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bilder der stadt - professur für architektur und städtebau — prof. kees ...

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BILDER DER STADT<br />

Seminarwoche HS 10 -- 25. - 29. Oktober 2010<br />

Fotografieren mit Joël Tettamanti<br />

1


2 Titel: Langstrasse, Zürich. Joël Tettamanti 2004, aus: Angelus Eisinger, Städte bauen, gta Verlag, 2004


Inhalt<br />

Organisation<br />

Intro | 5<br />

Treffpunkt <strong>und</strong> Veranstaltungsort | 6<br />

Teilnehmer | 7<br />

Programm | 8<br />

Tagesthemen | 9<br />

Diskussionsgäste | 10<br />

Referenten | 11<br />

Auszug aus: Urbane Potenziale <strong>und</strong> Strategien in metropolitanen Territorien, NFP65 | 12<br />

Weiterführende Texte <strong>und</strong> Bil<strong>der</strong><br />

Das Bild <strong>der</strong> Umwelt, Auszug aus: Kevin Lynch, Das Bild <strong>der</strong> Stadt | 20<br />

Diverse Fotografien, aus: Peter Fischli, David Weiss, Siedlungen, Agglomeration | 21<br />

Foto Zürich-West, Joël Tettamanti, aus: Angelus Eisinger, Städte Bauen | 22<br />

Foto aus: Annelies Štrba, Postcardbook | 23<br />

Auszug aus: ETH Studio Basel, Metropolitanregion Zürich | 24<br />

Restaurant am Strip Las Vegas, aus:<br />

Stadler/Stierli/Fischli, Bil<strong>der</strong> aus dem Archiv von Robert Venturi <strong>und</strong> Denise Scott Brown | 30<br />

Robert Venturi, Denise Scott Brown <strong>und</strong> das Bild <strong>der</strong> Stadt, aus:<br />

Stadler/Stierli/Fischli, Bil<strong>der</strong> aus dem Archiv von Robert Venturi <strong>und</strong> Denise Scott Brown | 31<br />

New York Las Vegas, Axel Hütte, aus: Welt<strong>bil<strong>der</strong></strong> | 32<br />

Somthing from Ukraine, Boris Mikhailov, aus: Welt<strong>bil<strong>der</strong></strong> | 33<br />

Every Building on the Sunset Strip, Edward Ruscha | 34<br />

Auszug aus: Jane Jacobs, Life and Death of Great American Cities | 35<br />

Neon Tigers Nr. 27, Shanghai, Peter Bialobrzeski, aus Welt<strong>bil<strong>der</strong></strong> 3 | 40<br />

Istanbul Peripheral, Laurence Bonvin, aus: Welt<strong>bil<strong>der</strong></strong> 2 | 41<br />

Kairo, Arno Hassler, aus: Welt<strong>bil<strong>der</strong></strong> 3 | 42<br />

Das Mo<strong>der</strong>ne Sehen, Wolfgang Thöner, aus: Urbane Paradiese | 44<br />

Germany, Essen, Martin Parr, aus: Click Doubleclick | 59<br />

3


Intro<br />

Im Gegensatz zur Architekturfotografie - die sich oft auf Objektdarstellungen fokussiert - steht<br />

die Wahrnehmung <strong>der</strong> Stadt im Zentrum dieser Seminarwoche. Doch wie fotografiert man die<br />

Stadt, unsere Lebenswelt? Das städtische Gefüge ist ein komplexes Produkt, entstanden aus einer<br />

Vielzahl bewusster <strong>und</strong> unbewusster Entscheidungen. Gleichzeitig ist die Stadt auch Ausgangslage<br />

<strong>und</strong> Umfeld <strong>für</strong> das Gelebte, Gelagerte, Gespeicherte <strong>und</strong> Gedachte. Wir machen die Stadt<br />

<strong>und</strong> die Stadt macht uns.<br />

Demzufolge muss die Wahrnehmung des Urbanen immer wie<strong>der</strong> neu entdeckt <strong>und</strong> thematisiert<br />

werden. Die Fotografie ist ein Mittel dazu. Was wollen wir einfangen, wenn wir ein Bild einer<br />

urbanen Situation festhalten wollen? Diese Frage wird uns eine Woche lang begleiten.<br />

Ausgewählte Gebiete in <strong>der</strong> Metropolitanregion Zürich gelten <strong>für</strong> uns eine Woche lang als<br />

Ressource <strong>für</strong> Bil<strong>der</strong>, die wir unter Anleitung des Fotografen Joël Tettamanti schaffen wollen.<br />

Dabei sollen fotografische Gr<strong>und</strong>kenntnisse <strong>und</strong> Gr<strong>und</strong>züge <strong>der</strong> Bildkomposition erlernt werden.<br />

Durch Beobachtung <strong>und</strong> Diskussion wollen wir aussagekräftige Bil<strong>der</strong> entstehen lassen, die<br />

jenseits vom Schnappschuss die Komplexität des urbanen Raumes darstellen <strong>und</strong> dadurch ihre<br />

Aussagekraft <strong>und</strong> Schönheit entfalten können.<br />

Intro<br />

5


Treffpunkt <strong>und</strong> Veranstaltungsort<br />

Alle Referate, Diskussionen <strong>und</strong> Veranstaltungen finden hier statt:<br />

Kunstraum Walcheturm<br />

Kanonengasse 20, 8004 ZH<br />

6 Treffpunkt <strong>und</strong> Veranstaltungsort


Teilnehmer<br />

Susanne Albrecht susannea@student.ethz.ch 079 503 10 82<br />

Marcel Baumann mabauman@student.ethz.ch 078 940 99 74<br />

Katja Bigler kabigler@student.ethz.ch 079 578 19 73<br />

Danny Deering deeringd@student.ethz.ch 076 253 95 02<br />

Stephanie Fischler sfischler@student.ethz.ch 079 687 53 19<br />

Michaela Gisler gislerm@student.ethz.ch 079 392 23 54<br />

Ramona Hablützel hramona@student.ethz.ch 076 502 88 53<br />

Myra Kamber mkamber@student.ethz.ch 076 524 16 25<br />

Natalie Körner koernern@student.ethz.ch 076 796 47 81<br />

Jin Soon Lee leeji@student.ethz.ch 077 468 96 19<br />

Xiang Li lix@student.ethz.ch 079 432 36 37<br />

Sabrina Maniglio sabrinam@student.ethz.ch 076 583 08 28<br />

Andreas Meier meieandr@student.ethz.ch 079 487 20 08<br />

Faye Märki fmaerki@student.ethz.ch 079 328 81 92<br />

Riccardo Panizza rpanizza@student.ethz.ch 079 645 45 55<br />

Sebastian Rieker sebastian.rieker@gmx.de 078 872 04 35<br />

Monika Rudschewski monikaru@student.ethz.ch 077 463 22 08<br />

Angela Schütz angschue@student.ethz.ch 079 796 73 67<br />

Daniel Zweigle danielzweigle@gmx.net 0049 152 09 20 43 98<br />

Joël Tettamanti joel@tettamanti.ch 078 606 58 28<br />

Simon Kretz kretz@arch.ethz.ch 079 448 63 02<br />

Michael Wagner wagner@arch.ethz.ch 078 715 11 01<br />

Teilnehmer<br />

7


8 Programm


Tagesthemen<br />

Montag, 25.10.2010<br />

Erk<strong>und</strong>en Sie Ihr Gebiet. Zu Fuss, <strong>und</strong> mit allen Sinnen. Welche räumlichen, sozialen, <strong>und</strong><br />

atmosphärischen Charakteristika können Sie ausmachen? Welche Verbindungen <strong>und</strong> Brüche<br />

können Sie innerhalb des Perimeters feststellen? Entdecken Sie (Un-)Typisches im Quartier,<br />

finden Sie potentielle Freiräume (räumliche <strong>und</strong> gedankliche), untersuchen Sie dichte Situationen<br />

<strong>und</strong> vorhandene Strukturen. Halten Sie Ihre Beobachtungen mit <strong>der</strong> Kamera fest. Welche<br />

Themen interessieren Sie <strong>und</strong> warum?<br />

Dienstag, 26.10.2010<br />

Erst durch die Entwicklung von räumlichem, sozialem <strong>und</strong> wirtschaftlichem Austausch sowie<br />

den daraus entstehenden Beziehungen entstehen in <strong>der</strong> Überlagerung von unterschiedlichen<br />

Ansprüchen urbane Gefüge. Diese zeichnen sich durch wechselseitige Nutzen aus, aber auch<br />

durch Konflikte <strong>und</strong> gegenseitige Abhängigkeiten. Welche Atmosphären strahlen die von Ihnen<br />

beobachteten urbanen Gefüge, Situationen <strong>und</strong> Momente aus beziehungsweise erzeugen sie?<br />

Halten Sie Ihre Beobachtungen mit <strong>der</strong> Kamera fest. Versuchen Sie, rein dialektische Aussagen<br />

o<strong>der</strong> Stereotypen zu vermeiden <strong>und</strong> konzentrieren Sie sich vielmehr auf eher latent vorhandene<br />

Beziehungen (Latenzzeit: Zeitraum zwischen einem verborgenen Ereignis <strong>und</strong> dem Eintreten<br />

einer sichtbaren Reaktion darauf).<br />

Mittwoch, 27.10.2010<br />

Vertiefen Sie unter Einbezug <strong>der</strong> Erkenntnisse zum urbanen Gefüge vom Vortag eines <strong>der</strong> von<br />

Ihnen beobachteten Themen vom Montag. Betrachten Sie Ihre Bil<strong>der</strong> als autonome Kommunikationsmittel<br />

(neben dem Raum <strong>und</strong> <strong>der</strong> Sprache). Bil<strong>der</strong> von Räumen unterschiedlicher Art dienen<br />

dem Dialog von Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen. Sie können durch aufmerksames<br />

Denken, Komponieren <strong>und</strong> Festhalten qualifiziert werden. Nutzen Sie dieses Potential <strong>und</strong><br />

versuchen Sie mit Ihrer Kamera prägnante Aussagen zu formulieren.<br />

Donnerstag, 28.10.2010<br />

Bewegung, Zeit <strong>und</strong> Wissen lassen sich auf Fotografien nur mittelbar festhalten. Welche dieser<br />

Mittel können Sie <strong>für</strong> Ihre Themen gezielt einsetzen? Und auf welche Weise lassen sich diese<br />

gezielt umsetzen um Ihre Bil<strong>der</strong> zu informieren? Experimentieren Sie im Hinblick auf die<br />

Aussagen, die Sie formulieren möchten <strong>und</strong> stärken Sie diese mit den Ihnen fotografisch zur<br />

Verfügung stehenden Mitteln. Überprüfen Sie Ihre Ergebnisse immer wie<strong>der</strong> mit den Vorstellungen,<br />

die Sie vorher hatten.<br />

Freitag, 29.10.2010<br />

Falls dies im Laufe <strong>der</strong> Woche noch nicht geschehen ist: Machen Sie heute IHR persönliches Bild<br />

des Perimeters! Versuchen Sie dabei, in EINEM Bild latent vorhandene Anzeichen von Urbanität<br />

abzubilden. Kondensieren Sie Ihre Aussagen zu einem Porträt, das den aufmerksamen Betrachter<br />

in die Lage versetzt, mehr als nur das zu sehen, was physisch abgebildet ist. Gehen Sie soweit,<br />

dass in <strong>der</strong> Verdichtung bereits mögliche zukünftige Zustände <strong>der</strong> vorgef<strong>und</strong>enen Situation<br />

erkennbar werden.<br />

Tagesthemen<br />

9


Diskussionsgäste<br />

Franz Krähenbühl<br />

*1978. 1999 – 2004 Studium Kunst <strong>und</strong> Vermittlung an <strong>der</strong> Hochschule <strong>für</strong> Gestaltung <strong>und</strong> Kunst<br />

Luzern; 2006 – 2010 Studium <strong>der</strong> Kunstgeschichte <strong>und</strong> Ausstellungswesen an <strong>der</strong> Universität<br />

Bern; 2008 – 2009 Praktikum im migros museum <strong>für</strong> gegenwartskunst Zürich; 2009/2010<br />

Gastjuror <strong>der</strong> Kunstför<strong>der</strong>ausstellung ‘Plattform10‘ <strong>und</strong> seit Januar 2010 Wissenschaftlicher<br />

Mitarbeiter an <strong>der</strong> Zürcher Hochschule <strong>der</strong> Künste.<br />

Marc Munter<br />

*1972. 2001 – 2007 Studium <strong>der</strong> Kunstgeschichte <strong>und</strong> <strong>der</strong> Germanistik an <strong>der</strong> Universität Bern,<br />

2008 – 2009 Assistenzkurator am PROGR_Zentrum <strong>für</strong> Kulturproduktion Bern; seit 2008<br />

Doktorand am Institut <strong>für</strong> Kunstgeschichte <strong>der</strong> Universität Bern, Abteilung <strong>der</strong> Mo<strong>der</strong>ne <strong>und</strong> <strong>der</strong><br />

Gegenwart <strong>und</strong> seit 3/2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter <strong>der</strong> Kunstabteilung am Museum zu<br />

Allerheiligen Schaffhausen.<br />

Barbara Preisig<br />

*1980. 2000 – 2007 Studium <strong>der</strong> Kunstgeschichte <strong>und</strong> Philosophie an den Universitäten Bern<br />

<strong>und</strong> Wien; seit 2007 Mitarbeiterin in <strong>der</strong> Galerie Francesca Pia; 2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin<br />

an <strong>der</strong> Zürcher Hochschule <strong>der</strong> Künste; seit 2009 Doktorandin am Institut <strong>für</strong> Kunstgeschichte<br />

<strong>der</strong> Universität Bern, Abteilung <strong>der</strong> Mo<strong>der</strong>ne <strong>und</strong> <strong>der</strong> Gegenwart.<br />

Cordula Püstow<br />

*1976. Studium <strong>der</strong> Architektur am Departement Architektur <strong>der</strong> ETH Zürich; 2004 - 2007<br />

Wissenschaftliche Assistentin an <strong>der</strong> Dozentur Soziologie Christina Schumacher <strong>und</strong> Christian<br />

Schmid am Departement Architektur <strong>der</strong> ETH Zürich. 2007 – 2009 Strategische Planung <strong>und</strong><br />

Beratung bei Beatrice Bayer Architekten in Basel. Seit 2009 Städtebau <strong>und</strong> Raumplanung bei<br />

Suter, von Känel, Wild in Zürich.<br />

Judith Welter<br />

*1980. 2000 – 2008 Studium <strong>der</strong> Kunstgeschichte, Spanische Literaturwissenschaft <strong>und</strong> Religionswissenschaft<br />

an <strong>der</strong> Universität Bern; 2004 – 2007 Registrar/Ausstellungskoordination; seit<br />

2007 Sammlungskonservatorin/Ausstellungskoordination migros museum <strong>für</strong> gegenwartskunst<br />

Zürich; seit 2009 Doktorandin am Institut <strong>für</strong> Kunstgeschichte <strong>der</strong> Universität Bern,<br />

Abteilung <strong>der</strong> Mo<strong>der</strong>ne <strong>und</strong> <strong>der</strong> Gegenwart.<br />

Evert Ypma<br />

*1975. Designer/Forscher/Stratege zu Identität, Bildpolitik <strong>und</strong> kreativer Innovation; Studium an<br />

<strong>der</strong> Willem de Kooning Academy (BA) Rotterdam <strong>und</strong> <strong>der</strong> Academy Post St-Joost (MA) Breda;<br />

verschiedene Kooperationen mit an<strong>der</strong>en Designern; Studium Corporate Identity <strong>und</strong> Design<br />

Management an <strong>der</strong> Universität <strong>für</strong> angewandte Wissenschaften <strong>der</strong> Nordschweiz; 2005 – 2010<br />

Leiter des CAS Corporate Design – Multiplicity & Visual Identities am Institut <strong>für</strong> Design<br />

Forschung <strong>der</strong> ZHdK; regelmässige Vorträge an Universitäten, Symposien <strong>und</strong> Seminaren.<br />

Max Zeckau<br />

*1974. 2000 – 2005 Studium Fotografie bei Prof. Rudolf Schäfer, Hochschule <strong>für</strong> Kunst, Halle/<br />

Saale; 2005 – 2008 Studium Fotografie bei Prof. André Gelpke, Zürcher Hochschule <strong>der</strong> Künste,<br />

Zürich; neben dem Brotjob fotografische Langzeitprojekte <strong>und</strong> ausgewählte Aufträge; seit 2009<br />

Leiter Kommunikation beim Klimaschutzunternehmen South Pole Carbon.<br />

10 Diskussionsgäste


Referenten<br />

Georg Aerni<br />

*1959. Fotograf. Studium <strong>der</strong> Architektur an <strong>der</strong> ETH Zürich. Seit 1992 freischaffende Tätigkeit<br />

als Fotograf. Zahlreiche Einzel- <strong>und</strong> Gruppenausstellungen im In- <strong>und</strong> Ausland; ausgezeichnet<br />

mit diversen Preisen <strong>und</strong> Stipendien; seine Werke wurden bereits in viele Sammlungen aufgenommen<br />

<strong>und</strong> sind umfangreich publiziert.<br />

Andreas Fiedler<br />

Freier Kurator <strong>und</strong> Kunstkritiker; Gastkurator u. a. im Helmhaus Zürich, Kunstmuseum Luzern,<br />

Kunstmuseum Solothurn; zahlreiche Buchprojekte <strong>und</strong> Textbeiträge zur zeitgenössischen Kunst;<br />

Autor von Katalogtexten <strong>für</strong> verschiedene internationale Kunstinstitutionen; diverse Mandate im<br />

Bereich Kunst <strong>und</strong> Bau, Kunst im öffentlichen Raum, Kunstsammlungen <strong>und</strong> Jurys; mehrfach als<br />

Gastdozent tätig, u.a. Lehrauftrag am Institut <strong>für</strong> Kunstgeschichte <strong>der</strong> Universität Bern,<br />

Abteilung Kunstgeschichte <strong>der</strong> Gegenwart.<br />

Sabine Wolf<br />

*1972. Diplom Raum- <strong>und</strong> Umweltplanerin, Landschaftsarchitektin BSLA. Doktorandin <strong>und</strong><br />

wissenschaftliche Assistentin am Institut <strong>für</strong> Landschafts<strong>architektur</strong>, Professur Christophe Girot<br />

an <strong>der</strong> ETH Zürich. Forschungsthema ist die Repräsentation urbaner Landschaft im Film,<br />

geplante Fertigstellung <strong>der</strong> Dissertation Winter 2010. Seit 2007 Redaktorin <strong>der</strong> Schweizer<br />

Fachzeitschrift <strong>für</strong> Landschafts<strong>architektur</strong> anthos, seit 1.1.2010 Redaktionsleitung.<br />

Jürgen Krusche<br />

*1959. Stadtforscher <strong>und</strong> Künstler; Studium <strong>der</strong> Musik, Philosophie, Design- <strong>und</strong> Kunsttheorie in<br />

Augsburg, München <strong>und</strong> Zürich; diverse Lehr- <strong>und</strong> Forschungsaufträge sowie Ausstellungen <strong>und</strong><br />

Publikationen in Deutschland, Japan, <strong>und</strong> <strong>der</strong> Schweiz; seit 2007 Leiter des Forschungsprojekts<br />

TAKING TO THE STREETS am Lehrstuhl <strong>für</strong> Landschafts<strong>architektur</strong> Günther Vogt am<br />

Departement Architektur <strong>der</strong> ETH Zürich.<br />

Joël Tettamanti<br />

*1977. Freier Fotograf; Studium Grafikdesign <strong>und</strong> Fotografie an <strong>der</strong> ECAL Lausanne; Diverse<br />

Einzel- <strong>und</strong> Gruppenausstellungen in <strong>der</strong> Schweiz, Belgien, Frankreich, Luxemburg <strong>und</strong> den<br />

Vereinigten Staaten von Amerika; 2006 Monografie ‚Local Studies‘, herausgegeben durch Etc<br />

Publications <strong>und</strong> das Museum <strong>für</strong> Mo<strong>der</strong>ne Kunst Grand Duc Jean du Luxembourg.<br />

Referenten<br />

11


PROBE 1<br />

LIMMATPLATZ - WIEDIKON<br />

PROBE 2<br />

OERLIKON - FLUGHAFEN<br />

PROBE 3<br />

RICHTERSWIL - FREIENBACH<br />

Neue Urbanisationsprozesse<br />

Die Form <strong>der</strong> Urbanisierung hat sich in den letzten Jahren gr<strong>und</strong>legend verän<strong>der</strong>t. An den verschiedensten<br />

Orten sind neue urbane Landschaften entstanden, die sich entscheidend von den<br />

bisherigen städtischen Formen unterscheiden. Die konzentrisch aufgebauten Agglomerationen<br />

des zwanzigsten Jahrhun<strong>der</strong>ts lösen sich auf, <strong>und</strong> es bilden sich komplex strukturierte polyzentrische<br />

Stadtregionen heraus, die weit in bislang ländliche Gebiete ausgreifen (vgl. z.B. Soja 2000,<br />

Scott 2001). Zugleich sind die Städte in den letzten Jahren immer stärker zu Zentren <strong>der</strong> Innovation<br />

<strong>und</strong> <strong>der</strong> Kommunikation geworden, in denen sich die zukunftsträchtigen Wirtschaftszweige<br />

konzentrieren. Zum einen bilden sie den bevorzugten Alltagsraum <strong>für</strong> gut situierte Angestellte<br />

<strong>und</strong> Spezialisten, die ein weltoffenes, kreatives <strong>und</strong> anregendes Umfeld schätzen. Zum an<strong>der</strong>en<br />

sind sie durch die räumliche Nähe von unterschiedlichsten Tätigkeiten <strong>und</strong> Projekten auch wichtige<br />

Generatoren von Innovationen (Florida 2005). Weiteren Auftrieb erhielt diese Entwicklung<br />

durch die Globalisierung <strong>und</strong> die Entstehung von weltumspannenden Netzwerken <strong>der</strong> Produktion<br />

<strong>und</strong> <strong>der</strong> Kommunikation. Es bildeten sich strategische Knoten <strong>der</strong> Weltökonomie heraus, sogenannte<br />

Global Cities, die sich auf internationaler Ebene zugleich vernetzen <strong>und</strong> konkurrenzieren<br />

(vgl. z.B. Sassen 1996, Brenner/Keil 2006). Sowohl in <strong>der</strong> Forschung als auch in <strong>der</strong> Praxis ist <strong>der</strong><br />

Umgang mit diesen neuen urbanen Entwicklungen ausserordentlich vielschichtig <strong>und</strong> komplex.<br />

Ein wichtiger Aspekt dieser umfassenden Transformation <strong>der</strong> Städte liegt in mehreren Generationen<br />

von Urbanisierungs- <strong>und</strong> Suburbanisierungsprozessen, die zu einem Verlust an vertrauten<br />

städtischen Formen geführt haben. Die erste Welle <strong>der</strong> Suburbanisierung lässt sich im Sinne eines<br />

Überlaufens des städtischen Raums charakterisieren (1.Generation, z.B. Doxiadis 1968). Seither<br />

haben sich die Agglomerationsräume über die Bildung <strong>der</strong> räumlichen Konfigurationen <strong>der</strong> Zwi-<br />

12<br />

aus: NFP65 | Urbane Potentiale <strong>und</strong> Strategien in metropolitanen Territorien


schen<strong>stadt</strong> (2. Generation, Sieverts 1997) zu komplexen vernetzten Stadtregionen, <strong>der</strong> Netz<strong>stadt</strong>,<br />

entwickelt (3.Generation, Oswald/Baccini 2003). Schliesslich sind polyzentrische Metropolitanregionen<br />

entstanden (4.Generation, Hajer/Reijndorp 2001; Hall 2006). In den als vollkommen<br />

urbanisiert zu betrachtenden sub- <strong>und</strong> periurbanen Gebieten ist heute nun ein weiterer, durch<br />

räumlich-ökonomische Effekte vorangetriebener Differenzierungsprozess zu beobachten, welcher<br />

durch die konsequente Erschliessung <strong>der</strong> synergetischen Potentiale spezifischer Grenz- <strong>und</strong><br />

Nachbarschaftseffekte ausgelöst wird (5. Generation, Läpple/Soyka 2007; Prins 2008; Michaeli/<br />

Salewski 2008). In diesem Prozess lösen sich die bisherigen Formen <strong>der</strong> Stadt teilweise auf, <strong>und</strong><br />

zugleich verän<strong>der</strong>n sich auch die spezifischen Qualitäten des Städtischen. Die heutige metropolitane<br />

Grossregion umfasst sehr unterschiedliche Urbanisierungsmuster <strong>und</strong> urbane Konstellationen.<br />

In diesem Kontext erweist sich die Frage nach Urbanität <strong>und</strong> <strong>der</strong>en Qualifizierung in urbanen<br />

Transformationsprozessen als enorme Herausfor<strong>der</strong>ung (Sieverts et al. 2004, 2007).<br />

Urbane Qualität <strong>und</strong> Urbanität<br />

Die Frage <strong>der</strong> Urbanität gehört zu den klassischen Fragen <strong>der</strong> Stadtsoziologie. In seinem berühmten<br />

Essay Die Grossstädte <strong>und</strong> das Geistesleben von 1903 fasste <strong>der</strong> deutsche Soziologe Georg<br />

Simmel die Stadt als eine kulturelle Form auf <strong>und</strong> postulierte einen Zusammenhang von städtischer<br />

Morphologie <strong>und</strong> sozialer Organisation des Zusammenlebens. In Urbanism as a way of life<br />

von 1938, einem <strong>der</strong> bis heute wichtigsten <strong>stadt</strong>soziologischen Aufsätze, definierte Louis Wirth,<br />

teilweise im Rückgriff auf Simmel, Urbanität als eine „Lebensweise“, die auf bestimmten materiellen<br />

Faktoren des Zusammenlebens basiert: <strong>der</strong> Grösse, <strong>der</strong> Dichte <strong>und</strong> <strong>der</strong> Heterogenität. Diese<br />

Vorstellungen prägen bis heute die <strong>stadt</strong>soziologische Debatte. Allerdings haben sich die Städte,<br />

wie oben erläutert, seither gr<strong>und</strong>legend verän<strong>der</strong>t. Dem Verständnis von urbaner Qualität wird<br />

aber immer noch oft ein Urbanitätsbegriff unterlegt, <strong>der</strong> sich an früheren Phasen <strong>der</strong> Stadtentwicklung<br />

orientiert <strong>und</strong> damit dem Untersuchungsgegenstand nicht mehr gerecht wird. Deshalb<br />

stellt sich heute die Frage <strong>der</strong> Urbanität neu, <strong>und</strong> es wird eine Neudefinition <strong>der</strong> urbanen Qualitäten<br />

erfor<strong>der</strong>lich, die in <strong>der</strong> Lage ist, die Dynamik <strong>und</strong> auch die Unterschiedlichkeit <strong>der</strong> städtischen<br />

Prozesse mit zu berücksichtigen.<br />

Auf einer allgemeinen Ebene lässt sich die Stadt als Ort <strong>der</strong> Differenzen verstehen: So postulierte<br />

<strong>der</strong> französische Philosoph Henri Lefebvre in den 1970er Jahren, dass das Urbane die Voraussetzung<br />

da<strong>für</strong> schaffe, Unterschiede anzuerkennen <strong>und</strong> fruchtbar werden zu lassen. Stadt ist <strong>der</strong> Ort,<br />

an dem gesellschaftliche Differenzen aufeinan<strong>der</strong>prallen <strong>und</strong> produktiv werden, ein Ort <strong>der</strong> Begegnung,<br />

<strong>der</strong> Kommunikation <strong>und</strong> <strong>der</strong> Information, <strong>und</strong> damit auch ein Ort, an dem sich Zwänge<br />

<strong>und</strong> Normalitäten auflösen, wo das spielerische Moment <strong>und</strong> das Unvorhersehbare hinzutreten<br />

<strong>und</strong> wo sich die Möglichkeit bietet, unterschiedlichste Lebensentwürfe realisieren zu können. Erst<br />

das Zusammenspiel von Differenzen setzt jene Energien frei, durch die sich die Stadt fortwährend<br />

neu erfindet. Differenzen müssen deshalb dynamisch begriffen werden: Sie sind nicht etwas, was<br />

eine Stadt «hat», son<strong>der</strong>n das sie ständig von neuem produziert <strong>und</strong> reproduziert.<br />

In jüngerer Zeit haben sich vor allem Häussermann <strong>und</strong> Siebel mit <strong>der</strong> verän<strong>der</strong>ten Situation <strong>der</strong><br />

Städte <strong>und</strong> <strong>der</strong> Urbanität befasst (Häussermann/Siebel 1987; 2004). Dabei wird insbeson<strong>der</strong>e<br />

deutlich, dass die von <strong>der</strong> klassischen Sozio-logie ins Zentrum gerückten Kriterien <strong>der</strong> Heterogenität<br />

<strong>und</strong> <strong>der</strong> Dichte ihre Bedeutung nicht verloren haben, aber aktualisiert werden müssen (vgl.<br />

im Folgenden Häussermann 2007). So haben die Massenmotorisierung <strong>und</strong> die neuen Kommunikationstechnologien<br />

zwar zu sinkenden Einwohner- <strong>und</strong> Nutzungsdichten geführt. Dennoch<br />

kann es zu hoher Interaktionsdichte kommen, die nicht mehr in räumlichen Distanzen, son<strong>der</strong>n<br />

in Zeiteinheiten gemessen werden. Interaktionsdichte kann bis zu einem gewissen Grad unabhängig<br />

vom Raum organisiert werden, <strong>und</strong> umgekehrt zieht hohe bauliche Dichte nicht zwangsläufig<br />

auch Interaktionsdichte nach sich. Dabei ist aber immer noch eine ausgeprägte soziale, kulturelle<br />

aus: NFP65 | Urbane Potentiale <strong>und</strong> Strategien in metropolitanen Territorien<br />

13


<strong>und</strong> ökonomische Heterogenität von zentraler Bedeutung <strong>für</strong> die Entstehung von Urbanität <strong>und</strong><br />

diese findet sich wie<strong>der</strong>um vor allem in dichten, durchmischten, innerstädtischen Quartieren, die<br />

somit weiterhin die wichtigsten Orte mit hoher Urbanität darstellen. Entsprechend erleben gerade<br />

diese Gebiete heute eine Renaissance <strong>und</strong> eine entsprechend hohe Wohnungsnachfrage mit<br />

entsprechenden negativen Begleiterscheinungen, wie sich gerade aktuell in Zürich zeigt. Gerade<br />

angesichts dieser Tendenzen stellt sich die dringliche Frage, wie eine hohe urbane Qualität in<br />

an<strong>der</strong>en Teilen <strong>der</strong> Stadt erzielt werden kann.<br />

Eine neue Definition urbaner Qualität<br />

Die gesellschaftliche <strong>und</strong> ökonomische Ausdifferenzierung <strong>der</strong> vergangenen Jahrzehnte haben<br />

einen tiefgreifenden Wandel <strong>der</strong> Städte <strong>und</strong> ihrer räumlichen Eigenschaften bewirkt <strong>und</strong> die<br />

Kategorie <strong>der</strong> kompakten historischen Stadt ist heute nur noch eines von zahlreichen urbanen<br />

Elementen polyzentrischer urbaner Gewebe (Venturi 2003; Hall 2006).Vor dem Hintergr<strong>und</strong><br />

historischer Begriffe von Urbanität erscheinen diese Stadtregionen mit ihren dispersen <strong>und</strong><br />

heterogenen Siedlungsstrukturen <strong>und</strong> Eigenschaften defizitär. Im Zuge einer schrittweisen vollständigen<br />

Urbanisierung <strong>der</strong> Gesellschaft haben sich vielfältige morphologische <strong>und</strong> funktionale<br />

Ausprägungen des Städtischen entwickelt, die sich mit disziplinären Ansätzen nur unvollständig<br />

erfassen <strong>und</strong> erklären lassen. Gleichzeitig kann bislang nicht von einem allgemein anerkannten<br />

interdisziplinären Bewertungsschema zur Qualifizierung zeitgenössischer urbaner Formen ausgegangen<br />

werden (Oswald/Baccini 2003; Shane 2005).<br />

Dies äussert sich insbeson<strong>der</strong>e in <strong>der</strong> Praxis, wo auf die neuen Herausfor<strong>der</strong>ungen in den vergangenen<br />

Jahrzehnten vorwiegend durch pragmatische Ansätze reagiert worden ist, welche vor<br />

allem darauf bedacht waren, die Funktionalität des Bauwerks Stadt vor dem Hintergr<strong>und</strong> einer<br />

bis anhin ungekannten Ausdehnung <strong>der</strong> Siedlungsgebiete aufrecht zu erhalten. Die Qualitätsdiskussion<br />

bezogen auf die Stadt als Ganzes ist dabei weitgehend aus dem Blick geraten <strong>und</strong> kommt<br />

in Städtebau <strong>und</strong> Raumplanung bis heute zu kurz. Sie darf nicht länger auf bekannte historische<br />

Stadtkatego-rien beschränkt werden, son<strong>der</strong>n muss auf städtische Kategorien <strong>und</strong> Phänomene<br />

jüngeren Datums ausgeweitet werden. Die forschungsrelevante Lücke besteht in interdisziplinären<br />

Untersuchungen, die z.B. unter Einbezug historischer, gestalterischer <strong>und</strong> soziologischer<br />

Aspekte vergleichbare Angaben zu urbanen Qualitäten <strong>und</strong> Potentialen enthalten <strong>und</strong> somit<br />

Hinweise auf eine nachhaltige Bewältigung aktueller <strong>städtebau</strong>licher Planungs- <strong>und</strong> Entwurfsaufgaben<br />

liefern. Um diese Lücke mit dem Ziel einer langfristig angelegten <strong>und</strong> nachhaltigen Entwicklung<br />

urbaner Regionen zu schliessen, bedarf es einerseits einer vertieften Kenntnis <strong>der</strong> Logik<br />

zeitgenössischer Urbanisierungsprozesse <strong>und</strong> an<strong>der</strong>erseits <strong>der</strong> Verknüpfung baulich-räumlicher<br />

<strong>und</strong> politisch-administrativer Massnahmen zur gezielten För<strong>der</strong>ung urbaner Qualitäten <strong>und</strong> <strong>der</strong><br />

Aktivierung ungenutzter o<strong>der</strong> brachliegen<strong>der</strong> urbaner Potentiale.<br />

14<br />

aus: NFP65 | Urbane Potentiale <strong>und</strong> Strategien in metropolitanen Territorien


Probengebiete<br />

In den Proben werden bislang wenig erforschte urbane Phänomene thematisiert, die in <strong>der</strong> 4.<br />

o<strong>der</strong> 5. Generation <strong>der</strong> Urbanisierung anzusiedeln sind (siehe Punkt 1.1). Kontrastierend dazu<br />

kommt ein innerstädtisches Gebiet, das einer starken Verän<strong>der</strong>ungsdynamik unterworfen ist.<br />

Die Perimeter sind bewusst gross gewählt. Dies erlaubt es einerseits, die urbanen Dynamiken<br />

grossräumig erfassen zu können, an<strong>der</strong>erseits enthalten die Proben so jeweils genügend viele unterschiedliche<br />

urbane Situationen, die in Detailstudien weiter vertieft untersucht werden können.<br />

Die Proben werden jeweils durch eine <strong>der</strong> drei Gruppen bearbeitet, damit komplementäre Aussagen<br />

zur urbanen Qualität in unterschiedlichen Kontexten erarbeitet werden können.<br />

aus: NFP65 | Urbane Potentiale <strong>und</strong> Strategien in metropolitanen Territorien<br />

15


Richterswil – Freienbach<br />

Am Beispiel dieses Sektors am oberen Zürichsee lassen sich exemplarisch unterschiedliche<br />

Ausprägungen periurbaner Siedlungsentwicklung untersuchen, die sich durch die Überlagerung<br />

zahlreicher funktionaler Beziehungen im metropolitanen Kontext ergeben <strong>und</strong> so Urbanisierungsprozesse<br />

<strong>der</strong> 4. Generation entstehen lassen. Von speziellem Interesse ist in diesem<br />

Kontext auch die spezifische Grenzsituation zwischen den Kantonen Zürich <strong>und</strong> Schwyz mit<br />

ihrer unterschiedlichen Steuer- <strong>und</strong> Siedlungspolitik, die sich sowohl im physischen als auch<br />

im sozialen Raum spezifisch manifestiert. In <strong>der</strong> Grenzlage hat sich eine höchst komplexe Situation<br />

mit sehr unterschiedlichen Elementen entwickelt, die ehemalige Bauerndörfer, Einfamilienhausgebiete,<br />

Gewerbezonen, Shoppingcenter, Freizeit- <strong>und</strong> Vergnügungseinrichtungen<br />

<strong>und</strong> auch einen Ableger des Finanzplatzes Zürich umfassen. Dabei ist eine jener neuen urbanen<br />

Konstellationen entstanden, die nichts mehr mit den vertrauten Formen des Städtischen<br />

zu tun haben, aber durchaus typisch sind <strong>für</strong> heutige urbane Gebiete. Dieses Gebiet ist bislang<br />

erst wenig untersucht. In einer noch laufenden Untersuchung zur S 5-Stadt (ETH Wohnforum<br />

2010) finden sich aber einige wichtige Ergebnisse, insbeson<strong>der</strong>e zu den Wohnformen. Neben<br />

<strong>der</strong> Frage nach den spezifischen Qualitäten solcher neuer urbaner Konstellationen sollen die<br />

Probleme <strong>und</strong> Potentiale unterschiedlicher territorialer Zuständigkeiten <strong>und</strong> Kompetenzen<br />

innerhalb urbaner Grossregionen thematisiert werden.<br />

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aus: NFP65 | Urbane Potentiale <strong>und</strong> Strategien in metropolitanen Territorien


Oerlikon – Flughafen<br />

Dieser Sektor im Norden Zürichs wurde ausgewählt, weil sich hier prototypisch die räumlichen<br />

Effekte innerhalb einer stark fragmentierten urbanen Zone <strong>der</strong> 5. Generation <strong>der</strong> Urbanisierung<br />

untersuchen lassen. Sie zeichnet sich durch den überraschenden Gegensatz sehr<br />

unterschiedlicher Nutzungen aus, die seit kurzem auch mit <strong>der</strong> Strassenbahn erschlossen <strong>und</strong><br />

vernetzt werden. In diesen heterogenen urbanen Situationen liegen grosse urbane Potentiale,<br />

sie müssen aber erkannt, gestärkt <strong>und</strong> geför<strong>der</strong>t werden. Thierstein et al. (2003) haben in ihrer<br />

Studie zur räumlichen Entwicklung <strong>der</strong> Glattal<strong>stadt</strong> die Situationsbeschreibung einer „Stadt<br />

<strong>der</strong> Regionen“ erarbeitet. Diese verstehen sie gleichzeitig als Metapher <strong>für</strong> einen städtischen<br />

Raum, <strong>der</strong> aus unterschiedlichen, ausgreifenden, sich überlappenden regionalen Handlungsräumen<br />

mit unterschiedlichen Zuständigkeiten <strong>und</strong> Aufgaben besteht. Daraus entstehen<br />

vielfältige Effekte, die sich unter an<strong>der</strong>em durch die Kooperationen zwischen <strong>der</strong> privatwirtschaftlich<br />

organisierten Flugwirtschaft <strong>und</strong> den umliegenden Gebietskörperschaften auf unterschiedlichen<br />

Massstabs- <strong>und</strong> Organisationsebenen ergeben. Gleichzeitig stellt sich die Frage<br />

nach den bestehenden <strong>und</strong> potentiellen Qualitäten eines heterogenen urbanen Gebietes, in<br />

welchem unterschiedliche Dynamiken aufeinan<strong>der</strong>treffen. Zudem sollen die soziale Interaktion<br />

<strong>und</strong> die Qualitäten des öffentlichen Lebens in jungen Entwicklungsgebieten an <strong>der</strong> Grenze<br />

<strong>der</strong> Stadt Zürich untersucht werden.<br />

aus: NFP65 | Urbane Potentiale <strong>und</strong> Strategien in metropolitanen Territorien<br />

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Limmatplatz – Wiedikon<br />

Am Beispiel dieses Sektors lassen sich Entwicklungsprozesse untersuchen, die durch interne<br />

<strong>und</strong> externe Dynamiken auf die Kern<strong>stadt</strong> einer hochdynamischen metropolitanen Region<br />

wirken. Verb<strong>und</strong>en mit historischen Typologien zeigt sich hier noch eine ‚klassische Form‘<br />

von Urbanität, mit dichten <strong>und</strong> heterogenen Netzwerken <strong>der</strong> Interaktion. Gesellschaftliche<br />

<strong>und</strong> ökonomische Verän<strong>der</strong>ungen wirken sich spezifisch auf diese Ge- biete <strong>und</strong> ihre urbanen<br />

Qualitäten aus <strong>und</strong> bewirken unterschiedliche Effekte <strong>der</strong> Gentrifizierung <strong>und</strong> Aufwertung.<br />

Heye <strong>und</strong> Leuthold (2004) haben aufgr<strong>und</strong> statistischer Auswertungen bereits <strong>für</strong> die Periode<br />

zwischen 1990 <strong>und</strong> 2000 eine starke Aufwertungstendenz <strong>der</strong> innerstädtischen Quartiere<br />

festgestellt, <strong>und</strong> eine neuere Studie zum Langstrassenquartier (O<strong>der</strong>matt et al. 2008) zeigt,<br />

dass ein deutlicher Verdrängungseffekt vorliegt <strong>und</strong> dass dieser stark mit baulichen Prozessen<br />

zusammenhängt. So stellt sich heute anhand dieses Gebietes exemplarisch die Frage nach den<br />

spezifischen urbanen Qualitäten historischer Innen<strong>stadt</strong>gebiete vor dem Hintergr<strong>und</strong> starker<br />

Entwicklungsdynamiken <strong>und</strong> den zeitgenössischen Anfor<strong>der</strong>ungen an das Bauwerk Stadt.<br />

18<br />

aus: NFP65 | Urbane Potentiale <strong>und</strong> Strategien in metropolitanen Territorien


20 aus: Kevin Lynch, Das Bild <strong>der</strong> Stadt, Friedr. Vieweg + Sohn Verlagsgesellschaft, Braunschweig , 1975


aus: Peter Fischli, David Weiss | Siedlungen, Agglomeration, Edition Patrick Frey, Zürich, 1993<br />

21


22<br />

Joël Tettamanti | Zürich-West | 2004 | aus: Angelus Eisinger, Städte Bauen –<br />

Städtebau <strong>und</strong> Stadtentwicklung in <strong>der</strong> Schweiz 1940-1970 | gta Verlag, 2004


Annelies Štrba | Postcardbook | Kunsthaus Zürich, 1997<br />

23


24 aus: ETH Studio Basel, Metropolitanregion Zürich, NZZ Verlag, Zürich 2010


aus: ETH Studio Basel, Metropolitanregion Zürich, NZZ Verlag, Zürich 2010<br />

25


26 aus: ETH Studio Basel, Metropolitanregion Zürich, NZZ Verlag, Zürich 2010


aus: ETH Studio Basel, Metropolitanregion Zürich, NZZ Verlag, Zürich 2010<br />

27


28 aus: ETH Studio Basel, Metropolitanregion Zürich, NZZ Verlag, Zürich 2010


aus: ETH Studio Basel, Metropolitanregion Zürich, NZZ Verlag, Zürich 2010<br />

29


30<br />

Restaurant am Strip Las Vegas | 1968 | aus: Hilar Stadler, Martino Stierli (Hrsg.) <strong>und</strong> Peter Fischli,<br />

Bil<strong>der</strong> aus dem Archiv von Robert Venturi <strong>und</strong> Denise Scott Brown, Scheidegger & Spiess, Zürich, 2009


aus: Hilar Stadler, Martino Stierli (Hrsg.) <strong>und</strong> Peter Fischli, Bil<strong>der</strong> aus dem Archiv<br />

von Robert Venturi <strong>und</strong> Denise Scott Brown, Scheidegger & Spiess, Zürich, 2009<br />

31


32<br />

Axel Hütte | New York Las Vegas | 2004 |<br />

aus: Welt<strong>bil<strong>der</strong></strong>, Helmhaus Zürich <strong>und</strong> Verlag <strong>für</strong> mo<strong>der</strong>ne Kunst, Zürich, 2005


Boris Mikhailov | Something from Ukraine | 2003 |<br />

aus: Welt<strong>bil<strong>der</strong></strong>, Helmhaus Zürich <strong>und</strong> Verlag <strong>für</strong> mo<strong>der</strong>ne Kunst, Zürich, 2005<br />

33


34 Edward Ruscha | Every Building on the Sunset Strip | Los Angeles, 1. Edition, 1966


aus: Jane Jacobs, Tod <strong>und</strong> Leben grosser amerikanischer Städte, Ullstein Gmbh, Berlin, 1963<br />

35


36 aus: Jane Jacobs, Tod <strong>und</strong> Leben grosser amerikanischer Städte, Ullstein Gmbh, Berlin, 1963


aus: Jane Jacobs, Tod <strong>und</strong> Leben grosser amerikanischer Städte, Ullstein Gmbh, Berlin, 1963<br />

37


38 aus: Jane Jacobs, Tod <strong>und</strong> Leben grosser amerikanischer Städte, Ullstein Gmbh, Berlin, 1963


aus: Jane Jacobs, Tod <strong>und</strong> Leben grosser amerikanischer Städte, Ullstein Gmbh, Berlin, 1963<br />

39


40<br />

Peter Bialobrzeski | Neon Tigers Nr. 27, Shanghai | 2001 |<br />

aus: Welt<strong>bil<strong>der</strong></strong> 3, Helmhaus Zürich <strong>und</strong> Verlag <strong>für</strong> mo<strong>der</strong>ne Kunst, Zürich, 2009


Laurence Bonvin | Istanbul Peripheral | 2005-2006 |<br />

aus: Welt<strong>bil<strong>der</strong></strong> 2, Helmhaus Zürich <strong>und</strong> Verlag <strong>für</strong> mo<strong>der</strong>ne Kunst, Zürich, 2007<br />

41


Arno Hassler | Kairo | 2009 |<br />

aus: Welt<strong>bil<strong>der</strong></strong> 3, Helmhaus Zürich <strong>und</strong> Verlag <strong>für</strong> mo<strong>der</strong>ne Kunst, Zürich, 2009<br />

43


44<br />

aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001


aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001<br />

45


46<br />

aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001


aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001<br />

47


48<br />

aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001


aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001<br />

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50<br />

aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001


aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001<br />

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52<br />

aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001


aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001<br />

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54<br />

aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001


aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001<br />

55


56<br />

aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001


aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001<br />

57


58<br />

aus: Regina Bittner (Hrsg.), Urbane Paradiese.<br />

Zur Kulturgeschichte mo<strong>der</strong>nen Vergnügens, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2001


Martin Parr | Germany, Essen | 2002 | aus: Click Doubleclick, Verlag Walther König, Köln, 2006<br />

59


60<br />

Studenten des ‚Learning from Las Vegas Research Studio‘<br />

beim Start zum Helikopterflug über Las Vegas, 1968

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