15. Juni - Gemeinde Gottes

gemeindegottes.org

15. Juni - Gemeinde Gottes

Als vertrauende Kinder Gottes ist es

natürlich für uns, von ihm geführt und

geleitet zu werden, denn hat er nicht

gesagt: „Ich will dich unterweisen, und

dir den Weg zeigen, den du wandeln

sollst; ich will dich mit meinen Augen

leiten“? Wenn zwei Pfade vor uns liegen

und wir wissen nicht welchen wir

von den beiden einschlagen wollen,

so bitten wir Gott, uns kundzutun,

welchen Weg wir gehen sollen. Gott

ist willig dieses zu tun. Es bereitet

ihm Freude, wenn wir ihm folgen,

wohin er uns führt; aber wie gibt er

uns seinen Willen zu erkennen? Sollen

wir stets erwarten, dass der Herr uns

durch eine unmittelbare, persönliche

Offenbarung leitet? Wenn wir über

irgend eine Sache im Zweifel sind, so

sollten wir vor allem ausfinden, was

Gottes Wort darüber sagt: Nicht eher,

bis wir dieses getan haben, sollten wir

eine unmittelbare, persönliche Offenbarung

erwarten. Durch das Übersehen

dieser einfachen Regeln werden in

dieser Sache der Führungen sehr viele

traurige Versehen gemacht.

Wo unser Vater eine einfache Bestimmung

über irgend eine Sache

geschrieben hat, wird er uns natürlich

keine besondere Offenbarung darüber

geben. Wenn wir es versäumen, die

Regel der Schrift herauszusuchen oder

zu befolgen, wo eine solche besteht,

wenn wir statt dessen auf eine innere

Stimme warten, – so stellen wir uns den

Täuschungen Satans bloß und geraten

in unvermeidlichen Irrtum. Niemand

darf oder kann z. B. irgend eine direkte

Offenbarung erwarten, die ihm

sagt, nicht zu stehlen, weil Gott in der

Schrift seinen Willen in dieser Hinsicht,

schon deutlich erklärt hat. Dies scheint

so klar, dass ich nicht davon sprechen

würde, wenn ich nicht oft Christen

getroffen hätte, welche dies ganz übersehen

haben, und die infolgedessen in

Fanatismus geraten sind.

Gottes Wort unser Führer

„Aber“ magst du vielleicht sagen,

„die Bibel erteilt uns nicht immer eine

Regel, nach welcher wir handeln können“.

Dies ist wahr und in solchen Fällen

mögen wir rechtlich erwarten, dass Gott

uns seinen Willen in einer andern Weise

kundtut; aber es gibt nur wenige Angelegenheiten

in unserm Leben, worüber das

Wort schweigt. Nimm z. B. den Punkt

der Kleidung; da haben wir 1. Petrus 3,

3 und 4, 1. Timotheus 2, 9. Nimm die

Unterhaltung; da finden wir Weisung in

Epheser 4, 29; 5, 4. Nimm die Rache

wegen erlittener Beleidigungen und das

Einstehen für dein gutes Recht; da ist die

deutliche Antwort in Römer 12, 19 - 21;

auch Matthäus 5, 38 - 48; 1. Petrus 2, 19

- 21. Nimm das gegenseitige Vergeben;

da haben wir Epheser 4, 32; Markus 11,

25 und 26. Nimm die Stellung zur Welt,

und Gottes Wille ist klar ausgesprochen

in Römer 12, 2; 1. Johannes 2, 15 - 17;

Jakobus 4, 4. Nimm die Sorgen aller Art;

du bekommst Aufschluss in Matthäus

6, 25 - 34; Philipper 4, 6 und 7. Diese

Beispiele dienen dazu, um uns zu zeigen,

welch ein praktischer und unfehlbarer

Führer die Bibel ist.

Indem wir Führung in der Bibel

suchen, tritt uns jedoch die Gefahr entgegen,

nämlich: Isolierte oder abgesonderte

Schriftstellen mögen den Anschein

geben, dass sie eine gewisse Handlung

oder Verfahren billigen, welches jedoch

mit der Heiligen Schrift als ein Ganzes

im völligen Widerspruch steht. Dieses

öffnet die Tür und gestattet dem Fanatismus

einzutreten. Wir sollten uns stets

daran erinnern, dass die Bibel ein Buch

von Prinzipien und Grundsätzen ist

und nicht ein Buch von abgebrochenen

Lehrsätzen.

Lasst mich euch diesen Gedanken

einprägen: „Wenn du dich in Schwierigkeiten

und Verlegenheiten befindest,

so forsche und sehe, ob die Bibel über

diesen betreffenden Punkt redet und

bitte Gott, dir durch die Kraft seines

Geistes und durch die Schrift seinen

Sinn und Willen klar zu machen. Was

immer nun klar und deutlich in der Bibel

gelehrt wird, das musst du befolgen.

Es wird über keinen Punkt, der in der

Schrift deutlich gemacht ist, je eine besondere

Anleitung gegeben werden und

keine göttliche Leitung könnte auch je

der Schrift entgegengesetzt sein“.

Die Vorbereitungsschule

für den Himmel

Manche Menschen möchten zum

Himmel eingehen, ohne zuerst durch

die Vorbereitungsschule zu gehen, die

uns für jenen heiligen Ort zubereitet.

Ohne diese nötige Vorbereitung könnte

sich niemand des Himmels erfreuen.

Nur die Erlösung durch Christus kann

uns dafür zubereiten; sie bringt uns den

Himmel schon hier auf Erden; sie erhebt

uns über die Macht und Befleckung

der Sünde und macht uns geschickt, in

Gottes und der heiligen Engel Gegenwart

zu verweilen. Wie könnte irgend

jemand sich ihrer Gegenwart erfreuen,

ohne der Erlösung teilhaftig geworden

zu sein? Wir müssen notwendigerweise

durch die Vorbereitungsschule gehen,

welches nur durch die Erlösung ermöglicht

wird.

Eine jegliche Prüfung, die uns begegnet,

trägt zu dieser Vorbereitung bei.

Prüfungen und dergleichen sind Aufgaben

in dieser Vorbereitungsschule, und

wenn wir diese Aufgaben richtig lernen,

wie sie von Tag zu Tag an uns herantreten,

dann wird die Zeit kommen da wir

mit dem Apostel Paulus sagen können:

„Ich habe den Lauf vollendet“, welches

bedeutet, dass wir dann bereit sein werden

für den Himmel. Lasst uns geduldig

durch diese Vorbereitungsschule gehen,

und wir werden dann für die ewige

Herrlichkeit vorbereitet sein.

4 Evangeliums Posaune

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine