Programmheft (pdf) - Basel Sinfonietta

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Programmheft (pdf) - Basel Sinfonietta

Das Wyttenbach-

Kabinett

Mussorgski | Wyttenbach | Strawinski: Feuervogel

Fabrice Bollon

Esther Kretzinger

Carolin Widmann

www.baselsinfonietta.ch


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Die basel sinfonietta dankt ihren Partnern.


Zum Programm

Jürg Wyttenbach (*1935)

Cortège pour violon, accompagné de «La Fanfare Harmonie du village»

Uraufführung | Auftragswerk der basel sinfonietta

ca. 20 Minuten

Modest Mussorgski (1839–1881)

Kinderstube für Sopran und Kammerorchester (1870–1872)

orchestriert von Jürg Wyttenbach (2002/2004)

ca. 15 Minuten

Pause

Igor Strawinski (1882–1971)

Der Feuervogel, Ballettsuite für Orchester (1945)

ca. 30 Minuten

Leitung: Fabrice Bollon

Sopran: Esther Kretzinger

Violine: Carolin Widmann


Zum Konzert

Das Wyttenbach-Kabinett

Basel, Stadtcasino

Sonntag, 2. Juni 2013, 19.00 Uhr

18.15 Uhr: Konzerteinführung


Zu den Werken

Das Theater im Konzert

Drei Werke, die zeitlose Szenen des Lebens in den Konzertsaal stellen. Modest Mussorgski

fand wundersame Klänge für Kinderspiele, denen Jürg Wyttenbach neue

tönende Kleider gemacht hat. Der Schweizer Komponist und Gestalter dieses Programms

stellt in der Uraufführung dieses Konzertabends eines der grossen Gemälde

der Kunst geschichte in Noten dar, aber nicht nur in solchen. Und das Finale bildet die

erste der die Moderne mitbegründenden Ballettmusiken Igor Strawinskis, welche aus

den Quellen uralter Märchen schöpft.

Bild-Szenen

Cortège – Korso, Konvoi, Prozession – nennt Jürg Wyttenbach sein neues Stück für

Solovioline und eine «Fanfare des Dorfes». Das Dorf befindet sich auf einem berühmten

Gemälde von Gustave Courbet (1819–1877). Es ist eigentlich ein idyllisches Städtchen,

heisst Ornans, liegt im französischen Jura und ist der Geburtsort des revolutionären

Realisten und die feine Gesellschaft seiner Zeit provozierenden Skandalmalers,

der aus Paris immer wieder in die Provinz zurückkehrte, ehe man ihn 1871 wegen

seines Engagements für die Pariser Kommune ins Schweizer Exil vertrieb. «Inspiré du

tableau de Gustave Courbet ‹Un enterrement à Ornans› suivi d’un cortège des étoiles

pour cordes», so schreibt der Komponist unter den Titel – also inspiriert vom berühmten

Bild «Ein Begräbnis in Ornans», fortgesetzt in einer Prozession der Sterne für Streicher.

Was im Französischen eine Art Stabreim von «Cortège» und «cordes», den Streichern,

ergibt. Das im Pariser Musée d’Orsay zu bewundernde Breitwandgemälde entstand

1849/50 und hält eine kleinstädtische Gesellschaft im Format eines grossen

Historienbildes fest. Ironische Genreszene und repräsentatives Prunkstück in einem,

nimmt das Kunstwerk die Versteinerung der Formen im Klassizismus aufs Korn, erzählt

aber auch von der bei aller Lust an der Satire innigen Liebe des Künstlers zu seinem

Heimatort. Die Figuren – sogar der Hund – haben alle die damaligen Bewohner der

Kleinstadt zum Vorbild. Vom Pfarrer und Richter bis zum Kirchendiener, «mit der Nase

wie eine Kirsche, aber proportioniert dick und von circa fünf Zoll Länge», wie Courbet

erzählte, drängten sich alle darum, abgebildet zu werden – und sicherten sich so ein

langes Nachleben.


Zu den Werken

In Jürg Wyttenbachs vierteiligem Werk wird das Bild zum Theater mit den Instrumenten

und deren Spielerinnen und Spielern als Darstellern. Im Finale gibt es ein Fernorchester,

besetzt mit Geigen, Celesta, Glockenspiel und Singender Säge, im Estrich

über dem Kristallluster, bei geöffneten Luftklappen. Am Podium befindet sich eine

Projektionswand, darüber im Dunkel, ansteigend, Bratschen, Celli, Kontrabässe und

Harfe («Keine Pulte. Keine Bögen.»). Auf der Bühne steht zu Beginn links von der Mitte,

jedoch zentral die «hohe Pauke». Alle Blasinstrumente sind von links nach rechts wie

in einer Probenpause auf Ständern abgelegt, allerdings «gut sichtbar und bildhaft

positioniert»: Basstuba, 1. Posaune, 1. Fagott samt Platz für einen Pauker, Englischhorn,

zwei Trompeten, 2. Fagott, zwei Klarinetten, Oboe, zwei Flöten, auch Piccolo. Ganz

vorne links steht ein offener Flügel ohne Pult und Stuhl, aber mit fixiertem Pedal. Gespielt

wird auswendig oder von an den Instrumenten fixierten, kleinen Notenständern

(ähnlich wie in einer dörflichen Blaskapelle), zentral rechts von der Pauke ist der Platz

für die Solovioline neben einer Staffelei. Doch ist zu Beginn keine Spielerin, kein

Spieler zu sehen.

So weit die Ausgangsstellung. Von dem Spiel, das nun folgt, soll hier nicht allzu viel

verraten werden. Der erste Teil, Courbet als «Pierrot de la mort», bezieht sich auf ein

Karnevalsfest, welches der Maler vor der Fertigstellung seines Bildes mit seinen Freunden

gefeiert hat, mit einer Gruppe vielfarbiger Pierrots, mit ihm selber als Pierrot des

Todes, jetzt verkörpert von der Solo­Geigerin. Im zweiten Teil geht es um die Leute von

Ornans, die alle «auf dem Bild verewigt werden» wollten, so Courbet. Im dritten Teil

kommentiert und malt die Solistin nacheinander die wichtigsten Bürger der Stadt; jede

Person entspricht einem der Blasinstrumente. Aus Courbets Erinnerungen: «Zuerst

malte ich den Totengräber» – die musikalische Entsprechung sind Pauke und Violine.

Gustave Courbets «Ein Begräbnis in Ornans», 1849–1850


Zu den Werken

«Modell gestanden haben: der Bürgermeister, 200 Pfund schwer und eifriger Mitspieler

der ‹Fanfare du village›» – das beste Instrument für diesen Mann liegt nahe, wie auch

beim etwa gleich schweren Friedensrichter. Dass sich auf der Staffelei ein grosser

Abreiss­Zeichenblock befindet, erweist nun seinen Sinn.

«Im vollen Ornat präsentierte sich der Pfarrer mit zwei Ministranten», zum Klingen

gebracht vom Fagott und Schlaginstrumenten. Es folgt «der Kreuzträger, ein Weinhändler»,

seinem Beruf entsprechend leicht schwankend, instrumental überraschend. Zwei

Revolutions­Veteranen von 1793 «wollten im Zeitkostüm gemalt werden» und verlangen

Trompetenschall. Des Malers brummiger Vater und seine Freunde sowie die

heller timbrierten Schwestern teilen sich die Holzbläser. Der schon erwähnte Kirchendiener

und die vier Sargträger mit «grossen runden Hüten» sind im Blech daheim, wozu

sich der Flügel gesellt, ohne dass dessen Tasten bedient werden. Nach einer schauspielerischen

Aktion der Geigerin vereinen sich alle zwölf Porträtierten auf einem Es’

zu einem kurzen «Danse macabre» und liefern sehr unterschiedliche Abgänge. Im vierten

Teil singt und spielt die Geigerin nach einem Gedicht von Rose Ausländer: «Nur der

Schatten / blieb / als das Licht / verloren ging / Im Dunkel / träumt es sich / heller» –

und die Szene endet im Dialog von Violine, Pauke und Fernorchester in einer Elegie.


Zu den Werken

Kinder-Szenen

Modest Mussorgski hat seine Vokalmusik

als «die künstlerische Nachbildung der

menschlichen Rede in all ihren feinsten

Biegungen» gesehen, was jegliche Interpretation

in einer anderen Sprache als der

russischen falsch erscheinen lässt. In der

pointierten, bildhaften, melodisch der

Sprache verpflichteten und in keinem Takt

kindischen Kinderstube (russisch «Detskaja»)

fasziniert das psychologische Einfühlungsvermögen

des Komponisten, der

sein eigener Textdichter gewesen ist, in

die Seelen der Jüngsten. Der 1872 gedruckte

Zyklus begeisterte sogar Franz

Liszt, der sich zu dieser Zeit in seiner

Musik ebenfalls Richtung Moderne bewegte.

Mussorgski führte die Lieder in

seiner Heimat oft in privatem Rahmen auf

– so berichtete er im September 1879

Modest Mussorgski im Jahr 1870

seinem Mentor Wladimir Stassow: «Das

hat den Kindern Freude bereitet und die

Mütter überschütteten mich mit Lob.» Kein Wunder, waren Kinder für Mussorgski doch

«Menschen mit einer eigenständigen kleinen Welt und keine unterhaltsamen Puppen».

Jürg Wyttenbachs Orchestrierung von Modest Mussorgskis Liederzyklus Kinderstube ist

nicht die erste; Edisson Denissow und Rodion Schtschedrin, Landsleute des Komponisten,

haben ebenfalls Versionen für Orchester vorgelegt. «Vor bald 50 Jahren» hat

Wyttenbach die legendäre Sopranistin Irmgard Seefried «entzückt und begeistert» in

Bern mit dem Original gehört, ein Jahrzehnt später hat er entdeckt, wie viel Claude

Debussy dem wohl grössten und sensibelsten, an seiner schwierigen Psyche und seiner

Umwelt zerbrochenen Genie des russischen «Mächtigen Häufleins» verdankte. Und

über ihn die ganze Avantgarde. «Niemand hat so zart und tief das Beste in uns angerührt»,

so Debussy nach einer der ersten öffentlichen Aufführungen des Zyklus in Paris,

«seine absichtslose, von verknöcherten Formeln freie Kunst ist einzigartig und wird es

bleiben; es ist, als schaute man dem Tanz eines neugierigen Wilden zu, der bei jedem

Schritt, den ihm sein Gefühl eingibt, Musik entdeckt …»


Zu den Werken

Schließlich hörte Wyttenbach im Jahr 2001 während einer Aufführung der Kinderstube

an der Akademie «im Klavierpart Instrumente und fasste den Entschluss einer Orchestrierung

für ein grösseres Ensemble unter Einbezug von Harfe und Akkordeon zu versuchen».

Die Uraufführung der Orchesterfassung der Lieder 1 bis 5, die Mussorgski

selbst unter dem Titel Kinderstube veröffentlicht hatte, fand im Jahr danach in Ljubljana

statt. Wyttenbach dazu: «Mit Befriedigung, ja einem gewissen Stolz durfte ich feststellen,

dass meine Orchestrierung dem grossen russischen Komponisten gerecht wird.»

Erst 2004 folgten die Lieder Kater Matrose und Ritt auf dem Steckenpferd, die der Komponist

eigentlich für den Fragment gebliebenen Zyklus Auf dem Lande vorgesehen

hatte. Mussorgskis Freund, Nachlassverwalter und umstrittener «Vollender» Nikolai

Rimski­Korsakow hatte die beiden Lieder durchaus passend der Kinderstube beigefügt.

«Es war ein holpriger, jedoch wunderschöner und befriedigender Ritt auf einem

Steckenpferd, diese Instrumentierung», fasst Wyttenbach zusammen, «auch mich hat

das Pferd manchmal abgeworfen! Aber wie der Bub im Lied rappelte ich mich immer

wieder auf und brachte die Partitur glücklich ‹nach Hause›.»


Zu den Werken

Ballett­Szenen

Das Finale bildet Igor Strawinskis Ballettsuite

aus L’Oiseau de feu, dem Feuervogel,

den er einmal als sein «Hörbonbon»

bezeichnet hat, wohl wegen der für seine

Verhältnisse und im Kontrast zu den

klanglichen Expansionen von Le Sacre du

printemps noch mehr der Spätromantik

verpflichteten Klanglichkeit und Melodik.

Was nicht über die innovativen Elemente

der Partitur hinwegtäuschen sollte, über

klug verpackte Dissonanzen und grelle

Rhythmik. Über all dies breitete der Komponist

einen Zauber der Instrumentierung

aus, der beweist, wie gut er des hochverehrten

Tschaikowski grosse Ballett­Partituren

studiert hatte –, hatte er doch immer

Dornröschen auf seinem Schreibtisch

liegen und meinte dazu: «Das ist meine

Igor Strawinski zwischen 1920 und 1930

Lehre der Orchestrierung, da steht alles

drin.» Strawinskis Kunst war es freilich,

diese zweifellos perfekte «Lehre» mit den neuen Farben des Impressionismus zu

mischen und in eine höchst eigenständige und neue Meisterschaft umzuschmelzen.

Zwei russische Volksmärchen waren die Quellen für das Libretto von Michel Fokine. Der

Held Iwan Zarewitsch entstammt dem Feuervogel, die mythische Gestalt des unsterblichen

Kaschtschei der Legende vom Zauberer gleichen Namens. Der junge Zarewitsch

jagt den Feuervogel, der sich in des Zauberers Garten flüchtet. An einem Wunderbaum

muss sich der Vogel ergeben, doch Iwan gibt ihm die Freiheit zurück und erhält dafür

eine magische Feder, mit der er bei Gefahr den Vogel rufen kann. Dreizehn vom Zauberer

gefangene Jungfrauen sind im Garten, darunter Prinzessin Zarewna, in welche Iwan

sich sogleich verliebt. Kastschei und seine Dämonen wollen Iwan töten, doch dieser hat

ja die Zauberfeder. Also erscheint alsbald der feurige Vogel, zwingt die dämonische

Gesellschaft zum Tanzen und singt sie in den Schlaf. Der Vogel führt Iwan zu den Wurzeln

des Wunderbaums und zeigt ihm das versteckte Riesenei, in dem Kastscheis Seele

ruht. Der Prinz zerschlägt das Ei, wodurch die Zaubermacht endet und der Zauberer

stirbt. Die dreizehn Jungfrauen sind frei, Prinzessin und Prinz vereint. Und wenn sie

nicht gestorben sind … Die Märchen und Mythen der Welt sind verwandt, die Assoziationen

reichen von der Zauberflöte bis zu Parsifal und Klingsor.


Zu den Werken

Das Werk war eine Auftragsarbeit, vergeben vom für die Moderne des Tanztheaters

stilbildenden Choreographen Sergei Djagilew und seinen «Ballets russes», der die damalige

Tanzszene von Paris aus beherrschenden Kompanie, der so viele bedeutende

Ballettmusiken von Strawinski, Debussy, Satie, Poulenc, Richard Strauss und anderen

ihre Entstehung verdanken. Michel Fokine – wie Prinzipal und Komponist Russe und

als Michail Fokin geboren – war nicht nur Librettist, sondern auch der Uraufführungs­

Interpret des Iwan Zarewitsch. Der Erfolg am 25. Juni 1910 in der Pariser Oper war ein

Triumph für alle Beteiligten. Strawinski, den die Kritik für die «in allen Klangfarben

schillernde Musik» feierte, hatte damals seinen Hauptwohnsitz noch in St. Petersburg

und durfte sich über seinen internationalen Durchbruch freuen.

Von der Ballerina Tamara Karsawina (1885–1978), die in der Uraufführung die Titelrolle

tanzte, gibt es eine eindringliche Schilderung der Arbeit vor der Premiere und der

Probleme, welche Strawinskis komplexe Musik den Interpreten damals bereitet hat:

«Meine musikalische Erziehung begann mit dem Feuervogel. Es war ein tränenreiches

Lernen. Zwar durchdrang mich die poetische Ausdruckskraft des Feuervogels sofort.

Für jemand wie mich aber, der nur auf leicht erkennbare Rhythmen und einfachen fasslichen

Melodien erzogen worden war, gab es Schwierigkeiten, das kompositorische

Muster zu verfolgen.» Der junge Komponist erwies sich allerdings als verständnisvoller

Partner: «Strawinski zeigte Güte und Geduld. Oft erschien er vor einer Probe früher im

Theater, um wieder und wieder einige schwierige Passagen für mich zu spielen. Da war

keine Ungeduld über mein langsames Verstehen, kein Herabblicken eines Meisters von

seinem Rang auf mein spärliches musikalisches Rüstzeug.»

Der erst 27­jährige Komponist hatte für die Textur seiner Partitur auf eine Methode seines

als kreativer Ideenspender nicht zu unterschätzenden Lehrers Nikolai Rimski­

Korsakow zurückgegriffen. Denn schon in dessen Oper Der goldene Hahn (1907) sind

wie in Strawinskis Feuervogel allen menschlichen Gestalten diatonische, allen übersinnlichen

Figuren chromatische Themen zugeordnet. So ist bei seinem Schüler die

Reigenmelodie der Prinzessinnen und der finale Hymnus, beides russisches Volksliedgut

verarbeitend, natürlich diatonisch, während Kastscheis Zauberwelt sich aus

dem Tritonus­Intervall zu ebenso kunstvollen wie prägnanten Leitmotiven entwickelt,

ins Furiose gesteigert im brillanten «Danse infernale» oder Höllentanz. Rimski­Korsakow

hatte zudem bereits 1902 seine Opernversion des Märchens «Der unsterbliche

Kastschei» im Moskauer Bolschoi­Theater herausgebracht – beide Bühnenwerke waren

Fokine und Strawinski zweifellos gut bekannt. Rückblickend erzählte Strawinski 1962

seinem Biografen Robert Craft, er habe befürchtet, seine Feuervogel­Musik könnte

nicht nur Tschaikowski verpflichtet, sondern ein «nachgemachter Rimski» sein, was

ihm jedoch nicht passiert sei, denn «die Manier Rimskis äußert sich mehr in der Harmonik

und im Orchesterkolorit, obgleich ich ihn mit […] Effekten noch zu überbieten


Zu den Werken

suchte.» Schon 1911 und 1919 bearbeitete

der Komponist die wesentlichen Nummern

des zweiaktigen, etwa 45­minütigen

Balletts als Orchestersuiten. Die letzte

Version aus dem Jahr 1945, arrangiert im

amerikanischen Exil für etwas reduziertes,

klanglich geschärftes Orchester mit

Schlagzeug, Harfe und Klavier bietet am

meisten Musik, nämlich gut zwei Drittel

der Gesamtpartitur. Die Uraufführung

dieser Fassung fand am 24. Oktober 1945

in der alten New Yorker Metropolitan

Opera statt, dirigiert von Jascha Horenstein

und nicht konzertant, sondern in

einer Choreografie von Adolph Bolm und

in der Ausstattung von niemand Geringerem

als Marc Chagall. Dem Komponisten, Tamara Karsawina als Feuervogel

der eigentlich keine «deskriptive Musik»

schreiben wollte und dessen grösste Erfolge seine Werke für die Bühne wurden, sei

das letzte Wort gegeben, denn wie alle Meisterwerke zündet auch dieses unabhängig

von der Handlung: «Die Musik drückt sich selbst aus.»

Gottfried Franz Kasparek


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Mitwirkende

Fabrice Bollon

Nach seinem Dirigierstudium in Salzburg debütierte der

Franzose Fabrice Bollon bei den Salzburger Festspielen

mit der Oper «Satyricon» von Bruno Maderna. Von 1994

bis 1998 war er Chefdirigent des Sinfonieorchesters von

Flandern in Brügge und von 1998 bis 2003 stellvertretender

Generalmusikdirektor der Oper Chemnitz. Er gastierte

u.a. an den Opernhäusern in Luzern, Amsterdam sowie

an der Deutschen Staatsoper Berlin und arbeitet regelmässig

mit namhaften Orchestern wie dem Radio­Sinfonieorchester

Stuttgart, dem Konzerthausorchester Berlin

oder dem MDR­Sinfonieorchester zusammen. Ein besonderes

Anliegen ist ihm die Neue Musik. So leitete er

mehrere Uraufführungen, u.a. mit Werken von Emmanuel Nunes und Mauricio Kagel.

Grosses Aufsehen fand eine Konzertserie, die das SWR Sinfonieorchester Baden Baden

und Freiburg gemeinsam mit der Popgruppe «Die Söhne Mannheims» gab. Mit Beginn

der Spielzeit 2008/09 übernahm Fabrice Bollon die Position des Generalmusikdirektors

am Theater Freiburg. Auch hier kann er grosse Erfolge verbuchen: So erhielt das Orchester

in der Saison 2010/11 den Preis für das beste Konzertprogramm des Deutschen

Musikverleger­Verbands.

(FOTO: MAURICE KORBEL)

Esther Kretzinger

Bereits während ihres Gesangstudiums am Mozarteum

war die Sopranistin Esther Kretzinger auf den Opernbühnen

des Landestheaters Salzburg und des Salzburger

Festspielhauses zu erleben. Für ihr Rollendebüt

als Norina in Donizettis «Don Pasquale» sowie für das mit

Auszeichnung abgelegte Masterstudium erhielt die junge

Künstlerin die Lilli Lehmann­Medaille. Esther Kretzinger

ging aus renommierten Gesangswettbewerben als Preisträgerin

hervor, darunter der erste Preis beim Bundeswettbewerb

Gesang Berlin sowie der zweite Preis beim

Internationalen Hans­Gabor­Belvedere­Gesangswettbewerb

in Wien. Konzerttourneen und Liederabende führten die Sängerin bisher nach

Österreich, Deutschland, Slowenien, Italien, Belgien, Norwegen, Russland sowie nach

Taiwan. Eine regelmässige Zusammenarbeit verbindet Esther Kretzinger mit der Deutschen

Kammerakademie Neuss sowie mit den Salzburg Chamber Soloists. Die vielseitige

Sopranistin hat mit namhaften Dirigenten wie Markus Poschner, Ivor Bolton,

Lavard Skou­Larsen und Sebastian Weigle zusammengearbeitet und kürzlich ihre erste

CD­Einspielung mit Werken von Brahms, Dvořák, Kodály und Bartók veröffentlicht.

(FOTO: ZVG)


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Mitwirkende

Carolin Widman

Carolin Widmann studierte Violine in Köln, London und

Boston und gehört mittlerweile zu den weltweit gefragtesten

Solistinnen ihres Fachs. Regelmässig ist die

Künstlerin an renommierten Festivals wie u.a. den Salzburger

Festspielen, dem Lucerne Festival, dem Festival

d’Automne Paris oder dem Enescu­Festival in Bukarest zu

erleben. Als Solistin konzertierte Carolin Widmann u.a.

mit dem Gewandhaus­Orchester Leipzig, dem Orchestre National de France, dem Tonhalle­Orchester

Zürich, dem BBC Symphony Orchestra London oder dem London

Philharmonic Orchestra unter Dirigenten wie Riccardo Chailly, Sir Roger Norrington,

Silvain Cambreling, Vladimir Jurowski, Peter Eötvös oder Heinz Holliger. Über ihre

Solistentätigkeit hinaus ist Carolin Widmann seit Oktober 2006 als Professorin für

Violine an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig tätig und hat zudem die

künstlerische Leitung der Sommerlichen Musiktage Hitzacker inne. Wiederholt wurden

ihre hochgelobten CD­Einspielungen mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik

ausgezeichnet.

(FOTO: MARCO BORGGREVE)

Jürg Wyttenbach

Der 1935 geborene Pianist, Dirigent und Komponist Jürg

Wyttenbach stammt aus Bern und wurde in seiner Heimatstadt

bei Sándor Veress und in Paris am Conservatoire

National Supérieur de Musique ausgebildet. Jürg Wyttenbach

hat weit über 100 Werke zeitgenössischer Komponisten

aufgeführt, die meisten davon in Ur­ oder Erstaufführungen

an bedeutenden Festivals wie Donaueschingen,

Wien Modern, dem Festival Musica in Strasbourg

oder dem Warschauer Herbst. Als Komponist

konzentriert er sich auf Werke des instrumentalen und

vokalen Theaters und sucht beständig nach neuen grenzüberschreitenden

Formen. Seine Vorliebe für spielerischen

Umgang mit Traditionen und Konventionen zeigt sich in Werken wie «Exécution

ajournée» für Streichquartett, «Lamentoroso» für Sopran und sechs männliche

Klarinettisten oder «Harlekinade» für eine Schauspielerin, zwei Clowns und Streichquartett.

1993 erhielt Jürg Wyttenbach den Kunstpreis der Stadt Basel und im Jahr 2003

den Komponistenpreis des Schweizerischen Tonkünstlervereins. Besonders verdient

hat sich Jürg Wyttenbach zudem als Dirigent der Werke Giacinto Scelsis gemacht, zu

dessen Œuvre er mehrere preisgekrönte CD­Einspielungen vorgelegt hat.

(FOTO: ZVG)


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Seit über 30 Jahren steht die basel sinfonietta für ungewöhnliche und aufregende Programme,

Neuentdeckungen, Ausgrabungen, Uraufführungen sowie hohe künstlerische Qualität. So ist

die basel sinfonietta das einzige Schweizer Orchester, das vier Mal an den Salzburger Festspielen

zu Gast war.

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Jedes Mitglied zählt: Die basel sinfonietta braucht Ihre Unterstützung!

Freundliche Grüsse

Peter A. Zahn

Vorstand Förderverein

Maria Berger­Coenen, Basel; Markus Bodmer, Reinach; Urs Brodbeck, Flüh; Eva Gutzwiller, Liestal; Judith van der Merwe,

Binningen; Pietro Pezzoli, Riehen; Thomas Preiswerk, Basel; Paul Schär, Pfeffingen; Dr. Heinrich A. Vischer, Riehen;

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von 12 Freikarten pro Saison berechtigt.

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Patronatsmitglieder werden in den

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Pro grammheften aufgeführt.

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wenden wir uns heute an Sie, unser Publikum, mit der Bitte, die basel sinfonietta auf

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Patenschaft ist ab CHF 500.–/Jahr möglich, die Senior-Patenschaft beläuft sich auf

CHF 1000.–/Jahr. Ihre Beiträge fliessen ohne Umwege in die Gagen unserer Musiker

und sind als langfristige und nachhaltige Hilfe gedacht. Die basel sinfonietta bedankt

sich unter anderem mit einem exklusiven Gönnerkonzert für Ihre Hilfe, und auch auf

unseren Proben sind Sie uns herzlich willkommen. Wir freuen uns sehr, Sie persönlich

kennen zu lernen und danken Ihnen im Voraus für Ihre wertvolle und existenzsichernde

Unterstützung.

Ihre basel sinfonietta

Tel: 061 335 54 96, E­Mail: mail@baselsinfonietta.ch

Allen Spenderinnen und Spendern sei aufs Herzlichste gedankt!

Violine

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Anonym: 1 Platz

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Susanne Troxler: 1 Platz

Viola

Anonym: 1 Platz

Anonym: 1 Platz

Violoncello

Anonym: 1 Platz

Denise Moser: 1 Platz

Karin Thomaier: 1 Platz

Flöte

Jutta Burckhardt: 1 Platz

HEIVISCH: 2 Plätze

Oboe

Ariane Rufino dos Santos:

1 Platz

Klarinette

Annette Ruckstuhl­Kündig:

1 Platz

Anonym: 1 Platz

Fagott

Anonym: 1 Platz

Anonym: 1 Platz

Horn

Urs Brodbeck: 1 Platz

Anonym: 1 Platz

Trompete

Ulla Hastedt: 1 Platz

Posaune

Tuba

Ursula Muri: 1 Platz

Anonym: 1 Platz

Schlagzeug/Pauken

Anonym: 3 Plätze

Anonym: 1 Platz

Kontrabass

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…auch für Konzertbesucher und Musikschaffende.

Mitreden, wenn über

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gesprochen wird.

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Programmgruppe

Cornelius Bauer, Regula Bernath, Georges Depierre, Martin Jaggi, Marc Kilchenmann,

Ulla Levens, Benedikt Vonder Mühll, Thomas Nidecker, Regula Schädelin, Matthias Gawriloff,

David Sontòn Caflisch, Guido Stier, Takashi Sugimoto, Franco Tosi, Ruth Wäffler, Christine Wagner

Impressum

Redaktion: Eva Ruckstuhl

Gestaltung: WOMM Werbeagentur AG, Basel

Druck: Schwabe AG, Muttenz

Textnachweise

Originalbeitrag von Gottfried Franz Kasparek

Bildnachweise

www.wikipedia.org

www.npr.org


Herzlichen Dank

Herzlichen Dank

Die basel sinfonietta dankt den Gemeinden Aesch, Allschwil, Arlesheim, Biel­Benken,

Binningen, Bottmingen, Oberwil, Pfeffingen, Reinach und Therwil für die Unterstützung.

Insbesondere aber danken wir allen Mitgliedern des Fördervereins der basel

sinfonietta, namentlich den Patronatsmit gliedern:

Katharina & Manuel Aeby­Hammel

Ilse Andres­Zuber

Ruth & Hansueli Bernath

Erika Binkert­Meyer

Peter & Rita Bloch­Baranowski

Hansjörg Blöchlinger & Dorothea Seckler

Ulrich Blumenbach

Markus R. Bodmer

Peter Boller

Bettina Boller Andreae

Yvonne & Michael Böhler

Elisabeth & Urs Brodbeck

Susanne & Max Brugger

Sigrid Brüggemann

Christine & Bernhard Burckhardt

Leonhard Burckhardt

David Thomas Christie

Fitzgerald Crain

Martin Derungs

Marie­Christine & Patrick J. Dreyfus

Paul J. Dreyfus

Norbert & Sabine Egli­Rüegg

Jürg Ewald & Urte Dufner

Peter Facklam

Charlotte Fischer

Esther Fornallaz

Andreas Gerwig

Sabine Goepfert

Ulrich P. H. Goetz

Annetta & Gustav Grisard

Annagret & Kurt Gubler­Sallenbach

Walter Gürber­Senn

Bernhard Hohl & Susanne Clowry

Madeleine Hublard

Gertrud Hublard­Sieber

Bianca Humbel­Rizzi

B. & G. Ilary­Kopp

Graziella & Ruedi Isler

Verena & Hans Kappus­Winkler

Luzia & Jan Konecny­Sprecher

Alexander Krauer

Marie­Thérèse Kuhn­Schleiniger

Christian Lang

Irma Laukkanen

Manuel Levy

René Levy

Annemarie & Thomas Martin­Vogt

Beat Meyer­Wyss

Thomas Metzger

Andreas Nidecker

Rosmarie Nidecker­Huggenberg

Catherine Oeri

Madeleine & Pietro Pezzoli

Nicolas Ryhiner & Beatrice Zurlinden

Regula & Jürg Schädelin

Evi & Andres Schaub­Keiser

Charlotte & Peter Schiess

Herbert Schill & Dora Eberhart

René Schluep­Zimmermann

Beat Schönenberger

Christine Striebel

Katharina Striebel­Burckhardt

Brigitte & Moritz Suter

Nora & Daniel Suter

Philipp Sutter

Monica Thommy

Irene & Hans Troxler­Keller

Verena Trutmann

Christine Vischer

Heinrich A. Vischer

Rudolf Vonder Mühll

Marie­Christine Wackernagel­Burckhardt

Philipp Weber

Marianne & Daniel Weidmann­Munk

Alfred Weishaupt

Anna Wildberger

Marie­Louise & Peter A. Zahn­Burckhardt

Auch danken wir den zahlreichen Spenderinnen und Spendern, die nicht genannt

werden möchten.


Hörgenuss

für meine Ohren

Es ist nie zu früh, auf sein Gehör zu hören.

Eine persönliche Beratung mit kostenlosem Hörtest bei

der HZ zeigt auf, was Sie für Ihre Ohren tun können.

Rufen Sie uns an für einen Termin.

Hörmittelzentrale Nordwestschweiz – für alle Ohren

Tel. 061 269 89 89 info@hz-hoeren.ch www.hz-hoeren.ch

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