Winter 2013 - Franz Sales Haus

franz.sales.haus.de

Winter 2013 - Franz Sales Haus

Winter 2013

MitMenschen

Franz Sales Haus

| 29


Inhalt

Inhalt

3 Unter uns gesagt

4 Franz Sales Werkstätten

Neuer Betrieb an traditionsreichem Standort

6 Ehrenamt

Engagement im Wandel

8 Trägerverein

Engagierter Wegbegleiter

10 Franz Sales Werkstätten

Abschiedswege gangbar gestalten

11 Seelsorge

Gott erfahrbar machen

12 Trägerverein

Reizvolle Herausforderung

13 'Hotel Franz'

Design und Komfort für alle

14 Franz Sales Werkstätten

Begleitende Maßnahmen mal anders …

15 Was sonst noch geschah

26 Termine

27 Personalia

Aufgrund der besseren Lesbarkeit

wird die männliche Schreibweise

für beide Geschlechter verwandt.

2 |


mit welcher Selbstverständlichkeit ihm keine Arbeit zu viel war.

Er ließ vielen sogar am Krankenbett seine persönliche Fürsorge

zuteilwerden.

Nun hat sich Justus Könemann neuen Aufgaben in einer Kirchengemeinde

zugewandt – für ihn ein weiterer Lebensabschnitt. Es

war selbstverständlich, dass Justus Könemann in unserer Einrichtung

und im Gottesdienst verabschiedet wurde. Auf diesem Wege

möchte ich ihm herzlich im Namen der Gemeinschaft des Franz Sales

Hauses für seinen persönlichen Einsatz und für seine Fürsorge,

besonders für die uns anvertrauten Menschen mit Behinderungen,

danken und ihm für seine neue Berufung alles Gute und Gottes

Segen wünschen.

Unter uns gesagt …

… erreicht unsere Hauszeitschrift inzwischen sehr viele Menschen:

Sie werden im Franz Sales Haus gefördert, sind dort tätig oder mit

der Einrichtung eng verbunden. Eine große Gemeinschaft, in der

jeder Einzelne wichtig ist und eine besondere Bedeutung für das

Ganze hat. Durch Anerkennung werden wir in unserem Handeln

bestätigt. Durch Kritik werden wir wach gerüttelt und haben die

Möglichkeit, damit umzugehen.

Das betrifft jeden Einzelnen unserer Gemeinschaft. So auch unseren

ehemaligen Seelsorger Diakon Justus Könemann, der über zehn

Jahre mit großem Eifer und Engagement in unserer Gemeinschaft

präsent war. Für jeden Einzelnen war er stets da. Als Justus Könemann

2003 seine Tätigkeit im Franz Sales Haus aufnahm, war er

Schreiner, Heilpädagoge und Diplom-Theologe. Er brachte zudem

umfassende Erfahrung in der Heilpädagogik mit. Ich war erst kurz

zuvor zum Direktor des Hauses bestellt worden. Und umfassende

strukturelle und personelle Veränderungen wurden soeben eingeleitet.

Hohe Erwartungen auf allen Ebenen begleiteten den Aufbau

eines neuen Konzeptes der Seelsorge. Keine leichte Aufgabe für

Herrn Könemann.

Vieles von dem, was heute in der Seelsorge selbstverständlich ist,

musste von Justus Könemann neu entwickelt und umgesetzt werden.

Besonders hat er sich der individuellen Seelsorge angenommen.

Jeden Einzelnen hat er spüren lassen, dass er ihm wichtig ist.

Und Justus Könemann war uns wichtig. Es war bewundernswert,

Nun ist er weg – und wir begrüßen als Seelsorger mit aller Herzlichkeit

Herrn Joachim Derichs, der die vielfältigen Aufgaben von

Justus Könemann übernommen hat. Er kommt zu uns in einer unruhigen

Zeit. Alles ist in Bewegung. Denn wir verlagern unsere

Angebote für Menschen mit Behinderungen zunehmend in die Gemeinden

hinein. Die Arbeit wird regionalisiert.

Das wird auch die Seelsorge betreffen. Und insofern können wir

dankbar sein, dass unser neuer Seelsorger auch als Behindertenseelsorger

im Bistum Essen tätig ist. Diese Berufung wird ihm und

den uns anvertrauten Menschen mit Behinderungen hilfreich sein.

Joachim Derichs hat einen anderen Erfahrungshintergrund als Justus

Könemann und wird daher auch andere Schwerpunkte setzen.

Aber ich bin sicher, dass auch für ihn die Fürsorge einen ganz

besonderen Stellenwert hat.

Herrn Derichs wünsche ich an dieser Stelle einen guten Start und

Gottes Segen für seine neuen Aufgaben. Weil jeder Einzelne in

unserer großen Gemeinschaft wichtig ist.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Günter Oelscher

Direktor

| 3


Franz Sales Werkstätten

Neuer Betrieb

an traditionsreichem Standort

Am 15. Oktober 2013 wurde ein neuer Betrieb der Franz Sales

Werkstätten GmbH in Essen-Kupferdreh durch den Vorstandsvorsitzenden,

Herrn Prälat Heribert Stavinsky, feierlich eingeweiht. 55

Beschäftigte mit geistiger Behinderung, die von acht Mitarbeitern

angeleitet werden, arbeiten nun am Hinsbecker Löh 10 in den Räumen

einer alten Weberei. Das 1900 errichtete Backsteingebäude, in

dem der neue Zweigbetrieb untergebracht ist, wurde vom Vermieter

– der Gebrüder Colsman GmbH & Co. KG – nach neusten Standards

und mit Blick auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit

Behinderungen umgebaut.

„Wir freuen uns, dass wir nun auch im Essener Süden eine Einrichtung

eröffnen konnten und sind froh, dass die Kontaktaufnahme

und Zusammenarbeit mit den anderen Firmen, die ebenfalls Mieter

in dem Gebäude sind, bereits jetzt schon bestens laufen“, berichtet

Direktor Günter Oelscher. Besonders vorbildlich sei die Kooperation

mit der Firma Colsman, lobte er bei der Eröffnung: „Seit September

arbeiten in der Produktion des traditionsreichen Essener Unternehmens

an betriebsintegrierten Arbeitsplätzen zusätzlich zehn Beschäftigte

mit geistiger Behinderung, die von einem Gruppenleiter

betreut werden.“

Einweihung

Am Puls der Zeit

Bürgermeister Rudolf Jelinek lobte die Präsenz der verschiedenen

Einrichtungen des Franz Sales Hauses im gesamten Stadtgebiet:

„Wir alle sind froh, eine solche Einrichtung in der Stadt zu wissen.

Das Franz Sales Haus ist Motor und Impulsgeber, der am Puls der

Zeit ist.“

Auch Gabriele Lapp, Fachbereichsleiterin im Dezernat 'Soziales' des

Landschaftsverbands Rheinland, zeigte sich begeistert: „Es ist immer

wieder beeindruckend, wie hier im Franz Sales Haus Förderung

und Beschäftigung in Einklang gebracht werden. Die Nähe zu anderen

Betrieben und zu den Wohnorten der Beschäftigten ist sehr

erfreulich.“

Dr. Alexander Colsman drückte im Anschluss seine Freude darüber

aus, die Franz Sales Werkstätten als neue Mieter zu haben:

„Wir sind stets bemüht, dieses schöne Gebäude zu erhalten und

mit Leben zu füllen. Deshalb sind wir froh, dass die Beschäftigten

der Franz Sales Werkstätten hier arbeiten können und werden alles

4 |

Prälat Heribert Stavinsky

weihte den neuen Zweigbetrieb feierlich ein.


Unter den Ehrengästen, die von Thomas Graf (l.) durch den neuen

Zweigbetrieb geführt wurden, waren auch (v. l.) J.-Christoph Reimann

(Rotary), Torsten Withake (Agentur für Arbeit), Dirk Kalweit (CDU),

Gabriele Lapp (LVR), Heribert Piel (GSE) und Bürgermeister Rolf Fliß.

Der Betrieb ist in dem historischen Weberei-Gebäude untergebracht.

dafür tun, dass sie sich auch in den kommenden Jahren hier wohlfühlen

werden.“

Besonderes Highlight

Gemeinsam mit Bürgermeister Rolf Fliß, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung

der Agentur für Arbeit in Essen, Torsten Withake,

Gabriele Lapp (LVR) und anderen Ehrengästen ging es nach den

feierlichen Grußworten mit dem Betriebsleiter Thomas Graf durch

den neuen Zweigbetrieb: „Die Räume in dem historischen Fabrikgebäude

sind dank der Oberlichter und der vielen Fenster sehr hell

und wirken äußerst modern“, freut sich Thomas Graf. „An die Arbeitsgruppen

schließen sich Gewölbekeller an, die wir als Lager

nutzen.“ Die Gewölbe erinnern Besucher stets an einen Weinkeller

und sind ein besonderes Highlight des bemerkenswerten Bauwerks,

das Thomas Graf zu schätzen weiß. Auch den Beschäftigten gefällt

der ungewöhnliche Bau und sie arbeiten gerne in dem schönen

neuen Zweigbetrieb.

Valeska Ehlert

Den Beschäftigten gefällt die neue Werkstatt.

Betriebsleiter Thomas Graf übernahm von Dr. Alexander Colsman

symbolisch den Schlüssel.

| 5


Marie-Luise Wehn bereichert durch ihre Mithilfe den Alltag in einer

Wohngruppe. Sie schenkt den Bewohnerinnen nicht nur Zeit, sondern

auch Lebensqualität.

Weil es Felicitas Kern wichtig findet, Freunde zu treffen und zu feiern,

begleitet sie Bewohner, die nicht alleine an Freizeitaktivitäten – wie

z. B. der Disco – teilnehmen können.

Ehrenamt

Engagement im Wandel

Ehrenamtliche Arbeit hat im Franz Sales Haus eine lange Tradition.

Seit der Gründung durch engagierte Essener Bürger gab es stets

Einzelpersonen, ganze Familien und ehrenamtliche Vorstandsmitglieder,

die Menschen mit Behinderungen im Alltag unterstützten

oder die Geschicke der Einrichtung lenkten. Vor acht Jahren

professionalisierte das Franz Sales Haus die Zusammenarbeit mit

ehrenamtlichen Helfern: In Kooperation mit dem Deutschen Caritasverband

wurde das 'Projekt Ehrenamt' ins Leben gerufen, das

drei Jahre lang von der Aktion Mensch finanziert wurde. Die ersten

Ehrenamtlichen kamen von Essener Gymnasien, später wurden

Interessenten zunehmend über die Ehrenamt Agentur vermittelt,

meldeten sich direkt bei uns, weil sie durch Zeitungsartikel auf das

Franz Sales Haus aufmerksam geworden sind, in der Nachbarschaft

wohnen oder eine sinnvolle Tätigkeit für ihre freie Zeit suchen.

Erfreulich ist, dass inzwischen immer mehr Firmen und Schulen

auf 'Corporate Social Responsibility' und 'Service Learning' setzen:

Sie fördern das soziale Engagement ihrer Mitarbeiter und Schüler.

Dabei geht es darum, die Übernahme von Verantwortung für unsere

Gesellschaft zu erlernen. Für das Ehrenamt stellt das Franz Sales

Haus den 'Landesnachweis NRW' aus. Damit kann man zum Beispiel

bei Bewerbungen punkten, denn das soziale Engagement kommt

bei Arbeitgebern gut an.

In letzter Zeit wird immer wieder die Frage gestellt, ob das ehrenamtliche

Engagement bei jungen Leuten durch die Ganztagsschulen

und verschulten Studiengänge rückläufig sei. Tatsächlich ist

es so, dass Schüler und Studenten immer weniger Freiraum haben.

Grundsätzlich hat die Bereitschaft, sich zu engagieren, aber nicht

nachgelassen. Das Interesse, einen Blick über den eigenen Horizont

hinaus zu werfen und andere Lebenswelten kennenzulernen,

ist bei vielen jungen Menschen vorhanden – ebenso wie die Bereitschaft,

sich selber einzubringen und mitzuhelfen. Manche ehrenamtlichen

Helfer sind nur bei einzelnen Aktionen dabei, einige helfen

ein Jahr mit und wiederum andere sind schon so lange in ihrem

Einsatzbereich, dass sie inzwischen die 'dienstältesten Mitarbeiter'

6 |


geworden sind. Dies ist beispielsweise bei einigen Wohngruppen

der Fall, in denen sich Ehrenamtliche zum Teil schon seit sechs

oder sieben Jahren engagieren. Gewohnheiten, Abläufe und Prioritäten

ändern sich, wenn neue Mitarbeiter oder Bewohner kommen.

Jeder bringt sich mit seiner Persönlichkeit ein und gestaltet den

Alltag mit. Wo früher das gemeinsame Innehalten vor dem Essen

besondere Bedeutung hatte, wird jetzt gemeinsam mit den Bewohnern

lebhaft über die Gestaltung eines schönen Außengeländes

diskutiert. Es ist spannend, sich die Eindrücke und Erfahrungen der

'alten Ehrenamtlichen' berichten zu lassen.

Erfreulicherweise gibt es auch neue Aspekte, die manch einen

zum ehrenamtlichen Engagement motivieren: Lehramtsstudenten

werden zum Beispiel nicht unbedingt ausführlich auf inklusiven

Unterricht vorbereitet. Durch ein Ehrenamt im Franz Sales Haus

können sich angehende Lehrer in Ruhe auf die neuen Herausforderungen,

denen sie einmal gegenüberstehen werden, vorbereiten

und im Vorfeld Erfahrungen mit Menschen mit Behinderungen sammeln.

Ein Hineinschnuppern und Engagement in der Freizeit kann

sicherlich kein Studienfach ersetzen. Aber es erleichtert vielleicht

den Zugang und hilft dabei, eventuelle Hemmschwellen und Ängste

abzubauen.

Immer wieder kommen auch Schülergruppen, die davon berichten,

dass sie seit neuem Inklusionsklassen an ihrer Schule haben. Oft

finden sie es gut, haben aber viele Fragen: „Wie ist es eigentlich,

behindert zu sein?“ – „Merkt man das selber?“ – „Was kann man

schlechter oder auch besser als andere?“ „Soll man hingucken oder

nicht, wenn man jemanden mit einer Behinderung sieht?“ „Was haben

die Eltern dazu gesagt, dass ihr Kind eine Behinderung hat?“

Es ist gut, dass diese Fragen gestellt werden und es ist wichtig,

diese Auseinandersetzung zu fördern. Das Franz Sales Haus gibt

Antworten, ermöglicht Einblicke und baut so Hemmschwellen ab.

Claudia Rösner

INFO

Werden auch Sie aktiv!

Das ehrenamtliche Engagement ist in vielen interessanten

Bereichen des Franz Sales Hauses möglich und Ihr Einsatz

ist überall gefragt. Denn jeder kann sich mit seinen Talenten

und Vorlieben sinnvoll einbringen und in der Freizeit etwas

Gutes tun.

Schon eine Stunde pro Woche oder ein Nachmittag pro Monat

kann ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Wir informieren

Sie gerne: Tel 02 01 . 27 69 – 254 oder schicken Sie uns

eine E-Mail an ehrenamt@franz-sales-haus.de.

„Für mich als Christ ist es eine Herzensangelegenheit, auch anderen

Christen den Besuch von Gottesdiensten zu ermöglichen“, meint Arndt

Müller, der ehrenamtlich im Franz Sales Haus tätig ist.

Gudrun Drees engagiert sich gerne für unterstützungsbedürftige Senioren.

Sie erlebt das als echte Bereicherung ihres eigenen Lebens und

hilft den Bewohnern, auch im Alter aktiv zu bleiben.

| 7


Trägerverein

Vorstand

Vorstand

Mehr als drei Jahrzehnte lang engagierte sich Otto Sollböhmer ehrenamtlich im Vorstand des Franz Sales Hauses.

Engagierter Wegbegleiter

Über mehr als drei Jahrzehnte hinweg hat Herr Otto Sollböhmer

die Geschicke des Franz Sales Hauses als ehrenamtlich tätiges Vorstandsmitglied

mitgelenkt und diese Aufgabe jetzt aus Altersgründen

abgegeben. Aufgrund seiner Reputation als Finanzfachmann,

seiner Offenheit gegenüber ethisch-religiösen Themen und seiner

Bereitschaft, sich für benachteiligte Mitbürger einzusetzen, war er

Mitte der 70er Jahre von zwei damaligen Vorstandsmitgliedern der

Einrichtung angesprochen worden. Der ehemalige Essener Polizeipräsident

Hans Kirchhoff, dessen Nachfolge Herr Sollböhmer später

im Franz Sales Haus antreten sollte, war einer von ihnen. Er ahnte,

dass das Wissen und die Erfahrung des Dipl.-Kaufmanns von großer

Bedeutung für die Einrichtung sein könnten, die damals wirtschaftlich

schwierige Zeiten durchlebte. „Bis zu diesem Zeitpunkt

hatte ich keinerlei Berührungspunkte mit dem Franz Sales Haus“,

erinnert sich der 83-Jährige. „Sicherlich war mir als Essener der

Name der Einrichtung geläufig. Aber für mich war das eigentlich

eine fremde Welt.“ Er war jedoch bereit, zu helfen und seine Kenntnisse

einzubringen. Daher zögerte Herr Sollböhmer nicht lange und

ließ sich am 24. Oktober 1977 als Vorstandsmitglied wählen.

Wirtschaftliche Fragen

„Natürlich musste ich erst einmal in diese neue Aufgabe hereinwachsen“,

berichtet er. „Aber meine Tätigkeit konzentrierte sich

schließlich immer deutlicher auf wirtschaftliche Fragen, für die ich

mich kompetent gefühlt habe.“ Die besondere Beziehung zu dem

Hause wird deutlich, wenn der Vater von vier Kindern von seinem

ersten Kontakt mit dem Franz Sales Haus erzählt: „Mit meiner Frau

habe ich damals ein Sommerfest besucht und wir waren beide zu

Tränen gerührt.“

8 |


Bis zum 25. September 1990 übte Otto Sollböhmer das Ehrenamt

im Franz Sales Haus aus. Dann pausierte er aus beruflichen Gründen

für einige Jahre, bevor er vom 19. Januar 1995 bis 24. Juni

1996 wieder als Ersatzvorstandsmitglied gewählt wurde. Nach dem

Tod des ehemaligen Essener Polizeipräsidenten Kirchhoff wurde er

dann erneut als Vorstandsmitglied des Franz Sales Hauses bestätigt.

Otto Sollböhmer, der lange Jahre im Vorstand des Energiekonzerns

Ruhrgas für die Finanzen zuständig war, hat in den folgenden

Jahren den Wandel des Franz Sales Hauses von der traditionellen

kirchlichen Einrichtung zum modernen sozialen Dienstleistungsunternehmen

intensiv begleitet und ermöglicht. Mit viel Engagement

und Vertrauen in die Geschäftsleitung hat er die hohen wirtschaftlichen

Risiken des Wandels mitgetragen.

Fortschrittliche Aktivitäten

„Mir war immer wichtig, dass der Vorstand nicht nur die primäre

Kontrollinstanz ist, sondern auch bei allen zukunftsweisenden Projekten

mitdenken und mitgestalten kann“, fasst Otto Sollböhmer

rückblickend zusammen. „Die Anregungen für Innovationen kamen

stets aus der Einrichtung, mein Anliegen war es aber, dass der Vorstand,

der sich aus erfahrenen Menschen mit unterschiedlichsten

Professionen zusammensetzt, gemeinsam das Beste aus diesen Ideen

macht. An Herrn Oelscher schätze ich neben seiner Kompetenz

besonders, dass er bei den vielen fortschrittlichen Aktivitäten, die

er in den letzten Jahren für Menschen mit Behinderungen realisiert

hat, stets mit ganzem Herzen dabei war. Gleichzeitig behält er als

Kaufmann immer die wirtschaftliche Seite im Auge. Ich kann mich

nicht an ein einziges Projekt erinnern, das schlecht vorbereitet

gewesen wäre, für das dem Vorstand keine detaillierten Zahlen vorgelegt

wurden oder das im Hinblick auf die Kosten aus dem Ruder

gelaufen wäre.“

Bahn, im Kuratorium der RAG-Stiftung und engagiert sich im Beirat

der Jugendhilfeeinrichtung 'Werkkiste' in Duisburg.

Herrn Sollböhmer möchten wir an dieser Stelle herzlich für seine

langjährige Mitarbeit im Franz Sales Haus danken. Wir wünschen

ihm für die Zukunft alles Gute, beste Gesundheit, einen erfüllten

Ruhestand und Gottes Segen.

Günter Oelscher

Christoph Dänzer-Vanotti wurde als neues

Vorstandsmitglied gewählt.

Nachfolge

Nachfolge

Eine Herzensangelegenheit

Die tiefe persönliche Verbundenheit mit dem Franz Sales Haus war

in dem ehrenamtlichen Engagement von Otto Sollböhmer bei jedem

Kontakt deutlich spürbar. Für ihn war es eine Herzensangelegenheit,

sich für die besonderen Belange von Menschen mit Behinderungen

einzusetzen. Durch seine Tätigkeit ebnete er den Weg

dafür, dass die Lebensqualität im Franz Sales Haus kontinuierlich

steigen konnte und sich Menschen mit Behinderungen heute in der

Einrichtung so wohlfühlen.

Herr Christoph Dänzer-Vanotti wurde als Nachfolger von Herrn Sollböhmer

einstimmig gewählt. Dieser war bis vor drei Jahren im Vorstand

von E.ON tätig, sitzt zurzeit im Aufsichtsrat der Deutschen

| 9


Beschäftigte, Bewohner und Mitarbeiter des Franz Sales Hauses danken

Justus Könemann für die langjährige Zusammenarbeit.

Für das Abschiedsgeschenk malten, schrieben, bastelten und sammelten

die Werkstatt-Beschäftigten persönliche Gedanken, Erinnerungen,

Danksagungen und gute Wünsche für die Zukunft.

Franz Sales Werkstätten

Abschiedswege gangbar gestalten

Als wir Justus Könemann am 4. Juni 2013 bei einem gemeinsamen

Kaffeetrinken im Hauptbetrieb der Franz Sales Werkstätten

mit Liedern und guten Wünschen verabschiedeten, war dies nicht

nur der Höhepunkt, sondern auch das Ergebnis eines Prozesses des

Abschiednehmens, den wir zusammen mit den Beschäftigten aus

allen Betriebsteilen über Wochen und Monate durchlaufen haben.

Danach teilten sich die Wege und es gibt nun einen neuen Seelsorger,

der sich mit uns auf den Weg macht. Was wir Herrn Könemann

an dem besagten Nachmittag als 'Reisesegen' mitgaben, ist eine

als 'Schatz' deklarierte Sammlung von persönlichen Gedanken, Erinnerungen,

Danksagungen und besten Wünschen für die Zukunft,

die die Beschäftigten gemalt, geschrieben und gebastelt haben.

Als Herr Könemann im Frühjahr seinen Fortgang aus dem Franz Sales

Haus ankündigte, äußerten viele der Beschäftigten ihre Ängste,

Hilflosigkeit und Bestürzung. Auch Ankündigungen, fortan nicht

mehr als Messdiener zu helfen, kamen als Reaktion, den drohenden

Verlust zu kompensieren. Wenn eine zentrale Position wie die

eines Seelsorgers neu besetzt wird, mit dem viele in sehr persönlichem

Kontakt standen, dann kann sogar unter den Mitarbeitern

der Werkstätten Verunsicherung aufkommen. Wir entschieden uns

daher, offen mit dem Abschied umzugehen und in Bewegung zu

kommen.

Ausgehend von den Beschäftigten des Zweigbetriebs Ruhrau wurde

ein Arbeitskreis mit dem Anliegen 'Abschied von Herrn Könemann'

gegründet. „Ein Seelsorger ist einer, der für die Seele sorgt“, eröffnete

beispielsweise die Beschäftigte Carmen Lehmann eines der

wöchentlichen Treffen des Arbeitskreises und in bunten Farben beschrieben

die Mitwirkenden anschließend die Tätigkeiten, bei denen

sie Justus Könemann in der Rolle des Seelsorgers erlebt haben.

An einem anderen Tag wurden die Erwartungen formuliert, die die

Beschäftigten an den nachfolgenden Seelsorger haben. Zentral

wurde hier das Ansinnen formuliert, es möge doch einer sein, der

„sich selbst an die Regeln hält, die er anderen vorgibt – so wie Justus“.

Es wurde viel gelacht, denn es waren immer wieder persönliche

Erlebnisse mit Herrn Könemann zu erzählen. Die Beschäftigten

brachten dabei all ihre Fähigkeiten ein, recherchierten im Internet

beispielsweise zu dem Namenspatron ihres 'Justus', erstellten auch

privat noch Fensterbilder und Zeichnungen und unterstützten einander

in diesem Prozess. Alle Zweigbetriebe beteiligten sich und

am Ende entstand eine bunte Sammlung für Herrn Könemann. Nun

freuen wir uns, dass er und seine Frau Petra 'gut verarbeitet und

versorgt' einen neuen Wirkungskreis betreten können. Für Seelen

sorgen ist nicht schwer, Seelsorger sein mitunter sehr! Für die

langjährige Zusammenarbeit sagen wir vielen Dank!

Barbara Kohlmann

10 |


Seelsorge

Gott erfahrbar machen

Seit Anfang August betreut Joachim Derichs den Bereich Seelsorge

im Franz Sales Haus. Der junge Seelsorger wurde von den Bewohnern

der Einrichtung freudig begrüßt. „Ich war sehr überrascht,

wie herzlich mich alle aufgenommen haben“, berichtet er von seinem

ersten Kontakt mit Bewohnern und Mitarbeitern. Sein Start

war dabei alles andere als leicht: „Gleich zu Beginn hatten wir im

Franz Sales Haus drei Beerdigungen. Eine sehr emotionale Zeit und

es hat mich sehr berührt, wie authentisch die anderen Bewohner

Anteil genommen haben“, berichtet Joachim Derichs. „Ich freue

mich, dass ich bei den verschiedensten Begegnungen bisher so

viele positive Rückmeldungen erhalten habe.“

Die Komplexität des Franz Sales Hauses ist die nächste Herausforderung

des 33-Jährigen, der im Erzbistum Köln aufgewachsen

ist und zuletzt in einem Berufskolleg in Düren tätig war. „Derzeit

besuche ich nach und nach alle Einrichtungen und sichte die vorhandenen

seelsorgerischen Angebote. Die nächste Schwierigkeit

wird dann sein, alle Angebote aufrecht zu erhalten.“ Denn Joachim

Derichs hat – im Gegensatz zu Justus Könemann – nur eine halbe

Stelle im Franz Sales Haus und ist ansonsten für die Behindertenseelsorge

im Bistum Essen zuständig. Zwei große und fordernde

Aufgaben. Der neue Seelsorger des Franz Sales Hauses sieht darin

aber eine Chance: „Im Sinne der Inklusion werde ich versuchen,

eine gute Vernetzung des Gemeindelebens mit den dezentralen

Einrichtungen des Franz Sales Hauses zu unterstützen.“

Spielraum für Spontaneität

Wenngleich die Zeit knapp ist, so möchte er doch aktiv auf die

Menschen im Franz Sales Haus zugehen: „Ich bin stark geprägt

durch meine frühere Tätigkeit bei der Bahnhofsmission, bei der

die aufsuchende Seelsorge einen Schwerpunkt darstellte. Die aufsuchende

Seelsorge möchte ich daher auch im Franz Sales Haus

umsetzen.“ Was sich sonst noch verändert, wird sich erst in den

nächsten Wochen und Monaten zeigen. Joachim Derichs wünscht

sich, dass er trotz des engen zeitlichen Rahmens ein wenig Spielraum

für Spontaneität hat. Außerdem möchte er seine Kirchenbesucher

noch öfter in den Gottesdienst miteinbeziehen: „Mein

Ziel ist es, dass Gott für Bewohner und Mitarbeiter erfahrbar wird

– oder bleibt.“

Valeska Ehlert

Seelsorge

Seelsorge

Gute Vernetzung

Vernetzung ist für Joachim Derichs überhaupt ein gutes Stichwort:

„Mir ist der Austausch mit den vielen Bereichen des Franz Sales

Hauses wichtig, denn obwohl viele Unternehmensteile dezentral

organisiert sind, kann die Verbindung zur Seelsorge ein wichtiger

Knotenpunkt unserer Gemeinschaft sein.“

Joachim Derichs weiß, dass er aufgrund seines Doppel-Jobs achtsam

mit seiner Zeit umgehen muss – versucht aber, das Beste aus

der Situation zu machen: „Ich überlege genau, an welchen Stellen

ich im Franz Sales Haus präsent sein kann.“ Und er macht das

an einem Beispiel deutlich: „Zwar kann ich nicht mehr jedem Geburtstagskind

einen Besuch abstatten, werde aber künftig allen

Bewohnern, die Geburtstag hatten, vor der Messe gratulieren. Zu

'runden' Geburtstagen werde ich natürlich weiterhin in den Gruppen

vorbeischauen.“

Seelsorger Joachim Derichs möchte die Kirchenbesucher noch öfter

aktiv in den Gottesdienst einbinden.

| 11


Trägerverein

Reizvolle Herausforderung

Sie sorgt dafür, dass die wirtschaftlichen Zahlen der Einrichtung

stimmen und die Bereiche mit allen arbeitsrelevanten Materialien

ausgestattet werden: Seit Mai 2013 ist Beate Dunkel Kaufmännische

Leiterin im Franz Sales Haus und somit für die Sachgebiete

Rechnungswesen, Controlling, Versicherungswesen, Einkauf, Zentralkasse

und die EDV zuständig.

„Ich bin kein Mensch, der sich den ganzen Tag am Schreibtisch in

Zahlenbergen vergräbt“, verrät die Bochumerin. „Das gehört zwar

auch dazu, aber ich verstehe mich ganz klar als Dienstleisterin.

Deshalb ist mir der Kontakt mit den Mitarbeitern und Einrichtungen

sehr wichtig.“ Und das ist gut so, denn wirtschaftliche Entscheidungen

können zuweilen auf wenig Gegenliebe treffen. Den

Interessenskonflikt löst die Kaufmännische Leiterin des Franz Sales

Hauses gerne im direkten Gespräch: „Ich sehe meine Aufgabe darin,

dass Vorstand, Geschäftsführung und die einzelnen Bereiche

des Franz Sales Hauses mit allen nötigen Informationen versorgt

werden, damit sie solide ökonomische Entscheidungen treffen können.“

Aufgaben

Neue Strukturen

Mit Blick auf die Zukunft plant Beate Dunkel einige Veränderungen:

Sie will ein neues Beschaffungsmanagement im Unternehmen

einführen, Rahmenverträge schließen und neue Strukturen im Einkauf

schaffen. Wenngleich die 49-Jährige durch ihre langjährige

Berufstätigkeit schon viel Leitungserfahrung aus der Wirtschaft

und einem sozialen Unternehmen mitbringt, waren die komplexen

Strukturen des Franz Sales Hauses mit seinen Tochterunternehmen

doch eine Herausforderung für sie. „Aber eine, die sehr reizvoll

ist“, ergänzt sie im gleichen Atemzug und das Blitzen in ihren Augen

verrät, dass sie kein Mensch ist, der Herausforderungen scheut.

„Durch die Gemeinnützigkeit einiger Unternehmensbereiche sind

die steuerrechtlichen Voraussetzungen und Abrechnungsmodalitäten

der vielen verschiedenen Betriebsteile ganz unterschiedlich“,

umreißt sie grob die Komplexität ihres Arbeitsfeldes. Die viele

Arbeit stellt für die Mutter eines Sohnes aber kein Problem dar:

„Wenn ich aus dem Büro gehe und mit den Bewohnern des Franz

Sales Hauses in Kontakt komme, weiß ich, wofür ich mich einsetze.

Das angenehme Betriebsklima macht einem das ebenfalls leicht.“

Valeska Ehlert

12 |

Beate Dunkel ist seit Mai 2013 die

Kaufmännische Leiterin im Franz Sales Haus.


Unter den zehn ausgezeichneten Einrichtungen war das 'Hotel Franz'

das einzige Objekt, das die Barrierefreiheit in allen vier Kategorien

bestätigt bekam.

Design und Komfort finden Gäste mit und ohne Handicap im 'Hotel

Franz' vor.

'Hotel Franz'

Design und Komfort für alle

Am 13. September 2013 verlieh die Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe

behinderter Menschen in Essen (ARGE) das Signet 'Essen ohne

Barrieren' an zehn verschiedene Essener Objektträger. Der Veranstaltungsort

war nicht zufällig gewählt: Das 'Hotel Franz' wurde

selber von den Betroffenen geprüft und erhielt als einziges Objekt

das Signet für alle vier Kategorien. Das Signet ist eine Auszeichnung

für ein barrierefreies Gebäude in vier unterschiedlichen Kategorien:

Mobilitätseinschränkung, Sehbehinderung, Hörschädigung

und mentale Behinderung.

Praxistauglichkeit geht vor Perfektion

Anhand ausführlicher Checklisten testen die Fachleute in eigener

Sache, wie alltagstauglich die Gebäude für Menschen mit

Behinderungen sind und prüfen, in welchen Kategorien die besonderen

Bedürfnisse von Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungsarten

berücksichtigt wurden. „Unsere Prämisse lautet:

Praxistauglichkeit geht vor Perfektion“, so Angela Ströter von der

ARGE. „Bei entsprechender Zielerreichung von mindestens 80 %

aller Kriterien können wir das Signet vergeben.“ Dass das 'Hotel

Franz' mit angeschlossenem Veranstaltungszentrum für Menschen

mit unterschiedlichsten Behinderungsarten bestens geeignet ist,

stellten die Prüfer mit körperlichen und mentalen Handicaps, Hörschädigung

und Sehbehinderung schnell fest.

„Zu 100 % kann man die Barrierefreiheit allerdings kaum umsetzen“,

kommentierte Reinhard Osterfeld, Vorsitzender der ARGE die

Prüfergebnisse, „denn oft widersprechen sich die Bedürfnisse der

unterschiedlichen Betroffenen. Aber das 'Hotel Franz' hat in einigen

Kategorien sogar deutlich über 90 % aller Kriterien erfüllt und

macht vor, wie ein barrierefreies Gebäude aussehen kann.“

In feierlicher Atmosphäre sprachen bei der Übergabe der Signets

Direktor Günter Oelscher, Angela Ströter – Sprecherin der Arbeitsgruppe

'Signet' der ARGE – sowie Peter Renzel, Beigeordneter der

Stadt Essen, im Saal Margarethenhöhe aus ihrer jeweiligen Perspektive

über Inklusion in Essen.

Valeska Ehlert

INFO

Jetzt neu: Brunch im 'Hotel Franz'

Genießen Sie an jedem zweiten Sonntag, an vielen Feiertagen

und zu Weihnachten das reichhaltige Brunch-Buffet

im 'Hotel Franz'. Als familienfreundliches Hotel haben wir

selbstverständlich auch besondere Kinderpreise. Übrigens:

Brunch-Gutscheine sind ein ideales Weihnachtsgeschenk.

Reservieren Sie am besten gleich Plätze für Ihre Lieben:

Tel 02 01 . 50 70 7 – 301 oder per E-Mail.

| 13


Franz Sales Werkstätten

Aus kompliziert gefalteten Blüten …

… wurde ein gemeinsam erstelltes Werk zusammengesetzt.

Begleitende Maßnahmen

mal anders…

Werkstätten für Menschen mit Behinderungen bieten ihren Beschäftigten

im Arbeitsbereich über begleitende Maßnahmen und

unterschiedlichste Bildungsangebote Möglichkeiten der Weiterentwicklung

ihrer erworbenen Leistungsfähigkeit und ihrer Persönlichkeit

an. Die Kurse werden in der Regel von qualifizierten Mitarbeitern

der Werkstatt gestaltet, vereinzelt ergänzen auch Kurse von

externen Anbietern das Angebot. Die Kursinhalte umfassen kreative

Gestalttechniken, die Vertiefung der kulturtechnischen Kenntnisse,

den Umgang mit dem PC, die Verbesserung der räumlichen und

zeitlichen Orientierung, Verkehrstraining oder auch Angebote zur

Selbstwahrnehmung und Identitätsfindung. Wer in diesen Kursen

die Rolle des Lehrenden übernimmt und wer die Schülerrolle, war

bislang immer klar festgelegt. Es wird Zeit umzudenken, die Verantwortlichkeiten

neu zu verteilen und die Rollenbesetzungen öfter

zu verändern, wie es bei Werkstattbeschäftigten in der Funktion

als Streitschlichter oder Verkehrshelfer schon länger und mit gutem

Erfolg geschieht. Jemand anderem etwas zu vermitteln, muss nicht

immer in einer besonderen fachlichen Qualifizierung begründet

sein, sondern kann auch auf der Basis eines Talentes oder einer

besonderen Leidenschaft entstehen. Schon seit Längerem war bekannt,

dass Uwe Thienelt aus der Landschaftspflege selbst aus den

kleinsten Verpackungen einschlägiger Süßigkeiten zum Zeitvertreib

Tiere und Blüten faltet und sich auch in seiner Freizeit viel mit

der japanischen Papierfaltkunst 'Origami' beschäftigt. Ein Freund

habe ihm das mal gezeigt. Im März dieses Jahres entwickelte sich

aufgrund der Nachfrage von Beschäftigten die Idee, Uwe Thienelt

als Kursleiter für einen Origami-Kurs in der Werkstatt zu gewinnen.

Seit Juni trafen sich nun sechs interessierte Teilnehmer aus dem

Versandservice, um sich mit dem Werkstoff Papier mal anders auseinanderzusetzen

und unter Uwe Thienelts sachkundiger Anleitung

Blüten aus Papier entstehen zu lassen. Mit der Zeit konnte sogar

ich, die ich mich ebenfalls als Kursteilnehmerin angemeldet hatte,

dank der mit der Zeit gewonnenen Routine von der meditativen

Seite der Origami-Kunst profitieren. Den übrigen Kursteilnehmern

schien es ähnlich zu ergehen. Mit bewundernswerter Geduld bemühten

sich auch Teilnehmer mit feinmotorischen Hemmnissen,

akribisch genaue Faltmuster einzuhalten und notfalls noch mal

von vorn zu beginnen. Für den sonst sehr zurückhaltenden Uwe

Thienelt stellte die Rolle des Kursleiters eine besondere Herausforderung

dar, da es doch einen großen Unterschied ausmacht, ob

man für sich selbst bastelt oder es anderen beizubringen versucht.

Nicht alles lässt sich vormachen, manches muss man auch schon

mal mit Worten beschreiben. Und selbst dann kann es sein, dass

nicht auf Anhieb das gewünschte Ergebnis erzielt wird. Hier war

manches Mal seine ganze Geduld und Kreativität gefragt. Herr

Thienelt hatte die Teilnehmer bereits in der ersten Stunde auswählen

lassen, ob sie bei jedem Treffen etwas Neues falten oder

über viele Wochen ein Gemeinschaftskunstwerk entstehen lassen

wollten. Monate später sind alle stolz darauf, ein Meisterwerk der

Statik geschaffen zu haben, das man dem Werkstoff Papier nicht

zugetraut hätte. Im Hinblick auf die nahende Weihnachtszeit hat

Uwe Thienelt bereits neue Pläne. Bestimmt finden sich noch andere

Könner unter den Beschäftigten der Franz Sales Werkstätten, die

eine besondere Gabe oder ein Hobby haben, das sie gerne anderen

Menschen vermitteln möchten. Die Kollegen der Landschaftspflege

versuchen gerade, den Beschäftigten Andreas Kopecky dazu zu animieren,

einen Kurs für Reparaturen am Fahrrad anzubieten, damit

nicht alle sein praktisches Know-how ständig in Anspruch nehmen

müssen. Weil die Vorbereitung von Beschäftigten auf die Rolle des

Kursleiters sinnvoll ist, könnte dies bald eine neue Komponente im

Angebot der Franz Sales Werkstätten werden.

Barbara Kohlmann

14 |


Was

sonst noch geschah ...

... Andreas unterwegs

... Andreas unterwegs

... Andreas unterwegs

Kunst hängt

nicht nur im Museum

21 Künstler aus aller Welt und über 200

Essener Kinder verwandelten 2012 während

der Sperrung der Autobahn A40

ganze 3,5 km triste Schallschutzwand in

eine einzigartige öffentliche Galerie. Die

ungewöhnliche Kunstaktion sollte die

Stadtteile Huttrop und Südostviertel, die

durch die Hauptschlagader des Ruhrgebietsverkehrs

getrennt werden, aufwerten.

Ein vergleichbares Projekt gibt es

auch in Berlin: Die 'East Side Gallery' auf

Resten der Berliner Mauer. Allerdings sind

die 'Waende Südost' vom Franz Sales Haus

aus fußläufig erreichbar, was sie zu einem

idealen Ziel für eine kleine Entdeckungstour

macht.

Auch Stromkästen wurden umgestaltet

und so wird die graue Tristesse entlang

der Autobahn von zahlreichen Farbtupfern

aufgehoben. Die Idee der 'Waende Südost'

wurde schon 2006 geboren, nachdem ein

Jahr zuvor das Haus des Stadtteilzentrums

'Storp 9' nahe der A40 durch eine Bürgerinitiative

farbenfroh umgestaltet wurde.

Sozusagen von Bürgern für Bürger.

Die 'Waende Südost' sollten als 'Kunst im

öffentlichen Raum' daran anschließen.

Die internationalen Künstler, die sich an

dem Projekt beteiligten, konnten ihrer

Kreativität freien Lauf lassen. Während

man auf einem Bild den Wasserturm an

der Steeler Straße entdecken kann, sieht

man anderswo exotische Welten, Fantasiewesen,

Schwimmer, die gegen den

Strom schwimmen, galoppierende Pferde

oder einen Fußballer mit Krakenbeinen.

Die großformatigen Werke zeigen ein

friedliches Miteinander unterschiedlicher

Kulturen, geben sozialkritische Denkanstöße

und sind zum Teil sogar politische

Statements. Ein lohnenswerter Spaziergang,

der zeigt, dass Kunst nicht nur im

Museum zu finden ist.

Noch ein Tipp: Im Bereich der Viktoriaschule

sollte man, wenn man mit Rollis

unterwegs ist, die Autobahnunterführung

wählen, da der Weg über die Autobahnbrücke

schwierig ist. Übrigens kann man

auch an Führungen teilnehmen, dafür

muss man sich an das Stadtteilzentrum

'Storp 9' wenden.

Andreas Bister

INFO

Der Autor

Andreas Bister ist im Franz Sales

Haus aufgewachsen. Mittlerweile

wird er in seiner eigenen Wohnung

nur noch ambulant betreut

und arbeitet im Integrationsunternehmen

'in time gGmbH'.

In seiner Freizeit ist er viel

unterwegs. Er ist ein guter Beobachter,

fotografiert viel und

berichtet gerne über seine Erlebnisse.

Die großformatigen Werke der 'Autobahn-Galerie' laden zu einer Entdeckungstour ein.

| 15


... in den Kulturkursen

Internationaler Hörspielpreis

Ein Grund zur Freude: Frank Olaf Buehr,

David Eschenbruch, André Eschke, Carsten

Groß, Michael Haase, Richard Schulz

und Michael Teichert haben gemeinsam

mit dem Bochumer Komponisten Mathias

Wittekopf den '11. Internationalen Hörspielwettbewerb'

gewonnen: Im Rahmen

des integrativen Kultur- und Bildungsprogramms

'Mal anders' erarbeitete Wittekopf

mit den Bewohnern des Franz Sales Hauses

das Hörspiel 'Ach ja, sagt der Löwe'.

Für die engagierte und kreative Arbeit des

Workshops wurden Mathias Wittekopf und

seine Kursteilnehmer am 7. Juli 2013 in

Leipzig mit dem Preis in der Kategorie

'Bestes Langhörspiel' ausgezeichnet.

Im Workshop 'Hört mal, wer da spielt',

probierten die Teilnehmer zusammen mit

dem Bochumer Komponisten Stimmen

und Klänge vor dem Mikrophon aus. Aus

den dort aufgenommenen Tönen, Liedern

und kleinen Geschichten entstand anschließend

im Studio eine 23-minütige

Sprach-Klang-Collage im 5.1 Dolby digital

Format. „Es war unter allen Einreichungen

das Hörspiel, das sich am weitesten aus

dem Fenster gelehnt hat. Es hat etwas riskiert“,

lobte die Jury, bestehend aus Sofia

Flesch-Balvin, Tristan Vostry und Johannes

S. Sistermann, die Klanggeschichte.

'Ach ja, sagte der Löwe' wurde als markant,

eigenständig, provozierend und mutig

beschrieben. „Die Protagonisten treten

als berührende Persönlichkeiten und

als lustvoll kreative Menschen auf.“

Mathias Wittekopf, der auch in der Franz

Sales Förderschule Musikprojekte über die

Mathias Wittekopf, der den Hörspielkurs im

Franz Sales Haus leitet, freut sich über die

internationale Auszeichnung.

Kooperation 'Kultur und Schule' betreut,

wird als kreativer, fantasievoller Künstler

hervorgehoben, der durch seine Musikalität

und seinen Ideenreichtum ein Hörspiel

geschaffen hat, welches den Hörer

nicht mit verbalen Botschaften konfrontiert,

sondern besonders die emotionale

Tiefe und das assoziative Denken der Akteure

herausstellt.

„Mit den Kulturkooperationen 'Mal anders'

wollen wir Menschen mit Behinderungen

eine selbstbewusste Teilhabe am kulturellen

Leben ermöglichen“, betont Direktor

Günter Oelscher, „wir sind stolz, mit dieser

beeindruckenden Arbeit und internationalen

Auszeichnung einen Beitrag auf

dem Weg zur Inklusion zu leisten.“

Dr. Christine Keidel

Preisverleihung

auf dem Zechenfest

Wir alle kennen große Kulturpreise wie

den Deutschen Filmpreis, den Berliner

Kunstpreis oder den ECHO, die im Radio,

Fernsehen oder in den Zeitungen Aufsehen

erregen. Aber auch kleine regionale

Ehrungen machen die Kulturszene bunt

und beflügeln die kreativen Menschen einer

Stadt. Das konnte man zum Beispiel

am letzten Septemberwochenende auf

Zollverein erleben: Der Förderverein des

Projekts 'Farbtopf' ehrte im Rahmen des

24. Zechenfestes u. a. Bernd Brand, Udo

Schroers und Wolfgang Steinbüchel, die

im Wohnheim Karmelitenweg an dem 'Mal

anders'-Angebot 'Projekt Farbtopf im Farbenrausch'

teilnahmen. Unter der Leitung

der Künstlerin Susanne Nocke entdeckten

die Teilnehmer des Workshops die expressionistische

Malerei für sich. Die drei

Den Preisträgern gratulierten Bürgermeister

Rolf Fliß, die Künstlerin Susanne Nocke, der

stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses

der Stadt Essen, Hans Arig, der Vorsitzende

des Fördervereins Projekt 'Farbtopf

e. V.', Michael Nocke, der Bundestagsabgeordnete

Dirk Heidenblut und Sigrid Schönberger

von RWE.

16 |


Preisträger

Preisträger

Preisträger

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Preisträger erhielten jeweils den 1. Preis

in den Kategorien Technik, Entfaltung und

Kreativität. Bernd Brand ließ sich von

André Derain anregen und malte 'Schiffe

im Hafen', Udo Schroers überzeugte mit

seiner 'Landschaft in Südfrankreich' und

Wolfgang Steinbüchel ließ seiner Phantasie

freien Lauf in dem Bild 'Engel des

Herrn'. Außerdem wurden auch die Kulturkooperationen

'Mal anders' des Franz

Sales Hauses und die Kulturreferentin Dr.

Christine Keidel ausgezeichnet, die den

Anstoß für dieses Projekt gegeben hatte.

In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister

Rolf Fliß die Arbeit des Ateliers von

Susanne Nocke und die Kulturarbeit des

Franz Sales Hauses. Er betonte die politische

Verantwortung für 'die kulturelle

Arbeit an der Basis'.

Dr. Christine Keidel

... im Sportbereich

Tischtennis 'Non-Stop'

Vom 13. bis 14. Juli 2013 lud die DJK

Franz Sales Haus e. V. Tischtennissportler

zu einer ganz besonderen Turnierherausforderung

ein: 24 Stunden Tischtennissport

ohne Unterbrechung! Um 24

Stunden Tischtennis spielen zu wollen,

muss man sicherlich ganz besonders

'tischtennisverrückt' sein. Die Überzeugung

des Veranstalters, mit diesem speziellen

Format Tischtennisbegeisterten

eine ganz besondere Herausforderung und

Erfahrung zu bieten, traf voll zu: Mit 30

teilnehmenden Zweier-Mannschaften war

nicht nur das Teilnehmerfeld nahezu maximal

ausgereizt – die Sportler mit und

ohne Behinderungen zeigten sich nach

Abschluss der Wettkämpfe gleichermaßen

begeistert wie erschöpft!

Erschöpfte – dennoch glückliche – Erstplatzierte

des Tischtennis-'Non-Stop'-Turniers.

Der Startgong zum 'Non-Stop'-Turnier fiel

am Samstag, 13. Juli 2013, um 14:00

Uhr. Zunächst sammelten die Teams in

neun Vorrunden über 18 Stunden Punkte

für eine Gesamtwertung, um in den

abschließenden drei Platzierungsrunden

über sechs Stunden eine möglichst gute

Endplatzierung zu erspielen. Durch ein

komplexes Punktvorgabeschema wurden

Leistungsunterschiede angenähert, sodass

Sportler aller Leistungsklassen an

diesem Turnier teilnehmen und sich miteinander

messen konnten. 27 der 30 gestarteten

Teams hielten die besondere Herausforderung,

24 Stunden ohne Pause am

Tischtennistisch zu wetteifern, bis zum

Schluss durch. Am erfolgreichsten gelang

dies zwei Teams aus Essen: Die Paarung

Christoph Schmalfeldt / Daniel Schumann

(beide TV Kupferdreh 1877 e. V.) durfte

sich bei der abschließenden Siegerehrung

über die Trophäen und das Preisgeld für

den 1. Platz freuen.

Besonders bemerkenswert war bei diesem

Turnier ebenfalls die Leistung eines reinen

Damen-Gespanns: Christin Schmalfeldt

und Diana Lefeld von der DJK Franz

Sales Haus e. V. kämpften sich mit tollen

Leistungen bis ins Finale, wo sie den späteren

Siegern knapp mit 1:3 unterlagen.

Die Freude über einen hervorragenden 2.

Platz blieb davon ungetrübt! Den 3. Rang

brachten nach 24 schweißtreibenden

Stunden Daniel Drexler und Felix von Müller

(TG Neuss e. V. / TTC SW Nievenheim

e. V.) ins Ziel.

Besonders erfreulich war auch der verhältnismäßig

hohe Anteil weiblicher Teilnehmer

an einem solchen TT-Breitensportturnier:

12 Spielerinnen stellten sich der

Herausforderung und überzeugten nicht

nur mit guten Leistungen, sondern auch

mit Durchhaltevermögen: Keine Dame

strich vor Ablauf der 24 Stunden 'die Segel'.

Auch wenn alle beteiligten Sportler,

Veranstalter, Oberschiedsrichter und Hel-

| 17


Erfolge

Erfolge

Erfolge

... im Franz Sales Haus

fer nach 24 Stunden Tischtennis sicherlich

ausnahmsweise genug vom Celluloidball

hatten, waren sich doch alle einig, eine

tolle Veranstaltung miterlebt zu haben,

die 2014 in eine Neuauflage gehen soll.

Tobias Papies

Erfolgreiche Schwimmer

Beim 9. Special Olympics NRW Schwimmfest

für Menschen mit geistiger Behinderung

am 6. und 7. Juli 2013 in Paderborn

nahmen fünf Schwimmer von der DJK

Franz-Sales-Haus Essen erfolgreich teil.

Die erfolgreichen Schwimmer von der DJK

Franz Sales Haus Essen: 1. Reihe (v. l.) Elvira

Hillemacher, Jan-Simon Görgen, Christian

Leimbach; 2. Reihe (v. l.) Trainerin Ariane

Görgl-Knapp, Franz-Josef Pünzler, Daniel

Lachmann; dahinter: Trainer Matthias Gorynski.

Foto: TuRa Elsen

Alle waren gut vorbereitet durch die beiden

Trainer Ariane Görgl-Knapp und Matthias

Gorynski angereist und die Leistungen

konnten sich sehen lassen: Sechsmal

standen Athleten von der Steeler Straße

auf dem Siegertreppchen (3 x Gold; 3 x

Silber) und es gab weitere gute Platzierungen.

Über besonders gute Platzierungen freuten

sich:

Jan-Simon Görgen, Jg. 2000

- 25m Freistil 1. Platz

- 50m Freistil 2. Platz

Daniel Lachmann, Jg. 1997

- 25m Freistil 2. Platz

- 50m Freistil 1. Platz

Elvira Hillemacher, Jg. 1950

- 25m Freistil 2. Platz

- 25m Brust 1. Platz

Die siebenfache Deutsche Meisterin und

international erfolgreiche Schwimmerin

der SG Essen, Isabelle Härle konnte für

das Schwimmfest gewonnen werden. Bei

der Eröffnungsfeier sprach sie zusammen

mit dem geistig behinderten Schwimmer

Daniel Lobbenmeier (TuRa Elsen) den

Special Olympics Eid.

Rainer Grebert

Politiker stellen

sich den Fragen der MAV

Kurz vor der Bundestagswahl am 16. September

2013 suchten die CDU-Politiker

Thomas Kufen (MdL) und Jutta Eckenbach

(MdB, Mitglied des Sozialausschusses des

LVR) das Gespräch mit Mitarbeitervertretern

des Franz Sales Hauses.

Direktor Günter Oelscher bat die Mitglieder

der Mitarbeitervertretung (MAV), die

Fragen der Mitarbeiter zu sammeln und zu

bündeln. Im 'Hotel Franz' standen die beiden

Politiker den Kollegen dann Rede und

Antwort. Besonders das Thema 'Inklusion'

bewegte die Gesprächsteilnehmer. Auf

Förderschulen, so die einhellige Meinung,

könne man auch künftig nicht verzichten.

Im nächsten großen Themenblock ging

es um die Rente mit 67 Jahren und die

Beschäftigung älterer Mitarbeiter in Pflegeheimen,

Krankenhäusern und auch bei

uns im Franz Sales Haus. Die Politiker sind

der Meinung, dass die Verantwortung bei

den Arbeitgebern liegt. Die Unternehmen

müssten selbst individuelle Lösungen finden,

wie z. B. den Einsatz in einem anderen

Bereich. Sie meinten außerdem, es sei

nicht finanzierbar, Menschen nach 45 Jahren

Lebensarbeitszeit abzugsfrei vor dem

67. Lebensjahr in Rente gehen zu lassen.

Ein weiteres Thema waren die steigenden

Mietpreise und die Folgen für das 'Ambulant

Betreute Wohnen'. Herr Kufen machte

sich dazu sofort Stichpunkte, weil ihm die

Problematik, dass dadurch die Menschen

in Randgebiete gedrängt werden, nicht

bewusst war. Dass die Werkstätten für

Menschen mit Behinderungen nach dem

18 |


Diskussion

Diskussion

Diskussion

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Willen der Politik (nicht nur der CDU) insgesamt

zum Auslaufmodell werden sollen,

hat die Anwesenden dann doch sehr überrascht.

Das fast zweistündige Gespräch

war sehr kurzweilig – und wie es in der

Politik nun einmal so ist, haben nicht immer

alle Beteiligten die gleiche Sichtweise.

So wurde das eine oder andere Thema

kontrovers diskutiert.

Frau Eckenbach und Herr Kufen machten

auf uns einen sympathischen und ehrlichen

Eindruck. Den Fragenkatalog, den

die MAV erstellt hatte, haben sie mitgenommen.

Die Mitglieder der MAV danken

Herrn Kufen und Frau Eckenbach, dass

sie sich unseren Fragen gestellt haben,

und hoffen, dass dies nicht das letzte Gespräch

war.

Rosemarie Nagel

Radtour durchs Bergische Land

Am 14. September 2013 meinte es Petrus

zunächst nicht ganz so gut mit uns,

als sechs unerschrockene Radlerinnen aus

dem Franz Sales Haus vom Bahnhof Essen-

Gute Laune bei der Pause in der 'Dampflok'.

Kettwig aus ins Bergische Land starteten.

Nach einem zünftigen Aufstieg auf den

Radweg ging es in moderatem Tempo stetig

bergauf Richtung Heiligenhaus. Der

Radweg geht über eine ehemalige Bahntrasse

und hat deswegen eine geringe

Steigung: Er überquert teilweise atemberaubend

tiefe Täler, führt vorbei an

ehemaligen Bahnhöfen und ist fast immer

von Baumkronen überspannt. So kommt

man bequem und sicher auf die Höhen

des Bergischen Landes. Nach etwa 12 km

erreichten wir schon unser Ausflugslokal

'Zur Dampflok' in Velbert.

Da wir aber noch bei Kräften waren und es

nicht mehr regnete, fuhren wir noch etwa

fünf Kilometer weiter bergauf bis nach

Velbert-Tönnisheide. Hier befindet sich

der Scheitelpunkt des Radweges, er geht

ab hier über Wülfrath nach Haan weiter,

aber wir drehten um und konnten nun

die Räder auf dem Asphalt schön bergab

laufen lassen. In der 'Dampflok' wurden

wir schon erwartet und der Wintergarten

wurde rasch auf eine angenehme Temperatur

gebracht und zum Aufwärmen erhielten

wir eine leckere Kraftbrühe. Nach

einem stärkenden Mittagessen stiegen wir

wieder auf unsere Räder und radelten in

bester Stimmung Richtung Essen-Kettwig

und von dort aus weiter nach Hause. Insgesamt

haben wir zu sechst etwa 420 km

zurückgelegt. Allen Mitradlerinnen hat

es so gut gefallen, dass sie gern bei einer

Wiederholung der Radtour dabei sein

möchten. Vielleicht sind dann noch weitere

Interessenten am Start?

Stefanie Siebelhoff

Gemeinsames Frühstück

Am 24. September 2013 trafen sich Rosemarie

Nagel (MAV), Ursula Hüttermann,

Angelika Wortmann, Angela Holtkamp (Personalleiterin),

Gerhard Horst-Karcher, Nicole

Meckel, Joachim Hüttermann, Direktor

Günter Oelscher und Karla Kleine-Borgmann

(v. l. n. r.) zum gemeinsamen Frühstück.

Herr Oelscher bedankte sich nicht nur herzlich

bei Nicole Meckel und Gerhard Horst-

Karcher, die seit 25 Jahren in den Franz Sales

Werkstätten arbeiten, sondern auch bei

den Rentnern, die sich in den vergangenen

Jahrzehnten mit viel Elan für die Menschen

im Franz Sales Haus engagiert haben. In

gemütlicher Atmosphäre tauschten sich die

aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter über

die Vergangenheit, Gegenwart und zukünftige

Projekte aus. Die 'Ehemaligen' sind der

Einrichtung und den von ihnen betreuten

Menschen nach wie vor sehr verbunden.

| 19


... in der Förderschule

... in den Fachdiensten

Kanu-AG

In diesem Schuljahr findet an der Franz

Sales Förderschule zum ersten Mal eine

Kanu-AG unter der Leitung von Thomas

Gerwing (Schulsozialpädagoge) und Christoph

Dresler (Lehrer) statt. Bereits vor

den Sommerferien gab es im Schwimmbad

des Sportzentrums Ruhr ein 'Casting' für

die Kanu-AG. Inhalte waren neben dem

Streckenschwimmen auch das Schwimmen

in Bekleidung und mit Schwimmweste sowie

das Verhalten nach dem Kentern mit

dem Kanu.

Aus den vielen Interessierten wurden

neun gute Schwimmer ausgewählt, die

nun jeden Freitag bei Wind und Wetter

auf dem Baldeneysee ihre Fähigkeiten im

Kanufahren unter Beweis stellen können.

Die Förderschüler haben in der Kanu AG viel

Spaß und zeigten sich hoch motiviert.

Neben dem Kanufahren an sich, geht es

in der AG auch um die Theorie des Kanusports,

Sicherheit im Kanu und auf dem

Wasser, Vermittlung von Technik und die

Stärkung des Teamgeistes. Freitags geht

es direkt mit Unterrichtsbeginn zum Kanu-Club

am Baldeneysee. Dort angekommen,

ziehen die Schüler passende Kleidung

an (Wasserschuhe, Schwimmweste,

leichte Sportkleidung und bei Bedarf

Regenkleidung). In der nun folgenden

Theorieeinheit werden den Schülern die

Unterschiede zwischen Kanu, Kajak und

Kanadier sowie die verschiedenen Teile

des Bootes erläutert.

Beim anschließenden Frühstück in der

freien Natur können die Schüler bei Broten

und heißem Kakao Kräfte für die anstehende

Kanufahrt sammeln. Nach einem

kurzen Aufwärmspiel an Land werden die

Boote zu Wasser gelassen und Material

und Teamgeist auf die Probe gestellt. Es

gilt, auf die Schwächeren Rücksicht zu

nehmen und seinen Platz in der Gruppe

zu finden. Die bisherigen Einheiten auf

dem Baldeneysee haben gezeigt, dass

die Schüler hochmotiviert sind und großen

Spaß am Kanusport haben. Auch die

Schüler, die noch keine Erfahrung mit

Wassersport machen konnten, werden von

Mal zu Mal immer mutiger und sicherer.

Zum Erhalt der Kanu-AG ist die Förderschule

auf Spenden angewiesen.

Christoph Dresler / Thomas Gerwing

Der Wettergott

reiste mit den Rentnern

'MS Essen Ahoi' hieß es am 16. September

2013, als die Teilnehmer der Tagesstrukturierenden

Maßnahmen in See stachen.

Normalerweise treffen sich die 21 älteren

Herrschaften vormittags und starten

nach einer gemütlichen Kaffeerunde gemeinsam

in den Tag. Doch heute war alles

anders: Aufgeregt und voller Vorfreude

saßen diejenigen, die an einem Ausflug

zum Baldeneysee teilnehmen wollten,

schon um 9:00 Uhr im Reiseoutfit parat.

Alle Teilnehmer, haupt- und ehrenamtliche

Begleiter sowie zehn Rollatoren

wurden mit einem Bus zum Regattaturm

gefahren. Vom Parkplatz zur Anlegestelle

war es nicht weit und schon war das

Schiff der Weißen Flotte in Sicht, das die

Gesellschaft zwei Stunden lang über den

See mitnehmen sollte. Spätestens jetzt

verzogen sich die letzten grauen Wolken

und das Wasser des Sees glitzerte im Sonnenlicht.

Manch einer hatte im Vorfeld die Bedenken

geäußert, dass das Schiff zu sehr

schaukelt. Aber als die nette Besatzung

der Weißen Flotte alle sicher an ihren

Platz begleitet hatte, machte sich Entspannung

breit. Würstchen mit Kartoffelsalat

sowie Kaffee und Kuchen sorgten für

eine heitere und ausgelassene Stimmung

an Bord. Alle aßen und tranken mit gutem

Appetit und kamen fast gar nicht

dazu, die schöne Aussicht zu genießen.

Viel zu schnell ging die Fahrt zu Ende und

es wurde wieder angelegt. Der Besatzung

und den Enten, die das Schiff begleitet

20 |


Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

hatten, wurde zum Abschied noch einmal

gewunken und dann stand der Bus schon

zum Einsteigen bereit, um alle zurück zur

Steeler Straße zu bringen. Gemeinsam

ließen die Ausflügler den schönen Tag in

der Tagesstruktur ausklingen und gingen

dann müde und mit einem Lächeln nach

Hause. Vielen Dank an die ehrenamtlichen

Begleiter und 'RWE COMPANiUS', mit deren

Hilfe dieser Ausflug umgesetzt werden

konnte.

Claudia Rösner

Gute Stimmung an Bord.

Ferien mit dem FuD

Am 20. August 2013 trafen sich neun märchenbegeisterte

Mädchen und Jungen,

um am Ferienprogramm des Familienunterstützenden

Dienstes teilzunehmen.

Diesmal kam der Kinderliteraturverein

Essen mit seinem Vorlesezelt zu Besuch.

Der Verein setzt sich dafür ein, Kindern

und Jugendlichen Spaß am Buch, Freude

am Lesen und Vergnügen an der Sprache

zu vermitteln. Der Tag begann mit dem

Aufbau eines Lapplandzeltes, denn Gisela

Kühn wollte den Kindern in gemütlicher

Atmosphäre etwas vorlesen. Nach dem

Aufbau folgte ein bunter Ausflug durch

die Märchenwelt: Von Schneewittchen

bis Frau Holle war alles dabei und stieß,

wie auch das selbstgekochte Mittagessen,

auf große Begeisterung bei den Kindern.

Nach einem rundum gelungenen Ferientag

gingen alle Mädchen und Jungen glücklich

und zufrieden nach Hause.

Kristina Boden und Elke Kleine-Borgmann

Integrativer Erlebnistag

für Kinder und Jugendliche

aus aller Welt

Mit Unterstützung von 'RWE COMPANiUS'

und 'RWE Beruf und Familie' fand am 7.

August 2013 ein spannender Erlebnistag

für Kinder und Jugendliche des Franz Sales

Hauses gemeinsam mit Schülern aus

England, Ungarn, der Türkei und Deutschland

statt. Im Rahmen des Ferienprogramms

organisierte der Freizeitbereich

des Franz Sales Hauses mit großzügiger

Unterstützung der 'RWE COMPANiUS' ein

buntes Programm. In den Sommerferien

bietet 'RWE Beruf und Familie' Kindern

von Beschäftigten aller RWE-Gesellschaften

die Möglichkeit, im Rahmen des 'International

Youth Programme' interkulturelle

Kontakte zu knüpfen. Dazu werden

Kinder von ausländischen Beschäftigten

nach Deutschland eingeladen, um zwei

Wochen gemeinsam mit den Kindern aus

Deutschland zu verbringen.

Frau Elvan Tutum aus dem Bereich Diversity

Management RWE und Herr Peter Hoscheidt,

Referent des Personalvorstandes

von RWE, ließen es sich nicht nehmen,

die Veranstaltung gemeinsam mit Direktor

Günter Oelscher zu eröffnen. Spielerisch

bekamen die Teilnehmer Einblick in die

verschiedenen Bereiche des Franz Sales

Hauses. Ein gemeinsames Grillen und eine

integrative Disco, zu der die Gastschüler

Musik aus ihrer Heimat mitbringen konnten,

förderte den Kontakt zwischen Kindern

und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen.

Umgesetzt werden können

das vielseitige Tagesprogramm und weitere

Aktionen des Freizeitbereichs durch die

großzügige Spende von 'RWE COMPANiUS'

über 2.500 Euro.

Britta Schiwy

Direktor Günter Oelscher begrüßte die

Jugendlichen aus aller Welt im Franz Sales Haus.

| 21


... im Berufskolleg

Verstärkung

Verstärkung

Verstärkung

Grund zum Feiern

Am 17. Juli 2013 erhielten die Heilerziehungspfleger

und Heilerziehungshelfer

ihre Abschlusszeugnisse. Von Jahr zu

Jahr kann das Berufskolleg mehr Gäste

zur alljährlichen Abschlussfeier der Absolventen

der Ausbildungsgänge Heilerziehungspflege

und Heilerziehungshilfe

begrüßen. Wohnverbundleiter des Franz

Sales Hauses, Praxisanleiter und zahlreiche

Familienmitglieder wollten bei diesem

feierlichen Anlass mit dabei sein.

Die Absolventen des Jahres 2013 freuen

sich über die Sonnenblume, die ein Symbol

für den erfolgreichen Abschluss ist.

Nach einer besinnlichen Einstimmung in

der Kirche des FSH begab sich die Festgesellschaft

in die Aula des Berufskollegs.

Hier sorgten Schulleiterin Ulrike Fembeck,

die beiden Klassenlehrer Annette

Rosendahl (HEP) und Svenja Frings (HEH)

sowie Vertreter der Abschlussklassen mit

amüsanten Vorträgen für kurzweilige Unterhaltung

der Gäste. Im Anschluss daran

erfolgte die Zeugnisübergabe, bei der den

Absolventen als Symbol für ihre persönliche

Entwicklung, die sie im Verlauf der

Ausbildung gemacht haben, auch eine

Sonnenblume überreicht wurde.

Über den Abschluss Heilerziehungshelfer

freuten sich: Valentina Agnoletti,

Matthias Bär, Lupa Covella, Ann-Christin

Dahm, Lisa-Marie Dubicki, Alexander Dukow,

Jacqueline Fürst, Kimberly Heuke,

Aleksander Kinne, Daniel Kreutz, Ronja

Kocabaslar, Jenny van den Kolk, Christina

Linde, Hannah Link, Marlene Margold,

Dennis Ombeck, Thorsten Renn, Lisa

Rossmüller, Anna-Christine Schaub, Alina

Schlaab, Stefanie Schulte, Jana Thiel, Kevin

Timm und Raphael Voß.

Grund zum Feiern hatten bei den Heilerziehungspflegern:

Lynn Adamczak,

Jennifer Bochwitz, Martin Bolle, Sarah

Dalbeck, Gina Friedlinghaus, Daniela Guse,

Stefan Hackmann, Christopher Hartmann,

Marie-Christin Hasemann, Mona Hellmuth,

Lisa Josefine Ismael, Tanja Janitza, Andreas

Kaminski, Stephanie Knieps, Sascha

Kruczek, Carolin Kurpan, Christopher

Langner, Gesa Tabea Liedtke, Vera Lohren,

Rosalie Reinsch, Laurenz Schaller, Alice

Schartel, Claudia Schuster, Janine Stysiak

und Sören Trembich.

Erfreulich bei beiden Abschlussjahrgängen

ist, dass eine Vielzahl der Absolventen direkt

eine Festanstellung in einer Einrichtung

der Behindertenhilfe gefunden hat.

Einige Absolventen der Heilerziehungshilfe

bleiben dem Franz Sales Berufskolleg

erhalten. Sie streben die Ausbildung zum

Heilerziehungspfleger an.

Brigitte Hüsselmann

Neue Kollegen am Berufskolleg

Das Kollegium des Franz Sales Berufskollegs

freut sich, in das neue Schuljahr mit

vier neuen Kollegen starten zu können.

Für das Fach Recht / Verwaltung konnte

Nina Staubach-Wicke gewonnen werden.

Die Juristin mit den Schwerpunkten Sozial-

und Medizinrecht arbeitet bereits

seit zwei Jahren im Franz Sales Haus und

verstärkt nun auch das Kollegium des Berufskollegs.

Mit den Fächern Deutsch und Psychologie

nimmt Daniel Reckert seine Arbeit am Berufskolleg

auf. Herr Reckert ist im Erstberuf

gelernter Krankenpfleger und hat die

Lehramtsausbildung am Studienseminar

Oberhausen absolviert. Nach Babypause

und Elternzeit kehren außerdem Andrea

Scheriau und Dr. Andrea Henneberger an

das Berufskolleg zurück.

Brigitte Hüsselmann

Das Kollegium des Berufskollegs.

22 |


Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Das 'Hier und Jetzt'

„Warum gibt es das Fach 'Spielpädagogik'

immer noch in der Ausbildung zum Staatlich

geprüften Heilerziehungspfleger?“,

werde ich immer wieder gefragt. „Die Probleme

liegen doch ganz woanders.“ Das

Spiel ist eine freiwillige Handlung, die

wir alle regelmäßig oder unregelmäßig

ausüben und deren Erfüllung im 'Hier und

Jetzt' liegt. Ein Gedanke, der in einer zielorientierten

und damit zukunftsgeprägten

Umwelt immer weiter verdrängt wird. Der

interessante Entwicklungsbereich 'Spiel'

hält aber noch viele weitere Dimensionen

bereit.

Das traditionelle große Sommerfest des

Franz Sales Hauses ist wohl die schönste

'Hier und Jetzt'-Veranstaltung unserer

Einrichtung. Anlass für uns, Ausbildungsinhalte

mit einem konkreten Projekt zu

verbinden und uns an dem Fest zu beteiligen.

Daher plante, werkelte und experimentierte

der Unterkurs der Fachschule

für Heilerziehungspflege an kreativen und

lustigen Spielideen. Das Ergebnis war ein

Riesenkicker, ein Wahrnehmungszelt, ein

Schwämme-Wurfspiel, ein Wasserpistolenbowling,

ein Riesen-Dosen-Schießen und

eine Festrallye.

Die enorme Beteiligung der zahlreichen

kleinen und großen Besucher ließ anfängliche

Skepsis schnell in gelassene

Zufriedenheit umschwenken. Es war richtig

schön – eben im 'Hier und Jetzt' und

deswegen werden wir wohl auch im kommenden

Jahr das Fach 'Spielpädagogik'

anbieten …

Stefan Krabs

Der 'Menschenkicker' war nicht nur ein Hingucker:

Die Kicker hatten viel Spaß und

zeigten tollen Einsatz beim Spiel.

... in den Werkstätten

Mehr Parkraum am Hauptbetrieb

Innerhalb einer kurzen Zeitspanne ist der

Eingangsbereich des Werkstatt-Hauptbetriebes

an der Dahlhauser Straße nun

an den zunehmenden Verkehr von anfahrenden

Klein- und Großbussen angepasst

worden. Durch den Zuwachs an Aufnahmen

von Menschen, die wegen einer Körperbehinderung

in ihrer Mobilität eingeschränkt

sind, war auch die Anzahl der

Fahrdienstunternehmen in den letzten

Jahren derart gewachsen, dass zwischenzeitig

schon Halteplätze an den Nebeneingängen

des Werkstattgebäudes eingerichtet

werden mussten.

Im Zuge der Neugestaltung konnten nicht

nur der Parkraum am Eingang grundlegend

erweitert, sondern auch alle Stolperkanten

beseitigt werden. Die Halteplätze sind

markiert, sodass Mitarbeiter und Menschen

mit Behinderungen eigenständig

erkennen können, wo es langgeht, wenn

sie ihren Fahrdienst in Anspruch nehmen.

Freuen können sich auch die Beschäftigten

der Sondermontage, die nun an

heißen Tagen einen kleinen umzäunten

Bereich im Außengelände als Terrasse

nutzen können. Außerdem wurden alle

Zugänge des Gebäudes zum Parkplatz der

Mitarbeiter begradigt, um einen schnellen

und sicheren Transport der Beschäftigten

ins Freie zu gewährleisten.

Barbara Kohlmann

Eine neue Terrasse für die Sondermontage und mehr Parkraum – die Bauarbeiten vor dem

Hauptbetrieb sind inzwischen abgeschlossen.

| 23


Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Inklusion

Inklusion

Inklusion

So sehen Sieger aus!

Nicht aus Zucker

Dass die Ruhrdrachen nicht aus Zucker sind

und der Dauerregen auch dem Großteil der

anderen Teilnehmer des 8. Integrativen

Drachenbootrennens am 28. Juni 2013

am Essener Baldeneysee wenig anhaben

konnte, sahen und hörten die Zuschauer

sofort. Denn die Anfeuerungsrufe, taktgebenden

Trommelschläge und die Freudengesänge

der siegreichen Mannschaften

wollten den ganzen Tag über nicht verhallen.

Nach den Qualifizierungsläufen legten

sich nach dem Mittagessen alle gut

gestärkt ins Zeug und es gab spannende

Vierkämpfe in den Finalläufen.

Gegen Nachmittag ließ der Regen dann

doch noch nach und die Siegerehrung

konnte halbwegs trocken stattfinden.

Die Ruhrdrachen sicherten sich in ihrem

Finallauf den 1. Platz und waren mächtig

stolz auf das gute Abschneiden des

Teams. Aufgrund der guten Stimmung

sagten schon nach der Veranstaltung viele

Paddler ihre Teilnahme für nächstes

Jahr zu, denn beim integrativen Drachenbootrennen

können sich Beschäftigte und

Mitarbeiter der Werkstätten einmal anders

erleben und zusammen viel Spaß haben.

Abends konnten sich die Ruhrdrachen

dann noch mal über einen schönen Fernsehbericht

freuen, der die Ereignisse des

Tages zusammenfasste.

Andreas Michael

... im Wohnbereich

Neues Gemeindeleben

in Vierzehnheiligen

Der Begriff 'Inklusion', der die Einbeziehung

von Menschen mit Behinderungen

in die Gesellschaft bezeichnet, ist derzeit

in aller Munde. Und genau das ist das

Anliegen eines neuen Wohnprojekts des

Essener Franz Sales Hauses: Auf dem ehemaligen

Gemeindegrundstück 'Vierzehnheiligen'

in Bochum-Weitmar, das jetzt

von der Pfarrei St. Franziskus in Bochum

verkauft wurde, sollen künftig Wohnraum

und Anknüpfungspunkte für Menschen

mit und ohne Behinderungen entstehen.

Gemeinsam mit dem Kooperationspartner

Hochtief wurde für das ca. 2.200 qm

große Gelände ein Konzept entwickelt,

das eine bestmögliche Vernetzung mit

dem Umfeld anstrebt. Für einen engen

Austausch zwischen den neuen Bewohnern

des geplanten Wohnquartiers mit

den Nachbarn, Gemeindemitgliedern und

dem angrenzenden Kindergarten werden

Kultur- und Freizeitangebote, ein Familienunterstützender

Dienst sowie ein gemeinschaftlich

nutzbarer Andachts- und

Besinnungsraum sorgen. Letzterer soll an

das ehemalige Gotteshaus erinnern, das

von den Gemeindemitgliedern zum Teil

mit viel Herzblut aufgebaut wurde und

daher ein zentrales Element im Stadtteilleben

war. Neben den Appartements, die

der Baukonzern Hochtief plant, soll es 12

kleine Wohneinheiten und einen Gemeinschaftsraum

geben, in denen Menschen

mit Behinderungen ambulant betreut

werden können.

Zusätzlich sind Räumlichkeiten für den

Familienunterstützenden Dienst und

Freizeitaktivitäten sowie ausreichend

Parkmöglichkeiten angedacht. Außerdem

wird ein separater Wohnbereich geplant,

Direktor Günter Oelscher, Architekt Rainer

Kemper und Pfarrer Norbert Humberg (von r.

n. l.) stellten der Gemeinde das Projekt vor.

Foto: Gemeinde St. Franziskus

24 |


Termine

01.12.2013

'Traditioneller Weihnachtsmarkt'

(11:00 bis 17:00 Uhr)

in dem bis zu 16 Menschen mit Behinderungen

für eine begrenzte Dauer betreut

werden können. Dadurch können z. B.

Bochumer Familien mit behinderten oder

pflegebedürftigen Angehörigen kurzzeitig

oder auch für mehrere Wochen entlastet

werden. Nach intensiven Gesprächen und

einer gemeinsamen Konzeptentwicklung

konnten jetzt die Kaufverträge für das

Grundstück unterschrieben werden.

Valeska Ehle

11.12.2013

Adventsnachmittag in

der Förderschule

(16:30 bis 18:30 Uhr)

24. bis 26.01.2014

Integrative Sportexerzitien

28.02.2014

Karnevalsfeier

Bitte vormerken:

19.03.2014

Josefstag

Weitere Informationen und

Termine finden Sie im Internet

auf www.franz-sales-haus.de

Stand: 31. Oktober 2013

| 25


Im nächsten Heft

Fachberatung | AK Gebärdensprache

Franz Sales Haus

Steeler Straße 261

45138 Essen

Tel.: 0201 . 2769 - 0

Fax: 0201 . 2769 - 270

28 |

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine