Untitled - Babylon Kino

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Untitled - Babylon Kino

FOX SEARCHLIGHT PICTURES präsentiert

In Zusammenarbeit mit DNAFILMS und FILM4

Einen Film von MARK ROMANEK

CAREY MULLIGAN, ANDREW GARFIELD

UND KEIRA KNIGHTLEY

Regie

Drehbuch

Produzenten

Mark Romanek

Alex Garland und Kazo Ishiguro

Andrew MacDonald und Allon Reich

Ausführender Produzent

Kamera

Produktionsdesign

Schnitt

Ko-Produzent

Musik

Kostüme

Alex Garland, Kazo Ishiguro und Tessa Ross

Adam Kimmel

Mark Digby

Barney Pilling

Peck Prior

Richard Hewitt

Rachel Portman

Rachel Fleming und Steven Noble

Länge:

Kinostart:

ca. 105 min

31. März 2010

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ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN, eine bemerkenswerte Geschichte über Liebe,

Verlust und versteckte Wahrheiten, basiert auf dem Bestseller von Kazuo Ishiguro („Was vom

Tage übrig blieb“). Regisseur Mark Romanek (ONE HOUR PHOTO, „One Hour Foto”, 2002),

Drehbuchautor Alex Garland (28 DAYS LATER, „28 Days Later”, 2002; SUNSHINE,

„Sunshine”, 2007) und DNA Films haben Ishiguros anrührende und schmerzliche Geschichte

fürs Kino aufbereitet.

Kathy, gespielt von der für AN EDUCATION („An Education”, 2009) Oscarnominierten

BAFTA-Gewinnerin Carey Mulligan, Tommy, dargestellt von Andrew Garfield

(BOY A („Boy A”, 2007), „Red Riding”-Trilogie) und Ruth, gespielt von Keira Knightley

(Oscar-nominiert für PRIDE & PREJUDICE („Stolz und Vorurteil”, 2005), ATONEMENT

(„Abbitte”, 2007)) verbringen ihre Kindheit im Internat Hailsham, einem nur scheinbar

idyllischen Ort. Denn irgendetwas stimmt nicht – und allmählich wird ihnen klar, was für eine

tragische Zukunft sie erwartet. Als die drei schließlich die Schule abgeschlossen haben, müssen

sie sich ihrem Schicksal stellen, damit leben, dass ihre Zeit auf der Welt höchst begrenzt ist.

Aber damit nicht genug, auch die Freundschaft des Trios wird auf eine harte Probe gestellt. Die

Liebe folgt eigenen Gesetzen und mit dem Erwachsenwerden gehen auch Neid und Betrug

einher...

Fox Searchlight Pictures, DNA Films und Film4 präsentieren NEVER LET ME GO

(„Alles, was wir geben mussten”, 2010), eine Regiearbeit von Mark Romanek nach Alex

Garlands Drehbuch, das auf einem Roman von Kazuo Ishiguro basiert. Weitere Hauptrollen

haben Isobel Meikle-Small, Ella Purnell, Charlie Rowe, Charlotte Rampling, Sally Hawkins,

Nathalie Richard, Andrea Riseborough und Domhnall Gleeson inne. Als Produzenten für DNA

Films firmieren Andrew Macdonald und Allon Reich, als Ausführende Produzenten zeichnen

Alex Garland, Kazuo Ishiguro und Tessa Ross verantwortlich. Ko-Produzent ist Richard Hewitt;

Assoziierte Produzentin Joanne Smith.

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Zum Team gehören unter anderen Chef-Kameramann Adam Kimmel ASC (LARS AND

THE REAL GIRL, „Lars und die Frauen“, 2007), Produktionsdesigner Mark Digby

(SLUMDOG MILLIONAIRE, „Slumdog Millionär”, 2008)), Cutter Barney Pilling (AN

EDUCATION, „An Education“, 2009), Komponistin Rachel Portman (EMMA, „Emma”, 1996),

die Musiküberwacher Randall Poster (FANTASTIC MR. FOX, „Der fantastische Mr. Fox”,

2009) und George Drakoulias (MARGOT AT THE WEDDING, „Margot at the Wedding”,

2007) sowie die Kostümdesigner Rachael Fleming (TRAINSPOTTING, „Trainspotting – Neue

Helden”, 1995) und Steven Noble (THE BEACH, „The Beach”, 2000).

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ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN

Produktionsnotizen

Über die Produktion

Können wir unser Schicksal bestimmen?

Leben wir für uns oder für andere Menschen?

Was macht uns zum Menschen?

Diese aufschreckenden und fesselnden Fragen stehen im Zentrum von ALLES, WAS WIR

GEBEN MUSSTEN, der Leinwandadaption von Kazuo Ishiguros international gepriesenem

Meisterwerk, das in einem einsam gelegenen englischen Internat seinen Anfang nimmt. Nichts deutet

zunächst darauf hin, dass hier eine zutiefst emotionale Geschichte ihren Anfang nimmt, in der es um

Liebe und Betrug, Hoffnung und Verzicht, Sterblichkeit und Schicksal geht.

Als Ishiguros dichter und unvergesslicher Roman 2005 erstmals erschien, wurde er von vielen

Kritikern als einer der besten des Jahrzehnts gepriesen. Auf der einen Seite handelt das Werk von einer

Gesellschaft, die gelernt hat, sich selbst zu klonen, auf der anderen vom Liebesdreieck dreier Freunde,

die sich seit frühester Kindheit kennen.

Das Buch hinterließ auf Anhieb einen derart nachhaltigen Eindruck, dass es nur eine Frage der

Zeit war, bis es verfilmt werden würde. Dazu kam es, als der literarisch versierte britische

Drehbuchautor und Romancier Alex Garland und der aufstrebende, visionäre amerikanische Regisseur

Mark Romanek zusammen fanden. Sie näherten sich ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN wie dies

schon Ishiguro getan hatte, sahen die Geschichte weniger als Science Fiction, sondern als Mär über

menschliche Zerbrechlichkeit.

Romanek dazu: „In vielen Science-Fiction-Filmen geht es darum, dass jemand versucht, einem

restriktiven System zu entfliehen. In unserem Film ist das Gegenteil der Fall. Unsere Protagonisten

versuchen nicht, zu fliehen, denn ihnen wurde seit ihrer Geburt beigebracht, stolz auf ihren Platz in ihrer

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alternativen Gesellschaft zu sein. Sie haben eine Pflicht zu erfüllen – und mag sie noch so schrecklich

sein. Und dann laufen sie natürlich auch deshalb nicht weg, weil es keinen Platz gibt, wohin sie fliehen

könnten. In unserem Film geht es darum, dass man es zeigen muss, wenn man jemanden liebt – sofort,

denn unsere Zeit ist insgesamt höchst begrenzt. Mit ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN wollte ich

einfach nur einen schönen, alles andere als ironischen Film machen. Wir wollten die Zuschauer in die

Welt entführen, die Ishiguro geschaffen hat. Besonderen Wert habe ich auf Romantik und Ästhetik

gelegt, denn unser Film erforscht eine Wahrheit, die bittersüß ist.”

ÜBER DEN ROMAN UND DESSEN ADAPTION

Kazuo Ishiguro ist seit Langem von den miteinander verwobenen Themen Liebe, Verlust,

Würde, Pflicht, Aufopferung, Erinnerung und der Art, wie wir uns selbst in der Welt präsentieren,

fasziniert – und die Welt wiederum ist von Ishiguros Erzählstil begeistert. Er wurde bereits vier Mal für

den Man Booker Prize nominiert, die angesehene The Times hat ihn als einen der 50 größten britischen

Romanciers aller Zeiten bezeichnet, mit zahllosen Auszeichnungen und Preisen wurde er schon bedacht

– und das bei einer Karriere, die ihren Höhepunkt wohl erst zusteuert.

Zu seinen Romanen zählen der Booker-Prize-Gewinner Was vom Tage übrigblieb, eine

Geschichte über einen perfekten britischen Butler, dessen Welt sich im Nachkriegs-England langsam

auflöst, und die als Merchant-Ivory-Verfilmung mit Anthony Hopkins und Emma Thompson in den

Hauptrollen für acht Oscars nominiert wurde. Darüber hinaus schrieb Ishiguro Damals in Nagasaki, Der

Maler der fließenden Welt, Die Ungetrösteten und Als wir Waisen waren.

Es war aber Ishiguros sechster und aktuellster Roman, Alles, was wir geben mussten, der seine

Erforschung des Menschen und dessen Seele in neue Gefilde brachte. Zur Überraschung seiner Fans und

seiner Kritiker schuf er eine literarische Science-Fiction-Fabel, die in einer alternativen englischen Welt

der 1990er Jahre angesiedelt ist. Der Wissenschaft ist ein entscheidender Durchbruch geglückt,

Jugendliche werden in einem entlegenen Internat auf ihr qualvolles Schicksal vorbereitet, dem sie sich

als junge Erwachsene stellen müssen. Erzählt wird die Geschichte von der scheinbar ganz normalen

Kathy, wobei Schritt für Schritt, Szene für Szene die ganze schreckliche Wahrheit ans Licht kommt.

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Von ihrer Herkunft wird berichtet, von ihrem Schicksal, dem sich sie und ihre Freunde sich viel zu früh

werden stellen müssen. Angst haben sie alle vor der Zukunft, aber sie wissen auch um ihre Aufgabe, ein

Umstand, der sie nur noch enger zusammen schweißt.

Andrew Barrow schrieb in The Independent über Alles, was wir geben mussten: „Er benutzt die

Science-Fiction-Parameter dazu, um vom ganz normalen menschlichen Leben zu erzählen, von der

menschlichen Seele, der menschlichen Sexualität, von Liebe Kreativität und kindlicher Unschuld“.

Jonathan Yardley merkte in The Washington Post an: „Es ist buchstäblich ein Roman über das

Menschsein, worin es besteht, was es bedeutet, wie es geehrt oder abgelehnt wird.“

Der Roman wurde 2005 für den Booker Prize, den Arthur C. Clark Award und den National

Book Critics Circle Award nominiert, tauchte in zahllosen Jahresbestenlisten auf und wurde vom Time

Magazine zum Roman der Dekade gekürt – und von derselben Zeitschrift zu den besten 100 modernen

Romanen gezählt, die je geschrieben wurden.

Ishiguro ließ sich für seinen Roman nicht von der Wissenschaft inspirieren, sondern von der

Notwendigkeit, dass er eine Gruppe Leute brauchte, deren Lebenszeit sehr begrenzt war. Diese Prämisse

brachte ihn in biotechnologische Gefilde, hier konnte er seine „Spender” und „Betreuer” zum Einsatz

bringen. Diese Leute haben nur kurz zu leben, müssen ihr Leben „spenden” – und mittels ihres

Schicksals lassen sich die fundamentalen Fragen von uns „richtigen” Menschen ideal diskutieren.

„Ich dachte mir, dass ich mittels dieser eher künstlichen Situation einen frischen,

unverbrauchten Blick auf unsere Sterblichkeit würde werfen können“, erklärt Ishiguro. „Mich

interessierte nicht so sehr der Umstand des Klonens an sich, sondern vielmehr, was einem als Klon wohl

wichtig wäre. Was berührt, was interessiert einen da wirklich? Und so handelt meine Geschichte eher

von Freundschaft, von Liebe und davon, was man mit der Zeit anfängt, die einem gegeben wurde.”

Am Anfang seines Romans sind Kathy, Tommy und Ruth noch Kinder. Sie wissen noch nichts

über sich und ihre erschreckende Lage. Das heißt, sie wissen etwas, aber sie wissen nicht wirklich etwas.

Man hat ihnen Dinge erzählt, aber man hat ihnen nichts Genaues erzählt. Und dann wird ihnen – wie

dem Leser auch – plötzlich mit größter Wucht klar, zu welchem Zweck sie auf der Welt sind. „Die

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Spannung in meinem Roman baut sich genauso auf, wie wir uns im richtigen Leben erst allmählich

unseres Daseins bewusst werden. Schritt für Schritt lernen wir wie unsere Welt und damit unser Leben

funktioniert”, führt Ishiguro aus. „Neugierig und zugleich widerwillig erfahren wir die Wahrheit über

unser Leben. Die Hauptfiguren meiner Geschichte eint, dass sie von frühester Jugend an beginnen,

Fragen zu stellen: Wer sind wir? Warum passieren diese Dinge? Warum sind die Dinge so wie sie sind?

Diese Fragen schweißen sie letztendlich auch zusammen.“

Obwohl die Kinder Fragen stellen und durchaus immer wieder auf ihre eigene Weise rebellieren,

versuchen sie nie, das System in Frage zu stellen oder ihrem Schicksal zu entkommen. Ihnen wird

immer wieder erklärt, dass sie etwas Besonderes sind, ein notwendiger Teil der Menschheit und dass sie

ihrer Zukunft, ihrem Schicksal nicht entrinnen können. Also finden sie sich mit ihrem brutalen Schicksal

ab, arrangieren sich und versuchen glücklich zu werden – genauso wie wir es auch versuchen würden.

„Die Kinder werden sehr sorgfältig auf ihr Schicksal vorbereitet. Stück für Stück wird ihnen

erklärt, was auf sie zukommt. Systematisch werden sie auf ihre Zukunft eingestellt, so dass sie sich nicht

allzu sehr aufregen müssen”, erklärt er. „Sie fügen sich, spüren eigentlich keinen echten Schmerz. Wie

Kinder dies im Allgemeinen auch tun. Wir leben als Kinder in einer Blase und lernen erst allmählich,

was Leben bedeutet.”

Und als diese Blase für Kathy, Tommy und Ruth platzt, gerät ihre Welt ins Wanken. Aber sie

klammern sich an die Dinge, die sie haben, vor allem ihre Freundschaft zueinander, deren Wurzeln in

Hailsham liegen, wo sie zusammen aufgewachsen sind. Sie sind bereit, ihre Pflicht zu erfüllen, trotz all

des Schmerzes, den das Wissen um ihren frühen Tod ihnen bereitet. Ihr Erwachsenwerden wird von der

Erwartung eines frühen Todes begleitet.

Schon bald nachdem das Manuskript von Alles, was wir geben mussten fertig war, landete es in

den Händen von Ishiguros Freund, dem Drehbuchautor Alex Garland. Garland selbst ist ein

renommierter britischer Romancier (Der Strand, Das Koma), der die hoch gelobten Skripts zu 28 DAYS

LATER und SUNSHINE verfasst hat, beides Filme, die auch ins Science-Fiction-Genre hineinspielen.

Nachdem er Alles, was wir geben mussten gelesen hatte, träumte er sofort davon, den Roman in einen

Film umzuarbeiten.

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„Das Buch, seine Figuren und Themen sprachen mich so unmittelbar an, dass ich Ishiguro fast

schon nach der Hälfte des Buches angerufen und nach den Filmrechten gefragt hätte. Ich musste mich

sehr beherrschen, bis zum Ende des Buches zu warten”, erinnert sich Garland.

Bald darauf entschied sich Ishiguro, der in der Zwischenzeit schon von zahlreichen

Filmemachern kontaktiert worden war, Garland sein Vertrauen auszusprechen. „Ich bewundere Alex als

Drehbuchautor und als Romancier und hielt ihn sofort für den richtigen Mann für diesen Stoff”, erklärt

der Autor.

Von diesem Moment an war Ishiguro integraler Teil des Entwicklungsprozesses. Er gab Garland

in Sachen Kreativität zwar carte blanche, aber Garland wollte auf den Input des Autors auf keinen Fall

verzichten. „Ishiguro war im kreativen Prozess voll eingebunden, er las alle Fassungen des Skripts und

machte dazu seine Anmerkungen”, erinnert sich Garland. „Er half uns dabei, zu entscheiden, wo wir bei

der Story kürzen konnten und sagte uns auch, auf was wir keinesfalls verzichten durften. Sogar wenn er

nicht direkt in unsere Arbeit involviert war, spürte ich seine Präsenz, weil ich seiner Vorlage so getreu

wie nur möglich folgen wollte. Ich sah meine Aufgabe primär darin, Ishiguros Ideen so filmisch wie

möglich umzusetzen.”

So gut und differenziert Ishiguros Input auch war, blieb für Garland reichlich Arbeit. Wie im

Roman teilte auch Garland die Story in drei Teile. Der erste spielt in Hailsham, wo wir Kathy, Tommy

und Ruth kennen lernen, auf den ersten Blick ganz normale englische Schulkinder – und doch stimmt

etwas mit ihnen nicht. Man sieht nie ihre Eltern, sie dürfen das Schulgelände nicht verlassen und sie

wissen nicht, was in der Welt draußen vor sich geht. Bis Miss Lucy ihnen schließlich eröffnet, dass sie

nur dazu da sind, sich für andere Menschen zu opfern.

Im zweiten Teil verlassen Kathy, Ruth und Tommy das Internat und kommen in einem Gehöft

namens The Cottages unter. Hier bekommen sie erste Einblicke davon wie die Welt aussieht und wo sie

eigentlich herkommen.

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Im dritten und letzten Teil des Films – das Kapitel heißt „Erfüllung” – kommen Kathy, Ruth und

Tommy mit sich ins Reine. Sie lernen aus den Fehlern der Vergangenheit, ordnen ihre Hoffnungen und

Wünsche richtig ein und fügen sich ihrem Schicksal.

„Zuerst sieht der Handlungsort, die Welt geradezu magisch aus, dann bekommt man das Gefühl

als würde man sich im Purgatorium befinden und schließlich steckt man mitten in einem Alptraum,

dessen einziger Trost darin besteht, dass man einander liebt,” fasst Garland zusammen.

„Und ganz zum Schluss”, führt Garland aus, „kommt man darauf, dass Ishiguro im Prinzip über

unser aller Leben schreibt.”

Garland hielt sich für sein Skript sehr nahe an die Dialoge des Romans und versuchte auch,

Ishiguros typische Art, seine Geschichte zu erzählen, auf die Leinwand zu übertragen. Die Spannung

wird langsam aufgebaut, viele Dinge werden verbal nicht erklärt und erst allmählich erschließt sich

einem die Handlung und das Schicksal der Kinder.

„Ishiguro vermittelt einem laufend das Gefühl, dass er gleich eine ganz wichtige Information

preisgeben wird – und dann tut er es doch nicht”, sagt Garland. „Und so folgt man der Geschichte stets

gespannt und will wissen, welches Geheimnis sie birgt.”

Wie Ishiguro betrachtete auch Garland den Aspekt des Klonens als sekundär. Ihm ging es, wie in

der Vorlage, um die elementaren Dinge des Daseins. „Es ist höchst faszinierend wie sich in dieser Story,

die vor einem Science-Fiction-Hintergrund spielt, alles um die essenziellen Dinge des Lebens dreht – es

geht um Leben und Tod“, schließt Garland.

Mit Ishiguros Segen brachte Garland die Fahnen des Romans zu Andrew Macdonald und Allon

Reich, Produzenten der renommierten britischen DNA Films. Dort hatte man schon seinen Roman THE

BEACH für die Leinwand bearbeitet und auch seine Skripts zu 28 DAYS LATER und SUNSHINE. Als

Regisseur hatte bei all diesen Filmen Danny Boyle verantwortlich gezeichnet.

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Macdonald und Reich waren augenblicklich Feuer und Flamme. „Die Story von ALLES, WAS

WIR GEBEN MUSSTEN ist höchst bewegend”, sagt Macdonald. „Sie ist ganz anders als alles, was wir

bislang gemacht haben. Im Prinzip ist das Ganze eine tragische Liebesgeschichte. Man hat überhaupt

keine Ahnung, wohin sich die Story entwickeln wird – und wenn man es dann herausfindet, wird einem

das Schicksal der Kinder nicht mehr aus dem Kopf gehen.“

Reich fügt hinzu: „Ishiguro schafft in seinen Romanen ganz eigene, ganz ungewöhnliche Welten.

Die Art wie er erzählt, ist sehr kontrolliert, seine Stimme, sein Tonfall in ALLES, WAS WIR GEBEN

MUSSTEN sind sehr ungewöhnlich. Als Alex zu uns kam und uns sagte, dass er wusste, wie er den

Roman adaptieren wollte, war das für uns Grund genug, in das Projekt einzusteigen.”

Das Gefühl, zugreifen zu müssen, erwies sich als richtig. „Alex hat eine hervorragende,

feinsinnige Drehbuchfassung des Romans abgeliefert”, so Reich weiter. „Einen Roman wie diesen auf

100 Skriptseiten zu komprimieren und dennoch der Vorlage dabei treu zu bleiben, das ist unglaublich

schwierig. Aber Alex hat es geschafft.”

„ALLES, WAS WIR GEBEN MÜSSEN“ WIRD IN BILDER UMGESETZT:

MARK ROMANEK KOMMT AN BORD

Nun standen die Produzenten vor einer neuen Herausforderung: Sie brauchten einen Regisseur,

der Ishiguros gruselige, melancholische und durchaus auch schöne Welt angemessen für die Leinwand

umsetzen konnte. Sie suchten nach einem Mann mit einer eigenen Handschrift, mit einem guten Auge,

der die Poesie und den Subtext der Vorlage verstand. Es galt, die Worte in die richtigen Bilder

umzusetzen. Dann wurden sie, ganz unerwartet, vom amerikanischen Regisseur Mark Romanek

kontaktiert, einem Fan von Ishiguro, der sich schon in den Roman verliebt hatte.

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Romanek überraschte die Produzenten. Er hat seine künstlerische Laufbahn als Regisseur von

Musikvideos und Werbefilmen begonnen und seinen Durchbruch als Spielfilmregisseur mit dem hoch

gelobten ONE HOUR PHOTO geschafft, einem Psychothriller mit Robin Williams als obsessivem

Fotoentwickler. Romanek hatte schon jede Menge Ideen wie er Alles, was wir geben mussten umsetzen

wollte.

„Mark ist ein unglaublich talentierter Filmemacher, der ausgeprägten visuellen Stilwillen besitzt

und viel Herzblut in seine Arbeit mit einbringt. Es war einfach logisch, ihn hier als Regisseur zu

verpflichten ”, sagt Andrew Macdonald.

Ishiguro war mit der Wahl einverstanden. „Mark kann Bilder erschaffen, die oberflächlich

betrachtet ganz normal aussehen, aber wenn man dann genau hinschaut, erkennt man hinter dem glatten

Äußeren Unheil und Horror”, weiß der Autor. „Er arbeitet mit seinen Bildern ganz ähnlich wie ich mit

meinen Worten, er filmt scheinbar ganz normale Dinge, die sich dann als überhaupt nicht normal

entpuppen. Es ist immer etwas Gruseliges da, etwas was einen nervös macht.”

Romanek sagt, dass er sich zu Ishiguros Roman gerade deshalb hingezogen fühlte, weil er

wusste, dass dies kein Stoff für einen „normalen” Film war. Er wusste, dass er auf der Leinwand eine

Welt kreieren musste, die nicht die unsere war, die aber trotzdem vertraut und bekannt auszusehen hatte.

Dunkel und düster sollte die Stimmung sein, dennoch sollte man Leben und Freude spüren, eine gewisse

Trostlosigkeit musste vermittelt werden, aber auch belebende Schönheit – und dieser schwierigen

Herausforderung stellte er sich gerne.

„Ich reagierte auf diese Geschichte wirklich heftig, ich fand sie gleichermaßen gewagt und

schön. Ich konnte nicht aufhören, an den Roman zu denken, und träumte davon, aus diesem Buch einen

Film zu machen”, erzählt Romanek.

Romanek war außerdem von Garlands Adaptation begeistert. „Die Umarbeitung der Vorlage war

gewandt und stimmig, eine präzise, kluge Destillation der komplexen Ideen und Emotionen”, erinnert er

sich. „Genauso wie ich am Ende des Buches geweint habe, tat ich es auch, nachdem ich das Skript aus

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der Hand gelegt hatte. Alex hat sein Drehbuch sehr minimalistisch gehalten. Es war knapp und direkt.

Das hat mir als Filmemacher besonders gefallen. Das Skript wartete geradezu darauf, auf der Leinwand

zum Leben erweckt zu werden.”

Und so wurden Romaneks Träume letztendlich zur Leinwandwahrheit. Er fasst abschließend

zusammen: „Ganz besonders hat mich gefreut, dass es im Film nicht eine einzige Szene gibt, die ich

genauso schon im Kino gesehen habe. Die Natur der Geschichte bedingt, dass jede menschliche

Interaktion, die man zu sehen bekommt, bei uns etwas anders aussehen musste. Alles musste sich etwas

merkwürdig anfühlen, es musste immer eine gewisse Spannung und auch Pathos da sein. Der Science-

Fiction-Aspekt der Story wird sicherlich diskutiert werden, ebenso die Problembereiche Ethos und

Moral. Aber für mich ist der Film in erster Linie eine Liebesgeschichte, eine Liebesgeschichte, die umso

heftiger berührt, weil ihr nicht viel Zeit gewährt wird. "

ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN

Produktionsnotizen

KATHY, TOMMY UND RUTH:

DREI CHARAKTERE AUF DER SUCHE NACH IHREM ICH

Die Geschichte von ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN mit Leben zu füllen, hieß in erster

Linie, die richtigen Schauspieler für die drei ungewöhnlichen Hauptrollen zu finden. Obwohl sie

künstlich für inhumane Zwecke geschaffen wurden, gilt es, sie als „echte“ Menschen zu zeichnen, die

sich nach gemeinsam verbrachter Kindheit als Erwachsene plötzlich in einem Liebesdreieck

wiederfinden und mit ihrem grausamen Schicksal fertig werden müssen.

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„Es war von größter Wichtigkeit, Schauspieler auszuwählen, die eine Verbindung zu den

Charakteren, die sie spielen sollten, aufbauen konnten, und die auch das Buch mochten”, sagt Romanek.

„Um die zu finden, sprachen wir mit vielen der talentiertesten Schauspieler Englands.”

Die Geschichte wird von Kathy erzählt, die sich selbst als „Betreuerin” beschreibt, eine

mysteriöse Figur, deren Bedeutung sich erst im Verlauf der Geschichte erschließt. Die Wahl für diesen

Part fiel auf eines der vielversprechendsten Nachwuchstalente des britischen und amerikanischen Kinos,

auf Carey Mulligan, die für überzeugendes, naturalistisches Spiel in AN EDUCATION – als Teenager,

der einem älteren Hochstapler verfällt – 2009 für einen Oscar als Beste Hauptdarstellerin nominiert

wurde.

„Ich hoffe, dass die Wärme, die Tiefe dieser Charaktere und ihre Liebe zueinander auf der

Leinwand rüberkommt”, sagt sie. „Da ist zunächst Kathy, die sich trotz allem, was sie gesehen und

erlebt hat, nicht unterkriegen lässt. Des Weiteren Tommy, der als einziger der Drei eigentlich logisch auf

die schreckliche Situation, in der sie sich wiederfinden, reagiert und schließlich Ruth, die so menschlich

und verletzlich ist, dass man eigentlich gar nicht anders kann als mit ihr zu sympathisieren.”

„Carey ist die ideale Besetzung für eine Story von Ishiguro”, sagt Regisseur Mark Romanek.

„Sie ist eine dieser Künstlerinnen, die geradezu allergisch auf jede Art von Klischee reagieren. Nach

außen hin agiert sie überaus minimalistisch, innerlich brodelt es aber in ihr. Sie trifft genau den

gewünschten Ton. Sie kommuniziert geradezu mit der Kamera, sie weiß genau, was sie geben und wie

sie sich verhalten muss, um glaubhaft zu wirken. Um ehrlich zu sein, ihr unglaubliches Talent flößte mir

anfangs fast Angst ein, denn es ist schwierig, Wege zu finden, wie man ihr als Regisseur helfen kann.

Was ich aber leisten konnte, war ihr zumindest einen ’sicheren’ Arbeitsplatz zu schaffen, ihr ästhetisch

in punkto Kameraarbeit und Produktionsdesign jene Umgebung zu kreieren, in der sie als Kathy lebt.

Sie sollte diese andere, fremde Welt richtig spüren können. Careys Spielstil beeinflusste Struktur und

Gefühl des Films, er entsprach meiner Vorstellung von Ishiguros Stil. Mit ihrer Hilfe fand ich exakt die

Bildsprache, die mit Ishiguros Prosa korrespondiert.

Mulligan hatte den Roman bereits gelesen, als sie sich zum ersten Mal mit den Filmemachern

traf. Sie beeindruckte sie mit der Leidenschaft, die sie dem Roman entgegenbrachte und auch durch ihr

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Mitempfinden für Kathy. Mulligan dazu: „Bei der ersten Leseprobe beschlich mich die Angst, dass

Kathy als Charakter vielleicht zu passiv erscheinen würde, weil sie von den Dreien alles am ehesten in

sich hineinfrisst. Sie gibt ihre Gefühle nie Preis. Aber andererseits spielt sich bei Kathy ja auch alles

unter der Oberfläche ab – und das macht sie zu so einer interessanten Figur.”

Mulligan sprach bei dem Projekt auch an, dass der Film sich klassischer Genre-

Kategorisierungen entzog: „Mir gefällt besonders gut, dass der Film nach außen hin gar nicht wie

Science-Fiction aussieht. Erst allmählich merkt man, dass man sich in einer Alternativwelt bewegt, die

den Hintergrund für diese Liebesgeschichte bildet, in der die Liebenden nicht zueinander kommen

können – ganz einfach, weil sie das sind, was sie sind.

Die Romanze zwischen Tommy und Kathy, die nicht nur aus Zeitgründen fast nicht zustande

kommt, rührte Mulligan besonders. „Wir legten größten Wert darauf, die Story zwischen Kathy und

Tommy richtig zu erzählen”, erklärt sie. „Wir wollten klar stellen, dass zwischen den beiden immer

schon eine starke Verbindung bestand. So können sie sich, als sie sich in ihren 20ern wieder treffen,

ihrem Glück und ihrer Liebe hingeben – nur dass sie dafür nun fast keine Zeit mehr haben. Es ist

tragisch und wunderbar. Und außerdem war es großartig, mit Andrew Garfield zu arbeiten, der Tommy

spielt. Er ist ein brillanter Schauspieler, der nicht zweimal das Gleiche macht.”

Kathys Beziehung zu ihrer besten Freundin Ruth ist wesentlich komplexer und schwieriger. Das

liegt darin begründet, dass diese sie in der Jugend hintergeht und Kathys einzige Chance auf Liebe

sabotiert. Ruth wird von einer der begehrtesten englischen leading ladies Keira Knightley gespielt, die

sich besonders in Literaturverfilmungen hervorgetan hat. So war sie unter anderem – Oscar- und

Golden-Globe-nominiert – als Elizabeth Bennett in Joe Wrights Jane-Austen-Adaption PRIDE AND

PREJUDICE sowie – ebenfalls Golden-Globe-nominiert – in dessen Ian-McEwan-Umsetzung

ATONEMENT zu sehen. Weltweite Berühmtheit erlangte sie als Säbel-schwingende Elizabeth Swann

in der Box-Office-Hit-Serie PIRATES OF THE CARIBBEAN („Fluch der Karibik“, 2002, 2006, 2007).

Die Filmemacher waren von ihrem überragenden Spiel begeistert. „Ruth ist temperamentvoll und

manipulativ. Obwohl sie und Kathy im Grunde Busenfreundinnen sind, ist sie eigentlich der Bösewicht

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der Geschichte. Es war toll anzusehen, wie sie hier mal eine ganz andere Art von Figur verkörpert”, sagt

Andrew Macdonald.

Knightley gibt unumwunden zu, dass es einige Zeit brauchte, bis sie sich in Ruths komplexen

Charakter einfand. „Als ich das Skript zum ersten Mal las, ging ich mit Ruth sehr streng ins Gericht. Sie

versucht, das Glück zweier Menschen zu zerstören – und ich musste herausfinden, warum jemand so

etwas tut”, erklärt sie. „Aber genau das machte meine Aufgabe so interessant. Ich verstand, dass Ruths

Taten daher rühren, dass sie ohne Eltern aufgewachsen ist und nie Liebe erfahren hat. Als sie erkennt,

dass ihre beiden besten Freunde sich ineinander verlieben, weckt das ihren Neid. Als ich das begriffen

hatte, empfand ich größte Sympathie für Ruth. Es gibt keine Entschuldigung dafür, was sie getan hat,

aber ich verstehe ihre Beweggründe und fühle mit ihr.”

Ein weiterer Grund für Knightley an diesem Film mitzuwirken war, dass sie wieder mit Carey

Mulligan zusammen spielen konnte, die in PRIDE AND PREJUDICE ihre Schwester verkörpert hatte.

„Carey ist eine phänomenal begabte Schauspielerin und es war mir eine Freude, wieder neben ihr

aufzutreten”, sagt Knightley. „Sie versieht den Part der Kathy mit dem gewissen Etwas. Es ist wirklich

faszinierend anzusehen. Es ist ein wahrlich schwieriger Part und es war toll, ihr dabei zuzuschauen, wie

sie ihn zum Leben erweckt.”

Dass die beiden auch im wirklichen Leben miteinander befreundet sind, hat ihrem Spiel

zusätzlich geholfen. „Es ist viel einfacher, in schwierige Bereiche vorzustoßen, wenn man einen Partner

hat, den man kennt”, kommentiert Mulligan. „Unser Spiel hat sich geradezu instinktiv ergeben und das

sieht man auf der Leinwand. Und was Keira im ‘Vollendungsstadium’ geleistet hat, war wirklich

herzzerreißend.”

Romanek ergänzt: „Dass Carey und Keira auch im richtigen Leben Freunde sind, hat ihr Spiel

noch glaubwürdiger gemacht. Man scheint ihre Nähe förmlich zu spüren. Ich glaube nicht, dass das zwei

noch so gute Schauspielerinnen, die sich im Vorfeld nicht kannten bzw. befreundet waren, so gut

hinbekommen hätten.”

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Der Dritte im Bunde ist Tommy. Auch er besucht das Internat in Hailsham und wird vom Strudel

der Ereignisse mitgerissen. Er ist ein sensibler Kerl, der zu emotionalen Ausbrüchen neigt– und er ist der

einzige des Trios, der einen Moment lang glaubt, seinem bzw. ihrem vorbestimmten Schicksal

entfliehen zu können. Er hofft, nicht das tun zu müssen, wofür er und seine Mitschüler in Hailsham

ausgebildet wurden. Bei der Besetzung dieser Rolle gingen die Filmemacher ein gewisses Wagnis ein

und übertrugen sie einem jungen Schauspieler, der erst am Anfang seiner Karriere steht: Andrew

Garfield. Er bekam für seinen Part in BOY A – da ist er ein ehemaliger Häftling, der als Kind ein

schreckliches Verbrechen begangen hat – hervorragende Kritiken und wurde vor Kurzem der

Öffentlichkeit als neuer Spiderman vorgestellt.

„Andrew war einer der ersten, der für den Part des Tommy vorsprach. Und als wir ihn sahen und

hörten, war uns eigentlich klar, dass wir ihn besetzen mussten,” erinnert sich Allon Reich.

Dem pflichtet Romanek bei: „Ich war sofort von ihm angetan, nachdem ich ihn in LIONS FOR

LAMBS („Von Löwen und Lämmern“, 2007) und BOY A gesehen hatte. Er ist bezüglich der

Annäherung an seine Rollen einfühlsam und originell. Das heißt, man sieht ihm gerne dabei zu und wird

auch immer wieder überrascht.”

Für Garfield, der den Roman sehr mag, bedeutete es eine große Ehre, den Tommy zu spielen.

„Es war für mich eine große Verantwortung, den Tommy so zu verkörpern, wie Ishiguro ihn angelegt

hat”, gesteht er.

„Tommy wird von den Wächtern als jemand beschrieben, der ein großes Herz besitzt, aber auch

zu schrecklichen Wutausbrüchen neigt. Ich glaube, das trifft den Kern der Figur gut”, erläutert Garfield.

„Er ist eine sehr intuitive und instinktive Person, er spürt alles mit jeder einzelnen Pore seines Körpers.

Er weiß zunächst vielleicht nicht bewusst, was so alles um ihn herum vorgeht, aber unbewusst spürt er

all die Dinge, die passieren werden. Ich habe es wirklich genossen, ihn zu spielen, weil er eine dieser

seltenen Personen ist, die die Welt eher gefühlsmäßig als analytisch und logisch deuten.”

Garfield gefiel obendrein die Liebesgeschichte zwischen Tommy und Kathy. „Es ist fast so als

wären sie zwei Magnete, die einander anziehen, aber irgendetwas weiß das immer zu vereiteln”, sagt er.

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„Es ist für sie toll und verändert ihr Leben, aber es liegt auch ein Fluch auf ihrer Beziehung – denn sie

haben so viel von ihrer kostspieligen Zeit einfach verschwendet.”

„Mit Carey und Keira zu arbeiten, war das pure Vergnügen”, fügt Garfield hinzu. „Es war, als

würde man jeden Tag zum Spielplatz gehen, eine wunderschöne Erfahrung. Wir wollten alle dasselbe –

die Geschichte in Ehren halten, ihre Stimmung und unsere Figuren richtig rüberbringen. In diesem Punkt

stimmten wir vollkommen überein und vertrauten einander.”

Romanek war vom Trio Mulligan, Knightley und Garfield mehr als begeistert, von ihren

Einzelleistungen, aber auch von ihrer Arbeit als Team. „Sie haben mich mit ihrer emotionalen

Intelligenz immer wieder überrascht. Sie haben die Tiefen ihrer Parts ausgelotet und dies mit Freude und

Leichtigkeit getan. Alle drei haben eine ganz eigene Art zu spielen. Andrew arbeitet sehr direkt und

überraschend, Keira ist, glaube ich, eher kopfgesteuert und Carey experimentiert – und zusammen

füllten sie die Geschichte mit Seele und Geist, gaben ihr Tiefe und Sinn. Sie sprechen nicht einfach nur

ihre Dialogzeilen, sie kreieren im Wortsinn Kunst – und das ist angesichts ihres Alters wirklich

erstaunlich.“

Als nächstes machten sich die Filmemacher daran, die Schauspieler zu finden, die Kathy, Ruth

und Tommy als Kinder spielen sollten, zu der Zeit also, in der sie sich im Internat Hailsham kennen

lernen. Dieses Trio zu finden, erwies sich als noch kniffeliger als die Besetzung der erwachsenen

Freunde – vor allem, weil sie im Zentrum des ersten Kapitels stehen, in dem die Tonalität des Films

vorgegeben wird.

„Ein Umstand, der mich beim erstmaligen Lesen des Skripts wirklich eingeschüchtert hat, war,

dass der komplette erste Akt von Zwölfjährigen getragen werden musste”, gesteht Romanek. „Hierfür

die richtigen Kinder, die richtigen Schauspieler zu finden, war eine echte Herausforderung.”

Man suchte nach Kindern, die nicht nur schon sehr reife und gute Schauspieler waren, sondern

zudem auch noch nach solchen, die in Aussehen und Gebaren Carey, Andrew und Keira ähnelten. Um

dies zu gewährleisten, bat Romanek seine „alten” Schauspieler, ihm Jugendfotos zu bringen, die er beim

Casting immer wieder zu Rate zog.

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Und schließlich war es soweit, man hatte drei bemerkenswerte Nachwuchstalente gefunden: Die

13-jährige Isobel Meikle-Small aus Brighton wurde als junge Kathy besetzt, die zwölfjährige Ella

Purnell aus London als Ruth sowie der 13-jährige Charlie Rowe, bekannt aus THE GOLDEN

COMPASS („Der goldene Kompass“, 2007), als Tommy. Reich dazu: „Es war ein langwieriger

Prozess, aber wir fanden für die Parts drei außergewöhnlich begabte Kinder. Sie sahen nicht nur genauso

aus, wie wir uns das gewünscht hatten, nein, Isobel, Ella und Charlie sind obendrein vorzügliche

Schauspieler und überhaupt nicht gehemmt. Die drei verstanden sich hervorragend.”

Um den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenalter noch glatter und glaubwürdiger

vollziehen zu können, bat Romanek seine drei Paare – Carey und Isobel, Keira und Ella sowie

Andrew und Charlie – so viel Zeit wie nur möglich miteinander zu verbringen, sowohl vor wie

auch während des Drehs. „Sie hingen sehr viel miteinander ab und lernten sich so sehr gut

kennen”, erinnert er sich. „So eigneten sich die jungen Schauspieler die Manierismen der älteren

an und umgekehrt. Sie unterhielten sich über das Leben als solches und über die Schauspielerei.

Ich glaube, sie haben viel voneinander gelernt.”

DIE WÄCHTER:

DIE NEBENDARSTELLER

Im Internat Hailsham werden Kathy, Ruth und Tommy von so genannten „Wächtern”

und Lehrern betreut, deren Aufgabe darin besteht, die Kinder auf ihre zukünftigen Aufgaben

vorzubereiten. Ein schwieriges, unerfreuliches Unterfangen, sind sie doch selbst von ihrer

unheimlichen Mission eigentlich überfordert. Diese Erwachsenen sind für die Kinder einziger

Elternersatz und – obwohl so nicht vorgesehen – üben sie auf ihre Schützlinge einen ungeheuren

Einfluss aus, wecken deren Hoffnungen und stärken deren Glauben.

Die Schlüsselfigur der Schule ist die Direktorin Miss Emily, gespielt von der englischen

Schauspielikone Charlotte Rampling. Zu den Filmen, in denen sie mitgewirkt hat, zählen

Klassiker wie STARDUST MEMORIES („Stardust Memories“, 1980), THE VERDICT („The

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Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“. 1983) oder, aus jüngerer Vergangenheit,

Francois Ozons THE SWIMMING POOL („Swimming Pool“, 2003). „Ich bin seit Teenager-

Tagen ein Riesen-Fan von Charlotte und mit ihr zu arbeiten, war ein Traum”, sagt

Romanek. „Für die Kinder ist Miss Emily eine Gott-gleiche Figur und Charlottes Autorität und

Charisma waren genau das, was wir für diesen Part brauchten.”

Rampling erzählt, dass die Rolle ihr Interesse geweckt hatte, nachdem sie das Drehbuch gelesen

hatte. Ihr gefiel, dass das Skript so nahe am Roman blieb, den sie mit Begeisterung gelesen hatte.

„Natürlich kann man den Roman nicht hundertprozentig in ein Drehbuch verwandeln, aber was Alex

Garland geleistet hat, ist wirklich bemerkenswert”, kommentiert sie.

Miss Emily, die sich strikt an den Status Quo hält und keine Veränderungen wünscht, kommt mit

einer jungen Lehrerin in Konflikt. Miss Lucy lehnt sich gegen die herrschende Politik des Schweigens

auf, die an der Schule gepflegt wird, und beschließt, den Kindern zu sagen, welcher Zukunft sie

entgegenblicken. In die Rolle der Miss Lucy schlüpft Sally Hawkins, die als etwas andere Pädagogin in

Mike Leighs HAPPY-GO-LUCKY („Happy-Go-Lucky“, 2008), einer Ode an die Kraft des

ungebrochenen Optimismus, einen Golden Globe gewann.

„Als Sally in die engere Auswahl kam, wusste ich gleich, dass sie spektakulär sein würde”, sagt

Romanek. „Sie besitzt diese Sensibilität und Verletzlichkeit, die perfekt zum Part der Miss Lucy passen.

Wenn Sally als Miss Lucy den Kindern erzählt, welch grausames Schicksal auf sie wartet, dann bricht

einem das das Herz.”

Für der Rolle der mysteriösen Fremden schließlich, die in Hailsham alle nur Madame nennen

und die die Kunstwerke der Kinder für eine unbekannte „Galerie“ auswählt, griffen die Filmemacher auf

die bekannte französische Schauspielerin Nathalie Richard zurück. Sie war unter anderem in Michael

Hanekes CACHÉ („Caché“, 2005), Olivier Assayas’ IRMA VEP („Irma Vep“, 1996) oder James Ivorys

LE DIVORCE („Eine Affäre in Paris“, 2003) zu bewundern.

Zur Besetzung gehören auch Andrea Riseborough (HAPPY-GO-LUCKY) und Domhnall

Gleeson (HARRY POTTER AND THE DEATHLY HALLOWS, „Harry Potter und die Heiligtümer des

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Todes”, 2010) als Chrissie und Rodney, das leidenschaftliche Paar, das Kathy, Tommy und Ruth in die

Welt jenseits von Hailsham einführt. Mit ihnen lebt das Trio auf dem Gut The Cottages zusammen – und

hier macht ein Gerücht die Runde, das für einen Augenblick Hoffnung zulässt...

EIN ALTERNATIVES ENGLAND:

DAS FILMDESIGN

Kazuo Ishiguros Roman bezieht seine Kraft nicht nur aus dem kurzen Leben seiner Charaktere,

sondern auch aus seiner Atmosphäre. Alle Beteiligen von ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN –

angefangen von Regisseur Mark Romanek bis hin zum letzten Mitarbeiter des Teams – wollten die

Stimmung der Vorlage in jedem Bild des Filmes sichtbar werden lassen.

„Ich wollte visualisieren, was ich empfand, als ich das Buch erstmals gelesen habe”, erklärt

Romanek, „und ich hatte eine ganz bestimmte Idee, wie ich das realisieren wollte. Wir beschlossen, auf

typische Science-Fiction-Bilder vollkommen zu verzichten. Stattdessen schwebte uns ein etwas schräger

Look vor, einer, der schwer zu fassen ist, einem aber doch gestattet, zu glauben, dass das, was man sieht,

was passiert, wirklich ‚wahr‘ ist.”

Im Gegensatz zu den meisten Geschichten, die mit der Biomedizin „spielen”, ist ALLES, WAS

WIR GEBEN MUSSTEN nicht in der fernen Zukunft und auch nicht in der nahen angesiedelt. Die

Geschichte spielt vielmehr in der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts und postuliert, dass die Regeln

menschlicher Sterblichkeit sich im Nachkriegs-Großbritannien verändert haben. „Eine unserer zentralen

Ideen war, dass der Film in einer alternativen Realität spielt. Wir befinden uns nicht im Morgen, sondern

im Gestern”, führt Produzent Allon Reich aus. „Das macht das Ganze irgendwie zeitlos.”

Von dieser Prämisse ausgehend, betraten die Filmemacher cineastisches Neuland. „Es gab keine

Referenzpunkte, das war wirklich spannend”, führt Romanek aus. „Der einzige Film, der mir

vergleichsweise einfiel – und der auch nur ganz vage ähnlich ist – ist FAHRENHEIT 451 („Fahrenheit

451“, 1966) nach Ray Bradburys Roman. Unsere Strategie bestand darin, uns zunächst einmal auf die

drei wichtigsten Locations zu konzentrieren. Das sind eigentlich ganz normale, sattsam bekannte

Institutionen: eine Schule, eine Farm oder ein Gut sowie ein Krankenhaus. Der elementare Trick unseres

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Films bestand nun darin, diese bestens bekannten Orte irgendwie merkwürdig erscheinen zu lassen –

und zwar so, dass man nicht weiß, warum hier etwas komisch ist. Genau aus diesem Umstand bezieht

Ishiguros Roman unter anderem seine Spannung.”

Um diese Welt zu kreieren, die irgendwie außerhalb ihrer Zeit existiert, engagierte man eine

Gruppe kreativer Filmemacher, den Chefkameramann Adam Kimmel, den Produktionsdesigner Mark

Digby, die Kostümbildner Rachael Fleming und Steven Noble sowie den Make-up-Designer Sian Grigg.

„Es war eines der besten Teams, mit dem ich bislang kooperiert habe”, freut sich Andrew Macdonald.

„Die Leidenschaft fürs Material, fürs Drehbuch und für den Roman einte alle.”

Visuell ließ sich Romanek von einem Lieblings-Regisseur Ishiguros inspirieren: dem Japaner

Mikio Naruse. Der hatte in den 1950er und 1960er Jahren so genannte „shomin-geki” in Szene gesetzt,

elegant erzählte Arbeiterklasse-Dramen, die vor ganz einfach gehaltenem Hintergrund spielen. „Naruse

beschränkt sich gern, hält alles simpel, aber erzählt auch mit tiefem Pathos. Darin gleicht er Ishiguro”,

weiß der Regisseur. „Seinen Filmen wohnt diese Faszination für Vergänglichkeit inne, für den Wert von

Zeit. Wir wollten seinen Stil nicht kopieren, aber nachdem wir seine und andere japanische Filme jener

Zeit angesehen hatten, ließen wir uns von ihnen definitiv in der einen oder anderen Hinsicht

beeinflussen.”

Die unterschiedlichen Drehorte des Films waren stets eng mit den Charakteren verknüpft. So war

es wenig verwunderlich, dass Romanek das Produktionsteam bat, für seine Darsteller entsprechende

Probenräume zu entwerfen. „Sehr zum Verdruss der Bauabteilung wollte ich meine Schauspieler so früh

wie möglich an die spezielle Umgebung gewöhnen, in der sie agieren würden”, sagt er. „Ich wollte, dass

sie früh die Tonalität begriffen, die ich für den Film wollte.“

Um den richtigen Look für den Film zu kreieren, kooperierte Romanek eng mit Kameramann

Adam Kimmel, der die Herausforderung, das Schöne und Lyrische mit dem Hässlichen und

Beunruhigenden zu vermengen, gerne annahm. „In vielerlei Hinsicht ergab sich der Stil unseres Films

sowie dessen Tempo und Ästhetik aus der Kombination dessen, was Adam und ich als ideal für die

Schauspieler erachteten”, erklärt der Regisseur. „Wir wollten eine visuelle Welt erschaffen, in der

unsere Darsteller sich wohl fühlten und zu Recht fanden. Ich habe mit Adam schon mehrmals bei TV-

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Werbefilmen zusammengearbeitet, aber das hier war eine ganz andere, neue Erfahrung, hier mussten wir

Ishiguros Roman in Bilder umsetzen.”

„Ein sehr interessanter Aspekt bei Ishiguro, besonders bei diesem Buch, ist, wie er japanische

Sensibilitäten mit englischem Lokalkolorit und britischer Kultur synchronisiert. Deshalb habe ich sehr

viel Zeit darauf verwandt herauszufinden, wie man japanische Ästhetikentwürfe in dieser sehr

englischen Welt unterbringt. Die Idee von ‚Mono No Aware’ (Empathie gegenüber Dingen)

beispielsweise, von ‚Wabi Sabi’ (Schönheit, die nicht perfekt, nicht von Dauer und nicht vollendet ist)

und ‚Yugen’ (perfekte Grazie und Feinheit), alles Konzepte und Motive, die viel von japanischer Kunst

und Kultur verraten”, erläutert Romanek.

Für die Texturen und Konturen dieser ungewöhnlichen Welt war Produktionsdesigner Mark

Digby zuständig, der für seine Arbeit zu SLUMDOG MILLIONAIRE („Slumdog Millionär“, 2008) eine

BAFTA-Nominierung erhalten hat. Digby erkannte sogleich, dass er bei dieser Produktion mit seinen

Designs Neuland betreten würde und eine ganz besondere Kreativität gefragt war.

„Ishiguros Schreibstil ist knapp, kontrolliert und evokativ, ohne dabei aber übermäßig spezifisch

zu sein”, merkt er an. „Er führt seine Leser an Orte, die dieser zu kennen meint, er ruft scheinbar

bekannte Gefühle in einem wach, siedelt all dies aber in einer alternativen Welt an. Entsprechend gingen

auch wir sehr kontrolliert vor, hielten uns mit unseren Designs zurück. Unsere Idee bestand im

Wesentlichen darin, die Dinge so zu entwerfen und zeigen, dass sie einem bekannt vorkamen. Aber wir

verzichteten auf detaillierte Ausarbeitungen und so bekommt man die Dinge nicht wirklich zu fassen.”

Die richtige Farbpalette war auch von entscheidender Bedeutung. „Wir ließen die Finger von den

Primärfarben”, erzählt der Designer. „Wir nutzten gedeckte Farben, sogar verwaschene – dies verstärkt

den merkwürdigen Look.”

Die drei Kapitel des Films haben jeweils auch ihre „eigenen“ Farben. „Im Internat Hailsham ist

alles dunkel, sehr holzlastig, es dominieren Braun- und Grüntöne”, erläutert Digby. „Auf der Farm

namens The Cottages benutzten wir im Prinzip dieselben Farben, aber alles ist hier heller, organischer,

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luftiger und heiterer. Im letzten Kapitel wird es dann medizinisch und wissenschaftlich, entsprechend

haben wir viel Blau und Silber eingesetzt.”

Digbys Team suchte in ganz Großbritannien nach geeigneten Gebäuden, die sich nicht zwingend

historischen Perioden zuordnen ließen. Als Hailsham hielten die Fassaden von Ham House her, ein

Herrenhaus im Stuart-Stil des 17. Jahrhunderts, das am Ufer der Themse steht. Es besitzt pastorale

Qualitäten, ausgedehnte Gärten mit Steinbänken. Ein idealer Ort für ein abgelegenes Internat – nicht zu

vergessen, dass dieses Anwesen im Ruf steht, von besonders vielen Geistern heimgesucht zu werden.

Perfekt in Sachen Beunruhigung und Grusel.

The Cottages, die ländliche Zwischenstation, auf der die drei Hailsham-Schüler leben, ehe sie

ihrer Bestimmung zugeführt werden, war eine Farm in Hertfordshire. Weitere wichtige Drehs fanden

außerdem am Clevedon Pier, im Seebad Bexhill – hier „entdeckte” man das Haus von Madame – und

am atmosphärischen Strand von Holkam in Norfolk statt, wo sich Kathy, Ruth und Tommy kurz vor

dem Höhepunkt des Films in den ausladenden Dünen noch einmal treffen. Nicht zu vergessen ein altes

Krankenhaus, das als das Kingsfield Erholungszentrum ausgestattet wurde.

EIN ZEITLOSER LOOK:

DIE KOSTÜME WERDEN GESCHNEIDERT

Dasselbe Prinzip, das für das Design angewendet wurde, galt natürlich auch für die

Kostüme von Rachael Fleming (TRAINSPOTTING, BRIDGET JONES’S DIARY („Bridget

Jones - Schokolade zum Frühstück“, 2001), 28 DAYS LATER) und Steven Noble, der bei

BRIDGET JONES’S DIARY und THE BEACH Flemings Assistent gewesen war.

„Der Film war in punkto Kostümdesign eine echte Herausforderung”, kommentiert

Noble, „weil er in einem parallelen Universum spielt, das sowohl an unsere jüngere

Vergangenheit, die 70er, 80er und 90er Jahre, erinnern soll, aber gleichzeitig auch zeitlos

aussehen musste. Das war ein schmaler Grat, auf dem wir uns bewegen mussten.”

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Das Duo brachte viel Second-Hand-Ware zum Einsatz, sichtbar getragene, recht

exzentrische Stücke, die man gerne in versteckten Ecken von Gebrauchtwarenläden findet. Sie

schrieben auch zahlreiche britische Internate an und baten sie, ihnen gebrauchte und

ausgemusterte Schuluniformen zuzuschicken, die dann, wild miteinander kombiniert, als

Hailsham-Outfits zum Einsatz kamen. „Die Kinder identifizieren sich mit nichts und niemandem

– können dies ja auch gar nicht –, also haben wir ihre Uniformen sehr schlicht gehalten. Es gibt

keine Streifen, Muster oder Wappen”, erklärt Fleming. „In Sachen Stil sind sie vollkommen

unbedarft – bis auf die flüchtigen Eindrücke, die sie von der Welt außerhalb ihrer Schule

erhaschen.”

Das Lehrpersonal ist, so Noble, „konservativ schick” ausgestattet. „Wir haben 60er-Jahre-

Schnitte verwendet und dazu Stoffe verarbeitet, die einen klassischen Touch besaßen, aber keiner

spezifischen Epoche, keinem spezifischen Ort zugeordnet werden konnten”, führt er aus.

Wenn die Kinder dann erwachsen sind und nach The Cottages ziehen, tragen sie

Kleidungsstücke, die ihnen in einer Art Altkleidersammlung gespendet werden, kurz bevor sie Hailsham

verlassen. „Die Herausforderung bei den Cottage-Kostümen bestand darin, dass sie abgetragen und

ausgemustert aussehen, aber auch die vorzüglichen Schauspieler bei ihrer Arbeit ’unterstützen’

mussten”, erklärt Fleming.

Und so schuf das Team im Endeffekt ein England, das ganz anders aussieht als all die anderen

Darstellungen von England, die man aus dem Kino kennt. „Unser England ist alles andere denn

ansprechend”, sagt Romanek. „Nichts leuchtet hier, nichts ist in unserem Film neu und frisch. Alles ist

düster, gebraucht, abgelebt. Hier kommt die bereits erwähnte Idee von Wabi-Sabi ins Spiel. Die Zeit

verrinnt bei uns sichtbar, nichts ist von Dauer. Tick, tack, tick, tack… In fast jeder Einstellung sind

irgendwelche Arten von Uhren zu sehen, denn es geht ja primär darum, wie die Zeit vergeht und wie

wertvoll diese ist. Das schlug sich sogar in unserem Sounddesign nieder – nicht nur die Uhren

symbolisieren den Lauf der Zeit, sondern auch der Wind und der natürliche Rhythmus der Natur.”

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Als der Film schließlich fertig war, unterzogen die Filmemacher ihn einem letzten, ultimativen

Test: Sie zeigten ihn Ishiguro. Romanek erinnert sich: „Es herrschte eine nervöse Unruhe, in gewissem

Sinn sogar Angst, als wir ihm unseren ersten Rohschnitt zeigten. Wir warteten alle draußen vor dem

Vorführraum... und er schien den Film wirklich zu mögen. Er hatte einige konstruktive Kommentare,

aber insgesamt schien er begeistert. Das war für uns alle eine Riesenerleichterung. Wir waren

angetreten, diesen Film zu machen, weil wir den Roman so schätzten – und dabei wussten wir schon von

Anfang an, dass der Film unabhängig vom Buch würde bestehen müssen. So war es ein höchst

befriedigendes Gefühl zu wissen, dass wir – in seinen Augen – seinem Roman treu geblieben waren,

dabei aber eine ganz eigene Version fürs Kinopublikum erstellt hatten.”

Ishiguro sagt abschließend: „Ich hoffe, dass das Publikum sich zunächst denken wird:

‘Was ist denn das für ein merkwürdiger, gruseliger Film über merkwürdige Menschen?’ Aber

dann, im weiteren Verlauf von ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN, wünsche ich mir, dass

die Zuschauer erkennen, dass es eine Geschichte über uns ist. Immer mehr, immer stärker sollen

sich die Zuseher mit Kathy, Tommy und Ruth identifizieren und erkennen, dass sie in ihrem

Leben eigentlich dasselbe durchmachen wie wir in unserem.”

DIE BESETZUNG

CAREY MULLIGAN

Kathy

Carey Mulligan gelang mit ihrer Rolle der Jenny in Lone Scherfigs AN EDUCATION

(„An Education“, 2009), für den sie eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste

Schauspielerin erhielt, der große Durchbruch. Zu ihren weiteren Leinwandauftritten zählen Jim

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Sheridans BROTHERS („Brothers“, 2009) an der Seite von Jake Gyllenhaal, Michael Manns

PUBLIC ENEMIES („Public Enemies“, 2009) neben Johnny Depp und Shana Festes THE

GREATEST (,The Greatest – Zeit der Trauer“, 2009) in dem Pierce Brosnan und Susan

Sarandon ihre Partner waren. Ihre Kinokarriere begann mit Parts in Anand Tuckers AND WHEN

DID YOU LAST SEE YOUR FATHER? (2007) und in Joe Wrights PRIDE & PREJUDICE

(„Stolz und Vorurteil”, 2005). Aktuell ist Mulligan gerade als Winnie Gekko in Oliver Stones

WALL STREET 2: MONEY NEVER SLEEPS („Wall Street – Geld schläft nicht“, 2010) in den

Kinos zu sehen.

Im Fernsehen konnte man sie in folgenden Produktionen bewundern: „My Boy Jack“,

„Doctor Who“, „Northanger Abbey“, „The Amazing Mrs Prichard“ und „Bleak House“.

Auch auf englischen und US-amerikanischen Bühnen ist Mulligan ein gern gesehener

Gast. So sah man sie etwa in „The Seagull“ (Royal Court Theatre, London und The Walter Kerr

Theatre, New York), „The Hypochondriac“ (Almeida), „Forty Winks” (Royal Court) und

„Tower Block Dreams” (Riverside).

ANDREW GARFIELD

Tommy

Andrew Garfield avancierte binnen kürzester Zeit zu einem der angesehensten und

gefragtesten Schauspieler seiner Generation. Obwohl er erst vor sechs Jahren die

Schauspielschule verließ, hat er bereits mit einigen der wichtigsten Regisseure und Schauspieler

der Filmindustrie zusammen gearbeitet. Darüber hinaus wurde er mit einem BAFTA

ausgezeichnet, für eine Rolle, die ihm weltweite Anerkennung einbrachte.

Bevor Garfield als Peter Parker in der Neuauflage des kommenden SPIDER-MAN-Films

zu sehen sein wird, war er neben Jesse Eisenberg und Justin Timberlake in David Finchers THE

SOCIAL NETWORK („The Social Network“, 2010) in den Kinos. Das Porträt über den Erfinder

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von Facebook wurde, kurz nachdem Garfield die Arbeit an Mark Romaneks NEVER LET ME

GO („Alles, was wir geben mussten“, 2010) abgeschlossen hatte, gedreht.

Zu seinen weiteren Leinwandarbeiten gehören Terry Gilliams THE IMAGINARIUM OF

DR. PARNASSUS („Das Kabinett des Dr. Parnassus“, 2009) mit Christopher Plummer, Johnny

Depp, Colin Farrell, Jude Law und dem viel zu früh verstorbenen Heath Ledger, Spike Jonzes

aktueller Sundance-Hit, die Roboter-Liebesgeschichte I‘M HERE (2010), Robert Redfords

LIONS AND LAMBS („Von Löwen und Lämmern“, 2007), in dem neben Redford auch Tom

Cruise und Meryl Streep spielten, die von Revolution Films produzierte und von Julian Jarrold

inszenierte RED RIDING TRILOGY („Red Riding; 1974/1980/1983“, 2009), in dem Garfield

ein herausragendes Ensemble, dem unter anderem Rebecca Hall und David Morrissey

angehörten, anführte, und schließlich sein herausragendes Porträt eines Ex-Sträflings in John

Crowleys BOY A („Boy A“, 2007), für das er 2008 einen BAFTA als Bester Schauspieler

erhielt.

Seine Karriere begann Garfield am Theater. 2006 brachten ihm seine Auftritte in

„Beautiful Thing“ (Sound Space/Kit Productions), „The Overwhelming and Burn“, „Chatroom

and Citizenship” (Royal National Theatre) bei den Evening Standard Awards einen Milton

Shulman Award als hervorragender Newcomer und bei den Critics Circle Theatre Awards den

Jack Tinker Award als vielversprechender Newcomer ein. Zu seinen weiteren Bühnenarbeiten

zählen Auftritte in „Romeo and Juliet“ (Manchester Royal Exchange) und „Kes“ (Manchester

Royal Exchange), für den er 2004 bei den Manchester Evening News Awards den Most

Promising Newcomer Award erhielt.

KEIRA KNIGHTLEY

Ruth

Keira Knightley genießt als einer von Großbritanniens größten Filmstars weltweite

Anerkennung. Für ihren Auftritt als Elizabeth Bennett in Joe Wrights PRIDE AND PREJUDICE

(„Stolz und Vorurteil“, 2005) wurde sie bereits im Alter von 21 Jahren sowohl für einen Oscar

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als auch für einen Golden Globe in der Sparte Beste Hauptdarstellerin nominiert. Erst vor

kurzem erhielt sie für ihre Rolle in dem von der Kritik gefeierten ATONEMENT („Abbitte“,

2007), den Joe Wright nach dem Roman von Ian McEwan inszenierte, eine weitere Golden-

Globe-Nominierung sowie eine BAFTA-Nominierung.

Bekannt wurde Knightley durch Gurinder Chadhas Überraschungshit BEND IT LIKE

BECKHAM („Kick it Like Beckham“, 2002), für den sie mit einem London Critics Circle

Award als britischer Newcomer des Jahres ausgezeichnet wurde. 2003 war sie dann an der Seite

von Johnny Depp, Orlando Bloom und Geoffrey Rush in dem internationalen Blockbuster

PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE CURSE OF THE BLACK PEARL („Fluch der

Karibik“, 2003) zu bewundern. Auch in den beiden Fortsetzungen, die ebenfalls weltweite

Leinwand-Hits wurden, war sie mit von der Partie: PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD

MAN’S CHEST („Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) und PIRATES OF

THE CARIBBEAN: AT WORLD’S END („Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt“,

2007). Weitere Auftritte absolvierte sie in Saul Dibbs THE DUCHESS („Die Herzogin”, 2008),

John Mayburys THE EDGE OF LOVE („Edge of Love – Was von der Liebe bleibt”, 2008), Bill

Monahans aktueller Produktion LONDON BOULEVARD, Tony Scotts DOMINO („Domino –

Live Fast, Die Young”, 2005), Antoine Fuquas Jerry-Bruckheimer-Produktion KING ARTHUR

(„King Arthur”, 2003), John Mayburys THE JACKET („The Jacket”, 2005) und Richard Curtis‘

LOVE ACUTALLY („Tatsächlich... Liebe”, 2003). Zu ihren aktuellen Projekten gehören LAST

NIGHT („Last Night“, 2010) und A DANGEROUS METHOD.

In folgenden Fernsehproduktionen wirkte Keira Knightley am Anfang ihrer Laufbahn

mit: „Oliver Twist“ und in einer weiteren Adaption von Boris Pasternaks Roman-Klassiker

„Doktor Schiwago“. Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin wurde Knightley vor kurzem für

Chanel zum Gesicht von Coco Mademoiselle gewählt. Bei dieser Gelegenheit kam es zur dritten

Zusammenarbeit mit Joe Wright, der ihr Werbespotdebüt für diese Marke als Autor und

Regisseur betreute.

Zuletzt gab Keira Knightley ihr erfolgreiches Theaterdebüt im Londoner West End in

dem Stück „The Misanthrope“.

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ISOBEL MEIKLE-SMALL

Kathy als Kind

Isobel Meikle-Small gibt in NEVER LET ME GO („Alles, was wir geben mussten“,

2010) ihr Spielfilmdebüt. Bereits 2006 konnte man die 13-Jährige in dem von der BBC

produzierten Doku-Drama „Tchaikovsky“ bewundern.

ELLA PURNELL

Ruth als Kind

Ella Purnell spielte in Cameron Mackintoshs „Oliver“ am Theatre Royal. NEVER LET

ME GO („Alles, was wir geben mussten“, 2010) ist ihr erster Kinofilm.

CHARLIE ROWE

Tommy als Kind

Zu den Leinwandauftritten, die Charlie Rowe bereits absolviert hat, gehören Rollen in

Richard Curtis‘ THE BOAT THAT ROCKED („Radio Rock Revolution“, 2009), Chris Weitz‘

THE GOLDEN COMPASS („Der goldene Kompass“, 2007) und Andrej Konchalovskys THE

NUTCRACKER – THE UNTOLD STORY (2009).

Im Fernsehen spielte der 13-jährige Rowe in „Robin Hood“ den Titelhelden in jungen

Jahren. Außerdem stand er in Bill Alexanders „The Snowman“ im Londoner West End auf der

Bühne.

CHARLOTTE RAMPLING

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Miss Emily

Charlotte Rampling ist eine wahre Leinwand-Ikone. Nachdem sie bereits 1966 die

Meredith in dem Film GEORGY GIRL gespielt hatte, startete sie in der Folge eine beispiellose

Schauspielkarriere in französischen, italienischen und englischen Filmen. Sowohl 1969, in

Luchino Viscontis LA CADUTA DEGLI DEI („Die Verdammten“), als auch 1974, in Liliana

Cavanis IL PORTIERE DI NOTTE („Der Nachtportier“), war sie an der Seite von Dirk Bogarde

zu sehen.

Das amerikanische Publikum kennt sie insbesondere durch ihre Auftritte in dem Remake

von Raymond Chandlers Detektivgeschichte FAREWELL, MY LOVELY („Fahr zur Hölle,

Liebling“, 1975) sowie später in Woody Allens STARDUST MEMORIES („Stardust

Memories“, 1980) und vor allem in THE VERDICT („The Verdict – Die Wahrheit und nichts als

die Wahrheit“, 1982), dem hoch geschätzten Drama von Sidney Lumet und mit Paul Newman.

Weitere bemerkenswerte Parts übernahm Rampling unter anderem in folgenden Filmen: Alan

Parkers ANGEL HEART („Angel Heart“, 1987), Iain Softleys THE WINGS OF THE DOVE

(„Die Flügel der Taube“, 1997), Michael Cacoyannis‘ THE CHERRY ORCHARD (1999), Julio

Medems CAÓTICA ANA („Caótica Ana“, 2007), Dominik Molls LEMMING („Lemming“,

2005), Matthieu Kassovitz‘ BABYLON A.D. („Babylon A.D.“, 2008) und Duncan Wards

BOOGIE WOOGIE (2009). Zudem spielte sie gemeinsam mit Keira Knightley in THE

DUCHESS („Die Herzogin“, 2008). Darüber hinaus ist Rampling für ihre intensive

Zusammenarbeit mit Regisseur François Ozon bekannt. Ihre gemeinsamen Projekte waren SOUS

LE SABLE („Unter dem Sand“, 2000), SWIMMING POOL („Swimming Pool“, 2003) und

zuletzt ANGEL („Angel – Ein Lebe wie im Traum“, 2007). In Laurent Cantets VERS LE SUD

(„In den Süden“, 2005) war sie ebenfalls mit von der Partie.

SALLY HAWKINS

Miss Lucy

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Sally Hawkins wurde vor allem durch ihre Figur der Poppy in Mike Leighs HAPPY-GO-

LUCKY („Happy-Go-Lucky“, 2008) bekannt. Für diese Rolle erhielt sie zahlreiche

Auszeichnungen, darunter einen Golden Globe, den New York Film Critics Award, den Los

Angeles Critics Award und den Silbernen Bären der Berlinale 2008, jeweils in der Kategorie

Beste Darstellerin. Darüber hinaus wirkte sie in zwei weiteren Filmen von Mike Leigh mit, in

ALL OR NOTHING („All or Nothing“, 2002) und in VERA DRAKE („Vera Drake“, 2004).

Zu ihren aktuellen Kinoarbeiten zählen Auftritte in Gurinder Chadhas IT’S A

WONDERFUL AFTERLIFE (2010), Stephen Burkes HAPPY EVER AFTERS („Happy Ever

Afters“, 2009), Sherry Hormanns DESERT FLOWER („Wüstenblume“, 2009) und Lone

Scherfigs AN EDUCATION („An Education“, 2009). Weitere Parts übernahm sie in Woody

Allens CASSANDRAS DREAM („Cassandras Traum“, 2007), Tom Shanklands WAZ („WAZ –

Welche Qualen erträgst du?“, 2007), John Currans THE PAINTED VEIL („Der bunte Schleier“,

2006) und Matthew Vaughans LAYER CAKE („Layer Cake“, 2004).

Die neuen Projekte von Sally Hawkins sind Nigel Coles MADE IN DAGENHAM („We

Want Sex“, 2010), Richard Ayoades SUBMARINE (2010), LOVE BIRDS mit Rhys Darby und

JANE EYRE („Jane Eyre“) mit Michael Fassbender und Mia Wasakowska.

Die Rolle der Anne Elliott in der Fernsehfassung von Jane Austens „Persuasion“ brachte

ihr 2007 auf dem Monte Carlo Television Festival den Golden Nymph Award als Beste

Schauspielerin ein. Zu ihren weiteren TV-Arbeiten gehören „20.000 Streets under the Sky“,

„Tipping the Velvet“ und „Byron“, wo sie „Frankenstein“-Autorin Mary Shelley verkörperte,

sowie „The Young Visitors“, „Fingersmith“ und zwei Staffeln der Serie „Little Britain“, in der

sie als Cathy eine feste Rolle hatte.

Zu ihren Bühnenauftritten gehören unter anderem Rollen in Howard Davies‘

Inszenierung von „The House of Bernarda Alba“ am National Theater von London und Ian

Ricksons Inszenierung von Jez Butterworths „The Wintering“ am Royal Court. Inzwischen hat

Sally Hawkins auch ihr Broadway-Debüt absolviert, und zwar in der Roundabout Theatre-

Produktion von „Mrs. Warren’s Profession“ mit Cherry Jones.

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NATHALIE RICHARD

Madame

Nathalie Richard begann ihre Karriere im Bereich Tanzkunst und studierte dann

Schauspiel am Pariser Konservatorium. Sie choreografierte Karol Armitages „Drastic

Classicism“ in New York und François Verrets Ballett an der Oper von Lyon, „Les Portes de

L’Italie“.

Inzwischen arbeitet sie wechselweise fürs Theater und fürs Kino. Auf der Bühne spielte

sie in Werken von Tourgueniev, Shakespeare und Büchner. Zudem inszenierte sie selbst ein

Stück am Nationaltheater von Chaillot.

Zu ihren Leinwandauftritten zählen Rollen in Jacques Rivettes LA BANDE A QUATRE

(„Die Viererbande“, 1988) und HAUT ET BAS FRAGILE („Vorsicht: Zerbrechlich!“, 1995),

Olivier Assayas‘ IRMA VEP („Irma Vep“, 1996), Michael Hanekes CODE INCONNU („Code:

unbekannt“, 2000) und CACHÉ („Caché“, 2005), sowie James Ivorys LE DIVORCE („Eine

Affäre in Paris“, 2003) und A SOLDIER’S DAUGHTER NEVER CRIES („Die Zeit der

Jugend“, 1998).

ANDREA RISEBOROUGH

Chrissie

Für ihr Porträt der jungen Margaret Thatcher in dem BBC-Drama „The Long Walk to

Finchley“ erhielt Andrea Riseborough eine BAFTA-Nominierung. Darüber hinaus wurde sie für

ihre Leistung als Angelica Fanshawe in der Channel 4-Produktion „The Devil’s Whore“ als beste

Darstellerin ausgezeichnet.

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In folgenden Kinofilmen konnte man sie bereits bewundern: Mike Leighs HAPPY-GO-

LUCKY („Happy-Go-Lucky“, 2008), Andrew O’Connors MAGICIANS („Die Magier – Nichts

als fauler Zauber“, 2007) und Roger Michells VENUS (2006). Darüber hinaus spielte sie in Sam

Taylor Woods Kurzfilm LOVE YOU MORE, in Nigel Coles DAGENHAM GIRLS („We Want

Sex“, 2010) sowie in BRIGHTON ROCK („Brighton Rock“, 2010) neben Helen Mirren. Zur

Zeit dreht sie W.E. nach einem Drehbuch von Madonna.

Auch auf der Bühne konnte Riseborough schon große Erfolge feiern. So trat sie in

folgenden Stücken auf: Tom Stoppards „Ivanov“ am Donmar, Dominic Cookes „The Pain and

the Itch“ am Royal Court, Gordon Andersons „A Brief History of Helen of Troy“ am Soho

Theater sowie Peter Halls „Miss Julie” und „Measure for Measure”, für das sie einen Ian

Charleson Award gewinnen konnte.

DOMHNALL GLEESON

Rodney

Domhnall Gleeson ist ganz aktuell als Bill Weasley in HARRY POTTER AND THE

DEATHLY HOLLOWS, PART I & II („Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil I &

II“, 2010) zu sehen.

Für seine Rolle des Bob in „American Buffalo“ wurde er als Bester Nebendarsteller für

einen Irish Theatre Award nominiert. Darüber hinaus erhielt er für seine Leistung als Davey in

„Lieutenant of Inshmore“ Nominierungen für einen Tony und einen Lucille Lortel sowie eine

Drama League Erwähnung.

Im Kino absolvierte Gleeson Auftritte in Hugh O’Connors CORDUROY (2009), Ian

Fitzgibbons PERRIER’S BOUNTY („Kopfgeld – Perrier’s Bounty“, 2009), George LaVoos A

DOG YEAR (2009), Paul Merciers STUDS (2006) und Eoghan Kidneys STARS (2005), um nur

einige wenige zu nennen. Zu seinen Fernseharbeiten zählen „Snafu“, „The Last Furlong“ und

„Rebel Heart“.

34


DER STAB

MARK ROMANEK

Regie

Mark Romanek wurde in Chicago, Illinois geboren. Er war Autor und Regisseur des

Spielfilms ONE HOUR PHOTO („One Hour Photo“) mit Robin Williams, der 2002 auf dem

Sundance Film Festival seine Welturaufführung erlebte. Der Film wurde 2002 auf dem Festival

des amerikanischen Films in Deauville mit dem Prix du Public, dem Prix Premiere und dem Prix

Du Jury ausgezeichnet.

Romanek inszenierte zahlreiche preisgekrönte Musik-Videos für so unterschiedliche

Künstler wie Fiona Apple, Audioslave, Beck, David Bowie, Johnny Cash, Coldplay, Eels, Macy

Gray, Janet Jackson, Michael Jackson, Mick Jagger, Jay-Z, Lenny Kravitz, Madonna, Nine Inch

Nails, No Doubt, Iggy Pop, Red Hot Chilli Peppers, R.E.M., Linkin Park, Keith Richards und

Sonic Youth.

Seine Musik-Videos haben diverse prestigeträchtige Preise gewonnen, darunter drei

Grammys. Zwei von Romaneks Videos gehören zur ständigen Sammlung des New Yorker

Museum of Modern Art. 1997 wurde er von MTV für seine Verdienste in diesem Medium mit

dem Video Vanguard Award ausgezeichnet. Es war das erste Mal, dass diese Ehre einem

Filmemacher zu Teil wurde.

Romanek setzte auch schon zahlreiche Werbespots in Szene. Zu seinen Kunden zählen:

Nike, Calvin Klein and Apple iTunes + iPod mit Künstlern wie Paul McCartney, Bob Dylan, U2,

Eminem, Mary J. Blige, Coldplay, Wynton Marsalis und vielen anderen.

ALEX GARLAND

Drehbuch & Ausführende Produktion

35


Alex Garland verfasste die Romane Der Strand, Manila und Das Koma. Darüber hinaus

schrieb er die Originaldrehbücher zu 28 DAYS LATER („28 Days Later“, 2002), SUNSHINE

(„Sunshine“, 2007) und NEVER LET ME GO („Alles, was wir geben mussten“, 2010).

KAZUO ISHIGURO

Drehbuch & Ausführende Produktion

Die Romane von Kazuo Ishiguro haben ihm internationale Anerkennung und zahlreiche

Ehrungen eingebracht, darunter den Booker Prize, den Whitbread Book of the Year Award, die

britische Auszeichnung OBE für seine Verdienste für die Literatur sowie die französische

Auszeichnung Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres. Seine Arbeiten wurden in 40

Sprachen übersetzt, und Was vom Tage übrig blieb wurde zu einem preisgekrönten Film

adaptiert.

Zu Ishiguros Romanen zählen Damals in Nagasaki (gewann 1982 den Winifred Holtby

Prize), Der Maler der fließenden Welt (1986 Gewinner des Whitbread Book oft he Year Award,

Gewinner des Premio Scanno und Finalist für den Booker Prize), Was vom Tage übrig blieb

(1989 Gewinner des Booker Prize), Die Ungetrösteten (gewann 1995 den Cheltenham Prize), Als

wir Waisen waren (2000 Finalist für den Booker Prize) und Alles was wir geben mussten (2005

Finalist für den Booker Prize sowie Sieger des Premio Sereno, des Cornie Internationalen

Buchpreises, des Casino de Santiago European Novel Award und Finalist für den US National

Book Critics Circle Award). Ishiguros aktuelles Buch Bei Anbruch der Nacht erschien im Mai

2009.

ANDREW MACDONALD

Produktion

36


1993, im Alter von gerade einmal 27 Jahren, produzierte Andrew Macdonald mit dem

Channel 4- Projekt SHALLOW GRAVE („Kleine Morde unter Freunden“, 1994) seinen ersten

Spielfilm. Der Film, zu dem John Hodge das Drehbuch schrieb und den Danny Boyle

inszenierte, wurde ein großer Kassenerfolg und mit einem BAFTA als Bester britischer Film

ausgezeichnet. Dieses kreative Gespann realisierte in der Folge eine Reihe von weiteren Werken:

die von der Kritik hoch gelobte und außerordentlich populäre Filmversion des Irvine Welsh-

Romans TRAINSPOTTING („Trainspotting – Neue Helden“, 1995), A LIFE LESS

ORDINARY („Lebe lieber ungewöhnlich“, 1997), den 30-minütigen Science Fiction ALIEN

LOVE TRIANGLE und die Leinwandadaption von Alex Garlands Buch THE BEACH („The

Beach“, 2000) mit Leonardo Di Caprio in der Hauptrolle.

Seit 1997 leitet Macdonald DNA Films, ein Joint Venture mit Fox Searchlight Pictures,

der Spezialabteilung von Twentieth Century Fox. Die Firma produziert und finanziert britische

Filme und sorgt dafür, dass sie auf internationaler Ebene in die Kinos kommen. In dieser

Funktion hat Macdonald bei DNA Films folgende Projekte überwacht: BEAUTIFUL

CREATURES („Beautiful Creatures – Zum Sterben schön…!”, 2000), THE PAROLE OFFICER

(„B-Team – Beschränkt und auf Bewährung”, 2001), SEPARATE LIES („Geliebte Lügen“,

2005), THE LAST KING OF SCOTLAND („Der letzte König von Schottland – In den Fängen

der Macht“, 2006), NOTES ON A SCANDAL („Tagebuch eines Skandals“, 2006) und THE

HISTORY BOYS („Die History Boys – Fürs Leben lernen“, 2006).

Für DNA Films und Fox Searchlight produzierte Macdonald den höchst erfolgreichen 28

DAYS LATER („28 Days Later“, 2002) sowie zuletzt dessen Fortsetzung 28 WEEKS LATER

(„28 Weeks Later“, 2007) und den Science-Fiction-Thriller SUNSHINE („Sunshine“, 2007).

ALLON REICH

Produktion

Allon Reich ist seit November 2002 der Produktionspartner von Andrew Macdonald bei

DNA Films. Dabei war er an allen DNA Films-Projekten der letzten Zeit beteiligt: THE

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HISTORY BOYS („Die History Boys – Fürs Leben lernen“, 2006), THE LAST KING OF

SCOTLAND („Der letzte König von Schottland – In den Fängen der Macht“, 2006), NOTES

ON A SCANDAL („Tagebuch eines Skandals“, 2006) und 28 WEEKS LATER („28 Weeks

Later“, 2007), die Fortsetzung von 28 DAYS LATER („28 Days Later“, 2002).

Davor arbeitete Reich für Miramax, wo er die britische Dependance leitete. In dieser Zeit

fungierte er als Ausführender Produzent von Shekhar Kapurs FOUR FEATHERS („Die vier

Federn“, 2002), Damien O’Donnells HEARTLANDS („Heartlands“, 2002) und Stephen Frears‘

DIRTY PRETTY THINGS („Dirty Pretty Things“, 2002). Vor seiner Tätigkeit bei Miramax war

er bei Film Four, wo er unter anderem an folgenden Produktionen beteiligt war: FOUR

WEDDINGS AND A FUNERAL („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, 1993), SHALLOW

GRAVE („Kleine Morde unter Freunden“, 1994), THE MADNESS OF KING GEORGE („King

George – Ein Königreich für mehr Verstand“, 1994), BRASSED OFF („Brassed Off – Mit

Pauken und Trompeten“, 1996) und TRAINSPOTTING („Trainspotting – Neue Helden“, 1995).

TESSA ROSS

Ausführende Produktion

Tessa Ross überwacht bei Channel 4 die Bereiche Film und Drama. Sie wurde zunächst

im Dezember 2002 zur Leiterin von Film4 ernannt, im November 2004 kam dann das Segment

Drama hinzu.

Die Filmabteilung von Cannel 4 hat sich im Laufe der letzten Jahre einen hervorragenden

Ruf erarbeitet. Folgende Filme sind in dieser Phase entwickelt und finanziert worden: Danny

Boyles SLUMDOG MILLIONAIRE („Slumdog Millionär“, 2008) der unzählige Preise, darunter

acht Oscars, vier Golden Globes, sieben BAFTAS und einen BIFA in der Kategorie Bester Film,

gewinnen konnte, den Oscar-gekrönten THE LAST KING OF SCOTLAND („Der letzte König

von Schottland – In den Fängen der Macht“, 2006), den BAFTA-Preisträger THIS IS

ENGLAND („This Is England – Ende einer Kindheit“, 2006), Steve McQueens HUNGER

(„Hunger“, 2008), der in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde sowie drei BIFAs

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und den von der BAFTA vergebenen Carl Foreman Award gewann, außerdem THE

MOTORCYCLE DIARIES („Die Reise des jungen Che“, 2003), TOUCHING THE VOID

(„Sturz ins Leere“, 2003) und THE ROAD TO GUANTANAMO („Road to Guantanamo“,

2006).

Zu den letzten Film4-Produktionen gehören Martin McDonaghs mit Golden Globe und

BAFTA ausgezeichneter IN BRUGES („Brügge sehen… und sterben?“, 2008), Mike Leighs

Golden Globe-Gewinner HAPPY-GO-LUCKY („Happy-Go-Lucky“, 2008), Bob Weides HOW

TO LOSE FRIENDS AND ALIENATE PEOPLE („New York für Anfänger“, 2008), Sarah

Gavrons BRICK LANE („Brick Lane“, 2007), Chris Morris’ FOUR LIONS („Four Lions“,

2010), Ken Loachs LOOKING FOR ERIC („Looking for Eric“, 2009), Paul Kings BUNNY

AND THE BULL (2009), Sam Taylor-Woods NOWHERE BOY („Nowhere Boy“, 2009) und

Peter Jacksons THE LOVELY BONES („In meinem Himmel“, 2009). Aktuelle Projekte sind

Kevin Macdonalds EAGLE OF THE NINTH („Der Adler der neunten Legion“), Mike Leighs

ANOTHER YEAR („Another Year“, 2010), Mark Romaneks NEVER LET ME GO („Alles, was

wir geben mussten”, 2010), Danny Boyles 127 HOURS („127 Hours“, 2010), Lone Scherfigs

ONE DAY („Zwei an einem Tag”) und Richard Ayoades SUBMARINE (2010).

Während ihrer Zeit als Leiterin der Abteilung Drama bei Channel 4 entstanden so

innovative Werke wie „Shameless”, „Teachers”, „Not Only But Always”, „Bodily Harm”,

„White Teeth”, „No Angels”, „The Navigators”, „Buried”, „Forty” und „Second Generation”.

Andere Highlights im Bereich Drama, die Ross betreut hat, sind Peter Flannerys

Bürgerkriegsdrama „The Devil’s Whore”, „Longford” mit Jim Broadbent und Samantha Morton,

„Elizabeth I” mit Helen Mirren, der BAFTA-Preisträger „Sex Traffic” und Pete Travis’

„Omagh“. Davor war Tessa Ross bei BBCs Independent Commissioning Group, wo sie unter

anderem folgende Filme ausführend produzierte: BILLY ELLIOT („Billy Elliot – I Will Dance“,

2000), „Clocking Off”, „Hearts and Bones”, „In a Land of Plenty”, „Talking Heads II”, „Liam”,

„Playing the Field” und „Births, Marriages and Deaths”.

39


Tessa Ross saß in der Prüfungskommission für den Bereich Drehbuch an der Northern

Film School. Heute ist sie Präsidentin der National Film and Television School und des BFI,

ehrenamtliche Mitarbeiterin der London Film School und Vorstandsmitglied des ICA. 2010

wurde Ross zum CBE (Commander oft he Order oft he British Empire) ernannt.

ADAM KIMMEL

Kamera

Kameramann Adam Kimmel wurde für seine Arbeit für CAPOTE („Capote“, 2005) für

einen Independent Spirit Award nominiert. Darüber hinaus kooperierte er bereits mit so

namhaften Regisseuren wie Christopher Guest, Spike Jonze und Mark Romanek.

Zuletzt fungierte Kimmel bei folgenden Filmen als Kameramann: I’M HERE (2010),

LARS AND THE REAL GIRL („Lars und die Frauen“, 2007), ALMOST HEROES („Fast

Helden“, 1998) und BED OF ROSES („Das Rosenbett“, 1995).

MARK DIGBY

Produktionsdesign

Mark Digby zeichnete zuletzt für das Produktionsdesign von Danny Boyles Megahit

SLUMDOG MILLIONAIRE („Slumdog Millionär“, 2008) verantwortlich. Dafür erhielt er nicht

nur eine BAFTA-Nominierung, sondern er gewann auch den Excellence in Production Design

Award der Art Directors Guild und den Evening Standard British Film Award for Best Technical

Achievement. SLUMDOG MILLIONAIRE ist nach MILLIONS („Millions“, 2004) und 28

DAYS LATER („28 Days Later“, 2002) bereits die dritte Zusammenarbeit zwischen Digby und

Danny Boyle. Nachdem sein Job für NEVER LET ME GO („Alles, was wir geben mussten“,

2010) abgeschlossen war, besorgte Digby das Produktionsdesign von Anton Corbijns THE

AMERICAN („The American“, 2010), der in Italien und Schweden entstand.

Bei folgenden Kinofilmen hat Digby ebenfalls Produktionsdesign und Art Direction

verantwortet: Michael Winterbottoms Filme GENOVA (2008), A MIGHTY HEART („Ein

mutiger Weg“, 2007), THE ROAD TO GUANTANAMO („Road to Guantanamo“, 2006), 24

HOUR PARTY PEOPLE („24 Hour Party People“, 2002) und CODE 46 („Code 46“, 2003),

40


Roger Michels THE MOTHER („Die Mutter – The Mother“, 2003) und THE LIVES OF THE

SAINTS (2006) für den Fotografen Rankin Cottam.

BARNEY PILLING

Schnitt

Barney Pilling besorgte den Schnitt zu Lone Scherfigs von der Kritik gepriesenen AN

EDUCATION („An Education“, 2009) mit Carey Mulligan nach einem Drehbuch von Nick

Hornby. NEVER LET ME GO („Alles, was wir geben mussten“, 2010) ist der dritte Film, den er

als Cutter betreut. Seine zweite Arbeit war Bharat Nalluris MISS PETTIGREW LIVES FOR A

DAY („Miss Pettigrews großer Tag”, 2008). Für seinen Schnitt der erfolgreichen Fernsehserien

„Spooks“ und „Life On Mars“ wurde Pilling schon zwei Mal für einen BAFTA nominiert.

Darüber hinaus saß er für die TV-Projekte „Tsunami: The Aftermath“ und „As If“ im

Schneideraum.

RICHARD HEWITT

Ko-Produzent

Richard Hewitt startete seine Karriere als erster Regieassistent bei Filmen wie Oliver

Parkers THE IMPORTANCE OF BEING ERNEST („Ernst sein ist alles”, 2002), Richard

Loncraines MY HOUSE IN UMBRIA („Mein Haus in Umbrien“, 2003), Edgar Wrights SHAUN

OF THE DEAD („Shaun of the Dead“, 2004) und Terrence Malicks THE NEW WORLD („The

New World”, 2005). In der Folge war er dann Herstellungsleiter bei Charles Shyers ALFIE

(„Alfie“, 2004) und Frank Oz’ DEATH AT A FUNERAL („Sterben für Anfänger“, 2007). Die

Produktionsleitung übernahm er schließlich für Robert Weides HOW TO LOSE FRIENDS AND

ALIENATE PEOPLE („New York für Anfänger“, 2008) und Richard Linklaters ME AND

ORSON WELLES („Ich & Orson Welles“, 2008). Im Moment arbeitet Hewitt gerade für

CinemaNX an TT 3D und fungiert auch als Ko-Produzent.

JOANNE SMITH

Assoziierte Produktion

41


Joanne Smith ist bei DNA Films für die finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten

zuständig. Sie stieß im Jahr 1998 von Deloitte zu Andrew Macdonald, nachdem sie dort den

Business Plan erstellt sowie die Beschaffung von Geldmitteln organisiert hatte. Macdonald,

Allon Reich und Smith arbeiten nunmehr schon seit mehr als zehn Jahren als Management-Team

bei DNA zusammen. Bei den Filmen 28 WEEKS LATER („28 Weeks Later“, 2007) und

SUNSHINE („Sunshine“, 2007) kümmerte sich Smith bereits um die geschäftlichen

Angelegenheiten. Als Geschäftsführerin von DNA betreute sie dann THE LAST KING OF

SCOTLAND („Der letzte König von Schottland – In den Fängen der Macht“, 2006), THE

HISTORY BOYS („Die History Boys – Fürs Leben lernen“, 2006), SEPARATE LIES

(„Geliebte Lügen“, 2005), 28 DAYS LATER („28 Days Later“, 2002), HEARTLANDS

(„Heartlands“, 2002), THE FINAL CURTAIN („Bis zum letzten Vorhang“, 2002), THE

PAROLE OFFICER („B-Team – Beschränkt und auf Bewährung”, 2001), STRICTLY

SINATRA (2001) und BEAUTIFUL CREATURES („Beautiful Creatures – Zum Sterben

schön…!”, 2000).

RACHEL PORTMAN

Musik

Rachel Portman wurde im Westen der englischen Grafschaft Sussex geboren. Bereits im

Alter von 14 Jahren begann sie mit dem Komponieren und studierte an der Oxford University

Klassische Musik, Komposition und Orchestration. In dieser Zeit wurde auch ihr Interesse

geweckt, Musik für Studentenfilme und Theaterproduktionen zu schreiben. Erfahrungen im

Komponieren konnte sie bei BBC- und Channel 4-Produktionen wie „Oranges Are Not the Only

Fruit“, Mike Leighs „Four days in July“ und Jim Hensons „Storyteller“-Serie sammeln. Einen

Großteil ihrer Arbeitskraft widmete sie jedoch dem Kinofilm.

Für ihren Score zu EMMA („Emma“, 1996) wurde Portman mit einem Oscar

ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt sie zwei weitere Nominierungen für CHOCOLAT

(„Chocolat“, 2000) und CIDER HOUSE RULES („Gottes Werk und Teufels Beitrag“, 1999). Sie

hatte das Glück, bereits für folgende renommierte Regisseure zu arbeiten: Roman Polanski

(OLIVER TWIST, „Oliver Twist“, 2005), Norman Jewison (ONLY YOU, „Nur für Dich – Only

You“, 1994), Jonathan Demme (BELOVED, „Menschenkind“, 1998, TRUTH ABOUT

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CHARLIE, „Die Wahrheit über Charlie“, 2002, MANCHURIAN CANDIDATE, „Der

Manchurian Kandidat“, 2004), Robert Redford (LEGEND OF BAGGER VANCE, „Die Legende

von Bagger Vance“, 2000), Mike Leigh (LIFE IS SWEET, „Life Is Sweet“, 1990) und zahllosen

anderen. Bei folgenden Filmen zeichnete Portman ebenfalls für den Score verantwortlich:

NEVER LET ME GO („Alles, was wir geben mussten“, 2010), SNOW FLOWER AND THE

SECRET FAN (2010), „Grey Gardens“ (für HBO), THE DUCHESS („Die Herzogin“, 2008),

INFAMOUS („Kaltes Blut – Auf den Spuren von Truman Capote“, 2006), LAKE HOUSE („Das

Haus am See“, 2006), HART’S WAR („Das Tribunal“, 2002), HUMAN STAIN („Der

menschliche Makel“, 2003), MARVIN’S ROOM („Marvins Töchter“, 1996), BENNY AND

JOON („Benny und Joon“, 1993), JOY LUCK CLUB („Töchter des Himmels“, 1993), SMOKE

(„Smoke“, 1995), NICHOLAS NICKLEBY („Nicholas Nickleby“, 2002) und WHERE ANGELS

FEAR NO TREAD („Engel und Narren“, 1990).

Portman hat ein Musical zu „Little House on the Prairie” und eine Oper zu Saint Exuperys

„Der kleine Prinz” für die Houston Grand Opera geschrieben sowie „The Water Diviner“, eine

Choralsymphonie, die von der BBC für deren Konzertbälle in Auftrag gegeben wurde. 2010

wurde sie zum Officer of the Order of the British Empire (OBE) ernannt.

Rachel Portman lebt mit ihren drei Töchtern in London.

RANDALL POSTER

Musiküberwachung

Zuletzt überwachte Randall Poster die Musik von Kinofilmen wie Todd Phillips’ THE

HANGOVER („Hangover”, 2009), Sam Mendes’ AWAY WE GO („Away We Go – Auf nach

Irgendwo“, 2009), Drew Barrymores WHIP IT! (2009), Wes Andersons FANTASTIC MR. FOX

(„Der fantastische Mr. Fox”, 2009), Jason Reitmans UP IN THE AIR („Up in the Air“, 2009) und

Jared Hess’ GENTLEMEN BRONCOS („Gentlemen Broncos“, 2009).

Mit AWAY WE GO setzte Poster seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Regisseur Sam

Mendes, die mit JARHEAD („Jarhead – Willkommen im Dreck“, 2005) begonnen hatte, fort.

Darüber hinaus war er auch für die Musiküberwachung von Mendes’ preisgekröntem Drama

REVOLUTIONARY ROAD („Zeiten des Aufruhrs“, 2008) zuständig.

43


GEORGE DRAKOULIAS

Musiküberwachung

In letzter Zeit war George Drakoulias bei folgenden Kinofilmen für die

Musiküberwachung zuständig: Todd Phillips’ THE HANGOVER („Hangover“, 2009), Peter

Bergs HANCOCK („Hancock“, 2008), Noah Baumbachs MARGOT AT THE WEDDING

(2007) und Ben Stillers TROPIC THUNDER („Tropic Thunder“, 2008).

Mit TROPICAL THUNDER setzte er die Zusammenarbeit mit Regisseur Ben Stiller, die

bei ZOOLANDER („Zoolander“, 2001) begann, erfolgreich fort. Auch bei DODGEBALL: A

TRUE UNDERDOG STORY („Voll auf die Nüsse“, 2004), STARSKY AND HUTCH („Starsky

& Hutch“, 2004) und GREENBERG („Greenberg“, 2010) kreuzten sich Drakoulias und Stillers

Wege.

RACHAEL FLEMING

Kostümdesign

Ihre professionelle Laufbahn startete Rachael Fleming bei Swanky Modes, wo sie für

Musikvideos und Werbespots arbeitete und Kostüme für TV- und Kinoproduktionen designte.

Für folgende Filme besorgte Fleming das Kostümdesign: Danny Boyles

TRAINSPOTTING („Trainspotting – Neue Helden“, 1995), A LIFE LESS ORDINARY („Lebe

lieber ungewöhnlich“, 1997), THE BEACH („The Beach“, 2000) und 28 DAYS LATER („28

Days Later“, 2002), Michael Winterbottoms GO NOW („Go Now“ 1995), BUTTERFLY KISS

(„Butterfly Kiss“, 1995) und I WANT YOU („I Want You“, 1997), Kevin Allens TWIN TOWN

(„Twin Town”, 1997) und Sharon Maguires BRIDGET JONES’S DIARY („Bridget Jones –

Schokolade zum Frühstück“, 2001).

STEVEN NOBLE

Kostümdesign

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Steven Noble kann auf eine lange Karriere als Stylist für Werbespots und TV-

Produktionen zurückblicken. Seine Kostümentwürfe waren in Filmen wie Christopher Smiths

TRIANGLE („Triangle – Die Angst kommt in Wellen“, 2009) und SEVERANCE („Severance –

Ein blutiger Betriebsausflug“, 2006), Michael Winterbottoms 24 HOUR PARTY PEOPLE („24

Hour Party People“, 2002), Danny Boyles THE BEACH („The Beach”, 2002) und Sharon

Maguires BRIDGET JONES’S DIARY („Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“, 2001) zu

sehen.

.

45


Ein Fox Searchlight Pictures Film

ZENTRALE

Twentieth Century Fox of

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