Tag des offenen Denkmals 2013 - Stadt Dortmund

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Tag des offenen Denkmals 2013 - Stadt Dortmund

Tag des offenen Denkmals

Unbequeme Denkmale?

8. September 2013


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verantwortung

für dortmund

MENSCH UND ARBEIT

NATUR UND KLIMA

ÖKONOMIE UND ÖKOLOGIE

STADT UND STADTLEBEN

1

EDG Entsorgung Dortmund GmbH

Sunderweg 98 · 44147 Dortmund · Tel. 0231/9111-0 · www.edg.de


Inhalt

4 Grußwort des Oberbürgermeisters

Programm

6 Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung

8 Aplerbeck

10 Brackel

14 Eving

17 Hörde

21 Hombruch

27 Huckarde

29 Innenstadt-Nord

34 Innenstadt-Ost

37 Innenstadt-West

42 Lütgendortmund

46 Mengede

48 Scharnhorst

51 Lünen

51 Legende

52 Übersichtsplan

Textbeiträge

54 Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?

Bruno Wittke

60 Kirchen als unbequeme Denkmäler?

Ulrich Althöfer

65 „Den Opfern von Krieg und Gewalt zum Gedächtnis, den

Lebenden zur Mahnung“ – Zur Geschichte der Denkmale in

Dortmund in Erinnerung an Krieg und Gewaltherrschaft

Stefan Mühlhofer

71 Nicht schön und nicht gut. Ungeliebtes Bodenrelikt sucht

Freunde. Der Stollen der Zeche Zollern

Ulrike Gilhaus

76 „... man muss auch auf ihre Erhaltung sinnen.“

Henriette Brink-Kloke


Grußwort

Der Tag des offenen Denkmals 2013

Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?

Auf den ersten Blick mutet das Motto,

unter welches die Deutsche Stiftung

Denkmalschutz den diesjährigen bundesweiten

Tag des offenen Denkmals am

8. September gestellt hat, vielleicht etwas

sperrig an: „Jenseits des Guten und

Schönen: Unbequeme Denkmale?“ lautet

es. Dennoch hat sich die Denkmalbehörde

der Stadt Dortmund entschlossen, diese

Frage aufzugreifen und am Denkmaltag in

den Fokus zu rücken.

Damit stellt sich der Dortmunder Denkmaltag

einer verbreiteten Meinung,

Denkmale seien häufig unbequem – in ihrem Aussehen, ihrer Nutzung,

ihrer Erhaltung oder auch in ihrem Erinnerungswert. Der Tag des offenen

Denkmals 2013 zielt darauf ab, das vermeintlich Unbequeme an Denkmalen

zu „entlarven“: als etwas Besonderes und Bedeutungsvolles, als

etwas Identitätsstiftendes, als nachhaltiges Bauen, als wichtiges Zeugnis

gegen das Vergessen und in der Tat bisweilen als denkmalpflegerisches

Problem. Beispiele aus der denkmalpflegerischen Praxis und persönliche

Erfahrungsberichte von Nutzern, Eigentümern und anderen Beteiligten

stehen am Denkmaltag im Mittelpunkt.

Dabei wird das diesjährige Programm mit einer Reihe von Denkmalen

aufwarten, die im Zusammenhang mit einer „unbequemen Erinnerung“

steht, wie dies beispielsweise bei Bunkern und Kriegerdenkmalen,

Mahnmalen und Gedenkstätten der Fall ist – Geschichtszeugnisse, welche

zum Teil bis heute umstritten sind und die als Denkmal buchstäblich zum

Nachdenken anregen.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden Bauwerke, deren ursprüngliche

Nutzung aufgrund struktureller oder gesellschaftlicher Veränderungen

nicht mehr besteht, was beispielsweise auf Industriedenkmale und in

zunehmendem Maße auch auf Kirchen zutrifft. Bei manchen von ihnen

ist ihre zukünftige Nutzung und Erhaltung momentan noch ungeklärt.

Doch nicht selten gewinnen vermeintlich unbequeme Denkmale nach

ihrer Sanierung oder Umnutzung eine völlig neue Wertschätzung: als einzigartige

Arbeitsplätze, als unverwechselbare Wohnungen oder kulturelle

Attraktionen. Viele Eigentümer und Nutzer betonen zu Recht voller Stolz

die Einzigartigkeit ihres geschichtsträchtigen Denkmals, gleichwohl ihre

Erhaltung manchmal als „unbequem“ empfunden wird.

So werden sicherlich auch die Besucherinnen und Besucher am Ende

des Denkmaltags die im Motto formulierte Frage für sich beantworten:

„Unbequem? Nein, besonders!“

4


Für Dortmund ist der Tag des offenen Denkmals 2013 ein ganz besonderer,

denn die Siedlungs- und Baugeschichte unserer Stadt wird in diesem

Jahr zum 20. Mal lebendig, indem die Öffentlichkeit außergewöhnliche

Einblicke hinter ansonsten häufig verschlossene Denkmal-Türen erhält.

Man kann es getrost als Erfolgsgeschichte bezeichnen: In Dortmund

nehmen regelmäßig Tausende Bürgerinnen und Bürger sowie zahlreiche

Gäste aus angrenzenden Städten am Denkmaltag teil, begeben sich auf

historische Spurensuche und zeugen mit ihrem Besuch von der ausgesprochen

positiven Resonanz, auf die das Konzept stößt. Dieser Zuspruch

motiviert die Stadtverwaltung und eine große Zahl von Mitwirkenden

aus vielen Bereichen unserer Gesellschaft immer wieder, ein umfassendes

und interessantes Programm zu offerieren – so auch am diesjährigen

Denkmaltag.

Ein derart vielseitiges Ereignis wie der Tag des offenen Denkmals wäre

ohne das bemerkenswerte Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Helfer

und Veranstalter an den einzelnen Standorten nicht zu ermöglichen.

Die Stadt Dortmund dankt deshalb insbesondere dem Ortskuratorium

Bochum/Dortmund der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Heimatverein

Mengede e. V., dem Verein zur Förderung der Heimatpflege e. V.

Hörde, dem Förderkreis Zechenkultur Gneisenau e. V., dem Förderverein

Lindenhorster Kirchturm e.V., dem Verein der Freunde und Förderer des

Botanischen Gartens Rombergpark mit dem SGV e. V., Agricola e. V., dem

Förderverein Steinwache/Internationales Rombergpark-Komitee e. V. und

den Botschaftern der Erinnerung, dem Fritz-Henßler-Berufskolleg, der

Dortmunder Schiffahrtsgesellschaft e. V., dem Geschichtskreis Scharnhorst

und der Siedlergemeinschaft MSA-Siedlung e. V., dem Heimatmuseum

Lütgendortmund 1988 e.V. und dem „Lütgen-Archiv“, dem Westfälischen

Heimatbund sowie allen beteiligten Denkmaleigentümer/-innen,

Kirchengemeinden und Initiativen und Institutionen.

Zudem danke ich allen Autorinnen und Autoren, die Beiträge für das

vorliegende Programmheft beigesteuert haben, welche sicherlich auch

über den aktuellen Denkmaltag hinaus von Interesse sind.

Nicht zuletzt möchte ich an dieser Stelle Gisela Winert meinen herzlichen

Dank aussprechen, die als langjährige Mitarbeiterin der Denkmalbehörde

bis zu ihrem Ruhestand im Mai 2013 den Dortmunder Denkmaltag mit

großem Engagement betreut und geprägt hat.

Schließlich gilt mein besonderer Dank den Firmen, die den Tag des offenen

Denkmals 2013 mit Spenden und Anzeigen zu finanzieren helfen.

Ullrich Sierau

Oberbürgermeister der Stadt Dortmund

5


Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung

1 Amtshaus Mengede

Eröffnungsveranstaltung

Am Amtshaus 1

Dortmund-Mengede

Haltestelle: Do-Mengede Bf; Linien S2 und RE3 (Fußweg 6 Minuten)

Das in den Jahren 1903/04 für das

damals noch selbständige Amt Mengede

erbaute historische Amtshaus

Mengede dient auch heute noch als

Sitz der Bezirksverwaltung. Bis in die

1980er Jahre beherbergte es auch

eine Polizeiwache. Architekt des

Gebäudes im Stil der Frührenaissance

mit Einflüssen des Jugendstils war

Heinrich Markmann. Bei der Sanierung

2009 wurden auch die Gefängniszelle

und die Luftschutzräume im

kellerartig wirkenden Sockelgeschoss

restauriert. Die Gefängniszelle blieb

als eine von vormals sechs Zellen erhalten,

der Luftschutzraum wurde im

Zweiten Weltkrieg für die Angehörigen

der Bezirksverwaltung geschaffen. Die

Obere Denkmalbehörde in Münster

stellte die Einmaligkeit dieser bedrückenden

Räume fest.

Noch heute kann man die vielfach in

kyrillischer Schrift und mit Datumsangaben

aus den Jahren des Zweiten

Weltkriegs ausgeführten Inschriften

an den Wänden der Gefängniszelle

lesen.

11.00 Uhr

Eröffnung des Tags des offenen

Denkmals 2013 im historischen

Sitzungssaal des Amtshauses; musikalisches

Begleitprogramm durch die

Mengeder Harfenistin Meike Rath

im Anschluss an die Eröffnung

bis 17.00 Uhr Führungen durch das

Amtshaus mit Gefängniszelle und

Luftschutzraum

siehe auch Programmpunkt 41

6


2 Ev. Kirche Dorstfeld

Abschlussveranstaltung

Hochstraße 10

Dortmund-Dorstfeld

Haltestellen: Dortmund-Dorstfeld, S1, S2, S4 (Fußweg 3 Minuten) oder Wittener

Straße, U43, U44 (Fußweg 5 Minuten)

Die 1905 eingeweihte evangelische

Kirche der Elias-Gemeinde in Dorstfeld

steht einschließlich ihrer weithin geschätzten

Sauer-Orgel unter Denkmalschutz.

Das Instrument gilt als einzige

Orgel dieses Typs, die zwei Weltkriege

und Orgelbewegungen überstand.

Die Gemeinde kann diese Kirche

jedoch nicht mehr unterhalten. Bereits

seit mehreren Jahren werden Ideen

für eine dauerhafte neue Nutzung

gesucht, bislang allerdings erfolglos.

Als Zwischennutzungslösung werden

daher zurzeit Kulturveranstaltungen

an diesem Ort durchgeführt. Zum

Tag des offenen Denkmals wird hier

die zentrale Abschlussveranstaltung

in Zusammenarbeit mit der Stiftung

Denkmalswerte Kirchen in Dortmund

und Lünen ausgerichtet.

„Unbequem“ ist dieses Denkmal, weil

es einen Widerspruch gibt zwischen

dem Bedürfnis der Bürger, diese

Kirche als Identität stiftenden Ort

zu erhalten, und der Tatsache, dass

das Gebäude aufgrund seiner hohen

Unterhaltungskosten – auch im unge-

nutzten Zustand – finanziell untragbar

geworden ist.

ab 13.00 Uhr

Die Dorstfelder Kirche ist geöffnet.

14.30 und 16.00 Uhr

Kirchen- und Orgelführung

ab 17.00 Uhr

Orgel-Kurzkonzert und zentrale

Abschlussveranstaltung mit moderierter

Diskussionsrunde zum Thema

„Kirchen als unbequeme Denkmale?“

(schrumpfende Gemeinden, Kirchenschließungen,

Umnutzungskonzepte)

weiteres Kurzkonzert zum Ausklang

(Organist: Christian Dürich)

www.elias-gemeinde.de

7


Aplerbeck

3 Ev. Kirche St. Georg

Ruinenstraße 37

Dortmund-Aplerbeck

Haltestelle: Lübckerhofstraße, Linien 420, 437, 439 (Fußweg 5 Minuten)

Die Georgskirche als historisches

Zentrum Aplerbecks ist über 850

Jahre alt, Vorgängerbauten standen

vermutlich schon vor über 1.100

Jahren am selben Ort. Die dreischiffige,

zweijochige Kreuzbasilika mit

Rundbogenfenstern und Südportal,

Doppelarkaden, Stützenwechsel,

Würfelkapitellen und Kreuzgratgewölben

dokumentiert noch den

romanischen Baustil. Andere Bauteile

sind einer gotischen Umgestaltung

aus der Zeit um 1400 zuzuschreiben.

Ein romanischer Taufstein und das

gotische Sakramentshäuschen gehören

zur sehenswerten Innenausstattung

der Kirche.

Jahrhundertelang war der alte

Friedhof, der die Kirche umgibt,

letzte Ruhestätte für die Menschen

des Kirchspiels. Die Grabsteine,

deren Erhaltung eine schwierige,

„unbequeme“ Aufgabe ist, stehen

am Denkmaltag im Fokus, ebenso die

Grabplatten, die aus dem Inneren der

Kirche an die Außenmauer versetzt

wurden. Sie erinnern an wichtige

Persönlichkeiten ihrer Zeit, unter

ihnen Pfarrer Nicolaus Witthenius,

der für Aplerbeck das „Augsburger

Bekenntnis“ unterschrieb, sowie die

Erbauer des Hauses Rodenberg.

11.00–17.00 Uhr

Die Georgskirche ist geöffnet.

9.30 Uhr

Gottesdienst

11.00–17.00 Uhr

Führungen zu Kirche und altem

Friedhof nach Bedarf, Fotodokumentation

zu den Grabsteinen

Erfrischungen stehen bereit

www.georgsgemeinde.de

Die Georgskirche ist Teil der Stiftung

Denkmalswerte Kirchen in Dortmund

und Lünen.

8


4 Kommunalfriedhof Aplerbeck

Köln-Berliner Straße 86

Dortmund-Aplerbeck

Haltestelle: Vieselerhofstraße, Linien 437,440 (Fußweg 2 Minuten)

Der alte Kommunalfriedhof wurde

von der damaligen politischen

Gemeinde Aplerbeck als überkonfessioneller

Friedhof angelegt und ab

Sommer 1896 für Bestattungen freigegeben.

Es gibt hier u. a. ein zusammenhängendes

jüdisches Gräberfeld,

einen Bereich für Feuerbestattungen

(mit Denkmal) und vereinzelte, unter

Denkmalschutz stehende Grabsteine

und Gruften. Die 2012 restaurierte

Trauerhalle wurde 1905/06 nach

Plänen des Amtsbaumeisters Stricker

errichtet, dessen Grabstelle sich auf

dem Friedhof befindet.

Der Aplerbecker Kommunalfriedhof

ist auch ein Ort unbequemer Erinnerung.

Dies kommt beispielsweise

durch das Denkmal der Feuerbestatter

zum Ausdruck, denn die

Leichenverbrennung wurde von den

Freidenkern als bewusste Abgrenzung

vom christlichen Auferstehungsglauben

propagiert und vor

allem von der katholischen Kirche als

Provokation angesehen.

Das jüdische Gräberfeld erinnert an

die Leiden der Aplerbecker Juden

allein dadurch, dass die Bestattungen

hier 1939 endeten.

In Sichtweite der jüdischen Gräber

befindet sich die letzte erhaltene

Familiengruft aus dem ursprünglichen

Belegungsprogramm. An der

Gestaltung der Gedenktafel für drei

im Zweiten Weltkrieg gefallene Familienmitglieder

(Offiziere) lässt sich

die damalige politische Gesinnung

der Familie zweifelsfrei ablesen.

Ein Grabstein für einen 22-jährigen

Soldaten des Zweiten Weltkrieges

schließlich führt die Zweifelhaftigkeit

von Kriegsruhm vor Augen.

10.00 und 14.00 Uhr

Führungen über den Kommunalfriedhof

Aplerbeck mit Klaus Winter,

Historischer Verein für Dortmund und

die Grafschaft Mark e. V. und Herausgeber

von www.aplerbeck-damals.de;

Treffpunkt an der Trauerhalle auf dem

Friedhof.

9


Brackel

5 Ev. Kirche St. Johannes

Wickeder Hellweg 80

Dortmund-Brackel

Haltestellen: Eichwaldstraße, U43 (Fußweg 1 Minute) oder Wickede-West,

Linie S4 (Fußweg 7 Minuten)

Die Hallenkirche entstand vermutlich

um 1220/1230, Westturm und Chor

könnten sogar ins 12. Jahrhundert

zurückdatieren. Archäologische

Funde belegen für Wickede zudem

eine sehr frühe Christianisierung: Bei

Ausgrabungsarbeiten fand man einen

frühmittelalterlichen Friedhof, dessen

Gräber auf eine Belegung aus dem

6. bis 9. Jahrhundert hinweisen. Im

Inneren der Johanneskirche wechseln

Grünsandstein und gekalkte

Gewölbefelder einander reizvoll

ab, zahlreiche Nischen in Chor und

Langhaus verweisen auf vorreformatorische

Altäre und Reliquienbehälter.

Vor der Kirche befindet sich ein

Kriegerdenkmal aus dem Jahr 1871,

das die Siegesgöttin Viktoria mit

einem gefallenen Krieger zeigt. Es ist

zu Ehren der gefallenen Krieger vom

Kriegerverein auf kirchlichen Grundboden

gesetzt worden.

11.30, 13.00 und 15.00 Uhr

Führungen zur Kirche und dem

aus heutiger Sicht „unbequemen“

Kriegerdenkmal durch die Archivarin

Marianne Dülken und das Team

„Offene Kirche“

13.30 Uhr

musikalisches Rahmenprogramm

mit Orgelführung durch Kantor

Rainer Kamp

www.wickede-evangelisch.de

11.30–16.00 Uhr

Die Johanneskirche ist geöffnet.

10


6 Ev. Kirche am Hellweg

Brackeler Hellweg 142

Dortmund-Brackel

Haltestelle: Brackel Kirche, Linie U43 (Fußweg 2 Minuten)

Unbequem ist, wenn immer dieselben

Fragen gestellt werden und

keine Antwort zufriedenstellt. In der

Kirchengemeinde Brackel ist es die

wehmütige Frage älterer Mitglieder:

„Wo ist der Altar, den wir früher hatten?“

Eine gewisse Ablehnung des

aktuellen Altars schwingt mit: Das Altarbild

wird als zu düster empfunden.

Kein Wunder, zeigt es doch die alttestamentliche

Abrahamsgeschichte.

Der Altar der Kirche am Hellweg ist

ein Abrahams-Altar, mit einem Aufsatz

aus dem Jahr 1688. Es gibt nicht

viele Altäre, die das „unbequeme“

Thema der Opferung Isaaks durch

Abraham aufgreifen. 1892 musste

er in die Sakristei umziehen, weil

ein neugotischer Altar angeschafft

worden war. Im Zuge der Kirchenrenovierungen

1954–57 wurde er reinstalliert

– unter kunsthistorischen

Aspekten und ohne die Gemeinde

mit einzubeziehen. Nach dem

11. September 2001 wurde dieser

„schwierige“ Altar zu einem künstlerischen

Kleinod im interreligiösen

Gespräch zwischen Juden, Christen

und Muslimen. Am Denkmaltag steht

er im Zentrum der Betrachtung. Dazu

erklingt Orgelmusik von jüdischen

Komponisten.

11.30–17.00 Uhr

Die Kirche am Hellweg ist geöffnet.

10.00 Uhr

Gottesdienst: „Lobe den Herrn …

Vers 5“, biblische Texte und Historie

zum Abrahams-Altar

11.30–12.30 Uhr

Orgelmusik aus jüdisch-christlicher

Tradition: Wolfgang Meier-

Barth; Werke von Felix Mendelssohn

Bartholdy (1809–1847) und Louis

Lewandowski (1829–1894)

13.00 und 15.00 Uhr

Kirchenführung: Der Abrahams-

Altar – Historienmalerei in Wort und

Bild

Zwischen 11.30 und 17.00 Uhr

werden im Haus Beckhoff Kaffee und

Kuchen angeboten.

Die Kirche am Hellweg ist Teil der

Stiftung Denkmalswerte Kirchen in

Dortmund und Lünen.

11


7 Luther-Kirche Asseln

Asselner Hellweg 118 a

Dortmund-Asseln

Haltestelle: Am Hagedorn, U43 (Fußweg 1 Minute)

Die Luther-Kirche ist innen wie außen

eine architektonische Besonderheit.

Zunächst stellt sie ein einzigartiges

Beispiel einer gelungenen denkmalpflegerischen

Konzeption um 1900

dar: Der Hagener Architekt Gustav

Mucke vergrößerte zwischen 1904

und 1906 den Vorgängerbau um eine

frühgotisch anmutende, kreuzförmige

Saalkirche mit Querarmemporen.

Hierbei integrierte er den alten achteckigen,

romanischen Turm sowie

den gotischen Chorraum und passte

die baulichen Neuerungen sensibel an.

Der Turm wurde erhöht, der Chorraum

zur separaten Kapelle umfunktioniert.

Dort steht heute die barocke

Kanzel der alten Dorfkirche, die mit

anderen älteren Ausstattungsstücken

von überregionaler Bedeutung ist und

auf die jahrhundertelange Geschichte

der Kirche verweist. Kunsthistorisch

bedeutsam sind außerdem der nahezu

unveränderte Bestand an Wandund

Glasmalerei sowie die Orgeln

der Firma Furtwängler & Hammer,

die in den 1980er Jahren aufwendig

restauriert wurden.

12.00–16.00 Uhr

Die Luther-Kirche ist geöffnet.

12.30 und 14.00 Uhr

Kirchenführungen

Turmbesichtigungen auf Anfrage

Orgelvorträge auf der historischen

Furtwängler & Hammer-Orgel

www.asseln-evangelisch.de

Die Luther-Kirche ist Teil der Stiftung

Denkmalswerte Kirchen in Dortmund

und Lünen.

12


8 Sowjetisches Ehrenmal auf dem Hauptfriedhof

Rennweg (am jüdischen Teil des Friedhofs)

Dortmund-Brackel

Haltestelle: Knappschaftskrankenhaus, S4 (Fußweg 8 Minuten)

Das 1945/46 durch den Herner

Künstler F. J. Kraus im Auftrag der

UdSSR gestaltete Sowjetische Ehrenmal

auf dem jüdischen Friedhofsteil

besteht aus einem acht Meter hohen

quadratischen Steinpfeiler auf dreistufigem

Sockel. An seiner Frontseite

ist die überlebensgroße Relieffigur

eines russischen Gefangenen oder

Verschleppten angebracht. Drei

Tafeln in russischer, englischer und

deutscher Sprache tragen die Inschrift

„Den In Faschistischer Sklaverei

Umgekommenen Kameraden Zur

Ewigen Erinnerung Vom Sowjetvolk

(1941–1945)“. Auf der Rasenfläche

um das Denkmal herum sind Inschriftplatten

mit Angaben zu den ermordeten

Opfern eingelassen. Von den

annähernd 5.700 Zwangsarbeitern

und Kriegsgefangenen, die auf

diesem auch „Ausländerfriedhof“

genannten Teil des Hauptfriedhofs

ruhen, waren allein fast 5.100

Sowjetbürger.

Der Hauptfriedhof beherbergt

weitere Gedenkstätten für Opfer von

Kriegen und Gewalt, die bei den Führungen

ebenfalls Erwähnung finden:

eine Kriegsgräberstätte mit mehr

als 3.000 einfachen Steinkreuzen

für deutsche Gefallene der beiden

Weltkriege, ein Mahnmal für die

ermordeten jüdischen Bürger Dortmunds

und gesonderte Ehrenanlagen

für polnische und jugoslawische

Zwangsarbeiter.

11.00–17.00 Uhr

Info-Tisch

Führungen nach Bedarf zum

historischen Hintergrund des Ehrenmals

durch Reiner Berghoff, Mitglied

des Ortskuratoriums Bochum/

Dortmund der Deutschen Stiftung

Denkmalschutz

13


Eving

9 Ev. St. Johann-Baptist-Kirche Brechten

Widumer Platz 1

Dortmund-Brechten

Haltestelle: Brechten Zentrum, U41, Linie 414 (Fußweg 8 Minuten)

Mitten im Dorf steht die Brechtener

Kirche St. Johann Baptist, eine

kleine Hallenkirche aus der zweiten

Hälfte des 13. Jh. Mit ihrem aus noch

älterer Zeit stammenden mächtigen

Kirchturm prägt sie eindrucksvoll

das Ortsbild. Besonders zeichnet

sich die Dorfkirche durch ihre reiche

Ausstattung mit Wandmalereien

aus der Entstehungszeit aus, welche

lange Zeit unbemerkt unter einer

Putzschicht verborgen waren. Anfang

der 1960er Jahre legten umfangreiche

Restaurierungsarbeiten die

Originalsubstanz frei, sodass sich die

Wandmalereien wieder unverfälscht

zeigen. Das Deckenfresko im Altarraum

gilt als älteste Weltgerichtsdarstellung

Westfalens.

Unter dem jetzt sichtbaren barocken

Altar, der etwa 300 Jahre alt ist,

befindet sich ein mittelalterlicher

Altar mit historischen Weihekreuzen.

Dieses ungeliebte Ausstattungsstück

wird am Tag des offenen Denkmals

von der Abdeckung befreit, sodass

es trotz des schlechten und somit

„unbequemen“ Erhaltungszustandes

besichtigt werden kann.

11.00–17.00 Uhr

Die St. Johann-Baptist-Kirche ist

geöffnet.

Kurzführungen zu jeder vollen

Stunde und auf Anfrage

Ab 14.00 Uhr werden im benachbarten

Gemeindehaus Kaffee und

Kuchen angeboten.

www.ev-gemeinde-brechten.de

Die St. Johann-Baptist-Kirche ist Teil

der Stiftung Denkmalswerte Kirchen

in Dortmund und Lünen.

14


10 Ev. Kirche Lindenhorst

Alte Ellinghauser Straße 7

Dortmund-Eving

Haltestelle: Lindenhorst, Linien 410, 411 (Fußweg 3 Minuten)

Der aus dem 12. Jahrhundert

stammende Turm der Kirche in

Lindenhorst ist wohl der älteste

Turm im heutigen Stadtgebiet von

Dortmund. Er bildet den Rest einer

mittelalterlichen Anlage, die mit dem

ehemaligen Wohnsitz der Herren von

Lindenhorst, den späteren letzten

Grafen von Dortmund, verbunden

war. Im Turm befinden sich zwei der

ältesten Glocken der Region (1405).

Das Kirchenschiff hingegen wurde

mehrfach zerstört oder abgerissen.

Für die um 1900 langsam wachsende

Gemeinde wurde 1911–13 nach Plänen

des Hagener Architekten Gustav

Mucke ein bescheidener Kirchsaal in

schlichten, neubarocken Formen sowie

ein benachbartes Gemeindehaus

errichtet. Im Inneren des Kirchenschiffs

ist die Jugendstil-Ausmalung

erhalten, die die Fenstereinfassungen

und das Tonnengewölbe ornamental

betont.

Im Mai 2013 wurde die Kirche vom

Presbyterium für alle Veranstaltungen

geschlossen. Derzeit werden

Gespräche mit möglichen Investoren

bezüglich einer zukünftigen Nutzung

geführt. Der Förderverein Lindenhorster

Kirchturm e. V. wird vor diesem

„unbequemen Denkmal“ einen

Info-Stand aufbauen und v. a. daran

erinnern, dass vor genau 100 Jahren

das von Gustav Mucke gestaltete Kirchenschiff

der Gemeinde übergeben

wurde. Ein Historiker, der zu Mucke

gearbeitet hat, ist eingeladen.

14.00–16.00 Uhr

Informationsstand des Fördervereins

Lindenhorster Kirchturm e.V.

vor der Kirche.

www.lindenhorster-kirchturm.de

15


11 Malakowturm Zeche Fürst Hardenberg Schacht 1

Lindnerstraße 26/28/30

Dortmund-Eving

Haltestelle: Tauroggenstraße, Linien 410, 411, 473 (Fußweg 10 Minuten)

Von einst mehr als 100 Malakowtürmen

im Ruhrgebiet sind heute nur

noch 14 erhalten. Diese massiven

Fördertürme hatten die schweren Seilscheiben

zu halten sowie die enormen

Zugkräfte der Fördermaschinen aufzufangen.

Ihre Bezeichnung geht

auf das Fort Malakow zurück, eine

Festungsanlage vor Sewastopol mit

Festungsturm. Im Krimkrieg von 1853

bis 1856 wurde der Name des lange

belagerten und umkämpften Forts

in Europa zum Synonym für Stärke,

Monumentalität und Belastbarkeit.

Für die zur selben Zeit entstehenden

Schachttürme der Ruhrgebietszechen

wurde er übernommen, um damit die

Widerstandsfähigkeit dieser Fördereinrichtungen

zu betonen. Mit einer

Höhe von über 31 Metern und

mächtigen Ziegelfassaden behauptet

sich der Malakowturm als trutziger

und imposanter Zeuge des einstigen

Bergwerks Fürst Hardenberg, dessen

Anfänge ins 19. Jahrhundert zurückreichen.

Ab 1876 wurden hier Steinkohlen

gefördert, die Stilllegung der

Zeche erfolgte 1960. Als 1987 auch

die Zeche Minister Stein ihre Pforten

schloss, wurden die Anlagen bis auf

den Malakowturm und das Maschi-

nenhaus abgerissen. Die noch erhaltenen

Tagesanlagen sind in mehrfacher

Hinsicht „unbequeme Denkmale“:

Einst markierte der Turm den

Eingang in die Tiefen des Bergwerks

und somit in eine äußerst unbequeme

und gefährliche Arbeitswelt. Ihres

Verwendungszwecks beraubt, sollten

zunächst auch Malakowturm und

Fördermaschinenhaus abgerissen werden.

Die Besonderheiten, die das „unbequeme“

Denkmal in der Vergangenheit

vor dem Abriss bewahrten,

erweisen sich auch in der Gegenwart

als Herausforderung. Auch der Weg

von der Planung zur Umsetzung der

Nutzungsänderung ist alles andere

als bequem. Die Eigentümer haben

diese Herausforderung angenommen

und führen ihr Denkmal einer neuen

Nutzung zu, ohne die Spuren der

Vergangenheit zu verstecken.

11.00–17.00 Uhr

Der Malakowturm ist geöffnet.

in diesem Zeitraum

Besichtigung des Malakowturms in

Kurzführungen zu Geschichte und

Nutzungsplanungen mit max. 10

Personen, Wartezeiten sind möglich.

16


12 Alte Kirche Wellinghofen

An der Kirche 1

Dortmund-Wellinghofen

Haltestellen: Wellinghofen, Linien 441, 442, 443, 447 (Fußweg 4 Minuten) oder

Limburger Postweg, Linie 438 (Fußweg 1 Minute)

Hörde

Die bewegte Geschichte der Alten

Kirche Wellinghofen reicht bis ins

9. Jh. zurück. Die Kirche war und

ist stets im Wandel, veränderte im

Laufe der vielen Jahre immer wieder

ihre Gestalt. So wurde sie nach einer

Brandkatastrophe im 12. Jh. als

romanische Kreuzsaalkirche neu errichtet,

im 14. Jh. zu einer gotischen

Hallenkirche erweitert und schließlich,

Anfang des 20. Jh., noch einmal stark

umgebaut.

Bis heute sind Teile der mittelalterlichen

Ausmalung der Kirche sowie

der historische Taufstein und eine

Glocke aus dem 13. Jh. erhalten. Zu

den wohl ältesten Orgeln Dortmunds

dürfte die Alberti-Orgel gehören,

geschaffen vom bedeutenden

Orgelbauer Johann Georg Alberti im

Jahr 1709. Neben den historischen

gibt es aber auch zeitgenössische

Inventarstücke zu entdecken, darunter

Paramente (2007), ein modernes

Altarkreuz und ein kunstvoll geschmiedeter

Fürbitt-Leuchter (beide

2012). In dieser Spannung zwischen

Alt und Neu bewegt sich die sehensund

hörenswerte Kirchenhistorie.

11.00–18.00 Uhr

Die Alte Kirche Wellinghofen ist

geöffnet.

ab 11.00 Uhr

Führungen (Dauer 30 Min) zu jeder

vollen Stunde durch Mitglieder des

Arbeitskreises „Offene Alte Kirche“

www.evangelisch-in-wellinghofen.de

Die Alte Kirche Wellinghofen ist Teil

der Stiftung Denkmalswerte Kirchen

in Dortmund und Lünen.

17


13 Kath. Stiftskirche St. Clara

Am Stift 8

Dortmund-Hörde

Haltestelle: Do-Hörde Bf, RB53, RB 59, U41 (Fußweg 7 Minuten)

Der auf der Hörder Burg wohnende

Graf Konrad von der Mark und seine

Frau Elisabeth von Kleve gründeten

1339 das Hörder Clarissenkloster. In

der Reformation wurde das Kloster

in ein freiweltliches Damenstift

umgewandelt, seine Kirche jedoch

blieb bis zur Zeit der Industrialisierung

die einzige katholische Pfarrei im

Dortmunder Süden. Als aufgrund

des starken Zuzugs katholischer Arbeiter

mehr Raum für die Gläubigen

benötigt wurde, entschied sich die

Gemeinde 1864 gegen den Rat des

westfälischen Landeskonservators für

den Abriss der alten Stiftskirche. Aus

ihr wurden einige Kunstwerke in die

1865 fertiggestellte heutige Stiftskirche

St. Clara übertragen. Die neue

dreischiffige Basilika in Kreuzform mit

24 Gewölben und einem 70 Meter

hohen Turm wurde aufgrund ihrer

Größe und den etwa zwei Millionen

verbauten Ziegeln im Volksmund

auch „Hörder Ziegeldom“ genannt.

Am diesjährigen Denkmaltag wird der

1929 vom Wiedenbrücker Kunstmaler

Heinrich Repke (1877–1962)

für die Kirche geschaffene Kreuzweg

thematisiert. Repke stellte die

historischen Figuren mit zeitgenössischen

Attributen dar. So tragen

seine Soldaten Helme aus der Zeit des

Ersten Weltkriegs – ein Umstand, der

bei manchem Betrachter Widerspruch

hervorruft.

11.00–13.00 und 14.00–19.30 Uhr

Die Stiftskirche ist geöffnet.

15.00 Uhr

Führung entlang des Kreuzwegs

durch Pfarrer Norbert Appel, Dauer

ca. ½ Stunde

17.00 Uhr

Orgelkonzert, Dauer ca. 1 Stunde

Auf dem Kirchenvorplatz werden

Kaffee und Waffeln angeboten.

www.pv-hoerde.de

18


14 Hörder Burg

Hörder Burgstraße 17–18

Dortmund-Hörde

Haltestelle: Do-Hörde Bf, Linien RB53, RB59, U41, 427, 430, 432, 433, 434, 435,

436, 439, 440, 441, 442, 445, 456 (Fußweg 4 Minuten)

Seit dem Mittelalter wurden von der

Hörder Burg aus die Geschicke des

Ortes bestimmt. Bei einer Grabung

im ehemaligen Burghof in den Jahren

2007–2009 entdeckten Mitarbeiter

der Dortmunder Denkmalbehörde in

vier Metern Tiefe die ältesten Spuren

des Gebäudes. Hierbei handelt es

sich um Reste der teilweise noch

in Holz errichteten Wasserburg

des Albert von Hörde aus dem 13.

Jahrhundert. Seit dem 14. Jahrhundert

bauten die neuen Herren, die

Grafen von der Mark, die Burg zur

steinernen Anlage mit mächtigen

Umfassungsmauern aus. Von hier

führten sie ihre Fehden gegen die

Freie Reichsstadt Dortmund. Im

späten 15. Jahrhundert verlor die

Burg ihre militärische Bedeutung,

blieb aber bis ins 19. Jahrhundert

Verwaltungssitz des Amtes Hörde.

1840 erwarb sie der Iserlohner Fabrikant

Hermann Diedrich Piepenstock,

um hier die kaufmännische Leitung

seiner Hermannshütte anzusiedeln,

die später als Werk „Phoenix“ Teil

des Stahlwerk-Konzerns der Firma

Hoesch wurde.

11.00–17.00 Uhr

Die Hörder Burg ist geöffnet.

Besichtigung der Ausstellungsräume

in der Burg

in diesem Zeitraum

Vorführung von Filmen zu Hörder

Themen durch Heribert Wölk vom

Heimatverein Hörde.

14.00 Uhr

Führung ab Burg zu archäologischer

Grabung, Hörder Bach, Tull-Villa,

Magazin, Emscher, Brammendenkmal,

Hoetger-Haus und „Treppchen“

durch Willi Garth; Dauer ca. 1 Stunde,

Treffpunkt vor der Burg

www.heimatverein-hoerde.de

19


15 Bunker Tullstraße

Tullstraße, gegenüber Hausnummer 14

Dortmund-Hörde

Haltestelle: Willem-van-Vlotenstraße, U41 (Fußweg 3 Minuten)

Bis in die 1930er Jahre wurde im

parkähnlichen Garten der Direktorenvilla

des Hörder Hüttenvereins in

der Tullstraße noch Tennis gespielt.

Dann sorgten der drohende Ausbruch

des Zweiten Weltkrieges und die

Gefahren, die durch die unmittelbare

Nähe zur rüstungsrelevanten Industrie

in Hörde zu erwarten waren, hier für

den Bau eines Bunkers, vermutlich

gleich zu Anfang des Krieges. Errichtet

wurde dieser für die Anwohner von

Tull- und Seydlitzstraße, die überwiegend

in den Hörder Stahl- und Hochofenwerken

beschäftigt waren und dort

hochrangige Positionen bekleideten.

Der Schutzraum mit seinen 138 nummerierten

Sitzplätzen auf schmalen

Bretterbänken, die in zwei parallel

verlaufenden Tunnelröhren angeordnet

wurden, war rein privater Natur.

In städtischen oder in Verzeichnissen

des Bundes gibt es folglich keinerlei

Hinweise auf ihn.

Der Begriff „unbequemes Denkmal“

steht an diesem Ort für die

Erinnerungen, die unweigerlich mit

einem Bunkerbauwerk aus dem

Zweiten Weltkrieg verbunden sind.

Erläuterungen zur Geschichte des

Ortes werden während der Wartezeit

auf die Führungen und in diesen selbst

gegeben. Im Bunkerinnenraum findet

am Tag des offenen Denkmals die

Finissage einer Lichtkunstausstellung

statt.

13.30–15.30 Uhr

Der Bunker Tullstraße ist geöffnet.

in diesem Zeitraum

Führungen im 20-minütigen

Rhythmus mit max. 10 Personen pro

Gruppe

16.30 Uhr

Konzert der „Mommenta“ auf dem

Gelände und im Bunker;

Einritt 20,00 €, Kartenverkauf über

www.mommenta.de

www.kunst-unterirdisch.de

20


16 Ev. Kirche St. Margareta

Eichlinghofer Straße 5

Dortmund-Eichlinghofen

Haltestelle: Eichlinghofen, Linie 440 (Fußweg 5 Minuten)

Die aus dem 13. Jh. stammende,

1898/99 stark umgebaute und erweiterte

Kirche St. Margareta gilt keineswegs

als „unbequemes“ Denkmal.

Im Gegenteil: Sie ist Eichlinghofens

kirchlicher, sozialer und kultureller

Schatz. Aus älterer Zeit stammen der

barocke Orgelprospekt (um 1700)

und der Taufstein von 1664. Echte

Hingucker sind die Fenster aus dem

19. Jh.

„Unbequeme“ Relikte hat St.

Margareta jedoch zu bieten: Drei alte

Holzgedenktafeln erinnern an die Gefallenen

des Deutsch-Französischen

Krieges von 1870/71. Eine steinerne

Gedenktafel für die gefallenen Eichlinghofer

Soldaten des 1. Weltkriegs

bezeugt die damalige geistige Haltung

sowie den typischen Umgang

mit den traumatischen Kriegsfolgen.

Eine historische Führung stellt sich

den bedrückenden Zeiten der beiden

Weltkriege und klärt gleichzeitig

auf, was es mit dem Kreuz aus

Grubenholz im Eingangsbereich der

Kirche und dem umfunktionierten

Taufbecken aus dem ehemaligen

Paul-Schneider-Haus in Dortmund-

Menglinghausen auf sich hat.

13.00–17.00 Uhr

Die Kirche St. Margareta ist

geöffnet.

14.30 Uhr

Führung zur unbequemen Geschichte

im Kirchspiel Eichlinghofen

(1914/18;1939/45) durch Petra

Schulz.

Orgelmusik: Christoph Hamburger

Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

www.kirche-do-suedwest.de

Die Kirche St. Margareta ist Teil der

Stiftung Denkmalswerte Kirchen in

Dortmund und Lünen.

Hombruch

21


17 Kath. Kirche St. Clemens

Deutsch-Luxemburger Straße 38

Dortmund-Hombruch

Haltestellen: Harkortstraße, U42 (Fußweg 6 Minuten)

Mit dem beginnenden Tiefbau

der Zeche Glückauf-Tiefbau in

Hombruch strömten ab Mitte des

19. Jh. verstärkt auch katholische

Industriearbeiter hierher. Nachdem

1863 die Gründung einer eigenen

Missionsgemeinde beschlossen

worden war, stellte Freiherr Clemens

vom Romberg der Gemeinde ein

Grundstück an der heutigen Deutsch-

Luxemburger Straße zur Verfügung

mit der Auflage, darauf ein Missionshaus

mit Schule und später eine

Kirche zu errichten. Durch Spenden

und Anleihen finanziert, konnte in

den Jahren 1870/71 für die schnell

wachsende Gemeinde an dieser Stelle

ein Kirchbau nach den Plänen des

Paderborner Dombaumeisters Arnold

Güldenpfennig realisiert werden. Die

neugotische, dreischiffige Hallenkirche

erhielt entsprechend dem

Wunsch des Grundstückstifters den

Namen des heiligen Clemens von

Rom. In einem späten Bombengroßangriff

auf Hombruch im März 1945

wurde auch die Clemenskirche stark

zerstört. Chor und Seitenschiffe der

in den Jahren 1947/48 wiederaufgebauten

Kirche wurden wiederum

eingewölbt, während Architekt

Jean Flerus das Mittelschiff mit einer

hölzernen Flachdecke ausstattete.

14.00–16.00 Uhr

Die Clemenskirche ist geöffnet.

14.00 Uhr

kunsthistorische Führung,

insbesondere zu den Fenstern des

Künstlers Egon Stratmann, durch

ehrenamtliche Mitarbeiter; weitere

Führungen nach Bedarf

Dokumentation zu Zerstörung

und Wiederaufbau der Kirche sowie

zur Neugestaltung des Chors in den

Jahren 1983/84.

22


18 Ehemaliges Maschinenhaus Zeche Glückaufsegen

Am Rombergpark 31a

Dortmund-Hombruch

Haltestellen: Rombergpark, U49 (Fußweg 10 Minuten) oder Tierpark, RB52

(Fußweg 5 Minuten)

Die Zeche Glückaufsegen, neugegründet

1908 und in unmittelbarer

Nähe des Rombergparks gelegen,

wurde bereits 1926 endgültig

stillgelegt – zu einer Zeit, in der viele

kleinere Bergbaubetriebe insbesondere

im südlichen Teil des Ruhrreviers

aufgrund mangelnder Rentabilität

geschlossen wurden. Zwischen 1927

und 1929 wurden die Tagesanlagen

abgerissen oder verkauft, heute ist

das ehemalige Maschinenhaus eines

der letzten Relikte der Zeche.

Alte Pläne belegen, dass der häufig

kurz als „Maschinenhaus“ bezeichnete

und 1991 unter Denkmalschutz

gestellte Gebäudekomplex neben

einem Schachtgebäude auch eine

Waschkaue, eine Werkzeugschmiede,

Nebenräume und Büros enthielt. Ursprünglich

überragte der nordöstliche

Schachtturm die ansonsten ein- und

zweigeschossigen Gebäudeteile um

mehrere Meter. Nachdem dieser

massive Turm jedoch vermutlich

Ende der 1950er Jahre aufgrund von

Kriegsschäden abgerissen worden

war, wirkte der Bau über Jahrzehnte

insgesamt niedrig und langgestreckt.

Durch Jahre des Leerstands oder

nur sporadischer Nutzung litt die

Gebäudesubstanz – „unbequeme“

Umstände für das Denkmal. Die

Wende zum Positiven setzte ab

2009 ein, als der Gebäudekomplex

durch das Planungsbüro BAUART

saniert und erweitert wurde: Die

langjährige Baulücke an der Stelle

des einstigen Schachtturms schließt

nun ein neuer „Büroturm“, der sich –

viergeschossig und damit in der Höhe

des ursprünglichen Turms – durch

großflächige Fassaden aus Sichtbeton

und Glas deutlich vom verputzten

Bestandsgebäude abhebt. Aus dem

einstigen Zechengebäude wurde das

„Dienstleistungszentrum Glückaufsegen“

mit hochwertigem Büroraum

für verschiedene Nutzer.

11.00–17.00 Uhr

Der Gebäudekomplex ist geöffnet.

in diesem Zeitraum

Führungen nach Bedarf in Teilen des

Gebäudes, Erläuterungen zu Historie

und Umbau durch Mitarbeiter der

ansässigen Büros und des ausführenden

Planungsbüros BAUART

23


19a Mahnmal Bittermark und

19b Botanischer Garten Rombergpark

Stadtwald/Bittermark:

Kirchhörder Straße

Dortmund-Hombruch

Haltestelle: Augustinum, Linie 447

(Treffpunkt)

Botanischer Garten Rombergpark:

Am Rombergpark 50

Dortmund-Hombruch

Haltestellen: Hacheney, U49 (Fußweg 5

Minuten) oder Rombergpark, Linie 440

(Fußweg 4 Minuten)

Mahnmal Bittermark

Das eindrucksvolle, expressive Mahnmal

Bittermark wurde 1958–60 zum

Gedenken an die nahezu 300 politischen

Gefangenen, Widerstandskämpfer

und Häftlinge ausländischer

Herkunft errichtet, die zwischen dem

7. März und dem 12. April 1945 in

der Bittermark und im Rombergpark

von der Gestapo ermordet wurden.

Bei dem von dem Architekten Will

Schwarz und den Künstlern Karel

Niestrath und Léon Zack gestalteten

Denkmal handelt es sich um eine der

frühesten öffentlichen Gedenkstätten

für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft.

Seit ihrer Einweihung findet

hier jedes Jahr eine große Gedenkfeier

am Karfreitag statt – 1945 wurden

an diesem Tag allein mehr als 40

Menschen getötet.

Botanischer Garten Rombergpark

Auch im Rombergpark findet sich

ein Mahnmal an die Verbrechen

vom Frühjahr 1945: Ein Gedenkstein

wurde als Ort der Erinnerung an die

Morde geschaffen, als man noch

nicht wusste, wo überall in und um

den Rombergpark Erschießungen

stattgefunden hatten. Aus späteren

Quellen ergaben sich neue Erkenntnisse,

weshalb die Wanderung am

Tag des offenen Denkmals an einem

der ermittelten historischen Orte des

Geschehens vorbeiführt.

24


Der Botanische Garten Rombergpark

wurde seit 1929 in den Englischen

Landschaftspark des Herrenhauses

Brünninghausen integriert, das der

adligen Familie von Romberg gehörte.

Wichtige Landschaftselemente

wie die Teichanlage und die Lindenallee

gehen auf die Jahre 1818–1822

zurück, in denen der Düsseldorfer

Hofgärtner Friederich Maximilian

Weyhe im Auftrag von Gisbert von

Romberg die Gartenanlage planerisch

und gärtnerisch entwickelte. Seit

2006 wird der Botanische Garten als

flächenmäßig größtes Denkmal auf

der Denkmalliste der Stadt Dortmund

geführt. Aktuell andauernde Ausgrabungen

der Stadtarchäologie legten

Reste des Herrenhauses und des

Turmes des ehemaligen Schlosses frei.

10.30 Uhr

Beginn der Wanderung von der

Bittermark zum Botanischen Garten

Rombergpark; vom Treffpunkt

(Augustinum, Kirchhörder Straße, gegenüber

der Haltestelle Augustinum

der Buslinie 447) zum Mahnmal, dort

kurze Ansprache mit Kranzniederlegung,

über einen der Ermordungsorte

weiter zum Botanischen Garten

Rombergpark; Dauer insgesamt 1 ½

bis 2 Stunden

13.00 Uhr

Gedenkveranstaltung am Gedenkstein

für die Ermordeten: Pflanzung

weißer „Geschwister-Scholl-Rosen“,

Berichte über Einzelschicksale

von Opfern durch die „Botschafter

der Erinnerung“

14.00–16.30 Uhr

Führungen nach Bedarf zum

Flächendenkmal Botanischer Garten

Rombergpark und zu einigen seiner

Naturdenkmale

zahlreiche Stände im Botanischen

Garten thematisieren den Aspekt

„ungeliebte Denkmale“ (Freunde u.

Förderer des Botanischen Gartens

Rombergpark, Ortskuratorium

Deutsche Stiftung Denkmalschutz,

Bürgerinitiative „Gut Brünninghausen

erhalten“, Berufskolleg Agricola e.V.)

www.freundeskreis-botanischergarten-rombergpark.org

www.förderverein.steinwache.de

www.weg-der-erinnerung.de

www.agricola-berufskolleg.de

25


20 Ehemaliges Gut Brünninghausen

Am Rombergpark 65

Dortmund-Hombruch

Haltestellen: Hacheney, U49 (Fußweg 5 Minuten) oder Rombergpark, Linie 440

(Fußweg 4 Minuten)

Das Gut gehörte zum Schloss

Brünninghausen, das mit seinem Englischen

Landschaftspark der Familie

von Romberg gehörte und dessen

Fundamente 2011 ausgegraben

wurden. Es diente als Wirtschaftshof

der Versorgung der Schlossbewohner.

Erbaut wurde der Wirtschaftshof um

1820 von Gisbert von Romberg, der

aufgrund seiner Entscheidung, die

erste Dampfmaschine auf einer Zeche

einzusetzen, als Mitbegründer des

industriellen Bergbaus gelten kann.

Auch war er Präfekt des Departements

Ruhr und wählte Dortmund als

seinen Regierungssitz. Der Baumeister

des Gutes Brünninghausen, Adolph

v. Vagedes, war ein Ideengeber für

den Berliner Architekten Karl Friedrich

Schinkel.

Während des Zweiten Weltkriegs

waren unter anderem in der Brauerei

des historischen Wirtschaftsgutes bis

zum Frühjahr 1945 Gefangene und

Zwangsarbeiter interniert, die heute

noch sichtbare Graffiti hinterlassen

haben. Im Gegensatz zu Schloss und

Torhaus hat das Gut den Zweiten

Weltkrieg unbeschadet überstanden.

Auch heute noch liegt es so

versteckt, dass es von den meisten

Parkbesuchern nicht wahrgenommen

wird. Die Bürgerinitiative „Gut

Brünninghausen erhalten“ setzt sich

für die Bewahrung und eine neue

Nutzung des historisch wertvollen

Gut-Ensembles ein.

12.00 und 15.00 Uhr

Führungen zum und um das Gut

Brünninghausen, Teilnehmerzahl

max. 15 Personen; bei Bedarf weitere

Führung

26


21 Ev. Kirche Kirchlinde-Rahm

Rahmer Straße 383

Dortmund-Huckarde

Haltestelle: Wasserstraße, Linie 462 (Fußweg 2 Minuten)

Errichtet durch den Architekten

Ludwig Feldmann im Jahr 1930, war

die evangelische Kirche in Rahm einer

der ersten Lösungsansätze für die

Kombination von Gemeindezentrum,

Pfarrsaal und Kirche unter einem

Dach. Das in seiner Bauzeit sehr

fortschrittliche, kompakt angelegte

Bauwerk wird in seinem äußeren Bild

vom dunkel gebrannten Backstein

bestimmt. Besonders charakterisiert

wird der Kirchbau durch einen

mächtigen Gebäuderiegel, der dem

sachlich-funktionalen Hauptsaal

westwerkartig vorgelagert ist.

11.00–17.00 Uhr

Die Kirche ist geöffnet.

11.30, 13.30 und 15.00 Uhr

Projektpräsentation: Der Bildungsgang

Bautechnische Assistenten und

Assistentinnen des Fritz-Henßler-

Berufskollegs führte im Rahmen des

baupraktischen Unterrichts eine Bestandsaufnahme

des Objekts durch.

Dabei wurden das städtebauliche

Umfeld der Kirche, ihre Architektur,

die besondere Baukonstruktion aus

Sichtmauerwerk und der Gemeindesaal

mit den Stahlbetonbindern

untersucht und aufgenommen. Die

Schüler und Schülerinnen erstellten

Handskizzen zur städtebaulichen

Situation und machten eine fachgerechte

Bauaufnahme an Grundriss

und Fassaden der Kirche. Anhand von

Archivmaterial ließ sich die Baugeschichte

nachvollziehen.

Im Besonderen wurde das Sichtmauerwerk

untersucht und in

Schadenskartierungen dokumentiert.

Dabei wurde die Problematik der

Instandsetzung und Instandhaltung

des Sichtmauerwerks deutlich.

Gemeinsam mit Mitgliedern der Kirchengemeinde

und Pfarrer Borgstedt,

die die neue künstlerisch-liturgische

Ausgestaltung des Kirchenraums

nach der Sanierung 2009 thematisieren,

präsentieren die Schüler und

Schülerinnen die Ergebnisse ihrer

Bestandsbeurteilung.

Kaffee und Kaltgetränke werden im

Gemeindesaal angeboten.

www.fhbk.de/bildungsgaenge/

bautechnische-assistenten

Huckarde

27


22 Kokerei Hansa

Emscherallee 11

Dortmund-Huckarde

Haltestelle: Parsevalstraße, U47 (Fußweg 10 Minuten)

Die Kokerei Hansa wurde in den

Jahren 1927/28 erbaut und stand im

Mittelpunkt der Verbundwirtschaft der

Dortmunder Montanindustrie. Bis zur

Stilllegung im Jahr 1992 wurden hier

täglich Tausende Tonnen Koks produziert.

Ein Geflecht aus rostigen Rohren,

meterlangen Koksofenbatterien, hohen

Türmen und riesigen Maschinen –

kann so etwas ein Denkmal sein, wie

ein Schloss oder eine Burg? Ein Ort,

an dem es zu Betriebszeiten laut und

schmutzig war, der heute „schäbig“

und rostig ist? Die Kokerei ist ein Denkmal!

Sie bietet anschauliche Einblicke in

das Kokereiwesen und die Dortmunder

Montanindustrie der 1920er Jahre. Am

Ort selbst wird verdeutlicht, wie eine

Kokerei funktioniert. Als Industriedenkmal

gibt die Kokerei Hansa immer wieder

Ansatzpunkte zur Auseinandersetzung

mit der Vergangenheit, aber auch

mit Gegenwart und Zukunft. Seit ihrer

Stilllegung verändert sie sich stetig, Natur

und viele Tiere haben hier ein neues

Zuhause gefunden, ein eindrucksvolles

Zusammenspiel aus Architektur, Technik

und Natur ist entstanden. Ob dieses

Denkmal ein „schönes Denkmal“ ist?

Das muss allein der Betrachter für sich

entscheiden.

10.00–18.00 Uhr

Die Kokerei Hansa ist geöffnet.

11.00, 12.00, 14.00 und 16.00 Uhr

Industriehistorische Führungen

13.00 und 15.00 Uhr

Familienführung

„Kokereigeschichte(n) erleben“

11.00 bis 17.00 Uhr

Ausstellung „Alles im Fluss. Eine

Annäherung an die Emscher und ihr

Umfeld“, Eröffnung mit Musik um

11 Uhr; Projektergebnisse aus dem

Kunstunterricht der Gustav-Heinemann-Gesamtschule

12.00 bis 16.00 Uhr

Schnupperführungen „Industrienatur

an der Kokerei Hansa“ (RVR

Ruhr Grün)

Filmische Präsentation

„Weltweit einzigartig. Zollverein

und die industrielle Kulturlandschaft

Ruhrgebiet“

www.industriedenkmal-stiftung.de

28


23 Ev. Pauluskirche

Schützenstraße 35

Dortmund-Innenstadt-Nord

Haltestellen: Kirchenstraße, Linie 453 oder Schützenstraße,

U47 (Fußweg 4 Minuten)

Die 1894 erbaute Pauluskirche

hat eine bewegte Geschichte.

Unbequem war sicher die Zeit des

Nationalsozialismus in der Gemeinde:

Der Kirchenkampf zwischen den

Deutschen Christen unter Pfarrer

Wilms und der Bekennenden Kirche

unter Pfarrer Koch – beide waren

zeitgleich Pfarrer an der Pauluskirche

– tobte inmitten der Gemeinde und

spaltete sie.

Nach dem Krieg und bis heute

beeindruckt die Pauluskirche durch

ihr Engagement in einem oftmals

unbequemen Umfeld. In einem

Stadtteil, der geprägt ist von Armut

und ihren sozialen Folgen sowie von

einer wechselhaften Migrationsgeschichte,

stellen Gemeinde und

Kirche einen wichtigen Rückhalt und

eine Bereicherung dar. Mit ihren

sozialen und kulturellen Aktivitäten

sind Engagierte der Pauluskirche nah

an den Menschen – nicht nur an denen

der Nordstadt. Die Pauluskirche

wird in Dortmund als Kulturkirche

geschätzt.

12.00–18.00 Uhr

Die Pauluskirche ist geöffnet.

13.00 und 14.00 Uhr

Orgelführungen durch Dr. Werner

Stempel

15.00 und 16.00 Uhr

Führungen: Spannendes aus der

„unbequemen“ Geschichte der

Pauluskirche während der Zeit des

Nationalsozialismus

17.30–18.00 Uhr

Vorprogramm zum 1. Alternativen

Orgelfestival Deutschlands, OR-

GELVISION (29.9.–11.10.2013 in der

Pauluskirche), an der Orgel: Dietmar

Korthals

Die Pauluskirche ist Teil der Stiftung

Denkmalswerte Kirchen in Dortmund

und Lünen.

Innenstadt-Nord

29


24 Mahn- und Gedenkstätte Steinwache

Steinstraße 50

Dortmund-Innenstadt-Nord

Haltestelle: Hauptbahnhof, Nordausgang (Fußweg 3 Minuten)

Das bereits seit 1906 in der Steinstraße

beheimatete Polizeirevier, die

„Steinwache“, wurde zwischen 1926

und 1928 ausgebaut sowie um einen

Zwischenflügel und ein Polizeigefängnis

erweitert. Ab 1933 wurden

einige Bereiche des Gefängnisses

zur Folterung und Erpressung von

Geständnissen politischer Gegner

der Nationalsozialisten missbraucht.

In den folgenden Jahren nutzte

insbesondere die Gestapo das

Gebäude zur Inhaftierung zahlreicher

politischer Gegner, jüdischer Bürger

und ausländischer Zwangsarbeiter.

Von 1933 bis 1945 wurden allein in

der Steinwache insgesamt mehr als

66.000 Menschen gefangengehalten.

Das ehemalige Polizeigefängnis ist

seit 1992 die kommunale Mahn- und

Gedenkstätte Steinwache. Sie zeigt

auf fünf Etagen die Ausstellung

„Widerstand und Verfolgung in

Dortmund 1933–1945“.

10.00–17.00 Uhr

Die Steinwache ist geöffnet.

11.00–15.00

Führungen zu jeder vollen Stunde

durch Honorarkräfte der Steinwache;

Informationen zur Geschichte

des Hauses mit kurzen Einblicken

in die Inhalte der Dauerausstellung;

Treffpunkt Seminarraum, Dauer ca.

1 Stunde

www.ns-gedenkstaetten.de/nrw/dortmund/besucherinformationen

30


25 Depot und Luftschutzraum Immermannstraße

Immermannstraße 29

Dortmund-Innenstadt-Nord

Haltestelle: Immermannstraße/Klinikzentrum, U41 oder Linie 453 (Fußweg 6 Minuten)

Im Jahr 1906 übernahm die Stadt

Dortmund das zuvor in privatem

Besitz befindliche Straßenbahnunternehmen.

Die Kommune ließ

den älteren, zu klein gewordenen

Betriebshof am Fredenbaum durch

eine neue Wagenhalle mit Bürogebäude

an der Immermannstraße

ersetzen. Eine neue Hauptwerkstatt

zur Wartung und Reparatur der

Straßenbahnen wurde dem Gebäudekomplex

1915–16 nach Plänen des

Dortmunder Architekten Karl Pinno

hinzugefügt. Ihre neoklassizistische

Fassade verstand es, die Funktionen

des modernen Industriebaus zu

verbergen.

Während der Betriebshof 1973

geschlossen wurde, blieb die Hauptwerkstatt

bis 1996 in Betrieb. Ab

1997 wurde ihr Inneres für die Umnutzung

als „Zentrum für Handwerk,

Kunst, Medien und Nachbarschaft“

unter Beachtung des Denkmalschutzes

umgebaut.

Was wenig bekannt sein dürfte:

Das ehemalige Straßenbahndepot

beherbergt auch einen der größten

privaten Luftschutzräume Dortmunds.

An seinen Wänden finden sich

noch einige originale Inschriften mit

Verhaltensregeln – ein beklemmendes

Dokument aus der Zeit des Zweiten

Weltkriegs.

11.00–17.00 Uhr

Das Depot und der Luftschutzraum

sind geöffnet.

in diesem Zeitraum

Führungen stündlich im Wechsel

zum Luftschutzraum (mit max. 25

Personen) und allgemein zum Depot

durch die Architekten im Depot

Arno Schneider, Till Redenz, Marcel

Köhler; Treffpunkt in der Mittelhalle

des Depots

begleitendes Filmprogramm durch

das im Depot ansässige sweetSixteen-

Kino

Essen und Trinken bietet das ebenfalls

das sweetSixteen-Kino im Depot an.

www.depot-dortmund.de

31


26 Historische Hafenkräne

Franziusstraße, unterhalb/nördlich der Kanalbrücke

Dortmund-Innenstadt-Nord

Haltestelle: Hafen, U47 (Fußweg 15–20 Minuten oder nach 3 Minuten Fußweg

zum Anleger „Santa Monika“, von hier per Bootstaxi gegen Fahrtkostenspende)

Vorgestellt werden historische

Hafen-(Portal-)Kräne aus den frühen

Jahren des Dortmunder Hafens,

die in den Jahren 1906 und 1908

von der Duisburger Firma Lohmann

Maschinenfabrik für das Dortmunder

Unternehmen Schulte & Bruhns

errichtet wurden. Sie gelten als die

ältesten erhaltenen Exemplare ihres

Bautyps in Westfalen. Einer der

Kräne erlitt 2006 durch Vandalismus

erhebliche Brandschäden, beide

Portralkräne werden derzeit mit Hilfe

von Geldern der Deutschen Stiftung

Denkmalschutz sowie der Sparkasse

Dortmund von der Dortmunder

Schiffahrtsgesellschaft e. V. und der

Interessensgemeinschaft Historischer

Hafen Dortmund restauriert.

11.00–21.00 Uhr

Die Platzanlage mit den Hafenkränen

ist geöffnet; Informationen

zu den Kränen und Plänen der IG

Historischer Hafen

11.00–18.00 Uhr

Infostand am Anleger „Santa

Monika“

12.00–18.00 Uhr

Bootstransfers zu den Portalkränen

mit dem Bootstaxi (Admiralsbarkasse)

gegen eine Fahrtkostenspende

15.30–19.00 Uhr

Es werden Getränke und Gegrilltes

angeboten, dazu spielen Norbert &

Friends (Folk/Country)

www.dortmunder-schiffahrtsgesellschaft.de

32


27 Pumpwerk Evinger Bach

Münsterstraße 270

Dortmund-Innenstadt-Nord

Haltestelle: Fredenbaum, U41 (Fußweg 2 Minuten)

Aufgrund bergbaulicher Senkungen

floss der Evinger Bach in den

1920er Jahren nicht mehr richtig

ab. Zunächst verhinderten mehrere

Behelfspumpwerke das Versumpfen

des umliegenden Geländes, bevor

1953 der Bau der heutigen Anlage

erfolgte.

Das Pumpwerk Dortmund-Evinger

Bach sorgt neben vielen anderen

Pumpwerken der Emschergenossenschaft

für „trockene Füße“ in der

Region. Diese Anlagen leisten eine

Ewigkeitsaufgabe, die sich durch

die Konsequenzen des Bergbaus

ergibt. Der technische Fortschritt

erlaubt es inzwischen, die ehemalige

Motorenhalle für andere Zwecke

zu nutzen. So können hier heute

neben Informationen zur Technik und

zum Emscher-Umbau einzigartige

fotografische Zeitdokumente, der

Emscher Almanach von Peter Strege

und die großformatige Malerei von

Norbert Tadeusz betrachtet sowie

der Klanginstallation von Katja Kölle

gelauscht werden.

11.00–16.00 Uhr

Das Pumpwerk ist geöffnet.

in diesem Zeitraum

Führungen zur Technik anhand

historischer Fotografien sowie live im

Pumpenkeller und zur im Pumpwerk

präsentierten Kunst ca. halbstündlich

und nach Bedarf durch Mitarbeiter

der Emschergenossenschaft und

Kunsthistoriker

www.eglv.de; www.emscherplayer.de

33


Innenstadt-Ost

28 Ev. Paul-Gerhardt-Kirche

Markgrafenstraße 125

Dortmund-Innenstadt

Haltestelle: Markgrafenstraße, U41, U45, U47, U49 und Linie 453 (Fußweg

5 Minuten)

Die Paul-Gerhardt-Kirche des bekannten

Architekten Otto Bartning

ist eine sogenannte „Notzeitkirche“,

ein schmuckloser Ziegelbau von

1950 mit viel Holz im Innenraum. So

unbequem sich die bewusst gewählte

Kargheit auf die Kirchenbänke

auswirkt, so angenehm erweist sich

die Schlichtheit für das Auge des

Gottesdienstbesuchers.

Spenden aus den USA ermöglichten

in der Nachkriegszeit den Kirchbau,

seine Schlichtheit war Programm: Die

43 Notkirchen von Otto Bartning in

Deutschland gelten als eine „Manifestation

der Reue“ nach Holocaust

und politischem Größenwahn

des „Dritten Reichs“. Rund 400

Menschen finden in dem Gotteshaus

Platz. Die Orgel wurde 1951

eingeweiht. Seit 1957 gibt es das

Gemeindehaus, welches inzwischen

allerdings überwiegend an Dritte

vermietet wird. In diesem Jahr wird

ein Verbindungsbau zwischen Kirche

und altem Pfarrhaus eingeweiht, der

den Bedürfnissen einer verkleinerten

Gemeinde Rechnung trägt.

12.00–17.00 Uhr

Die Paul-Gerhardt-Kirche ist

geöffnet.

15.00–15.30 Uhr

kirchenmusikalische „halbe

Stunde“ mit Jana von Rosenberg

(Klarinette), Judith Kerstner (Oboe)

und David Krusche (Orgel)

Führungen auf Anfrage

Bewirtung mit Getränken

www.pg-dortmund.de

Die Paul-Gerhardt-Kirche ist Teil der

Stiftung Denkmalswerte Kirchen in

Dortmund und Lünen.

34


29 Bunker / Zivilschutz-Befehlsstelle Ruhrallee-

Leipziger Straße

Leipziger Straße 10

Dortmund-Innenstadt-Ost

Haltestelle: Markgrafenstraße, U41, U45, U47, U49 und Linie 453 (Fußweg 5

Minuten)

Ein verborgener Ort taucht wieder

auf – mitten in Dortmund. Seine

Geschichte ist geprägt von Begriffen

wie Geheimhaltung, Befehlsstelle,

Katastrophenschutz, Sicherheit; und

gleichzeitig von dem Vertrauen, dass

auch Ausnahmezustände beherrschbar

sind.

Bei näherem Hinsehen tun sich

zunächst einmal Räume auf, jede

Menge Räume – in Zahlen: 56. Diese

haben bis zu drei Meter dicke Wände

unter einer drei Meter dicken Betondecke

mit insgesamt 1.500 qm Nutzfläche

auf 3.700 qm Grundstücksfläche.

Küche, Essraum, Schlafräume,

Bäder, Toiletten und Arbeitsräume

wirken, als müsste – oder könnte

– man es hier im Bedarfsfall lange

aushalten. Es handelt sich hier

vermutlich um eine alte Tiefbunkeranlage,

die im Zweiten Weltkrieg etwa

2.000 Menschen Platz bot. 1974

wurde der Bunker als Leitzentrale

des Katastrophenschutzes umgebaut

und als solche bis 1992 genutzt. Die

Ausstattung des Bunkers aus den

1970er Jahren ist nahezu vollständig

erhalten, inklusive Kommandozentrale

der Verwaltungsführung der Stadt

Dortmund mit Konferenztisch für

mehr als 20 Personen und „rotem“

Telefon. Der Besucher erhält den

Eindruck, dass die Menschen, die

dort bis Anfang der 1990er Jahre

gearbeitet haben, nach Dienstschluss

gegangen sind und ihren Dienst

morgen wieder aufnehmen. Der

Kalte Krieg und die Vorstellung seiner

Verwaltung sind hier heute also noch

sehr präsent.

11.00–17.00 Uhr

Führungen durch den Bunker und

zu seiner Geschichte jeweils zur

vollen Stunde mit max. 20 Personen

pro Gruppe;

Voranmeldung notwendig unter

bunkerfuehrung@suedtribuehne.de

www.suedtribuene-wohnen.de/

tiefbunker

35


30 Themenführung Ostfriedhof: „Karlchen“ Richter

Robert-Koch-Straße 35

Dortmund-Innenstadt-Ost

Haltestelle: Funkenburg, U43 (Fußweg 5 Minuten)

Karl Richter (1860–1931), den in

Dortmund zeitweilig jedes Kind

kannte und alle Welt nur „Karlchen“

nannte, war Chefredakteur des

„Generalanzeigers“ und satirischer

Lokalchronist in einer Person. Humorvoll,

aber fair, nahm „Karlchen“

in seinen Kolumnen alles aufs Korn,

was Rang und Namen hatte in der

aufstrebenden Industriemetropole

der Jahrhundertwende. Nach eigenem

Bekunden pflegte er „mit der

friedlichsten Miene witzige Bosheiten

zu sagen“ und bekannte, über sich

wie üblich in der dritten Person redend:

„Dem Manne war nun einmal

kein Respekt vor hervorragenden

Mitbürgern beizubringen“. An ihren

Gräbern seine Texte zu lesen, wird

zum unterhaltsamen Besuch einer

spannenden Zeit und eines schönen

Friedhofes, der viel über diese Menschen

zu erzählen weiß.

14.00 Uhr

Führung „Kein Respekt vor hervorragenden

Mitbürgern“: Amüsantes und

Wissenswertes zu Dortmunder „Promis“

der (vorletzten) Jahrhundertwende,

mit spitzer Feder festgehalten

von „Karlchen“ Richter, gelesen an

seinem und ihren Gräbern auf einem

Gang über den Ostfriedhof, durchgeführt

von Rüdiger Wulf, Leiter des

Westfälischen Schulmuseums; Dauer

ca. 1,5 Stunden, Treffpunkt: Haupteingang

des Ostfriedhofs

36


31 Ev. Stadtkirche St. Petri

Petrikirchhof 1

Dortmund-Innenstadt

Haltestelle: Kampstraße, U41, U45, U47, U49; Linien 403, 404 (Fußweg 2 Minuten)

Die fast 700 Jahre alte Stadt- und

Glaubensgeschichte der St. Petri-

Kirche hat ihre Spuren an Architektur

und Kunstgegenständen hinterlassen.

Ihr Antwerpener Schnitzaltar

von 1521 jedoch – das „Goldene

Wunder“ – gehört zu den wenigen

mittelalterlichen Kunstschätzen Dortmunds.

Es ist eines der größten und

kostbarsten überkommenen Antwerpener

Retabeln überhaupt, mit drei

Wandlungen, die im Jahreszyklus zu

unterschiedlichen Zeiten zur Ansicht

kommen (Meister Gillisz Wrage:

Schnitzwerk; Adrian van Overbeck:

Malerei). Bis Ende September ist er

von seiner Gemäldeseite zu sehen

und zeigt in bildreichen Szenen die

ungewöhnliche Darstellung der

Urmütter Jesu. Vor dem Altar wurde

aus konservatorischen Gründen 2008

eine große Glaswand errichtet, die

durch eine filigrane Stahlkonstruktion

gestützt wird.

Zum Tag des offenen Denkmals wird

während der Führung eine ungewöhnliche

Klappung vorgenommen,

die den Blick auf eine für uns heute

„unbequeme“ Technik lenkt: Für

unsere schnelllebige Zeit ein Moment

unschlagbarer Faszination.

12.00–16.00 Uhr

Die St. Petri-Kirche ist geöffnet.

12.30 und 13.30 Uhr

Führungen mit dem kirchenpädagogischen

Team an St. Petri

www.stpetrido.de

Die St. Petri-Kirche ist Teil der Stiftung

Denkmalswerte Kirchen in Dortmund

und Lünen.

Innenstadt-West

37


32 Ev. Stadtkirche St. Reinoldi

Ostenhellweg 2

Dortmund-Innenstadt

Haltestelle: Reinoldikirche, U46, U44, U43, U42 (Fußweg 2 Minuten)

Die Reinoldikirche ist und war immer

ein besonderer Ort inmitten der

Dortmunder Innenstadt. Im Mittelalter

eine herausragende Landmarke,

ist sie heute – in einer von bunten

Schaufenstern dominierten Einkaufsstraße

– auf den ersten Blick ein

unbequemer Ort: eine Aufforderung

an Passanten, den Blick zu heben, um

die Andersartigkeit der Fassade, der

Fenster und des Daches wahrzunehmen.

Im Innern, wenn sich die

Augen an die Lichtsituation gewöhnt

haben, eröffnet sich die beträchtliche

Dimension wie auch die eigentümliche

Leere und Stille des Raums, die

ihn zu einem im Sinne des Wortes

merkwürdigen Ort machen.

Seit mittelalterlichen Zeiten haben

Stiftungen von Dortmunder Bürgern

zum Erhalt dieses sakralen und

kulturhistorischen Erbes beigetragen.

Auch bei aktuellen Sanierungsarbeiten

ist Bürgerengagement gefragt:

2013 steht die Sanierung des Chorraumes

an, mit damit einhergehender

Verhüllung des kostbaren Altarretabels

aus dem 15. Jahrhundert.

13.00–18.00 Uhr

Die Reinoldikirche ist geöffnet.

14.00–17.30 Uhr

Turmaufgang

14.30 und 16.30 Uhr

Führungen: Die Teilnehmer erfahren

Wissenswertes über die aktuellen

Sanierungsarbeiten und erhalten

Einblicke in die Architektur und

Geschichte der Reinoldikirche.

Ausstellung

Rettet Reinoldi! Vom Einsturz des

mittelalterlichen Turmes über den

Wiederaufbau bis hin zu den aktuellen

Sanierungsarbeiten.

www.sanktreinoldi.de

Die Reinoldikirche ist Teil der Stiftung

Denkmalswerte Kirchen in Dortmund

und Lünen.

38


33 Ev. Kirche St. Nicolai

Lindemannstraße 72

Dortmund-Innenstadt-West

Haltestellen: Kreuzstraße, U42 (Fußweg 4 Minuten)

Die Nicolaikirche wurde 1929/30

nach Plänen der Dortmunder Architekten

Karl Pinno und Peter Grund

errichtet. Als frühes Beispiel für einen

evangelischen Sakralbau im Stil des

Neuen Bauens aus Beton, Stahl und

Glas sorgte sie für erregte Diskussionen

unter den Zeitgenossen. Nicht

allein die kantige Form des Kirchbaus,

sondern insbesondere die Verwendung

unverputzten, schalungsrauen

Betons – erstmals in Deutschland –

rief Unmut hervor, verknüpfte man

doch diese Art der Fassadengestaltung

mit Industriebauten.

10.00 Uhr

Gottesdienst

11.00–14.30 Uhr

Nicolai-Café auf dem Kirchplatz

11.30 und 13.30 Uhr

baugeschichtliche und bautechnische

Führungen durch Teilnehmer

des Bildungsgangs Bautechnische

Assistenten/-innen des Fritz-Henßler-

Berufskollegs gemeinsam mit Mitgliedern

der Kirchengemeinde

Die Teilnehmer des Bildungsgangs

führten im Rahmen des baupraktischen

Unterrichts eine Bestandsaufnahme

des Objekts durch. Dabei

wurden das städtebauliche Umfeld

der Kirche, ihre Architektur, die besondere

Baukonstruktion und speziell

der Baustoff Stahlbeton untersucht

und aufgenommen. Die Schüler und

Schülerinnen erstellten Handskizzen

zur städtebaulichen Situation und

machten eine fachgerechte Bauaufnahme

an Grundriss und Fassaden

der Kirche. Anhand von Archivmaterial

wurde die Baugeschichte

nachvollzogen.

Bei Untersuchung und Schadenskartierungen

des Baustoffs Stahlbeton

traten die Vor- und Nachteile des

modernen Verbundbaustoffes und

die Problematik der Instandhaltung

und Instandsetzung deutlich hervor.

Ebenso verdeutlichte die bauphysikalische

Analyse, vor allem hinsichtlich

des Wärmeschutzes, den großen

Aufwand zur Nutzung des Gebäudes.

13.00 Uhr

Orgelmusik am Mittag mit Organistin

Elisabeth Luderer

www.fhbk.de/bildungsgaenge/

bautechnische-assistenten

39


34 Grabeskirche Liebfrauen

Amalienstraße 18

Dortmund-Innenstadt-West

Haltestellen: Städtische Kliniken, U42 oder Westentor, Linien U43, U44, 452

(Fußweg 5 Minuten)

Die Liebfrauenkirche prägt als größter

Dortmunder Sakralbau seit 1883

den westlichen Innenstadtbereich.

Sie wurde als erste Kirche außerhalb

der mittelalterlichen Stadtmauern,

sozusagen „auf der grünen Wiese“,

errichtet, um einen Teil der zur Zeit

der Industrialisierung stark anwachsenden

katholischen Gemeinde

aufzunehmen. Die neugotische

Hallenkirche entstand nach Plänen

des Wiener Dombaumeisters Friedrich

von Schmidt. Von der Muttergemeinde

Propstei erhielt sie einige

Ausstattungsstücke als „Mitgift“.

In Zeiten sinkender Gemeindemitgliederzahlen

und knapper Finanzen

fiel 2008 der Entschluss, die Kirche

in neuer Form zu nutzen. Als Grabeskirche

ist sie heute ein Ort des

Abschiednehmens, der Trauer und

des Gedenkens. Die nach Entwürfen

des Architekten Prof. Volker Staab

gestalteten Urnengräber erinnern

in ihrer Form an Kirchenbänke und

ermöglichen es dem Besucher, sich zu

den Toten zu setzen.

Viele Gemeinden stehen heute vor

der Frage, wie ihre denkmalgeschützten

Kirchen in Zukunft genutzt werden

können. So können Kirchen zu

„unbequemen Denkmälern“ werden.

Die Grabeskirche Liebfrauen zeigt

einen möglichen Lösungsansatz.

10.00–17.00 Uhr

Die Grabeskirche ist geöffnet.

11.00, 13.00 und 15.00 Uhr

Führungen zur Baugeschichte und

Umnutzung der Liebfrauenkirche

durch Catrin Drewes und Meinolf

Kopshoff, Grabeskirche Liebfrauen

Dortmund; Treffpunkt im Eingangsbereich,

Dauer ca. 1 Stunde

www.grabeskirche-liebfrauen.de

40


35 Ehemaliges Hoesch-Verwaltungsgebäude /

Versorgungsamt

Rheinische Straße 173

Dortmund-Innenstadt-West

Haltestelle: Ottostraße, U43, U44 (Fußweg 1 Minute)

In den Jahren von 1916 bis 1921

erbaut, wurde die einstige Hauptverwaltung

der Dortmunder Union AG

für Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie

– später Hoesch AG – mitfinanziert

durch die Gewinne der Gesellschaft

aus ihren Rüstungsgeschäften während

des Ersten Weltkriegs.

Der von den Architekten Dietrich und

Karl Schulze geplante Gebäudeblock

mit seiner monumentalen Außenwirkung

zur Rheinischen Straße hin

überrascht im Inneren durch drei

großzügige Lichthöfe. Auch war

er als Stahlskelettbau mit variablen

Innenwänden bautechnisch auf dem

neuesten Stand der Zeit.

Über dem imposanten Eingangsbereich

des Gebäudes erheben sich

10 Halbsäulen, die einen Architraph

mit weithin lesbarer Inschrift tragen:

„Es lobt den Mann die Arbeit und

die Tat“. An der Fassade finden sich

Reliefs mit Motiven aus der Montanindustrie,

aber auch ein Maschinengewehr,

Füllhorn und Lorbeerkranz.

Da das Gebäude den Bombenkrieg

nahezu unbeschadet überstanden

hatte, fand hier im großen Sitzungssaal

die erste Ratsversammlung in

Dortmund nach dem Krieg statt. Der

unverändert erhaltene Saal allein

lohnt einen Besuch am Denkmaltag.

In den Jahren von 1995 bis 2008

wurde das Gebäude als städtisches

Versorgungsamt genutzt. Nachdem

die Versorgungsämter in NRW Anfang

2008 durch die Landesregierung

aufgelöst wurden, war die Zukunft

des denkmalgeschützten Gebäudes

zunächst ungewiss.

Mitte 2012 hat der Projektentwickler

Peach Property Group AG das

Gebäude erworben und sich zum

Ziel gesetzt, das neoklassizistische

Bauwerk mit einem modernen Nutzungskonzept

– einer Kombination

aus Gewerbe- und Wohnnutzung –

zu neuem Leben zu erwecken.

12.30–15.30 Uhr

Führungen durch Teile des Gebäudes

durch freie Mitarbeiter der

Denkmalbehörde, Dauer ca. 45

Minuten; die Teilnehmerzahl ist auf

20 Personen pro Führung begrenzt,

Voranmeldung über die Denkmalbehörde

Dortmund:

Tel. (0231) 50-2 55 30

41


Lütgendortmund

36 Ev. Bartholomäuskirche

Theresenstraße 3

Dortmund-Lütgendortmund

Haltestellen: Theresenstraße, Linien 369, 378, 440, 462, 463, 470 (Fußweg 3 Minuten)

oder Do-Lütgendortmund, S4 (Fußweg 6 Minuten)

Die Bartholomäuskirche ist der einzige

Sakralbau Dortmunds im Baustil des

späten Klassizismus. Karl Friedrich

Schinkel, herausragender Baumeister

preußischer Repräsentationsarchitektur,

beriet den Planer der Kirche,

Friedrich Wilhelm Buchholtz, und

überarbeitete dessen Pläne. Buchholtz

verwirklichte an der Bartholomäuskirche

den „preußischen Rundbogenstil“.

Im Zweiten Weltkrieg wurde

die Kirche stark beschädigt, ihr

Innenraum anschließend völlig neu

gestaltet.

Als Kontrast zur Schönheit der Kirche

gehen die Veranstalter am Tag des

offenen Denkmals u. a. mittels einer

Ausstellung von Gesangbüchern auf

Spurensuche nach „unbequemen“

Erinnerungen, die – wie vielerorts –

in die Zeit des Nationalsozialismus

zurückführen.

An der Friedhofsmauer befindet sich

ein Kriegerdenkmal, „Unseren Helden

1914–1918“ gewidmet. Die Umgestaltung

dieses Denkmals zu einem

Mahnmal im Jahr 1994 durch den

Künstler Theodor Nöker, der einen

übergroßen bronzenen Stacheldraht

und eine Gedenktafel hinzufügte,

führte zu heftigen Debatten in der

Lütgendortmunder Bürgerschaft.

14.30–18.00 Uhr

Die Bartholomäuskirche ist

geöffnet. Kreiskantorin Hannelore

Heinsen und Tobias Brüggemann

spielen auf der Orgel Werke von

verfolgten Menschen der NS-Zeit sowie

jüdische Synagogalmusik, Dauer

jeweils 20–30 Min.

15.30 Uhr

Ausstellungseröffnung: Kreiskantorin

H. Heinsen eröffnet eine

Ausstellung von Gesangbüchern aus

der Zeit des Nationalsozialismus und

führt in diese ein.

16.30 Uhr

Führung: Spurensuche nach

unbequemen Erinnerungen in der

Bartholomäuskirche

Zur Stärkung gibt es Kaffee und

Gebäck.

Die Bartholomäuskirche ist Teil der

Stiftung Denkmalswerte Kirchen in

Dortmund und Lünen.

42


37 Ev. Immanuel-Kirche

Bärenbruch 19

Dortmund-Marten

Haltestellen: Walbertstraße/Schulmuseum, U44 (Fußweg 8 Minuten) oder

Dortmund-Marten Abzweig, Linie 463 (Fußweg 2 Minuten)

Die Immanuel-Kirche, ein Schmuckstück

zwischen Historismus und

Jugendstil, wurde zwischen 1906

und 1908 von dem Architekten Arno

Eugen Fritsche erbaut. Über einem

kreuzförmigen Grundriss errichtete

Fritsche einen Zentralbau mit abgehängter

Innenkuppel. Die großen

Seitenfenster, in Form und Gestaltung

einmalig in Deutschland, erinnern an

Industriebauten.

Die flächendeckende Ausmalung des

Innenraums mit Jugendstilornamenten

in hellen Farbtönen brach ebenso

radikal mit traditionellen Sehgewohnheiten

wie das monumentale Ensemble

aus Altar, Kanzel und Orgel.

Weit über den Stadtteil Marten

hinaus ist die markante Immanuel-

Kirche bekannt und beliebt als

Konzert- und Hochzeitskirche, die

Erhaltung des sakralen Baudenkmals

stellt die Gemeinde allerdings vor fast

nicht zu lösende finanzielle Herausforderungen

– was immer wieder

„unbequeme“ Diskussionen auslöst.

14.00–17.00 Uhr

Die Immanuel-Kirche ist geöffnet.

14.00 und 16.00 Uhr

Kirchenführungen mit Brunhilde

Köhler

www.elias-gemeinde.de

Die Immanuel-Kirche ist Teil der

Stiftung Denkmalswerte Kirchen in

Dortmund und Lünen.

43


38 Haus Dellwig mit Heimatmuseum Lütgendortmund

Dellwiger Straße 130

Dortmund-Lütgendortmund

Haltestelle: Haus Dellwig, Linie 470 (Fußweg 6 Minuten)

Das Heimatmuseum Lütgendortmund

ist im östlichen Vorhofgebäude

des Wasserschlosses Haus Dellwig

untergebracht. In sechs Räumen wird

gezeigt, wie die Menschen früher

in Lütgendortmund und Umgebung

gelebt und gearbeitet haben.

Schwerpunktmäßig stammen die

Ausstellungsstücke aus der ersten

Hälfte des 20. Jh. Gezeigt werden

Gegenstände des täglichen Lebens

aus Handwerk, Landwirtschaft,

Arbeiterwelt und Haushalt. Zahlreiche

Handwerksberufe werden vorgestellt,

u. a. Tischler, Schmied, Schlosser,

Sattler, Schuhmacher, Bäcker und

Klempner. Aus dem kaufmännischen

Bereich sind Büromaschinen und

Büroeinrichtungen sowie zahlreiche

Zeugnisse Lütgendortmunder

Firmen und Geschäfte ausgestellt.

Neben sehenswerten Exponaten zur

Arbeitswelt der Bergleute bietet das

Heimatmuseum eine Ausstellung zum

Lütgendortmunder Vereinsleben.

Passend zum diesjährigen Motto des

Denkmaltags wird das Haus Dellwig

als Gebäude mit wechselvoller Geschichte

und Eigentümerschaft zum

Thema gemacht. Der ursprünglich

im 13. Jh. errichtete Adelssitz wurde

nach seiner Zerstörung im Dreißigjährigen

Krieg in den Jahren 1658–90

wieder aufgebaut, im Laufe der Zeit

erlebte er mehrere Umbauten.

11.00–17.00 Uhr

Das Heimatmuseum Lütgendortmund

ist geöffnet.

11.00–15.00 Uhr

Führungen „Haus Dellwig, eine

problematische Immobilie. Bauhistorische

Führung rund um das

Wasserschloss“, des Weiteren Dokumentation

über alte Kriegerdenkmale

im Bereich Lütgendortmund.

Es gibt Erbsensuppe aus dem großen

Kessel und selbstgebackenen Kuchen

sowie Kaffee und kühle Getränke.

www.museum-luedo.de

44


39 Zeche Zollern II/IV – LWL-Industriemuseum

Grubenweg 5

Dortmund-Lütgendortmund

Haltestellen: Do-Bövinghausen Bf, Linie RB 43 (Fußweg 10 Minuten) oder Industriemuseum

Zollern, Linie 462 (Fußweg 2 Minuten)

Prunkvolle Backsteinfassaden mit opulenten

Giebeln erinnern auf den ersten

Blick eher an eine Adelsresidenz als an

eine Schachtanlage, auf der Steinkohle

gefördert wurde. Genau diese Wirkung

war Teil der Bauidee. Heute ist das

„Schloss der Arbeit“ im Westen Dortmunds

eines der schönsten Zeugnisse

der industriellen Vergangenheit. Zur

Ikone wurde die Maschinenhalle mit

dem eindrucksvollen Jugendstilportal

und technischen Relikten aus der Frühzeit

der Elektrotechnik. Doch im Museum

der Sozial- und Kulturgeschichte

des Ruhrbergbaus ist Glanz und

Repräsentationskultur des Steinkohlenbergbaus

nur eine von vielen Facetten.

Am Tag des offenen Denkmals wird ein

ebenso unbekanntes wie unbequemes

Bodendenkmal vorgestellt: Es werden

Einblicke in einen oberflächennahen

bergmännischen Stollen präsentiert,

der 1943 mit Hilfe von Zwangsarbeitern

zum Zivilschutzraum ausgebaut

wurde. Dieser Stollen erzählt von der

Angst im Bombenhagel ebenso wie

vom Hass auf andere Nationen und

Ethnien. Erklärtes Ziel von Museum

und Politik ist es, dieses einzigartige

Bodenrelikt trotz knapper Finanzmittel

dauerhaft zu erhalten.

10.00–18.00 Uhr

Das LWL-Industriemuseum Zeche

Zollern II/IV ist geöffnet, Eintritt frei

10.00–17.00 Uhr

„Forum Unterwelten“: Aussteller aus

Bergbau, Bunkergeschichte, Höhlen

und Kanalisation präsentieren sich

10.30, 11.30, 12.30, 14.00, 15.00 und

16.00 Uhr: Führungen zum Projekt

„Stollen“, Dauer 1 Stunde

11.00, 12.00, 14.30 und 15.30 Uhr

Vorführungen des Kompressors,

Dauer ca. 20 Minuten

11.00–17.00 Uhr

Marken schlagen

16.00 Uhr

Führung durch die Maschinenhalle,

Dauer 1 Stunde

3-D-Streetpainting-Motiv ist zu

besichtigen.

www.lwl.org

45


Mengede

40 Ev. Schlosskirche Bodelschwingh

Parkstraße 9

Dortmund-Bodelschwingh

Haltestelle: Bodelschwingh, Linie 471 (Fußweg 3 Minuten)

Je älter ein Denkmal, desto aufwendiger

Erhalt und Restaurierung – dies

betrifft auch die Schlosskirche in

Bodelschwingh. Nach der Renovierung

des Innenraums 2001 stehen die

Gemeinde und der „Förderkreis Ev.

Schlosskirche Bodelschwingh e. V.“

vor der „unbequemen“ neuen Herausforderung,

für Sanierungsarbeiten

mindestens 300.000 Euro akquirieren

zu müssen. Für das Gemeinde- und

Dorfleben ist die Kirche unverzichtbar.

Das jährliche Kirchweihfest Anfang

Juli erinnert an die Kirchweihe vom

2. Juli 1322 (Maria Heimsuchung) und

ist fester Bestandteil des Dorflebens.

Mit ihren kostbaren Kunstschätzen

und Inventarstücken gehört die

Schlosskirche zu den herausragenden

sakralen Kulturorten Dortmunds.

In einer Dokumentationsausstellung

zum aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten

sowie bei Führungen durch

die ehrwürdige Kirche mit ihrer

700-jährigen Geschichte können

sich die Besucherinnen und Besucher

selbst von der Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit

ihres Erhaltes überzeugen.

10.00 Uhr

Gottesdienst, Chor-Vorträge im

Anschluss

13.00 und 15.00 Uhr

Führungen durch die Ausstellung

über den Stand der Sanierungsmaßnahmen

Die Schlosskirche Bodelschwingh

ist Teil der Stiftung Denkmalswerte

Kirchen in Dortmund und Lünen.

11.00–17.00 Uhr

Die Schlosskirche ist geöffnet.

46


41 Historischer Rundgang durch Mengede

Am Amtshaus 1

Dortmund-Mengede

Haltestelle: Do-Mengede Bf; Linien S2 und RE3 (Fußweg 6 Minuten)

im Anschluss an die Eröffnung des

Tags des offenen Denkmals 2013

Rundgang durch das „alte“ Mengede

ab Haupteingang Amtshaus,

Dauer ca. 1 ½ Stunden

Franz-Heinrich Veuhoff, Mitglied des

Mengeder Heimatvereins, nimmt die

Besucher mit auf einen informativen

Gang entlang zahlreicher historisch

interessanter Sehenswürdigkeiten.

Auf seinem Weg passiert er u. a. zwei

Orte mit „unbequemem“ Inhalt: Das

Kriegerdenkmal an der Adalmundstraße,

1927 zur Erinnerung an die

Gefallenen des Ersten Weltkriegs

errichtet, zeugt gestalterisch von

einem ehrenden Heldengedenken.

Das Relief auf der Vorderseite eines

steinernen Sarkophags zeigt einen

noch im Tod Haltung bewahrenden

volluniformierten Soldaten mit geschultertem

Gewehr. Ein weiteres, an

die Toten der Kriege von 1866 und

1870/71 erinnerndes Kriegerdenkmal

findet sich vor dem alten Postamt:

Auf einer Säule ruht ein Adler

mit leicht gespreizten Schwingen.

Neben diesen eher „unbequemen“

Stationen liegen eine Reihe weiterer,

z. T. denkmalgeschützter Gebäude

auf der Route des Rundgangs, so der

Mengeder Markt mit Saalbau und

alter Schule.

15.30 Uhr

weiterer historischer Rundgang

47


Scharnhorst

42 Ev. Kirche Husen

Denkmalstraße 9

Dortmund-Husen

Haltestelle: Husen, Linie 439 (Fußweg 1 Minute)

Der in Dortmund mehrfach tätige

Architekt Gustav Mucke (1861–1940)

aus Hagen interpretierte mit seinem

1907/08 realisierten Entwurf der

evangelischen Kirche Husen die

Formensprache der Backsteingotik

sehr frei. Markant gestaltete er den

Kirchturm mit großer Uhr, abgewalmtem

Ziegeldach und Dachreiter.

Der Innenraum, charakterisiert

durch die Platzierung der Orgel und

einer Sängerempore oberhalb des

Altars, zeugt von der zeitgemäßen

architektonischen Interpretation

eines Kirchraums. Zu den erhaltenen

ursprünglichen Ausstattungsstücken

gehören die Kanzel, der Taufständer

sowie das „Glas-Retabel“, das den

Altar stimmungsvoll mit einem von

hinten belichteten Fensterbild betont.

Sehenswert sind weitere Fenster der

Glaswerkstatt Türcke und Co. aus Zittau

sowie die romantische Link-Orgel.

Die ev. Kirche Husen beantwortet die

Frage nach der Unbequemlichkeit von

Denkmälern in konsequenter Weise

mit „Nein, besonders!“: Sie bietet

Besuchern eine Kulturveranstaltung

mit Ausstellung, Musik und Gedichtvorträgen

zum Thema „Engel“ im

Rahmen herzlicher Gastlichkeit.

11.00 bis 16.00 Uhr

Die ev. Kirche Husen ist

geöffnet. Während dieser Zeit kann

die Kirche frei oder mittels einer

kleinen vorbereiteten Kirchenrallye

erkundet werden.

9.45 Uhr

Festgottesdienst zur Jubelkonfirmation

ab 11.30 Uhr

Ausstellung „Himmlische Helfer und

mahnende Boten – Engel in der

ev. Kirche Husen“

15.00 Uhr

„Englische“ Musik und Gedichte,

Geschichten und Lieder: ein Ausklang

zum Zuhören und Mitsingen

Von 12.00–16.00 Uhr stehen Kaffee

und kalte Getränke, Kuchen und

kleine Snacks für die Veranstaltungsbesucher

bereit.

Die ev. Kirche Husen ist Teil der

Stiftung Denkmalswerte Kirchen in

Dortmund und Lünen.

48


43 MSA-Siedlung der Zeche Scharnhorst

Gleiwitzstraße

Dortmund-Scharnhorst

Haltestelle: Gleiwitzstraße, Linien U42, Linie 427 (Treffpunkt)

Die MSA-Siedlung, eine Bergarbeitersiedlung

von enormen Ausmaßen,

entstand ab 1953 in Scharnhorst.

Finanziert wurde dieses bauliche

Großvorhaben durch die amerikanische

Gesellschaft „Mutual Security

Agencies“ (Amt für wechselseitige

Sicherheit), abgekürzt MSA.

Zwischen den Zechen Kaiserstuhl,

Scharnhorst und Gneisenau entstanden

als sogenannte MSA-Siedlung,

800 Eigenheime und 521 Mietwohnungen,

die mit einem bis dahin

nicht gekannten Komfort ausgestattet

waren: Alle Neubauten hatten

Einbauküchen mit Kühlschrank,

Elektroherd und Warmwasser.

Aus dem noch heute funktionsfähigen

Heizkraftwerk in der Gleiwitzstraße

kam das Heißwasser für die

Fernheizung. Die Deputatkohle der

Bergleute wurde dort abgegeben.

Zur Nahversorgung der Siedlungsbewohner

wurde ein Ladenzentrum

mit Gaststätte errichtet. Wegen

zahlreicher anfänglicher Probleme

gründeten die Eigentümer 1956 die

„Siedlergemeinschaft MSA-Siedlung

e. V.“, die bis heute die Interessen

ihrer Mitglieder vertritt.

Heute sind die Eigenheime und

Wohnungen fast 60 Jahre alt, die

Technik des Heizkraftwerks ebenfalls.

Ist die Nutzung und Instandhaltung

dieser „in die Jahre gekommenen“

Gebäude für die Siedlungsbewohner

etwas „Unbequemes“?

14.00–17.00 Uhr

Siedlungsrundgänge und Besichtigung

„Altes Heizwerk“ inklusive

kurzem Dia-Vortrag in benachbarter

Gaststätte – halbstündlich bzw.

nach Bedarf – durch Mitglieder der

Siedlergemeinschaft MSA-Siedlung

e.V. sowie des Geschichtskreises

Scharnhorst; Treffpunkt Haltestelle

Gleiwitzstraße, unter der Brücke

Getränke werden gereicht.

www.msa-scharnhorst.de

49


44 Zeche Gneisenau Schacht 2/4

Derner Straße 540 / Gneisenauallee

Dortmund-Scharnhorst

Haltestelle: Do-Derne Bf, Linien RB50, RB51, 410, 411, 420

Das Steinkohlenbergwerk Gneisenau,

das zeitweise zu den größten in Europa

zählte, schloss 1985 als vorletzte

Dortmunder Zeche. Erhalten blieben

der Tomson-Bock von 1885/86 nebst

historistischer Schachthalle und das

markante Doppelbockgerüst über

Schacht 4 von 1933 mit den beiden

Maschinenhäusern. Die ortsbildprägenden

Denkmale, die sich seit 1998

in der Obhut der Stiftung Industriedenkmalpflege

und Geschichtskultur

befinden, sind in eine neue städtebauliche

Gestaltung mit Stadtteilpark

und gewerblicher Nutzung

eingebunden. Der Tomson-Bock über

Schacht 2 gilt unter Industriehistorikern

als Kleinod. Bei dem aufwendig

restaurierten Denkmal handelt es sich

um das älteste erhaltene stählerne

Fördergerüst des Ruhrgebiets. In

Anlehnung an den Englischen Bock

hatte der Ingenieur C. Erdmann den

Gerüsttyp 1868 entwickelt. Benannt

wurde das Fördergerüst aber nach

dem Gneisenauer Bergwerksdirektor

Eugen Tomson, auf dessen Betreiben

dieser Bautyp im Ruhrgebiet weite

Verbreitung fand.

11.00–17.00 Uhr

Das Industriedenkmal ist geöffnet.

in diesem Zeitraum:

(Kurz-)Führungen zum Tomson-

Bock „Ein schönes Denkmal: Der

Tomson-Bock auf Gneisenau“ (durch

Mitarbeiter der Stiftung Industriedenkmalpflege

und Geschichtskultur)

und zum nördlichen Maschinenhaus

mit Fördermaschine von 1934 (stündlich

durch Mitglieder des Förderkreises

Zechenkultur Gneisenau e. V.)

Ausstellung von Bergbauexponaten

und historischen Fotos, außerdem

Filmvorführungen

www.industriedenkmal-stiftung.de

www.bergwerk-gneisenau.de

50


45 Ev. Stadtkirche St. Georg Lünen

St.-Georg-Kirchplatz 1

Lünen

Haltestelle Bäckerstraße, ab Hbf Lünen Linien 106, 109, 112, 116, 118, 119, 530,

C1, C4/14, C5, R11, R12, R19 und AST Lünen (Fußweg ab Hbf 11 Minuten)

Lünen

„Unbequem“ ist die Stadtkirche

St. Georg höchstens, wenn die

Kirchenbank nach einem langen

Gottesdienst oder Konzert drückt …

Das Mitte des 14. Jh. als westfälische

Hallenkirche erbaute Gotteshaus

birgt einen sehenswerten spätgotischen

Flügelaltar aus der Schule

des „Meisters von Liesborn“ sowie

ein gerade in diesem Jahr aufwendig

konserviertes Triumphkreuz

aus derselben Zeit. Der mächtige

Taufstein aus Sandstein wird auf um

1500 datiert. Darüber hinaus ist die

Kirche ein lebendiger spiritueller Ort:

Hier kann man im Gebet verweilen,

Kunstausstellungen ansehen, in der

Meditationsecke eine Kerze anzünden

– oder sich im Turmraum mit Kaffee

und Kuchen bewirten lassen!

13.00–18.00 Uhr

Die St. Georg-Kirche Lünen ist

geöffnet, Ansprechpartner stehen

zur Verfügung.

11.00 Uhr

Bewegtes Orgelkonzert „Concerto

(in)commodo“; unbequeme

Kompositionen von Johann Sebastian

Bach, Hans-André Stamm, Christoph

Nogay u.a.

17.00 Uhr

Kirchenführung

www.stadtkirche-luenen.de

Die St. Georg-Kirche Lünen ist Teil der

Stiftung Denkmalswerte Kirchen in

Dortmund und Lünen.

Legende

barrierefrei zugänglich

kinderfreundlich

Musik

Essen/Getränke erhältlich

Rundgang

51


Standorte: Tag des offenen Denkmals 2013

A 2

1

41

9

Brechten

A 42

A 45

MENGEDE

40

Westerfilde

Emscherallee

HUCKARDE

22

10

11

Lindenhorst

27

26 25

Hafen

B 54

39

Bövinghausen

B 235

A 40

36

21

Kirchlinde

38 37

Marten

LÜTGENDORTMUND

Kley

Oespel

1 Altes Amtshaus Mengede

2 Ev. Kirche Dorstfeld

3 Ev. Georgskirche &

historischer Friedhof

4 Kommunalfriedhof Aplerbeck

5 Ev. Kirche St. Johannes

6 Ev. Kirche am Hellweg

7 Luther-Kirche Asseln

8 Hauptfriedhof, sowjetisches Ehrenmal

9 Ev. Kirche St. Johann Baptist

10 Ev. Kirche Lindenhorst

11 Malakowturm Zeche Fürst Hardenberg

12 Alte Kirche Wellinghofen

13 Kath. Stiftskirche St. Clara

14 Hörder Burg

15 Bunker Tullstraße

16 Ev. Kirche St. Margareta

17 Kath. Kirche St. Clemens

18 Zeche Glückaufsegen,

ehem. Maschinenhaus

19a & 19b Wanderung Bittermark

bis Rombergpark

A 44

OW III a

23 24

Hauptbahnhof

35

34 31 32

2

Dorstfeld

33

29

INNENSTADT-WEST

28

16

Eichlinghofen

Rheinlanddamm

Barop

17

HOMBRUCH

20 ehem. Gut Brünninghausen

21 Ev. Kirche Kirchlinde-Rahm

22 Kokerei Hansa

23 Ev. Pauluskirche

24 Steinwache

25 Depot Immermannstraße &

Luftschutzraum

20

18 19b

19a

52


B 54

A 2

EVING

B 236

Derne

44 Hostedde

SCHARNHORST

43

Husen

42

Kurl

INNENSTADT-

NORD

Brackeler

Körne

30

INNENSTADT-OST

Westfalendamm

14

15

13

Straße

6

8

Schüren

BRACKEL

3

4

APLERBECK

Asseln

7

Sölde

A 44

5

Dortmund

Airport

Wickede

B 1

Benninghofen

12

B 236

B 54

Wellinghofen

HÖRDE

A 1

0 1 2 3 4 5 km

Syburg

A 45

26 Historische Hafenkräne

27 Pumpwerk Evinger Bach

28 Ev. Paul-Gerhardt-Kirche

29 Bunker / Zivilschutz-

Befehlsstelle Leipziger Straße

30 Ostfriedhof

31 Ev. Stadtkirche St. Petri

32 Ev. Stadtkirche St. Reinoldi

33 Ev. Nicolaikirche

34 Kath. Grabeskirche Liebfrauen

35 Hoesch-Verwaltungsgebäude /

Versorgungsamt

36 Ev. Bartholomäuskirche

37 Ev. Immanuel-Kirche

38 Haus Dellwig & Heimatmuseum

39 LWL-Zeche Zollern

40 Ev. Schlosskirche Bodelschwingh

41 Historischer Rundgang Mengede

42 Ev. Kirche Husen

43 MSA-Siedlung

44 Zeche Gneisenau

© Kartographie: Stadt Dortmund, Vermessungs- und Katasteramt, StA 62/5, 07/2013

53


Jenseits des Guten und Schönen

Jenseits des Guten und Schönen:

Unbequeme Denkmale?

Das von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz herausgegebene

Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals birgt einen

gewissen Widerspruch in sich: Jedes Bauwerk oder Denkmal kann

zu Zeiten als unbequem empfunden werden – beispielsweise wegen

veränderter Ansprüche an den Komfort oder auch nur, weil die

Unterhaltung Geld kostet. Ein Bunker gilt in Kriegszeiten als gut,

später wird er als hässliches und wenig nützliches Bauwerk wahrgenommen.

Die Ansicht vom Guten und besonders vom Schönen

wandelt sich ständig. Anhand einiger Dortmunder Baudenkmale

soll diesem Gedanken im Folgenden nachgegangen werden.

Abb. 1: Die Marienkirche auf einer

Ansichtskarte um 1905

Beginnen wir mit einem heute

sehr beliebten und als künstlerisch

hochwertig anerkannten

Bauwerk: „Gänzlich verkommen,

unansehnlich, düster, feucht und

ungesund“, so beschreibt der

Ratsherr Wilhelm Feldmann die

romanische Marienkirche (Abb. 1)

mit ihrem gotischen Chor – im

Jahr 1817. Sechzehn Jahre später

gab es dann sogar eine Abbruchgenehmigung.

Die Kirche war

baufällig, und in der benachbarten

Reinoldikirche schien es genug

Raum für die Gläubigen zu

geben, zumal die Einwohnerzahl

der Stadt noch immer sank. Erst

als zwei Presbyter den damaligen

Kronprinzen und späteren König

Friedrich Wilhelm IV. für den Bau

interessieren konnten, besichtigte

der preußische Hofarchitekt

Schinkel die Kirche. Er fand sie

„durch Alterthum und eigentliche

Konstruktion von nicht geringem Interesse“ und empfahl

nicht nur die Sanierung, sondern auch eine eventuelle Umnutzung

zur Schule. Schinkel hatte damit bereits im 19. Jahrhundert Aspekte

der modernen Denkmalgesetze aufgezeigt. Diese verzichten

auf die eher emotional geprägten Begriffe von schön, gut und

bequem und geben stattdessen besser überprüfbare Gründe für

eine Erhaltung als Denkmal vor. Neben der künstlerischen Qualität

oder der stadtbildprägenden Wirkung zählt dazu besonders der

Zeugnischarakter eines Bauwerks für die Geschichte der Menschen,

des Ortes, den Wandel der Arbeitsbedingungen oder für volkskundliche

Entwicklungen.

54


Abb. 2: Haus Dellwig

Ähnlich beliebt wie die Marienkirche sind die zahlreichen denkmalgeschützten

Dortmunder Wasserschlösser. Sie sind eher unbequem

aufgrund der hohen Unterhaltungskosten. Deshalb befinden sich

einige inzwischen in städtischem Besitz, wie Haus Dellwig in Lütgendortmund

und Haus Rodenberg in Aplerbeck (Abb. 2 u. 3). In

diesem Zusammenhang besonders interessant ist Haus Dellwig. Als

die Stadt Dortmund 1978 das Schloss erwarb, konnte sie es mit den

umgebenden Ländereien verpachten. Dazu musste Haus Dellwig

in mehreren Phasen restauriert und unter denkmalgerechten Gesichtspunkten

an modernen Wohnkomfort angepasst werden.

Ein zusätzliches Problem ganz anderer Art hatte Haus Bodelschwingh

in den 1960er Jahren: den Bau der A 45. Trotz intensiver

Bemühungen der Eigentümer und des Landeskonservators von

Westfalen um Alternativen legte man die Trasse dieser Autobahn

durch den Landschaftspark des Schlosses und schnitt damit den

Tempel der Ruhe, seit 1794 Begräbnisstätte der Familie Bodelschwingh

und ihrer Nachfahren, nicht nur räumlich vom Herrenhaus

ab, sondern verstellte auch die Sichtachse darauf. Aber auch

der Bergbau bedrängte Haus Bodelschwingh. Im 19. Jahrhundert

konnte die Familie erreichen, dass die heute längst wieder

geschlossene Zeche Westhusen statt in unmittelbarer Schlossnähe

einige Kilometer entfernt ihren Betrieb aufnahm.

Abb. 3: Haus Rodenberg

55


Jenseits des Guten und Schönen

Abb. 4: Kokerei Hansa

Damit sind zwei Kategorien von Bauwerken angesprochen, deren

Erhalt besonders problematisch, also „unbequem“ sein kann. Industriebauten

und Wegenetze können nicht nur bestehende Denkmale

bedrängen, sondern auch selbst zum Denkmal werden. Mit

dem Niedergang der großen Industriezweige, die Dortmund einst

prägten – Kohle, Stahl, Bier –, wurden auch die einmal als nützlich

und gut geschätzten Produktionsstätten

Abb. 5: Die ehemalige

Union-Brauerei vor dem

Umbau

Abb. 6: Historische Ansicht

der Zeche Minister Stein

aus ökonomischer Sicht wertlos. Während

jede historische Mühle als schön anerkannt

wird, sind Betriebe wie Stahlwerke

und Zechen schon aufgrund ihrer Größe

zunächst nicht unbedingt beliebt. Der

Denkmalschutz befindet sich hier auf einer

Gratwanderung zwischen wirtschaftlichen

Ansprüchen und der Bewahrung

geschichtlicher Zeugen. Erst in den letzten

Jahrzehnten ist es gelungen, nicht nur das

Interesse an den früheren Arbeitsabläufen

zu wecken, sondern auch die Schönheit

mancher Anlagen in das allgemeine

Bewusstsein zu rufen. Wenn sie wie die

Kokerei Hansa in Huckarde (Abb. 4) oder

die Zeche Zollern II/IV in Bövinghausen

als Museum erhalten werden können, ist

dies ein besonderer Glücksfall. Auch die

Nutzung des alten Straßenbahndepots an

der Immermannstraße als Kulturzentrum

oder die Neunutzung desDortmunder

U“, des ausgedienten Brauereihochhauses

der Union-Brauerei (Abb. 5), konnten in

der allgemeinen Wahrnehmung das Blatt

zum „Schönen und Guten“ wenden. In

anderen Fällen blieben zumindest die

ortsbildprägenden Teile erhalten, wie

beispielsweise der Hammerkopfturm der

Zeche Minister Stein in Eving (Abb. 6).

56


Abb. 7: Die Maschinenhalle der Zeche Glückaufsegen im Jahr 2008

Inzwischen ist für manche Firma eine Adresse in einer historischen

Industrieanlage ein besonderes Aushängeschild. Diesem Umstand

ist die Sanierung einer Maschinenhalle in Brünninghausen zu verdanken,

dem letzten Überbleibsel der Zeche Glückaufsegen (Abb. 7).

Noch weitaus problematischer ist der Erhalt von Straßenanlagen

und historischen Wegeführungen. Anforderungen des modernen

Verkehrs lassen schnell eine „schöne“ historische Straße unbequem

werden. Es verwundert deshalb nicht, dass es kaum eingetragene

Denkmäler des Verkehrs gibt. Die nach Pariser Vorbild erbaute

Möllerbrücke ist eines der wenigen Beispiele. Lange Zeit ein

„Nadelöhr“, hat die Verlegung der Straßenbahn unter die Erde

dieses historische Bauwerk wieder „bequem“ gemacht, mit zwei

Fahrspuren in jeder Richtung. Als besonders positives Beispiel

erwähnt die Fachliteratur immer wieder die Erhaltung des Dortmunder

Wallrings nach dem Zweiten Weltkrieg. Da über 90 % der

Substanz zerstört waren, hätte man einfacher auch andere Straßenführungen

ohne Berücksichtigung der historisch vorgegebenen

Struktur planen können.

Zu kuriosen Äußerungen kann eine an sich positive neue Wertschätzung

der Natur führen. So empfahl in den 1980er Jahren eine

Bürgerin in einem Leserbrief, die Schauwand der damaligen Stadtund

Landesbibliothek am Hansaplatz mit Efeu zu begrünen. Da die

Bibliothek als Magazinbücherei betrieben wurde, war die Wand zu

einem der wichtigsten Dortmunder Stadtplätze bis auf das Erdgeschoss

komplett geschlossen und mit einem abstrakten Fassadenbild

des Künstlers Klaus Gerwin verkleidet worden (Abb. 8).

Dieser hatte 1957 mit verschiedenfarbigen Keramikplatten und

unterschiedlich breiten Fugen eine Komposition geschaffen, die

sich an Mondrian, Malewitsch und den russischen Konstruktivisten

orientierte. Die begeisterte Fachpresse sah Analogien zu Partituren

moderner Musik. Im Abstand von einigen Jahrzehnten fanden

weite Bevölkerungsteile den „Bücherbunker“ aber nur noch

hässlich. Darum protestierten nur kleinere Gruppen, als der Rat in

den 1990er Jahren beschloss, die zu klein gewordene Bibliothek

57


Jenseits des Guten und Schönen

Abb. 8: Die ehemalige Stadt- und Landesbibliothek am Hansaplatz

abzureißen. Viele waren dagegen nicht traurig, dass das „Denkmal

des unbekannten Fliesenlegers“ endlich aus dem Stadtbild

verschwand. Zwar scheint in den letzten Jahren die Zahl derjenigen

zuzunehmen, die die Eleganz und den „Chic“ der 1950er-Jahre-

Architektur zu schätzen wissen. Man begegnet aber immer noch

vielen Menschen, die diesen Architekturstil ablehnen, weil er für sie

jenseits von „schön“ und „gut“ liegt.

In jüngster Zeit spielen die Fragen einer energetischen Sanierung

von Baudenkmalen eine zunehmend größere Rolle. Ohne die

„Verpackung“ von Häusern mit Dämmmaterialien thematisieren zu

wollen, sei gesagt, dass es oft denkmalgerechtere Maßnahmen zum

Energiesparen gibt, deren Kosten nicht höher sind als eine Standardsanierung.

So kann man mit dem einfachen Auswechseln der

Fensterscheiben durch höherwertige Isolierverglasung sowie durch

die Dämmung von Dach und Kellerdecken ein hohes Einsparungspotential

erreichen. Ähnliche Probleme haben auch die Eigentümer

von Fachwerkhäusern. Hier gibt es aber weitere „Unbequemlichkeiten“:

geringere sanitäre Anforderungen beim Bau, niedrige

Decken, kleine oder verschachtelte Räume und teilweise frühere

landwirtschaftliche Nutzung erfordern ein behutsames Vorgehen,

um mit möglichst geringen Eingriffen in die Denkmalsubstanz die

Gebäude mit modernem Komfort auszustatten.

Während das Auswechseln einzelner schadhafter Hölzer bei

Fachwerkbauten zwar nicht bequem, aber gut möglich ist, sind

moderne Beton-Bauten schwieriger zu reparieren. Als Baustoff für

alle erdenklichen Formen geeignet und eigentlich für die Ewigkeit

gedacht, zeigt sich inzwischen, dass auch Beton je nach Qualität

schneller oder langsamer altert und schadhaft werden kann.

Möglich ist zwar eine Ausbesserung und Festigung mit Spritzbeton,

58


ei Sichtbetonbauten führt dies aber zum teilweisen Verlust der

ursprünglichen Schalungsstruktur – so beispielsweise beim Turm

der zur Zeit ihrer Erbauung zukunftsweisenden Nicolaikirche von

1930 (Abb. 9), der nur auf diese Weise und mit einer zusätzlichen

Kunststoffschicht gesichert werden konnte.

Abb. 9: Der Turm der Nicolaikirche

Dieser kurze Blick in den Dortmunder Denkmalbestand zeigt, dass

die Einschätzungen „schön“, „gut“ oder „bequem“ sich im Laufe

der Zeit je nach Zweckmäßigkeiten und Moden wandeln. Der Wert

eines Denkmals orientiert sich dagegen an seiner kulturellen oder

historischen Bedeutsamkeit. Daraus ergeben sich spannungsreiche

Gegensätze, die der diesjährige Tag des offenen Denkmals thematisiert.

Bruno Wittke

Kunsthistoriker, freier Mitarbeiter der Denkmalbehörde Dortmund

59


Kirchen als unbequeme Denkmäler?

Kirchen als unbequeme Denkmäler?

„Das kommt für uns doch nicht in Frage!“ Für einen Moment war

sich meine Gesprächspartnerin sicher, als wir über den Denkmaltag

2013 sprachen und mögliche kirchliche Beiträge dazu. Was könnte

an Kirchen schon unbequem sein? Gerade in Dortmund mit seinen

herrlichen Stadtkirchen und dem Kranz historischer, „schön“

restaurierter Dorfkirchen! In der Tat, die denkmalgeschützten

Kirchen in Dortmund und in ganz Westfalen sind in vergleichsweise

gutem Zustand. Und es wurde sehr viel dafür getan, dass sie

es bleiben. In den letzten Jahren musste beispielsweise der Turm

von St. Reinoldi für rund 730.000 € saniert werden – eine große

Aufgabe, die zeigt, mit welchen Summen man immer wieder aufs

Neue rechnen muss. Bequem ist das nicht, und die Situation wird

sich nicht verbessern. Dennoch wird man St. Reinoldi (Abb. 1),

Wahrzeichen und Stadtkirche, wohl nicht als unbequemes Denkmal

bezeichnen wollen. Ein anderer Kirchturm indes ist viel unbequemer:

In Lindenhorst verfällt der noch aus dem 12. Jahrhundert

stammende Turm, seit Jahren notdürftig gesichert, vor sich hin

(Abb. 2). Das sich anschließende kleine, wesentlich jüngere Kirchenschiff

wird von der Kirchengemeinde nicht mehr genutzt. Die

Glocke von 1405 ist eine der ältesten der Region, der Turm selbst

gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden der durch Industrialisierung,

Kriegszerstörungen und Wiederaufbau mehrfach stark

veränderten Stadt. Nach intensiven Bemühungen scheint jetzt ein

Sanierungs-, Finanzierungs- und Nutzungskonzept die langjährige

Ratlosigkeit zu beenden. Ein unbequemes Denkmal, auch im

„Kranz der Dorfkirchen“.

Abb. 1: Die Reinoldikirche

Abb. 2: Der Lindenhorster Kirchturm

60


Ähnlich steht es um Arno Eugen

Fritsches evangelische Kirche in

Dorstfeld (Abb. 3). Von weit her

ist der Turm des eindrucksvollen

neugotischen Baus von 1907

zu sehen. Hier befinden wir

uns nun in einer ganz anderen

Zeit, der vorletzten Jahrhundertwende,

als viele Kirchen

neu gebaut wurden. Sie prägen

heute die Denkmallandschaft

ebenso wie die älteren Kirchen

– über die Hälfte der zur Zeit

als denkmalwert eingestuften

evangelischen Kirchen in Dortmund

stammt aus dem 19. bis

zum mittleren 20. Jahrhundert!

Nicht zu vergessen, dass es ein

längerer Aneignungsprozess Abb. 3: Die Dorstfelder Kirche

war, bis auch Gebäude der Zeit

um 1900 (wieder) wertgeschätzt wurden. Auch sie galten zwischenzeitlich

als unkünstlerisch, als unbequem. In der Dorstfelder Kirche

(Abb. 4) spürt man die Nähe des Jugendstils: Rosen begleiten die

Eintretenden vom Portal bis ins Kirchenschiff. Immer noch wird

dieses beherrscht vom Taufstein, dem aufwendigen Altar und der

beziehungsreich mit Porträts evangelischer Persönlichkeiten und

Zitaten geschnitzten Kanzel von 1907. Und vor allem von der

Orgel, dem größten in Westdeutschland komplett erhaltenen Instrument

der renommierten Orgelbaufirma Sauer. Das alles ist auf

Abb. 4: Das Innere der Dorstfelder Kirche

61


Kirchen als unbequeme Denkmäler?

den ersten Blick höchst spannend – aber letztlich für die Kirchengemeinde,

die noch zwei weitere hochkarätige Baudenkmäler dieser

Art ihr Eigen nennt, in der gegenwärtigen Situation leider alles

andere als bequem. Die Kirche ist viel zu groß, in der Unterhaltung

nicht mehr tragbar, steht am falschen Platz ... Sie widersetzt sich

vielen Umnutzungskonzepten, und ein weiterer Umgang mit den

entscheidenden Ausstattungsstücken ist schwierig, nicht zuletzt,

was die Orgel angeht. Patentlösungen gibt es nicht. Einst als Stolz

der Altdorstfelder Bürgerschaft errichtet, vielleicht damals schon

ein wenig überdimensioniert, ist sie gegenwärtig eine Herausforderung,

ein unbequemes Denkmal – und zwar nicht jenseits des

Guten und Schönen, sondern gerade deshalb. So etwas gibt es

auch.

Im Übrigen existiert mit der – nur unwesentlich

jüngeren – Segenskirche in Eving

ein gelungenes Beispiel der erweiterten

Nutzung. Erstmals wurden hier 2009 sämtliche

Funktionen einer Kirche und eines

Gemeindezentrums in einem denkmalgeschützten

Kirchengebäude vereinigt

(Abb. 5), eine höchst anspruchsvolle

Bauaufgabe kirchlicher Denkmalpflege.

Abb. 5: Sie Segenskirche

Eving nach dem Umbau

Abb. 6: Der Abrahams-

Altar in Brackel

Die Dorstfelder Kirche zeigt: Es geht ja nicht

nur um die Architektur. Auch die Ausstattung

von denkmalgeschützten Kirchenräumen

kann (und konnte) unbequem sein, aus

unterschiedlichsten Gründen. Ein Blick in

den Dortmunder Osten: In der alten Kirche

in Brackel steht ein barocker Altaraufsatz

des 17. Jahrhunderts. Das Gemälde zeigt die

Szene der Opferung Isaaks durch Abraham

(Abb. 6). Sie wird als alttestamentliches

„Vorbild“ zu Tod und Auferstehung Christi

gedeutet. Nicht erst heute wird die Geschichte

und ihre Verknüpfung als sperrig

empfunden. 1892 passte wohl beides nicht

mehr: das „schwierige“ Gemälde und der

barocke Aufsatz. In einen freigeräumten

gotischen Chorraum wurde ein entsprechender

neugotischer Aufsatz mit freundlich

segnendem Christus und Evangelisten

gestellt. Dieser galt wiederum 1957 als so

unerträglich, dass er restlos „verschwand“.

In teils rekonstruierter Form wurde das

„originale“ barocke Retabel samt Gemälde

wieder aufgestellt – wodurch die Kirche

zweifellos ein auch überregional wichtiges

62


Ausstattungsstück wiedergewann. Die Gründe für die Wiederaufstellung

scheinen allerdings eher geschichtlich-kunsthistorischer Art

gewesen zu sein, als aktuelle gemeindlich-theologische Bedürfnisse

der Zeit zu bedacht zu haben. Solche Fragen in der kirchlichen

Denkmalpflege auszutarieren, ist wohl eine grundsätzliche Unbequemlichkeit,

die im besten Fall aber sehr fruchtbar sein kann. Der

Brackeler Altar vermag viel über zeitbedingt wechselnde Unbequemlichkeiten

und den zu manchen Zeiten rigorosen Umgang damit

zu berichten. Heute gewinnt der „Abrahams-Altar“ innerhalb

der Begegnungen zwischen den großen Religionen – Judentum,

Christentum, Islam – jedenfalls eine ganz neue Dimension.

Auch die Georgskirche in Aplerbeck hat eine zum Thema passende

Geschichte. Nach dem Bau der neuen, größeren Kirche an der

Märtmannstraße 1869 verfiel sie allmählich zur Ruine. Unbequemer

konnte der Bau – damals schon Denkmal – nicht werden. 1928–30

gelang es, die historische Kirche in Teilen und als Gemeindehaus,

um 1960 schließlich, sie als Kirche wiederherzurichten. 1930 erhielt

der sogenannte „Michaelsbau“ an prominenter Stelle am Turm einen

Gedenkort für Gefallene des Ersten Weltkrieges. Eine Skulptur

des den Drachen tötenden Erzengels Michael beherrscht die Gedenkstätte,

die mit Namenstafeln der Gefallenen des Krieges von

1870/71 und später des Zweiten Weltkriegs ergänzt wurde (Abb. 7).

Tafeln mit Namen und Inschriften, aber auch gelegentlich wuchtig

dimensionierte Gedenkstätten finden sich immer wieder in und an

Kirchen – unbequeme Orte, die Finger in Wunden legen und heute

Fragen provozieren.

Abb. 7: Das Kriegerdenkmal an der Georgskirche in Aplerbeck

63


Kirchen als unbequeme Denkmäler?

Abb. 8: Die

St. Nicolaikirche

Die kirchliche Denkmallandschaft Dortmunds beschränkt sich

nicht nur auf die „historischen“ Kirchen. Inzwischen gehört auch

eine Reihe von Kirchen aus dem 20. Jahrhundert dazu. Zu den

prominentesten ist sicher die eindrucksvolle, 1930 eingeweihte St.

Nicolai-Kirche zu zählen (Abb. 8). Unbestritten ist ihre architekturgeschichtliche

Bedeutung als erster konsequenter, unverkleideter

Kirchenbau Deutschlands aus Stahlbeton, der mit seinen großflächigen,

nahezu kompletten Glaswänden innen (und nachts nach

außen) als „Lichtbau“ konzipiert wurde. Doch genau hierin liegt

inzwischen sein größtes Problem: In energetischer Hinsicht ist er

nur schwer akzeptabel, in der Bauunterhaltung äußerst aufwendig.

Mehrfach erfolgten kostenintensive Betonsanierungen,

nicht zuletzt des Turmes; mittelfristig ist eine Innenrenovierung

notwendig. Die Finanzierung ist unklar, von weiteren Fragen ganz

zu schweigen – ein unbequemes Denkmal.

Das Thema des diesjährigen Tages des offenen Denkmals passt

für Kirchen gut und kommt für sie sehr wohl in Frage, um noch

einmal auf den Einwand meiner anfangs zitierten Gesprächspartnerin

zurückzukommen. Gerade, weil man an ihnen sowohl

die historischen Dimensionen des Themas immer wieder sehr

gut studieren, aber auch Herausforderungen für Gegenwart und

Zukunft diskutieren kann. Und die sind nicht gering: Wie können

kirchliche Baudenkmäler für und mit den Gemeinden praktikabel

weiterentwickelt werden, wie kann ihr Denkmalschutz angesichts

wegbrechender Fördermöglichkeiten (aber einer sicher weiter steigenden

Zahl von Denkmälern) finanziert, wie kann die Akzeptanz

des Denkmalschutzes überhaupt gefördert werden? Der Tag des

offenen Denkmals bietet mit seinem diesjährigen Thema Chancen,

sich an Ort und Stelle mit Unbequemem auseinanderzusetzen und

Ideen zu diskutieren. Denn Kirchen können sehr unbequeme Denkmäler

sein, trotz ihres Guten und Schönen – machen wir uns nichts

vor. Aber das ist auch gut so: Sie bleiben im Gespräch, jenseits

eingefahrener Sichtweisen.

Dr. Ulrich Althöfer

Baureferat der Ev. Kirche von Westfalen

64


Unbequeme Erinnerung

„Den Opfern von Krieg und Gewalt zum Gedächtnis,

den Lebenden zur Mahnung“

Zur Geschichte der Denkmale in Dortmund in

Erinnerung an Krieg und Gewaltherrschaft

An vielen Stellen in Dortmund finden sich Orte der Erinnerung

an Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft. Mit ihrer Errichtung

dienten sie – wie Reinhard Koselleck 1979 feststellte – in erster Linie

der Identitätsstiftung der Überlebenden. Die Erinnerung an die Toten

von Kriegen und Gewaltherrschaft kann dabei sehr unterschiedliche

Zielsetzungen haben. Diese reicht von der Befürwortung eines

militärischen Konflikts bis hin zur Ablehnung von Krieg und Gewalt

als Mittel politischer Auseinandersetzung. Naturgemäß ändert sich

die Akzeptanz von derartigen Denkmalen im Laufe ihrer Existenz oft

grundlegend. Was bei der Übergabe des Denkmals an die Bevölkerung

meist noch konsensual als positiv akzeptiert wird, verneint

Jahrzehnte später der politisch interessierte Teil der Bevölkerung

vehement. Diese Dynamik kann sich aber auch in entgegengesetzter

Richtung vollziehen, wenn Erinnerungsorte zuerst nur mit heftigen

politischen Auseinandersetzungen überhaupt errichtet werden

können und in späteren Zeiten dann von der breiten Bevölkerung

getragen werden. Wie in Dortmund mit solchen ideologisch unterschiedlich

bewerteten, also unbequemen Denkmalen umgegangen

wurde, soll an ausgewählten Beispielen gezeigt werden.

Das älteste erhaltene Kleindenkmal in Dortmund ist zugleich ein

Kriegerdenkmal. Es wurde 1869 zur Erinnerung an den Preußisch-

Deutschen Krieg errichtet und gedenkt der zehn 1866 bei Königgrätz

gefallenen Dortmunder.

Man sieht auf einem hohen Sockel

einen bronzenen ruhenden

Löwen. Dieser ist als preußisches

Herrschaftssymbol zu verstehen,

wie auch eine der Inschriften für

diesen Anspruch steht: „Preußens

siegreichem Heere, Gott

war mit uns, ihm die Ehre“. Der

Löwe stellt das siegreiche preußische

Heer dar, das zwar schläft,

aber jederzeit bereit ist, seine

Pranken wieder zu erheben.

Ursprünglich war das Denkmal

von dem Dortmunder Hauptbahnhof

aufgestellt (Abb. 1),

musste von dort aber weichen,

als dieser 1910 erweitert und

umgebaut wurde. 1914 wurde

das Denkmal dann deutlich er-

Abb. 1: Das Löwendenkmal im

Jahr 1902

65


Unbequeme Erinnerung

weitert am heutigen Westentor erneut errichtet. Der Löwe bekam

ein großes, mehrstufiges Podest mit Balustrade sowie ein Wasserbassin.

Die beiden Weltkriege überstand das Denkmal dort nahezu

unbeschadet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es auf dem

städtischen Bauhof eingemottet, seit 1952 fristete es im Westpark

ein Schattendasein, lange Zeit war es zwischen hohen Büschen

versteckt. Erst Mitte der 1980er Jahre wurde es aufwendig restauriert

und unter Denkmalschutz gestellt. Da das Löwendenkmal bis

heute nichts von seiner ursprünglichen Aussagekraft eingebüßt

hat, wurde es immer wieder von linken Gruppen besprüht oder

mit Farbbeuteln beworfen, so im August 2011. Laut des Bekennerschreibens

sei dies eine Aktion, die sich „gegen jede Art von

Militarismus und Krieg wendet“.

Nach der jüngsten Restaurierung 2012, bei der die ursprüngliche

dunkle Farbgebung des Löwen wiederhergestellt und das Denkmal

von Busch- und Strauchwerk befreit wurde, ist es nun im Westpark

weithin sichtbar (Abb. 2). Laut Beschluss der Bezirksvertretung soll

der jetzige Standort der endgültige sein – eine Entscheidung, die

auch von Dortmunder Bürgern, die das Denkmal wieder in der

Innenstadt aufstellen wollten, mittlerweile akzeptiert wird.

Abb. 2: Das Löwendenkmal heute

Besonders zahlreich gibt es in Dortmund noch heute Kriegerdenkmale

zum Ersten Weltkrieg, die meist in den zwanziger und

dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in einem restaurativen

Sinn errichtet wurden. Ein sehr eindrückliches, stark nationalistisches

Denkmal findet man an der Kirchhofmauer der Bartholomäuskirche

in Lütgendortmund: Drei Steinquader ragen aus der

Mauer hervor. Die obere Platte bildet eine in Reih‘ und Glied mit

66


Abb. 3: Das Kriegerdenkmal an der Bartholomäuskirche in Lütgendortmund

Sturmgepäck ins Feld ziehende Kompanie ab, auf der unteren ist

ein im Sarg liegender Soldat als Relief dargestellt (Abb. 3). Die

mittlere Platte trägt die Inschrift „Unseren Helden 1914–1918“.

Rechts und links neben den Reliefs sind die Namen der Gefallenen

eingemeißelt. Die Inschriften sind stark verwittert. Bereits seit

Mitte der 1950er Jahre existierte ein Verein, der sich für eine Sanierung

beziehungsweise Neugestaltung des Denkmals engagierte.

Aber erst 1994 gestaltete der Lütgendortmunder Künstler Theodor

Nöker das Kriegerdenkmal eindrucksvoll zu einem Mahnmal unter

dem Titel „Den Opfern von Krieg und Gewalt zum Gedächtnis, den

Lebenden zur Mahnung“ mit übergroßem bronzenem Stacheldraht

und einer Gedenktafel um. Dies führte 1994 zu heftigen Debatten

in der Lütgendortmunder Bürgerschaft. Heute völlig unverständlich,

wurde in diesem Zusammenhang von Gefahren für spielende

Kinder gesprochen. Auch dass „die Wirkung der alten Tafeln

zunichte gemacht“ werde, wurde bedauert.

Im selben Stadtbezirk, im Ortsteil

Oespel, befindet sich noch ein

weiteres Kriegerdenkmal zum Ersten

Weltkrieg, errichtet in den Jahren

1934/35. Auf einem quaderförmigen

Sockel stehen zwei vollplastisch

ausgebildete Soldaten in Uniform,

martialisch mit Stiefeln, Mänteln und

Stahlhelmen bekleidet. Beide halten

ihre rechte Hand griffbereit an der

Waffe (Abb. 4). Dieses Denkmal will

nicht der Trauer um die Toten des

Krieges Ausdruck verleihen, sondern

in seiner pathetisch-expressiven

Bildsprache klar machen, dass das

nationalsozialistische Deutschland

Abb. 4: Kriegerdenkmal von

1934/35 in Oespel

67


Unbequeme Erinnerung

bereit sei, einen neuen Krieg zu führen. Man kann deutlich die

Militarisierung der Gesellschaft ablesen.

Das Denkmal war um die Jahrtausendwende öfter Schauplatz von

Neonazi-Kundgebungen. Infolgedessen wurde intensiv über dieses

Denkmal in den demokratischen Parteien diskutiert. Bündnis 90/Die

Grünen forderte seinen Abriss. Ihr Bezirksvertreter Frank Gillmeister

begründete dies folgendermaßen: „Es ist durch seine Darstellung

nur Ausdruck einer faschistischen und kriegsverherrlichenden

Zeitepoche, deren Wiederholung heute von allen demokratischen

Parteien verhindert werden muss. Als Zeichen nationalsozialistischer

Kunst ist es ohne weitere Erklärung als öffentliches Denkmal

gegen diesen Irrweg der deutschen Geschichte nicht tragbar.“

Das Bündnis Dortmund gegen Rechts bespritzte das zuvor verhüllte

Denkmal bei einer Protestaktion mit roter Farbe. Nach einem

Beschluss der Bezirksvertretung Lütgendortmund wurde dem

Denkmal eine erklärende Tafel beigegeben.

Beide Kriegerdenkmale in Lütgendortmund sind gute Beispiele

für den Umgang mit solchen Relikten der Vergangenheit. Ihre

martialisch-nationalistische Ausdrucksweise ist für jeden sofort

ersichtlich, nur Ewig-Gestrige können sich mit den ursprünglichen

politischen Zielen der Denkmalsetzung gemein machen. Deshalb

ist aber ein Abriss nicht notwendig. Um jedoch jedem klarzumachen,

dass für derartiges Gedankengut heute kein Platz mehr ist,

muss das jeweilige Denkmal inhaltlich ergänzt werden, entweder

durch eine erklärende Informationstafel oder aber durch künstlerische

Verfremdung. So zeigen es die beiden Lütgendortmunder

Beispiele.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Aufarbeitung der nationalsozialistischen

Verbrechen auch in Dortmund lange Zeit verdrängt.

Eine Ausnahme bildeten hier lediglich die sogenannten „Kriegsendphaseverbechen“

im Rombergpark und in der Bittermark im

März/April 1945. Den Opfern wurde bereits im August 1945 auf

Abb. 5: Einweihung des Mahnmals in

der Bittermark 1958

Abb. 6: Das Bittermark-Mahnmal

heute

68


dem Hansaplatz gedacht und ihnen zwei Jahre später auf Initiative

der Verfolgten des Naziregimes auf den beiden Hörder Friedhöfen

Ehrenmale errichtet. Schon 1958 wurde dann das heutige Denkmal,

gestaltet vom Architekten Will Schwarz und dem Künstler Karel

Niestrath, eingeweiht (Abb. 5). Vorausgegangen war eine heftige

Diskussion im Rat der Stadt, bei der vor allem die FDP-Seite die

Opfer der Kriegsendmorde den „normalen“ Kriegsopfern gleichstellen

wollte. Heute ist die jährlich stattfindende Gedenkfeier vor

dem Denkmal in der Bittermark die über alle demokratischen Parteigrenzen

hinweg anerkannte, wichtigste städtische Gedenkfeier

an die Verbrechen des Nationalsozialismus (Abb. 6).

Auch die Einrichtung der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache

im Jahr 1992, heute in der ganzen Stadt akzeptiert als zentraler

Dortmunder Erinnerungsort an die Verbrechen des Dritten Reichs,

war in ihrer Entstehungszeit von heftigen politischen Diskussionen

begleitet. Lange Zeit waren das ehemalige Polizeigebäude und

das ehemalige Polizeigefängnis vom Abriss bedroht (Abb. 7 u. 8).

Zahlreiche Initiativen aus der Bürgergesellschaft, an erster Stelle

der Jugendring Dortmund und das 1980 gegründete Kuratorium

„Widerstand und Verfolgung in Dortmund“, setzten sich vehement

für eine sinnvolle Umnutzung der Steinwache ein. 1986 bezog die

heutige Auslandsgesellschaft das ehemalige Polizeigebäude, 1992

wurde im ehemaligen Polizeigefängnis die Mahn- und Gedenkstätte

eingeweiht. Heute ist die Steinwache für alle demokratischen

Parteien der zentrale kommunale Ort für die weitere Erinnerungsarbeit

zum Thema Nationalsozialismus.

Trotzdem verläuft auch heute

das Anbringen von Gedenktafeln

und Mahnmalen für die

Opfer des Nationalsozialismus

nicht immer reibungslos. Während

das vom Castrop-Rauxeler

Bildhauer Jan Bormann

geschaffene Denkmal an der

Ruhrallee in Dortmund zur

Erinnerung an die Deportation

jüdischer Mitbürger 2012 ohne

politischen Streit errichtet

wurde, benötigte man allein

für die Formulierung der Gedenktafel

zur Bücherverbrennung

am Hansaplatz, die von

Michael Odenwaeller gestaltet

wurde, im Kulturausschuss des

Rates ein halbes Jahr – von

April bis Oktober 2008.

Abb. 7: Zelle in der Steinwache während

der NS-Zeit

69


Unbequeme Erinnerung

Abb. 8: Die Steinwache nach dem Krieg 1946

Abschließend seien die sogenannten „Stolpersteine“ genannt,

ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Die 10 x 10 cm

großen Betonsteine, die oben mit einer beschrifteten Messingplatte

versehen sind, werden in unmittelbarer Nähe der früheren

Wohnstätten von Opfern der NS-Gewaltherrschaft in den Boden

eingelassen. In vielen Städten wurde heftig über diese Form der

Erinnerung diskutiert. Charlotte Knobloch, die ehemalige Präsidentin

des Zentralrats der Juden in Deutschland, gehörte zu den

entschiedensten Kritikern. Sie fand es „unerträglich“, die Namen

ermordeter Juden auf Tafeln zu lesen, auf denen mit Füßen „herumgetreten“

werde. Doch diese Einschätzung wurde nicht von allen

geteilt. Nachdem die jüdische Kultusgemeinde Großdortmund

eine positive Einschätzung abgegeben hatte, beschloss der Rat der

Stadt Dortmund am 15. Juli 2004, diese Form der Erinnerung in der

Stadt zuzulassen. Vor allem Schülerinnen und Schüler engagieren

sich seitdem sehr in dieser Sache. Bis heute konnten so über 200

Stolpersteine in der Stadt verlegt werden.

Dr. Stefan Mühlhofer

Wissenschaftlicher Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache

70


Der Stollen der Zeche Zollern

Nicht schön und nicht gut. Ungeliebtes Bodenrelikt

sucht Freunde. Der Stollen der Zeche Zollern

Wie kaum ein anderes Bergwerk im Ruhrgebiet steht die Zeche

Zollern für hohe ästhetische Ansprüche, für soziale Maßstäbe und

für technische Pionierleistungen. Unternehmerische Ambitionen

lassen sich an der zukunftsweisenden Ausstattung, der planmäßigen

Architektur sowie der reichen und sorgfältigen Gestaltung

der gesamten Anlage ablesen. Nicht nur die Musterzeche selbst,

auch die Siedlung ist ein Repräsentationsobjekt ihrer Eigentümerin,

der Gelsenkirchener Bergwerks AG. Der amtierende Direktor

ihrer Erbauungszeit betont in einem grundlegenden Artikel gar

das explizite Bestreben, die Arbeiterschaft durch die Bauästhetik

für Schönheit empfänglicher machen zu wollen. Das erzieherische

Programm der Direktion tritt uns auch in vier Zitaten aus dem

Kanon des Bildungsbürgertums in der Lohnhalle entgegen. Einer

dieser Sprüche artikuliert eine tief verinnerlichte Haltung, die ein

Schlüssel für den Umgang mit dem heute vorzustellenden Bodenrelikt

zu sein scheint: „Schaue vorwärts, nicht zurück“.

Gerade dieser Spruch, der noch in den 1970er Jahren Wohnstuben,

Flure und Treppen ungezählter Häuser schmückte, wurde zum

heimlichen Lebensmotto jener Kriegsgeneration, die die vielen

Gräuel der zurückliegenden Jahrzehnte so gern vergessen wollte.

„Nicht darüber sprechen“, „nicht an Wunden rühren“, „das ist

Schnee von gestern“, „darüber sprechen wir, wenn du groß bist“,

„das waren andere Zeiten“, „schau nach vorn“ – das sind Sätze, die

jeder nach dem Krieg Geborene irgendwann von den Altvorderen

zu hören bekam. Das große Tabu war überall. Vielleicht ist dieses

schlichte Motto ein plausibler Erklärungsansatz für jenen radikalen

Schlussstrich, der 1945 unter ein in seinen Anfängen sehr fortschrittliches

Projekt gezogen wurde. Die schöne Zeche trennte sich

1945 abrupt von dem dunklen, verstörenden Stollen, in dem viele

Menschen Stunden der nackten Angst verbracht hatten.

Seinen genauen Anfang kennen wir nicht. Irgendwann zu

Beginn der 1930er Jahre, als die systematische Ausbildung der

Bergjungleute für den künftigen Beruf an Bedeutung gewann,

wurde ein oberflächennah verlaufender Stollen auf dem südlichen

Zechengelände angelegt, beginnend in einer natürlichen Geländemulde.

Es handelte sich um ein wenig geordnetes geometrisches

Labyrinth mit geraden Strecken, dessen Anlage wahrscheinlich

auch von der Bodenbeschaffenheit und Wasserzuflüssen abhing.

Ein Zeitzeuge, der als Jugendlicher 1930 auf der Zeche anlegte,

bestätigte anhand einer Karte mehr als 70 Jahre später, dass genau

hier der Ausbau in traditionellen Holztechniken geübt wurde, das

Legen von Schienen, das bergmännische Verzimmern und vieles

mehr. Über Stollenmundlöcher wurde der Erdaushub nach draußen

71


Der Stollen der Zeche Zollern

befördert. Viel mehr wissen wir nicht. Zu viele aus dieser Vorkriegsgeneration

waren zu dem Zeitpunkt schon von uns gegangen, gesprochen

hat niemand von ihnen darüber. Manche munkelten, es

gebe da irgendwo einen Stollen. Genaues wusste angeblich keiner.

Das fortschrittliche bergmännische Projekt nahm 1943 eine nicht

vorhersehbare Wende. Im Juni des Jahres forderte eine bergamtliche

Verfügung die sofortige Schaffung von Schutzräumen für die

Zivilbevölkerung auf allen Zechen, „eine Zufluchtsstätte gegen

feindliche Terrorangriffe“. In der baldigen Antwort wird die Schaffung

eines Stollens unter dem Zechengelände angekündigt. Erst

im Mai 1944 war der Behelfsbunker mit einem Fassungsvermögen

von 300 Personen fertig. Eine Zechenzeitung dieser Zeit beschreibt

das Bauvorhaben näher. Die Herstellung erfolgte durch die Zeche

selbst, der Betriebsführer hatte höchstselbst die Projektleitung

übernommen. Immer wieder hatte man beim Auffahren mit Fließschichten

aus Sand und Wasser zu kämpfen; auch Zwangsarbeiter

wurden zu den Arbeiten herangezogen. Es entstanden lange

Strecken, deren Tonnengewölbe zum Schutz vor eindringendem

Wasser und wegen der besseren Stabilität mit Klinkersteinen ausgemauert

waren. Eisentüren und Schutzmauern vor dem Eingang

sicherten den Stollen gegen Brand und Bombensplitter, und die

insgesamt vier Ausgänge hätten im Notfall eine Verschüttung

verhindert. Ein Jahr vor dem Ende des Krieges war aus dem Stollen

ein Bunker geworden, zu dem man Zugang über eine Treppe am

Holzplatz in der Nähe des heutigen Parkplatzes hatte. Wenn die

Sirenen heulten, musste es schnell gehen.

72


Zeitzeugen berichten von einer spartanischen, aber zweckmäßigen

Ausstattung: An die Wände waren schlichte Holzbänke montiert,

über eine Telefonanlage hatte man Verbindung zur Außenwelt,

und Schiffsarmaturen spendeten Licht. Im fünften Kriegsjahr waren

viele Frauen und Kinder bereits evakuiert, und so fanden sich im

Stollen bei Fliegeralarm selten mehr als 50 Menschen ein. Hier,

im feuchten und dunklen Stollen, verbrachten Menschen aus der

Alten Kolonie und benachbarten Häusern die Tage und Nächte der

schweren Bombenangriffe, bangten um ihr Leben, um ihre Häuser

und Wohnungen, sorgten sich um ihre Lieben an der Front, hierher

schleppten sich Alte, Kranke und Schwangere, Mütter brachten

übermüdete, weinende Kleinkinder mit. Die dort Schutz suchten,

müssen den Ort gehasst haben. Er erinnerte an Verluste, Demütigung,

Angst, Hunger, Kälte und Not.

So waren die Bövinghauser froh, als im Mai 1945 endlich alles

vorbei war und sie den Stollen vergessen konnten. Aus dieser Zeit

haben wir nur noch eine Information: Der Stollen wurde von der

Zeche systematisch geraubt, also alles Verwertbare ausgebaut,

vorrangig die Elektroinstallationen. Danach begann das große

Vergessen. Schaue vorwärts, nicht zurück!

73


Der Stollen der Zeche Zollern

Erst im Jahr 2002 wurde der Stollen auf einer einzigen bergbaulichen

Karte identifiziert. Auch Zeitzeugen meldeten sich jetzt auf

einen Aufruf hin. Ein Jahr später begannen die Erkundungen. Mit

Genehmigung der Stadt Dortmund als Eigentümerin der Immobilie

legte das LWL-Industriemuseum zwei von drei Stollenmundlöchern

frei, die tunnelartigen Strecken hatten seit fast sechzig Jahren kein

Licht mehr gesehen, Wasser trat aus, Kristalle hatten sich gebildet,

Teile der Strecken waren verbrochen. Das dritte Stollenmundloch

war nur außen vermauert und nach wenigen Metern ebenfalls

verbrochen. Schienen belegen, dass hier bergmännisch gearbeitet

worden war und bis zuletzt die Strecken im typischen Holzausbau

hergestellt waren. Eine mühsame und langwierige Phase der Beratungen

über die Zukunft des Stollens begann. Mehrere Zuwegungsvarianten

wurden geplant, Geld in den Haushalt eingestellt.

Heute steht der Stollen der Zeche Zollern für zwei Zeitschichten

und zwei Funktionen: Er belegt einerseits Fortschritte in der

Ausbildung des Berufsnachwuchses der 1930er Jahre. Von dieser

Funktion hat die Öffentlichkeit nichts erfahren, diese Nutzung war

ausschließlich Betriebsangehörigen vorbehalten. Im öffentlichen

Bewusstsein ist der Stollen deshalb ausschließlich mit den quälendsten

Phasen der späten Kriegsjahre verbunden, daher rührt auch

seine Tabuisierung. Für die heutige Bewertung des Bodenreliktes

ist überdies der Ausbau durch mangelernährte russische Zwangsarbeiter

von großer Bedeutung: Hier ist ihre Arbeit konkret nachvollziehbar,

insofern ist der Stollen auch ein Ort ihrer Erinnerung.

74


Der Stollen der Zeche Zollern ist kein Dornröschen, das – von Rost,

Scherben und Spinnweben befreit – wieder schön und glanzvoll

sein wird. Er ist kein Highlight der Industriearchitektur, wohl aber

in der Verschränktheit seiner Funktionen ein einzigartiges technik-

und sozialgeschichtliches Zeugnis und deshalb ein Relikt von

Denkmalrang. Auch wenn er heute für die Älteren noch mit den

verhassten Erinnerungen der Kriegsnächte behaftet sein mag, so

lassen sich daraus und aus seiner bergbaugeschichtlichen Funktion

emotional aufgeladene Erlebnisse für die Museumsbesucherinnen

und -besucher von heute und morgen entwickeln, die diese immer

wieder einfordern und die die Auseinandersetzung mit jener Zeit

fördern würden. Und so sucht der Stollen der Zeche Zollern, an

den sich sechzig Jahre lang niemand erinnern wollte, auf den

niemand hinwies, der in keiner Ortsgeschichte erwähnt ist, neue

Freundinnen und Freunde. Er braucht Verbündete, in deren Weltbild

neben dem Glanz und der Ästhetik des Bergwerks auch Platz

für das Verstörende und Gebrochene ist. Mitstreiter sind herzlich

willkommen!

Dr. Ulrike Gilhaus

Leiterin des LWL-Industriemuseums Zeche Zollern II/IV

75


Archäologie Schloss Brünninghausen

„... man muss auch auf ihre Erhaltung sinnen.“

„Denkmäler sind immer im Weg!“ Dieser Stoßzeufzer eines Planers

kam von Herzen. Nur wenige Flächen einer Stadt wie Dortmund

blieben im Verlauf der Jahrhunderte unberührt. Seit der Steinzeit

lebten hier Menschen und hinterließen ihre Spuren. Ragen diese

Denkmäler aus der Erde heraus, heißen sie Baudenkmäler, sind sie

nur noch unter der heutigen Oberfläche zu finden, nennt man sie

Bodendenkmäler. Ihre Erhaltung schreibt das Denkmalschutzgesetz

Nordrhein-Westfalens vor. Nur wenn schwerwiegende Belange

dagegen sprechen, dürfen sie beseitigt werden, denn oft sind sie

einziges Zeugnis einer ganzen Epoche.

Bauplanungen mit Denkmälern gestalten sich häufig schwierig,

ihr Erhalt ist aufwendig und kostenintensiv. Mancher Eigentümer

eines denkmalgeschützten Wohnhauses wird das bestätigen. Doch

gelingt der Einsatz, ist neben dem besonderen Wohngefühl auch

die Gewissheit über die Einzigartigkeit des Objektes der Lohn.

Ist schon das „Zusammenleben“ mit einem Baudenkmal nicht

immer einfach, um wieviel schwieriger ist dann der Umgang mit

den Bodendenkmälern, welchen Nutzen gewinnen der Eigentümer

oder die Allgemeinheit aus ihnen? Die Problematik ist lange

bekannt, doch Patentlösungen gibt es bis heute nicht. Jeder „Fall“

muss individuell behandelt werden. Zu diesem Thema schrieb

schon 1784 Wilhelm Freiherr von Edelsheim anlässlich der Ausgrabung

der römischen Thermenruinen von Badenweiler, von ihm

stammen die Zitate in diesem Beitrag. Anhand eines aktuellen Beispiels

soll hier von den Herausforderungen und Chancen berichtet

werden, die der Umgang mit Denkmälern bedeuten kann.

„Doch ist es nicht genug sie entdeckt zu haben, ...“

Vor ungefähr zwei Jahren, im November 2011, begann ein Bagger

in unmittelbarer Nähe des Torhauses des einstigen Schlosses

Brünninghausen am Rombergpark, die Erde aufzubrechen. Die

Schondelle, einer der Emscher-Zuflüsse, sollte renaturiert werden.

Der Bach hatte den Gräftenteich des Adelssitzes gespeist. Damit bei

der Renaturierung keine im Boden verborgenen Geschichtsspuren

unerkannt verloren gehen, mussten Archäologen diesen Bereich

der Offenlegung vorher untersuchen.

Nach ersten archäologischen Einschätzungen hatte die Stadtarchäologie

der Denkmalbehörde erwartet, wenig von der alten

Burganlage zu finden. Das Ergebnis der Grabungen fiel anders aus,

führte zu einer Umplanung der vorbereiteten Baumaßnahmen und

veränderte die Nutzungsüberlegungen.

Neben Teilen eines Rechteckbaus entdeckten die Archäologen insbesondere

das fast vollständige Erdgeschoss eines Turmes, an dem

sogar noch die Ansätze einer Gewölbedecke zu sehen sind. Nach

76


Das Rombergsche Schloss und der Gutshof vor dem Zweiten Weltkrieg.

Zeichnungen des Urkatasters von 1827 und Fotografien von 1930

waren diese Reste schnell als das südliche Burghaus mit dem angrenzenden

Turm identifiziert. Die Gebäude gehören zum ältesten

Baubestand des Rombergschen Familienbesitzes, so stammt der

Turm aus der Bauzeit zwischen 1560 und 1571. Zusätzlich fanden

die Forscher jeweils die Ecke von zwei weiteren Bauteilen, die

anhand von Karten- und Materialvergleich dem Schlossneubau von

1820 zuzurechnen sind.

Die entdeckten Gebäudeteile zeugen zusammen mit dem Torhaus

von der langen Geschichte der Burganlage und von der Bedeutung,

die die Familie von Romberg für die Region hatte. Schnell kam bei

den Dortmunder Bürgern der Wunsch auf, die Relikte zu erhalten

und ganz im Sinne der Denkmalpfleger auch sichtbar zu belassen.

Ein Blick in die lange Familien- und Schlossgeschichte unterstützt

Bürger und Denkmalpfleger bei ihrer Einschätzung. Im 14. Jahrhundert

verließ Dietrich Nortkerke, Nachfahre der Familie von

Brünninghausen, das alte Dorf und wählte ebendiese Stelle als seinen

Wohnsitz. Durch Heirat kam das Anwesen im 15. Jahrhundert

in den Besitz eines Zweiges der Familie Rodenberg, der sich später

Romberg nannte. Die Rombergs waren bald wirtschaftlich äußerst

erfolgreich, insbesondere bildete die frühe Nutzung der Steinkohle

die Säule für den Wohlstand der Familie. Sie galt zeitweise als

reichste Familie Westfalens. Als Pioniere investierten sie in nahe

gelegene, später in fast alle im Süden von Dortmund und Bochum

gelegene Zechen. Schon ab 1616 verkauften sie ihre Kohle u. a. an

die Salzsieden bei Unna-Königsborn und die Schmieden zwischen

Schwerte und Soest.

77


Archäologie Schloss Brünninghausen

Ob sich die Mühe wohl lohnt? Ein Archäologe bei der Arbeit.

Conrad von Romberg ersetzte 1560 bis 1571 die verfallene Wasserburg

aus dem 14. Jahrhundert durch eine neue Anlage. Den

Turm und das Burghaus aus dieser Zeit haben die Archäologen

nun wiedergefunden. Zwischen 1820 und 1830 realisierte Gisbert

Christian Friedrich von Romberg einen aufwendigen Umbau der

alten Burg zu einem repräsentativen, klassizistischen Schloss, nachdem

er durch das wirtschaftliche Engagement der Familie auch zu

politischem Einfluss gelangt war. Sämtliche Gebäude wurden im

Zweiten Weltkrieg zerstört, die Ruinen anschließend fast vollständig

abgeräumt und die Gräfte verfüllt. Nur das Torhaus von 1681

setzte man wieder in Stand, es ist ein Denkmal und zeugt von dem

einstigen Adelssitz.

78


„Ewig schade wäre es, solche (Ausgrabungen) unvollkommen zu

lassen.“

Alle vier jüngst gefundenen Gebäudereste liegen im Böschungsverlauf

der zukünftigen Schondelle. Zunächst galt es zu klären, ob die

Bauteile in die geplante Bachführung integriert werden können,

ob und in welcher Form die Denkmäler das Strömungsverhalten

der Schondelle beeinflussen. Überschwemmungen als Gefahr für

moderne Bauten und die Denkmäler galt es weitestgehend zu

vermeiden. Doch mit der Planung gezielter baulicher Sicherungsmaßnahmen

durch die Ingenieure des städtischen Tiefbauamtes

ließ sich diese Problematik gut in den Griff bekommen.

Die zweite Frage galt und gilt dem zukünftigen Aussehen des

Geländes. Die Baureste des Schlosses sind Bestandteile einer ehemaligen

gestalterischen Einheit aus Schloss und Schlosspark. Neben

dem erwähnten Schlossneubau ließ Gisbert von Romberg vom

Königlichen Hofgartendirektor Maximilian Friedrich Weyhe einen

Englischen Landschaftsgarten entwerfen, der in direktem gestalterischen

Bezug zum Schloss stand. Der Garten ist in seinen Grundzügen

bis heute erhalten und wurde mit sukzessiven Erweiterungen

zum international bekannten Botanischen Garten Rombergpark

der Stadt Dortmund. Er ist in die Denkmalliste der Stadt eingetragen

und gehört heute mit 65 Hektar zu den weltweit größten

Anlagen seiner Art. Wegen seines außergewöhnlich bedeutenden

Pflanzenbestandes wird er in der Literatur oft auch als „Hortus

Botanicus Tremonensis“ bezeichnet. Die ehemalige Gesamtkonzeption

spielt also bei der städtischen Rahmenplanung für die

ehemaligen Schlossflächen eine wichtige Rolle.

„... und die Wirthe ... spüren genug den Nutzen den ihnen diese

Entdeckung bereits gibt.“

Der Freiherr von Edelsheim spricht damit das dritte Thema an,

das beim Umgang mit Denkmälern eine wichtige Rolle spielt: ihre

Nutzung bzw. den aus ihnen zu gewinnenden Nutzen. Doch im

Fall der ausgegrabenen Schlossreste von Haus Brünninghausen und

ihrer Einbindung in den historischen Zusammenhang scheint das

Problem fast unlösbar. Ein wirtschaftlicher Nutzen lässt sich aus den

Denkmälern nicht direkt gewinnen, ihr Wert liegt einzig und allein

in ihrem Zeugnischarakter. Erschwerend kommt hinzu, dass die

östlich angrenzende Fläche ebenfalls zum Schlossbereich gehörte

und somit auch sie nicht frei in der Planung und Nutzung ist. Hier

stehen noch vier große Gebäude des Rombergschen Gutshofes

aus dem 19. Jahrhundert. Zwar sind sie nicht in die Denkmalliste

eingetragen, doch gelten sie als erhaltenswerte Bausubstanz und

schränken somit die Bauplanungen für den Rest der Fläche ein. Das

Gutsgelände steigt nach Süden um fast zehn Meter an und wird

79


Archäologie Schloss Brünninghausen

Turm und Burghaus nach der archäologischen Freilegung 2012.

mittels einer Fußgängerbrücke über die Bundesstraße 54 mit der

Fläche des ehemaligen Hochofenwerkes Phoenix-West in Hörde

verbunden. Sowohl die alte Bausubstanz als auch der Geländeanstieg

lassen nur eine eingeschränkte Bebauung zu.

Es ist eine große Herausforderung, der sich die Stadt Dortmund

stellen muss. Viel hängt davon ab, wie Gestaltung und Nutzung der

Flächen des ehemaligen Hauses Brünninghausen gelingen. Ist doch

der „Rombergpark“ nicht nur Teil eines großen Naherholungsgebietes

im südlichen Stadtgebiet, sondern bildet er eine wichtige Er-

80


gänzung in der Reihe der Themenparks entlang der Emscher: vom

urban gestalteten Phoenix-See im Hörder Osten über den Westfalenpark

und die Relikte der Industriezeit auf Phoenix-West bis hin

zu eben jenem wissenschaftlich hochrangigen Landschaftsgarten

Botanischer Garten Rombergpark mit den Denkmälern des alten

Schlosses Romberg. Die „unbequemen“ Denkmäler sind gleichzeitig

auch die Chance für eine neue Akzentuierung dieser einzigartigen

Parklandschaft.

Dr. Henriette Brink-Kloke

Archäologin der Denkmalbehörde Dortmund

81


Bildnachweis

AAB Braunig & Partner: Seite 78

Anna Aaron: Seite 23

Ulrich Althöfer: Seite 60 rechts, 62

Norbert Appel: Seite 18 unten

Frank Dengler: Seite 6 unten

Emschergenossenschaft: Seite 33 oben

Ingo Fiedler: Seite 8 unten

Rüdiger Glahs: Seite 37 unten

Thomas Heiser: Seite 33 unten

Eberhard Hoffmann: Seite 24 unten

Detlef Köster, Seite 20

Christian Lindecke: Seite 49 oben

N. Lutter: Seite 34 unten

LWL-Industriemuseum Zeche Zollern II/IV: Seite 72–75

Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Archiv: Seite 68 links, 69, 70

Friedrich Muche: Seite 49 unten

Walter Neuhaus: Seite 26

Lothar Preukschat: Seite 32 unten

Stadt Dortmund, Denkmalbehörde, Archiv: Seite 40 unten, 54, 56 unten,

65, 77

Stadt Dortmund, Denkmalbehörde:

Michael Holtkötter: Seite 32 oben, 35, 66; Simon Kellers: Seite 80/81;

Manfred Tillmann: Seite 58; Günther Wertz: Titelbild, Seite 6 oben, 7, 8 oben,

10–12, 14 oben, 15–17, 18 oben, 21, 22, 24 oben, 25, 27, 29–31, 34 oben,

36, 37 oben, 38, 39, 40 oben, 41–48, 55, 56 oben u. Mitte, 57, 59, 60 links,

61, 63, 64, 67, 68 rechts

82


Stadt Dortmund, Dortmund-Agentur, Stefanie Kleemann: Seite 13

Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur:

Tomas Boll: Seite 50 unten; Klaus-Peter Schneider: 50 oben;

Manfred Vollmer: Seite 28

Wilhelm Tappe: Seite 14 unten

Klaus Winter: Seite 9

Heribert Wölk: Seite 19

83


Impressum

Herausgeber:

Stadt Dortmund, Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, Denkmalbehörde

Leitender Städtischer Baudirektor Ludger Wilde (verantwortlich)

Redaktion:

Bettina Weiper M.A. und Dr. Frank Dengler, freie Mitarbeiter der

Denkmalbehörde Dortmund

Texte:

Dr. Ulrich Althöfer, Baureferat der Ev. Kirche von Westfalen

Dr. Henriette Brink-Kloke, Archäologin der Denkmalbehörde Dortmund

Dr. Ulrike Gilhaus, Leiterin des LWL-Industriemuseums Zeche Zollern II/IV

Dr. Stefan Mühlhofer, Wissenschaftlicher Leiter der Mahn- und

Gedenkstätte Steinwache

Bruno Wittke, Kunsthistoriker, freier Mitarbeiter der Denkmalbehörde

Dortmund

Programm:

Bettina Weiper M.A. und Dr. Frank Dengler, freie Mitarbeiter der

Denkmalbehörde Dortmund

Produktion, Satz, Gestaltung und Druck:

Stadt Dortmund, Dortmund Agentur – 07/2013

Aktuelle Informationen zum Programm erhalten Sie auf der

Internetseite: www.denkmalbehoerde.dortmund.de.

Für weitere Fragen zur Veranstaltung erreichen Sie die Denkmalbehörde

unter der E-Mail-Adresse denkmaltag@stadtdo.de.

84


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