Das Programm als PDF - Museum für Kunsthandwerk

grassimuseum.de

Das Programm als PDF - Museum für Kunsthandwerk

grassi

Schüler im

Museum

Mittelschule

Gymnasium

Berufsschule

Schülerkalender 2013

mit Sonderausstellungen

KUNST

FÄCHER VERBINDEND

DEUTSCH

ETHIK/RELIGION

GESCHICHTE


Willkommen in unserem Museum

Vier Sonderausstellungen bereichern das Ausstellungsprogramm

unseres Museums in diesem Jahr. Die Themen

reichen vom experimentellem Schuh-Design über Produktdesign

des 20. und 21. Jahrhunderts und Kunsthandwerk

zur Zeit der Völkerschlacht bis hin zur deutschen und

internationalen Studio-Keramik seit 1946.

Daneben steht Ihnen und Ihren Schülern der ständige

Bereich mit internationalem Kunsthandwerk und Design von

der Antike bis zur Gegenwart dauerhaft zur Verfügung. Die

zeitgenössische Kunst schließt ab mit dem Raum „Sinneslandschaften“.

Dort können Besucher mit ihren Bewegungen

Muster und Ornamente, welche an vergangene Kunstepochen

erinnern, an den Wänden ‚entwerfen’.

Die Gesamtfläche der Ständigen Ausstellung beträgt nunmehr

3.500 qm. In unterschiedlichen Etappen ab 2007 eröffnet,

gliedert sie sich in die Bereiche „Antike bis Historismus“

(2000 qm), „Asiatische Kunst. Impulse für Europa“ (300 qm)

und „Jugendstil bis Gegenwart“ (1.200 qm). Die Ständige

Ausstellung befindet sich im 1. Obergeschoss des Museums,

die dritte Abteilung „Jugendstil bis Gegenwart“ füllt zusätzlich

eine große Ebene im Erdgeschoss.

Wenn die Abteilung „Antike bis Historismus“ chronologisch

die uns bekannten Kunstepochen in Europa seit der Antike

reflektiert, so ist die Abteilung „Asiatische Kunst. Impulse

für Europa“ nach Ländern wie China, Japan und einer Zusammenfassung

islamisch dominierter Regionen aufgebaut.

In die Antiken-Sammlung wurde auch eine kleinere Auswahl

alter ägyptischer Kunst aufgenommen.

So komplex die ständige Ausstellung sich präsentiert, so

überreich ist die Anzahl der Objekte. Da kann der Blick sich

leicht verlieren. Die künstlerische Interieur-Gestaltung dient

deshalb dem Versuch, optisch und akustisch zu gruppieren.

Spezial-Kabinette, wechselnde Wandfarben, Hintergrundmusik,

eingelassene Vitrinen im Wechsel mit freistehenden,

unterschiedliche Beleuchtungen – all dies kann hilfreich sein,

damit der Ausstellungsrundgang zu einem unterhaltsamen

Vergnügen wird.

Herzlich Willkommen im GRASSI Museum für Angewandte Kunst!

Impressum

Stadt Leipzig, GRASSI Museum für Angewandte Kunst

Konzept: Axel Menz / Museumspädagogik

Gestaltung: Thomas Liebscher / Passage-Verlag

Druck: Hausdruckerei Stadt Leipzig

Fotografien:

Alexander Schmidt, Punctum Leipzig

Christoph Sandig, Leipzig

Gunter Binsack, Leipzig

Karola Bauer, GRASSI Museum für Angewandte Kunst

Mahmoud Dabdoub, Leipzig

Matthias Hildebrand, GRASSI Museum für Angewandte Kunst

Museumspädagogik

Dr. Sabine Fahrenbach, Karl-Sudhoff-Institut Leipzig

VG Bild-Kunst Bonn


Sonderausstellungen

Starker Auftritt!

Experimentelles

Schuh-Design

28.3.–29.9.2013

Die mit Fotos und Videos von

Schuh-Performances bereicherte

Ausstellung zeigt internationale

Schuh-Kreationen der Superlative.

Die Auswahl reicht von Stilettos

mit Pistolen-Absätzen über

tierische Haifisch-Pumps bis zu erotisch provozierenden

Arbeiten. Über 150 Schuh-Modelle füllen den Ausstellungsraum.

Keine unbekannten Künstler haben sich hier versucht, wie zum

Beispiel der us-amerikanische Maler Keith Haring oder die

irakischstämmige Architektin Zaha Hadid.

Der Schuh als kleine architektonische Herausforderung und

ästhetischer Provokateur, hergestellt aus Materialien wie

Keramik, Holz, Papier und auch Elefanten-Dung steht im Focus

unserer Betrachtungen. Und schnell wird uns klar:

die Tragbarkeit eines Schuhs kann zweitrangig sein...

Ein humorvoller Workshop: Aus Alt mach Neu! Schüler verzieren

ihren ausgedienten Schuh mit unterschiedlichsten Materialien.

Ob Leder- oder Sportschuh, Sandale oder Flip-Flop – alte

Schuhe können bemalt, beklebt oder perforiert mit weiterführenden

Elementen versehen werden. Es entsteht ein persönliches

„Schuh-Denkmal“, dass den originellen Schuh-Objekten in

der Ausstellung Konkurrenz machen soll.

Dauer: 180 Min. (mit Pausen)

Kosten pro Schüler: 3,00 € (Führung und Werkstatt)

Dauer: 60 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 € (nur Führung)


Gestaltung für den

modernen Haushalt.

Produktdesign des

20. und 21. Jahrhunderts

16.4.–14.7.2013

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit Design,

wie wir es von Haus aus kennen. Mit bahnbrechenden

Ideen für Produktgestaltungen, welche im Verlauf des

vergangenen Jahrhunderts Einzug in den modernen

Haushalt hielten, wollen

wir uns auseinander setzen. Form- und Farbgebung,

Funktionalität und ihre Wechselwirkung werden

vor Original-Produkten seit den 30er Jahren des

20. Jahrhunderts gemeinsam diskutiert.

Für den Workshop können die Schüler ein Haushaltsgeschirr/-gerät

ins Museum mitbringen. Wir

versuchen dem „Teil“ eine neues Äußeres zu geben. Bei

Anmeldung sagen Sie uns, welches Material vorliegt, so

dass wir mit den Schülern in der Werkstatt mögliche

Verzierungen erproben.

Dauer: 180 Min. (mit Pausen)

Kosten pro Schüler: 3,00 € (Führung und Werkstatt)

Dauer: 60 Min

Kosten pro Schüler: 1,00 € (nur Führung)


Kanonenknall und

Hausidyll.

Kunsthandwerk zur Zeit

der Völkerschlacht

23.7.–20.10.2013

Originale Kunstobjekte

geben Einblick in die

Lebenswelt zur Zeit der

Völkerschlacht. Neben

bemaltem Porzellan,

Kinderspielzeug, Textilien

sowie Trink- und

Andenkengläsern werden

Waffen und auch

Steingutteller mit Szenen

von Napoleon-Schlachten

gezeigt.

Der Ausstellungsbesuch

kann sehr gut mit einem

Gang über den Johannisfriedhof kombiniert werden.

1813 verschanzten sich hier französische Soldaten in den

sehr kalten Oktobertagen: Gräber wurden auf gerissen und

das Holz der Särge (und wohl auch die Gebeine von

Verstorbenen) als Feuerholz verwendet.

Zur Komplettierung des Themas ist ein Besuch im

Forum 1813 auf dem Gelände des Völkerschlachtdenkmals

empfehlenswert. Die Anbindung mit der Linie 15

ist ideal, weil die Haltestelle sich neben dem GRASSI

Museum befindet.

Dauer der Ausstellungsführung: 60 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €


Gefäß/Skulptur II.

Deutsche und internationale

Studiokeramik seit 1946

17.11.2013–23.3.2014

Deutsche und internationale Studiokeramik seit Mitte des

20. Jahrhunderts: Das hohe Können deutscher und internationaler

Keramiker, beständig auf der Suche nach neuen

Möglichkeiten der Gestaltung, wird an einer Spitzen-Auswahl von

Ton- und Porzellan-Arbeiten aufgezeigt. Auf diese Weise wird die

Entwicklung von gegenständlich-skulptural bis abstrakt-informel

mit interessanten Trends aufgezeigt.

Unser Workshop steht im Zeichen der „Oberfläche“. Wir versuchen

eine Tonfläche so zu gestalten, dass ein emotio naler Gestus

wie märchenhaft-romantisch, technoid-kühl

usw. zum Ausdruck kommt. Solche Ergebnisse können durch

plastische Verformung der Oberfläche und/oder das nach folgende

Engobieren mit eingefärbten Tonen erzielt werden. Die kreative

Aktion nimmt bezug auf ausgestellte Kunst objekte, denen wir

uns zeichnerisch nähern wollen.

Dauer: 180 Min. (mit Pausen)

Kosten pro Schüler: 3,00 €

(Führung und Werkstatt)

Dauer: 60 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

(nur Führung)


Unsere Angebote für Ihre Schüler

In dieser Ausgabe werden Ihnen nicht nur die altbekannten

und –bewährten ständigen Angebote für die Fächer Kunst,

Geschichte, Ethik/Religion und Deutsch mitgeteilt, sondern es

gibt auch einen Jahresüberblick sehr interessanter Sonderausstellungen.

Wir haben Sie als Einleger vorgeschaltet.

Ausgewählten Führungen kann ein Besuch in der Kreativwerkstatt

folgen. Das betrifft vorallem die Sonderausstellungen.

Seit Ende Dezember 2012 ist der Eintritt bis 18 Jahre

kostenfrei. Sollten Sie mit Ihren Schülern zu uns kommen,

ohne eine Führung zu buchen, besteht zusätzlich die

Möglichkeit, dass Sie sich vorab kostenfrei vor Ort einen

Überblick verschaffen.

Wir beraten Sie sehr gern!

Als ein Museum, dass internationales Kunsthandwerk und

Design sammelt, verstehen wir uns als idealen außerschulischen

Lernort. Alle Führungen nehmen mehr oder weniger

bezug auf den Lehrplan. Sie verstehen sich auch als Impulsgeber,

um in ein Thema einzuführen.

Hervorragend eignet sich die Sammlung für den Fächer

verbindenden Unterricht: Design stellt Lebensformen, Moden,

den vorherrschenden Geschmack einer Zeit zur Schau, so dass

die Schüler anhand von Kunstobjekten ihr Gefühl und Wissen

für vergangene Kulturen vertiefen können. Unser Sammlungsbestand

reicht bis in die unmittelbare Gegenwart. Der

Museumsbesuch stellt somit eine Bereicherung dar, indem er

den Blick auf die Dinge des Alltags kreativ beeinflusst.


kunst

Farbauftrag / Klasse 6

Getaucht in ein goldenes Licht

Vor spätgotischen Holzskulpturen werden verschiedene Techniken

des Farbauftrags erläutert. Für die sakrale Funktion der

Figuren war die Farbauswahl wichtig und den Künstlern auch

vorgeschrieben. Die Schüler erfahren Interessantes über die

Gewinnung von Farben im Mittelalter. Wie wurde das Gold

aufgetragen, wie fertigte man zum Beispiel die Nachbildung

eines textilen Mantelsaums? Die fast gänzlich verschwundene

Bemalung einer Palmesel-Christus-Figur veränderte

mit der Zeit ihre Wirkung auf den Betrachter. Anhand einer

monumentalen Christus-Figur am Kreuz wird die Wirkung des

unbemalten Holzes mit farbig gefassten Figuren verglichen.

Das Ausstellungsgespräch konzentriert sich auf ein Wandelretabel

der ehemaligen Nikolaikirche in Zwickau.

Der um 1502/04 von Peter Breuer gefertigte Altaraufsatz

wurde 2005 umfassend restauriert. Die originale farbige

Gestaltung stammt von Hans Hesse.

Dauer: 60 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

Zusätzliches Angebot

Das Ausstellungsgespräch kann mit der Auswahl zusätzlicher

Kunstobjekte von den Schülern aktiv in einem Zuordnungsspiel

erweitert werden. Auf ihrer Entdeckungstour sprechen

die Schüler über die Wirkung von Farbe und Farbauftrag, über

die Zweckmäßigkeit und die künstlerische Qualität der ausgewählten

Exponate in den Bereichen Mode/Textilien, Schmuck,

Porzellan/Keramik, Glas und Holz.

Dauer: 90 Min.

Lehrplan-Zitate

• Farbwelten: Ausdruckskraft und Wirkung der Farben. Eigenschaften

der Farben. Farbsymbolik. Einsatz farbiger Akzente

• Tägliches Gebrauchsgut von der Antike bis zur Gegenwart.

Mittelalterliche Glasmalerei

• Einblick gewinnen in den Wandel von Gebrauchsgegenständen

und Mode im Laufe der geschichtlichen Entwicklung

unter den Aspekten: Funktionalität, Formgebung,

künstlerische Vielfalt. Bekleidung, Schmuck

• Anwenden farblicher Mittel. Einblick gewinnen in die

Herstellung von Farben aus natürlichen Materialien

• Funktion und Wirkung der Farbe in Plastik, Skulptur und

Objekt. Polychrom, monochrom. Bemalung, Färbung,

Fassung. Antike und mittelalterliche Plastik


Giovanni Battista Piranesi

Ein Zeitgenosse nannte ihn den ‚Rembrandt der antiken

Ruinen‘. Das Radierwerk des 1720 in der Nähe von Venedig

geborenen Künstlers befindet sich fast vollständig in der

Sammlung unseres Museums. Den Schülern können wir aus

den Folgen ‚Vedute di Roma‘ (ab 1748) und ‚Carceri‘

(1760er Jahre) ausgewählte Arbeiten zeigen. Im Stil des

Klassizismus schuf Piranesi zahlreiche Ansichten von

archäologischen Zeugnissen des antiken Rom. Seine künstlerische

Handschrift ist gekennzeichnet von Leidenschaftlichkeit

und einer grenzenlosen Begeisterung für antike Bauwerke,

Fundstücke und archäologische Entdeckungen seiner Zeit.

Vorzeichnungen, die sich zum Beispiel aus Paestum erhalten

haben, fertigte Piranesi kurz vor seinem Tod (1778), um die

detailgenaue Übertragung auf die Kupferplatte zu sichern.

kunst

Piranesi / Klasse 7

Nach dem Besuch der Piranesi-Galerie werfen wir mit den

Schülern einen Blick in den sog. Römer-Saal. Hier wird eine

Leinwandbespannung (um 1795) aus dem ehem. Rittergut

Eythra gezeigt. Die Motive basieren auf Radierungen Piranesis.

Dem Ausstellungsgespräch geht ein Zuordnungsspiel voraus.

Mittels Kopien von Bildausschnitten suchen die Schüler das

vollständige Motiv.

Dauer: 60 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

Schüler führen Schüler: Mit Hilfe des Schüler-Skripts, das

wir Ihnen zusenden, können sich Schüler Kurzvorträge über

die Biografie Piranesis erarbeiten. Das Skript enthält auch

eine Übersicht verschiedener Drucktech niken, die im Kurzvortrag

erläutert werden können.

Zusätzliches Angebot

Es besteht die Möglichkeit, Kunstobjekte des Klassizismus

und Piranesi-Motive zu zeichnen und danach auf eine Druckplatte

in der Kreativwerkstatt zu übertragen.

Lehrplan-Zitate

Dauer: 120 Min.

Kosten pro Schüler: 3,00 €

(Führung mit Werkstatt)

• Drucktechniken

• Bildnerisches Problemlösen mit grafischen Gestaltungsmitteln,

Gestalten auf der Fläche

• Anwenden grafischer Gestaltungsmittel im Spannungsfeld

von Fläche und Raum

• Giovanni Piranesi


kunst

Stilkunde / Klasse 8–12

Stilkunde: Den Ornamenten auf der Spur

Gerade im Kunsthandwerk erkennen wir stilistische Umbrüche

anhand wechselnder Formengebung und Ornamentgestal tung.

Seit der italienischen Renaissance begegnen uns Motiv- und

Mustervorgaben, deren Ursprünge regelmäßig in der antiken

Kunst zu finden sind. Geometrische und an der Natur

orientierte Formen wechseln einander ab oder stehen nebeneinander.

So beobachten wir vor allem in der Zeit des Barock und

Rokoko üppig gestaltete Oberflächen, auf denen Muschelformen,

C- und S-Schwünge dominieren. Auf ihrer ‚Sprachreise‘

durch das Formenreich der Ornamente lernen die Schüler die

wichtigen Kennzeichnen der Kunstepochen seit der Antike

kennen. Nach dem Mittelalter mit Romanik und Gotik tauchen

Sie ein in das Formengut der Renaissance, des Barock und

Rokoko. Die Gestaltungsmerkmale des Klassizismus mit

seinen unterschiedlichen Ausprägungen in Europa erschließen

sich ebenso wie die des Biedermeier. In einer letzten Schau

erkennen die Schüler viele voraufgegangene Stilrichtungen

als historistischen Reflex im 19. Jahr hundert wieder.

Ein Zuordnungsspiel dient nach dem Ausstellungsgespräch

als humorvoller Abschluss der Veranstaltung. Hierbei können

stilisierte Formgebungen von den Schülern wieder erkannt und

auf „Kultur-Tücher“ gelegt werden. Die Inszenierung verdeut licht,

inwiefern es den Schülern gelingt, formale Besonderheiten von

Kunstobjekten in die reine Umrisslinie zu transferieren.

Das Spiel dient auch der Befähigung zur Abstraktion.

Dauer: 120 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

Lehrplan-Zitate

• Anwenden grafischer Gestaltungsmittel im Spannungsfeld

von Fläche und Raum

• Ägyptische Kunst, mittelalterliche Kunst, Renaissance,

Barock, Rokoko, Klassizismus, Biedermeier, Historismus

• Abstraktionsprozesse

• Form, Funktion und Zeitgeist in der Gestaltung von

Designobjekten


Jugendstil und Art Déco: Ursprünge, Tendenzen

und Anschauungen

kunst

Stilkunde / Klasse 9–12

Das Ausstellungsgespräch konzentriert sich auf Erkennungsmerkmale

des Jugendstils – seine Formen, Linien und

Farben. Anfangs speiste sich der Stil aus der ostasiatischen

Kunst. Mit einem kurzen Besuch der asiatischen Sammlung,

wo wir uns Objekte anschauen, die den Einfluss auf

den Jugendstil belegen, beginnt die Führung. Das Gespräch

setzt sich über hervorragende Beispiele französischer Kunst

fort und leitet über zu den Ausprägungen in Skandinavien,

Österreich und Italien. Der amerikanische Jugendstil kann

an Glas- und Emailarbeiten Louis Comfort Tiffanys gezeigt

werden. Ein Fledermausleuchter der deutschen Firma Kayser

steht abschließend im Zentrum des Gesprächs, wie auch ein

komplettes in Dresden hergestelltes Empfangszimmer nach

einem Entwurf von Margarete Junge. In diesem Zusammenhang

werden auch erste Typenmöbel eines Maschinenmöbelprogramms

angeschaut.

Die Bewegung des Art Déco wird mit zahlreichen Unikaten

bzw. Objekten aus Kleinserien dokumentiert. Ein deutliches

Beispiel für die Gestaltung aus widerstrebenden Formen und

expressiven Farben stellt die nach Originalentwürfen wieder

hergestellte Pfeilerhalle des Museums selber dar. Wir verlassen

hierfür die Jugendstilabteilung und wenden uns zunächst

diesem für unser Thema so aufschlussreichen Interieur zu.

Die Wirkung des Art Déco blieb auf seine Zeit nicht beschränkt.

Die Auswahl kostspieliger Materialien und Entwicklung

immer gewagtere Formen folgen bis heute seinem

Prinzip. Wichtiger Impulsgeber des Luxus-Designs war ab

1903 die Wiener Werkstätte. Arbeiten nach Entwürfen des

begnadeten Ornamentkünstlers Dagobert Peche erfreuten

sich ab 1915 großer Beliebtheit.

Mit einer imposanten Schau des internationalen Kunsthandwerks

hatte sich wieder einmal Paris 1925 als Metropole des

gehobenen Geschmacks in Szene gesetzt. Diese Ausstellung

wirkte dann namensgebend für den Kunststil des Art Déco.

Dauer: 90 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €


kunst

Stilkunde / Klasse 9–12

Sachlich + funktional = international:

Bauhaus und die Folgen

Das 1919 von Walter Gropius in

Weimar gegründete Bauhaus

stellte für das europäische

Design nicht nur eines der

ersten Institute dar, an dem

junge Menschen in dem damals

neuen Beruf des Industrie-

Designers ausgebildet wurden,

sondern aus ihm gingen auch

zahlreiche Entwürfe hervor, die

sich zu Klassikern der Moderne

entwickelten.

Neben Metall- und Leuchtenentwürfen

der Chemnitzerin

Marianne Brandt betrachten

wir eine Weiterentwicklung der

berühmtem Wagenfeld-Lampe, Keramiken von Otto Lindig

in Dornburg/Saale oder Möbel von Erich Dieckmann. An den

Produkten lassen sich wichtige Gestaltungsmerkmale des

Bauhauses wie Materialgerechtigkeit und Funktionalität ablesen.

‚Die gute Form für alle’ – diesem Aufruf des Deutschen

Werkbundes waren Bauhaus-Künstler, beeinflusst von der

holländischen de stijl-Bewegung, konsequent gefolgt.

Der Sachlichkeit entsprach die Schönheit der weitgehend

unverzierten Materialoberfläche. Dies kam der Industrie

entgegen, denn es ging darum, Produkte kostengünstig für

jedermann erschwinglich herzustellen.

Mies van der Rohe, der letzte Bauhaus-Direktor, dessen

Versuch das Institut zu privatisieren am Machtapparat der

Nationalsozialisten scheiterte, ragt als Ästhet des sachlichen

Designs unter den damaligen Künstlern hervor. Sein nobler

Stahl-Leder-Sessel ohne Armlehnen, 1929 für den Deutschen

Pavillon der Weltausstellung in Barcelona entworfen, wie

auch seine Auffassung vom eleganten Freischwinger aus

verchromtem Stahlrohr, sprachen schon damals eine luxusverwöhnte

Käuferschicht an. Und in dieser Schere zeichnen

sich die Konturen der Designentwicklung nach dem 2. Weltkrieg

bis in unsere Tag ab.

Im weiteren Verlauf der Ausstellung verfolgen wir zusammen

mit den Schülern die Aufspaltung in Unikat, Kleinserie und

Massenprodukt und erkennen in allem die einfache Grundform

und Funktionalität als verbindendes Element wieder.

Dauer: 90 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €


Welt aus Plastik und Kunststoffen: Designentwicklungen

ab den 40ern

Ab den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wetteiferten die

großen Unternehmen um die Fertigung kompletter Möbel aus

bruchsicherem und witterungsbeständigem Kunststoff. Bahnbrechende

Pionierleistungen erbrachten in den USA Charles

und Ray Eames bereits in den 40er Jahren mit Sitzschalen

aus fiberglasverstärktem Polyester.

Erste Elektrogeräte wie das in Schweden produzierte Ericsson-

Telefon, das Fernsehgerät „Alex“ in Ost-Berlin oder der sehr

funktionalistisch gestaltete Plattenspieler „SK5“ der Braun AG

in Frankfurt/Main begannen mit ihren Kunststoff-Anteilen traditionelle

Materialien wie Holz, Metall oder Glas zu ersetzen.

kunst

Stilkunde / Klasse 10–12

Das neue Material kam den damaligen Vorstellungen von in

Massen auflage zu fertigenden Produkten in idealer Weise

entgegen. Nur aus einem Guss einen Stuhl herzustellen,

gelang schließlich dem dänischen Designer Verner Panton. Die

lange Ent wicklungsphase seines legendären Panton-Chairs

von 1958–1967, während derer ihm zeitlich nur der ‚Bofinger-

Stuhl‘ für das Staatstheater Karlsruhe 1964/65 zuvor kam,

zeugt von den Anstrengungen der damaligen Zeit.

Weil das aus der ehemaligen Sowjetunion an die DDR ausgelieferte

Erdöl preiswerter war und somit die Herstellungskosten

minimierte, sattelten Betriebe wie das niedersächsische

Unternehmen Reuter auch schnell einmal um und ließen

zum Beispiel den Gartensessel des ungarischen Designers

Peter Ghyczy eine Zeit lang in Senftenberg herstellen. In der

DDR kamen in den 70ern auch schrille Kunststoffmöbel in

die Verkaufsläden, wie die ausgestellte Flur-Garderobe zeigt.

Solche Möbel, wie auch ein an Lego-Spielzeug erinnerndes

Steckregal oder ein durch zahllose Durchbrüche zum luftigen

Muster gestalteter Sitz des Münchener Designers Grzik

ziehen neben Klassikern wie den Tulpen-Stühlen des Finnen

Eero Saarinen die Aufmerksamkeit auch heutiger Jugendlicher

noch auf sich.

Die an Pop Art und Flower Power erinnernde Farbgebung

vieler Möbel vereinte fließende Formen mit bequemer Sitzhaltung

und traf den Geschmack von Ungezwungenheit und

Freiheit.

Dauer: 90 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €


Kunst im Dienst von Macht und Repräsentation,

oder: Wie ein russischer Prinz Frankreich mit

einem 36 qm großen Teppich verließ.

Die Verweismöglichkeiten von Kunstwerken können sehr

mannigfaltig sein. In Zeiten hoher Machtentfaltung eines

Herrschers müssen sie auch in politischem Kontext gesehen

werden. Neben dem persönlichen Sammlungsinteresse

eines Fürsten bestand der Wunsch, Machtfülle im Spiegel

großzügig angelegter Kunst- und Raritätensammlungen zu

demonstrieren. Darüber hinaus dienten Schenkungen häufig

der Festigung politischer Bande und Freundschaften.

FÄchER VERBINDend

Barock bis Klassizismus, Orient/Asien

Kunst im Dienst von Macht und Repräsentation ist jedoch

kein Kennzeichen Europas allein. In der Abteilung ost- und

westasiatischer Kunst kann man Darstellungen entdecken,

die emblematisch auf den chinesischen Kaiserhof hinweisen.

In der Abteilung europäischer Kunst erfahren die Schüler,

dass der Adel neben der Kirche lange Zeit nicht nur der

Hauptauftraggeber von Kunstwerken war. Er investierte auch

viel in die Erfindung und Neuentwicklung von Technologien

sowie die Gewinnung der notwendige Rohstoffe im eigenen

Land. Stil und Geschmacksbildung gingen vom Hof aus.

Diese Ausrichtung betraf übrigens auch die Hofwerkstätten

in islamisch geprägten Ländern wie der Türkei oder dem Iran,

wo ein beherrschender Reichsstil in die Provinzen ausstrahlte.

Die Schüler teilen sich in zwei Gruppen. Die erste Gruppe

erhält eine Führung durch die Räume Barock und Klassizismus

(17. – 19. Jahrhundert) der Ständigen Ausstellung.

Die zweite Gruppe begibt sich in die Räume mit ost- und

westasiatischer Kunst. Auf Grundlage eines Schüler-Skripts

sammelt die zweite Gruppe selbstständig Informationen.

Nach ca. 40 Minuten tauschen wir beide Gruppen.

Dauer: 90 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

Zusätzliches Angebot

In Form eines Quiz werden die gesammelten Erkenntnisse

geprüft und noch einmal diskutiert.

Dauer: 30 Minuten

Lehrpläne

• Geschichte

• Kunst


Ist China eine Reise wert?

Japan nehmen wir gleich mit! Aber hoppla:

Zwischenlandung im Orient!

In der Ständigen Ausstellung ‚Asiatische Kunst – Impulse

für Europa’ begegnen wir zahlreichen Kunstobjekten aus Ostund

Westasien. Ihre Symbole und Ornamente sind uns nicht

immer gleich verständlich. An Beispielen islamischer Kunst

kann man häufig entdecken, dass auch Schrift ein wichtiges

Gestaltungsmittel von künstlerischem Rang sein kann.

Auf Besonderheiten in der japanischen Alltagskultur deuten

kleine inro-Objekte: die traditionelle Kleidung kannte keine

Taschen; kostbar verzierte Holz- oder Elfenbein-Boxen wurden

stattdessen wie Täschchen am Gürtel getragen. Oder: So oft

handelstüchtige Schiffsherren auch versuchten, ostasiatische

Lacke nach Europa zu bringen, der begehrte Naturstoff kam

nur verdorben an ... So blieben die feinen Lackarbeiten auf

Möbeln, Schachteln und Dosen lange Zeit ein rein asiatisches

Produkt.

Während unseres kulturellen Streifzugs von West nach Ost

kommen die unterschiedlichsten Religionen zur Sprache.

Die Gottheiten eines imposanten Stelllackschirms aus China

sind Bestandteil der daoistischen Religion; zahlreiche Kleinplastiken

spiegeln Inhalte des Buddhismus.

Wiederum ganz anders die bilderlosen Ausdrucksformen

eines strengen Monotheismus islamischer Konfession.

Fremd? Nur so lange uns das Wissen fehlt! Geheimnisvoll?

Schön? Ja!

Fächer Verbindend

Orient / Asien

Dauer: 60 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

Zusätzliches Angebot

In Form eines Quiz werden die gesammelten Erkenntnisse

geprüft und noch einmal diskutiert.

Dauer: 30 Minuten

Lehrpläne

• Geschichte

• Kunst


Liebe, Tod und Teufel

Die im Leben sehr zentralen Inhalte wie Liebe und Tod

wurden zu allen Zeiten sehr unterschiedlich behandelt.

Auch die gesellschaftliche Wertung der Beziehung zwischen

Mann und Frau folgte schon immer festen Spielregeln. So galt

die Ehe jahrhundertelang als sicheres Pfand für die Stabilität

von Familie und Gesellschaft.

FÄchER VERBINDend

Antike bis 19. Jh.

Und was geschieht nach dem Tod? Welche Haltung nahm

der Mensch in der Vergangenheit zum Tod ein, der ihm durch

Krankheit, Krieg und Zeiten der Armut immer gegenwärtig

war? Während des Ausstellungsrundgangs laden Kunstobjekte

zum Gespräch ein.

Teufelsdarstellungen und solche, die das absolut Böse reflektieren,

finden sich zahlreich in der sakralen Kunst. Vanitasmotive

und Darstellungen, die den tragischen Ausgang einer

Liebe zum Inhalt haben, überspannen viele Jahrhunderte.

Eine Gliederpuppe, aus Buchsbaum geschnitzt, könnte ein

frühes Beispiel für erotisches Spielzeug sein. Aufwändig

dekorierte Fächer waren nicht nur im Barock ein notwendiges

Accessoire, um zu flirten und Emotionen zum Ausdruck zu

bringen. Selbst die sündige Liebe wurde als personifizierte

Wollust in der figürlichen Elfenbeinschnitzerei eines barocken

Hausaltars von Balthasar Permoser thematisiert.

Dauer: 90 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

Zusätzliches Angebot

Das Quiz kann beginnen! Aus dem Gespräch gehen die richtigen

Antworten auf unsere Quiz-Fragen hervor.

Dauer: 45 Min.

Lehrplan

• Geschichte, Deutsch, Ethik, Religion


Per Fumum – Europas Wohlgerüche und

der Orient

Wohlriechende Düfte weihte der antike Mensch per fumum

seinen Göttern. Aphrodite, die Göttin der Liebe, brachten die

Griechen mit dem Rosenöl in Verbindung. Salbenkammern

beherbergten im alten Ägypten die kostbaren Rohstoffe,

die auch beim Einbalsamieren während der Mumifizierung

Verwendung fanden. Zedernöl zählte man zu den 7 heiligen

Ölen, durch welche die Seele ungehindert ins Jenseits ein

gehen konnte. Zu Festen und Feierlichkeiten trugen hohe

Persönlichkeiten einen Salbkegel auf dem Kopf, damit das

Haupthaar nicht austrocknete und immer gut duftete.

Weihrauch und Myrrhe stellen die ältesten Düfte dar. Nardenöl

kennen wir aus Texten der Bibel. Es galt im Altertum als

äußerst kostbar.

Bevor man im 13. Jahrhundert reinen Alkohol gewann, wurden

Aromen in Ölen, Fetten, Wachsen und Harzen gebunden. In den

Mittelmeerländern schätzte man besonders Olivenöl aus Kreta.

Während des Mittelalters dienten Duftstoffe vorwiegend

sakralen Handlungen oder der Medizin. Sie waren in dieser

Zeit ein ausgesprochenes Luxusgut. Das Überduften ersetzte

bald schon die Körperpflege. Bis in die Zeit des Rokoko wurde

der Körpergeruch nicht durch Waschen, sondern mit Hilfe

stark riechender Essenzen überdeckt. „Natürlichkeit“ war

außerdem angesagt.

Der sehr unterhaltsame Ausstellungsrundgang mit vielen

Duftproben entführt uns in die galante Welt der Moden.

Die authentischen Beispiele der Schmuck- und Textilgestaltung

geben uns deutliche Bilder vom Charakter der jeweiligen

Epoche. Von der Antike bis zum Historismus des 19. Jahrhunderts

wandeln wir gemeinsam auf den Spuren des guten

Geschmacks oder: der Eitelkeit.

Dauer: 90 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

FÄchER VERBINDend

Antike bis 19. Jh.

Lehrplan

• Geschichte, Deutsch, Ethik, Religion


Sagenhaftes Sachsen

Viele Kunstobjekte in der Ständigen Ausstellung lassen sich

mit sächsischen Sagen in Verbindung bringen. So gibt es von

der im Mittelalter sehr beliebten Gestalt des Heiligen Georg

eine Drachentöter-Geschichte, die auch in Leipzig spielt.

Das „echte“ Hufeisen seines Streitrosses ziert übrigens die

Rückwand der Nikolai-Kirche als „ältestes“ Denkmal der

Stadt. Vor einer Kristall-Flasche in der Ausstellung wird die

Sage vom „schwarzen Bruno“ erzählt: Ein Zauberer bannte

ihn wegen seines liederlichen Lebenswandels in eine Kristallflasche.

Sie ruht nun auf dem Grund der Pleiße …

Sagen haben neben ihrer Fantastik auch einen realen Bezug

zum Leben. Unsere Exponate beflügeln die Phantasie der

Schüler. „Es könnte so sein oder auch nicht …“, sofern uns

die Kunstobjekte Anlass zum freien Assoziieren geben.

Eines der interessantesten Ausstellungsgespräche für Schüler

ab Klassenstufe 5.

deutsch

Sagen / Klasse 5

Nach dem Ausstellungsgespräch wählen die Schüler, einzeln

oder als Gruppe, ein Kunstobjekt, das ihnen als Grundlage für

eine selbst erfundene „Sage“ dient. Es ist ein phantasievolles

Spiel mit Worten und Emotionen.

Dauer: 90 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

Lehrplan-Zitate

• Kennen der Merkmale von Sagen. Sich positionieren zu

Orts- und Heimatsagen. Fantastisches und Wirkliches

• Lesen, vorlesen, aktiv zuhören. Gelesenes nacherzählen,

Gehörtes, Gesehenes erzählen. Mündlich und schriftlich,

nach Bildern. Erzählwettstreit. Fantasiegeschichten schreiben


Ein Held wie Herkules

Kaum eine Kultur des Altertums inspirierte die Literatur der

Neuzeit so nachhaltig wie die der griechischen Antike. Was

wäre die deutsche Klassik ohne die epischen Schöpfungen

eines Homer. Nicht allein die Literatur, auch die freien Künste

und nicht zuletzt das Kunsthandwerk ließen sich von den

„großen Darstellungen“ der griechisch-römischen Kunst

inspirieren. Davon legt die Sammlung unseres Museums ein

deutliches Zeugnis ab.

Die Schüler lernen während der Führung Mythen der griechischen

und römischen Antike kennen. Der letzte Lebensabschnitt

des in der Antike sehr beliebten Heros Herkules und

seine tragische Liebe zu Deianeira kommen ebenso zur Sprache

wie das vergebliche Liebeswerben Apollons um Daphne.

Wendige Tritonen, in Muscheln blasend, und Nymphen, einem

bacchantischen Reigen lauschend, beleben unser Ausstellungsgespräch.

Eine Leinwandbespannung mit Malereien

antiker Ruinen, wie sie Reisende des 18. Jahrhunderts in

Rom vorfanden, macht das Ausstellungsgespräch zu einem

bleibenden Erlebnis.

Den Schülern werden Götter- und Heldensagen vor ausgewählten

Kunst objekten nahe gebracht.

Dauer: 60 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

deutsch

Mythen Götter Helden/Klasse 6

Zusätzliches Angebot

Wer der Führung aufmerksam folgt, wird die Lügengeschichte

rasch entwirren können.

Dauer: 60 Min.

Lehrplan-Zitate

• Götter- und Heldensagen, Erzählungen, Auszüge aus

Kinderbüchern. Sagen und Mythen. Sagen der deutschen

Literatur. Mythen und Sagen der europäischen Literatur.

Helden- und Göttersagen der griechischen Antike

• Helden in Geschichte und Gegenwart. Handlungsweisen

und -motive von literarischen Figuren in Ausnahmesituationen

• Zwischen realen und fiktiven Welten unterscheiden


Ein Trinkglas für eine Reliquie?

Während ihres Rundgangs durch die Ständige Ausstellung

lernen die Schüler, sich zu Kunstwerken von der Antike bis

zum 19. Jahrhundert zu positionieren. Zur Auswahl stehen

verschiedene Themen, die dem Geschichtswissen von

Schülern der Klassenstufe 7 entsprechen: Artefakte aus dem

antiken Ägypten, Griechenland und Rom; Beispiele profaner

und sakraler Kunst vom Mittelalter bis zum Barock. Abschließend

wird den Schülern ein Kunstobjekt bzw. ein Ensemble

von Objekten Ihrer Wahl zum Sammeln von Informationen

für ein Aufsatzthema vorgestellt. In solchen Gesprächen vor

Originalen werden die ‚äußeren‘ Daten des Objekts ebenso

zur Geltung kommen wie das subjektive Empfinden des

einzelnen Schülers. Sachkenntnis verbindet sich mit ästhetischen

Vorstellungen. – Wir organisieren für Ihre Schüler ein

Gespräch vor Kunstobjekten, von denen wir annehmen, dass

sie nicht selbstverständlich zum Allgemeinwissen gehören:

Geheimnisvolle Grabbeigaben der Antike; eine Schleifkanne

der Laubaner Hufschmiede; ein Palmesel-Christus, den man

zu Osterprozessionen durch die Straßen zog; zwei Exemplare

des Narwalzahns, dem vor Jahrhunderten auch magische

Wirkung zugeschrieben wurde, weil man ihn für das Horn

des Einhorns hielt. Die sehr interessanten kulturhistorischen

Verweise solcher Objekte fordern die Konzentration und die

Bereitschaft der Schüler heraus, sich mit unbekannten

Themen mündlich und schriftlich auseinander zu setzen.

Dauer: 60 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

deutsch

Aufsatz / Klasse 7

Zusätzliches Angebot

Vor den Originalen realisieren die Schüler ihre Schreibversuche.

Vor allem das genaue sprachliche Erfassen, die Beschreibung

des Kunstobjekts, kann geübt und in einer gemeinsamen

Lektüre präsentiert werden.

Dauer: 90 Min.

Lehrplan-Zitate

• Anwenden von Verfahren des Beschreibens und Berichtens

• Sachliches und subjektives Beschreiben; Kunstwerke

• Verknüpfen beschreibender und berichtender Elemente


Glaube, Mythos, Religion –

„Himmlische Geschichte der Menschheit“

Ein marmornes Weiblichkeitsidol der Kykladeninseln steht am

Anfang des Ausstellungsgesprächs, das sich den Ursprungsmythen

und Anfängen menschlicher Kultur widmet.

Im Leben der Ägypter spielte bis zum Ende der Pharaonenzeit

die Vorbereitung auf den Tod eine zentrale Rolle. Eine

Uschebti-Figur gibt Auskunft, was es mit dem „Antworter“

im Jenseits auf sich hatte. Skarabäen galten als Verkörperung

des Urgottes Chepre, der „von selbst wurde“. Die Schüler

erfahren, warum die Ägypter das Käfertier auch mit einer

Sonnenscheibe auf dem Haupt darstellten.

Das Gespräch setzt sich fort vor der bronzenen Statuette

eines „Angreifenden Herkules“. Die heldenhafte Bewältigung

zahlreicher Aufgaben sicherte dem Heros seine Aufnahme

in den Götterkreis des Olymp.

Im Raum Mittelalter wechselt das Gespräch zu biblischen

Inhalten der Schöpfungsgeschichte. Wie Gottvater das erste

Menschenpaar Adam und Eva aus dem Paradies vertreibt, ist

auf einer Ofenkachel, die Darstellung des Südenfalls auf einer

sogenannten Aderlass-Schüssel zu sehen.

Die Antikenrezeption und die Bezugnahme auf biblische

Themen zieht sich wie ein roter Faden durch die europäische

Kunstgeschichte. In der Ausstellung erfahren die Schüler,

dass mythologische und christliche Inhalte bis in unsere Tage

ihre Kraft als Bildungs- und Glaubensinhalte bewahrt haben.

Je nach Klassenstufe kann das Ausstellungsgespräch sich

stärker entweder auf antike Mythologien oder auf Inhalte des

christlichen Glaubens konzentrieren.

Dauer: 60 Min. Kosten pro Schüler: 1,00 €

ethik / religion

Schöpfung Mensch / Klasse 5–7

Lehrplan-Zitate

• Verschiedene Medien zur Informationsbeschaffung

• Einsichten in mythische Vorstellungen vom Ursprung des

Lebens. Altägyptische und griechische Mythen, Schöpfungsgeschichten

der Bibel

• Mensch als Gegenüber der Natur. Schönheit der Natur


Jesus von Nazareth

Die halbplastische Darstellung eines Christus-Kopfes auf einer

Wandfliese stimmt die Schüler auf das Thema ein.

Die Keramik stammt aus dem ehemaligen Pauliner-Kloster

zu Leipzig. Dort zierte sie neben weiteren Christus-Köpfen

die Außenwand des Schlafsaals der Mönche. An dem Bildnis

lässt sich ablesen, wie man sich vor 400 Jahren das Antlitz

Jesu vorstellte.

Der Jesusknabe als geschnitzte Holzfigur eines Altaraufsatzes

und der spätgotische Palmesel-Christus repräsentieren wichtige

Lebensabschnitte. Biblische Texte, in denen „biografische“

Daten enthalten sind, werden während des Ausstellungsgesprächs

vorgelesen. Den Schülern werden auf diese

Weise auch wichtige Jahresfeste wie Ostern, Pfingsten

oder Weihnachten bewusst. In Kabinetträumen, welche der

sakralen Schatzkunst gewidmet sind, erfahren die Schüler

Interessantes über das religiöse Brauchtum im Christentum.

Abendmahlsdarstellungen, reich bestickte Priestergewänder,

silbervergoldetes Altargerät, zahlreiche Kruzifixe, Hostienbehälter

sowie die holzgeschnitzte Kanzel aus einer niederländischen

Kirche runden das Ausstellungsgespräch ab.

Dauer: 60 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

ethik / religion

Jesus / Klasse 7

Lehrplan-Zitate

• Kennen der Ursprünge des Christentums. Jesus von Nazareth


Islam

Im zweiten Abschnitt der Ständigen Ausstellung lernen die

Schüler vielfältige Ausdrucksformen islamischer Kunst und

Religion kennen. Sie erfahren, dass Religion im Alltagsleben

von Muslimen traditionell eine große Rolle spielt. Wer war

die Person Muhammad, der den Koran ‚als das unmittelbare

Wort Gottes‘ vor 1400 Jahren empfing? Wie werden Judenund

Christentum im Koran zitiert? – Wir legen mit den

Schülern die gemeinsamen Wurzeln der drei monotheistischen

Religionen frei.

Die ausgestellten Kunstobjekte verweisen auf Herkunftsländer

zwischen Indien und Ägypten; die Mehrzahl stammt aus

Persien. Auf Keramiken, Metallgefäßen, Textilien und

Miniaturmalereien wechseln literarische Themen mit der

Darstellung höfischer Szenen ab. Augenfällig in der Kunst

ist die Verwendung filigran gezeichneter Arabesken, von

Blattmotiven und Blüten, sowie die Vorliebe für Stilisierungen

von Menschen- und Tierfiguren, die sich ohne Perspektive

in das Ornament einfügen.

Die Schüler lernen die religiösen Gründe des Bilderverbots

im Islam kennen. Sie verstehen, warum regelmäßig in der

sakralen, aber auch profanen Kunst Zitate aus dem Koran und

den Hadithen erscheinen. Auf einer sog. magischen Schale

wurden religiöse Texte in 12 blattförmige Kartuschen graviert.

Die Zahl verweist auf die 12er-Schia. Sunnitisch, schiitisch

– welche Glaubensrichtungen verbergen sich dahinter?

Die Schüler erkennen, dass es keine einheitliche islamische

Kunst gibt und viele Kulturen bzw. Kunstströmungen

zwischen Südeuropa und Turkestan bereits ab Mitte des

8. Jahrhunderts ihre Spuren hinterließen.

Schon immer genoss die Kalligrafie besonderes Ansehen.

Segenssprüche, mit denen man sich den Beistand Allahs

sichern wollte, befinden sich auf ausgestellten Kriegshelmen,

Metallschalen, Koranbehältern, Wasser- und Gewürzbecken.

Vor einer Derwish-Axt thematisieren wir Inhalte der islamischen

Mystik, die nach wie vor ihren deutlichen Ausdruck in den

religiösen Praktiken moderner Sufi-Orden findet.

Das Ausstellungsthema kann mit einem Exkurs in die für

Europa so fruchtbringenden Ergebnisse arabischer Wissenschaften

und Medizin während des Mittelalters erweitert

werden. Auch der Einfluss Europas auf islamische Gesellschaften

wird anhand von persischen Kunstobjekten vor

allem des 19. Jahrhunderts eindrucksvoll aufgezeigt.

Dauer: 60 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

ethik / religion

Islam / Klasse 7

Lehrplan-Zitate

• Einblick gewinnen in Erscheinungsformen des Islam und in

die islamisch geprägte Kultur

• Gemeinsamer Ursprung der monotheistischen Weltreligionen

• Islamische Architektur und Kunst, Literatur und

Wissenschaft

• Bilderverbot

• Koran, Sunna und Hadith


Wiederentdeckt, bestaunt und nachgeahmt:

die Antike

Spätestens seit der Renaissance wirkten Denkmäler der

Antike vorbildhaft auf die europäische Kunstentwicklung ein.

Weder das Barock und Rokoko noch der Klassizismus sind

ohne die Formen- und Bildersprache der Antike denkbar. Das

mythologische Wissen schöpfte man zu Beginn der Neuzeit

gern aus den ‚Metamorphosen’ des Ovid. Das poetische Werk

des römischen Dichters beflügelte die Phantasie zahlreicher

Künstler: Druckgrafiken dienten als Vorlagenblätter und

fanden großen Absatz in den Werkstätten und Ateliers.

Gleich im ersten Raum unserer Ständigen Ausstellung werden

originale antike Kunstobjekte präsentiert. Drei Hochkulturen

kommen hier zur Darstellung: Ägypten, Griechenland, Rom.

Eine Osiris-Bronze des ersten vorchristlichen Jahrtausends

stimmt die Schüler auf das im alten Ägypten so beherrschende

Thema des Toten- und Grabkults ein. Weihgaben und die

Bildmotive auf einer Mumien-Kartonage verweisen auf

geheimnisvolle Gottheiten.

Ohne Zweifel gehört ein kleiner Kugel-Aryballos zu den sehr

interessanten Objekten in den Vitrinen der griechischen

Antike. Seine Form zeichnet sich durch einen stark eingezogen

Hals über der Gefäßschulter aus: Indem sie ein dünnes

Seil darum wickelten, trugen Sportler das mit beduftetem

Körperöl gefüllte Gefäß am Handgelenk.

Weiter führt der Rundgang in die Zeit der alten Römer.

Ein rückseitig gravierter Handspiegel zeigt die Szene eines

Gastmahls; auf einem zierlichen Glasfläschchen entdecken wir

goldemaillierte Faustkämpfer; feines rotbraunes Tafelgeschirr

zeugt von der hohen Töpferkunst der damaligen Zeit.

Während die erste Schüler-Gruppe eine Führung im ersten

Raum mit den Originalen antiker Kunst erhält, begibt sich

die zweite Gruppe auf ihren Streifzug durch die europäische

Kunstentwicklung. Wegmarken kennzeichnen die Stationen,

an denen die Schüler sich selbstständig mit dem Schüler-

Skript die Informationen erarbeiten. Nach ca. 40 Minuten

tauschen wir beide Gruppen.

Dauer: 90 Min. / Kosten pro Schüler: 1,00 €

Zusätzliches Angebot

geschichte

Antike/Klasse 5

In Form eines Quiz werden die gesammelten Erkenntnisse

geprüft und noch einmal diskutiert.

Dauer: 30 Minuten

Lehrplan-Zitate

• Ägypten als eine frühe Hochkultur

• Aspekte der Lebenswelt im antiken Griechenland

• Die Bedeutung gegenständlicher Quellen anhand des

antiken Griechenlands

• Leben und zivilisatorische Leistungen im antiken Rom


Napoleon und seine Zeit

Wer Kunstwerke wie diese vor 200 Jahren erwarb, bewies

klassische Bildung und eine Vorliebe für klare Formen und

edle Materialien.

Ungefähr zeitgleich zum vorrevolutionären Klassizismus

eines Louis-seize-Stils stand in England das Bemühen Josiah

Wedgwoods (1730 – 1795), in einer außergewöhnlichen

Keramikproduktion antike Vorbilder zu kopieren. Wedgwood

zählte mit seinem Unternehmen zu den sehr erfolgreichen

Keramikzentren seiner Zeit, die frühzeitig den Schritt in die

Industrialisierung wagten.

Das Kunstideal der französischen Revolution lag in der

griechisch-römischen Antike begründet. Die Frauenmode

wurde bequemer: helle, weite Gewänder dominierten. Sie

hatten nichts mehr von der Exzentrik barocker Reifrockmode.

Selbst das Mobiliar atmete nun den antiken Geist, wie eine

Original-Recamière in der Ausstellung zeigt.

Aber einige Kunstwerke in der Ausstellung reflektieren auch

einen ägyptisierenden Stil. Die Schüler erfahren etwas über

die Begeisterung der Franzosen für die alte ägyptische Kunst

im Gefolge des Kriegsfeldzugs Napoleon Bonapartes im Land

am Nil. Der sogenannte Napoleon-Stil prägte Europa ab 1805:

Urnen, Girlanden, Kränze und Schwäne, aber auch Chimären

und Palmetten bestimmten das Erscheinungsbild des Empire.

Dem Repräsentationsbedürfnis im Kaiserreich entsprach

wieder die Gestaltung in kräftigen Farben und Gold.

Als Berliner Beitrag zum europäischen Klassizismus kann der

Ende des 18. Jahrhunderts in Mode kommende Eisenkunstguss

gewertet werden. Bis 1815 entstanden mehrere preußische

Gießereien, die Entwürfe so namhafter Künstler wie

Karl Friedrich Schinkels, Christian Daniel Rauchs oder Johann

Gottfried Schadows realisierten. Weltweiten Ruf erlangte

auch filigraner preußischer Eisenschmuck. Im Verlauf der

Befreiungskriege vermittelte das Tragen solchen Schmucks

unter dem Motto der preußischen Prinzessin Marianne‚ Gold

gab ich für Eisen’ patriotische Gesinnung.

Dauer: 90 Min. / Kosten pro Schüler: 1,00 €

Lehrplan-Zitate

geschichte

Klasse 7

• Ordnung Europas durch Napoleon


Sturzbecher und Bogenfibeln

Kunsthandwerkliche Zeugnisse des Mittelalters vermitteln den

Schülern ein anschauliches Bild von den Lebensgewohnheiten

in vergangenen Zeiten. Fränkische Glasbecher und -flaschen,

die sich teilweise unbeschadet erhalten haben, versetzen

nicht nur jüngere Besucher in Erstaunen. Silbervergoldete

Fibeln und bronzene Gürtelschnallenbeschläge wurden aus

Frauen- und Männergräbern geborgen. Was sie uns im

Ausstellungszusammenhang mit anderen Exponaten zu

berichten haben, erfahren die Schüler auf ihrer Zeitreise bis

zum Ausgang der Spätgotik. Vor den farbig gefassten und

prächtig vergoldeten Schnitzfiguren eines Altaraufsatzes

treten wir in einen imaginären Dialog zum Beispiel mit der

Gestalt des Heiligen Nikolaus. Süße Gaben erwartet jedes

Kind von ihm in der Nacht zum 06. Dezember. Aber kennt es

auch den Ursprung dieses Brauchs?

Ein sehr interessantes Ausstellungsgespräch, das zusammen

mit den Schülern die Ursprünge auch heutiger Alltagskultur

freilegt. Denn in vielem haben sich zum Beispiel die Gefäßformen

kaum verändert, sind ihre Materialien gleich geblieben und

haben auch die Technologien ihrer Herstellung sich trotz industrieller

und High-Tech-Revolution bis in unsere Tage bewahrt.

Dauer: 60 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

Zusätzliche Angebote

Das Quiz kann beginnen! Aus dem Gespräch gehen die richtigen

Antworten auf unsere Quiz-Fragen hervor. Sachpreise

winken dem fleißigen Punkte-Sammler.

Dauer: 45 Min.

geschichte

Mittelalter / Klasse 6

Lehrplan-Zitate

• Alltagsleben im Mittelalter. Kirche und Religion

• Übergangsprozess von der römischen Antike zum europäischen

Mittelalter. Handel. Christlicher Glaube, Kulturgüter.

Frankenreich Karls des Großen um 800

• Aspekte des Lebens in einer mittelalterlichen Stadt. Zunft,

Gilde. Verschiedene Formen religiösen Lebens. Frömmigkeit,

Durchdringung aller Lebensbereiche, Kloster


Das weiße Gold aus Sachsen

Während des Ausstellungsrundgangs erhalten die Schüler

interessante Informationen über die Erfindung des europäischen

Hartporzellans durch Johann Friedrich Böttger. 1682

in Schleiz geboren, verbrachte Böttger Kindheit und Jugend

in Magdeburg. Ab 1696 begann er seine Lehre als Apothekergehilfe

in der Zornschen Apotheke in Berlin. Für geheimnisvolle

Experimente nutzte der junge Alchimist auch nachts

das „Labor“ seines Arbeitsgebers: Gold wollte er herstellen.

Seiner Verhaftung in Berlin entzog er sich durch die Flucht

nach Wittenberg. Hier nahm ihn aber Kurfürst August der

Starke gefangen. Nach zahllosen Experimenten gelang es

Böttger schließlich in Dresden, der Zusammensetzung des

begehrten Porzellans auf die Spur zu kommen.

Wissenschaftliche Unterstützung erhielt er vom Hofmathematiker

Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. – Anhand der Biografie

Johann Friedrich Böttgers, die sich wie ein spannender

Abenteuerroman liest, erhalten die Schüler Einblick in eine

historische Umbruchszeit zu Beginn des 18. Jahrhunderts.

Wissenschaft und Alchimie standen damals noch eng

beieinander. Farben, Formen, Materialbeschaffenheit und

nicht zuletzt die Markungen des edlen Porzellans verweisen

auf wichtige historische Zusammenhänge.

Dauer: 60 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

Zusätzliche Angebote

Das Quiz kann beginnen! Aus dem Gespräch gehen die richtigen

Antworten auf die Quiz-Fragen hervor.

Lehrplan-Zitate

Dauer: 45 Min.

• Einblick gewinnen in kulturelle Leistungen des Barock

• Sachsen unter August dem Starken

• Regionalgeschichte

geschichte

Handwerk in Sachsen / Klasse7


Die Goldenen 20er Jahre

Einen Eindruck der sogenannten Goldenen 20er Jahre

gewinnen wir anhand von Kunstobjekten des Bauhauses

und des Art Déco. Auf der einen Seite ist die Zeit nach

dem 1. Weltkrieg von Wohnungsnot und sozialer Armut

in breiten Bevölkerungsschichten geprägt. Unter dem

Einfluss des Deutschen Werkbundes und der holländischen

de stijl-Bewegung entwickelten in dieser Zeit vor allem

Künstler am Weimarer Bauhaus Möbeltypen und Entwürfe

für Wohnräume, die diesem Umstand Rechnung trugen.

Ein Höhepunkt des frühen Funktionalismus stellte 1927 die

im Rahmen einer internationalen Architekturausstellung

errichtete Weißenhofsiedlung bei Stuttgart dar. Renommierte

Architekten und Entwerfer wie Le Corbusier, Walter

Gropius, Mart Stam oder Mies van der Rohe verliehen

hier ihren Vorstellungen vom „neuen Wohnen“ Ausdruck.

Wohnungstypen entstanden, denen leichte und Transparenz

ermöglichende Möbel entsprachen.

Die von Marcel Breuer 1925 entwickelten Stahlrohrmöbel

verdeutlichen die Situation ebenso wie die praktischen von

Marianne Brandt entwickelten Leuchtentypen.

Aber Ludwig Mies van der Rohe führt uns mit dem berühmten

Barcelona-Sessel auch vor Augen, dass die reine Funktionalität

nicht genügte. Für vermögende Käufer ab Mitte der

20er Jahre favorisierte der Künstler kostspielige Materialien

wie Onyx, Chrom und elegantes Leder.

Die politisch turbulente Zeit der 20er Jahre kann auch am

Schicksal des Bauhauses selber nachempfunden werden.

1924 bewirkte ein Rechtsruck im Weimarer Landtag einschneidende

Budget-Kürzungen für das Ausbildungsinstitut.

Walter Gropius musste sich nach einem neuen Standort

umschauen. Die Wahl fiel auf Dessau. Mit der zunehmend auf

rechtsnationalen Gedanken fußenden Politik in Deutschland

fand auch unter den Künstlern eine starke Polarisierung statt.

Als letzter Direktor versuchte Mies van der Rohe, das nun in

Berlin ansässige Bauhaus zu einem privaten Unternehmen

zu machen. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten

Anfang der 30er Jahre stand dem jedoch eine Ideologie

entgegen, die zur Schließung der Schule führte.

Dauer: 90 Min.

Kosten pro Schüler: 1,00 €

geschichte

20. Jahrhundert / Klasse 9


Schüler-Spezial

Xocolatl. Europa trinkt neu

Kakao, Tee und Kaffee – drei Getränke, die wir heute

nicht mehr missen wollen, kamen vor ca. 500 Jahren

nach Europa. Im Zusammenhang damit entwickelten

sich neue Gefäßtypen zum Einschenken und auch

zum Trinken. Den Umbruch der Trinksitten in dieser

Zeit verdeutlicht die Sammlung aber auch anhand

von Krügen, Humpen und bis zu 5 Liter fassenden

Gläsern, aus denen bis weit in die Neuzeit hinein

Unmengen von Alkohol getrunken wurden. Erst mit

den drei Heißgetränken wandelten sich allmählich die

Trinkgewohnheiten. Die adligen Damen in den Salons

und später auch Bürgerfrauen waren nun in der Lage,

„trinkend“ zur geselligen Plauderei einzuladen: Das

Kaffeekränzchen entstand. Die neuen Modegetränke

wurden zunehmend verfeinert, der Kakao mit allen

erdenklichen Gewürzen getrunken. Der kleine Löffel

kam auf, den man ja zuvor eher selten brauchte; auf

die Untertasse goss man das Heißgetränk zur Abkühlung.

– Nach der halbstündigen Gesprächsführung in

der Ständigen Ausstellung laden wir Sie mit Ihren

Schülern zur Verkostung von verschiedenen Kakaoproben

ein und erzählen etwas über den Brauch der

Azteken, das Königsgetränk der „Götterbohne“ auch

aus goldenem Becher zu trinken, mit Wasser vermischt

und manchmal ungesüßt – ein Muntermacher,

der über den ganzen Tag hielt.

Ab 13 Jahre, 45 Minuten (1,00 € / Schüler)

Verkostung (30 Minuten): 2,00 € / Schüler


Service

grassi

Johannisplatz 5–11, 04103 Leipzig

www.grassimuseum.de

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag und Feiertage 10–18 Uhr

Montag und 24.12./31.12. geschlossen

Information und Anmeldung:

Axel Menz

0341/22 29-114

axel.menz@leipzig.de

Bitte nutzen Sie für Ihre Anmeldungen auch das

Kontaktformular auf unserer Internetseite unter

www.grassimuseum.de/Service/Kontakt.

Kosten pro Schüler:

Eintritt bis 18 Jahre

frei

Führung in der Ausstellung 1,00 €

Begleitpersonen haben freien Eintritt. Wir empfehlen

Ihnen, als Erstes die Kasse aufzusuchen, wo wir Ihre

Gruppe in Empfang nehmen.

Anreise bis Johannisplatz/Grassimuseum mit den

Linien 4, 7, 12 und 15

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