.KINOSTART: 27. NOVEMBER 2008 - Babylon Kino

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.KINOSTART: 27. NOVEMBER 2008 - Babylon Kino

Constantin Film

präsentiert eine Co-Produktion von

Galatée Films, Pathé Production, Constantin Film Produktion, France 2 Cinema,

France 3 Cinema, Logline Studios, Novo Arturo Films und

Blue Screen Productions

Darsteller

Gérard Jugnot

Clovis Cornillac

Kad Merad

Nora Arnezeder

Pierre Richard

Maxence Perrin

Produzenten

Jacques Perrin, Nicolas Mauvernay

Ausführender Produzent

Romain Le Grand

Associate Producers

Christophe Barratier, Martin Moszkowicz, Christian Benoist

Drehbuch

Christophe Barratier, Julien Rappeneau

nach einer Idee von

Frank Thomas, Jean-Michel Derenne, Reinhardt Wagner

Kamera

Tom Stern

Regie

Christophe Barratier

...KINOSTART: 27. NOVEMBER 2008..

120 Minuten

Im Verleih der


INHALT

Seite

Kurzinhalt 3

Pressenotiz 3

Inhalt 4

Produktionsnotizen 6

Historischer Hintergrund 8

Interviews

Gérard Jugnot 9

Clovis Cornillac 10

Kad Merad 11

Nora Arnezeder 12

Pierre Richard 13

Christophe Barratier 14

Jacques Perrin 16

Tom Stern 17

Frank Thomas & Reinhardt Wagner 18

Biographien

Gérard Jugnot 20

Clovis Cornillac 21

Kad Merad 22

Nora Arnezeder 23

Pierre Richard 24

Christophe Barratier 25

Jacques Perrin 25

Martin Moszkowicz 27

Tom Stern 29

Reinhardt Wagner 30

Besetzung und Stab 31

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Kurzinhalt

Mitte der 30er Jahre in Paris. Die Belegschaft des Musiktheaters „Chansonia“, kämpft darum,

das geschlossene Haus mit einer eigenen Show wieder zu eröffnen – allen voran die drei

Freunde Pigoil (Gérard Jugnot), Milou (Clovis Cornillac) und Jacky (Kad Merad). Als Pigoil

das Sorgerecht von seinem Sohn Jojo (Maxence Perrin) entzogen wird, bricht für den

arbeitslosen Bühnenarbeiter eine Welt zusammen. Die Show muss zum Erfolg werden, denn

nur so hat er eine Chance, seinen Sohn zurückzubekommen. Mit der jungen Sängerin Douce

(Nora Arnezeder) finden sie einen echten Star – doch auf Douce hat nicht nur Milou, sondern

auch Galapiat, der Obergangster des Viertels, ein Auge geworfen. Nach einem anfänglichen

Reinfall holen sich Douce und die Männer des „Chansonia“ Hilfe vom legendären Monsieur

Radio (Pierre Richard), einem ehemaligen Starkomponisten. Mit seiner Hilfe stellen sie eine

Show auf die Beine, wie sie Paris noch nie gesehen hat...!

Pressenotiz

Nach dem überwältigenden Erfolg von „Die Kinder des Monsieur Mathieu“, der in

Deutschland die Herzen von über einer Million Kinobesucher eroberte, präsentiert Regisseur

Christophe Barratier mit PARIS, PARIS – MONSIEUR PIGOIL AUF DEM WEG ZUM GLÜCK

ein Fest für Auge und Ohr, das nicht nur die vielen Liebhaber der französischen Hauptstadt

begeistern wird! Wieder mit von der Partie sind „Monsieur Mathieu“ Gérard Jugnot und sein

„Lieblingsschüler Pépinot“ Maxence Perrin. Hinzu gesellen sich Altstar Pierre Richard und

Clovis Cornillac, der nicht zuletzt durch seine Rolle als „Asterix“ zum internationalen Star

geworden ist. In ihrer ersten großen Kinorolle ist Shooting-Star Nora Arnezeder zu sehen,

die schon jetzt als die Neuentdeckung des französischen Kinos gilt.

Die Freundschaft eines Vaters zu seinem Sohn, der Zusammenhalt der Leute vom

„Chansonia“ und – natürlich – die ganz große Liebe verknüpft Barratier gekonnt mit dem

Hintergrund der 30er Jahre, einer in Frankreich politisch höchst turbulenten Zeit. Und auch

die zahlreichen wundervollen, eigens für den Film komponierten Chansons tragen dazu bei,

eine vergangene Epoche wieder auferstehen zu lassen.

Clint Eastwoods Lieblings-Kameramann Tom Stern („Mystic River“, „Million Dollar Baby“) hat

unvergessliche Bilder von einem Paris gefunden, die es so nur im Kino geben kann. Der

perfekte (Vor-)Weihnachtsfilm zum Schwelgen und Genießen!

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Inhalt

Paris, Polizeikommissariat am Quai des Orfèvres, Sommer 1936. „Der sieht gar nicht wie ein

Mörder aus“, sagt einer der Polizisten, die den gerade eingelieferten Pigoil (GÉRARD

JUGNOT), Bühnenarbeiter des Musiktheaters „Chansonia“ im Arbeiterviertel Faubourg, vor

dem Verhör bewachen. In der Tat: Was hat den so harmlos wirkenden Pigoil in diese Lage

gebracht? Pigoil erzählt dem Inspektor, wie alles kam – eine Geschichte von Freundschaft

und Verrat, von Leidenschaft und Eifersucht, von Kommunisten und Faschisten – vor allem

aber von der Liebe zur Musik…

Pigoils Geschichte beginnt einige Monate zuvor, am Silvesterabend 1935. Im „Chansonia“

läuft gerade die große Silvestergala, doch richtig turbulent geht es hinter den Kulissen zu:

Der Beleuchter Milou (CLOVIS CORNILLAC), überzeugter Kommunist, ruft die Belegschaft

wegen ausstehender Löhne zum Streik auf, Pigoil muss erfahren, dass seine Frau ihn wegen

eines Sängers aus dem Ensemble verlassen will, und der Direktor des Theaters bekommt

ungebetenen Besuch – von Galapiat (BERNARD-PIERRE DONNADIEU). Galapiat, der

„Pate“ des Viertels, nach außen hin wohlanständiger Geschäftsmann, in Wirklichkeit aber

Miethai und Erpresser, stellt dem Direktor ein Ultimatum: seine Schulden bezahlen oder ihm

das „Chansonia“ übertragen. In seiner Not unterschreibt der Direktor – und erschießt sich,

als es Mitternacht schlägt...

Doch dies ist nicht das Ende des „Chansonia“. Im Frühjahr drauf trommelt Jacky (KAD

MERAD), der frühere Sandwichman des Theaters, die einstige Belegschaft zusammen, um

im leerstehenden Theater eine neue Show aufzuziehen – ihr Star soll Jacky sein, der sich für

einen begnadeten Imitator und Komiker hält. Milou und die anderen sind dabei, doch einer

fehlt: Pigoil...!

Verlassen von seiner Frau und ohne Job, hat ihn der Lebensmut verlassen – er verbringt

seine Tage zuhause, im Suff. Nur durch das Geld, das sein Sohn, der achtjährige Jojo

(MAXENCE PERRIN) als Akkordeonspieler erbettelt, kommen sie überhaupt über die

Runden – das Instrument zu spielen, hat er bei dem spleenigen Monsieur Radio (PIERRE

RICHARD) gelernt, der früher ein bekannter Künstler war, doch seit 20 Jahren nicht mehr

aus dem Haus gegangen ist und nur über das Radio Kontakt zur Außerwelt hat.

Doch dann wird Jojo von der Polizei erwischt und sogleich zu seiner Mutter gebracht, die

inzwischen neu geheiratet hat und in der Provinz lebt. Der geschockte Pigoil erfährt von

einem schnöseligen Jugendamts-Inspektor, dass er Jojo nicht sehen darf und sich ums

Sorgerecht erst wieder zu bemühen braucht, wenn er geregelte Arbeit gefunden hat. Und

obwohl er nicht an den Erfolg von Jackys Unternehmung glaubt, macht Pigoil mit – ist es

doch seine einzige Chance, Jojo zurückzuholen...

Anstatt ihnen die Schlägertrupps seiner rechtsradikalen Partei S. O. C. auf den Hals zu

hetzen, lässt Galapiat sie gewähren – er hat politische Ambitionen und ist um ein besseres

Image im Viertel bemüht. Fieberhaft renovieren die Männer das Theater und suchen nach

Künstlern für ihre Revue. Da steht plötzlich die junge Sängerin Douce (NORA ARNEZEDER)

auf der Bühne. Weil sie schöne Beine hat, wird sie als Ansagerin für die einzelnen Auftritte

engagiert. Ohne es sich eingestehen zu wollen, ist Milou von ihr fasziniert; das ist allerdings

auch Galapiat, der sie zufällig vor dem Theater trifft und sich ihr sogleich als Beschützer

anbietet.

Bei der Premiere wird Douce zum Star. Nachdem Jackys erbärmliche Imitationen von

Flugzeug, Ente und Frosch vom Publikum ausgebuht wurden, rebellieren die Zuschauer und

fordern: Sie soll singen! Das tut Douce, zunächst noch mit stockender Stimme, und reißt mit

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dem Lied „Loin de Paname“ das ganze Haus zu Beifallsstürmen hin. Nach der Vorstellung

führt Milou sie aufs Dach des Theaters; sie blicken über die Dächer von Paris und es kommt

– fast – zu einem ersten Kuss.

Doch der Erfolg ist nicht von Dauer: Zwischen Galapiats Zudringlichkeiten und der

beginnenden Liebe zu Milou hin- und hergerissen, gesteht Douce Pigoil weinend ein, dass

sie gehen wird; nicht zuletzt, weil sie das Angebot eines Produzenten hat, sie ganz groß

herauszubringen. Ohne Douce ist die Show jedoch zum Scheitern verurteilt, und nach einer

besonders miesen Vorstellung prügeln sich nicht nur Milou und Jacky hinter der Bühne, auch

Pigoil flippt regelrecht aus, erklettert die Leuchtreklame an der Fassade und stürzt hinunter.

Schwer verletzt, wird er ins Krankenhaus gebracht, während im „Chansonia“ die Lichter

ausgehen.

Wieder steht das „Chansonia“ leer. Doch die Gemüter der Pariser sind ohnehin ganz von der

Politik eingenommen. Die Bildung der neuen linken „Volksfront“-Regierung wird von

Massenstreiks begleitet, und auf beiden Seiten wird heftig agitiert. Auch Galapiat hat eine

Parteiversammlung einberufen, die Jacky mit humoristischen Einlagen auflockern soll. Doch

Milou und der wieder genesene Pigoil, die sich ins Publikum geschmuggelt haben, erleben,

wie sich Jacky auf offener Bühne gegen Galapiat stellt und ihn als Lügner beschimpft, und

retten ihren alten Freund vor dem folgenden Tumult.

Da tritt Monsieur Radio auf den Plan: Er hatte Douce im Radio singen hören – einen seiner

alten Erfolge – und fasst einen Entschluss: Douce muss zurückkehren, um das „Chansonia“

zu retten! Und er schreibt dazu die Lieder. Also tritt er, noch etwas staksig, nach zwei

Jahrzehnten wieder vor die Tür, sucht Douce nach einem umjubelten Auftritt in ihrer

Garderobe auf und zeigt ihr ein altes Medaillon mit dem Porträt einer Frau, die Douce

erstaunlich ähnlich sieht...

Die Proben für den zweiten Anlauf beginnen, und unter der Leitung von Monsieur Radio

wandeln sich die Amateure rasch zu echten Profis. Nur Pigoil fehlt zunächst noch.

Verzweifelt darüber, dass er von Jojo in all den Monaten keine einzige Nachricht erhalten

hat, haust er in seiner leeren Wohnung – die Möbel sind längst gepfändet – vor sich hin.

Doch eines Abends hört er Musik unter seinem Fenster. Die Straßenmusikanten sind keine

anderen als Milou und Jacky. Und sie haben als Überraschungsgast Jojo dabei, der, sein

Akkordeon spielend, zu ihnen tritt! Sie hatten den Jungen mit viel Überredung von der Mutter

losgeeist, und nach Monaten sind Vater und Sohn endlich wieder vereint.

Voller Elan werfen sich die Leute vom „Chansonia“ in die Proben zu Monsieur Radios

Musicalrevue „Faubourg 36“, ihre Anstrengungen werden in der Presse und der

Wochenschau interessiert beobachtet – und die Show mit Pigoil, Jacky, Milou und Douce in

den Hautrollen wird ein riesiger Erfolg: Spätestens bei der mitreißenden Schlussnummer

„Partir pour la mer“ hält es niemanden mehr auf den Sitzen.

Dann war doch alles in bester Ordnung?, unterbricht der Inspektor an dieser Stelle Pigoils

Bericht. Pigoil seufzt – und erzählt das Ende der Geschichte...

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Produktionsnotizen

Der Beginn von PARIS, PARIS liegt schon einige Jahre zurück: Mitte der 90er Jahre traten

der Komponist Reinhardt Wagner und der Texter Frank Thomas an Jacques Perrins Pariser

Produktionsfirma Galatée Films heran – mit eine Reihe von Chansons im Stil der 30er Jahre

im Gepäck und der Idee, diese Chansons als Rückgrat für ein Kino-Musical zu verwenden.

Über die Jahre entstanden unter Federführung von Perrin und seinem Partner bei Galatée,

Christophe Barratier, diverse Treatments und Drehbuchentwürfe. Doch erst nachdem

Barratier „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ gedreht und nach Fertigstellung des Films ein

volles Jahr mit der Promotion des Film in Frankreich und im Ausland verbracht hatte, fand er

wieder die Zeit, sich um das fast schon vergessene Projekt zu kümmern. Ungeachtet der

Rummels um den grandiosen Erfolg von „Monsieur Mathieu“ ging Barratier mit den

halbfertigen Ideen für das Musical in Klausur – und kam mit der Idee für die Story von

PARIS, PARIS wieder hervor: die Geschichte der Männer vom Vorstadttheater „Chansonia“,

die ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen und trotz aller Widrigkeiten ihr geschlossenes

Musiktheater mit einer selbst geschriebenen Revue wiedereröffnen...

Als Barratier das Drehbuch schrieb, hatte er für die meisten Hauptrollen ganz bestimmte

Schauspieler im Hinterkopf – zunächst Gérard Jugnot, Hauptdarsteller seines

Spielfilmdebüts „Die Kinder des Monsieur Mathieu“, dem er die Rolle des gutherzigen

Pechvogels Pigoil auf den Leib schrieb. „Zwischen uns ist bei den Dreharbeiten seinerzeit

eine Freundschaft fürs Leben entstanden“, erklärt Barratier: „Da war es nur ganz natürlich,

dass ich wieder mit ihm zusammenarbeiten wollte.“ Aus dem Ensemble von „Die Kinder des

Monsieur Mathieu“ sind auch wieder Kad Merad und Maxence Perrin dabei. Merad, der

damals die Nebenrolle von Mathieus Kollegen gespielt hatte, war auch der erste, den

Barratier für sein neues Projekte rekrutierte: mit dem Versprechen einer großen Rolle, die

nicht nur Merads Talent als Komiker zeigen würde, sondern auch tragische Züge haben

sollte. Der junge Maxence Perrin, Barratiers Cousin (und Jacques Perrins Sohn), der damals

als Waisenjunge Pépinot zu sehen war, taucht in PARIS, PARIS als Pigoils Sohn Jojo auf.

Für die Rolle lernte Maxence Perrin eigens Akkordeon zu spielen.

Auch für die Rolle des Arbeiterführers und notorischen Herzensbrechers Milou hatte

Barratier jemand bestimmtes im Auge: Clovis Cornillac, der es gerade mit „Asterix bei den

Olympischen Spielen“ zu nationalem Ruhm gebracht hatte. Barratier: „Ich kannte ihn

persönlich nicht, aber ich hatte schon lange Lust, einmal etwas mit ihm zusammen zu

machen. Die Rolle habe ich für ihn geschrieben; ich konnte mir von Beginn an tatsächlich

niemand anderen als Milou vorstellen – und glücklicherweise hat er zugesagt!“ Und für die

Rolle des geheimnisvollen Eremiten „Monsieur Radio“, der im weiteren Verlauf der

Geschichte eine entscheidende Rolle spielen soll, gelang es Barratier, die Kinolegende

Pierre Richard, Komödien-Superstar der 70er Jahre, zu verpflichten – in einem Part, der

Richards Spektrum an Rollen um eine weitere, recht ungewöhnliche Facette erweitert.

Nun ist PARIS, PARIS aber nicht nur die Geschichte eines Musiktheaters, es ist auch – oder

vor allem? – eine Liebesgeschichte. Die Suche nach der perfekten Besetzung für die junge

Sängerin Douce, die sich im Zentrum einer dramatischen Dreiecksgeschichte wiederfindet,

gestaltete sich unerwartet schwierig. Denn zu Beginn der Castings stellte sich Barratier

„seine“ Douce noch als 30-jährige vor, und erst nach und nach wurde die Douce seiner

Vorstellung zu einer jungen Debütantin. Den letzten Ausschlag für diesen Sinneswandel gab

Nora Arnezeder, die sich bei einem der Castings vorstellte: eine gerade 17-jährige, die zwar

schon an renommierten Schulen Gesangs- und Schauspielunterricht genommen, aber noch

nie in einem Kinofilm mitgespielt hatte. Arnezeders tatsächliche Unerfahrenheit, gepaart mit

einem enormen schauspielerischen Talent und einer wundervollen Stimme, verliehen Douce

eine Authentizität, die ihre Debütrolle nicht nur für sie, sondern auch für den Rest des

Filmteams zu einer ganz besonderen Erfahrung machte.

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Doch wie sollte man die künstlerische Vision Barratiers eines unglamourösen, ganz

normalen und dabei doch zauberhaft irrealen Vorstadt-Paris der 30er Jahre in einen Kinofilm

umsetzen? Barratier hatte schon lang die Arbeit des Kameramannes Tom Stern bewundert,

der zuletzt Clint Eastwoods Regiearbeiten von „Mystic River“ bis „Letters From Iwo Jima“ ins

Bild gesetzt hatte. Barratier erfuhr, dass Stern nicht nur mit einer Französin verheiratet ist,

sondern auch ein Haus im Département Gers bei Bordeaux besitzt: „Da sagte ich mir: Ein

Amerikaner aus dem Gers kann nicht ganz verkehrt sein!“ In Sterns Landhaus stellte

Barratier ihm auch seine Ideen für die Bilder von PARIS, PARIS vor: „Ich wollte ein

kontrastreiches Licht habe, eines, bei dem die Konturen klar hervortreten, mit nuancierten,

teils ganz unwirklichen Farben, so, wie er es zum Beispiel bei ,Flags Of Our Fathers’

geschaffen hatte.“ Über Gänseleberpastete und Armagnac und beim Ballspielen mit Sterns

Hund kam man sich rasch näher – mit dem Ergebnis, dass Stern für PARIS, PARIS

anheuerte und so erstmals an einer rein europäischen Produktion mitwirkte.

Für Christophe Barratier und seinen Szenenbildner Jean Rabasse war früh klar, dass es

nicht in Frage kommen würde, in Paris selbst zu drehen – mangels geeigneter

Originalschauplätze, aber auch „um nicht das Gefühl zu haben, jeden Morgen ins Büro zu

gehen“, wie Barratier sagt. Nach Vor-Recherchen in mehreren europäischen Ländern

entschied man sich schließlich, in der tschechischen Republik zu drehen. In der Nähe von

Prag wurde ein extrem aufwendiges Filmset errichtet, das unter anderem die Häuser von

Pigoil und Monsieur Radio, die Wäscherei der Viertels und natürlich das „Chansonia“

umfasste. Die Fassade des Theaters am Set und der Innenraum im Studio wurden so

detailliert ausgestattet, dass selbst für die Filmcrew die Illusion perfekt war.

Als Barratier bei Rabasse anrief, um sich seiner Mitarbeit zu versichern, war dieser gerade in

Las Vegas, wo er die Ausstattung der Cirque-du-Soleil-Show „Love“ entwarf – ein weiter

Weg bis ins Paris der 30er Jahre. Um Dekors und Bauten richtig hinzubekommen, vertiefte

sich Rabasse als erstem Schritt in die Recherche: „Ich sammle zunächst so viel wie nur

möglich, studiere Bücher, gucke Filme und häufe tausende von Fotos an. Ich muss erst

einmal alles dokumentieren, um so ein Gefühl für die Zeit zu bekommen. Und wenn ich

diesen Überblick habe, vergesse ich das alles wieder und mache eigene Entwürfe!“

Das Herzstück des Films sind aber natürlich die Chansons, mit denen alles begonnen hatte.

Dabei sind aus der ursprünglichen Liedersammlung von Reinhardt Wagner und Frank

Thomas nicht mehr als ein halbes Dutzend Stücke im fertigen Film übrig geblieben; dafür

kamen während der Entwicklung des Drehbuchs laufend neue hinzu, darunter auch die

große Schlussnummer „Partir pour la mer“, einer der absoluten Höherpunkte des Films. Am

Ende hatten Wagner und Thomas an die 60 Chansons verfasst, von denen – neben

Wagners umfangreicher orchestraler Filmmusik – ein gutes Dutzend in der Endfassung von

PARIS, PARIS vorkommen.

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Historischer Hintergrund: Frankreich im Jahre 1936

Im Jahr 1936 gab es zum ersten Mal in der Geschichte der 3. Französischen Republik (also

die Zeit zwischen dem Ende des 2. Kaiserreiches 1870 und dem deutschen Einmarsch

1940) eine Regierung unter Führung der Sozialisten, gebildet aus Sozialisten (SFIO),

Kommunisten (PCF), die sich nach jahrelanger Feindschaft bereits seit 1934 einander

angenährt hatten und der Radikalen Partei (Parti radical).

Im Januar 1936 wurde ein gemeinsames Programm verkündet, das der so genannten

Volksfront (frz.: „Front populaire“) aus SFIO, PCF und Parti radical bei den Wahlen am 26.

April und 3. Mai 1936 zu einem spektakulären Sieg verhalf: Sie gewannen fast zwei Drittel

der Mandate in der Nationalversammlung.

Da Léon Blum, Kandidat der Sozialisten für das Amt des Ministerpräsidenten, aber das

reguläre Ende der Legislaturperiode abwarten wollte, anstatt gleich nach der Wahl eine neue

Regierung zu bilden, kam es zu weitreichenden Streiks unter der Führung der

kommunistischen Gewerkschaft CGT, die die sofortige Umsetzung der Wahlversprechen

einforderten.

Bis zur Bildung der neuen Volksfront-Regierung (frz.: „Front populaire“) am 4. Juni 1936

hatte das Land mehrwöchige Massenstreiks und Betriebsbesetzungen erlebt. Dabei wagten

es nur wenige Fabrikbesitzer – so wie im Film die Chefs der bestreikten Wäscherei, die

Schlägertrupps anheuern – aktive Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Wie in der Wäscherei,

organisierten die Streikenden in vielen Betrieben und Fabriken Tanzveranstaltungen und

Theateraufführungen; schon den Zeitgenossen galten die Arbeitsniederlegungen, die zum

Teil noch Wochen über Blums Regierungsantritt hinaus andauerten, vielerorts eher als

verlängerte Siegesfeiern denn als klassische Streiks.

Nicht zuletzt diese Demonstration der Macht von Gewerkschaften und Arbeitnehmern

ermöglichte es Blum, weitreichende Sozialreformen durchzusetzen. Zu den wichtigsten

Reformen der Volksfront-Regierung gehörten die staatliche Anerkennung der

Gewerkschaften als Vertreter der Arbeiterschaft, die Einrichtung von Betriebsräten in

Unternehmen, sofortige, gesetzlich vorgeschriebene Lohnerhöhungen um bis zu zehn

Prozent, die Einführung der 40-Stunden-Woche und ein gesetzlicher Anspruch auf bezahlten

Urlaub. So hatten Arbeiter und Angestellte 1936 zum ersten Mal – durch den neu

eingeführten bezahlten Urlaub und dank ebenfalls neu eingeführter verbilligter Urlauber-

Zugfahrkarten – die Möglichkeit, in die Ferien zu fahren, wie etwa ans Meer; worauf sich die

Musical-Nummer „Partir pour la mer“ bezieht.

Die Zeit der Volksfrontregierung (die bereits 1938, nach mehreren Krisen, endgültig

auseinanderbrach) war von großer politischer Polarisierung geprägt; eine regelrechte

Kampagne vieler bürgerlicher und rechtsgerichteter Medien richtete sich insbesondere

gegen Blum, der Jude war; so erlebte Frankreich 1936 eine in ihrer Heftigkeit nie gekannte

Welle des Antisemitismus – von der im Film Galapiat mit seiner (fiktiven) Partei S. O. C. zu

profitieren sucht.

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Interview Gérard Jugnot

Waren Sie überrascht, als Christophe Barratier Ihnen die Rolle des Pigoil in PARIS,

PARIS anbot?

Überrascht nicht, aber gerührt war ich schon. Es kommt ja oft vor, dass ein Regisseur nach

seinem Erstlingsfilm etwas anderes ausprobieren will, selbst wenn alles gut gelaufen ist und

der Film ein Erfolg war. Hier war es zum Glück anders. Christophe und mich verbindet die

gemeinsame Liebe zum klassischen französischen Kino, lebensnahe, um wunderbare

Dialoge herum aufgebaute Geschichten mit starken Hauptrollen und markanten Nebenrollen.

Und außerdem ist Christophes Existenzangst sogar noch größer als meine – das verbindet!

Ich hatte ihm niemals richtig dafür gedankt, dass er mir die Rolle des Clément Mathieu

gegeben hatte, und nun übertrumpft er das noch mit dieser wunderbaren Rolle. Es ist, als ob

ich einen festen Platz in seiner Phantasie, in seiner Vorstellung vom Kino hätte.

Was für ein Typ ist dieser Pigoil?

Pigoil ist ein echter Pechvogel – von seiner Frau betrogen, dann verlassen, schließlich von

seinem Sohn getrennt. Aber er schafft es immer wieder, da herauszukommen, dank seiner

Freunde und dank der Liebe zu seinem Sohn. Ich habe etwas übrig für diese Art Mensch, die

hinfällt und gleich wieder aufsteht. Und ich mag die Herausforderung, die in einer solchen

Rolle liegt: jemanden darzustellen, dem alle möglichen Schicksalsschläge widerfahren und

der doch die Kraft findet, sich von neuem seine Würde zu erkämpfen, so dass er sich wieder

im Spiegel anschauen kann.

Bei Pigoil ist man sehr weit weg von den komischen Rollen, mit denen Sie in

Frankreich berühmt geworden sind...

Ich habe Glück, dass ich auch Bösewichter und respektable Leute spielen durfte; „Monsieur

Batignole“ und „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ haben mein Image grundlegend

verändert. Wobei es sehr lustig ist zu sehen, wie man wahrgenommen wird. Im Ausland bin

ich fast nur als Monsieur Mathieu bekannt und man sieht mich in keinster Weise als

Komödianten.

Gab es Szenen, die Ihnen Sorge bereiteten?

Ja, die Szenen, in denen geweint wird. Davon gibt es im Film ja einige, und da ich eher der

zugeknöpfte Typ bin, habe ich mit solchen Sachen meine Schwierigkeiten – das

Sentimentale versuche ich immer eher zu umgehen. Aber auch hier hat Christophe mir viel

beigebracht.

Nämlich?

Was die Notwendigkeit von großen Emotionen im Film betrifft. Und auch, wie die Musik diese

Emotionen begleiten und verstärken kann, und zwar nicht erst im fertigen Film, sondern auch

schon bei den Dreharbeiten. Wenn er mir eine Szene, eine Reaktion, eine bestimmte

Emotion meiner Figur erklärte, spielte er mir auch Musik dazu vor, die das Entsprechende

zum Ausdruck brachte. Das hat mir sehr geholfen. Man darf ja nicht vergessen, dass er ein

großer Musiker mit klassischer Ausbildung ist. Er liebt die Musik und das Kino

gleichermaßen, und das zeigt sich auch an der Art, wie er seine Geschichten aufbaut; man

könnte sagen, wenn „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ ein Klavierkonzert war, dann ist

PARIS, PARIS eine Sinfonie.

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Interview Clovis Cornillac

Wie würden Sie Ihre Filmfigur Milou beschreiben?

Er glaubt an den sozialen Fortschritt, und er ist ein fröhlicher Typ, ein echter Lebenskünstler.

Er hat eine große Klappe, aber auch feste Überzeugungen dahinter, und das verleiht ihm

etwas Edles. Es verkörpert diesen Arbeiter- und Handwerkeradel, der in unserer modernen

Welt nach und nach verschwindet, in der der Erfolg des Einzelnen und die Vorherrschaft des

Geldes alles sind – wie es uns die Medien ständig eintrichtern. Milou lebt tatsächlich diese

romantische Illusion, die der Kommunismus damals noch war. Und dieser Glaube an eine

bessere Welt erschien damals ja gar nicht so utopisch, denn mit dem Erfolg der Volksfront

trug der Kampf ja tatsächlich Früchte.

Was sprach sie besonders an der Rolle an?

Ich mag an Milou vor allem, dass seine heldenhafte Fassade auch Risse hat. Seine

großspurigen Behauptungen und seine ganzen kleinen Lügen zeigen sehr gut, wie man

immer zwischen dem, was man ist und dem, was man gern wäre, hin- und hergerissen ist.

Und auch seine Verletzlichkeit in Liebesdingen hat ihn mir nahegebracht. Ich denke, auch

das Publikum wird ihn ins Herz schließen. Er ist der Kumpel, den man gerne hätte, auf den

man sich verlassen kann. Er ist eine Nervensäge, aber dabei jemand, dem man vertrauen

kann. Mit so einem Kerl an der Seite zieht man gerne in die Schlacht!

Sieht man Milou, denkt man automatisch an Jean Gabins Filmrollen als Proletarier in

seinen jungen Jahren...

Ich habe nicht versucht, ihn zu imitieren, aber mit Gabin und seinen Filmen bin ich groß

geworden. Außerdem ist mir das auch von meiner Familiengeschichte her nahe: Ich komme

aus diesem Milieu, ich bin also diese Art zu denken, diese Verhaltensweisen gewohnt; ich

habe sie als Kind erlebt, und zwar sowohl in Gabins Filmen als auch bei meinen Großeltern.

Dieses Erbe zeigt sich naturgemäß, wenn der Film oder die Figur das hergeben – ich musste

nicht über meine Rolle nachdenken, weder bei der Vorbereitung noch beim Dreh selber.

Wie haben Sie Christophe Barratier bei den Dreharbeiten erlebt?

Ich habe sehr gern mit ihm zusammengearbeitet, weil er freigiebig und enthusiastisch ist,

gleichzeitig aber auch sehr wachsam und sehr fordernd. Am Set konnte ich sehen, wie er

den Schauspielern genau zuschaute, und es ist einfach angenehm zu spielen, wenn man

weiß, dass sich jemand so intensiv mit dem Ergebnis auseinandersetzt. Und er hat es

einfach raus, sich mit guten Leuten zu umgeben – was immer ein Zeichen von großer

Intelligenz ist. Er motiviert einen, wenn man bei einem so wohldurchdachten Projekt wie

PARIS, PARIS dabei sein kann. – Christophe zeichnet besonders aus, dass er authentisch

ist, in dem, was er ist und was er mag. Ihm liegt das Populäre im Blut. Er bewegt die Leute

mit dem, was ihn bewegt, und er berührt sie mit dem, was ihn berührt. Er trickst nie und er

verstellt sich nie.

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Interview Kad Merad

Wann sprach Christophe Barratier Sie zum ersten Mal auf PARIS, PARIS an?

Volle drei Jahre, bevor wir zu drehen anfingen! Zu dem Zeitpunkt war „Die Kinder des

Monsieur Mathieu“ gerade herausgekommen. Er erzählte mir von seinem Filmprojekt, das in

den 30er Jahren spielte – und er erzählte mir auch schon von meiner Rolle, und dass dieser

Jacky das komische Element in der Geschichte ist. Ich fühlte mich sehr geschmeichelt, dass

er an mich gedacht hatte, als er diese Rolle schrieb. Es war wirklich eine tolle Sache, von

Beginn an Teil eines solchen Projektes zu sein und für mich eine ganz neue Erfahrung.

Jacky hält sich für einen tollen Komiker, aber seine Imitationen von Frosch bis

Flugzeug sind erbärmlich – ist es einem beim Dreh eigentlich peinlich, „schlecht“ zu

spielen?

Es war so: Christophe fragte mich, ob er eine Idee klauen dürfte, die er aus einem unserer

Sketche kannte. Oliver und ich [das Komikerduo „Kad & Olivier“] hatten uns einen Imitator

ausgedacht, der einfach immer dieselben Geräusche macht, egal, was er imitiert – bei ihm

hören sich Auto, Flugzeug, Zug immer gleich an...! Diese Idee eines völlig verunglückten

Auftritts hat er in den Film übernommen. Was die Frosch-Imitation betrifft, war klar, dass sie

wirklich bodenlos schlecht sein müsste. Als Schauspieler habe ich schon vor langer Zeit

gelernt, dass man sich nicht vor der Peinlichkeit fürchten darf. Mit Olivier zusammen habe

ich so viele peinliche Sachen gemacht, dass ich mir diese Frage gar nicht mehr stelle. Und

wenn es sein muss, koste ich die Peinlichkeit auch bis zum Letzten aus. Ich denke dabei an

die Zuschauer des fertigen Films, und nicht an die Truppe, die mir am Set beim

Herumhüpfen zuschaut.

Gab es Szenen, vor denn Sie Respekt hatten?

Natürlich – nicht zuletzt, weil ich mit genau diesen Szenen angefangen habe, vor allem

Jackys Auftritt bei der Versammlung von Galapiats Partei. Von einem Tag auf den anderen

fand ich mich in Prag wieder, in einer riesigen Flugzeughalle, in der hunderte von Tschechen

saßen, die kein einziges Wort von dem, was ich sagte, verstanden, die aber auf Kommando

lachen mussten, wenn der Regieassistent ihnen das Zeichen gab – während ich auf der

Bühne rassistische Witze riss! Mir war wichtig, dass man spürt, dass Jackys Auftritt auf der

Parteiversammlung eigentlich ein Unfall ist. Er hat die vermeintliche Chance seine Lebens

bekommen, endlich einmal vor einem großen Publikum aufzutreten – und da achtet er

einfach nicht mehr auf die äußeren Umstände.

Welche Momente von den Dreharbeiten sind Ihnen besonders im Gedächtnis

geblieben?

Der erste Abend in Prag. Wir saßen alle zum Abendessen an einem riesigen Tisch auf der

Terrasse eines italienischen Restaurants, das bald zu unserem Hauptquartier wurde. Alle

waren da. Er war ein erhebender Moment. Man hatte den Eindruck, wir wären eine

Theatertruppe, nur das wir noch nie zusammen gespielt hatten! Und natürlich das

„Chansonia“ – das war nicht nur eine Kulisse, das war ein richtiges Theater! Und schließlich

die Weinproben im Wohnwagen von Gérard, der aus seinem privaten Weinkeller einige

Flaschen mitgebracht hatte...!

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Interview Nora Arnezeder

Wann haben Sie zum ersten Mal von PARIS, PARIS gehört?

Als ich Christophe Barratier und die Casting-Agentin des Films traf. Christophe erzählte mir

ein wenig von der Story und von der Rolle der Douce, er sagte aber auch gleich, dass er

mich eigentlich zu jung für diese Rolle fände; er sah Douce als jemanden von 25 oder 30

Jahren. Das hat mich natürlich enttäuscht, aber er schlug vor, ich könne doch ein paar

Gesangsproben abliefern und er würde schauen, ob sich eine kleine Rolle für mich fände.

Doch dann schickte er mir irgendwann das Drehbuch mit der Bemerkung, er wolle mit mir

eine Schauspielproben machen, und zwar für Douce! Ich dachte zunächst, das wäre dann ja

wohl doch keine so große Rolle, aber als ich dann das Skript las, tauchte des Name Douce

praktisch auf jeder Seite auf! Ich war überglücklich.

Wie lief die Schauspielprobe?

Ich hatte unglaubliches Lampenfieber, viel schlimmer als bei den Gesangsproben, weil das

ja noch eher spielerisch gewesen war. Aber jetzt ging es ja darum, um die Hauptrolle zu

kämpfen, und das war etwas ganz anderes! Ich sagte mir vorher ständig: Er wird mich nicht

für die Richtige halten, er wird mich in der Rolle nicht gut finden… Und danach kamen all

diese Wochen des Wartens – das war grausam!

Wie würden Sie Douce beschreiben?

Sie ist eine ziemlich komplexe Figur, voller Nuancen. Sie ist willensstark und möchte Erfolg

haben, aber sie ist ganz bestimmt kein Emporkömmling. Sie hat Ehrgeiz, aber sie ist nicht

berechnend. Bei ihr ist es eine Mischung aus Zerbrechlichkeit und Entschlossenheit. Sie ist

in Milou verliebt, aber gleichzeitig möchte sie nicht, dass Galapiat leidet, von dem sie weiß,

dass er sie mag und der ihr geholfen hat. Und schließlich hat sie einfach auch Angst, sich zu

verlieren. Das ist auch der Grund für ihre Entscheidung, das „Chansonia“ zu verlassen, weil

diese Bürde für ein Mädchen von noch nicht einmal 20 Jahren einfach zu schwer zu tragen

ist. Douce ist mutig, gleichzeitig fehlt es ihr an Selbstvertrauen. Diese Persönlichkeit hat mich

sehr angesprochen; ich fühlte mich ihr sehr nahe.

Wie kamen Sie mit den anderen Ensemblemitgliedern zurecht?

Ich war beeindruckt, ganz klar. Aber unter all diesen wunderbaren Kollegen empfand ich eine

besondere Beziehung zu Pierre Richard. Wir lieben beide Jazz, und wenn man seine große

Karriere einmal beiseite schiebt, sieht man ihn einfach als das, was er ist: ein großzügiger,

freundlicher und unkomplizierter Mensch. Ich erinnere mich besonders an die Szenen, in

denen er das Orchester dirigierte, während ich auf der Bühne stand und sang. Er betrachtete

mich mir so viel Zärtlichkeit und Zuneigung.

Wie ging es ihnen, als die Dreharbeiten vorbei waren?

Es war seltsam. Der Drehschluss hatte mich sehr bewegt, es war richtig brutal, aufhören zu

müssen. Es war mein erster Kinofilm, und nachdem dieser Kokon aufgeplatzt war, in dem

man sich die ganze Zeit befunden hatte, war es schmerzhaft, in die Realität zurückzukehren.

Es fiel mir wirklich schwer, mich von der Rolle wieder loszulösen, und sie ist auch nach wie

vor ein kleiner Teil von mir. Und ich glaube auch, dass sie mich niemals ganz verlassen wird.

Ich singe immer noch jeden Tag die Lieder aus PARIS, PARIS – sie wollen mir einfach nicht

aus dem Kopf verschwinden. Und als ich den fertigen Film zum ersten Mal sah, kam es mir

so vor wie der Beginn von Etwas, geradezu wie eine Wiedergeburt.

12


Interview Pierre Richard

Erklären Sie uns Ihre Filmfigur, den mysteriösen „Monsieur Radio“...

Zunächst sieht man ihn als einen müden alten Mann, der sich vom Leben losgesagt hat.

Doch dann hört er eines Tages die Stimme einer jungen Frau im Radio, die eines seiner

alten Lieder singt; ein Lied, das er einst für die Frau geschrieben hatte, die er liebte. Dass sie

ihn verließ, war der Grund dafür, dass er sich völlig abgeschottet hat. Aber plötzlich bricht

wieder die Lebensfreude aus ihm hervor, er wird durch dieses Lied regelrecht

wiedergeboren. Er macht sich auf, das Mädchen zu finden und das kleine Musiktheater mit

seinem Talent und seinen Kompositionen zu retten. Mich hat diese Persönlichkeit sehr

bewegt, gerade wie er von neuem entflammt. Sein Herz war eben doch noch nicht ganz

erloschen, und seine Leidenschaft für die Musik war immer da und hat nur auf die

Gelegenheit gewartet, wieder zum Leben zu erwachen. Und wieder ist eine Frau der

Auslöser für den Wandel. Seine Figur hat für mich etwas ungemein Poetisches.

Sehen Sie Monsieur Radio als ein Art Echo von Monsieur Mathieu: ein gescheiterter

Musiker, der dank der Kunst zu neuem Leben erwacht?

Auf jeden Fall. Wie bei Gérards Rolle in „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ verdankt

Monsieur Radio seinen neuen Elan und sein neues Leben der Musik. Ich liebe ganz

besonders die Szene, in der er nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder sein Haus verlässt, es

zunächst gar nicht wagt, über die Türschwelle zu treten, zögert, sich schließlich doch

zusammenreißt und auf die Straße hinaus stakst.

Hat es Ihnen besondere Freude bereitet, ein Orchester zu dirigieren?

Und wie! Das war einfach ein Traum! Es hat mir irren Spaß bereitet. In einer Szene, in der

ich dirigiere, während Nora singt, hatten wir 400 Statisten im Theater, die applaudierten. Ich

wusste natürlich, dass sie dafür bezahlt wurden, und dennoch kam mir ihr Applaus

vollkommen aufrichtig vor. Da habe ich einen absoluten Glücksmoment erlebt – für mich war

die Illusion perfekt! Beim Lesen des Drehbuchs dachte ich noch, das wäre eine simple

Sache. Aber ich hatte völlig den Aufwand unterschätzt, den die Rolle mit sich brachte, Mir

war es extrem wichtig, dass die Gesten beim Dirigieren und die Haltung absolut stimmten.

Deshalb habe ich vor den Dreharbeiten mit einem echten Dirigenten gearbeitet. Und der

Unterricht fing mit der Theorie an, mit dem Lesen der Partitur. Das war sehr kompliziert. Mir

als Nichtmusiker war schnell klar, dass ich es niemals hinbekommen würde, die Takte zu

zählen. Aber ich habe immerhin ein gutes Gespür für Musik, und ich habe mir Aufnahmen

der Stücke kommen lassen und alles auswendig gelernt.

Was war Ihr Eindruck, als Sie in Prag am Filmset eintrafen?

So etwas hatte ich noch nie gesehen – das Paris der damaligen Zeit mitten auf einem

tschechischen Feld aufgebaut! Ich kam im Auto an und sah die Häuser von weitem. Ich

fragte, welche Stadt das sei, und die Antwort war: Unsere Stadt! An den Rückseiten sah man

natürlich, dass alles aus Sperrholz gebaut war, aber wenn man erst einmal richtig drin stand,

gab es richtig gepflasterte Straßen, und nicht nur das, es wuchs auch Unkraut zwischen den

Steinen. Die Wand von „meinem“ Haus war von echtem Efeu überwuchert, der ständig

weiter wuchs, und im Hof stand ein großer Baum, der gerade Knospen trieb... Meine erste

Szene war im „Chansonia“. Und das war nicht nur eine Kulisse, sondern ein richtiges

Theater, bis ins letzte Detail nachgebildet. Alles mit echt ausgeblichenem Samt ausgekleidet

und mit üppigen Vorhängen wie in den Music-Halls der 50er, wo ich hinging, um Maurice

Chevalier zu sehen.

13


Interview Christophe Barratier

War es nach dem grandiosen Erfolg von „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ einfach

für Sie, ein Thema für Ihren zweiten Film zu finden?

Alle haben mir geraten, bloß nichts zu überstürzen, und ich selber sah das genauso. Also

habe ich zunächst einmal durch die Bank alles abgelehnt, was mir an Projekten angeboten

wurde, eingeschlossen Angebote aus den USA. Das hat mich aber keine sonderlich große

Überwindung gekostet, weil mich nichts davon wirklich ansprach. Außerdem rieten mir alle –

sicher in gutem Glauben und mit den besten Absichten – ich müsse unbedingt mein Image,

dass ich durch „Monsieur Mathieu“ bekommen hatte, loswerden; am besten einen Thriller

drehen oder etwas, das erst ab 18 freigegeben würde. Vor allem aber dürften keine Musik

und keine Lieder darin vorkommen, und auf gar keinen Fall dürfte ich wieder mit Jugnot

arbeiten. Aber die Frage, die ich mir bei alldem gestellt habe, war: „Warum sollte ich etwas

anderes machen als das, worauf ich Lust habe?“ Und mir wurde klar, dass meine Rettung

darin lag, mir selber eine Geschichte auszudenken und das Drehbuch zu schreiben.

Und wie kam es zur konkreten Idee für PARIS, PARIS?

Ich erinnerte mich an das Projekt einer Musikkomödie, das Reinhardt Wagner, Frank

Thomas und Jean-Michel Derenne entwickelt hatten; das war zehn Jahre her. Sie suchten

damals einen Drehbuchautoren und einen Regisseur. Zusammen mit Jacques Perrin, mit

dem ich damals gerade an „Mikrokosmos“ arbeitete, habe ich diverse Treatments

geschrieben, wir sind aber nie über diesen Schritt hinausgekommen. In den Jahren darauf

haben wir zwar regelmäßig die Rechte erneuert, ansonsten aber lag das Projekt im

Dornröschenschlaf. Als ich mich 2005 dann an das Drehbuch machte, waren mein

Ausgangspunkt die Chansons, die diese ganz besondere Epoche heraufbeschworen; und

nach und nach kamen alle Elemente der Geschichte zusammen: die Figuren, die Chronik

eines Stadtviertels, das kleine Theater, das von Schließung bedroht ist, die Geschichte von

Vater und Sohn, die Freundschaften und die Konflikte...

Wie würden Sie Ihre Herangehensweise an die Story beschreiben?

Ich wollte eine allgemeingültige Geschichte erzählen, in der sich jeder wiederfinden kann,

auch wenn er nichts über den geschichtlichen Hintergrund weiß. Mich ziehen immer wieder

ganz unwiderstehlich große Geschichten an. Ich kann mich als Filmemacher einfach nicht

dazu bringen, mich für die kleinen Dinge des Alltags als Filmstoff zu interessieren. Mir

schwebt immer ein Kino der großen Geste vor, romantisch, sentimental und auch deutlich als

Fiktion zu erkennen – so wie ich es auch selbst gern im Kino sehe. Ich will Geschichten

erzählen, die schöner und aufregender sind als das wahre Leben, oder – als Kehrseite –

auch härter und tragischer, auf jeden Fall extremer. In diesem Fall eine Art von „Es war

einmal in Paris“...

Welche filmischen Vorbilder haben Sie bei der Entwicklung des Stoffes beeinflusst?

Vor allem der sogenannte „poetische Realismus“ von Carné, Prévert und anderen in Filmen

wie „La belle équipe“ [„Zünftige Bande“, 1936], „Le jour se lève“ [„Der Tag bricht an“, 1939]

und „Pépé le Moko“ [„Im Dunkel von Algier“, 1937]. Ein Markenzeichen der Filme dieser

Epoche ist, dass sie kaum jemals konkrete Hinweise geben, was Orts- und Straßennamen,

und was die Zeit der Handlung betrifft. In diesem Sinne habe ich meinen

Produktionsdesigner Jean Rabasse gebeten, die Pariser Geographie mit voller Absicht

durcheinanderzuwürfeln; von unserem Viertel aus sieht man sowohl den Eiffelturm als auch

Sacré-Coeur. Man kann nicht genau sagen, wo man sich befindet; das bleibt der Phantasie

14


des Zuschauers überlassen.

Neben vielen bekannten Darstellen im Ensemble haben sie ausgerechnet die zentrale

Rolle der Douce mit einer jungen Unbekannten, Nora Arnezeder, besetzt...

Nicht nur das: Douce war auch noch die Rolle, die sich beim Schreiben als die schwierigste

herausgestellt hatte. Eine junge Sängerin kommt nach Paris, um ein Star zu werden – bei so

einer Konstellation ist es schwer, den Klischees zu entgehen, aber irgendwoher mussten ja

Eigenheiten, Brüche und Unebenheiten dieser Figur kommen. Nora kennenzulernen, hat die

Rolle beeinflusst. Sie hat uns bei den Gesangsproben überzeugt, und auch bei den Proben,

wo es ums Spielen ging. Mir war von Beginn an klar, dass ich für Douce keine

Schauspielerin brauche, die singen kann, sondern eine Sängerin, die spielen kann.

Wie haben Sie es geschafft, dass die anderen Darsteller gesanglich mit ihr mithalten

konnten?

Nora war ja schon eine geübte – und auch sehr gute – Sängerin; also habe ich Kad, Gérard

und Clovis zu einem richtigen Gesangstraining geschickt. Es ging nicht darum, sie in

perfekte Sänger zu verwandeln, das hätte sie ja auch in ihren Rollen unnatürlich wirken

lassen, aber so weit zu kommen, wie es eben möglich war. Sie haben sehr gewissenhaft

gearbeitet und sich über Monate richtig reingehängt, sowohl beim Gesangs- als auch beim

Tanzunterricht. Ich finde, das zeigt auch, wie sehr sie von diesem Projekt begeistert waren.

Warum haben Sie nicht in Frankreich gedreht?

Ich wollte auf keinen Fall in der Region Paris drehen, weil es mir sonst während der ganzen

vier Monate so vorgekommen wäre, als ob ich jeden Morgen ins Büro gehen würde! Wenn

man weit weg von zuhause ist, schafft das einfach ein größeres Wir-Gefühl unter den

Beteiligten, und bei einem so langen Dreh war es ganz essentiell, dieses Gefühl

aufrechtzuerhalten. Und man macht ja schließlich auch deswegen Filme, um einmalige

Abenteuer zu erleben. Wir haben uns in vielen Ländern umgeschaut – in Spanien, in

Deutschland, in Bulgarien, in Rumänien – und uns schließlich für Tschechien entschieden;

von der Entfernung der Qualität der Crew und von den Produktionskosten her war das für

uns der ideale Standort. Wir haben 90 Prozent des Film in der Nähe von Prag gedreht und

nur ein paar Straßenszenen in Paris.

Gab es bestimmte Szenen, bei denen Sie Angst hatten, dass sie sich nicht so wie

geplant umsetzen lassen würden?

Mir grauste es vor allem vor den Szenen, in denen viele Handlungen parallel ablaufen, zu

denen man keine Storyboards erstellen konnte, wie die erste Premiere im „Chansonia“. Es

kommt nichts Spektakuläres drin vor, aber trotzdem haben wir über drei Drehtage dafür

gebraucht. Bei solchen langen Szenen, die aus vielen kleinen Einstellungen bestehen, die

am Schluss alle zusammenpassen müssen, ist es extrem wichtig, dass man ständig den

Überblick behält, was den Ablauf und die Dramaturgie betrifft. Paradoxerweise kam einem

dagegen eine Szene wie die Gesangsnummer „Partir pour la mer“, die vom technischen

Aufwand her viel schwieriger war, beim Drehen geradezu wie ein Spaziergang vor, weil alles

bis ins kleinste Detail auf Storyboards festgehalten war. Diese Szenen sind immer

Belastungsproben für die Nerven, was sich aber auszahlt, wenn man im Film dann das

Ergebnis sieht.

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Interview Jacques Perrin

Gehörten auch Sie zu denjenigen, die sich sorgten, Ihr Neffe Christophe Barratier

würde sich nach dem Erfolg von „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ mit seinem

zweiten Film schwer tun?

Ich habe oft die Bemerkung gehört, für Christophe würde es „ganz schön hart“, so etwas

Tolles wie „Monsieur Mathieu“ noch einmal hinzubekommen. Ich habe allerdings nie

nachgefragt, ob mit „toll“ nun die Qualität des Films oder sein Erfolg gemeint war. Was aber

auch egal ist, weil diese Überlegung keine Rolle spielt, denn man will ja nicht immer „besser“

werden, sondern es jedes Mal so gut machen wie nur irgend möglich, und das ist ja schon

viel. Dass sich diese Frage auch für Christophe nicht stellte, sieht man ja auch daran, dass

er trotz vieler Angebote von allen Seiten, sogar aus den USA, niemals den kleinen Jojo,

Douce und ihre Lieder vergessen hat.

Was daran lag, dass die Chansons einen ganz besonderen Zauber entfalteten?

Christophe brachte mir Demo-Aufnahmen der Chansons mit, die Reinhardt Wagner solo am

Klavier aufgenommen hatte – und auf denen er Douce’ Lieder genauso wunderbar sang wie

die vom kleinen Jojo. Ich erinnere mich, dass ich sie, nachdem ich sie mir angehört hatte, sie

gleich wieder anhörte, und am selben Abend nochmal und am folgenden Morgen schon

wieder...!

Nur machen einige wundervolle Lieder ja noch keinen Kinofilm...

Die ursprüngliche Idee von Reinhardt Wagner und Frank Thomas war, eine Musikkomödie

fürs Theater zu schreiben. Und Jean-Michel Derenne brachte sie auf die Idee, dass man das

Ganze auch als Kinofilm aufziehen könnte. Das Herzstück des Ganzen stand fest: die

Chansons, die ja schon fertig waren. Also ging es nur noch darum, das Libretto zu schreiben,

sozusagen die Außenhülle zu bauen. Ein ganz einfacher Plan, aber einer, der in der

Umsetzung äußerst schwierig war, fast schon unüberwindlich.

Was war denn die größte Schwierigkeit?

Das Problem in dieser Phase des Projekts war, was denn nun eigentlich die Geschichte sein

sollte. Wie könnte man all diese Chansons sinnvoll miteinander verbinden? Während der

verschiedenen Durchgänge, die das Skript durchmachte, nahm der erzählerische Rahmen

zunächst noch viel zu viel Platz ein, so dass sich einige der Chansons kaum einbauen

ließen, ohne dass es gezwungen gewirkt hätte. Ich machte einige Anmerkungen und

Vorschläge dazu. Die waren sicherlich wenig überzeugend, aber immerhin zeigten sie, wie

sehr Christophe und ich uns dem Thema verbunden fühlten.

Aber der langwierige Entwicklungsprozess fand dann ja doch ein gutes Ende...

Genau: Schließlich fand Christophe den Schlüssel zu einer in sich stimmigen Story, wonach

wir all die Jahre gesucht hatte, mit dem Ergebnis einer wunderschönen, berührenden,

komischen und auch tragischen Geschichte. Reinhardt und Frank schrieben für Christophe

weitere wundervolle Lieder; und weil Enthusiasmus eine ansteckende Krankheit ist, waren

auch bald Gérard Jugnot, Kad Merad, Clovis Cornillac und Pierre Richard befallen. Und die

Epidemie breitete sich noch weiter aus, bis auch die ganze Crew angesteckt war...!

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Interview Tom Stern

Wie kam es zu Ihrer Mitarbeit an PARIS, PARIS?

Ich bin Christophe zum ersten Mal Ende 2006 begegnet. Er hat bei uns zuhause in Los

Angeles angerufen und meiner Frau Françoise gesagt, er hätte mich gern bei seinem

nächsten Film dabei. Er wollte mich treffen, weil ihm die Bilder von „Mystic River“ ganz

besonders gefallen hatten – vor allem das Gleichgewicht zwischen der Schönheit der

Aufnahmen und des harten Realismus der Geschichte. Und schon wenige Tage später kam

er uns in unserem Haus in Gers [im Südwesten Frankreichs] besuchen.

Welche Leitlinien haben Sie für die Optik des Films entwickelt?

Im Film habe ich das tägliche Leben im Viertel mit harten Kontrasten aufgenommen: das

Sonnenlicht und die Schatten, die sich im Bild abzeichnen, erwecken einen Eindruck von

einem intensiven und fröhlichen Leben. Was die Außenszenen betrifft, waren wir uns der

großen Verantwortung bewusst, die wir hatten, denn es ging ja darum, ein Paris

wiederzuerwecken, das in der damaligen Zeit nur in Schwarz-weiß gefilmt werden konnte.

Das „Chansonia“ dagegen gehört ins Reich der Phantasie, es ist ein viel helleres,

lichtdurchflutetes Universum. Wir haben dafür überall zwischen den Kulissen versteckte

Neonlichter angebracht, um den Raum des Theaters auszuleuchten und komplett sichtbar zu

machen.

Worin lag für Sie die größte Herausforderung?

Darin, die Balance zu finden zwischen der realistischen Ebene des Films mit seinen

lebensechten Figuren, die fest im alltäglichen Leben verankert sind, und Christophes Vision,

das Paris der damaligen Zeit in einer stilisierten Version zu zeigen, gerade bei den

Gesangsnummern. Christophe und ich haben immer wieder darüber diskutiert, und ich finde,

im Ergebnis haben wir es geschafft, dieses Gleichgewicht zu halten.

Hat sich die Arbeit an PARIS, PARIS von Ihren bisherigen Erfahrungen stark

unterschieden?

Meine Arbeit ist eigentlich immer dieselbe, auch wenn es Unterschiede zwischen den

einzelnen Regisseuren geben mag: Es geht darum, ihre Vision zu verstehen und meine

Erfahrung und meine Vorstellungen einzubringen – und ihnen so zu helfen, ihre Vision

Wirklichkeit werden zu lassen. Und was die Zusammenarbeit mit Christophe betrifft, würde

ich gar nicht so sehr von Arbeit sprechen; vielmehr davon, dass ich eine wundervolle

Erfahrung machen durfte.

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Interview Frank Thomas und Reinhardt Wagner

Es waren ihre Chansons, die Christophe Barratier zu PARIS. PARIS inspiriert haben –

aber woher kam Ihre Inspiration, Lieder zu schreiben und zu komponieren, die sich mit

dieser bestimmten Epoche beschäftigen?

Frank Thomas: Solche Dinge entstehen auch immer ein wenig durch Zufall. Zufällig ist 1936

mein Geburtsjahr; abgesehen davon, könnte ich gar nicht mehr genau sagen, warum ich so

viele Liedtexte geschrieben habe, die sich mit dieser Zeit auseinandersetzen – und in denen

es auch schon sehr früh um einen Akkordeonspieler ging. Ich hatte jedenfalls kein konkretes

Ziel, es passiert mir aber öfter, dass ich Texte schreibe, ohne zu wissen, was später aus

ihnen werden soll. Eines Tages, es muss 1992 oder 1993 gewesen sein, stellte mir ein

Freund Reinhardt Wagner vor, den ich bis dahin nur vom Namen her kannte, wenn er im

Abspann von Kinofilmen genannt wurde. Er schlug mir vor, gemeinsam Chansons zu

schreiben. Ich gab ihm also einen von meinen Texten, und zwar nicht gerade einen den

einfachsten, um ihn ein wenig auf die Probe zu stellen. Nur wenige Tage später spielte er mir

die Musik vor, die er dazu geschrieben hatte – und sie war wundervoll! Mir war sofort klar,

dass er nicht nur ein guter Melodienschreiber ist, sondern ein wahrer Komponist.

Reinhardt Wagner: Man muss aber auch sagen, dass seine Texte stark sind! Mit Frank

habe ich einen außergewöhnlichen Texter entdeckt – obwohl ich statt Texter besser Autor

sagen sollte. Frank gibt sich ja nicht damit zufrieden, einfach einen Text über dieses oder

jenes Thema zu schreiben, nein, er eignet sich eine Idee richtiggehend an und geht dann

noch weit darüber hinaus. Er ist ein Dichter, der sich seine eigene Welt erschafft.

Wieviele Chansons haben Sie für PARIS, PARIS geschrieben?

Frank Thomas: Am Ende waren es bestimmt 40 oder 50 Stück. Natürlich sind nicht alle

davon aufgenommen worden. Aber unter den gut zehn Chansons, die in der Endfassung des

Films vorkommen, sind fünf oder sechs, die wie schon ganz am Anfang des Projekts

geschrieben hatte, wie zum Beispiel „Le môme Jojo“. Was die anderen betrifft, hoffe ich,

dass wir sie eines Tages einmal für etwas anderes verwenden können!

Reinhardt Wagner: Am Anfang des Filmprojekts, als wir unsere Idee vorgestellt haben,

hatten wir ungefähr 25 Chansons, von denen letztendlich nicht mehr als fünf oder sechs

übrig geblieben sind. Weil das Drehbuch und bestimmte Filmfiguren es erforderten, bat

Christophe uns, weitere Lieder zu schreiben, etwa „Est-ce que Raymonde est blonde?“, das

Kad bei seiner Fernandel-Imitation singt, oder auch die kleinen Lieder, die die Bewerber bei

den Proben vortragen. Das größte neu hinzugekommene Ding ist „Partir pour la mer“, das es

in der Ursprungsversion gar nicht gab. Christophe sagte mir eine Weile vor Drehbeginn, dass

er noch eine Nummer für das Finale des Musicals bräuchte, die die Zeit der Volksfront

heraufbeschwört – als es zum ersten Mal bezahlten Urlaub gab, so dass das Lied ja davon

handeln könnte, dass Leute ans Meer fahren. Schon auf der Rückfahrt im Taxi fing ich an

mit den zwei Noten von „Partir“; zuhause rief ich Frank an und sagte ihm, wir bräuchten ein

Lied über jemanden, der ans Meer fährt, und es müsse mit eben diesem „Par-tir“ beginnen.

Ich weiß ja, wie er arbeitet, und dass er mit wenigen Informationen auskommt, um

loszulegen. Und kurz darauf hatte er den kompletten Text beisammen!

Herr Wagner, Sie haben außer den Chansons auch die Filmmusik geschrieben. Waren

die Lieder dabei Ihr Ausgangspunkt?

Reinhardt Wagner: Natürlich – auch wenn es zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Ich

habe mit verschiedenen Themen und Leitmotiven herumgespielt; so habe ich das Thema

eines Liedes manchmal schon aufgegriffen, bevor man das eigentliche Lied hört. So bereitet

man die Ohren der Zuschauer auf ganz unaufdringliche Weise schon einmal vor. Oder ich

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habe mich des Motivs eines Liedes, das man im Film schon vorher gehört hat, bedient, um

dieselbe Emotion heraufzubeschwören. Die Filmmusik ist auch deswegen so anders als das

Schreiben von Chansons, weil sie viel schwieriger, viel arbeitsintensiver ist und viel länger

dauert. Wenn bei einem Chanson die ersten beiden Takte stehen, hat man gewonnen. Bei

einer Filmmusik muss man erst einmal das Leitmotiv finden, und das ist deutlich schwieriger.

Und schließlich folgt dann noch der enorme Aufwand, das Motiv zu entwickeln, es den

Szenen anzupassen und schließlich die Partitur für das gesamte Orchester zu schreiben...!

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DIE BESETZUNG

Gérard Jugnot (Monsieur Pigoil)

Gérard Jugnot wurde 1951 in Paris geboren. In den 70er Jahren gehörten er, Thierry

Lhermitte und Christian Clavier zur Theatertruppe „Splendid“, die auf Pariser Bühnen eigene

Stücke aufführten. Die Kinofassungen der „Splendid“-Komödien „Die Strandflitzer“ („Les

bronzés“, 1978) und „Da graust sich ja der Weihnachtsmann“ (Le Père Noël est une ordure“,

1983) wurden zu großen Erfolgen und etablierten Jugnot als einen der führenden

fanzösischen Komödiendarsteller. Seither hat Jugnot in über 70 Filmen mitgespielt, das

Drehbuch zu mehr als zwei Dutzend Filmen verfasst und, seit „Pinot simple flic“ (1984), bei

neun auch selbst Regie geführt, zuletzt 2005 bei „Boudu“, dem Remake des gleichnamigen

Jean-Renoir-Films von 1932. In den letzten Jahren beeindruckte Jugnot das Publikum mit

vielschichtigen ernsthaften Kinoauftritten, darunter die Hauptrollen in Christophe Barratiers

„Die Kinder des Monsieur Mathieu“ („Les choristes“, 2004) und in seinem eigenen Film

„Monsieur Batignole – Held wider Willen“ („Monsieur Batignole“, 2002), in dem er einen

Gemüsehändler spielt, der im von den Deutschen besetzten Paris ein jüdisches Mädchen

versteckt. Die kommerziellen Erfolge von „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ und „Les

bronzés 3: Amis pour la vie“ (2006; über 10 Millionen Zuschauer in Frankreich) haben

Jugnots Status als höchst populälen Kinostar noch weiter untermauert.

Filmografie – Gérard Jugnot (Auswahl)

Jahr Filmtitel Regie

2008 PARIS, PARIS - MONSIEUR PIGOIL AUF Christophe

DEM WEG ZUM GLÜCK

Barratier

(„Faubourg 36”)

ÇA SE SOIGNE?

Laurent Chouchan

2007 L’AUBERGE ROUGE Gérard Krawczyk

2006 TÖDLICHE DIAMANTEN Jacques Bral

(„Un printemps a Paris“)

LES BRONZÉS 3: AMIS POUR LA VIE

Patrice Leconte

2005 BOUDU Gérard Jugnot

(„Boudu“)

2004 DIE KINDER DES MONSIEUR MATHIEU Christophe Barratier

(„Les Choristes“)

2002 MONSIEUR BATIGNOLE – HELD WIDER

WILLEN

Gérard Jugnot

(„Monsieur batignole“)

2001 LE RAID Djamel Bensalah

OUI, MAIS…

Yves Lavandier

2000 MEILLEUR ESPOIR FÉMININ Gérard Jugnot

1999 SANDRINE SIEHT ROT Dominique Farrugia

(„Trafic d’influence“)

1997 MARTHE Jean-Loup Hubert

1996 FALLAIT PAS...! Gérard Jugnot

1995 FANTÔME AVEC CHAUFFEUR Gérard Oury

1994 LES FAUSSAIRES Frédéric Blum

1993 GROSSE FATIGUE Michel Blanc

CASQUE BLEU

Gérard Jugnot

1992 VOYAGE À ROME Michel Lengliney

20


1991 GEMISCHTES DOPPEL Philippe de Broca

(„Les clés du paradis “)

TOLLE ZEITEN

Gérard Jugnot

(„Une epoque formidable“)

1990 DOCTEUR APFELGLÜCK Alessandro Capone

Stéphane Clavier

1988 SANS PEUR ET SANS REPROCHE Gérard Jugnot

1987 EIN UNZERTRENNLICHES GESPANN Patrice Leconte

(„Tandem“)

1985 SCOUT TOUJOURS… Gérard Jugnot

LES ROIS DU GAG

Claude Zidi

1984 PINOT SIMPLE FLIC Gérard Jugnot

1983 PAPY FAIT DE LA RÉSISTANCE Jean-Marie Poiré

1982 DA GRAUST SICH JA DER WEIHNACHTSMANN Jean-Marie Poiré

(„Le père noel est une ordure“)

1979 SONNE, SEX UND SCHNEEGESTÖBER Patrice Leconte

(„Les bronzés font du ski “)

1978 DIE STRANDFLITZER Patrice Leconte

(„Les bronzés“)

Clovis Cornillac (Milou)

Clovis Cornillac wurde 1967 in Lyon geboren. Dem französischen Publikum ist Cornillac in

den letzten Jahren vor allem als Actionheld bekannt geworden, dank seiner Rollen in den

Thrillern „The Snake“ („Le serpent, 2006) und „Scorpion – Der Kämpfer“ („Scorpion“, 2007),

aber natürlich auch durch seine Titelrolle als furchtloser gallischer Krieger in „Asterix bei den

Olympischen Spielen“ („Astérix aux jeux olympiques“, 2008). Sein Durchbruch als

Schauspieler gelang Cornillac – nachdem er bereits im Alter von 15 Jahren erste

Kinoerfahrungen gemacht hatte – mit Rollen in „La mère Christain“ (1998), bei dem seine

Mutter, die Schauspielerin Miriam Boyer, Regie führte, und in Thomas Vincents „Karnaval“

(1999), wo er als eifersüchtiger, gewalttätiger Ehemann das Publikum beeindruckte.

Nachdem Cornillac bereits 1999 für „Karnaval“ und 2004 für „A la petite semaine“ für den

wichtigsten französischen Filmpreis César nominiert war, erhielt er ihn schließlich für seine

Rolle in „Lügen und lügen lassen“ („Mensonges et trahisons et plus si affinités“, 2004).

Filmografie – Clovis Cornillac (Auswahl)

Jahr Filmtitel Regie

2008 PARIS, PARIS - MONSIEUR PIGOIL AUF Christophe

DEM WEG ZUM GLÜCK

Barratier

(„Faubourg 36”)

ASTERIX BEI DEN OLYMPISCHEN SPIELEN

Fréderic Forrestier

(„Asterix aux jeux Olympiques“)

Thomas Langmann

2007 SCORPION - Der Kämpfer Julien Seri

(„Scorpion“)

2006 LES BRIGADES DU TIGRE Jérôme Cornuau

THE SNAKE

Eric Barbier

(„Le serpent“)

POLTERGAY

Eric Lavaine

2005 SKY FIGHTERS Gérard Pirès

(„Les chevaliers du ciel“)

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2005 BRICE DE NICE James Huth

LE CACTUS

Gérard Bitton

Michel Munz

2004 MALABAR PRINCESS Gilles Legrand

MENSONGES ET TRAHISONS

LÜGEN UND LÜGEN LASSEN

Laurent Tirard

(„Plus si affinités“)

MATHILDE – EINE GROßE LIEBE

Jean-Pierre Jeunet

(„Un long dimanche de fiançailles“)

LA FEMME DE GILLES

Frédéric Fonteyne

2003 À LA PETITE SEMAINE Sam Karmann

MARIÉES MAIS PAS TROP

Catherine Corsini

2002 UNE AFFAIRE PRIVÉE Guillaume Nicloux

1999 KARNAVAL Thomas Vincent

1998 LA MÈRE CHRISTAIN Myriam Boyer

1994 LES AMOUREUX Catherine Corsini

1993 PÉTAIN Jean Marboeuf

1988 SCHWELLENJAHRE Pierre Boutron

(„Les années sandwiches “)

Kad Merad (Jacky)

Kad Merad wurde 1964 im algerischen Sidi-Bel-Abbès geboren. Nach Anfängen in einer

Club-Med-Komikertruppe und in diversen klassischen Theaterrollen begann er 1991 beim

Pariser Radiosender „Oui FM“ eine Karriere als Radiomoderator. Mit seinem

Moderatorenkollegen Oliver Baroux trat er ab 1992 als Duo „Kad et Olivier“ bzw. „Kad et O“

auf; zunächst mit Radiosketchen, ab 1998 auch im Fernsehen. Mit ihren Comedy-Serien

„Les 30 dernières minutes“ und „La grosse émission“ wurden sie landesweit bekannt. Von

2003 bis 2004 waren sie die Präsentatoren von „Samedi soir en direct“, der französischen

Version von „Saturday Night Live“. „Kad et Olivier“ waren auch bereits mehrfach im Kino zu

sehen, darunter in der Comic-Verfilmung „Iznogoud“ (2006). 2003 kam „Mais qui a tué

Pamela Rose?“ ins Kino, ein als Krimikomödie getarntes Best-of ihrer Fernsehsketche. Kad

Merads größte Kinoerfolge sind „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ („Les choristes“, 2004) –

und seine Hauptrolle in „Willkommen bei den Sch’tis“ („Bienvenue chez les Ch’tis“, 2008),

dem großen französischen Kino-Superhit dieses Jahres, der seit seinem Kinostart im

Februar 2008 in Frankreich über 20 Millionen Zuschauer hatte und damit, nach „Titanic“, der

zweiterfolgreichste Film aller Zeiten in Frankreich ist.

Filmografie – Kad Merad (Auswahl)

Jahr Filmtitel Regie

2008 PARIS, PARIS - MONSIEUR PIGOIL AUF Christophe Barratier

DEM WEG ZUM GLÜCK

(„Faubourg 36”)

MES STARS ET MOI

Laetitia Colombani

WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS

Dany Boon

(„Bienvenue par les ch’tis“)

2007 CE SOIR, JE DORS CHEZ TOI Olivier Baroux

KANN DAS LIEBE SEIN?

Pierre Jolivet

(„Je crois que je l’aime“)

LA TÊTE DE MAMAN

Carine Tardieu

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2006 KEINE SORGE, MIR GEHT’S GUT Philippe Lioret

(„Je vais bien, ne t’en fais pas“)

LES IRRÉDUCTIBLES

Renaud Bertrand

ESSAYE-MOI

Pierre-François

Martin-Laval

UN TICKET POUR L’ESPACE

Eric Lartigau

2005 IZNOGOUD Patrick Braoudé

2004 DIE DALTONS GEGEN LUCKY LUKE Philippe Haim

(„Les daltons“)

DIE KINDER DES MONSIEUR MATHIEU

Christophe Barratier

(„Les choristes“)

2003 MAIS QUI A TUÉ PAMELA ROSE? Eric Lartigau

RIEN QUE DU BONHEUR

Denis Parent

BLUTIGES ERBE

Jean Veber

(„Le pharmacien de garde“)

2001 LES TOMBALES (Kurzfilm) Christophe Barratier

Nora Arnezeder (Douce)

Nora Arnezeder wurde in Paris geboren, verbrachte ihre Kindheit aber in Aix-en-Provence.

Mit zwölf Jahren ging sie mit ihrer Familie für ein Jahr nach Bali. Schon als Kind belegte sie

Schauspielkurse und ließ sich auch sehr früh von der Jazz-Begeisterung ihres Vaters

anstecken. Nach Paris zurückgekehrt, besuchte sie die Académie Internationale de Danse,

de Chant et de Théâtre und nahm Schauspielunterricht am Studio Pygmalion, an der

Schauspielschule Florent und bei Jacques Waltzer. PARIS, PARIS ist ihr erster Kinofilm.

Pierre Richard (Monsieur Radio)

Pierre Richard wurde 1934 im nordfranzösischen Valenciennes geboren. Er begann seine

Karriere als Komödiant in den Pariser Music Halls. Zum internationalen Star stieg er Anfang

der 70er Jahre auf, als Hauptfigur in zahlreichen frechen und oft frivolen Slapstickkomödien,

die genau den damaligen Zeitgeist trafen. In Deutschland wurde er als „Der große Blonde mit

dem schwarzen Schuh“ berühmt; die Figur des naiven, aber gutherzigen Trottels wurde sein

Markenzeichen, die er in einer Vielzahl von Filmen wiederholte; in den 70er waren es die

Regisseure Yves Robert und Claude Zidi sowie in den 80er Jahren Francis Veber, die

Richard in Variationen dieser Erfolgsformel besetzten und ihm mehrfach Gérard Depardieu

als Buddy zur Seite stellten. Seit seinem Regiedebüt „Der Zerstreute“ („Le distrait“, 1970)

war Richard auch immer wieder selbst für die Inszenierung verantwortlich; unter seiner Regie

entstanden in die 70ern vier Kinofilme; drei weitere folgten bis 1997. Wie richtungsweisend

Richards Rollen waren, zeigt sich auch daran, dass viele seiner Erfolgsfilme Hollywood-

Remakes erfuhren, darunter „Das Spielzeug“ („Le jouet“, 1976), „Der Hornochse und sein

Zugpferd“ („La chèvre“, 1981) und „Zwei irre Spaßvögel“ („Les compères“, 1983).

Filmografie – Pierre Richard (Auswahl)

Jahr Filmtitel Regie

2008 PARIS, PARIS - MONSIEUR PIGOIL AUF DEM Christophe Barratier

WEG ZUM GLÜCK

(„Faubourg 36”)

LE BONHEUR DE PIERRE

Robert Ménard

23


2006 THE SNAKE Eric Barbier

(„Le serpent“)

ESSAYE-MOI

Pierre-François

Martin-Laval

2005 LE CACTUS Gérard Bitton

Michel Munz

2003 MARIÉES MAIS PAS TROP Catherine Corsini

2000 27 MISSING KISSES Nana Dzhordzhadze

(„27 Missing Kisses“)

1997 DROIT DE LA MUR Pierre Richard

1995 L’AMOUR CONJUGAL Benoît Barbier

1994 LA PARTIE D’ECHECS Yver Hanchar

1993 LA CAVALE DES FOUS Marco Pico

1992 VIELLE CANAILLE Gérard Jourd’hui

1991 ON PEUT TOUJOURS RÊVER Pierre Richard

1988 DER GROßE BLONDE AUF FREIERSFÜßEN Edouard Molinaro

(„À gauche en sortant de l’ascenseur“)

1986 DIE FLÜCHTIGEN Francis Veber

(„Les fugitifs“)

1984 DER ZWILLING Yves Robert

(„Le jumeau“)

1983 ZWEI IRRE SPAßVÖGEL Francis Veber

(„Les compères“)

1981 DER HORNOCHSE UND SEIN ZUGPFERD Francis Veber

(„La Chèvre“)

1980 ZWEI KAMELE AUF EINEM PFERD Pierre Richard

(„C’est pas moi, c’est lui“)

1978 DER SANFTE MIT DEN SCHNELLEN BEINEN Gérard Oury

(„La carapate“)

ICH BIN SCHÜCHTERN, ABER IN BEHANDLUNG Pierre Richard

(„Je suis timide … mais je me soigne “)

1976 DAS SPIELZEUG Francis Veber

(„Le jouet“)

EIN TOLPATSCH AUF ABWEGEN

George Lautner

(„On aura tout vu“)

1975 MICH LAUST DER AFFE Claude Zidi

(„La course à l’échalote “)

1974 DER GROßE BLONDE KEHRT ZURÜCK Yves Robert

(„Le retour du grand blond“)

DER LANGE BLONDE MIT DEN ROTEN HAAREN Claude Zidi

(„La moutarde me monte au nez“)

DER GROßE BLONDE MIT DEM BLAUEN AUGE Rémo Forlani

(„Juliette et Juliette “)

1973 ICH WEIß VON NICHTS UND SAGE ALLES Pierre Richard

(„Je sais rien, mais je dirai tout“)

1972 DER GROßE BLONDE MIT DEM SCHWARZEN SCHUH Yves Robert

(„Le grand blond avec une chaussure noire “)

ALFRED, DIE KNALLERBSE

Pierre Richard

(„Les malheurs d’Alfred“)

1970 DER ZERSTREUTE Pierre Richard

(„Le distrait“)

1968 ALEXANDER, DER LEBENSKÜNSTLER Yves Robert

(„Alexandre le bienheureux“)

24


DER STAB

Christophe Barratier (Regisseur, Drehbuchautor, Komponist)

Christophe Barratier, 1963 in Paris geboren, studierte zunächst klassische Gitarre an der

Pariser „École Normale de Musique“, bevor er als Produzent in die Filmbranche einstieg. Bei

Galatée Films, der Produktionsfirma seines Onkels Jacques Perrin war er als Co- Produzent

unter anderem an „Les enfants de Lumière“ (1995), an „Mikrokosmos – Das Volk der Gräser“

(„Microcosme – le peuple de l’herbe“, 1996), an „Himalaya“ („Himalaya – l’enfance d’un

chef“, 1999) und an Perrins international erfolgreicher Doku „Nomaden der Lüfte – Das

Geheimnis der Zugvögel“ („Le peuple migrateur“, 2001) beteiligt. 2001 führte Barratier zum

ersten Mal Regie: Im Kurzfilm „Les Tombales“ nach einer Erzählung von Maupassant

spielten Lambert Wilson und Carole Weiss die Hauptrollen. 2004 folgte „Die Kinder des

Monsieur Mathieu“ („Les choristes“), der zu einem internationalen Kassenschlager wurde

und allein in Frankriech weit über 7 Millionen Zuschauer ins Kino lockte.

Filmografie – Christophe Barratier

2008 PARIS, PARIS - MONSIEUR PIGOIL AUF DEM WEG ZUM GLÜCK

(„Faubourg 36”)

2004 DIE KINDER DES MONSIEUR MATHIEU

(„Les choristes“)

2001 LES TOMBALES (Kurzfilm)

Jacques Perrin (Produzent)

Jacques Perrin, 1941 in Paris geboren, hat in seiner Laufbahn weit über 100 Kino- und

Fernsehrollen gespielt. Seine Karriere begann er im italienischen Kino; so spielte er in „Das

Mädchen mit dem leichten Gepäck“ („La ragazza con la valigia“, 1961) an der Seite von

Claudia Cardinale, und in „Tagebuch eines Sünders“ („Cronaca familiale“, 1962) zusammen

mit Marcello Mastrioanni. Nach seinen frühen Rollen als romantischer jugendlicher Held

ergänzte er bald sein Repertoire in mehreren Thrillern des griechischen Regisseurs

Constantin Costa-Gavras, für den er unter anderem in „Mord in Fahrpreis inbegriffen“

(„Compartiments tueurs“, 1965) und in „Z“ (1969) Hauptrollen spielte. „Z“ war gleichzeitig

auch der erste Film, bei dem Perrin als Produzent tätig war. Inzwischen hat Perrin, zuletzt

mit seiner eigenen Firma Galatée Films, über 30 Film produziert und sich in den letzten

Jahren vor allem als Produzent spektakulärer Natur-Dokus wie „Mikrokosmos – Das Volk der

Gräser“ („Microcosme – le peuple de l’herbe“, 1996) und „Nomaden der Lüfte – Das

Geheimnis der Zugvögel“ („Le peuple migrateur“, 2001) einen Namen gemacht.

Perrin hat auch „Die Kinder des Monsieur Mathieu“, das Regiedebüt seines Neffen

Christophe Barratier, produziert (dort war er auch in einer kleinen Gastrolle zu sehen). Perrin

ist der Vater von Maxence Perrin, der in „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ („Les choristes“,

2004) als Waisenjunge Pépinot und in PARIS, PARIS als Jojo zu sehen ist.

Filmografie – Jacques Perrin (Auswahl)

Jahr Filmtitel Regie

2008 PARIS, PARIS - MONSIEUR PIGOIL AUF Christophe

25


DEM WEG ZUM GLÜCK

Barratier

(„Faubourg 36”)

OCEANS

Jacques Perrin

2005 WIE IN DER HÖLLE Danis Tanovic

(„L’enfer“)

EINE FATALE ENTSCHEIDUNG

Xavier Beauvois

(„Le petit lieutenant“)

2004 DIE KINDER DES MONSIEUR MATHIEU Christophe Barratier

(„Les choristes“)

2002 L’EMPIRE DU MILIEU DU SUD Eric Deroo

Jacques Perrin

2001 NOMADEN DER LÜFTE - DAS GEHEIMNIS DER Jacques Perrin

ZUGVÖGEL

Michel Debats

(“Le peuple migrateur“)

Jacques Cluzaud

DER PAKT DER WÖLFE

Christophe Gans

(„Le pacte des loups “)

1999 HIMALAYA Eric Valli

(„Himalaya - L’enfance d’un chef“)

FERIEN UND ANDERE KATASTROPHEN

Jacques Monnet

(„C’est pas ma faute!“)

1996 MIKROKOSMOS – DAS VOLK DER GRÄSER Claude Nuridsany

(„Microcosme: le peuple de l’herbe“)

Marie Pérennou

1995 LES ENFANTS DE LUMIÈRE Pierre Philippe

André Asseo

Pierre Billard

1993 ZEIT DES ZORNS Margarethe von

(„Il lungo silenzio“)

Trotta

1991 NACHT OHNE ENDE Maroun Bagdadi

(„Hors la vie“)

1990 ALLEN GEHT’S GUT Giuseppe Tornatore

(„Stanno tutti bene“)

1989 DAS VOLK DER AFFEN Gérard Vienne

(„Le peuple singe“)

CINEMA PARADISO

Giuseppe Tornatore

(„Nuovo cinema paradiso“)

1984 LE JUGE Philippe Lefebvre

1982 DIE EHRE EINES KAPITÄNS Pierre

(„L’honneur d’un capitaine“)

Schoendoerffer

1979 VERHÄNGNISVOLLE FREUNDSCHAFT Marc Grunebaum

(„L’adoption“)

1977 DER HAUDEGEN Pierre

(„Le crabe-tambour“)

Schoendoerffer

1976 DIE TARTARENWÜSTE Valerio Zurlini

(„Le désert des tartares“)

SEHNSUCHT NACH AFRIKA

Jean-Jacques

(„Noirs et blancs en couleurs“)

Annaud

1975 SONDERTRIBUNAL – JEDER KÄMPFT FÜR SICH ALLEIN Constantin Costa-

(„Section spéciale“)

Gavras

1973 DER UNSICHTBARE AUFSTAND Constantin Costa-

(„Etat de siège “)

Gavras

1971 GOYA Nino Quevedo

(„Goya, historia de una soledad“)

1969 Z Constantin Costa-

(„Z“)

Gavras

26


1968 DER SCHAUM DER TAGE Charles Belmont

(„L’écume des jours“)

1967 DIE ZEIT DER KIRSCHEN IST VORBEI Pierre Granier-

(„Le grand dadais“)

Deferre

DIE MÄDCHEN VON ROCHEFORT

Jacques Demy

(„Les demoiselles de Rochefort“)

1965 MORD IM FAHRPREIS INBEGRIFFEN Constantin Costa-

(„Compartiments tueurs“)

Gavras

DIE 317. SEKTION

Perre

(„La 317e section“)

Schoendoerffer

1964 LIEBE, SEX UND ÄRGERNISSE Slvio Amadio

(„Oltraggio al pudore“)

1963 IN KETTEN ZUM SCHAFOTT Duccio Tessari

(„Il fornaretto di venezia”)

1962 VON DER SONNE GEBLENDET Jacques Bourdon

(„Le soleil dans l’œil“)

TAGEBUCH EINES SÜNDERS

Valerio Zurlini

(„Cronaca familiale“)

1961 DAS MÄDCHEN MIT DEM LEICHTEN GEPÄCK Valerio Zurlini

(„La ragazza con la valigia“)

1960 DIE WAHRHEIT Henri-Georges

(„La vérité“)

Clouzot

1959 GRÜNE ERNTE François Villiers

(„La verte moisson “)

Martin Moszkowicz (Associate Producer)

Geboren 1958, studierte Martin Moszkowicz bis 1980 an der Ludwig-Maximilians-Universität

München. Danach arbeitete er als Produktions- und Herstellungsleiter, Line Producer und

Produzent bei zahlreichen Produktionen weltweit. 1985 wurde er Produzent und

Geschäftsführer bei der M+P Film GmbH, München. Von 1991 an war er bei der Constantin

Film Produktion GmbH als Produzent und von 1996 bis zum Börsengang 1999 auch als

Geschäftsführer tätig. Seit damals ist Martin Moszkowicz Vorstand für den Bereich

Produktion bei der Constantin Film AG.

Als Produzent, Executive Producer, Co-Produzent oder Geschäftsführer der

Produktionsfirma hat er bei weit über 100 Kinofilmen mitgewirkt und war an vielen deutschen

und internationalen Erfolgsfilmen beteiligt.

Filmografie – Martin Moszkowicz (Auswahl)

Jahr Filmtitel Regie

2009 PANDORUM Christian Alvart

DIE PÄPSTIN

Sönke Wortmann

WICKIE UND DIE STARKEN MÄNNER

Michael Bully Herbig

2008 PARIS, PARIS - MONSIEUR PIGOIL AUF

DEM WEG ZUM GLÜCK

Christophe

(„Faubourg 36“)

Barratier

IM WINTER EIN JAHR

Caroline Link

ANONYMA – EINE FRAU IN BERLIN

Max Färberböck

DER BAADER MEINHOF KOMPLEX

Uli Edel

URMEL VOLL IN FAHRT

Reinhard Klooss

Holger Tappe

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2008 DIE WELLE Dennis Gansel

2007 WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND

FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN

Leander Haußmann

RESIDENT EVIL: EXTINCTION

Russell Mulcahy

(„Resident Evil: Extinction“)

PORNORAMA

Marc Rothemund

HERR BELLO

Ben Verbong

SCHWERE JUNGS

Marcus

H. Rosenmüller

2006 DAS PARFUM – DIE GESCHICHTE EINES MÖRDERS Tom Tykwer

HUI BUH – DAS SCHLOSSGESPENST

Sebastian Niemann

ELEMENTARTEILCHEN

Oskar Roehler

DER RÄUBER HOTZENPLOTZ

Gernot Roll

2005 DER FISCHER UND SEINE FRAU Doris Dörrie

DIE WEISSE MASSAI

Hermine

Huntgeburth

2004 DER UNTERGANG Oliver Hirschbiegel

RESIDENT EVIL: APOCALYPSE

Alexander Witt

(„Resident Evil: Apocalypse")

2002 RESIDENT EVIL Paul W.S.

(„Resident Evil")

Anderson

NACKT

Doris Dörrie

53. Dt. Filmpreis 2003

FRECHE BIESTER!

Melanie Mayron

ERKAN & STEFAN GEGEN DIE MÄCHTE DER FINSTERNIS Axel Sand

KNALLHARTE JUNGS

Granz Henman

666 – TRAUE KEINEM, MIT DEM DU SCHLÄFST! (TV) Rainer Matsutani

EPSTEINS NACHT

Urs Egger

2001 NIRGENDWO IN AFRIKA Caroline Link

Oscar ® 2003

52. Dt. Filmpreis 2002

24. Bay. Filmpreis 2002

DER SCHUH DES MANITU

Michael Herbig

23. Bay. Filmpreis 2001(Publikumspreis)

52. Dt. Filmpreis 2002 (Publikumspreis)

MÄDCHEN, MÄDCHEN

Dennis Gansel

THEMA NR. 1

Maria Bachmann

2000 HARTE JUNGS Marc Rothemund

ERKAN & STEFAN

Michael Herbig

TIME SHARE

Sharon von

Wietersheim

THE CALLING

(„The Calling”)

Richard Caesar

1999 DER GROSSE BAGAROZY Bernd Eichinger

1998 BIN ICH SCHÖN? Doris Dörrie

DER CAMPUS

Sönke Wortmann

19. Bay. Filmpreis 1997

LESLIE NIELSEN IST SEHR VERDÄCHTIG

Pat Proft

(„Wrongfully Accused“)

OPERNBALL (TV)

Urs Egger

1997 BALLERMANN 6 Gernot Roll/

Tom Gerhardt

ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG (TV)

Nico Hofman

28


1997 DIE DREI MÄDELS VON DER TANKSTELLE (TV) Peter F. Bringmann

PRINZ EISENHERZ

Anthony Hickox

(„Prince Valiant”)

1996 CHARLEYS TANTE (TV) Sönke Wortmann

FRÄULEIN SMILLAS GESPÜR FÜR SCHNEE

Bille August

(„Smilla’s Sense for Snow“)

DAS MÄDCHEN ROSEMARIE (TV)

Bernd Eichinger

DIE HALBSTARKEN (TV)

Urs Egger

1995 DAS SUPERWEIB Sönke Wortmann

1994 DER BEWEGTE MANN Sönke Wortmann

VOLL NORMAAAL

Ralf Huettner

1993 DAS GEISTERHAUS Bille August

(„The House of Spirits“)

BODY OF EVIDENCE

Uli Edel

(„Body of Evidence”)

1992 DER ZEMENTGARTEN Andrew Birkin

(„The Cement Garden“)

SALZ AUF UNSERER HAUT

Andrew Birkin

(„Salt on our Skin“)

TKKG

Ulrich König

1991 MANTA, MANTA Wolfgang Büld

1988 DIE VENUSFALLE Robert van Ackeren

1982 DER FAN Eckhart Schmidt

Tom Stern (Kamera)

Tom Stern, geboren 1946 im kaliformischen Palo Alto, arbeitete seit Ende der 70er Jahre als

Beleuchter bzw. Oberbeleuchter. Zu den über 30 Filmen, an denen er in dieser Funktion

mitgewirkt hat, gehören Clint Eastwoods „Bird“ (1988), „Unforgiven“ („Erbarmungslos“, 1992)

und „Space Cowboys“ (2000) sowie Sam Mendes’ „American Beauty“ (1999) und „Road to

Perdition“ (2002). Seit 2002 ist er ausschließlich als Kameramann tätig und hat seitdem

bereits über ein Dutzend Filme ins Bild gesetzt, darunter alle von Clint Eastwoods

Regiearbeiten seit „Blood Work“ (2002); er war auch bei Eastwoods neuem Drama

„Changeling“, das im Mai 2008 in Cannes Premiere hatte, für die Kamera verantwortlich.

Filmografie – Tom Stern (Auswahl)

Jahr Filmtitel Regie

2008 PARIS, PARIS - MONSIEUR PIGOIL AUF Christophe

DEM WEG ZUM GLÜCK

Barratier

(„Faubourg 36”)

CHANGELING

Clint Eastwood

2007 THINGS WE LOST IN THE FIRE Susanne Bier

2007 RAILS & TIES Alison Eastwood

2006 LETTERS FROM IWO JIMA Clint Eastwood

FLAGS OF OUR FATHERS

Clint Eastwood

DER LETZTE KUSS

Tony Goldwyn

(„The last kiss“)

2005 ROMANCE & CIGARETTES John Turturro

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2005 DER EXORZISMUS VON EMILY ROSE Scott Derrickson

(„The exorcism of Emily Rose“)

2004 MILLION DOLLAR BABY Clint Eastwood

BOBBY JONES: DIE GOLFLEGENDE

Rowdy Herrington

(„Bobby Jones – Stroke of genius“)

2003 MYSTIC RIVER Clint Eastwood

2002 BLOOD WORK Clint Eastwood

Reinhardt Wagner (Musik)

Reinhardt Wagner wurde 1956 in Paris geboren. Er arbeitete zunächst als

Theaterkomponist, bevor er sich dem Schreiben von Filmmusik zuwandte. Seine erste Arbeit

fürs Kino war Philippe Labros „La Crime“ („Wespennest“, 1983). Seither hat er zu über 20

Kino- und Fernsehfilmen sowie für einige Kurzfilme die Musik komponiert. Im Kino ist

Reinhardt Wagner bisher nur in Cameo-Rollen aufgetreten, zuletzt als Pianist in PARIS,

PARIS. 2006 nahm Wagner zusammen mit dem Schauspieler François Morel das Chanson-

Album „Collection particulière“ auf, mit dem die beiden 2007 auch auf Tournee gingen.

Filmografie – Reinhardt Wagner (Auswahl)

Jahr Filmtitel Regie

2008 PARIS, PARIS - MONSIEUR PIGOIL AUF Christophe

DEM WEG ZUM GLÜCK

Barratier

(„Faubourg 36”)

2007 L’HEURE ZERO Pascal Thomas

2006 LE GRAND APPARTEMENT Pascal Thomas

2005 MON PETIT DOIGT M’A DIT... Pascal Thomas

2003 RIEN, VOILÀ L’ORDRE Jacques Baratier

RIEN QUE DU BONHEUR

Denis Parent

2001 MORTEL TRANSFERT Jean-Jacques

(„Mortal transfer“)

Beineix

1999 LA DILETTANTE Pascal Thomas

CINQ MINUTES DE DÉTENTE

Tomas Romero

1996 ASPHALT TANGO Nae Caranfil

1992 COYOTE Richard Ciupka

1991 AM ENDE DES TAGES Francesca

(„Verso sera“)

Archibugi

MIMA

Philomène Esposito

1990 MAMAN Romain Goupil

1989 MARQUIS DE SADE Henri Xheonneux

(„Marquis“)

ROSALYN UND DIE LÖWEN

Jean-Jacques

(„Roselyne et les lions“)

Beineix

1983 WESPENNEST Philippe Labro

(„La crime“)

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BESETZUNG

Monsieur Pigoil Gérard Jugnot

Milou Clovis Cornillac

Jacky Kad Merad

Douce Nora Arnezeder

Monsieur Radio Pierre Richard

Galapiat Bernard-Pierre Donnadieu

Jojo Maxence Perrin

Célestin François Morel

Viviane Elisabeth Vitali

Lebeaupin Christophe Kourotchkine

Grevoul Eric Naggar

Detective Tortil Eric Prat

Mondain Julien Courbey

Triquet Philippe du Janerand

Quai des Orfèvres Detective Marc Citti

Dubrulle Christian Bouillette

Crouzet Thierry Nenez

Clément Frédéric Papalia

Sozialarbeiter Stéphane Debac

Dorfeuil Jean Lescot

Borchard Daniel Benoin

Jeannot Wilfred Benaiche

Blaise Reinhardt Wagner

STAB

Regie Christophe Barratier

Produzenten Jacques Perrin, Nicolas Mauvernay

Ausführender Co-Producer Romain Le Grand

Associate Producers Christophe Barratier, Martin Moszkowicz, Christian Benoist

Drehbuch Christophe Barratier

Adaption und Dialoge Christophe Barratier, Julien Rappeneau

Nach einer Idee von Frank Thomas, Jean-Michel Derenne, Reinhardt Wagner

Kamera Tom Stern

Musik Reinhardt Wagner

Song Texte Frank Thomas

Szenenbild Jean Rabasse

Kostüm Carine Sarfati

Ton Daniel Sobrino, Roman Dymny, Vincent Goujon

Schnitt Yves Deschamps

Eine französisch-deutsch-tschechische Co-Produktion von

Galatée Films, Pathé Production, Constantin Film Produktion,

France 2 Cinema, France 3 Cinema, Logline Studios, Novo Arturo Films und Blue

Screen Productions

Mit der Beteiligung von Canal+ und TPS Star

In Zusammenarbeit mit Banques Populaires Image 8

Mit Unterstützung von Eurimages, Centre National de la Cinematographie, Procirep und

MEDIA program of the European Union

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VERLEIH

Constantin Film Verleih GmbH

Feilitzschstraße 6

80802 München

Tel: 089-44 44 600

Fax: 089-44 44 -167

www.constantinfilm.de

PRESSEBETREUUNG

SCHMIDT SCHUMACHER

Marten Schumacher, Barbara Schmidt

Telefon: 030-26 39 13 - 0

Fax: 030-26 39 13 - 15

E-Mail: info@schmidtschumacher.de

Pressematerial ausschließlich online abrufbar!

Fotomaterial (TIFF / JPEG in verschiedenen Auflösungen) sowie Textmaterial sind online

abrufbar und stehen zum Download bereit unter:

www.constantinfilm.medianetworx.de

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