00 schneider im wendekreis der eidechse - Babylon Kino

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00 schneider im wendekreis der eidechse - Babylon Kino

präsentiert

00 SCHNEIDER

IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

Ein Film von und mit

Helge Schneider

mit

Rocko Schamoni, Tyree Glenn jr., Peter Thoms u.v.a.

Kinostart: 10. Oktober 2013

PRESSEHEFT


PRESSEBETREUUNG:

HÜTTERSEN Presse & Promotion

Ilona Hüttersen

Zentnerstr. 19

80798 München

Tel: 089 / 34 02-39 29

Fax: 089 / 34 02-39 31

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E-Mail: huettersen@online.de

VERTRIEB:

Central Film Verleih GmbH

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10787 Berlin

Tel: 030 / 214922-00

MATERIAL / INFORMATIONEN:

Unter www.presse.senator.de stehen Ihnen alle Pressematerialien, Fotos und viele

weitere Informationen als Download zur Verfügung.

EPK und APK werden nach vorheriger Anmeldung unter www.digital-epk.de zum

Download bereitgestellt.

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

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INHALTSVERZEICHNIS

BESETZUNG & STAB

KURZINHALT & PRESSENOTIZ

INTERVIEWS

Helge Schneider - Regie, Drehbuch, Darsteller

Rocko Schamoni - Darsteller

Ulf Israel - Produzent

BIOGRAFIEN / BESETZUNG

Rocko Schamoni

Tyree Glenn, jr.

Peter Thoms

Willy Ketzer

Ira Coleman

Pete York

Salvatore Bonarrigo

BIOGRAFIEN / STAB

Helge Schneider

Ulf Israel

Bodo Oesterling

Andrea Schumacher

Volker 'Voxi' Bärenklau

Andrea Kessler

Ute Paffendorf

Bernd Hackmann

Horst Allert

Delia Mündelein

Steffen Müller

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

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BESETZUNG

00 Schneider HELGE SCHNEIDER

Tante Tyree

TYREE GLENN JR.

Eidechse

ROCKO SCHAMONI

Elli Hartmann

PETER THOMS

Staubsaugervertreter WILLY KETZER

Sittenstrolch

RUDI OLBRICHT

Agent Cole

IRA COLEMAN

Der Chief

SALVATORE BONARRIGO

Agent Smith

PETE YORK

STAB

Regie

Co-Regie & Schnitt

Buch

Mitarbeit Buch

Kameramann

Szenenbild

Kostümbild

Maskenbild

Ton

Produktionsleitung

Herstellungsleitung

Produzent

Koproduzent

Executive Producer

HELGE SCHNEIDER

ANDREA SCHUMACHER

HELGE SCHNEIDER, ANDREA SCHUMACHER

PETE YORK, BODO ÖSTERLING,

VOXI BÄRENKLAU

ANDREA KESSLER

UTE PAFFENDORF, ELENA WEGNER

HORST ALLERT, DELIA MÜNDELEIN

BERND HACKMANN

STEFFEN MÜLLER

STEFAAN SCHIEDER

ULF ISRAEL

MANFRED WENZEL

HELGE SASSE

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

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KURZINHALT

Kommissar 00 Schneider (HELGE SCHNEIDER) ermittelt wieder in einer Welt voller Verbrecher

und Übeltäter! Er wurde nicht als Kommissar geboren, er musste diesen Beruf erst erlernen!

Vor ihm, an dem die Zeit nicht spurlos vorbei gezogen ist, liegen große Herausforderungen:

Er schreibt an seinen Memoiren, hat Besuch von der Tante aus Amerika und muss knifflige

Kriminalfälle lösen. Eben hat der Kommissar Schneider noch einen hinterhältigen Sittenstrolch

hinter Gitter gebracht, da erschüttert eine ganze Serie von Missetaten den beschaulichen Ort:

ein Tabakladen wird überfallen, auf einem Bauernhof ist ein Huhn spurlos verschwunden und

sexuelle Übergriffe auf unbescholtene Bürgerinnen greifen um sich.

Kommissar 00 Schneider hat bald eine Ahnung, wer der Täter sein könnte: Der Kettenraucher

Jean-Claude Pillemann (ROCKO SCHAMONI), wegen seiner reptilienhaften Bewegungen auch

DIE EIDECHSE genannt! Der Intelligenzverbrecher gilt wegen seiner ätzenden Spucke als

gemeingefährlich.

Unbeirrbar verfolgt der Kommissar seine Ermittlungen. Mordanschläge und Zahnschmerzen

können ihm dabei nichts anhaben. Er zieht alle Register polizeilicher Ermittlungsarbeit, um

DIE EIDECHSE dingfest zu machen…

Am Ende erweist sich wieder: Verbrechen lohnt sich nicht und Rauchen schadet der

Gesundheit!

PRESSENOTIZ

Endlich! Helge Schneider ermittelt wieder als Kommissar 00 Schneider in einer Welt

voller Verbrecher und Übeltäter! Unterstützt bei dieser kriminalistischen Arbeit wird

Helge Schneider von Rocko Schamoni, Tyree Glenn jr., Ira Colemann und vielen weiteren

Freunden und Kollegen aus dem Helge Schneider-Universum.

Die Ermittlungen, sprich: die Dreharbeiten unter Helge Schneiders Regie fanden vom 15.

Oktober bis Mitte November 2012 in und um Mülheim an der Ruhr sowie in Almeria, Spanien,

statt.

Das abendfüllende Spielabenteuer mit dem beliebten Kommissar 00 Schneider ist eine

Senator Film Produktion von Ulf Israel in Co-Produktion mit panda plus, Manfred Wenzel,

und mit freundlicher Unterstützung der Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen,

HessenInvestFilm und dem Deutschen Filmförderfonds.

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

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INTERVIEWS

Interview mit Regisseur Helge Schneider

Helge Schneider ist gerade zum Interview ins 'Perfetto' in der Mülheimer Fußgängerzone

gekommen. Er verkündet, er habe zehn Minuten, dann müsse er weiter. Mit unseren

Kaffeespezialitäten vor uns, sitzen wir draußen. Die 76-jährige Frau Helling kommt vorbei,

erkennt Helge und sagt Hallo. Dann beginnt sie, uns von den Metallplatten zu erzählen, die

bei ihr eingesetzt wurden, um die osteoporosegeschädigten Knochen zu stabilisieren.

„Niemals aufgeben“, gibt sie uns noch mit auf den Weg, als sie weiter zieht. Das Interview

kann beginnen…

Was für ein Typ ist Kommissar 00 Schneider?

Roy Schneider weiß übrigens nicht, dass er von seinen Kollegen 00 genannt wird. Die spielen

damit auf einen Film an, den es mal gegeben hat: 00 SCHNEIDER - JAGD AUF NIHIL BAXTER.

Das ist so ein alberner Film, der aufgrund seiner Figur gedreht wurde. Da reagiert er ziemlich

allergisch drauf, denn er ist ja ein echt harter Typ, einer der Härtesten, um genau zu sein. Er

macht aber alles ohne Waffe, wie die ganze Polizeimannschaft auch. Außer dem Chief, der

hat eine Waffe, aber die ist nie geladen. Roy Schneider macht alles mit Handkantenschlägen –

wie Eddie Constantine: „Eddie krault nur kesse Katzen“, das ist das Vorbild von Roy Schneider.

Und natürlich verweist auch die Namensähnlichkeit zu Roy Scheider, Hauptdarsteller in DER

WEISSE HAI, darauf, dass er ein ganz Großer ist.

Wie hart er ist, merkt man sofort, wenn man einen Blick ins Drehbuch wirft: er fährt rasant

Auto, fasst die Verbrecher gnadenlos mit harter Hand an…

In der Welt von Roy Schneider werden schon die kleinsten Vergehen unglaublich streng

geahndet. Ein ‚lebenslänglich‘ nur für eine paar geklaute Zigaretten ist nicht auszuschließen.

Roy Schneider ist ja ein militanter Nichtraucher, der sich mit dem Gequalme der Anderen

herum ärgern muss. Er wirft sogar Zigaretten weg, von denen seine Kollegen gehofft hatten,

sie zu bekommen. Da können sie aber nichts gegen machen, denn mit Roy Schneider legt

sich keiner gerne an.

Sprechen wir eigentlich über einen Raucher-Bashing-Film?

Neeeiiin! Er wird auch nicht von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

unterstützt.

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

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Was für ein Genre ist 00 SCHNEIDER (AT)? Harter Actionfilm, Krimi, Komödie?

Ich würde mal sagen, harter Actionfilm im Sinne von Film Noir, aber auch der

Gerechtigkeitsliga oder Clint „Make-my-Day-Punk“ Eastwood. Alles natürlich sehr überzogen

und so brutal, dass es schon wieder albern ist, extrem albern.

Wie wurde das Drehbuch entwickelt? Es gibt im Grunde ja nur eine Handlungsvorgabe mit

Platzhalterdialogen.

Im Januar 2012 haben wir in Spanien begonnen, das Buch zu schreiben. Dann haben wir es

ungefähr 50 Mal umgeschrieben. Dann ging es an die Finanzierung und dann haben wir es

für die Förderung von Spanien nach Deutschland verlegt. Da war ich der Erste, der gesagt hat,

dann drehen wir in Mülheim, Duisburg und Essen, denn diese Gegend ist symptomatisch für

das Land Nordrhein-Westfalen. Wir wollten hierher in das Herz von NRW; Kohleabbau, Eisen,

Hütten und Stahl. Aber das ist alles weg. Verkauft nach China. Dort beginnt jetzt, was hier vor

150 Jahren angefangen wurde.

Wir nutzen übrigens Originalschauplätze und Fantasieorte, wie die Wohnung des

Kommissars. Das Ganze spielt in Frankreich in Rillieux-la-Pape Principale, das ist eine

Trabantenstadt von Lyon. Die Franzosen haben ja früh angefangen, ihre Städte auszulagern

und große Einkaufszentren zu bauen. Die Deutschen haben mit den Malls auf dem Land erst

20 Jahre später angefangen. Wenn man hier in Mülheim durch die Stadt geht, wundert man

sich, dass ein mutiger Türke einen Obst- und Gemüseladen aufgemacht hat, denn das ist so

ziemlich der einzige Laden mit Naturalien hier in der Stadt. Der Rest sind Handyläden, ein

Friseur vielleicht, Nagelstudios, Brillenläden und Apotheken – mehr gibt es nicht. In dieser

Welt leben wir. In dem extremen Polizeistaat, in dem Roy Schneider der Held ist, bringt schon

der kleinste Missgriff – wie die Taten des Sittenstrolchs – die gesamte Struktur durcheinander.

Wie wird man Schauspieler bei Helge Schneider?

Ich suche die Leute – es sind alle Amateure – danach aus, wie sie am besten zu den Rollen

passen. Der Sittenstrolch war sofort klar, dass musste Rudi Olbricht sein. Im wirklichen Leben

ist er zwar kein Sittenstrolch, aber er sieht so aus und spielt Bass. Es ist auch schwierig mit

echten Schauspielern zu arbeiten. Die haben immer Angst, dass am Ende etwas heraus

kommt, was nicht zu ihnen passt und sie dann keine Rolle mehr in einem anderen Film

bekommen. Die wollen zwar immer mitspielen, aber wenn es ernst wird, machen sie meist

einen Rückzieher. Darauf lasse ich mich nicht mehr ein. Keine Experimente mehr. Mit mir zu

arbeiten, heißt auch Vertrauen zu haben, dass der Film ordentlich wird. Ich habe den Film ja

im Kopf und kann auch ohne ein bis ins Detail ausgeklüngeltes Drehbuch immer alles genau

auseinanderklamüsern.

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Als Regisseur muss mir natürlich die Möglichkeit gegeben werden, spontan am Drehort etwas

im Skript zu verändern oder einen neuen Schauspieler einzubringen. Dafür brauche ich halt

ein starkes Vertrauen.

Wie werden die Szenen am Set mit den Schauspielern gestaltet?

Ich richte mich nach den Begebenheiten des Augenblicks. Die Stärke dieser Amateure ist das,

was sie mitbringen und das nutze ich direkt während des Drehs. Das macht auch den Film

aus. Ich bin der Einzige, der da ein wenig rausknallt, weil ich eine Rolle spiele. Das gilt auch

für Rocko Schamoni, der die Eidechse spielt. Er spielt eine extreme Rolle mit seinem Gebiss,

den Haaren und dem Bart und überhaupt ist die ganze Figur so hingerichtet, wie er sich

normal gar nicht bewegen würde. Ansonsten sind alle Typen typgerecht eingesetzt. Man

kann sie so abfilmen.

Wie funktioniert es beim Improvisieren, wenn du selber spielst und von hinten nicht

kontrollieren kannst?

Das ist kein Problem. Ich habe eine gute Regieassistentin, die Schumi, und einen guten

Kameramann, den Voxi Bärenklau. Die anderen sind Vertrauensempfänger von denen, aber

auch von mir. Man darf aber alles nicht so todernst nehmen. Auch nicht sich selbst. Es ist alles

nur ein Spiel, deswegen heißt es ja auch Spielfilm.

Wenn man improvisiert und spontan ist, kann man das nicht wiederholen. Die Kamera muss da

mitlaufen...

… Wir verbrauchen in der Tat sehr viel Filmmaterial...

… schon mal dran gedacht digital zu drehen?

Ja, aber das ist Nichts. Das sieht nicht aus wie Film.

Wie viel Takes brauchst du im Schnitt?

In den ersten Tagen hatte ich gehofft, es werden drei bis fünf. Dann sind wir aber bei etwa

zehn angekommen. Aber das ist auch nötig. Ich muss auch Szenen mit Löchern weiter spielen

lassen, damit derjenige, der spielt doch noch einen Höhepunkt hat, den ich später dann

verwende. Daher achte ich darauf, dass zwischen den Aufnahmen nicht so viel gestört wird.

Manchmal lasse ich drei, vier Mal wiederholen ohne die Klappe schlagen zu lassen.

(Betty, Helges Sekretärin, kommt und setzt sich zu uns.)

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Helge: Betty! Ich wollte gerade zu dir kommen! Das ist meine Sekretärin. (stellt uns vor) zu

mir: Ich muss jetzt runter zum Set; zu Betty: kommst du mit?

Eine letzte Frage noch: was unterscheidet den Humor des Ruhrgebiets vom Rest der Republik?

Hier ist man ober-cool, woanders ist man nur cool. Man ist hier viel gewohnt. Humor hat

auch mit Vertrauen zu tun, mal loszulassen, einfach mal gehen zu lassen. Das ist schon schön.

Ich lebe gerne hier. Ruhrgebiet ist echt gut.

Deswegen ist Mülheim auch eine so großartige Kulisse für den Film!

Mülheim ist sowieso gut. Hier habe ich gelernt! - Okay, wir gehen rüber – Tschüss!

(springt auf, Handschlag, winken und er ist mit Betty im Gespräch vertieft in

Sekundenschnelle weg. Ich bin kaum dazu gekommen, noch selbst Tschüss zu sagen.)

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Interview mit Rocko Schamoni

Wie schafft man es, eine Rolle in einem Helge Schneider-Film zu bekommen?

Dafür kann man aktiv gar nichts tun. Das obliegt alleine Helge. Wir kennen uns seit 1989 und

ich hatte schon bei JAZZCLUB – DER FRÜHE VOGEL FÄNGT DEN WURM mitgemacht. Damals

hatte er mich einfach gefragt, weil er ja sowieso immer seine Kumpel einsetzt. Das hat wohl

ganz gut funktioniert, sonst hätte er mich nicht wieder gefragt.

Du hast dann gesagt: „Gerne, aber was soll ich eigentlich machen?“

Nein. Es war schon konkret für diese Rolle. Ich habe auch das Drehbuch bekommen, aber

daran wird sich ja nicht gehalten.

Wie konntest du dich dann auf die Rolle vorbereiten?

Alles was damit zu tun hat, ist letztendlich komplett vergebens, weil Helge das ein wenig so

macht wie Fellini. Fellini hat seinen Akteuren Sachen vorgesagt und die mussten das dann

nachsprechen während sie gleichzeitig die Regieanweisungen ausführen mussten. Häufig

waren das nur Zahlen. Gleichzeitig stand er hinter der Kamera und hat ihnen gezeigt, wo sie

hinschauen sollten. Erst in der Nachsynchronisation hat er ihnen dann Texte in den Mund

gelegt, von denen er vorher gar nicht wusste, wie sie klingen sollten. Bei Helge ist es ähnlich.

Du hast einen Text, von dem du glaubst, ihn sagen zu dürfen, aber es gibt ihn gar nicht, weil

er dir bei jedem Take eine neue Idee in den Mund legt. Das ist nicht ganz einfach, weil man

sich in der Tat nicht wirklich vorbereiten kann.

Wie würdest du die Eidechse, deine Rolle, charakterisieren?

Das kann ich nicht, sie wird ja jeden Tag geändert. Ich weiß nicht was sie ist und wohin sie

geht. Das ändert sich jede Minute. Ursprünglich habe ich gedacht, dass die Eidechse so ein

fieser selbstherrlicher, übertriebener Ganove ist. Dann hat mir Helge gesagt, dass er doof und

dumm ist. Am Tag darauf sollte er ein großkotziger „Schlagertyp“ sein, der immer lächelt.

Und jetzt bin ich immer nur am fauchen. Ich darf gar nichts mehr sagen, nur noch fauchen.

Die Eidechse ist ein total zersplittertes Wesen, das sich aus den Fantasiebrocken von Helge

zusammen setzt. Ich kann das nicht einsortieren. Ich mache einfach, was er sagt. Ich bin ein

willfähriger Soldat der Kunst. Das bin ich immer, wenn ich nicht die eigene, sondern die Kunst

anderer ausführe. Andere nennen das eine „professionelle Einstellung“ für mich ist das

hingebungsvolles Soldatentum.

Helge und du seid beide Musiker. Wird sich das im Soundtrack widerspiegeln?

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Das glaube ich nicht. Unsere Musik ist zu unterschiedlich. Helge ist Jazzer, ich komme aus

dem Pop-Bereich und ursprünglich ja vom Punk. Ich glaube auch nicht, dass wir was

zusammen machen werden. Helge ist von genialen Musikern umgeben und die spielen auf

hohem Niveau und das befriedigt ihn sehr. Ich hingegen komme aus der Welt der einfachen

Popakkorde, auch wenn ich inzwischen weitaus mehr kann. Das sind einfach unterschiedliche

Spielfelder.

Wenn du der ‚Dorfpunk‘ bist, was ist dann Helge Schneider?

Der Provinzkasper, denn Mühlheim ist keine große Stadt. Klingt aber despektierlich, oder? Ich

bin ja auch nicht der Dorfpunk. Mir war klar, dass ich diesen Titel weg haben würde, wenn

mein Buch so heißt, aber der Verlag ist meinem Wunsch nach einem anderen Titel nicht

nachgekommen. Vielleicht Provinzkasper auf Weltniveau? Ich hab noch `ne gute Idee: Helge

ist eine Jahrzehntfigur! Hahaha, nicht Jahrhundertfigur, sondern Jahrzehntfigur.

Den ‚Dorfpunk‘ hier wieder raus zu holen, ist ja wohl auch was, was du nicht mehr hören

kannst?

So schlimm ist es nicht. Ich habe das Buch geschrieben, es hat sich mehr als 200.000 Mal

verkauft, es wurde verfilmt und die Menschen haben sich darüber gefreut. Es ist eigentlich

etwas Positives und dazu stehe ich auch.

Als was siehst du dich? Als Entertainer, denn du schreibst, machst Musik, schauspielerst?

Entertainer trifft es. Ich bin definitiv kein Comedian - den Begriff finde ich sowieso scheußlich

- denn ich bin ja sowohl im komischen wie im ernsten Bereich zu finden. Meine Bücher etwa

sind oft von Depression und dem Versuch geprägt, Depression mit Humor klein zu

bekommen. Und irgendwo zwischen Kunst und Popmusik, Filmerei und Schreiben sehe ich

mich dann als Entertainer. Ich langweile mich auch wahnsinnig schnell. Deswegen muss ich

immer springen und kann nicht zweimal das gleiche Sujet hintereinander bedienen. Nach

einem Buch etwa muss ich etwas anderes machen, damit sich mein Kopf weiter drehen kann.

Was macht einen guten Entertainer aus?

Das ist jetzt die schwierigste Frage! Aber es gibt nur eine klare Antwort: ein guter Entertainer

muss die Leute so unterhalten, dass sie sich für diesen Moment, für den sie sich an ihn

übergeben, selbst vergessen können. Sie sollen mit ein paar frischen, tollen Gedanken aus so

einem Abend raus gehen oder zumindest doch mit einem Kick, bei dem man sich denkt:

Mann, der Typ benimmt sich auf eine Art, die mir gefällt, die mich reizt auszubrechen aus der

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Bahn. So einen Funken mitzugeben, ist etwas Wundervolles, aber in erster Linie bist du da,

um die Leute sich selbst und die Welt für einen Moment vergessen zu lassen, indem du sie

unterhältst und mitnimmst in ein Reich, zu dem nur du selbst den Schlüssel besitzt.

Wie sehr liegt dir Improvisation?

Das ist eigentlich mein Lieblingsbereich. Bei Studio Braun, das Konglomerat, das ich mit Heinz

Strunk und Jacques Palminger habe, arbeiten wir auch viel mit Improvisation. Improvisation

ist immer meine Stärke gewesen, auch beim Umgang mit ‚problematischen‘ Situationen.

Wenn das Publikum dich herausfordern will etwa; wenn Betrunkene nur stören wollen. Darauf

warte ich inzwischen sogar. Bei auswendig gelernten Sachen bin ich viel schwächer. Und da

Helge ohnehin immer frei improvisiert, geht das prima.

Wird die Drehzeit einzelner Szenen durch die Improvisationen länger als sonst?

Zumindest nicht so lang wie bei Michael Haneke, der ja 80 Mal wiederholen lässt - habe ich

zumindest gehört. Soweit ich es mitbekommen habe, waren es bei Helge maximal zehn

Wiederholungen. Oft genug reichen aber auch drei oder vier. Ausschlaggebend ist das

Befriedigungsgefühl, dass da was dabei gewesen ist. Und bei Helge ist jede Wiederholung

anders. Bei Haneke ist sie nur in Nuancen anders und erst okay, wenn sie in jeder Hinsicht

wieder gibt, was Haneke geplant hatte. Helge will eher unterschiedliche Variationen. Wenn

man jedes Mal etwas zum ersten Mal macht, ist immer irgendwann etwas dabei, das auch

glaubhaft ist.

Wenn man schon mal die Gelegenheit hat und einen Experten fragen kann: ist Punk nun

wirklich tot?

Das kann ich eindeutig beantworten: Punk ist 1977 gestorben und ist seitdem auch tot

geblieben. Was danach kam, ist okay. Wenn ein 16-jähriger im Dorf sagt, er sei Punk, dann ist

das auch so. Für ihn ist das ein Werkzeug, das er benutzen darf. Aber das Phänomen, von

dem wir reden, entstand 1975, hatte seine Blüte 1976 und verstarb im Jahr darauf mit dem

Ausverkauf dieser Bewegung und den Veränderungen, denen sie unterworfen war. Dadurch

gibt es jetzt zwei Arten von Punk: den toten von damals und den individuellen, den Leute mit

sich herumschleppen, weil sie ihn zum Leben brauchen.

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Interview mit Produzent Ulf Israel

Warum hat es so lange gedauert bis es wieder einen Helge Schneider-Film gibt?

Ja, das hat wirklich lange gedauert. In den vergangenen Jahren hat Helge sich jedoch sehr auf

andere Aspekte seiner Kreativität konzentriert. Er ist viel getourt, hat Musik gemacht und

auch geschrieben. Es brauchte einfach seine Zeit, bis Helge den Kopf wieder frei hatte für

einen neuen Film. Dazu ist ja auch ein neuer Ansatz nötig, um sich nicht zu wiederholen.

Helge Schneider ist für uns nach wie vor einer der kreativsten Künstler Deutschlands. Er hat

eine ganz eigene Handschrift und eine besondere Form von Humor. Helge ist ein Künstler,

der sich immer wieder neu erfindet und nie das macht, was man von ihm erwartet.

Und dann, völlig unerwartet, kam ein Anruf oder Buch per E-Mail?

Genau, mehr oder weniger unerwartet. Wir hatten ihm zwar öfter signalisiert, dass wir daran

interessiert sind, wieder einen Film mit ihm zu machen, doch er hat sich damit Zeit gelassen.

Anfang des letzten Jahres rief er an und da war es dann soweit. Wir haben uns sehr darüber

gefreut, dass er diesen Film wieder gemeinsam mit Senator drehen wollte und nach den

ersten kreativen Treffen begann Helge mit der Drehbucharbeit.

Wie sieht der Entwicklungsprozess eines Helge Schneider-Films aus?

Man spricht mit ihm grundsätzlich über Ideen, weniger über konkrete Ausgestaltungen,

komplexe Drehbuchstrukturen oder Sequenzen. Die Geschichte wird innovativ und kreativ

weiterentwickelt. Während dieses Prozesses entwickeln sich Figuren, sie entstehen oder

verschwinden wieder. Am Ende kann man die Essenz der Ideen tatsächlich auf dem Papier

lesen, wobei sich Helge Schneider immer die Freiheit vorbehält, am Set zu improvisieren und

Dinge auszubauen oder einzustampfen. Aber diese Spontaneität macht ihn und seine Kunst

aus. Nichtsdestotrotz hält er sich an die vorher besprochene Grundidee. Bei 00 SCHNEIDER

ist es so, dass der Film eine Form linearer Geschichte haben wird – natürlich im Rahmen des

Helge Schneider-Kosmos‘.

Kann man als Produzent bei Helge Schneider genauso kreativ Einfluss üben wie bei anderen

Filmprojekten?

Jein. Es ist eine freie Form der Zusammenarbeit. Es geht um die Diskussion von Ideen und um

prinzipielle Entscheidungen und Festlegungen. Aber man kann in der Tat nicht, wie bei

anderen Filmen, bis ins Detail hinein wirken. Bei Helge Schneider ist es nun mal ein

dynamischer Prozess. Hier geht es viel um Stimmungen und Figuren. Als Produzent sehe ich

meine Aufgabe darin, ihm den Freiraum zu schaffen, den er für seine Arbeit braucht.

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Wie ist die Figur von 00 Schneider angelegt?

Man kennt sie aus TEXAS - DOC SNYDER HÄLT DIE WELT IN ATEM und 00 SCHNEIDER – JAGD

AUF NIHIL BAXTER und verschiedenen Romanen. Hier erfährt sie eine Neuinterpretation, die

nicht nur mit den 18 Jahren seit NIHIL BAXTER zu tun hat, sondern auch mit den

Veränderungen, der die Welt seitdem unterworfen war, und der zunehmenden Weisheit der

Beteiligten. Ich finde es sehr interessant, wie er es schafft, die Figur neu zu interpretieren, und

ich glaube, dass wir sehr von dieser Neuinterpretation seines Humors überrascht sein werden.

Sagen wir mal so: '00 Schneider ist zurück, aber die Zeit ist auch an IHM nicht spurlos vorbei

gegangen.'

Wie ist es als Produzent mit Helge Schneider zu arbeiten? Muss man sich nicht ständig Sorgen

machen, dass Drehzeit und Budget überzogen werden?

Der Gedanke liegt nahe, weil man schon denken kann, dass seine Spontaneität Auswirkungen

hat, die den Produzenten den Schlaf rauben. Ich habe mir vor Drehbeginn auch Gedanken

gemacht, aber letztendlich war noch keine meiner Produktionen so entspannt wie diese. Das

liegt daran, dass Helge Schneider beim Improvisieren den festgelegten Rahmen nicht verlässt.

Er ist ein beeindruckend disziplinierter Regisseur, der genau weiß, was er will. Er verfolgt ein

klares Ziel und arbeitet konzentriert darauf hin. Ganz wichtig ist für ihn, dass er von einem

Team umgeben ist, das ihn schon sehr lange kennt und dem es daher leicht fällt, sich schnell

auf Änderungen einzustellen.

Kann ein Helge Schneider-Film über die normalen Strukturen finanziert werden?

Ja und Nein. Interessanterweise sind alle Helge Schneider-Filme auf die gleiche Art und Weise

finanziert worden. Bei der Förderung sind wir auf das Vertrauen der jeweiligen

Entscheidungsträger in Helge Schneider angewiesen. Auf Verständnis in seinen Humor und

seine Leistungen als Künstler. Immerhin verkauft er jährlich bis zu 200.000 Live-Tickets. Er hat

ein Publikum, das nachwächst. Die Filmstiftung NRW hat uns sehr unterstützt und das

Vertrauen, das wir dort gefunden haben, haben wir auch bei HessenInvest erfahren. Hinzu

kommt mittlerweile noch der DFFF als automatischer Förderer. Was nicht geht, ist die

Beteiligung eines Fernsehsenders. Das liegt allein schon an Helges spontaner Art zu arbeiten.

Das ist nicht kompatibel mit Senderstrukturen, wo alles durch Gremien gehen muss.

Schlussendlich heißt dies, dass alle Helge Schneider-Filme mit einem sehr moderaten Budget

hergestellt werden.

Zu Helge Schneider-Filmen gehören auch die unverwechselbaren Requisiten. Ist es schwierig sie

zu finden?

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Manche Sachen werden gekauft, oft helfen Zufall und Glück. Aber Helge hat auch Leute um

sich herum, die seinen Stil verstehen und dadurch in der Lage sind, seine Vision umzusetzen.

Und natürlich wird auch mal in die Runde gefragt, ob man nicht im Keller oder bei der Oma

im Wohnzimmer nachsehen kann. Wir haben eine sehr detailreiche Ausstattung und es macht

großen Spaß, diese Welten zu kreieren. Auch Helge Schneider steuert einige Sachen bei, wie

z.B. die Autos, die der Kommissar fährt - ebenso den Filmhund Zorro. Und der folgt Herrchen

beim Dreh aufs Wort.

Große Freude macht bei Helge Schneider-Filmen auch immer die Besetzung aus

handverlesenen Typen...

Mit den meisten Darstellern hat Helge bereits oft in den Bereichen Film und Musik

zusammengearbeitet. Er sucht seine Besetzungen ja auch immer nach Typ aus. Nicht nur

optisch, sondern auch im Habitus. Bei Rocko Schamoni fällt das genauso auf wie bei den

kleinsten Nebenrollen. Der Schlagzeuger Pete York etwa, mit dem Helge auf Tour war, hat

eine kleine Rolle, die er mit höchster Monty Python-Kunst ausfüllt. Oder der Jazzbassist Ira

Coleman, der den Special Agent Cole spielt. Helge und er haben vor etwa 25 Jahren

miteinander Musik gemacht. Dann ging Coleman in die USA. Irgendwann rief er Freunde in

Deutschland an, die ihm erzählten, ‚der Helge hat Karriere gemacht‘. Und dieses Jahr war

Coleman mit Helge auf Tour und nun spielt er eine Rolle in 00 SCHNEIDER (AT). Auch so

kommt schon mal eine Besetzung zustande. Und Helge selbst wird natürlich kleine Rollen

wieder selbst übernehmen.

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BIOGRAFIEN / BESETZUNG

Rocko Schamoni – Eidechse

Rocko Schamoni wurde 1966 in Lütjenburg in Schleswig Holstein geboren. Er ist Entertainer,

Musiker, Autor und Schauspieler, der eine eingeschworene Fangemeinde um sich geschart

hat. Durch seine Jugenderinnerungen „Dorfpunks“, die 2009 von Lars Jessen verfilmt wurden,

wurde er einem breiteren Publikum bekannt.

Zuvor hatte sich der Post-Punk-Entertainer als Musiker, Clubbetreiber und Autor im

Hamburger Subkulturkreisen bereits einen Namen gemacht. Sein Musikstil, der in der frühen

Phase Elemente des Punkrock, Rockmusik und Jazz beinhaltet, wurde oft als deutscher Post-

Punk bezeichnet. 1981 und 1982 war Rocko Schamoni Mitglied der Fun-Punk Band Warhead.

Schamoni schreibt nicht nur eigene Songs sondern auch Musik für Theaterproduktionen, wie

für Oscar Wildes „Bunbury“ am Wiener Burgtheater.

Vor „Dorfpunks“ veröffentlichte Schamoni den Roman „Risiko des Ruhms“. Die letzte

Veröffentlichung ist „Tag der geschlossenen Tür“, in der Schamonis Held Michael Sonntag

sich als Frührentner behaupten muss.

Rocko Schamoni tritt auch als Schauspieler auf, etwa in Klaus Lemkes DIE RATTE ALS

POLIZIST, in AM TAG ALS BOBBY EWING STARB aber auch in Theaterstücken. Gemeinsam mit

Heinz Strunk (Autor von Fleisch ist mein Gemüse) und Jacques Palminger ist er Teil des

Unterhaltungs-Ensemble Studio Braun. Zu den Produktionen der Truppe gehören die

Operette „Phönix - Wem gehört das Licht“, die auf dem Roman „Fleisch ist mein Gemüse“

basiert. Schamoni war hier als Komponist, Musiker, Schauspieler und Ko-Regisseur beteiligt.

Weitere Produktionen mit Studio Braun sind „Dorfpunks“ und „Rust – Ein deutscher Messias“.

Ab 8. November läuft im Kino FRAKTUS, eine Mockumentary über die Band, die den Techno

erfunden hat. Rocko Schamoni ist hier Ko-Autor und spielt einen der drei Fraktus-Musiker.

Neben Helge Schneider hat er bereits 2004 in JAZZCLUB – DER FRÜHE VOGEL FÄNGT DEN

WURM gespielt.

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Tyree Glenn jr. - Tante Tyree

Der Saxophonist, Sänger, Komponist und Entertainer ist seit seiner Kindheit mit der Musik

und dem Showgeschäft vertraut, war doch sein Vater, Tyree Glenn sen., der legendäre

Posaunist von Louis Armstrong und Duke Ellington.

Seine langjährige Erfahrung am New Yorker Broadway, Konzerttourneen, Radio- und

Fernsehshows in Italien, Portugal und Deutschland machten ihn zu einem brillanten Musiker,

Entertainer und Komponist, der es versteht, jedes Publikum zu unterhalten und anzuheizen.

Tyree Glenn jr. ist, wie ein Pressekritiker vor einiger Zeit schrieb, „wie ein Waldbrand auf

hoher See ...!“ Tyree und seine Band fesseln das Publikum mit einem vielseitigen Repertoire:

Rhythm & Blues, Soul, Funk und Jazz.

Das Programm umfasst schwarze Musik von Stevie Wonder, James Brown und Otis Redding,

aber auch Jazz Standards (von Ellington: "Satin Doll" and "Take the A Train" bis Errol Garner’s

"Misty") und Blues. Schwarze Rhythmik und vor allem die Show stehen im Vordergrund aller

Konzerte. Daneben überrascht er mit gelungenen Eigenkompositionen und launigen bis

frechen Texten.

Peter Thoms - Elli Hartmann

Peter Thomas wurde 1940 in Eutin geboren. Er ist Schlagzeuger und Schauspieler. Thoms war

ursprünglich Lehrer, verließ diesen Beruf jedoch wegen unüberbrückbarer Schwierigkeiten. Er

bezeichnet diesen Schritt als das Beste für sich und die Schüler. Stattdessen begann er als

Schlagzeuger mit verschiedenen Bands aufzutreten. In den 1990er Jahren erreichte er als

Mitglied der Band „Hardcore“ (Buddy Casino am Klavier und Farfisa-Orgel und Peter Thoms

am Schlagzeug) von Helge Schneider nationale Bekanntheit. Er übernahm hier die Rolle des

von Schneider ständig verjuxten Opas, dessen Alter zwischen 60 und 120 schwankend

angegeben wurde und dem das Spottlied „My Name is Peter, I'm Old“ gewidmet wurde.

Durch sein lebendiges, phantasievolles Schlagzeugspiel, improvisierte Tanzeinlagen sowie

durch den Song „Ein Leben ohne Trauschein“ wurde er schnell neben Schneider zum

heimlichen Star der Show. Mit der Band tourte Thoms viele Jahre durch ganz Deutschland

und trat im Fernsehen, z. B. in „Wetten, dass..?“, auf. Auf mehreren Alben von Helge Schneider

trug Thoms durch sein Spiel zu einem akustisch basierten Jazz-Sound bei.

Thoms wirkte in allen vier Kinofilmen von Schneider mit. Er präsentierte sich, teilweise in

Frauen-Rollen, als authentischer Schauspieler mit leichtem Hang zur Travestie. Die wichtigste

Rolle hatte er in dem Film TEXAS - DOC SNYDER HÄLT DIE WELT IN ATEM, in dem er als

Nasenmann den Gegenspieler zur Hauptrolle darstellte.

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

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Heute tritt Thoms regelmäßig mit „Dat Kaiser Trio“, gemeinsam mit Peter Rübsam

(Multiinstrumentalist) und Rudi Kontra (Tuba) in Düsseldorf auf. Zur Zeit ist Peter Thoms in

dem Quintett Monk's Trumpf und dem Trio "The Happy Gangstas" aktiv, und widmet sich

dort den Kompositionen von Thelonious Monk. Zusammen mit Rainald Schückens

(Bassklarinette) und Reinhard Glöder (Kontrabass).

Willy Ketzer - Staubsaugervertreter

Der in Köln lebende Drummer und Bandleader hat seine Karriere in den Studios und auf

Tourneen mit Klaus Doldingers Band „Passport“ begonnen. Danach spielte er in allen

namhaften Big Bands wie denen von Peter Herbolzheimer, Max Greger oder Hugo Strasser. Er

ist seit fast 30 Jahren der Schlagzeuger des Jazz-Altmeisters Paul Kuhn und arbeitet noch

immer eng und sehr gerne mit ihm zusammen. 1991 gründete Ketzer die Willy Ketzer Big

Band.

Als Studiomusiker und Drummer begleitete er auf Tourneen in den USA und Europa

Weltstars wie Tom Jones, Jerry Lewi, Barry Manilow, Liza Minnelli, José Carreras, Andrea

Bocelli, Karel Gott, Deborah Sasson, Gilbert Becaud, Charles Aznavour, Peter Alexander und

viele mehr. Seine Lieblingsmusik, der Jazz, brachte ihn mit internationalen Größen wie Eugen

Cicero, Monty Alexander, Toots Thielemanns, Slide Hampton, Dusco Goykovich, Johnny

Griffin, Larry Coryell, Till Brönner u.a. zusammen.

Mehrfach wurde Willy Ketzer zum besten Big Band-Schlagzeuger Deutschlands gewählt. Eine

Verpflichtung, die er als Bandleader seiner verschiedenen Formationen umsetzt.

Mit seiner Big Band swingt er bei hochkarätigen Veranstaltungen und auf den großen

Pressebällen. Zu den Highlights zählt er die jährlichen Big Band Jazz-Konzerte in der Kölner

Philharmonie mit Paul Kuhn. Nicht zu vergessen, die unzähligen Galas Künstlerbegleitungen

und die großen Shows u.a. in der Kölnarena für seinen Heimatsender, den Westdeutschen

Rundfunk (organisiert von der Gastspieldirektion Bauer-Hofner).

Ira Coleman - Agent Cole

Ira Coleman wurde in Stockholm, Schweden, geboren. Er wuchs in Südfrankreich und

Deutschland auf, wo er 14 Jahre lang lebte. Ira Coleman studierte Kontrabass an der Kölner

"Hochschule für Musik" und begann anschließend ein Studium in den USA am Berklee

College of Music in Boston.

Im Laufe der Jahre hat Ira mit so bekannten Figuren wie Cab Calloway, Freddie Hubbard,

Betty Carter, Branford Marsalis, Herbie Hancock, Wayne Shorter, Jessye Norman und Sting

gearbeitet. Als musikalischer Leiter betreute er von 2002 und 2009 die Band der Sängerin Dee

Dee Bridgewater.

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

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Er spielte bei Konzerten und Plattenaufnahmen mit den Opernsängerinnen Barbara Hendricks

und Jessye Norman. 2009 trat Ira Coleman der Band von Sting bei, um das Album "If On A

Winter's Night..." einzuspielen. 2010 und 2011 war Ira Coleman mit Sting und dem Royal

Philharmonic Concert Orchestra auf „Symphonicity“-Welttournee, um Sting und Hits dessen

früheren Band 'The Police' in neuer Form zu präsentieren. Seit Frühjahr 2012 tourt er mit der

Band von Helge Schneider, der einst auch sein "Mentor" Jimmy Woode angehörte.

Pete York - Agent Smith

Pete York wurde 1942 in Middlesbrough, England, geboren. 1950 fing er an, auf einer

Spielzeug-Trommel und den Kochtöpfen seiner Mutter die Jazz-Musik im Radio zu begleiten.

Nach der Schule, dort hatte er das Trommeln leidlich gelernt, ging er nach Birmingham und

engagierte sich in der dortigen Musikszene. Dort spielte er neben Jazz auch Blues und R & B

mit Spencer Davis, Steve und Muff. Die erste Plattenveröffentlichung der „Spencer Davis

Group“ 1964 wurde nicht nur von der Kritik, sondern auch vom Publikum begeistert

aufgenommen. Fünf Titel der Platte wurden Nummer 1-Hits in Großbritannien.

1969 verließ Pete die „Spencer Davis Group“, mit der er nach ihrer Neugründung 1974 auf

Tour gehen sollte, um mit Eddie Hardin das Duo „Hardin & York“ zu gründen. Pete York

spielte im Laufe seiner Karriere mit Musikern wie Jon Lord, Miller Anderson, Ian Paice, Keef

Hartley, Roy Dyke, Keith Moon, Klaus Doldinger, Alexis Korner oder Chris Barber.

2002 spielte Pete York mit Helge Schneider und Jimmy Woode ein ausverkauftes Konzert in

Starnberg. 2004 folgte JAZZCLUB - DER FRÜHE VOGEL FÄNGT DEN WURM, in dem das Trio

eine zentrale Rolle spielte. Von 2006 bis 2008 sowie derzeitig tourte und tourt York erneut

mit Helge Schneider durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Salvatore Bonarrigo – Der Chief

Salvatore Bonarrigo ist Gastrom und arbeitet in der Mülheimer Pizzeria „Carmelo“. Er und

Helge Schneider kennen sich seit über zwanzig Jahren. Bonarrigo ist neben 00 SCHNEIDER

(AT) noch 1995 in 00 SCHNEIDER – JAGD AUF NIHIL BAXTER aufgetreten.

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

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BIOGRAFIEN / STAB

Helge Schneider – Regie, Drehbuch, Darsteller „00 Schneider

Helge wurde 1955 in Mülheim an der Ruhr geboren. Er ist Komiker, Komponist, Musiker,

Entertainer, Buchautor, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur, Musikclown, Zeichner. Als

Fünfjähriger begann er Klavier und mit zwölf Jahren Cello zu spielen. Dann wollte er Clown

werden, auf der Bühne stehen und Musik machen. Schule war nichts für ihn. Also brach er die

und später das Klavierstudium am Duisburger Konservatorium ab.

Lieber spielte er Jazz und andere Musik mit windigen Typen. Wenn es nichts zu tun gab,

stand er bei Eduscho, trank Kaffee und beobachtete die Leute. Das waren seine Lehrjahre. Er

machte dies und das und vor allem viel Musik. Entweder mit eigenen Bandprojekten oder als

Studiomusiker. Er spielte in Filmen von Christoph Schlingensief und übernahm 1986 die

Titelrolle in JOHNNY FLASH von Werner Nekes. Außerdem war er von 1985 bis 1991 Ko-

Moderator der Fernseh-Musik-Sendung „Off-Show“ des WDR.

Anfang der neunziger Jahre wird Helges einmaliger Show-Mix aus Musik und Quatsch zum

Geheimtipp auf den Bühnen, erst im Ruhrgebiet, später überall, wo deutsch gesprochen wird.

Die Hallen werden grösser und Helges Auftritte sind fast immer ausverkauft.

Seitdem geht Helge jedes Jahr mindestens einmal mit verschiedenen Besetzungen auf

Tournee.

Am 11. November 1993 startet sein erster eigener Kinofilm TEXAS – DOC SNYDER HÄLT DIE

WELT IN ATEM. Dieser wird zum erfolgreichsten deutschen Film des Jahres 1993 und macht

Helge über Nacht zum Superstar.

Die im Film enthaltenen Songs erscheinen am 24. November 1993 auf dem Album „Es gibt

Reis, Baby“, für das Helge seine erste Goldene Schallplatte erhält.

Am 6. Januar 1994 wird die Single „Katzeklo“ veröffentlich und wird nicht zuletzt dank Helges

grandiosem „Wetten, dass ..?“-Auftritt am 12. März 1994 zum Super-Hit.

1995 folgte 00 SCHNEIDER – JAGD AUF NIHIL BAXTER. 1997 kam PRAXIS DR. HASENBEIN in

die Kinos und 2004 JAZZCLUB – DER FRÜHE VOGEL FÄNGT DEN WURM.

Helge Schneider beherrscht zahlreiche Instrumente und ist ein virtuoser Musiker, was er in

den verschiedensten Konstellationen und auf zahlreichen Tourneen immer wieder unter

Beweis stellte und stellt. 2008 wurde er vom Bundesverband Klavier als „Klavierspieler des

Jahres“ ausgezeichnet.,

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

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Ulf Israel – Produzent

Ulf Israel leitete fünf Jahre die 3L Filmproduktion und war in dieser Zeit u.a. für Produktionen

wie den weltweiten Arthouse-Hit 2 TAGE PARIS („2 Days in Paris“, 2007) verantwortlich. Zuvor

arbeitete er u.a. als freier Produzent und war in den Jahren 1998 bis 2002 am Aufbau der X

Filme Creative Pool GmbH und der X Verleih AG als Referent der Geschäftsführung nachhaltig

beteiligt.

Seit Anfang 2010 leitet Ulf Israel gemeinsam mit Helge Sasse die Produktionsarme der

Senator Film in Berlin, München und Köln. Für die Senator Film Köln produzierte Ulf Israel die

internationale Produktion 2 TAGE NEW YORK („2 Days in New York“) und bereitet derzeit das

Drama THE DANISH GIRL vor sowie EIN ATEM von Christian Zübert oder auch das Projekt DIE

RÄUBER unter der Regie von Christoph Gampl. Weitere internationale und nationale

Produktionen sind in Arbeit.

Andrea Schumacher – Co-Autorin, Co-Regie, Cutterin

Andrea Schumacher in Essen an der Ruhr geborene Filmemacherin blickt auf eine

jahrzehntelange Erfahrung in der Film- und Medienwelt zurück, in der sie durch die

Zusammenarbeit und den Austausch mit namhaften Filmemachern und Künstlern wie Werner

Nekes oder Adolf Winkelmann, Peter Wilke, Helge Schneider und Christoph Schlingensief

beeinflusst und geprägt wurde. Die Wahlberlinerin hat für Filme, TV-Dokumentationen,

Werbung und Theater Konzepte entwickelt, Drehbücher geschrieben, Regie geführt, gedreht

und geschnitten. Sie kombiniert die Berufung zur Co-Autorin, Regieassistentin und Cutterin,

um spannende Feature-Film-Projekte voranzutreiben. Seit 1993 arbeitet das Multitalent

immer wieder mit Helge Schneider zusammen. Dazu gehören die Helge Schneider Buch-,

Film- und Bühnenprojekte wie u. a. „Mendy - das Wusical“, JAZZCLUB - DER FRÜHE VOGEL

FÄNGT DEN WURM oder aktuell 00 SCHNEIDER (AT), bei dem sie als Co-Autorin und Co-

Regisseurin agierte, um dann im Schneideraum wieder zu Hause zu sein.

Sie ist dem Ruhrgebiet von Natur aus mit Herz und Seele verbunden. Mit Adolf Winkelmann

hat sie die zeitgenössische Dokumentation Filmschätze aus Dortmund montiert, die innovativ

aus Filmmaterialien durch Crowdsourcing entstand. Während ihrer langjährigen Filmtätigkeit

hat sie es geschafft, Kunst zu machen und dennoch ihrem klaren Konzept der Unterhaltung

treu zu bleiben. In Kürze wird sie wieder an einem neuen Projekt mit Schneider arbeiten

können, das Thema ist noch geheim!

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

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Bodo Oesterling - Mitarbeit Drehbuch

Bodo Oesterling war von 1984 bis 86 Bassist der Hiltruper Pogo-Band „Sodbrennen“, dann

bei „Baal“ (1989-91) und anschließend bei den „Six Micks“ (1991).

Im September 1992 eröffnete Bodo Oesterling den Rock'n'Roll-Supermarkt Imperator in der

Jüdefelder Straße in Münster, in dem mehr Waren verschenkt als verkauft wurden. Im Odeon

jobbte er als Aufbauhelfer und war Mit-Erfinder plus Veranstalter der legendären Bad Taste-

Parties. Heute ist Bodo Oesterling Mitglied des Ensembles von Helge Schneider und seit 1994

fester Bestandteil von Schneiders Bühnenshow. 1998 spielte er in Helge Schneiders Kinofilm

PRAXIS DR. HASENBEIN mit.

Volker 'Voxi' Bärenklau - Kameramann

Voxi Bärenklau studierte von 1982 bis 1989 Film bei Werner Nekes und Helmut Herbst an der

Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main und schloss dort 1990 als Diplom-Designer

mit Schwerpunkt Film ab. Bereits seit 1987 gehörte er bis zu dessen Tod im vergangenen Jahr

zum engsten künstlerischen Mitarbeiterstab von Christoph Schlingensief und übernahm 1989

seine erste eigenständige Kameraarbeit für dessen erste Episode der Deutschlandtrilogie

„Die letzte Stunde im Führerbunker“.

Weiterhin arbeitet Voxi Bärenklau als Kameramann und Lichtdesigner mit Helge Schneider

(JAZZCLUB – DER FRÜHE VOGEL FÄNGT DEN WURM, 00 SCHNEIDER - JAGD AUF NIHIL

BAXTER) oder Adolf Winkelmann zusammen. Zusätzlich hat er seit 2006 unzählige Folgen

diverser TV-Serien und TV-Filme, sowie viele Kurzfilme gedreht.

Seine Tätigkeiten als Lichtdesigner führten ihn seit 1996 neben dem Medium des Films, wo

er mit Kameraleuten wie David Slama THIEF LORD – HERR DER DIEBE, Florian und Michael

Ballhaus (INVESTIGATING SEX), David Novell (HIGHWAY TO HELL) oder Bill Butler (JOE &

MAX) international zusammenarbeitete, auch an renommierte europäische Theater- und

Opernhäuser. Auf „Bambiland“ am Wiener Burgtheater und „Atta Bambi Pornoland“ am

Schauspielhaus Zürich folgte im Jahr 2004 Schlingensiefs legendäre „Parsifal“-Oper am

Festspielhaus Bayreuth. In der Position als Oberbeleuchter/Gaffer war er auch an Martin

Scorseses Film GANGS OF NEW YORK sowie an diversen weiteren internationalen Kino- und

TV-Produktionen beteiligt.

Als Stipendiat im Bereich Bildende Kunst an der Akademie Schloss Solitude erhält Voxi

Bärenklau 1991 seine erste Einzelausstellung im Kunstverein Aachen. 2002 wurde er als Co-

Produzent zusammen mit Richard Lehun (Regie) mit dem Deutschen Filmpreis für den

Kurzfilm FETISCH ausgezeichnet. Zusammen mit dem Schweizer Künstler Raoul Marek

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

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gründete er 2003 das Institut für Synästhesie und Medien (ISM Berlin), dessen

Schwerpunktarbeit Vorträge und Seminare zum Phänomen der Synästhesie und ihre

beispielhaften Anwendungsbereiche in Kunst und Medien beinhaltet. Für ZDF und ARD

drehte er als verantwortlicher Kameramann seit 2008 über 50 Folgen TV-Serien und diverse

TV-Filme. Seit 2007 lehrt Voxi Bärenklau Digitalfilm an der FH Dortmund im Fachbereich

Design und war von 2008 bis 2010 als künstlerischer Mitarbeiter und Kameramann am

Aufbau des Instituts für Bewegtbildmedien am Dortmunder „U“ unter der Leitung von Adolf

Winkelmann beteiligt. Im Frühjahr 2011 war er als künstlerischer Berater beim Einrichten und

Aufbau des Deutschen Pavillons mit Arbeiten von Christoph Schlingensief auf der

Kunstbiennale in Venedig beteiligt und gewann damit den Goldenen Löwen.

Andrea Kessler - Szenenbild

Noch während des Studiums als Kommunikationsdesignerin begann Andrea Kessler 1993 im

Art Department als Innen- und Außenrequisiteurin und Malerin zu arbeiten. 1994 wirkte sie

als Innenrequisiteurin bei 00 SCHNEIDER - JAGD AUF NIHIL BAXTER mit, ebenso 1996 bei

PRAXIS DR. HASENBEIN. 1997 entwarf sie das Set für "Wurstfachverkäuferin". 1998 folgte das

erste Szenenbild für einen Spielfilm ABSOLUTE GIGANTEN von Sebastian Schipper, 2001

erhielt sie für DAS EXPERIMENT gemeinsam mit Uli Hanisch die "Lola" für das beste

Szenenbild. Seitdem arbeitet sie abwechselnd als Szenenbildnerin (HARDCOVER, RUHM) oder

als Innenrequisiteurin bei deutschen und internationalen Produktionen wie Tom Tykwers DAS

PARFUM, THE INTERNATIONAL, CLOUD ATLAS, David Cronenbergs, A DANGEROUS METHOD

oder Philipp Stölzls DER MEDICUS.

Ute Paffendorf - Kostüme

Ute Paffendorf absolvierte ein Studium im Fachbereich Kostümbild und sammelte

anschließend als Stipendiatin in Paris praktische Erfahrungen. Seit Anfang der 1990er Jahre ist

sie als freischaffende Kostümbildnerin für Kino und Fernsehen tätig. Sie entwarf die Kostüme

für so unterschiedliche Filme wie die Helge-Schneider-Komödien TEXAS - DOC SNYDER HÄLT

DIE WELT IN ATEM (1993) oder JAZZCLUB - DER FRÜHE VOGEL FÄNGT DEN WURM (2004),

Sven Taddickens romantisches Drama EMMAS GLÜCK (2006), Ulla Wagners Nachkriegsdrama

DIE ENTDECKUNG DER CURRYWURST (2008) und Bettina Oberlis historischen Kriminalfilm

TANNÖD (2009). Für ihre Kostüme zu der satirischen, kurz vor dem 2. Weltkrieg in Moskau

spielenden Komödie HOTEL LUX von Leander Haußmann wurde Paffendorf 2012 für den

Deutschen Filmpreis nominiert.

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Bernd Hackmann – Ton

Bernd Hackmann wurde 1963 in Duisburg geboren und wuchs in Mülheim-Ruhr auf. Er

studierte BWL und VWL mit Abschluss Diplom-Ökonom. Während des Studiums jobbte er in

der kleinen Filmproduktionsfirma "Filmwerk" als Produktionsassistent, Tonassistent,

Aufnahmeleiter, Regieassistent und Produktionsleiter und drehte dort eigene Kurzfilme. Sein

Kurzfilm "Die Operation" hatte 2001 Premiere auf dem Slamdance Filmfestival Köln und

gewann den "Preis der Redaktion" des TV-Magazin „shortcuts“. Danach konzentrierte er sich

auf seine Arbeit als Tonmeister und begann in seiner drehfreien Zeit Spielfilm-Drehbücher zu

schreiben.

Horst Allert – Maske

Horst Allert erfuhr seine Ausbildung zum Maskenbildner an der Oper und dem

Schauspielhaus in Köln. Von dort ging er zum NDR nach Hamburg. Seit 1973 arbeitet er als

Freiberufler. Sein erster Kinofilm als Maskenbildner war der Helge Schneider-Film TEXAS -

DOC SNYDER HÄLT DIE WELT IN ATEM 1993.

Delia Mündelein – Maske

Delia Mündlein ist ausgebildete Friseurmeisterin. Außerdem ist sie Hairstylistin für

Werbefotografie und Maskenbildnerin. Seit 1988 ist sie freiberuflich als Maskenbildnerin für

Film- und Fernsehproduktionen tätig.

Steffen Müller – Produktionsleitung

Steffen Müller wurde 1976 in Göppingen geboren und wuchs in Kuchen (beides Baden-

Württemberg) auf. Nach absolviertem Zivildienst begann er 1998 in Köln seine Tätigkeit in

der Filmbranche als Aufnahmeleiter. Parallel dazu durchlief er eine Ausbildung zum

Kaufmann für audiovisuelle Medien und studierte anschließend Medienwirtschaft mit den

Schwerpunkten Design und Marketing (Diplom) an der Fachhochschule für Wirtschaft und

Medien in Köln. Seit 2004 ist er als 1. Aufnahmeleiter tätig, seit 2011 auch als

Produktionsleiter.

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

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