krankheit

zum ers ten Mal auftritt.

Gerade im Akutfall der rheumatoiden Arthritis hat sich der Einsatz

von homöopathischen Mittel in Kombination mit synthetischen

Medikamenten bisher gut bewährt.

Für chronische Krankheitsverläufe bewährt sich meist eine konstitutionelle

Therapie, die in die Hand eines erfahrenen homöopathischen

Arztes gehört.

APIS MELLIFICA –

DIE HONIGBIENE

Blassrote Schwellung, brennende, stechende Schmerzen und eine

Besserung durch Kälte – die Leitsymptome von Apis, der Honigbiene

wurden bereits beim Thema Insektenstiche und Halsschmerzen

vorgestellt. Tritt die gleiche Schmerzqualität im Rahmen der

rheumatischen Erkrankung auf, so gilt auch hier Apis als Mittel der

Wahl: Das betroffene Gelenk schwillt stark an und ist überaus

berührungsempfindlich. Der Patient ist auffallend durstlos. Wärme

verschlechtert die Beschwerden zusehend, während kalte Umschläge

oder kühle Luft als angenehm empfunden werden.

Apis bewährt sich auch beim akuten Gichtanfall und kann hier

auch mit Aconit oder Belladonna abwechselnd gegeben werden.

COLCHICUM AUTUMNALE –

HERBSTZEITLOSE

Die giftige Herbstzeitlose, deren rosa- violette Blüten sich erst im

Spätsommer zeigen, liefert mit ihrem Inhaltsstoff Colchizin für

die Schulmedizin seit Jahrzehnten ein stark wirksames Medikament

zur Behandlung akuter Gichtanfälle. In der homöopathischen

Form wirkt Colchicum bevorzugt auf Beschwerden der

kleinen Gelenke, Bindegewebe und Muskeln.

Die ziehenden, oft auch reißenden Schmerzen treten im akuten

Stadium plötzlich auf, werden auch als stechend oder schießend

beschrieben wie bei einem elektrischen Schlag und wandern rasch

von Gelenk zu Gelenk. Die Gelenke sind bläulich-rot geschwollen

und berührungsempfindlich, reagieren aber im Gegensatz zu

Apis auf Wärme mit Besserung. Der Patient ist sehr gereizt und

niedergeschlagen, ein Schwächegefühl macht sich breit. In Verbindung

mit seinen Gelenksbeschwerden kann der Patient auch

plötzlich zu schwitzen beginnen, wobei der Schweiß sauer riecht

und ebenso plötzlich verschwindet wie er auftreten kann.

40 DA September 2012


RHODODENDRON – SIBIRISCHE

SCHNEEROSE

Ein weiteres, eher unbekanntes Mittel für Beschwerden der rheumatoiden

Arthrits ist Rhododendron. Die sibirische Schneerose

hat wie Colchicum einen großen Bezug zu den kleinen Gelenken,

auffallend jedoch ist hier die Empfindlichkeit gegen windiges

oder nasskaltes Wetter, die sogar besteht, wenn der Patient sich im

Haus aufhält. Feuchtkaltes Wetter, plötzliche Wetterumschwünge,

aufkommender Sturm oder Gewitter lösen meist heftig ziehende

Schmerzen und Ameisenlaufen und Schwächegefühl in den Extremitäten

aus, die sich schwer anfühlen. Ziehende, reißende

Schmerzen werden auch unter der Kopfhaut beschrieben, die sich

bei warmem Einhüllen des Kopfes bessern.

TOXICODENDRON QUERCIFOLIUM –

RHUS TOXICODENDRON – BEHAARTER

GIFTSUMACH

Der kriechende, aber auch bis zu 30m hoch werdende Kletterstrauch

mit seinen flaumig bis zottig behaarten Blättern enthält einen gelblich-weißen

Milchsaft, welcher bei Hautkontakt einen starken, bläschenartigen

Ausschlag verursacht. Somit zählen auch Hautausschläge,

Fieberblasen und Windpocken zu seinem Arzneimittelbild.

Rhus toxicodendron Patienten sind ständig in Bewegung. Ziehende

Schmerzen in geschwollenen Gelenken, die sich wie verrenkt

oder zerschlagen anfühlen, steife Gelenke, die gerne knacken und

selbst Zittern und Schwächegefühl in den Extremitäten hindern

sie nicht daran, auf und abzuwandern, da die fortgesetzte Bewegung

die Beschwerden bessert. Auch der wohlbekannte »Hexenschuss«

wird bei gleichmäßigem Wandern erträglich – setzt man

sich hin und macht eine Pause, werden die Schmerzen rasch stärker.

Generell verstärken sich die Beschwerden in der Nacht, was

dem armen Patienten zusätzlich noch den Schlaf raubt. Das macht

ihn reizbar und ungeduldig und, wenn keine Besserung eintritt,

auch niedergeschlagen.

Rhus toxicodendron ist wichtig für das frühe Stadium der Erkrankung

und ein kälteempfindliches Mittel: Auslöser der Beschwerden

ist meist Nässe oder Kälte, Wärme oder warme Behandlung

bringen Linderung.

Ihr Coach: GESÜNDER LEBEN.

Leben Sie bewusst und mit Genuss,

damit es Ihnen gut geht!

LEDUM PALUSTRE – SUMPFPORST

Der Sumpfporst eignet sich für alle Gelenksbeschwerden besonders

der unteren Extremitäten, die sich durch Kälteanwendung

bessern: Im Vordergrund steht das große Verlangen, die Füße in

eiskaltes Wasser zu tauchen. Die Beschwerden beginnen meist in

den Füßen (Fersen, Sprunggelenken) und wandern dann aufwärts:

Gelenke werden blaurot geschwollen und knicken leicht um, Hände

und Füße beginnen zu brennen, besonders abends, Fersen und

Fußsohlen sind sehr schmerzhaft, wobei nachts der Fußrücken

auch stark jucken kann. Obwohl der Patient sehr verfroren und

kälteempfindlich ist, tut ihm Wärme gar nicht gut. Deckt er sich

im Bett ab, geht es ihm besser.

Ledum bewährt sich auch beim akuten Gichtanfall, Insektenstichen

und Stichwunden.

Die vorgestellten Mittel stellen eine Auswahl dar und erheben keinen

Anspruch auf Vollständigkeit.

JETZT

1 Jahr – 10 Ausgaben

NUR €

19,–

SPAREN

SIE € 7,–

Tel 01/31 00 0

700/360

(zum Ortstarif)

ta

In der nächste Folge: Rheumatische Beschwerden Teil 2 - Arthrose

Literatur bei der Verfasserin.

www.gesünderleben.at


DA MUTTER UND KIND

© Kzenon

Initiative der NÖGKK und BGKK

„Richtig Essen von Anfang an“

Schwangere Frauen sind wissensdurstig und beschäftigen

sich natürlich mit Fragen, was sie für ihr Baby während der

Schwangerschaft tun können, wie die Entwicklung des Ungeborenen

vorangeht und vor allem wie sie sich für die Geburt optimal

vorbereiten können. Einen großen Aspekt nimmt in diesem

Zusammenhang die Ernährung ein: Heute wissen wir, dass jedes

Nahrungsmittel, das die werdende Mutter während der Schwangerschaft

zu sich nimmt, großen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden

und die Gesundheit des Kindes hat. Die Nahrungsaufnahme

der Mutter beeinflusst außerdem die späteren Essgewohnheiten

und Geschmacksprägungen des Kindes. Vor allem zu Beginn

der Schwangerschaft ist die Qualität der Nährstoffe eine wichtige

Basis für ein gesundes Wachstum des Embryos. Ab dem zweiten

Schwangerschaftsdrittel erhöht sich darüber hinaus der Energiebedarf.

Das heißt jedoch nicht, dass Mütter in spe nun für zwei essen

sollen! Genauso falsch wäre es, während der Schwangerschaft

eine »Diät« zu machen. Sowohl mütterliches Über- als

auch Untergewicht kann im späteren Leben des Kindes die Entstehung

bestimmter Erkrankungen begünstigen. Nur ca. 255 kcal

zusätzliche Energie pro Tag empfehlen Ernährungsexperten der

AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit). Doch

nicht alle Schwangeren haben dieselben Informationsmöglichkeiten:

Das Projekt »Richtig essen von Anfang« möchte dem nun

abhelfen und veranstaltet daher österreichweit kostenfreie Work -

shops für Schwangere. Diese Maßnahme der österreichischen

Vorsorgestrategie, wurde aus den Mitteln der Bundesgesundheits -

agentur finanziert. Auf Initiative der NÖGKK und der BGKK

wird das Projekt in Niederösterreich und Burgenland von der

ARGEF (Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsförderung) durchgeführt.

Die Workshops bieten umfassende Gesundheitsinformationen

für Schwangere und deren Angehörige und garantieren neueste

wissenschaftliche Ergebnisse aus Studien der AGES. Betreut

werden die Schwangeren von erfahrenen Diätologinnen,

Ernährungswissenschafterinnen bzw. Hebammen. Zusätzlich werden

innerhalb des Projekts zahlreiche Multiplikatorenschulungen

für Berufsgruppen wie Ärzte, Hebammen, Diätologinnen und

Ernährungswissenschafter etc. angeboten, um auch qualitätsgesichertes

Wissen in Niederösterreich und Burgenland zu etablieren.

Nähere Informationen sowie alle Termine können Sie auf

www.argef.at nachlesen. Unter office@argef.at beantwortet man

Ihnen persönliche Fragen oder gerne auch telefonisch unter 0664

88 60 21 23.

Nägel -

kauen?

Daumen -

lutschen?

Bitter schmeckender Nagellack

zum Aufpinseln auf Fingernägel

und Nagelhaut. Bei regelmäßiger

Anwendung werden die Nägel und

Hände wieder schön und gepflegt.

Daum-exol ist nach dem Auftragen

geruchlos und unsichtbar.

PHZNR 5007337

Dentinox KG, Nunsdorfer Ring 19, 12277 Berlin

Vertrieb Österreich:

Nycomed Pharma GmbH, 1120 Wien

Dentinox ®

Ein neues Schuljahr

Schulstress setzt Kindern zu

Auch Kinder leiden unter

Leistungsdruck und

Stress. Jedes 2. Kind ist

von der Schule gestresst, jedes 9.

steht sogar schon unter Druck.

Die größten Stressauslöser sind

ein zunehmender Leistungsdruck

und die Angst vor schlechten Noten,

worunter jeder 4. Schüler leidet.

Jeden 5. stresst zudem, dass

er sich von seinen Lehrern ungerecht

behandelt fühlt und dass der

Schultag zu lang ist.

Statistisch gesehen sitzen in jeder

Klasse mit 30 Schülern zwei bis drei Kinder, die morgens vor der Schule unter Bauch- oder

Kopfschmerzen leiden. Mädchen häufiger als Jungen. „Kinder reagieren ganz unterschiedlich,

wenn sie unter Druck geraten. Neben Kopf- und Bauchschmerzen schlafen viele auch schlecht

oder sie haben keinen Appetit mehr. Andere Kinder sind aufgedreht und zappelig oder ziehen sich

zurück, sagt Psychologe York Scheller. Oft stecken hinter Schulangst auch Probleme mit Klassenkameraden.

Jedes 8. Kind leidet unter Mobbing durch seine Mitschüler und fühlt sich ausgegrenzt.

„Wenn sich ein Kind zurückzieht, ist es wichtig, dass seine Eltern sich Zeit nehmen, zuhören und

ihm das Gefühl geben, dass sie es ernst nehmen“, sagt der Psychologe. Am besten könnten Eltern

mit ihren Kindern in einer ruhigen Minute ins Gespräch kommen – vielleicht vor dem Einschlafen

oder bei einem Spaziergang am Wochenende. Zusätzlich rät Scheller dazu, für einen stabilen Tagesrhythmus

zu sorgen mit regelmäßigen gesunden Mahlzeiten, festen Hausaufgabenzeiten und Einschlafritualen.

Das erleichtert stressgefährdeten Kindern den Alltag. Außerdem brauchen sie ausreichend

Ruhepausen und gerade die Kleineren genügend Zeit zum Toben.


© Juriah Mosin

42 DA September 2012


DA MUTTER UND KIND

Studie

Ernährung der Mutter

beeinflusst die Gen aktivität

in der Plazenta

Weibliche Föten reagieren besonders sensibel auf eine unausgewogene Ernährung der

Mutter während der Schwangerschaft. Dies legt eine Untersuchung US-amerikanischer

Forscher an Mäusen nahe. Die Wissenschafter zeigten, dass in der Plazenta (Mutterkuchen)

abhängig von der Ernährung der Mutter und dem Geschlecht des Nachwuchses

jeweils andere Gene aktiviert werden. Ihre Untersuchung helfe zu erklären, wie die

Ernährung der Mutter die spätere Gesundheit des Nachwuchses beeinflusst.

Test der Arbeiterkammer OÖ

Gefahr Schultüte

Schultüten gefährden laut einem Test

der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich

nicht nur die Zähne und das

Körpergewicht, sondern auch die Augen.

Die Konsumentenschützer beanstandeten

so genannte Candy-Sprays: Die süß-sauren

Flüssigkeiten in Sprühflaschen könnten bei

falscher Handhabung in die Augen gelangen

und dort wegen ihres hohen Gehalts an

Zitronensäure Reizungen verursachen.

Die AK hat neun fertig befüllte Schultüten aus Bäckereien und dem Handel untersucht. Der

Inhalt sei teilweise gesundheitlich problematisch, so die Konsumentenschützer. Denn in einem

einzigen Exemplar können bis zu 500 Gramm Zucker versteckt sein, täglich sollte ein

Kind aber maximal 27 Gramm konsumieren. Auch die Kalorienwerte waren mit 498 bis

2.310 kcal – Letzteres entspricht laut AK neun Hamburgern – hoch. Der tägliche Energiebedarf

eines Volksschulkindes betrage rund 1.800 kcal.

In zwei der getesteten Schultüten fanden die Konsumentenschützer die kritisierten Candy-

Sprays. Lediglich vier von neun enthielten eine nicht-süße Beigabe wie einen Luftballon,

ein Stofftier oder ein Spiel.

Eltern sei anzuraten, die Schultüten ihrer Kinder selbst zu befüllen. Neben gesunden Naschereien

wie Müsliriegeln, Fruchtschnitten, Vollkornkeksen oder Obst könnte man auch

nützliche Kleinigkeiten für den Schulstart – wie Radiergummis oder Stifte – hineinpacken.


Zahnpflegetipp für Schulkinder

Schon mit Schuleintritt haben in Österreich

derzeit bereits 50 % der Kinder zumindest

einen kariösen Zahn. Ursache sind in der

Regel Wissenslücken der Eltern rund um die

Kinderzahngesundheit. Jedoch kann im

Volksschulalter noch viel für ein gesundes

bleibendes Gebiss getan werden. Man sollte

seinem Kind zuliebe diese Chance nutzen!

So sollten Kinder, die gerne naschen, Süßes

direkt nach den Hauptmahlzeiten zu sich

nehmen und anschließend – nach einer Wartezeit

von etwa 30 min. – Zähne putzen.

© beerkoff

© photo-oasis

Dentinox ®

zuckerfrei mit

karieshemmendem Xylit

Zähnchen kriegen

ohne Qual

… durch rechtzeitige Anwendung

von Dentinox ® - Gel Zahnungshilfe

Bei den ersten Anzeichen der Zahnung sollten Sie

Dentinox ® - Gel Zahnungshilfe sanft auf die Zahnleiste

des Babys auftragen. Dentinox ® -Gel wurde

speziell für die Zahnung entwickelt und bewirkt einen

schmerz- und komplikationslosen Durchtritt der

ersten Zähnchen und des gesamten Milchgebisses.

Neben wundheilungsfördernder und entzündungshemmender

Kamillentinktur enthält Dentinox ® -Gel

Zahnungshilfe örtlich schmerzstillende Wirkstoffe in

babygerechter Dosierung.

Dentinox ® - Gel Zahnungshilfe –

in allen Apotheken erhältlich

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen

informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

Hersteller: Dentinox KG, D - 12277 Berlin

Vertrieb Österreich: Nycomed Pharma GmbH, 1120 Wien.

Babys

Zahnpflege

ist jetzt „Fingersache“

… mit dem nenedent ® - baby

Zahnpflege-Lernset

zur frühzeitigen Kariesvorbeugung

Nach dem Durchbruch der ersten Zähnchen ist die

Zahnpflege ein wichtiger Schritt zu Babys Zahngesundheit.

Mit dem speziell hierfür entwickelten

Zahnpflege-Lernset aus Fingerhut-Zahnbürste und

mild reinigender Babyzahncreme erfüllen Sie diesen

Wunsch.

nenedent ® - baby

enthält den karieshemmenden

Zuckeraustauschstoff

Xylit.

Fingerhut-Zahnbürste

ohne Saccharin

ohne Fluorid

ohne Konservierungsstoffe

ohne Menthol, homöopathieverträglich.

nur in Apotheken erhältlich, PHZNR 3042140

DA September 2012

43

Hersteller: Dentinox KG, D - 12277 Berlin

Bezug über Großhandel Kwizda GmbH möglich.


DA AUF REZEPT

Eine neue »Pille«

Wie verhüten Paare im Alter von 18 bis 45 Jahren in Österreich?

73 % benutzen empfängnisverhütende Maßnahmen,

etwa die Hälfte verwendet anerkannte sichere Verhütungsmethoden.

Unter den Methoden führt die Pille (44,5 %) vor dem Kondom

(21,4 %) und der Kupfer- oder Hormonspirale (17,2 %). Die übrigen

Methoden werden nur von einer sehr kleinen Anzahl Frauen

angewendet. (Generations and Gender Survey 2008/09). Unter

den hormonellen Verhütungsmitteln fanden so genannte »kombinierte«

Pillen die größte Verbreitung. Sie enthalten zwei chemisch

abgewandelte Geschlechtshormone der Frau, nämlich ein Östrogen

und ein Gestagen. Ein Blick auf die Zusammensetzung zeigt

es: Das 17α-Ethinylestradiol ist der universelle östrogene Bestandteil

fast aller kombinierten oralen Kontrazeptiva (KOK), weil

es eine starke östrogene Wirkung aufweist. Leider erhöht es dosisabhängig

die Gerinnungsfähigkeit des Blutes und damit das

Thromboserisiko. Zum Ausgleich wurde die Ethinylestradiol-Dosis

in der Vergangenheit von ursprünglich 50 μg auf 20 μg herabgesetzt.

Eine weitere Reduktion wäre wegen der dann zunehmenden

Zyklusins tabilität kontraproduktiv.

Das neue Gestagen »Nomegestrolacetat« erlaubt nun den Einsatz

des weniger thromboembolischen natürlichen 17β-Estradiols. Es

kommt nämlich unter dem Einfluss von »Nomegestrolacetat«, zu

einer Verlängerung der biologischen Wirkung des natürlichen 17β-

Estradiols, das bisher in der »Pille« nicht verwendet werden konnte,

weil es zu rasch vom Organismus abgebaut wird. Die Qualität

der Verhütung von Schwangerschaften wird über den Pearl-Index

bestimmt. Er gibt die Anzahl von Frauen an, die trotz Verhütung

schwanger werden. Je niedriger der Index ist, umso sicherer ist

die Methode. Der Pearl-Index für das Kondom beträgt z.B. 15,

d.h. dass von 100 Frauen, die damit ein Jahr (12 Zyklen) lang verhüten,

etwa 15 schwanger werden. Für die KOK liegt der Pearl-Index

unter 1, für »Nomegestrolacetat« lag er in europäischen Studien

bei 0,38. Ob die nachgewiesene geringere Gesamtaktivierung

der Gerinnungsparameter tatsächlich zu weniger Thrombosen

führt, muss noch klinisch geprüft werden.


Verlässlichere Schizophreniebehandlung

Bei Schizophrenie sind das Denken und die Gefühle verändert.

Letztlich geraten die Patienten in Isolation, werden apathisch

und leiden an ihrer problematischen Situation. Im Akutstadium

stehen Halluzinationen akustischer Natur im Vordergrund, optische

sind seltener. In weiterer Folge können Denkstörungen,

Wahn, bizarre Assoziationen und konkretistisches Denken auftreten.

Sie glauben z.B., sie werden von anderen Menschen telepathisch

gesteuert oder haben die fixe Idee, bedroht zu werden. Die

Therapie stützt sich auf mehreren Säulen. Eine davon sind die

Medikamente. Eine rasche Befreiung von den Symptomen, Reduktion

der Rezidivhäufigkeit und der Schwere der Erkrankung

wären wünschenswert.

Die heutigen Antipsychotika der zweiten Generation sind verbesserungswürdig

und zwar hinsichtlich einer einfacheren Medikamenteneinstellung,

des zu langsamen Wirkeintritts und der Verträglichkeit.

Eine Weiterentwicklung des schon bekannten »Paliperidon«

steht den Ärzten seit dem Vorjahr in fünf Stärken zur Erhaltungstherapie

der Schizophrenie bei erwachsenen Patienten

zur Verfügung. Das schon bekannte »Paliperidon« liegt nunmehr

als wässrige Nano-Suspension vor. In Form eines intramuskulären

Depots verlängert es die bisher mit »Paliperidon« erzielbare Wirkdauer

von 2 Wochen auf 1 Monat.

Weitere Vorteile sind der einfachere Therapiebeginn, ohne zusätzliche

orale antipsychotische Behandlung und die sofortige Injektions-Behandlung

von leichten bis mittelschweren Fällen von

Schizophrenie, ohne vorherige orale Stabilisierung.


DA DIABETES NEWS

Zusammenhang

Ein schwaches Herz

macht schlechten

Appetit

Das Herz reagiert nicht nur auf Hormone, es produziert einige

dieser Botenstoffe auch selbst. Bei einer Herzinsuffizienz

(Herzschwäche) wird beispielsweise eine erhöhte Menge

des Hormons BNP (B-Typ natriuretisches Peptid) freigesetzt.

Vermehrt produziert unterstützt dieses Hormon die Herzarbeit: So

scheiden einerseits die Nieren mehr Natrium und Flüssigkeit aus,

andererseits weiten sich auch die Gefäße aus. Bekannt war der

deutliche Zusammenhang zwischen der chronischen Herzinsuffizienz

mit Appetitlosigkeit und starkem Gewichtsverlust, die Ursache

dafür ist eine wichtige neue Erkenntnis.

Ein Team der MedUni Wien rund um Dr. Martin Clodi von der

Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel konnte

diese Frage nun beantworten: Verantwortlich ist das Hormon

BNP, es hat eine direkt appetithemmende Wirkung.

© Sebastian Kaulitzki

NEU ENTDECKTE »HERZ-HIRN-BAUCH-ACHSE«

ERÖFFNET NEUE THERAPIECHANCEN

Bisher war nur bekannt, dass es eine in beide Richtungen wirkende

Verbindung zwischen Gehirn und Magen-Darm-Trakt gibt.

Diese so genannte »Gehirn-Bauch-Achse« ist unter anderem maßgeblich

für die chronischen Erkrankungen Reizdarm und Reizmagen

verantwortlich. „Die nun entdeckte Herz-Hirn-Bauch-Achse

dient scheinbar ebenfalls dazu, mit dem Gehirn wichtige Informationen

auszutauschen und wesentliche Körperfunktionen zu regulieren

und im Falle der Herzinsuffizienz offenbar die Herzleis tung

durch Gewichtsreduktion zu erleichtern. Das eröffnet interessante

Perspektiven für neue Therapiekonzepte der chronischen Herzinsuffizienz

und von Diabetes“, so Clodi.


44 DA September 2012


Forscher rätseln

Immer mehr Kinder

mit Diabetes

© .shock

DA DIABETES NEWS

Heute diagnostizieren Ärzte bei etwa doppelt so vielen Kindern

und Jugendlichen Typ 1-Diabetes wie noch vor 15

Jahren. Typ 1-Diabetes beruht auf einer Autoimmunerkrankung,

bei der die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse

zerstört werden. Eine Erklärung, warum immer mehr

Kinder erkranken, gibt es nicht. Forscher vermuten neben genetischen

Ursachen Zusammenhänge mit dem Lebensstil.

Interessant ist etwa, dass in Finnland sechsmal mehr Menschen an

Typ 1-Diabetes erkranken als im angrenzenden Russland. Da die

genetischen Unterschiede nur gering sind, vermuten Forscher einen

Zusammenhang mit verschiedenen Hygienestandards. Zu

viel Sauberkeit, so die Theorie, könne möglicherweise das kör -

pereigene Abwehrsystem »unterfordern« und zu einer Fehlreaktion

des Immunsystems führen. Gelänge es, die Diabetes-auslösen-

den Faktoren ausfindig zu machen, ließen sich vielleicht vorbeugende

Therapien entwickeln. Bislang ist es nicht möglich, Typ 1-

Diabetes zu verhindern – anders als beim viel häufigeren Typ 2-

Diabetes. Bei diesem spielen zwar erbliche Anlagen eine wichtige

Rolle, ausgelöst wird Typ 2-Diabetes aber meist durch Übergewicht

und Bewegungsmangel.


Regelmäßige Kontrolle

Achten Sie auf Ihre

Augen

Jeder Mensch mit Diabetes Typ 1 sollte ab seinem fünften Erkrankungsjahr

eine Netzhautuntersuchung nach vorheriger Pupillenerweiterung

erhalten. Bei Menschen mit Typ 2-Diabetes sollte sofort

nach Erkennen der Erkrankung eine Netzhautuntersuchung

erfolgen, anschließend in jährlichen Abständen. Sind bereits Veränderungen

an der Netzhaut eingetreten, ist eine Wiederholungsuntersuchung

alle sechs beziehungsweise bei höheren Graden

auch alle drei Monate sinnvoll. Denn wenn erste Sehstörungen

auftreten, können die Schäden bereits weit fortgeschritten sein.

Zur Vorbeugung sollten sie ihre Blutzuckerwerte senken und einen

Blutdruckzielwert von 140/80 mmHg anstreben.

Eine diabetische Retinopathie muss ein darauf spezialisierter

Facharzt mittels Laserbehandlung, Medikamenten oder Operation

frühzeitig behandeln: Sonst drohen schwere Sehbehinderungen

bis zum vollständigen Verlust des Augenlichts. Da der Mensch

über das Auge den größten Teil aller Umwelteindrücke aufnimmt,

verringern Sehbehinderungen und Blindheit die Lebensqualität

drastisch.


© sheff

Menschen mit Diabetes mellitus sind besonders gefährdet,

ihr Augenlicht zu verlieren: Bei der diabetischen Retinopathie

(Netzhauterkrankung) kommt es durch den erhöhten

Blutzucker und -druck zu Schäden an den Blutgefäßen in den

Augen. Diese betreffen die gesamte Netzhaut. Bei mehr als 80

Prozent aller Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 sind 25

Jahre nach Beginn der Erkrankung Schäden der Netzhaut festzustellen.

Diese Schäden entwickeln sich meist schleichend ohne

merkbare Sehstörungen. So können Ärzte etwa bei jedem dritten

Typ 2-Diabetiker bereits bei der Diabetes-Diagnose Schäden am

Auge nachweisen.

Präs. Prim. A. o. Univ.-

Prof. Dr. Michael Roden,

Past Präsident der

Österreichischen

Diabetesgesellschaft und

wissenschaftlicher

Berater unserer

Diabetes-News.

„Bei abnormem Durst, viel Harnlassen und Gewichtsabnahme

bei Kindern auch an Diabetes denken!“

DA September 2012

45


DA KOCHREZEPTE

Vegetarische Maultaschen

ZUTATEN FÜR 6 PERSONEN:

Nudelteig: 500 g Mehl-Mix hell ½ TL Salz 4 Eier (Gr. M)

2 EL Öl

Füllung: 50 g Linsen 200 ml Gemüsebrühe 100 g Lauch 50

g rote Paprika 50 g Pastinake 2 Knoblauchzehen 1 TL Olivenöl

100 g gekochte Erdäpfel 1 EL gehackte Petersilie 3

EL frische Kräuter (z.B. Liebstöckel, Oregano und Beifuß) Salz,

Pfeffer, frisch gemahlene Gewürze (z.B. Paprika, Koriander etc.)

ZUBEREITUNG:

Arbeitszeit: 90 min.

Mehlmischung mit Salz, Eiern, 100 ml Wasser und Öl mit dem

Mixer verrühren. Es entstehen feuchte Krümel, die beim Zusammendrücken

mit den Händen aneinander haften bleiben.

Die Teigkrümel auf der Arbeitsfläche mit den Händen zu einer

glatten Kugel verkneten. 10 min. lang bearbeiten, damit der

Teig elastisch wird. Sollten die Krümel nicht aneinanderhaften,

teelöffelweise Wasser zufügen. Den Teig in Folie wickeln und

ruhen lassen.

Für die Füllung die Linsen in der Gemüsebrühe gar kochen.

Lauch, Paprika und Pastinake putzen, ggf. schälen und fein

würfeln oder mit dem Mixer hacken. Knoblauchzehen abziehen

und in feine Würfel schneiden. Alles zusammen im heißen Olivenöl

in einer Pfanne anrösten.

Gegarte Linsen zugeben. Erdäpfel zerdrücken und untermischen,

nach Wunsch alles fein im Mixer zerkleinern. Petersilie

und die frischen Kräuter unterrühren. Mit Salz und Pfeffer kräftig

abschmecken und nach Geschmack mit Paprika, Koriander

etc. würzen.

Jeweils ¼ des Teiges dünn auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche

ausrollen oder mit einer handbetriebenen Nudelwalze

weiterverarbeiten. Aus dem Nudelteig Rechtecke oder Kreise

ausstechen und mit Füllung versehen. Die Teigränder mit Wasser

bestreichen. Die Nudeln zusammenklappen und die Ränder

fest zusammendrücken. Die Maultaschen in reichlich kochendem

Salzwasser etwa 9 min. garen.

Apfel-Topfen-Palatschinken

ZUTATEN FÜR 12 STÜCK:

1 großer Apfel 50 g Butter 1 EL Zucker abgeriebene Schale

von einer Zitrone 1 Prise Salz 2 Eier 500 g Topfen 50

g Maismehl 50 g Reismehl 50 g Kartoffelmehl Zimt

ZUBEREITUNG:

Arbeitszeit: 15 min. + 10 min. Garzeit

Die Äpfel schälen, vom Kerngehäuse befreien und in sehr feine

Scheibechen schneiden oder grob raspeln. Butter, Zucker, zitronenschale,

Salz undEier schaumig schlagen. DenTopfen unterrühren.

Die Mehle zugeben und zuletzt die Äpfel unterheben.

In heißem Fett kleine Palatschinken ausbacken. Nach Belieben

mit Zucker und Zimt bestreuen.

RICHTIG ESSEN BEI ZÖLIAKIE

Sich einzulassen auf die glutenfreie Ernährung trägt viel bei zu

Ihrem Wohlbefinden. Genießen Sie die neue Art, mit Lebensmitteln

umzugehen, den Inhaltsstoffen auf den Grund zu gehen, und

nutzen Sie die Chance, insgesamt besser und gesünder zu essen.

Köstlich essen bei

Zöliakie

Von Andrea Hiller, Trias

Verelag, ISBN 978-3-8304-

3677-5, Euro 20,60.

Zu beziehen auch bei Buchaktuell,

Spitalgasse 31a,

1090 Wien, Tel.: 01/406 68

75, E-Mail: buchaktuell@

apoverlag.at, Homepage:

www.buchaktuell.at. Wir

liefern ohne Versandkosten.

Das Team von »Die Apotheke« wünscht gutes Gelingen!

46 DA September 2012


DA KIDS

Ein großer Tag für Latte Igel

Latte wacht an seinem

Geburtstag auf und

fragt sich, ob seine

Freunde ihn wohl feiern

werden wie jedes Jahr. Und

ob! Sie haben sich für ihn

ein ganz besonderes Spiel

ausgedacht: eine abenteuerliche

Reise, die ihn

quer durch den Wald,

von Freund zu Freund

und zu einer großen

Überraschung führt.

Hoch lebe Latte Igel!

Wenn du Latte Igel zu seiner

Geburtstagsüberraschung begleiten möchtest,

dann mach‘ doch mit bei unserem Gewinnspiel!

DA KIDS GEWINNSPIEL

»DA – Die Apotheke« verlost 3 Exemplare von »Ein großer

Tag für Latte Igel«. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, sende

eine E-Mail oder Postkarte mit dem Betreff »Kids-September«

an gewinnspiel@apoverlag.at oder an den Österreichischen

Apotheker-Verlag, Spitalgasse 31, 1090 Wien. Einsendeschluss

ist der 30. September 2012. Vergiss nicht, deinen Namen und

deine Adresse auf die Karte oder in das E-Mail zu schreiben.

Ein großer Tag für Latte Igel. Von Sebastian Lybeck und

Daniel Napp. Verlag Thienemann, ISBN 978-3-522-43714-1,

€ 13,40. Zu beziehen auch bei Buchaktuell, Spitalgasse 31a,

1090 Wien, Tel.: 01/406 68 75, E-Mail: buchaktuell@apo

verlag.at, Homepage: www.buchaktuell.at.

Wir liefern ohne Versandkosten.

Bleib gesund mit Bonbo

In »Die Apotheke« könnt ihr durch Bonbo und seine lustigen

Geschichten viel Wissenswertes zum Thema Gesundheit erfahren ...

Heute weiß ich vielleicht

schon, ob ich einen Bruder oder

eine Schwester bekomme!

Morgen habe ich wieder

einen Termin beim Arzt,

und mit etwas Glück erfahren

wir schon, ob es ein Bub oder

ein Mädchen wird.

Und, was bekomme ich?

Ich, der große Bruder,

werde meine kleine Schwester

gut beschützen!

© Christoph Kienzl

DA September 2012

47


Ich B meine

Apotheke, weil

ich dort nicht nur

Gesundheit, sondern

auch jede Menge

Lebensfreude

gewinne!

In der Apotheke kann

jederzeit überprüft

werden, ob alle

Medikamente, die man

einnimmt, auch

zusammenpassen.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine