Schwarzbuch Versorgungssicherheit - Greenpeace

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Schwarzbuch Versorgungssicherheit - Greenpeace

30 Erneuerbare Energien

weder direkt als Wärmeenergie oder aber zur

Erzeugung von Strom und in der Kraft-Wärme-Kopplung

genutzt wird. In Deutschland

erzeugt bislang nur ein einziges Kraftwerk in

Neustadt-Glewe Strom aus Erdwärme. Der

Anteil der Geothermie an der Strombereitstellung

bewegt sich daher auch noch im Promillebereich.

Langfristig bietet die Geothermie in

Deutschland das größte Potenzial für die

Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.

Abhängig vom Grad der Wärmenutzung

könnte mit Geothermie 35 Prozent des gegenwärtigen

Strombedarfs gedeckt werden.

Der entscheidende Vorteil ist ihre so genannte

Grundlastfähigkeit, da sie rund um die Uhr

und unabhängig vom Wetter zur Verfügung

steht.

Die Förderung durch die Bundesregierung

muss dringend verstärkt werden, damit die

technischen und finanziellen Herausforderungen

gemeistert werden können. Es sind

insbesondere mittelständische Unternehmen,

die in diesem Bereich tätig sind und eine entsprechende

Unterstützung brauchen.

Wärmeerzeugung aus erneuerbaren

Energien

Rund 60 Prozent des Endenergieverbrauchs

in Deutschland entfallen auf die Wärmebereitstellung.

Nur ein Anteil von 5,4 Prozent

stammt dabei aus den erneuerbaren Energien,

vorrangig aus der Biomasse. Das technisch

nutzbare Potenzial der erneuerbaren Energien

aber liegt laut Bundesumweltministerium bei

55 Prozent des derzeitigen Wärmebedarfs.

Die Möglichkeiten zur Wärmeerzeugung aus

erneuerbaren Energien sind also noch lange

nicht ausgeschöpft.

Bislang kam das Marktanreizprogramm der

Bundesregierung zur Förderung erneuerbarer

Energien vor allem den Wärme erzeugenden

Technologien zugute. Nicht zuletzt in Folge

der steigenden Preise für Öl und Gas wurden

in 2005 so viele Anträge auf Förderung eingereicht,

dass die Mittel des Bundes schon im

Herbst verbraucht waren.

Es ist deshalb notwendig, ein Förderprogramm

aufzulegen, dass sich an den Ausbauzielen

für erneuerbare Energien orientiert und

nicht an der jeweiligen finanziellen Haushaltslage.

Konsequent genutzt, kann die regenerativ

erzeugte Wärme bis zu 187 Millionen Tonnen

des Triebhausgases Kohlendioxid einsparen,

das sind mehr als 20 Prozent des Ausstoßes.

Fazit

Das EEG und das Marktanreizprogramm

der Bundesregierung haben den Ausbau der

erneuerbaren Energien erheblich befördert.

Deutschland wird seine auf europäischer

Ebene vereinbarten Ziele voraussichtlich erreichen.

Vor allem die Regelungen nach dem

EEG könnten wegweisend für den Umbau der

Energieversorgung in ganz Europa sein. In

ihrem Bericht vom Mai 2004 hat die EU-Kommission

festgestellt, dass lediglich Deutschland,

Dänemark, Spanien und Finnland auf gutem

Weg in der Umsetzung ihrer nationalen Ziele

sind, damit der Anteil regenerativer Quellen

an der Stromerzeugung bis 2010 europaweit

auf 21 Prozent gesteigert werden kann. Das

Potenzial der erneuerbaren Energien aber ist

bis dahin nicht annähernd ausgeschöpft.

Bei den Verbrauchern stößt der Ausbau

regenerativer Energien auf Zustimmung. Das

zeigt allein die Nachfrage nach den Fördermitteln

für Projekte zur Wärmeerzeugung. Ein

künftiges Gesetz zur Förderung von Wärme

aus erneuerbaren Energien sollte sich deshalb

an ihren Bedürfnissen und am jeweiligen Angebot

an regenerativen Energien orientieren

– inklusive einer Beratungspflicht.

Neben der Sicherstellung eines diskriminierungsfreien

Zugangs zum Stromnetz durch

die neue Bundesnetzagentur ist eine verbesserte

Stromkennzeichnung notwendig, damit

die Kunden fundiert über die Herkunft ihres

Stroms entscheiden können.

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