Dokument-Download: Bebauungsplan Begründung - Stadt Dillingen ...

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ENTWURF

Bebauungsplan Nr. 9b

„Sportzentrum Pachten“

Entwurf der Begründung zum Bebauungsplan Nr. 9 b

„Sportzentrum Pachten“ der Stadt Dillingen

26.08.2013, erneute Auslegung


STAND: 26.08.2013, erneute Auslegung

BEARBEITET IM AUFTRAG der

Stadt Dillingen / Saar

VERANTWORTLICHER PROJEKTLEITER:

DIPL.-ING. HUGO KERN

RAUM- UND UMWELTPLANER

Geschäftsführender Gesellschafter

Projektbearbeitung:

DIPL.-Ing. Sarah End

RAUM- UND UMWELTPLANERin

KERN PLAN

GESELLSCHAFT FÜR STÄDTEBAU UND KOMMUNIKATION mbH

KIRCHENSTR. 12, 66557 ILLINGEN

TEL. 0 68 25 - 4 06 16 90, FAX 0 68 25 - 4 06 16 99

www.kernplan.de · info@kernplan.de

INHALT:

Planungsanlass und Ziele der Planung 4

Grundlagen und Rahmenbedingungen 5

Lage im Raum und Begrenzung des räumlichen Geltungsbereiches 5

Topografie des Plangebietes 6

Nutzung des Plangebietes und Umgebungsnutzung, Eigentumsverhältnisse 6

Verkehrsanbindung, Ver- und Entsorgung 6

Übergeordnete Planungsvorgaben der Raumordnung und Landesplanung 7

Naturschutz, Umwelt- und Nutzungspotenziale 8

Informelle Fachplanungen 10

Geltendes Planungsrecht, Angrenzende Bebauungspläne 10

Erforderlichkeit von neuem Planungsrecht 12

Gesetzliche Grundlagen 12

Stadt Dillingen - Bebauungsplan Nr. 9 b „Sportzentrum Pachten“

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Verfahrensvermerke 12

Kosten und Finanzierung 12

Verwendete Fachgutachten: Gutachten zu den Geräuschemissionen und -immissionen der Sportanlagen 12

Das Projekt 15

Planungsalternativen 15

Städtebauliches Konzept 15

Begründung der Festsetzungen und weitere Planinhalte 17

Flächen für Sportanlagen; hier: Fußball und Tennis 17

Flächen für Sportanlagen; hier: Reitsport 17

Maß der baulichen Nutzung 19

Bauweise 19

Überbaubare und nicht überbaubare Grundstücksfläche 20

Flächen, die von der Bebauung freizuhalten sind, Hier: Schutzabstand zum Bachlauf 20

Verkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung; Hier Verkehrsberuhigter Bereich 20

Verkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung; Hier öffentlicher Feldwirtschafts-/ Fußweg 20

Verkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung; Hier öffentliche Parkplatzflächen 21

Führung von unterirdischen Leitungen; Hier Abwasseranlage / Hauptsammler des EVS 21

Abwasserbeseitigung, einschließlich der Rückhaltung und Versickerung von Niederschlagswasser 21

Öffentliche Grünfläche; Hier Zweckbestimmung Spielplatz 22

Öffentliche Grünfläche 22

Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutz-Gesetzes 22

Flächen für die Anpflanzung von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen P1, P2 und P3 23

Flächen für die Erhaltung von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen sowie von Gewässern 24

Flächen, deren Böden erheblich mit umweltgefährdenden Stoffen belastet sind; Altlastenverdachtsflächen 24

Festsetzungen gem. § 9 Abs. 4 BauGB i.V.m. § 85 Abs. 4 LBO 24

Nachrichtliche Übernahmen, Hinweise, Kennzeichnungen 25

Auswirkungen des Bebauungsplanes, Abwägung 25

Abwägung der öffentlichen und privaten Belange 25

Gewichtung des Abwägungsmaterials 28

Fazit 28

Flächenbilanz 29

Stadt Dillingen - Bebauungsplan Nr. 9 b „Sportzentrum Pachten“

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Hinweis: Stellungnahmen sind ausschließlich

zu den geänderten oder

ergänzten Teilen / Sachverhalten abzugeben.

Die geänderten oder ergänzten

Teile / Sachverhalte sind in roter

Schrift hervorgehoben.

Planungsanlass und

Ziele der Planung

Im Nordwesten der Stadt Dillingen, im

Stadtteil Pachten, sind verschiedene

Sportanlagen gelegen (u.a. Reitsport,

Fußball und Tennis). Mit der Erstellung

des Bebauungsplanes sollen diese

Sportanlagen langfristig planungsrechtlich

gesichert und mögliche Konflikte

entschärft werden.

Das Plangebiet dient demnach überwiegend

sportlichen Zwecken.

Entsprechend der rückgehenden

Nachfrage nach Tennis, sind die Tennisplätze

aktuell nicht mehr vollständig

ausgelastet, so dass ein Teil dieser

Flächen im Rahmen der Aufstellung

des Bebauungsplanes einer neuen

Nutzung zugeführt werden kann. Da

im Plangebiet aktuell nicht genügend

Parkplatzflächen für den motorisierten

Individualverkehr vorhanden sind, soll

dieser Bedarf u.a. auf den nicht mehr

benötigten Flächen der beiden nördlichen

Tennisplätze im Südwesten

befriedigt werden. Neue, zusätzliche

Parkplatzflächen sollen der Neuordnung

des ruhenden Verkehrs dienen.

Unmittelbar östlich und südlich des

Plangebietes grenzt Wohnnutzung

an. Im Allgemeinen birgt das enge

Nebeneinander von Wohnbauflächen

und Sportanlagen die Gefahr von

Konflikten, ausgelöst durch zeitweise

lärmintensive Sportnutzungen in der

Umgebung von ruhebedürftigen Nutzungen.

Zentrales Anliegen der Stadt

Dillingen ist demnach langfristig das

verträgliche Nebeneinander dieser

beiden Nutzungen. Aus diesem Grund

Stadt Dillingen - Bebauungsplan Nr. 9 b „Sportzentrum Pachten“

hat die Stadt Dillingen eine „Gutachtliche

Stellungnahme zu den Geräuschemissionen

und -immissionen

der innerhalb des Geltungsbereiches

des geplanten Bebauungsplanes Nr.

9 b „Sportzentrum Pachten““ gelegenen

Sportanlagen in Auftrag gegeben.

Dessen planungsrechtliche Umsetzung

ist Bestandteil dieses Bebauungsplanes.

Das Gutachten kommt zu

dem Ergebnis, dass unter Beachtung

definierter Nutzungsbedingungen

ein verträgliches Nebeneinander von

Wohnnutzung und Sportanlagen gewährleistet

werden kann.

Erschlossen wird das Plangebiet durch

die beiden Straßen „Am Flachsfeld“

und „In der Lach“.

Demnach werden mit dem Bebauungsplan

folgende Planungsziele verfolgt:

• langfristige planungsrechtliche

Sicherung der Sportanlagen (Ballsport

und Reitsport) und zugehörigen

Nebenanlagen inkl. dem

Zugeständnis von Erweiterungsoptionen,

Sicherung des Spielplatzes

• Sicherung weiterer Flächen zur

Unterbringung des ruhenden Verkehrs

• Vorbereitung eines verträglichen

Nebeneinanders zwischen Wohnnutzung

und Sportanlagen

Zur Realisierung dieser Planungsziele

bedarf es der Aufstellung eines

Bebauungsplanes. Die Stadt Dillingen

hat demgemäß nach § 1 Abs.

3 BauGB und § 2 Abs. 1 BauGB die

Aufstellung des Bebauungsplanes Nr.

9b „Sportzentrum Pachten“ im vereinfachten

Bebauungsplanverfahren

beschlossen.

Der Flächennutzungsplan ist anzupassen.

Der Geltungsbereich umfasst eine Fläche

von ca. 68.360 m 2 .

Das Verfahren wird nach § 13 a BauGB

(Bebauungspläne der Innenentwicklung)

durchgeführt. Mit dem Gesetz

zur Erleichterung von Planungsvorhaben

für die Innenentwicklung der

Städte vom 21. Dezember 2006, das

mit der Novellierung des Baugesetzbuches

am 1. Januar 2007 in Kraft

trat, fällt die seit Juli 2004 vorgesehene

förmliche Umweltprüfung bei Bebauungsplänen

der Größenordnung

bis zu 20.000 m² weg.

Zur Einordnung innerhalb der räumlichen

Schwellenwerte gem. § 13 a

BauGB ist gem. § 13a Abs. 1 BauGB

die Fläche, „die bei Durchführung des

Bebauungsplans voraussichtlich versiegelt

wird“, maßgebend. Im Plangebiet

wird zu einem Großteil der Status

quo planungsrechtlich festgeschrieben.

Die voraussichtlich versiegelte

Fläche ist dabei kleiner als der zulässige

Schwellenwert von 20.000 m 2 .

Weitere Voraussetzung der Anwendung

des § 13a BauGB ist, dass keine

Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung

der in § 1 Abs. 6 Nr. 7 und 1a

BauGB genannten Umweltbelange

vorliegen. Dies trifft für den Geltungsbereich

gem. dem Ergebnis der naturschutzrechtlichen

Beurteilung zu, so

dass wesentliche Umweltauswirkungen

ausgeschlossen werden können.

Gemäß § 13a Abs. 2 Nr. 4 BauGB

gelten die Eingriffe als vor der planerischen

Entscheidung erfolgt, ein Ausgleich

der vorgenommenen Eingriffe

ist damit nicht notwendig.

Damit kann der Bebauungsplan als

Bebauungsplan der Innenentwicklung

gem. § 13 a BauGB ohne Durchführung

einer Umweltprüfung nach § 2

Abs. 4 BauGB und ohne Erstellung

eines Umweltberichtes nach § 2 a

BauGB aufgestellt werden.

Mit der Erstellung des Bebauungsplanes

ist die Kernplan GmbH, Gesellschaft

für Städtebau und Kommunika-

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tion, Kirchenstraße 12, 66557 Illingen,

beauftragt worden.

Grundlagen und

Rahmenbedingungen

Lage im Raum und

Begrenzung des räumlichen

Geltungsbereiches

Das Plangebiet liegt im westlichen

Stadtteil Pachten in der Stadt Dillingen.

Die Stadt ist dem Kreis Saarlouis

zugeordnet.

Das Plangebiet befindet sich nordwestlich

des zentralen Siedlungskörpers

der Stadt Dillingen.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes

wird wie folgt begrenzt:

• Im Norden und Westen ist das

Gebiet von landwirtschaftlich genutzten

Flächen umgeben. Des

Weiteren grenzt ein Vogelschutzgebiet

an den Geltungsbereich.

• Im Osten grenzt das Plangebiet

an die Straße „Am Flachsfeld“,

an die bestehende Wohnbebauung

und an einen Friedhof.

• Südwestlich des Gebietes liegen

zum Teil landwirtschaftliche Nutzflächen.

Auch der Dillinger Ökosee

ist südwestlich gelegen.

• Die Parkstraße bildet die südliche

Grenze des Geltungsbereiches

Lage im Raum, ohne Maßstab; Quelle: ZORA, LKVK des Saarlandes

Maßstab

m 100 200 300 400 500 600 700 800 900 1000 1:10000

Die genauen Grenzen des Geltungsbereiches

sind der Planzeichnung zum

Bebauungsplan zu entnehmen.

Geltungsbereich des Bebauungsplanes, ohne Maßstab; Quelle: Stadt Dillingen, Kernplan

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Topografie des Plangebietes

Das Plangebiet ist überwiegend reliefarm.

Lediglich an der östlichen Grenze

des Plangebietes steigt das Gelände

zur Straßenverkehrsfläche hin an und

weist mit Ausnahme dieser Aufschüttung

keine hervorzuhebende Topografie

vor. Aus diesem Grund ist nicht

davon auszugehen, dass sich die Topografie

in irgendeiner Weise auf die

Festsetzungen dieses Bebauungsplanes

auswirken wird.

Nutzung des Plangebietes

und Umgebungsnutzung,

Eigentumsverhältnisse

Die Flächen befinden sich überwiegend

im Eigentum der Stadt Dillingen,

sind jedoch an Reit- und Sportverein

verpachtet.

Im Plangebiet dominiert die sportliche

Nutzung. Im südlichen Bereich

sind aktuell ein Fußball-Rasenplatz,

ein Fußballkleinspielfeld und sechs

Tennisplätze gelegen. Für die beiden

nördlichen Tennisplätze im Südwesten

besteht langfristig jedoch kein Bedarf

mehr, so dass dieser Bereich einer

Neuplanung zur Verfügung steht.

Südlich des Fußballplatzes liegt das

Vereins- und Sportlerheim des SSV

Pachten.

Fußball-Rasenplatz und nördlich angrenzende Reithalle; Foto: Kernplan

Im Süden ist ein Spielplatz gelegen. Im

Übrigen umfasst der Geltungsbereich

Verkehrs- (Fuß- und Feldwirtschaftsweg,

Straße „In der Lach“) und Grünflächen.

Südlich und östlich grenzt Wohnbebauung

an das Plangebiet, nördlich

sind die Bogenschießanlage mit

Schützenhaus und der Friedhof gelegen.

Die angrenzenden Flächen

im Westen des Plangebietes werden

überwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Ein Teil der an den Geltungsbereich

westlich angrenzenden Flächen

ist als Vogelschutzgebiet ausgewiesen

(vgl. Ausführungen zu Naturschutz,

Umwelt- und Nutzungspotenziale). Im

Süden grenzt ein gemischt genutztes

Gebäude mit Gastronomie an den

Geltungsbereich an. Weiter südwestlich

liegt der Dillinger Ökosee.

Verkehrsanbindung,

Ver- und Entsorgung

Das Plangebiet wird über das östlich

bzw. südöstlich angrenzende Wohngebiet

erschlossen. Die Haupterschließung

erfolgt über die Straße „In der

Nördlich des Fußballplatzes wird ein

Großteil der verbleibenden Fläche des

Geltungsbereiches von einer Reitanlage

mit ihren zugehörigen baulichen

und sonstigen Anlagen eingenommen.

Hierzu gehören eine Reithalle, Stallungen,

Lagerräume und entsprechende

Freiflächen wie Koppeln, Reitplätze,

ein Fahrplatz sowie ergänzende Einrichtungen.

Zentral durch das Plangebiet verläuft

ein Bach, Gewässer III. Ordnung. Dieses

ist langfristig mit einem Schutzstreifen

zu sichern.

Östlich angrenzende Wohnbebauung, Straße „Am Flachsfeld“; Foto: Kernplan

Stadt Dillingen - Bebauungsplan Nr. 9 b „Sportzentrum Pachten“

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Bachlauf im Plangebiet; Foto: Kernplan

Lach“. Weiterhin dient auch die Straße

„Am Flachsfeld“ der Anbindung des

Plangebietes.

Im westlichen Teil des Plangebietes

verläuft von Nord nach Süd ein Feldwirtschafts-/

Fußweg. Dieser dient

auch der Erschließung der Reitanlage.

Die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur

ist bereits vorhanden. Das Plangebiet

ist bereits völlig erschlossen. Belange

der Versorgung des Planungsgebietes

mit Wasser und Strom sowie Belange

der Abwasserbeseitigung werden

durch die Planung nicht berührt.

Aktuell stellt sich die Entwässerung

des Plangebietes wie folgt dar:

• Das anfallende Schmutzwasser

der Reithalle wird über eine Kleinkläranlage

entsorgt (Überlauf

Vorfluter Haienbach),

• Das Vereinsgebäude des SSV

Pachten ist an das Mischwassersystem

der Straße „Am Flachsfeld“

angeschlossen,

• Die Entwässerung der Sportplatzflächen

(Fußballplatz) erfolgt

über eine Zisterne, der Überlauf

wird dem Haienbach zugeführt,

• Das auf dem Spielplatz anfallende

Niederschlagswasser wird versickert.

Übergeordnete

Planungsvorgaben der

Raumordnung und

Landesplanung

Gem. § 1 Abs. 4 BauGB sind die Bauleitpläne

den Zielen der Raumordnung

anzupassen. Folglich finden die übergeordneten

Vorgaben der Raumordnung

und Landesplanung bei der Aufstellung

der Bauleitpläne Beachtung.

Quelle: LEP Umwelt

Landesentwicklungsplan (LEP),

Teilabschnitt Siedlung

Gem. dem LEP Siedlung ist Dillingen

als Mittelzentrum ausgewiesen. Des

Weiteren gelten folgende wesentliche

siedlungsstrukturelle Zielsetzungen

für die Stadt Dillingen:

Passend zum Plangebiet wird im LEP

Siedlung ausgeführt, dass sich Mittelzentren

u.a. durch das Vorhandensein

von „Sporthallen, (...), freizeit- bzw.

sportbezogene Einrichtungen“ auszeichnen.

Ergänzend legt Z (17) fest: „Bei der

Siedlungsentwicklung ((...) Einrichtungen

für Freizeit und Sport) sind vorrangig

die im Siedlungsbestand vorhandenen

Potenziale an Brach- und

Konversionsflächen, Baulücken und

Baulandreserven sowie das Erneuerungspotenzial

des Siedlungsbestandes

zu nutzen.“

Landesentwicklungsplan (LEP),

Teilabschnitt Umwelt

Im Landesentwicklungsplan, Teilabschnitt

Umwelt vom 13.7.2004 liegt

der Geltungsbereich innerhalb eines

Vorranggebietes für Grundwasserschutz,

was bedeutet, „dass zur Sicherung

des Wasservorkommens keine

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Maßnahmen ergriffen werden dürfen,

die zu einer wesentlichen Beeinträchtigung

der Qualität und Quantität des

Grundwassers führen.“ Von dem Planvorhaben,

bei dem es sich hauptsächlich

um die Festschreibung bereits bestehender

Freizeit-Nutzungen handelt,

geht keine Grundwassergefährdung

oder eine erhebliche Einschränkung

der Grundwasserneubildungsrate aus,

und es steht daher nicht im Widerspruch

zu der Festlegung dieses Vorranggebietes.

Im Westen wird der Geltungsbereich

geringfügig durch ein Vorranggebiet

für Naturschutz überlagert, das die

Pachtener Saaraue inkl. Ökosee Dillingen

und umgebenden Wiesen umfasst.

Vorranggebiete für Naturschutz dienen

der „Sicherung und der Entwicklung

des Naturhaushalts im Hinblick

auf die Funktionsfähigkeit der Ökosysteme

in ihrer typischen Struktur

und Vielfalt mit der charakteristischen

Ausprägung der abiotischen Naturgüter

und der typischen Ausstattung mit

Tier- und Pflanzenarten“. Diese Vorranggebiete

werden auf der Grundlage

von Naturschutzgebieten und

Flächen von bundes- / landesweiter

Bedeutung (Natura 2000, Gebiete mit

schutzwürdigen Biotopen, landesweit

gefährdete Arten), etc. ausgewiesen.

(Quelle: LEP Umwelt Ziffer 44 + 46).

Unmittelbar an den Geltungsbereich

grenzt ein Vogelschutzgebiet (Pachtener

Saaraue, Ökosee). Die Abgrenzung

des Geltungsbereiches orientiert sich

exakt an der Grenze des Vogelschutzgebietes

(das Vogelschutzgebiet liegt

vollständig außerhalb des Geltungsbereiches,

vom Landesamt für Umwelt-

und Arbeitsschutz in seiner Stellungnahme

vom 25.02.2013 und im

Vorfeld des Verfahrens bestätigt).

Das Vogelschutzgebiet, das Grundlage

zur Abgrenzung bildet, und das

Vorranggebiet für Naturschutz sind

jedoch nicht deckungsgleich. Für die

Ausweisung des LEP Umwelt existiert

an dieser Stelle keine Grundlage

(aufgrund der sehr unterschiedlichen

Maßstabsebenen von Bebauungsplan

und Landesentwicklungsplan kann

von einer zeichnerischen Ungenauigkeit

ausgegangen werden).

Die Festlegung als Vorranggebiet

für Naturschutz ist durch die Erfassung

des angrenzenden Gebietes als

schutzwürdige Fläche im Rahmen des

Arten- und Biotopschutzprogramms

sowie die besondere Schutzwürdigkeit

als Vogelschutzgebiet begründet

(genauere Beschreibung siehe unten).

Der Puffer zwischen Parkplatzfläche

und angrenzendem Vogelschutzgebiet

wird durch die öffentliche Grünfläche

vergrößert.

Landschaftsprogramm

Nach dem aktuellen Landschaftsprogramm

des Saarlandes (Juni 2009)

liegt der Planungsraum innerhalb des

Regionalparks Saar. Der Regionalpark

Saar soll eine Aufwertung von industriell

überprägten Stadtlandschaften

schaffen und so die Lebensqualität

steigern. Regionalparks sind dabei informelle

Instrumente. Hieraus ergeben

sich keine Restriktionen.

Im nördlichen Bereich des Planungsgebiets

sind durchlässige und gleichzeitig

grundwasserbeeinflusste Böden

mit besonderen Standorteigenschaften

dargestellt. Durchlässige Böden

können als Hinweis auf sensible

Grundwasserverhältnisse gewertet

werden (daher auch Vorranggebiet

für Grundwasserschutz; siehe oben),

was dem Planvorhaben jedoch nicht

entgegensteht. Da mit dem Planvorhaben,

bei dem über die bereits bestehenden

Freizeit-Nutzungen hinaus

nur kleinere Flächen neu überplant

werden, kein größerer Verlust von

Boden durch Versiegelungen einhergeht,

stellt auch das Vorkommen von

grundwasserbeeinflussten Böden und

daher von Böden mit besonderem

Biotopentwicklungspotenzial kein

Hindernisgrund dar.

Ein Großteil des Planungsgebietes

soll bei Planungen als Kaltluftentstehungsgebiet

mit Siedlungsbezug berücksichtigt

werden. Da keine größere

Versiegelung/ Bebauung der Fläche

geplant ist, wird bei Realisierung des

Vorhabens die geländeklimatische

Funktion des Gebiets nicht erheblich

beeinträchtigt werden.

Der Planungsraum grenzt an ein Gebiet

mit hoher Bedeutung für den

Naturschutz. Wesentliche Grundlagen

zur Auswahl dieser Flächen sind die

gemeldeten Natura 2000-Gebiete (im

konkreten Fall eines Vogelschutzgebietes)

sowie die Flächenkontingente

aus den Daten zum Arten- und Biotopschutz

im Saarland (konkret: Erfassung

der Pachtener Saaraue inkl.

Ökosee Dillingen und umgebenden

Wiesen) (genauere Beschreibung siehe

unten).

Das Planvorhaben steht insgesamt zu

keinen der im Landschaftsprogramm

vorgeschlagenen Ziele und Vorgaben

im Widerspruch.

Naturschutz, Umwelt- und

Nutzungspotenziale

Gebiete von gemeinschaftlicher

Bedeutung

Es liegen keine Gebiete von gemeinschaftlicher

Bedeutung innerhalb

des Geltungsbereiches, es grenzt jedoch

das 131 ha große Vogelschutzgebiet

6606-310 „Rastgebiet im

mittleren Saartal“ an den Planungsraum

an (Auskunft des Landesamtes

für Umwelt- und Arbeitsschutz vom

15.02.2012). Es handelt sich hierbei

um einen Teilabschnitt der ausgebauten

Saar mit einem künstlich

angelegten See („Ökosee Dillingen“)

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und Ersatzmaßnahmenflächen, die als

wichtiges Rastgebiet für Wasservögel

dienen.

Schutzziel ist die Sicherung der Funktion

als Rast- und Überwinterungsgewässer

und die Erhaltung bzw.

Wiederherstellung eines günstigen

Erhaltungszustandes der im Gebiet

vorkommenden Arten der Vogelschutzrichtlinie.

Bei den wertgebenden

Vogelarten handelt es sich laut

Standarddatenbogen größtenteils um

wassergebundene Arten, die die Wasserflächen

inkl. umgebender Flächen

zur Rast und Überwinterung nutzen.

Der Geltungsbereich stellt aufgrund

der Biotop- und Habitatausstattung

sowie der bestehenden Nutzungen

und Vorbelastungen kein geeignetes

Rastgebiet für diese wertgebenden

Vogelarten dar. Für Kornweihe, Baumfalke

und Grauspecht, die weiteren

im Standarddatenbogen genannten

wertgebenden Arten, bietet der Geltungsbereich

keine geeigneten Bedingungen,

um als Brutstätte genutzt zu

werden.

Da es sich bei der Planung hauptsächlich

um die Festschreibung bereits bestehender

Nutzungen und Bebauungen

handelt und nur kleinere Flächen

neu überplant werden, führt auch eine

dadurch verursachte potenzielle Verkleinerung

von Nahrungsgebieten für

die wertgebenden Arten des Vogelschutzgebietes

zu keiner Verschlechterung

deren Erhaltungszustandes.

Insgesamt erfüllt der Geltungsbereich

keine nennenswerte Funktion für die

Arten und Schutzziele des Vogelschutzgebietes.

Auch kommt es im Vergleich zur aktuellen

Situation nur zu geringfügig größeren,

von der Art her vergleichbaren

Störwirkungen, durch die die wertgebenden

Vogelarten des benachbarten

Schutzgebietes beeinträchtigt werden

könnten. Diese sind durch die bereits

bestehenden Nutzungen mit hohem

Störgrad wie Fußballplatz, Reitplatz,

Tennisplatz und Spielplatz bereits an

die von diesen ausgehenden Belastungen

durch Geräuschemissionen

und Bewegungsunruhe angepasst, so

dass die zusätzlich geplanten Nutzungen

nicht zu einer erheblichen Beeinträchtigung

führen werden.

Es ist insgesamt von keinen erheblichen

Beeinträchtigungen des benachbarten

Vogelschutzgebietes auszugehen.

Nördlich und nordwestlich sind entlang

der geplanten Parkplatzflächen

als Sichtschutz Gehölzanpflanzungen

vorgesehen. Hiermit können potenzielle

Beeinträchtigungen des benachbarten

Vogelschutzgebietes minimiert

werden.

Sonstige Schutzgebiete

Innerhalb des Geltungsbereiches oder

der näheren Umgebung sind keine

weiteren Schutzgebiete wie Naturoder

Landschaftsschutzgebiete, festgesetzte

Überschwemmungsgebiete,

Geschützte Landschaftsbestandteile,

Naturdenkmäler, Naturparks, Nationalparks,

Wasserschutzgebiete oder

Biosphärenreservate ausgewiesen.

Das geplante Vorhaben liegt auch

nicht innerhalb eines nach § 6 Abs.

1 des Saarländischen Naturschutzgesetzes

geschützten unzerschnittenen

Raumes.

Innerhalb des Geltungsbereiches befinden

sich keine in der Denkmalliste

nach § 6 des Saarländischen

Denkmalschutzgesetzes verzeichnete

Denkmäler oder in amtlichen Karten

verzeichnete Gebiete, die von der

Landesdenkmalbehörde als archäologisch

bedeutende Landschaften eingestuft

worden sind.

Beeinträchtigungen von Schutzgebieten

können daher insgesamt ausgeschlossen

werden.

Allgemeiner Schutz wild lebender

Tiere und Pflanzen

Wenn von dem Planvorhaben Gehölz-

und Baumbestände betroffen

sind, muss der nach § 39 BNatSchG

festgelegte allgemeine Schutz wild

lebender Pflanzen und Tiere beachtet

werden. Nach § 39 Abs. 5 Punkt

2 BNatSchG ist es verboten, „Bäume,

die außerhalb des Waldes, von

Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch

genutzten Grundflächen stehen,

Hecken, lebende Zäune, Gebüsche

und andere Gehölze in der Zeit vom

1. März bis zum 30. September abzuschneiden

oder auf den Stock zu

setzen“.

Besonderer Artenschutz

Gem. §§ 19 und 44 des BNatSchG

sind bei Planvorhaben streng und besonders

geschützte Arten (zu denen z.

B. alle europäische Vogelarten zählen)

in besonderem Maße zu berücksichtigen,

d.h. es muss geprüft werden, ob

durch das geplante Vorhaben besonders

geschützte Arten oder natürliche

Lebensräume im Sinne des Umweltschadensgesetzes

erheblich gestört

oder geschädigt werden können bzw.

ob ein Verbotstatbestand nach § 44

des Bundesnaturschutzgesetzes vorliegt.

Der Geltungsbereich grenzt östlich

an bestehende Wohnbebauung an

und umfasst eine Reithalle, Pferdeboxen

sowie Reit- und Dressurplatz,

einen Spielplatz, mehrere Tennisplätze,

einen Fußballplatz sowie ein Fußballkleinspielfeld

mit Sportlerheim.

Aufgrund des hohen Störgrades des

Gebietes infolge der bestehenden

lärmintensiven Nutzungen sowie der

Biotop- und Habitatausstattung sind

keine abwägungs- oder artenschutzrechtlich

relevanten Tier- und Pflanzenarten,

insbesondere keine Fortpflanzungsräume

streng geschützter

Vogelarten, zu erwarten. Es liegen

aufgrund der offiziell zur Verfügung

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stehenden Geofachdaten auch keine

Hinweise auf das Vorkommen ökologisch

bedeutsamer Tier- und Pflanzenarten

innerhalb des Plangebietes vor.

In den angrenzenden Lebensräumen

der freien Landschaft kommen zwar

sonstige und teilweise auch streng

geschützte europäische Vogelarten im

Umfeld des Planvorhabens vor, da es

sich um ein Gebiet mit hohem Störgrad

handelt, sind diese Arten jedoch

gegenüber Störungen angepasst. Bei

potenziellen lokalen, sehr kleinflächigen

Habitatverlusten finden diese

in den unmittelbar angrenzenden

Lebensräumen ausreichend große

Ausweichmöglichkeiten. Dies gilt auf

Grundlage der Biotop- und Habitatausstattung

sowie der bestehenden

Vorbelastungen auch für alle anderen

Artgruppen.

Erhebliche nachteilige Beeinträchtigungen

von artenschutzrechtlich relevanten

Arten sind insgesamt nicht

zu erwarten, so dass kein Verbotstatbestand

im Sinne des § 44 BNatSchG

vorliegt

Auch erhebliche nachteilige Auswirkungen

auf Tier- und Pflanzenarten im

Sinne des Umweltschadensgesetzes,

die Zugvögel, Vogelarten des Anhangs

I der EU- Vogelschutzrichtlinie, Tierund

Pflanzenarten der Anhänge II und

IV der FFH- Richtlinie sowie natürliche

Lebensräume (Lebensräume der oben

angeführten Tierarten, Lebensraumtypen

des Anhangs I der FFH- Richtlinie)

umfassen, sind nicht zu erwarten.

Einer Haftungsfreistellung für Schäden

an bestimmten Arten und natürlichen

Lebensräumen nach § 19 des Bundesnaturschutzgesetzes

steht nach derzeitigem

Kenntnisstand daher nichts

entgegen.

Informelle Fachplanungen

Flächen des Arten- und Biotopschutzprogramms

(ABSP) und

ABSP-Artpool

Innerhalb des Geltungsbereiches befinden

sich weder Arten noch Flächen,

die in dem Datenmaterial des ABSP

aufgeführt sind. Allerdings grenzt der

Geltungsbereich unmittelbar an zwei

im Rahmen des ABSP erfasste Flächen:

• Im Nordwesten die ABSP-Fläche

6606030 „Wiesen westlich Dillingen“:

Glatthaferwiesen im Bereich

der Pachtener Saaraue,

durch Ausweitung der Freizeitnutzung

und Gewerbeansiedlung

gefährdet; Beweggrund: Vorkommen

von Peucedanum carvifolia,

Restvorkommen der typischen

Glatthaferwiesen der Saaraue,

Vorkommen von Braunkehlchen,

Wiesenpieper, Schafstelze, Grauammer

• Im Südwesten die ABSP-Fläche

6606061: „gesamter Bereich um

den Ökosee Dillingen“: Beweggrund:

Rastplatz für zahlreiche

Wasservögel

Alle im ABSP-Artpool erfassten Arten,

die in der Nähe des Geltungsbereichs

aufgeführt sind, sind wassergebundene

Tier- und Pflanzenarten. Im Geltungsbereich

kommen keine für diese

Arten geeigneten Lebensräume vor,

weshalb sie durch das Planvorhaben

nicht beeinträchtigt werden.

Da der Geltungsbereich bereits intensiv

als Sportzentrum genutzt wird und

die Anlagen nur in geringem Umfang

ergänzt werden sollen, ist eine Beeinträchtigung

von ABSP-Flächen oder

von im ABSP-Artpool erfassten Arten

nicht zu erwarten.

Biotopkartierung

Innerhalb des Einwirkungsbereiches

des Planvorhabens liegen keine im

Rahmen der Biotopkartierung III erfassten

Flächen. Die nächsten als

gesetzlich geschützten Biotope eingestuften

Fläche liegen in über 450m

Entfernung, die dichtesten FFH-Lebensraumtypen

in über 250m Entfernung

und damit außerhalb des Einwirkungsbereiches

des Planvorhabens.

Gewässer

Innerhalb des Geltungsbereiches befindet

sich ein Fließgewässer, das

inkl. Schutzpuffer von Überplanungen

ausgespart wird. Beeinträchtigungen

können daher ausgeschlossen werden

Fazit übergeordnete

landschaftsplanerische Vorgaben

und naturschutzrechtliche

Belange

Der geplanten Maßnahme stehen bei

Beachtung der Belange des Grundwasserschutzes

und der Belange des

allgemeinen Schutzes wild lebender

Pflanzen und Tiere keine übergeordneten

landesplanerischen oder naturschutzrechtlichen

Vorgaben entgegen.

Stadt Dillingen - Bebauungsplan Nr. 9 b „Sportzentrum Pachten“

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Geltendes Planungsrecht,

Angrenzende

Bebauungspläne

Flächennutzungsplan

Der aktuell gültige Flächennutzungsplan

stammt aus dem Jahr 1977.

Dieser stellt für den gesamten Geltungsbereich

ein Sondergebiet mit der

Zweckbestimmung Sportgebiet / Naherholung

dar.

Da sich dieser Flächennutzungsplan

derzeit in der Phase der Fortschreibung

befindet, wird der bereits im Entwurf

vorliegende Flächennutzungsplan als

Bezugspunkt definiert.

Dieser Flächennutzungsplan stellt

ebenfalls ein Sondergebiet mit der

Zweckbestimmung „Sport“ dar. Südlich

des Sondergebietes sieht der Flächennutzungsplan

eine Grünfläche

mit der Zweckbestimmung „Spielplatz,

Bolzplatz“ vor. Die Fläche dieses

Spielplatzes soll als Grünfläche zur

Sicherung des Biotopverbundes im

Siedlungsbereich erhalten und aufgewertet

werden. Entlang der nördlichen

und in einem Teilbereich der östlichen

Grenze des Geltungsbereiches ist die

Begrenzung der Siedlungsentwicklung

dargestellt.

FNP (im Aufstellungsverfahren); Quelle: Stadt Dillingen

Unmittelbar an den Geltungsbereich

grenzen ein Vogelschutzgebiet und ein

Landschaftsschutzgebiet in Planung

an. Dies ist jedoch nicht Bestandteil

des Bebauungsplanes, so dass sich

hieraus keine Restriktionen ergeben.

Die als „rechtsverbindlich“ dargestellten

Ausgleichsflächen basieren auf

einem Bebauungsplan-Entwurf, der

jedoch nicht rechtskräftig geworden

ist. Der in Aufstellung befindliche Flächennutzungsplan

wird in diesem Bereich

ohnehin geändert.

Der Flächennutzungsplan der Stadt

Dillingen ist an die vorliegende Planung

anzupassen.

Bebauungsplan

Die betreffenden Parzellen liegen

nicht innerhalb eines rechtskräftigen

Bebauungsplanes.

Angrenzende Bebauungspläne

Im Norden grenzt der Bebauungsplan

Nr. 9a „Sportzentrum Pachten

- Bogenschießanlage“ an den Geltungsbereich.

Dieser wurde im Jahr

2005 insbesondere im Rahmen des

Ausbaus von Bogenschießanlage und

Schützenhaus aufgestellt. Da auch

dieser Bereich somit im Wesentlichen

sportlichen Zwecken dient, sind keine

gegenseitigen Beeinträchtigungen zu

erwarten.

Im Osten grenzt das Plangebiet an

den Bebauungsplan Nr. 10 aus dem

Jahr 1965. Dieser schafft die planungsrechtlichen

Voraussetzungen

zur Realisierung der Wohnbebauung.

Hierzu setzt der Bebauungsplan u.a.

ein Allgemeines Wohngebiet fest und

regelt die Erschließung des Gebietes.

Derzeit rechtskräftiger FNP, Stand: 1977, Quelle: Stadt Dillingen

Aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft

des Geltungsbereiches des Be-

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auungsplanes Nr. 9 b „Sportzentrum

Pachten“ zum im Bebauungsplan Nr.

10 festgesetzten WA, ist ein schalltechnisches

Gutachten erstellt worden

(vgl. Kapitel Verwendetes Fachgutachten).

Erforderlichkeit von neuem

Planungsrecht

Die Zulässigkeit von Vorhaben beurteilt

sich aktuell nach den Vorschriften

des § 34 BauGB über die „Zulässigkeit

von Vorhaben innerhalb der im

Zusammenhang bebauten Ortsteile“.

Die Verwirklichung der definierten

Planungsziele (vgl. auch Ausführungen

zu Planungsanlass und Ziele der

Planung) erweist sich jedoch aufgrund

der Eigenart der näheren Umgebung

als schwierig.

Gleichzeitig erfolgt mit der Planung

ein Ausschluss anderer Nutzungen an

diesem Standort und dem städtebaulichen

Willen der Stadt, der Sicherung

des Gebietes für sportliche Zwecke,

wird Rechnung getragen.

Die Stadt Dillingen stellt daher gemäß

§ 1 Abs. 3 BauGB den vorliegenden

Bebauungsplan auf.

Der Bebauungsplan wird dabei als Bebauungsplan

der Innenentwicklung

gem. § 13 a BauGB i.V.m. § 13 BauGB

aufgestellt. Die Voraussetzungen sind

erfüllt: Bei der Planung handelt es sich

um eine Maßnahme der Innenentwicklung

(Nachverdichtung, v.a. planungsrechtliche

Festschreibung des

Status quo der Sportanlagen, geringfügige

Entwicklungsspielräume).

Insgesamt hat der Geltungsbereich

zwar eine Größe von ca. 68.360 m 2 ,

die maßgebende „voraussichtlich

versiegelte Fläche“ gem. § 13a Abs.

1 BauGB wird jedoch den Schwellenwert

von 20.000 m 2 nicht überschreiten.

Weitere Voraussetzung der

Anwendung des § 13 a BauGB ist,

Östlich angrenzender Bebauungsplan Nr. 10; ohne Maßstab.; Quelle: Stadt Dillingen

dass keine Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung

der in § 1 Abs. 6 Nr.

7 BauGB genannten Umweltbelange

vorliegen. Dies trifft für den vorliegenden

Bebauungsplan zu.

Die Vorschriften des vereinfachten

Verfahrens nach § 13 BauGB gelten

entsprechend. Im beschleunigten Verfahren

können gem. § 13 a Abs. 3

BauGB von der Durchführung der Umweltprüfung

nach § 2 Abs. 4 BauGB

und von einer frühzeitigen Unterrichtung

und Erörterung nach § 3 Abs. 1

BauGB und nach § 4 Abs. 1 BauGB

gem. § 13 Abs. 2 BauGB abgesehen

werden. Gemäß § 13 a Abs. 2 Nr. 4

BauGB gelten die Eingriffe als vor der

planerischen Entscheidung erfolgt

(vgl. auch Ausführungen zu Planungsanlass

und Ziele der Planung).

Gesetzliche Grundlagen

Der Bebauungsplan wurde unter Beachtung

der aktuell relevanten Bauund

Umweltgesetzgebung erstellt.

Die verwendeten gesetzlichen Grundlagen

sind der entsprechenden Rubrik

der Planzeichnung zu entnehmen.

Verfahrensvermerke

Einen genauen Überblick über das

Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes

zeigt die ergänzende

Planzeichnung unter der Rubrik “Verfahrensvermerke”

Kosten und Finanzierung

Die Planungskosten sind von der Stadt

Dillingen zu tragen.

Verwendetes

Fachgutachten: Gutachten

zu den Geräuschemissionen

und -immissionen der

Sportanlagen

„Die proTerra Umweltschutz- und Managementberatung

GmbH Umweltgutachter

wurde von der Stadt Dillingen

im Rahmen der Aufstellung des

Bebauungsplanes Nr. 9b „Sportzentrum

Pachten“ beauftragt, zu den von

den bestehenden Sportanlagen sowie

den von dem geplanten Parkplatz verursachten

Geräuschimmissionen an

den nächstgelegenen Wohnhäusern

gutachtlich Stellung zu nehmen. (...)

Die den betrachteten Sportanlagen

nächstgelegenen Wohnhäuser befinden

sich östlich in den Straßen Am

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Flachsfeld, Bruchweg und Siersburgstraße.

(...)“

Dabei gelten gem. 18. BImSchV

(Sportanlagenlärmschutzverodnung)

folgende Immissionsrichtwerte (Allgemeines

Wohngebiet WA)

• tags außerhalb der Ruhezeiten:

55 dB(A)

• tags innerhalb der Ruhezeiten: 50

dB(A)

• nachts: 40 dB(A)

Die Lärmgrenzwerte der Sportanlagenlärmschutzverordnung

(18.

BImSchV) haben in der bauleitplanerischen

Abwägung die Funktion von

Orientierungswerten, von denen je

nach den Umständen der konkreten

Planungssituation abgewichen werden

darf.

Grundsätzlich sind jedoch alle für die

betroffenen Nutzungsarten zumutbaren

technischen wie organisatorischen

Regelungen zu treffen, um dem Trennungs-

und Vermeidungsgrundsatz

des § 50 BImSchG („Bei raumbedeutsamen

Planungen und Maßnahmen

sind die für eine bestimmte Nutzung

vorgesehenen Flächen einander so

zuzuordnen, dass schädliche Umwelteinwirkungen

... auf die ausschließlich

oder überwiegend dem Wohnen dienenden

Gebiete ... so weit wie möglich

vermieden werden.“) Rechnung

zu tragen.

Auch der DIN 18005 („Schallschutz

im Städtebau“) ist im Rahmen der

Bauleitplanung Rechnung zu tragen.

Sie legt Orientierungswerte der Lärmbelastung

für Nutzungsarten fest. Im

Bereich der Wohngebiete weist sie

die gleichen Werte wie die Sportanlagenlärmschutzverordnung

aus. Die

Sportanlagenlärmschutzverordnung

ist daher als Orientierungshilfe dazu

geeignet, die zu erwartenden Immissionen

zu beurteilen und in einer Gesamtschau

im Rahmen der bauleitplanerischen

Abwägung unter Beachtung

des konkreten Einzelfalls zu würdigen.

Das Gutachten führt den zu erwartenden

Immissionen wie folgt aus:

„Auf der Grundlage des langjährigen

Betriebes des Fußballplatzes und der

Tennisanlage vor Inkrafttreten der

Sportanlagenlärmschutzverordnung

(18. BImSchV) am 18.Juli 1991, wurde

für das Großfeld sowie für die Tennisanlage

des SSV Pachten e.V. der

Altanlagenbonus der 18. BImSchV in

Anspruch genommen.

Die VDI-Richtlinie 3770 enthält Angaben

zu den Geräuschemissionen,

die im Betrieb von unterschiedlichen

Sportanlagen hervorgerufen werden.

Darin werden verschiedene Sportarten

differenziert betrachtet und Emissionsansätze

angegeben, mit denen die

Geräuschemissionen (Schallleistungspegel)

der maßgeblichen Geräuschquellen

der einzelnen Sportanlagen

berechnet werden können. Für das

Kleinspielfeld und Großfeld wurden

die Emissionsansätze für Fußballspiele

und Fußballtraining entsprechend den

ermittelten Zuschauerzahlen herangezogen.

Der um das Kleinspielfeld

installierte Ballfangzaun wurde nachträglich

mit einem „Klirrschutz“ ausgerüstet.

Die von dem Ballfangzaun

mit „Klirrschutz“ bei Auftreffen von

Bällen ausgehenden Geräuschemissionen

wurden messtechnisch ermittelt

und im Rahmen der Schallausbreitungsberechnung

angesetzt.

Für die Tennisanlage wurden auf den

noch verbleibenden vier Tennisplätzen

an Sonntagen Medenspiele und an

Werktagen Trainingsbetrieb angesetzt.

Für die Reitanlage wurde neben den

Zuschauergeräuschen bei Veranstaltungen

an Sonntagen an Werktagen

das Arbeitsgeräusch eines Traktors

auf den Freiflächen berücksichtigt. Die

Parkplatzgeräuschemissionen wurden

entsprechend der zu ermittelten Zuschauer

und Nutzerzahlen der Sportanlagen

ermittelt und nach RLS-90

berechnet. Die an den Immissionsorten

in der Nachbarschaft durch die

Nutzung der Sportanlagen verursachten

Geräuschimmissionen wurden

durch eine Schallausbreitungsberechnung

entsprechend den Vorgaben der

18. BImSchV nach den Richtlinien VDI

2714 und VDI 2720 berechnet. Im

Rahmen der Schallausbreitungsberechnung

wurde für das Großfeld und

die Tennisanlage des SSV Pachten e.V.

der Altanlagenbonus der 18. BImSchV

bereits berücksichtigt.

Werden die bestehenden Sportanlagen

(Kleinspielfeld, Großfeld, Tennisanlage,

Reitanlage) und der geplante

Parkplatz (wie in Kapitel 6 des Gutachtens

beschrieben) genutzt, so wird der

an den Immissionsorten außerhalb der

Ruhezeiten geltende Immissionsrichtwert

an allen Immissionsorten sowohl

an Werktagen als auch an Sonntagen

um mindestens 1 dB unterschritten.

Innerhalb der Ruhezeiten dagegen

wird der an den Immissionsorten geltende

Immissionsrichtwert an Werktagen

an den Immissionsorten Nr. 1 und

Nr. 6 um bis zu 2 dB überschritten. An

Sonntagen treten an den Immissionsorten

Nr. 1 bis Nr. 3 und Nr. 6 Überschreitungen

um bis zu 5 dB auf. An

allen anderen Immissionsorten wird

der Immissionsrichtwert eingehalten

bzw. unterschritten. (Die Immissionsorte

können dem Gutachten entnommen werden)

Maßgeblich für die Überschreitungen

innerhalb der Ruhezeiten ist die Nutzung

des Kleinspielfeldes.

Wird an Werktagen innerhalb der Ruhezeiten

das bestehende Kleinspielfeld

bei der Berechnung der Gesamtgeräuschimmissionen

nicht berücksichtigt,

so wird der Immissionsrichtwert

um mindestens 2 dB unterschritten.

An Sonntagen wird innerhalb der

Ruhezeiten der Immissionsrichtwert

dagegen auch ohne Kleinspielfeld an

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den Immissionsorten Nr. 3 und Nr. 6

noch geringfügig um 1 dB überschritten.

Aus den in dem (...) Gutachten durchgeführten

Untersuchungen ergeben

sich die im Folgenden aufgeführten

Nutzungsbedingungen bzw. organisatorische

Lärmschutzmaßnahmen.

• Ein Betrieb der bestehenden

Sportanlagen inklusive des Kleinspielfeldes

an Werktagen und

Sonntagen außerhalb der Ruhezeiten

ist möglich: werktags von

08:00 Uhr bis 20:00 Uhr, sonntags

von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr

und von 15:00 Uhr bis 20:00 Uhr

• Innerhalb der Ruhezeiten ist ein

Betrieb der Sportanlagen ohne

das Kleinspielfeld möglich. An

Werktagen darf das Kleinspielfeld

vor 08:00 Uhr und nach 20:00

Uhr nicht benutzt werden. An

Sonntagen darf das Kleinspielfeld

vor 09:00 Uhr, zwischen 13:00

Uhr und 15:00 Uhr und nach

20:00 Uhr nicht benutzt werden.

des Immissionsrichtwertes an den Immissionsorten

Nr. 3 und Nr. 6 in Höhe

von 1 dB ist der Spielbetrieb auf dem

Großfeld (Fußballspiel Herren 2).

(...) Eine Nutzung der Sportanlagen im

Beurteilungszeitraum nachts, d.h. vor

06:00 Uhr werktags bzw. 07:00 Uhr

an Sonn- und Feiertagen sowie nach

22:00 Uhr, führt generell zu einer

Überschreitung der zulässigen Geräuschimmissionen

und ist daher aus

schalltechnischer Sicht nicht zulässig.

(Quelle: „Gutachtliche Stellungnahme

zu den Geräuschemissionen und -immissionen

der innerhalb des Geltungsbereiches

des geplanten Bebauungsplanes

Nr. 9b „Sportzentrum Pachten“

der Stadt Dillingen / Saar gelegenen

Sportanlagen, Stand: 18.07.2012)

In der folgenden Tabelle werden die

Nutzungszeiten des Kleinspielfeldes

zusammenfassend dargestellt.

Nutzungszeiten des Kleinspielfeldes

werktags

00:00 -

08:00

keine

Nutzung

08:00 -

20:00

Nutzung

möglich

20:00 -

00:00

keine

Nutzung

Nutzungszeiten des Kleinspielfeldes

sonn- und feiertags

09:00

-

13:00

00:00

-

09:00

keine

Nutzung

Nutzung

möglich

15:00

-

20:00

13:00

-

15:00

keine

Nutzung

Nutzung

möglich

20:00

-

00:00

keine

Nutzung

Maßgeblich für die auch ohne Kleinspielfeld

an Sonntagen innerhalb der

Ruhezeit von 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr

auftretende geringe Überschreitung

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Das Projekt

Planungsalternativen

Zentrales Anliegen des vorliegenden

Bebauungsplanes ist die langfristige

planungsrechtliche Sicherung der im

Plangebiet vorhandenen Sportanlagen

einschließlich zugehöriger Nebenanlagen

(sowohl Ball- als auch Reitsport).

Bei dem Plangebiet steht demnach

die Konzentration auf den Status quo

und dessen planungsrechtliche Neuordnung

/ Sicherung im Vordergrund.

Gleichzeitig sollen geringfügige Erweiterungsoptionen

zugestanden

werden, um auch künftig Modernisierungen

zu ermöglichen.

Mit Ausnahme der Ausweisung von

Parkplatzflächen, dient die Planaufstellung

nicht der Neuansiedlung von

Nutzungen, die die Suche nach entsprechenden

großräumigen Standortlösungen

bedingen würden. Lediglich

innerhalb des Plangebietes ergeben

sich Planungsalternativen zur Lage

der Parkplatzflächen. Die Parkplatzflächen

sollen jedoch aus Gründen der

Zufahrt und aus Lärmschutzgründen

im Südwesten angesiedelt werden.

Aus den angeführten Gründen bedarf

es daher im vorliegenden Planverfahren

keiner weitergehenden Betrachtung

von Standortalternativen.

Städtebauliches Konzept

(siehe nächste Seite)

Der Fußball-Rasenplatz, das Fußballkleinspielfeld,

das Sportler-/ Vereinsheim,

die südlichen Tennisanlagen

sowie die Reitanlage inkl. aller zugehöriger

Nebenanlagen und der Spielplatz

werden wie bisher beibehalten.

Bei der Dimensionierung der Baufenster

und der Definition der Grundfläche

erfolgt eine enge Orientierung am Bestand

unter Berücksichtigung geringfügiger

Erweiterungsmöglichkeiten.

Entsprechend des Bestandes der Gebäude

und der Umgebungsnutzung

sind zwei Vollgeschosse vorgesehen.

Des Weiteren wird ein Baufenster zur

Errichtung einer Longierhalle in den

Plan aufgenommen, um dem vorgebrachten

Bedarf der Reitergemeinschaft

nach einer solchen Anlage

Rechnung zu tragen.

Darüber hinaus muss der Bachlauf

entsprechend seines Verlaufes in den

Bebauungsplan übernommen werden.

Hier ist ein Schutzstreifen beidseits der

Uferkante zu dessen Sicherung zu berücksichtigen.

Zum Schutz der angrenzenden Wohnbebauung

sollen östlich des südlichen

Reitplatzes und an der östlichen Grenze

des Geltungsbereiches zum Tennisplatz

hin einheimische Baum- und

Straucharten angepflanzt werden.

Südwestlich des Fußball-Rasenplatzes

westlich und östlich der Straße „In der

Lach“ sind Parkplatzflächen u.a. auf

den Flächen der beiden nicht mehr

benötigten nördlichen Tennisplätze

im Südwesten vorgesehen. Zur Eingrünung

und als Schutz gegenüber

dem angrenzenden Vogelschutzgebiet

sollen entlang der Parkplatzflächen

Bäume und Sträucher angepflanzt

werden. Die dazwischen liegende

Grünfläche wird so dimensioniert,

dass ausreichend Schutzabstand eingehalten

ist.

Die Straßen „In der Lach“ und „Am

Flachsfeld“ dienen als verkehrsberuhigte

Bereiche der Erschließung des

Plangebietes. Die Reitanlage wird

weiterhin durch den Feldwirtschafts-/

Fußweg erschlossen.

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N

Städtebauliches Konzept; ohne Maßstab; Quelle Luftbild: LKVK; Darstellung: Kernplan

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Begründung der FEST-

SETZUNGEN und weitere

Planinhalte

Flächen für Sportanlagen;

hier: FuSSball und Tennis

Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 5 BauGB

Festsetzung

Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 5 BauGB wird eine

Fläche für Sportanlagen, hier: Fußball

und Tennis, festgesetzt.

Zulässig sind:

1. Fußballplatz, Tennisplätze und

Fußballkleinspielfeld in den dafür

vorgesehenen Bereichen einschließlich

dazugehöriger Nebenanlagen

(Tribünen, etc.),

2. sonstige bauliche Anlagen, die

sportlichen Freizeitzwecken dienen,

3. Vereinsgebäude und -räume auf

der dafür vorgesehenen überbaubaren

Fläche,

4. alle nötigen technischen Einrichtungen

zum Betreiben der Sportanlagen

5. Einrichtungen für den ruhenden

Verkehr, wie z.B. Stellplätze, die

dem Nutzungszweck der in dem

Geltungsbereich des Bebauungsplanes

gelegenen Sportanlagen

dienen,

6. sonstige Nebenanlagen, Fotovoltaikanlagen

auf Dach- und Fassadenflächen.

(Zu den Einschränkungen siehe Lärmgutachten)

Begründung

Da dieser Teil des Plangebietes ausschließlich

sportlichen Zwecken (hier:

Fußball und Tennis) dient, wird eine

Fläche für Sportanlagen festgesetzt.

Die Festsetzung eines Sondergebietes

ist hier nicht erforderlich, da der

Festsetzungskatalog des BauGB eine

entsprechende Festsetzungsmöglichkeit

enthält. Die Festsetzung als Grünfläche

scheidet aus, da der prägende

Charakter als Grünfläche nicht im Vordergrund

steht.

Innerhalb der Flächen für Sportanlagen

sind neben den Sportanlagen

auch Sporthallen zulässig. Unter der

Festsetzung können zum einen alle

im Plangebiet vorhandenen Sportanlagen

inkl. zugehöriger Nebenanlagen

zusammengefasst werden und zum

anderen bleibt genügend Spielraum

für die freiraumbezogene Ausgestaltung

dieser Flächen.

Als Standort für Fußball, Tennis und

des Fußballkleinspielfeldes wird die

Zweckbestimmung „Fußball und Tennis“

gewählt. Dabei werden die zulässigen

baulichen und sonstigen Nutzungen

exakt definiert und an ihrem

bisherigen Standort festgeschrieben.

Damit können die Auswirkungen des

Bebauungsplanes, auch als Gegenstand

des Schalltechnischen Gutachtens,

genau bestimmt werden.

Die Festsetzung als Fläche für Sportanlagen

erlaubt der Stadt Dillingen

den Sportstandort Pachten langfristig

planungsrechtlich zu sichern und ermöglicht

somit langfristig den Betrieb

des Sportgeländes und dessen zweckmäßige

Nutzung. Dies ist auch im

Sinne des SSV Pachten e.V., der einen

Pachtvertrag mit der Stadt bis mindestens

31.12.2044 abgeschlossen hat.

Flächen für Sportanlagen;

hier: Reitsport

Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 5 BauGB

Festsetzung

Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 5 BauGB wird eine

Fläche für Sportanlagen, hier: Reitsport,

festgesetzt.

Zulässig sind:

1. Bauliche Anlagen, die der Unterbringung,

Pflege und Versorgung

von Pferden dienen: Stallungen,

Reithalle, Führhaus, Longierzirkel,

Longierhalle, Paddocks, Reitplatz,

Pferdekoppel, Lagerbereiche für

Futter, Sattelkammer, Bewegungshalle,

u.ä..,

Sind gesondert Bereiche definiert,

sind diese Nutzungen nur in der

dafür vorgesehenen (überbaubaren)

Fläche zulässig.

Eine Überdachung der Reitplätze

in den dafür vorgesehenen Bereichen

ist zulässig. Auf den Dachflächen

können Fotovoltaikmodule

installiert werden.

2. Alle nötigen technischen Einrichtungen

zur Versorgung der Pferde

und des Pflegepersonals,

3. Anlagen der zweckgebundenen

Verwaltung innerhalb der überbaubaren

Fläche westlich des

Feldwirtschafts-/Fußweges,

4. Wohnungen für Betriebsleiter, Betriebsinhaber,

die der Reitsportanlage

zugeordnet sind innerhalb

der überbaubaren Fläche westlich

des Feldwirtschafts-/Fußweges,

5. Vereinsgebäude und -räume innerhalb

der überbaubaren Fläche,

6. Einrichtungen für den ruhenden

Verkehr, wie z.B. Stellplätze etc.,

die dem Nutzungszweck der in

dem Geltungsbereich des Bebauungsplanes

gelegenen Sportanlagen

dienen,

7. Nebenanlagen, Fotovoltaikanlagen,

Flutlichtanlagen, sowie Zäune,

8. die der Versorgung der Reitanlage

dienende Schank- und Speisewirtschaft

innerhalb der überbaubaren

Fläche westlich des Feldwirtschafts-/Fußweges.

(Zu den Einschränkungen siehe Lärmgutachten)

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N

Planzeichnung zum Bebauungsplan Nr. 9 b „Sportzentrum Pachten“, ohne Maßstab; Quelle: Kernplan

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Begründung

Auch dieser Teil des Plangebietes dient

ausschließlich sportlichen Zwecken,

dem Reitsport, so dass auch hier die

Festsetzung als Fläche für Sportanlagen

gewählt worden ist. Resultierend

aus den dominierenden Nutzungen

wurde als Zweckbestimmung „Reitsport“

definiert.

Zulässig sind alle Einrichtungen und

Anlagen, die zur Haltung von Pferden

und dem Betrieb der Reitsportanlage

erforderlich sind.

Die getroffenen Festsetzungen orientieren

sich weitestgehend am Bestand

und sind somit erforderlich, um die bestehende

Reitanlage inkl. ihrer zugehörigen

Anlagen langfristig planungsrechtlich

zu sichern. Dazu werden die

zulässigen Nutzungen und der Standort

der vorhandenen baulichen und

sonstigen Anlagen genau definiert.

Dies gewährleistet auch hier eine genaue

Beschreibung der Auswirkungen

des Bebauungsplanes. Die über die

Festschreibung des Bestandes hinausgehenden

Festsetzungen erlauben die

Realisierung von weiteren zweckmäßigen

Nutzungen (u.a. Überdachung

der Reitplätze mit Fotovoltaikmodulen,

Longierhalle).

MASS DER BAULICHEN

NUTZUNG

Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB i.V.m. §§

16 - 21a BauNVO

Grundfläche

Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB und §

19 BauNVO

Festsetzung

Siehe Plan, die maximal zulässige

Grundfläche (GR) wird für das Baufenster

• der Vereinsgebäude/-räume innerhalb

der Fläche für Sportanlagen

„Fußball und Tennis“ mit

850 m 2

• der Reithalle innerhalb der Fläche

für Sportanlagen „Reitsport“ mit

1.500 m 2

• der Stallungen innerhalb der Fläche

für Sportanlagen „Reitsport“mit

je 300 m 2

• der Longierhalle innerhalb der

Fläche für Sportanlagen „Reitsport“mit

750 m 2 festgesetzt.

Begründung

Im Plangebiet wird anstelle der Grundflächenzahl

eine maximal zulässige

Grundfläche für das Vereinsgebäude/-

räume innerhalb der Fläche für Sportanlagen

„Fußball und Tennis“, für

die Reithalle, die Stallungen und die

geplante Longierhalle innerhalb der

Fläche für Sportanlagen „Reitsport“

festgesetzt.

Somit erfolgt in diesen Bereichen eine

Festschreibung des Bestandes sowie

die Berücksichtigung beabsichtigter

Erweiterungen. Gleichzeitig wurden

bei der Definition der Grundflächen

geringfügige Erweiterungsmöglichkeiten

eingestellt. Erhebliche Veränderungen

des Status quo sind damit

ausgeschlossen.

Damit wird gewährleistet, dass die

Eigenart der näheren Umgebung, wie

bisher, gewahrt bleibt. Einer zusätzlichen

und übermäßigen Bebauung

und Versiegelung der Freiflächen kann

somit entgegengewirkt werden (auch

im Zusammenspiel mit der genauen

Definition der räumlichen Lage der

baulichen und sonstigen Anlagen).

Zahl der Vollgeschosse

Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB und §

20 BauNVO

Festsetzung

Gem. § 20 BauNVO wird die Zahl der

Vollgeschosse innerhalb der Fläche für

Sportanlagen „Reitsport“ und „Fußball

und Tennis“ auf maximal II festgesetzt.

Begründung

Zur eindeutigen Bestimmung des Maßes

der baulichen Nutzung ist eine

dreidimensionale Maßfestsetzung erforderlich.

Die Zahl der Vollgeschosse (max. II)

orientiert sich an der vorhandenen

Wohnbebauung sowie den im Plangebiet

vorhandenen baulichen und

sonstigen Anlagen. Damit wird die

vorhandene Bebauung nicht unverhältnismäßig

eingeschränkt.

Die Festsetzung ermöglicht die Wahrung

des städtebaulichen Charakters

der Umgebung und somit wird langfristig

ein harmonisches Einfügen der

Gebäude in die Umgebung gewährleistet.

Zugleich wird hiermit einer

gegenüber dem Bestand unverhältnismäßigen

Höhenentwicklung vorgebeugt

und damit eine Beeinträchtigung

des Orts- und Landschaftsbildes

vermieden.

Gemäß § 20 Abs. 1 BauNVO gelten

als Vollgeschosse die Geschosse, die

nach landesrechtlichen Vorschriften

Vollgeschosse sind oder auf ihre Zahl

angerechnet werden.

Bauweise

Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 2 BauGB i.V.m. §

22 BauNVO

Festsetzung

Siehe Plan, gem. § 22 Abs. 4 BauNVO

wird die abweichende Bauweise (a)

festgesetzt.

Demnach sind Gebäudelängen von

mehr als 50 m zulässig. In der abweichenden

Bauweise ist eine Grenzbebauung

zulässig.

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Begründung

Die Bauweise legt fest, in welcher

Art und Weise die Gebäude auf den

Grundstücken in Bezug auf die seitlichen

Nachbargrenzen auf den Baugrundstücken

angeordnet werden. In

der abweichenden Bauweise kann auf

einen seitlichen Grenzabstand gemäß

LBO verzichtet werden.

In Anlehnung an den Bestand und

damit zur langfristigen planungsrechtlichen

Sicherung der Sportanlagen

(sowohl Reit- als auch Ballsport) ist

die Festsetzung der abweichenden

Bauweise erforderlich.

Überbaubare UND NICHT

ÜBERBAUBARE

Grundstücksfläche

Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 2 BauGB i.V.m. §

23 BauNVO

Festsetzung

Siehe Plan, gem. § 23 BauNVO

Die überbaubaren Grundstücksflächen

sind im Bebauungsplangebiet

durch die Festsetzung von Baugrenzen

bestimmt. Gem. § 23 Abs. 3 BauNVO

dürfen Gebäude und Gebäudeteile die

Baugrenze nicht überschreiten. Demnach

sind die Gebäude innerhalb des

im Plan durch Baugrenzen definierten

Standortes zu errichten. Ein Vortreten

von Gebäudeteilen in geringfügigem

Ausmaß kann ausnahmsweise zugelassen

werden. Innerhalb der nicht

überbaubaren Grundstücksflächen

sind untergeordnete Nebenanlagen

und Einrichtungen (§ 14 BauNVO) zulässig,

die dem Nutzungszweck der in

dem Baugebiet gelegenen Grundstücke

oder des Baugebiets selbst dienen

und die seiner Eigenart nicht widersprechen.

Die Ausnahmen des § 14

Abs. 2 BauNVO gelten entsprechend.

Begründung

Mit der Festsetzung der überbaubaren

Grundstücksfläche durch Baugrenzen

werden die bebaubaren Bereiche des

Grundstücks definiert und damit die

Verteilung der baulichen Anlagen auf

dem Grundstück geregelt. Die Baugrenze

gemäß § 23 Abs. 3 BauNVO

umschreibt die überbaubare Fläche,

wobei die Baugrenze durch das Gebäude

nicht bzw. allenfalls in geringfügigem

Maß überschritten werden

darf.

Die Festsetzungen der Baugrenzen

orientieren sich am Bestand. Bei der

Dimensionierung dieser Baufenster

wurden jeweils entsprechende, geringfügige

Erweiterungsmöglichkeiten

berücksichtigt. Mit der Festsetzung

von Baugrenzen ist auch deren Standort

genau definiert.

Gleichzeitig wird damit ein umweltgerechter

und sparsamer Umgang mit

Grund und Boden erreicht.

Flächen, die von der

Bebauung freizuhalten sind,

Hier: Schutzabstand zum

Bachlauf

Gem. § 9 Abs . 1 Nr. 10 und Abs . 6

BauGB

Festsetzung

Siehe Plan, ausgehend von dem Verlauf

des Baches wird auf Grundlage

von § 56 SWG ein 10 m breiter

Schutzstreifen festgesetzt, der von Bebauung

frei zuhalten und naturnah zu

bewirtschaften ist.

Begründung

Die Festsetzung des Schutzabstandes

dient ökologischen Zielsetzungen. Damit

wird der Erhalt des natürlichen Zustandes

des Gewässers im Plangebiet

langfristig gewährleistet. Gleichzeitig

dient der Schutzabstand der Garantie

einer naturnahen Bewirtschaftung.

Die ökologische Funktion des Gewässers

kann erhalten und verbessert

werden, Schadstoffeinträge werden

vermieden (vgl. auch § 56 SWG).

Verkehrsfläche besonderer

Zweckbestimmung; Hier

Verkehrsberuhigter Bereich

Gem . § 9 Abs . 1 Nr. 11 BauGB

Festsetzung

Siehe Plan.

Begründung

Die Straße „In der Lach“ wird als

solche in den Bebauungsplan übernommen

und als verkehrsberuhigter

Bereich festgesetzt.

Verkehrsfläche besonderer

Zweckbestimmung; Hier

öffentlicher

Feldwirtschafts-/ FuSSweg

Gem . § 9 Abs . 1 Nr. 11 BauGB

Festsetzung

Siehe Plan. Die öffentliche Verkehrsfläche

mit der besonderen Zweckbestimmung

„Feldwirtschafts-/ Fußweg“

dient auch der Erschließung der

Reitanlage. In Ausnahmefällen kann

der Weg auch mit Ver- und Entsorgungsfahrzeugen

befahren werden.

Der Weg hat eine Breite von 4,50 m.

Begründung

Der bestehende, von Nord nach Süd

verlaufende Weg wird als Verkehrsfläche

festgesetzt. Gemäß dem Bestand

erhält die Verkehrsfläche die

besondere Zweckbestimmung „Feldwirtschafts-/

Fußweg“. Der Feldwirtschafts-/

Fußweg dient der Erschließung

der Reitanlage. Hierzu ist der

Weg ausreichend.

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Verkehrsfläche besonderer

Zweckbestimmung; Hier

öffentliche

Parkplatzflächen

Gem . § 9 Abs . 1 Nr. 11 BauGB

Festsetzung

Siehe Plan.

Begründung

Sowohl für die Sportanlagen des

Sportvereines als auch für die Reitanlage

besteht derzeit ein Defizit an

befestigten Parkplätzen. Die Bewohner

im Umfeld des Geltungsbereiches

sind an die Stadt Dillingen herangetreten

und haben Behinderungen durch

parkende PKW in den Anliegerstraßen

während der Sportveranstaltungen

bemängelt (u.a. bei der Unterrichtung

der Öffentlichkeit gemäß § 13 a Abs.

3 Nr. 2 BauGB und bei der Beteiligung

der Öffentlichkeit nach § 3 Abs. 2

BauGB). Diesem Anliegen beabsichtigt

die Stadt durch Ausbau des Parkflächenangebotes

entgegen zu treten.

Die gewählten Flächen eignen sich

aufgrund ihrer Nähe zu Fußballplatz,

Tennisplätzen und Reiterhof als Parkplatz

und sollen eine geordnete Parksituation

mit ausreichendem Platzangebot

herstellen (für die überplanten

Tennisplätze besteht langfristig kein

Bedarf mehr).

Führung von unterirdischen

leitungen; Hier Abwasseranlage

/ Hauptsammler

des EVS

Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 13 BauGB

Festsetzung

Siehe Plan, Der Verlauf der Abwasseranlagen

/ Hauptsammler des EVS

werden als unterirdische Versorgungsleitungen

festgesetzt.

Begründung

Der Verlauf der unterirdischen Trassen

(Abwasseranlage / Hauptsammler)

des EVS werden als vorhandene Versorgungsleitungen

in den Bebauungsplan

übernommen. Die Leitungen liegen

ohenhin in der öffentlichen Grünfläche,

so dass die Festsetzung eines

Geh-, Fahr- und Leitungsrechts nicht

erforderlich ist.

Abwasserbeseitigung,

einschlieSSlich der

Rückhaltung und

Versickerung von

Niederschlagswasser

Gem . § 9 Abs . 1 Nr. 14 BauGB

Festsetzung

Die Entwässerung des Plangebietes

wird wie folgt festgesetzt:

Das anfallende Schmutzwasser der

Reithalle ist über die vorhandene

Kleinkläranlage zu entsorgen. Das

Schmutz- und Niederschlagswasser

der Vereinsgebäude des SSV Pachten

ist dem Mischwassersystem der Straße

„Am Flachsfeld“ zuzuführen. Die

Sportplatzflächen sind über Zisternen

zu entwässern. Der Überlauf ist in den

Vorfluter Haienbach einzuleiten.

Das anfallende Niederschlagswasser

ist entweder über die belebte Bodenzone

zu versickern, in den Vorfluter

Haienbach einzuleiten oder in Zisternen

zur Nutzung zu speichern (Versickerung

des Überlaufes über die

belebte Bodenzone oder Einleitung in

den Vorfluter).

Das auf den öffentlichen Parkplatzflächen

anfallende Niederschlagswasser

ist ebenfalls zu versickern. Dazu sind

alle neu anzulegenden Parkplätze im

Plangebiet mit Schotterrasen, Rasengittersteinen

oder wasserdurchlässigem

Pflaster zu befestigen.

Im Bereich der Altlasten / Altablagerungen

gelten folgende Festsetzungen

/ Einschränkungen:

• Eine Versickerung der im Plangebiet

anfallenden nicht schädlich

verunreinigten Niederschlagswässer

über die belebte Bodenzone

darf im Hinblick auf den

Grundwasserschutz nicht im Bereich

der zwei im Kataster für Altlasten

aufgeführten Flächen mit

den Az.: DIL_2514 (Altablagerung

im Bereich Tennisplätze) und

DIL_2519 (Altablagerung am

Haienbach, nördlich des Reit- und

Turnierplatzes) erfolgen.

• Die Flächen der neu anzulegenden

Parkplatzflächen im Bereich

der Altablagerung Az.: DIL_2514

sind wasserundurchlässig zu befestigen.

Das hierauf anfallende

Niederschlagswasser ist zu sammeln

und auf unbelasteten Flächen

zur Versickerung zu bringen

bzw. dem Vorfluter Haienbach zuzuleiten.

Das durch den SSV Pachten entnommene

Grundwasser zur Bewässerung

des Sportplatzfeldes (Erlaubnis des

LUA vom 07. Juli 2005), das keine

Verwendung findet, ist direkt in den

Haienbach einzuleiten.

Begründung

Die Entwässerung der Reithalle, des

Vereinsgebäudes, der Sportplatzflächen

(Fußballplatz) sowie des Spielplatzes

wird gemäß dem Status quo

festgeschrieben. Die Entwässerung

der Parkplatzflächen und der im Übrigen

anfallenden Niederschlagswässer

sind darüber hinaus im Bebauungsplan

ergänzend zu definieren.

Mit der Festsetzung, dass das anfallende

Niederschlagswasser zu versickern,

zu sammeln oder in den Vorfluter

eingeleitet werden soll, wird der

Abfluss in die Kanalisation reduziert

und somit ein Beitrag zum Schutz, zur

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Pflege und zur Entwicklung von Natur

und Landschaft geleistet. Gleiches

gilt für die Versickerung des Niederschlagswassers

der Parkplatzflächen.

Im Bereich der Altlasten / Altablagerungen

ist eine Versickerung zum

Schutz des Grundwassers nicht möglich.

Die erforderlichen Einschränkungen

werden im Bebauungsplan festgesetzt.

Öffentliche Grünfläche;

Hier Zweckbestimmung

Spielplatz

Gem . § 9 Abs . 1 Nr. 15 BauGB

Festsetzung

Siehe Plan. Der bestehende Spielplatz

südlich der Tennisplätze wird als öffentliche

Grünfläche mit der Zweckbestimmung

„Spielplatz“ festgesetzt.

Begründung

Der bestehende Spielplatz wird als

Grünfläche mit der Zweckbestimmung

„Spielplatz“ in den Bebauungsplan

übernommen. Die getroffene Festsetzung

sichert den langfristigen Erhalt

des Spielplatzes.

Öffentliche Grünfläche

Gem . § 9 Abs . 1 Nr. 15 BauGB

Festsetzung

Die Flächen innerhalb des 10 m breiten

Schutzstreifens des Bachlaufes

und die Flächen nördlich und westlich

der öffentlichen Parkfläche werden als

öffentliche Grünfläche festgesetzt.

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Begründung

Mit der Festsetzung der Flächen innerhalb

des Schutzstreifens als Grünfläche

wird eine naturnahe Bewirtschaftung

und Eingrünung dieses Bereiches

sichergestellt; eine Bebauung ist ausgeschlossen.

Damit wird auch dem

Erhalt von Bäumen, Sträuchern und

sonstigen Bepflanzungen Rechnung

getragen.

Die Flächen nördlich und westlich der

Parkplatzflächen werden ebenfalls als

öffentliche Grünfläche festgesetzt.

Zum einen wird damit die Eingrünung

der Parkplatzflächen erreicht, zum anderen

wird mit der öffentlichen Grünfläche

Abstand zum angrenzenden

Vogelschutzgebiet eingehalten.

Vorkehrungen zum Schutz

vor schädlichen

Umwelteinwirkungen im

Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes

Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB

Festsetzung

Unter der Voraussetzung, dass die im

Gutachten der ProTerra, 82611A0477,

zugrunde gelegten Geräuschvorgänge

und definierten Gesamtgeräuschimmissionen

Bestand haben, ist eine

Nutzung der Sportanlagen wie folgt

zulässig:

Ein Betrieb der Sportanlagen an Werktagen

und Sonntagen außerhalb der

Ruhezeiten ist zulässig:

• werktags von 08:00 Uhr bis

20:00 Uhr

• sonntags von 09:00 Uhr bis

13:00 Uhr und von 15:00 Uhr bis

20:00 Uhr

Innerhalb der Ruhezeiten ist ein Betrieb

der Sportanlagen ohne das

Kleinspielfeld zulässig. Demnach darf

an Werktagen das Kleinspielfeld vor

08:00 Uhr und nach 20:00 Uhr nicht

benutzt werden. An Sonntagen darf

das Kleinspielfeld vor 09:00 Uhr, zwischen

13:00 Uhr und 15:00 Uhr und

nach 20:00 Uhr nicht benutzt werden.

Eine Nutzung der Sportanlagen

nachts, d.h. vor 06:00 Uhr werktags

bzw. 07:00 Uhr an Sonn- und Feiertagen

sowie nach 22:00 Uhr, führt

generell zu einer Überschreitung der

zulässigen Geräuschimmissionen und

ist daher aus schalltechnischer Sicht

nicht zulässig.

Begründung

In der unmittelbaren Nachbarschaft

bestehen Beeinträchtigungen der

Wohngebäude durch die Sportanlagen

(Fußball/Tennis). In der Vergangenheit

wurde dies bei der Stadt

Dillingen bereits von den betroffenen

Bewohnern bemängelt und wurde

auch im Rahmen der Unterrichtung

der Öffentlichkeit gemäß § 13 a Abs.

3 Nr. 2 BauGB (Erläuterungen über

die allgemeinen Ziele und Zwecke der

Planung und die wesentlichen Auswirkungen)

vorgetragen.

Um ein verträgliches Nebeneinander

von Wohnnutzung und Sportanlagen

zu erreichen, werden Festsetzungen

zum Betrieb der bestehenden Sportanlagen

getroffen.

Das Gutachten kommt u.a. zu dem

Ergebnis, dass bei den Gesamtgeräuschimmissionen

hauptsächlich die

Nutzung des Kleinspielfeldes zu einer

Überschreitung des Immissionsrichtwertes

führen würde, wenn keine organisatorischen

Lärmschutzmaßnahmen

definiert werden.

Es werden daher organisatorische

Lärmschutzmaßnahmen im Bebauungsplan

getroffen, die im Rahmen

des Genehmigungsverfahrens verbindlich

festgeschrieben werden.

Mit der zeitlichen Einschränkung der

Nutzung des Kleinspielfeldes (s. Festsetzung)

kann eine Einhaltung der

Immissionsrichtwerte sichergestellt

werden.

Die dann noch bestehende geringfügige

Überschreitung des Immissionsrichtwertes

um 1 dB an Sonntagen

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innerhalb der Ruhezeiten, resultierend

aus dem Spielbetrieb auf dem Großfeld,

ist unter Abwägungsgesichtspunkten

vernachlässigbar - es handelt sich ohnehin

um eine Maximalabschätzung

und darüber hinaus ist die Berechnung

mit Unsicherheiten verbunden (vgl.

Auswirkungen auf die allgemeinen

Anforderungen an gesunde Wohnund

Arbeitsverhältnisse).

Da die Nutzung der Sportanlagen, unabhängig

welcher Art, während der

Nachtzeit zu einer Überschreitung der

Immissionswerte führen würde, ist deren

Nutzung nachts aus schalltechnischer

Sicht generell unzulässig.

Flächen für die

Anpflanzung von Bäumen,

Sträuchern und sonstigen

Bepflanzungen P1, P2 und P3

Gem . § 9 Abs . 1 Nr. 25a BauGB

Festsetzung

Flächen zum Anpflanzen P1 und P2:

In den dafür vorgesehenen Flächen

zum Anpflanzen P 1 und P 2 ist jeweils

eine dauerhaft zu erhaltende

Baum- und Strauchhecke aus regionaltypischen

Laubgehölzen zu

pflanzen. Es sind einheimische und

regionaltypische Arten der Pflanzliste

zu verwenden. Alle ca. 10 m ist ein

Hochstamm zu pflanzen. Dazwischen

sind Gruppen-Strauchpflanzungen mit

einem Abstand von ca. 3 m zueinander

anzulegen. Es werden jeweils 3-5

Individuen der gleichen Art in Gruppen

gesetzt.

Flächen zum Anpflanzen P3:

Je 8 Stellplätze ist ein standortgerechter

Hochstamm gem. Pflanzliste anzupflanzen

und dauerhaft zu erhalten.

Pflanzliste:

Für die Hochstämme können folgende

Arten verwendet werden:

• Ahorn (Acer campestre/platanoides/pseudoplatanus)

• Buche (Fagus sylvatica)

• Hainbuche (Carpinus betulus)

• Stiel-Eiche (Quercus robur)

• Vogelkirsche (Prunus avium)

• Linde (Tilia cordata/platyphyllos)

Mindestqualität der Hochstämme:

3-mal verpflanzt, mindestens 12-16

cm Stammumfang (StU) gemessen in

1 m Höhe.

Strauchpflanzen:

• Hainbuche (Carpinus betulus)

• Hundsrose (Rosa canina)

• Schneeball (Viburnum opulus/

lantana)

• Trauben-Kirsche (Prunus padus)

• Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea)

• Vogelbeere (Sorbus aucuparia)

• Holunder (Sambucus nigra und

racemosa)

• Weißdorn (Crataegus monogyna/

laevigata)

• Hasel (Corylus avellana)

• Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)

• Feld-Ahorn (Acer campestre)

• Pfaffenhütchen (Eyonimus europaeus)

• Sal-Weide (Salix caprea)

• Schlehe (Prunus spinosa)

• Himbeere (Rubus idaeus)

• Brombeere (Rubus fruticosus)

Die Qualitätsangaben nach FLL sind

einzuhalten.

Begründung

Die Bewohner der benachbarten

Wohnhäuser haben in der Vergangenheit

immer wieder Staubeinwirkung

bei trockenem Wetter durch den Dressurplatz

der Reitgemeinschaft bei der

Stadt Dillingen bemängelt (so auch

im Rahmen der Unterrichtung der Öffentlichkeit

gemäß § 13 a Abs. 3 Nr.

2 BauGB und bei der Beteiligung der

Öffentlichkeit nach § 3 Abs. 2 BauGB).

Gleiches gilt für die Staubbelästigung

durch den Tennisplatz. Aus diesem

Grund sind im Bebauungsplan östlich

des südlichen Reitplatzes und an der

östlichen Grenze des Geltungsbereiches

zum Tennisplatz hin Pflanzstreifen

festgesetzt, die eine Schutzfunktion

für die benachbarte Wohnbebauung

übernehmen. Die Wohnnutzung

wird vor den Emissionen des Reiterhofes

und des Tennisplatzes (Staub)

geschützt. Gleichzeitig erfolgt eine

optische Abgrenzung.

Damit können erhebliche Beeinträchtigungen

durch die Ausübung des

Pferdesportes und des Tennis ausgeschlossen

werden.

Das Anpflanzen von Bäumen und

Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen

ist auch nördlich und westlich

und im Bereich der Parkplatzflächen

vorgesehen.

Diese Festsetzungen schaffen neben

der Entwicklung von ökologisch hochwertigen

Gehölzanpflanzungen, eine

optisch ansprechende Durch- und

Eingrünung des Plangebietes sowie

einen harmonischen Übergang zur anschließenden

freien Landschaft. Auch

übernehmen die Gehölzpflanzungen

eine Schutzfunktion gegenüber dem

angrenzenden Vogelschutzgebiet.

Durch die Eingrünung der Parkplatzflächen

wird durch die Vermeidung

monotoner Asphaltflächen ein Beitrag

zur Aufwertung des Ortsbildes

und des baulichen Umfeldes geleistet.

Gleichzeitig wird die ökologische Situation

verbessert.

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Flächen für die Erhaltung

von Bäumen, Sträuchern

und sonstigen

Bepflanzungen sowie von

Gewässern

Gem. § 9 Abs . 1 Nr. 25b BauGB

Festsetzung

Innerhalb des 5 m breiten Schutzstreifens

links und rechts des Bachlaufes

sind die vorkommenden Bäume,

Sträucher und sonstigen Bepflanzungen

sowie das Gewässer zu erhalten.

Begründung

Zur langfristigen Sicherung des

Bachlaufes und zum Erhalt des Gewässerrandstreifens

wird die Fläche

des Schutzstreifens als Flächen

für die Erhaltung von Bäumen,

Sträuchern und sonstigen

Bepflanzungen sowie von Gewässern

festgesetzt.

Festsetzungen gem. § 9 ABS.

4 BauGB i.v.m. § 85 ABS. 4 LBO

Festsetzung

Fotovoltaik- und Solaranlagen:

Fotovoltaik- und Solaranlagen sind

überall zulässig, auch als Dacheindeckung.

Begründung

Mit der allgemeinen Zulässigkeit von

Fotovoltaik- und Solaranlagen wird

kleinräumig den Belangen des Klimaschutzes

Rechnung getragen. Weiterhin

ermöglicht diese Festsetzung langfristig

eine flexible Versorgung des

Plangebietes.

Nachrichtliche Übernahmen

Gem. § 9 Abs. 6 BauGB sollen nach

anderen gesetzlichen Vorschriften getroffene

Festsetzungen sowie Denkmäler

nach Landesrecht in den Bebauungsplan

nachrichtlich übernommen

werden, soweit sie zu seinem

Verständnis oder für die städtebauliche

Beurteilung von Baugesuchen

notwendig oder zweckmäßig sind.

• Der innerhalb des Plangebietes

verlaufende Bachlauf wird gem.

SWG nachrichtlich in den Bebauungsplan

übernommen. Beidseitig

des Bachlaufes wird gemessen

ab der Uferlinie jeweils ein 5 m

breiter Schutzstreifen festgesetzt.

Die vorhandenen baulichen und

sonstigen Anlagen innerhalb dieses

Schutzstreifens genießen Bestandsschutz.

Hinweise

• Das Verfahren wird gem. § 13a

BauGB durchgeführt. Damit gelten

die Vorschriften des § 13

BauGB entsprechend. Auf die Erstellung

eines Umweltberichtes

wird verzichtet, ebenso auf eine

Eingriffs-/ Ausgleichsbilanzierung.

• Baudenkmäler und Bodendenkmäler

sind nach heutigem Kenntnisstand

von der Planung nicht

betroffen. Auf die Anzeigepflicht

und das befristete Veränderungsverbot

bei Bodenfunden gem. §

12 SDschG wird hingewiesen.

• Nach § 39 Abs. 5 Punkt 2

BNatSchG ist es verboten, „Bäume,

die außerhalb des Waldes,

von Kurzumtriebsplantagen oder

gärtnerisch genutzten Grundflächen

stehen, Hecken, lebende

Zäune, Gebüsche und andere Gehölze

in der Zeit vom 1. März bis

zum 30. September abzuschneiden

oder auf den Stock zu setzen“.

• Die „Gutachtliche Stellungnahme

zu den Geräuschemissionen und

-immissionen der innerhalb des

Geltungsbereiches des geplanten

Bebauungsplanes Nr. 9b „Sportzentrum

Pachten“ der Stadt Dillingen

/ Saar gelegenen Sportanlagen,

erstellt durch die ProTerra,

82611A0477, Stand: 18.07.2012,

ist zu beachten.

• Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes

können sich noch

Überreste ehemaliger Westwallanlagen

befinden.

• Um Abwehungen und Aufwirbelungen

von Staub zu vermeiden,

sind bei trockener Witterung für

den Sandreitplatz und die Tennisplätze

geeignete Maßnahmen zur

Staubminderung (z.B. Befeuchtung)

zu treffen.

• Die Dunglagerung des Reiterhofes

hat in möglichst weitem Abstand

zur Wohnbebauung zu erfolgen.

Der anfallende Stallmist

ist kurzfristig zwischenzulagern.

• Im Geltungsbereich dieses Bebauungsplanes

können Munitionsgefahren

nicht ausgeschlossen

werden, so dass eine vorsorgliche

Überprüfung vor geplanten

Erdarbeiten empfohlen wird.

• Die Vorschriften der Abfallwirtschaftssatzung

des EVS - hier die

§§ 7, 8, 13, 15 und 16 (Amtsblatt

des Saarlandes vom 21.10.2010,

S. 815 ff) - sowie die einschlägigen

berufsgenossenschaftlichen

Vorschriften sind zu beachten.

Kennzeichnungen gem. § 9

Abs. 5 BauGB

• Teilbereiche des Geltungsbereiches

sind als Flächen gekennzeichnet,

deren Böden erheblich

mit umweltgefährdenden Stoffen

belastet sind. Dabei handelt es

sich um die mit

• DIL_2514 und

• DIL_2519

gekennzeichneten Flächen (Abla-

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gerungen von Hausmüll, Erdmassen

und Bauschutt).

• Bei allen zukünftigen Baumaßnahmen

innerhalb der Altlastenverdachtsflächen

ist das Landesamt

für Umwelt- und Arbeitsschutz

zu beteiligen.

• Sofern bei Erdarbeiten, Bodenbewegungen

oder Ähnlichem Bodenverunreinigungen

über den

bisherigen Kenntnisstand hinaus

angetroffen werden, die nach Art,

Beschaffenheit oder Menge gesundheits-,

luft-, oder wassergefährdend,

explosibel oder brennbar

sind, müssen diese unverzüglich

der Stadt Dillingen angezeigt

werden.

• Bei Baumaßnahmen, die mit Eingriffen

in den Untergrund in den

betroffenen Arealen verbunden

sind, ist eine bodengutachterliche

Begleitung durch einen nach § 18

BBodSchG anerkannten Gutachter

erforderlich. Einzelheiten sind

mit der Bodenschutzbehörde abzustimmen.

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Auswirkungen des

Bebauungsplanes,

Abwägung

Abwägung der öffentlichen

und privaten Belange

Für jede städtebauliche Planung ist

das Abwägungsgebot gem. § 1 Abs.

7 BauGB von besonderer Bedeutung.

Danach muss die Kommune als Planungsträger

bei der Aufstellung eines

Bebauungsplanes die öffentlichen

und privaten Belange gegeneinander

und untereinander gerecht abwägen.

Die Abwägung ist die eigentliche

Planungsentscheidung. Hier setzt die

Kommune ihr städtebauliches Konzept

um und entscheidet sich für die

Berücksichtigung bestimmter Interessen

und die Zurückstellung der dieser

Lösung entgegenstehenden Belange.

Die Durchführung der Abwägung impliziert

eine mehrstufige Vorgehensweise,

die aus folgenden vier Arbeitsschritten

besteht:

• Sammlung des Abwägungsmaterials

(siehe „Auswirkungen der

Planung“)

• Gewichtung der Belange (siehe

„Gewichtung des Abwägungsmaterials“)

• Ausgleich der betroffenen Belange

(siehe „Fazit“)

• Abwägungsergebnis (siehe „Fazit“).

Auswirkungen der Planung auf

die städtebauliche Ordnung und

Entwicklung sowie die

natürlichen Lebensgrundlagen

Hinsichtlich der städtebaulichen Ordnung

und Entwicklung bzw. der natürlichen

Lebensgrundlagen (im Sinne

des § 1 Abs. 6 BauGB) sind insbesondere

folgende möglichen Auswirkungen

beachtet und in den Bebauungsplan

eingestellt:

Auf die allgemeinen

Anforderungen an gesunde Wohnund

Arbeitsverhältnisse

Dieser Planungsgrundsatz präzisiert

die wesentlichen Grundbereiche

menschlichen Daseins. Er enthält die

aus den allgemeinen Planungsgrundsätzen

entwickelte Forderung für Bauleitpläne,

dass die Bevölkerung bei der

Wahrung der Grundbedürfnisse gesunde

und sichere Wohn- und Arbeitsbedingungen

vorfindet.

Das bedeutet, dass Wohn- und

Arbeitsstätte so entwickelt werden

sollen, dass Beeinträchtigungen vom

Planungsgebiet auf die Umgebung

und von der Umgebung auf das Planungsgebiet

vermieden werden. Dies

kann erreicht werden, indem unvereinbare

Nutzungen voneinander getrennt

werden.

Insgesamt geht vom Plangebiet aufgrund

der lärmintensiven Nutzung

zwar ein hoher Störgrad aus, insbesondere

während des Spielbetriebes.

Mit dem Bebauungsplan wird jedoch

größtenteils der Bestand planungsrechtlich

festgeschrieben, so dass

auch künftig über das bisherige Maß

hinausgehende Beeinträchtigungen

ausgeschlossen werden können. Mit

der Planung geht eine Verbesserung

des Status quo einher. Die Lärmauswirkungen

auf die angrenzende

Wohnnutzung wurden in einem

Schalltechnischen Gutachten geprüft.

Ergebnis des Gutachtens ist, dass bei

Berücksichtigung „organisatorischer

Lärmschutzmaßnahmen“, d.h. einer

zeitlichen Einschränkung der Nutzung

der Sportanlagen, insbesondere

des Kleinspielfeldes, ein verträgliches

Nebeneinander von Wohnnutzung

und Sportanlagen gewährleistet ist.

Entsprechende Festsetzungen wurden

im Bebauungsplan getroffen.

Trotz zeitlicher Einschränkung verbleibt

weiterhin eine geringfügige

Überschreitung des Immissionsrichtwertes

an Sonntagen innerhalb der

Ruhezeit um 1 dB durch das seit Jahrzehnten

bestehende Großspielfeld.

„Die im Rahmen der vorliegenden

Untersuchung zur Berechnung der

von den bestehenden Sportanlagen

und dem geplanten Parkplatz hervorgerufenen

Geräuschimmissionen herangezogenen

Geräuschemissionen

beruhen auf Maximalabschätzungen

sowohl hinsichtlich der tatsächlich

auftretenden Geräuschemissionen als

auch der im realen Betrieb auftretenden

Einwirkzeiten.

Die in der vorliegenden Untersuchung

durchgeführte Ermittlung der durch

den Betrieb der bestehenden Sportanlagen

sowie des geplanten Parkplatzes

hervorgerufenen Geräuschimmissionen

ist mit einer Unsicherheit

verbunden. Die in der vorliegenden

Untersuchung ermittelte geringfügige

Überschreitung an Sonntagen innerhalb

der Ruhezeiten (Fußballspiel

Herren 2, ohne Kleinspielfeld) in Höhe

von 1 dB liegt innerhalb des Bereichs

der zu erwartenden Prognoseunsicherheit“

(Quelle: „Gutachtliche Stellungnahme

zu den Geräuschemissionen

und -immissionen der innerhalb

des Geltungsbereiches des geplanten

Bebauungsplanes Nr. 9b „Sportzentrum

Pachten“ der Stadt Dillingen /

Saar gelegenen Sportanlagen, Stand:

18.07.2012) und ist daher zu vernachlässigen.

Eine Überschreitung von lediglich 1

dB hat keine nachteiligen Auswirkungen

auf gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse.

Die erwartete, da unter der Hörbarkeitsschwelle

liegende, geringfügige

Überschreitung der Orientierungswerte

wird im Rahmen der Abwägung der

differierenden Belange aus folgenden

Gründen planerisch für vertretbar und

zumutbar gehalten:

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• Die betreffenden Nutzungen (v.a.

das maßgebliche Großspielfeld)

befinden sich seit Jahrzehnten an

diesem Standort. Bereits vor dem

Zweiten Weltkrieg waren nachweislich

die Fußballanlagen auf

diesem Gelände vorhanden.

• Die Wohngebiete Pachtens sind

nach und nach an die Sportanlagen

herangerückt.

• Die Erweiterung der Sportflächen

ist nicht mehr möglich, da sie auf

der einen Seite von Wohnbauflächen

und auf der anderen Seite

von naturschutzrechtlich geschützten

Gebieten umgeben

sind.

• Eine andere Lage, z.B. des Fußballkleinspielfeldes,

ist wegen der

beengten Lage der Fläche nicht

möglich.

• Den Belangen der Wohnruhe wird

durch die teilweise Unterbindung

der Nutzung der Anlagen innerhalb

der Ruhezeiten und sonstiger

Regelungen bestmöglich

Rechnung getragen.

• Innerhalb der Pachtverträge und

sonstigen zu treffenden Nutzungsregelungen

mit den betreffenden

Vereinen hat die Stadt als

Eigentümerin der Flächen umfassenden

Einfluss auf die Nutzung

der Flächen. Die Umsetzbarkeit

der im Bebauungsplan aufgeführten

Festsetzungen in nachfolgenden

Verwaltungsverfahren ist damit

gesichert.

Über den Lärm hinausgehende Auswirkungen

wurde durch entsprechende

Festsetzungen, wie beispielsweise

die Vorgabe einer Schutzbepflanzung

und der exakten Definition der räumlichen

Lage der baulichen und sonstigen

Anlagen, entgegengewirkt.

Zudem stehen ausreichend Flächen

für den Ruhenden Verkehr zur Verfügung.

Negative Auswirkungen durch

Parksuchverkehr und parkende Fahrzeuge

sind damit nicht zu erwarten.

Bisher zeigten sich auch keine beeinträchtigenden

Auswirkungen der Umgebung

auf das Plangebiet. Auch für

die Zukunft sind somit keine negativen

Auswirkungen auf das Plangebiet

zu erwarten.

Auf die Belange von Freizeit, Sport

und Erholung

Mit der langfristigen planungsrechtlichen

Sicherung der Sportanlagen im

Plangebiet (sowohl von Reitanlage,

Fußball, Tennisplätzen und Fußballkleinspielfeld)

und dem Zugeständnis

von Erweiterungsmöglichkeiten wird

den Belangen von Freizeit und Sport

Rechnung getragen.

Auf die Erhaltung, Gestaltung und

Erneuerung des Orts- und Landschaftsbildes

Im Plangebiet handelt es sich im Wesentlichen

um eine Festschreibung

des Bestandes (Ausnahme z.B. Longierhalle),

sowohl der Art der baulichen

Nutzung als auch des Maßes

der baulichen Nutzung. Das gewählte

Maß der baulichen Nutzung (Zahl der

Vollgeschosse) orientiert sich darüber

hinaus an der Umgebung. Somit wird

ein harmonisches Einfügen in den

Bestand erreicht. Nachteilige Auswirkungen

durch die Neuerrichtung weiterer

höhenwirksamer baulicher und

sonstiger Anlagen ist aufgrund der

Definition der Zahl der Vollgeschosse

ausgeschlossen.

Das Orts- und Landschaftsbild wird

durch die Planung nicht negativ beeinflusst.

Auf umweltschützende

Belange

Das Plangebiet ist zwar in einem Vorranggebiet

für Grundwasserschutz

gelegen, die vorliegende Planung

konzentriert sich jedoch fast ausschließlich

auf die bestehenden Freizeitnutzungen.

Damit sind Grundwassergefährdungen

und Einschränkungen

der Grundwasserneubildungsrate

nicht zu erwarten. Im Bereich der Altlasten

wurden zum Schutz des Grundwassers

entsprechende Festsetzungen

getroffen.

Westlich grenzt ein Vogelschutzgebiet

an den Geltungsbereich. Dieses stellt

jedoch kein geeignetes Rast- und

Nahrungsgebiet für die wertgebenden

Vogelarten dar. Der Erhaltungszustand

wird demgemäß nicht verschlechtert.

Es sind allenfalls vergleichbare Störungen

zu erwarten. Negative Auswirkungen

auf artenschutzrechtlich

relevante Arten sind darüber hinaus

nicht bekannt.

Auch das Vorranggebiet für Naturschutz

wird durch die Planung nicht

beeinträchtigt.

Zusätzliche Versiegelungen sind mit

Ausnahme der Parkplatzflächen und

der Longierhalle nicht geplant. Ein

erheblicher Verlust von Boden und

Beeinträchtigungen des Kaltluftentstehungsgebietes

und damit der

geländeklimatischen Funktion sind

aufgrund der sehr reduzierten Neuüberplanungen

(Parkplatzflächen)

ausgeschlossen.

Mit dem langfristigen Erhalt des Spielplatzes

wird auch die im Flächennutzungsplan

dargestellte Grünzäsur gewahrt.

Eine Beeinträchtigung des Fließgewässers

(Bachlauf) ist mit der Sicherung

und Festsetzung des Schutzstreifens

ausgeschlossen.

Negative Auswirkungen auf umweltschützende

Belange sind insgesamt

ausgeschlossen. Gemäß § 13a Abs.

2 Nr. 4 BauGB gelten Eingriffe, „die

auf Grund der Aufstellung des Bebauungsplans

zu erwarten sind, als

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im Sinne des § 1a Abs. 3 Satz 5 vor

der planerischen Entscheidung erfolgt

oder zulässig.“

Auf die Belange des Verkehrs

Die äußere und die innere Erschließung

des Plangebietes sind bereits vollständig

vorhanden. Wie bereits dargelegt,

handelt es sich hauptsächlich um eine

Festschreibung des Bestandes, so dass

nicht mit einem weiteren Anstieg des

Verkehrsaufkommens zu rechnen ist.

Auf die Belange der Ver- und Entsorgung

Die Belange der Ver- und Entsorgung

werden ausreichend berücksichtigt.

Die Ver- und Entsorgung des Plangebietes

ist bereits vorhanden (Strom,

Wasser, Abwasser) und wird durch die

Versorgungsträger ordnungsgemäß

sichergestellt.

Auf die Belange des

Klimaschutzes

Um den Belangen des Klimaschutzes

Rechnung zu tragen, wurden Festsetzungen

im Plangebiet vorgesehen,

die insbesondere auch im Hinblick auf

den Klimawandel angemessen sind.

Das Vermeiden zusätzlicher erheblicher

Versiegelungen und die Festschreibung

des Maßes der baulichen

Nutzung auf den Bestand und das

Eröffnen von lediglich geringfügigen

Erweiterungsoptionen sichert einen

sparsamen Umgang mit Grund und

Boden.

Darüber hinaus ist die Errichtung von

Fotovoltaikanlagen (Dach- und Fassadenflächen,

Überdachung der Reitplätze)

im Plangebiet zulässig.

Auch die Sicherung des Bachlaufes

leistet einen Beitrag zur Verbesserung

des Mikroklimas.

Auf alle sonstigen Belange

Alle sonstigen bei der Aufstellung von

Bauleitplänen laut § 1 Abs. 6 BauGB

zu berücksichtigenden Belange werden

nach jetzigem Kenntnisstand

durch die Planung nicht berührt.

Auswirkung der Planung auf die privaten

Belange

Grundsätzlich ist die unmittelbare

Nachbarschaft von Wohnen und Sport

konfliktträchtig. Das schalltechnische

Gutachten kommt jedoch zu dem Ergebnis,

dass durch entsprechende

Schallschutzmaßnahmen nachteilige

Auswirkungen auf die privaten Belange

ausgeschlossen sind.

Über das bisherige Maß hinausgehende

Beeinträchtigungen sind aufgrund

der Festschreibung des Bestandes und

der Festsetzung einer Schutzbepflanzung

nicht zu erwarten.

Gewichtung des

Abwägungsmaterials

Gemäß dem im Baugesetzbuch verankerten

Abwägungsgebot (§ 1 Abs.

7 BauGB) wurden die bei der Abwägung

zu berücksichtigenden öffentlichen

und privaten Belange gegeneinander

und untereinander gerecht

abgewogen und entsprechend ihrer

Bedeutung in den vorliegenden Bebauungsplan

eingestellt. In diesem

Verfahren wurden insbesondere folgende

Aspekte beachtet:

Argumente für die

Verabschiedung des

Bebauungsplanes

• Festschreibung des Bestandes, erhebliche

über das bisherige Maß

hinausgehende Beeinträchtigungen

können ausgeschlossen werden;

keine nachteiligen Auswirkungen

der Umgebungsnutzung

auf das Plangebiet

• langfristige planungsrechtliche

Sicherung der Sportanlagen, damit

Befriedigung der Belange von

Freizeit und Sport

• Schaffung der planungsrechtlichen

Voraussetzungen zur Gewährleistung

eines verträglichen

Nebeneinanders zwischen Wohnnutzung

und Sportanlagen

• keine nachteiligen Auswirkungen

auf das Orts- und Landschaftsbild;

harmonisches Einfügen in

den Bestand

• Ausschluss negativer Auswirkungen

auf umweltschützende Belange

(keine Beeinträchtigungen

des Vogelschutzgebietes, Sicherung

des Fließgewässers, etc.)

• Berücksichtigung der Belange des

Klimaschutzes (Fotovoltaik, Sparsamer

Umgang mit Grund und

Boden)

• kein / geringer Erschließungsaufwand

(Verkehr, Ver- und Entsorgung)

• Vermeidung der Beeinträchtigung

privater Belange, insbesondere

der angrenzenden Wohnnutzung,

durch Schutzmaßnahmen

(Schutzbepflanzungen, Ergebnis

schalltechnisches Gutachten)

Argumente gegen die

Verabschiedung des

Bebauungsplanes

Es sind keine Argumente bekannt,

die gegen die Aufstellung des Bebauungsplanes

sprechen.

Fazit

Im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplanes

wurden die zu beachtenden

Belange in ihrer Gesamtheit

untereinander und gegeneinander

abgewogen. Aufgrund der genannten

Argumente, die für die Planung

sprechen, ist der Stadt Dillingen zum

jetzigen Planungsstand die Verabschiedung

des Bebauungsplanes zu

empfehlen.

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Flächenbilanz

Bezeichnung

Fläche für Sportanlagen „Fußball und Tennis“

Fläche für Sportanlagen „Reitsport“

Verkehrsflächen

Öffentliche Grünfläche

Schutzstreifen Bachlauf

Flächen nördlich und westlich der Parkflächen

Spielplatz

Flächen für die Erhaltung von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen sowie von

Gewässern

Flächen für die Anpflanzung von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen

östlich des südlich gelegenen Reitplatzes

nördlich und westlich der öffentlichen Parkfläche

östlich des nördlichen Tennisplatzes

Fläche

ca 19.800 qm

ca. 34.400 qm

ca. 5.830 qm

ca. 3.810 qm

ca. 1.380 qm

ca. 2.990 qm

ca. 3.810 qm

ca. 130 qm

ca. 1.380 qm

ca. 130 qm

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