Klimaschutz: Plan B. Nationales Energiekonzept bis ... - Greenpeace

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Klimaschutz: Plan B. Nationales Energiekonzept bis ... - Greenpeace

• ein schnellstmöglicher Ausstieg aus der Braunkohleverstromung,

verbunden mit einem Verzicht auf den Neubau von Braunkohlekraftwerken

• Sicherstellung eines ungehinderten Zugangs unabhängiger

Kraftwerksbetreiber zum Strom- und Gasmarkt

• keine Anrechnung von Aufforstungsprojekten als nationale Klimaschutzmaßnahmen

(stattdessen Schutz der Urwälder) 19

• (derzeitiger) Verzicht auf die Anrechnung von Emissionsgutschriften aus

dem Clean Development Mechanism, d.h. Konzentration der

Minderungsanstrengungen auf nationale Maßnahmen 20

• keine Nutzung von Kohlendioxid-Abscheidungs- und -speicherungsmaßnahmen

21

Greenpeace kämpft zudem seit 30 Jahren für den Atomausstieg und spricht sich

angesichts der weiter bestehenden substantiellen Sicherheitsprobleme, der

Umweltzerstörung durch den Uranabbau, der ungeklärten Entsorgungsfrage und

der Gefahr einer Verbreitung von kernwaffenfähigem Material (Proliferation) für

einen vorzeitigen Atomausstieg bis zum Jahr 2014/15 aus. Die derzeit von

verschiedenen Seiten in die öffentliche Diskussion eingebrachten

Laufzeitverlängerungen bestehender KKW werden in jeder Hinsicht abgelehnt.

Dass Laufzeitverlängerungen zu klimapolitisch kontraproduktiven Entwicklungen

führen können, wenn sie mit einer Verzögerung ambitionierter Reduktions-

19 Von einer Anrechnung wird abgesehen, da Wälder keine permanenten Kohlendioxid-

Speicher darstellen. Eine Anrechnung reduziert darüber hinaus den notwendigen Druck

zum Umbau der Energieversorgung weg von fossilen, klimaschädlichen Energieträgern hin

zu nachhaltigen Erneuerbaren Energien.

20

Die Nutzung von CDM-Projekten verlangsamt Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und

Emissionsminderung im eigenen Land. Alte Kohlekraftwerke können so in Deutschland

weiter betrieben werden. Der Nachweis, dass Industrieländer Emissionen reduzieren

können, ohne ihre wirtschaftliche Entwicklung zu behindern, wird nicht erbracht. Dies ist

ein schlechtes Signal für die anstehenden internationalen Verhandlungen über

zukünftigen Klimaschutz nach 2012.

21 Kraftwerke mit CO 2 -Abscheidung stehen in kommerziellem Maßstab bis 2020 nicht zur

Verfügung. Wichtiger noch, ist es für eine nachhaltige Energieversorgung nicht zielführend,

eine Technologie nutzen zu wollen, die als Abfallprodukt große Mengen an CO 2

produziert, die dann im Untergrund gelagert und langfristig überwacht werden müssen.

Darüber hinaus reduziert eine CO 2 -Abscheidung den Wirkungsgrad der Kraftwerke

erheblich, was im Endeffekt zu einem höheren Bedarf an fossilem Brennstoff führt.

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