Elektronischer Sonderdruck für Periphere arterielle ... - Asklepios

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Schwerpunkt: Endorganschäden bei Diabetes Internist 2011 · 52:533–538 DOI 10.1007/s00108-010-2734-y Online publiziert: 16. April 2011 © Springer-Verlag 2011 Schwerpunktherausgeber H. Haller, Hannover B.E. Strauer, Düsseldorf M. Dreyer Zentrum für innere Medizin, Asklepios Westklinikum Hamburg Periphere arterielle Verschlusskrankheit und Mikrozirkulationsstörungen bei Patienten mit Diabetes mellitus Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) ist ganz überwiegend durch atherosklerotische Stenosen oder atherothrombotische Verschlüsse der Arterien distal der Aorta bedingt. Nicht-atherosklerotisches Geschehen als Ursache einer PAVK wie entzündliche, embolische oder andere Prozesse sind selten ( Häufig ist die PAVK Indikator für Veränderungen an den Koronar- und/oder hirnversorgenden Gefäßen Bei Patienten mit Diabetes mellitus treten neben den Veränderungen an den großen Gefäßen auch Mikrozirkulationsstörungen auf, die sich aber nur ausnahmsweise im Sinne einer okklusiven Mikroangiopathie manifestieren. Die Schweregrade der PAVK werden klassischer Weise nach Fontaine (. Tab. 1) eingeteilt. Bei Patienten mit Diabetes mellitus, die häufig (ca. 70%) eine sensible symmetrische periphere Neuropathie aufweisen, sind häufig die Stadien II und III nicht zu erheben. Die Patienten nehmen durch ihre diabetische nein Knöchel-Arm-Index (ABI) nein nein Farbkodierte Duplexsonographie Befund aussagekräftig US ja CE-MRA oder (US) DSA Pulse: o. B. ABI > 0.9 Stadium I-II ja Neuropathie den ischämischen Schmerz nicht wahr, die Claudicatio-Symtomatik wird verschleiert und bleibt stumm. Entsprechende Patienten werden als subjektiv symptomfrei dem Stadium I zugeordnet, obwohl sie mehrfach täglich unter Belastung „stille Ischämien“ erleiden. Daher stellen sich Patienten mit Diabetes mellitus meistens auch nicht mit einer PAVK im Stadium II oder III ihren Ärzten vor, sondern erst im Stadium IV mit einem dia betischen Fußsyndrom (DFS). Die ebenfalls empfohlene Stadieneinteilung nach Rutherford ist der nach Fontaine sehr ähnlich, unterteilt aber die Stadien noch stärker nach Claudicatio-Beschwerden und ist daher gerade für Patienten mit Diabetes mellitus aus den genannten Gründen nicht hilfreich. Bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom hat sich die Einteilung nach Wagner-Armstrong [2, 10] bewährt. Sie wird mit den Kriterien Ausmaß der Fußläsion (0–5), Infektion (B, D) und Ischämie (C, D) vorgenommen. Mit dieser Einteilung lassen sich das Amputationsrisiko abschätzen und Schnittstellen in der Versorgung definieren. ja Kurzstr. Stenose/ Verschluß Langstr. Stenose/ Verschluß ja Keine rel. pAVK Gefäßchirurgie ABI normal + flache Kurve oder ABI > 1.3 = Mediasklerose möglich Keine Therapie Interventionelle Angio Intervention erfolgreich? nein Gefäßchirurgie TASC-Einstufung PTA/Stent Abb. 1 8 Gefäßdiagnostik und Therapie bei Patienten mit Diabetes nach der nationalen Versorgungsleitlinie ([6]; o.B.: ohne pathologischen Befund, pAVK: periphere arterielle Verschlusskrankheit, ABI: Ancle-Brachial-Index, US: Befunde im Unterschenkelbereich, CE-MRA: kontrastmittelverstärkte Magnetresonanzangiographie, DSA: digitale Subtraktionsangiographie, PTA: perkutane transluminale Angioplastie) Der Internist 5 · 2011 | 533

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