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FÜr dIe generAtIOn 50 PluS In der dg okt./noV./deZ. 2013 | 19

Bild: Anna Lena Mutter

hUMOR

ein kreativer Weg,

das Leben zu meistern


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Mo. 8.00–17.00 Uhr Di.–Fr. 08.00–18.00 Uhr

Sa. und So. 10.00–19.00 Uhr

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• Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist jeweils der 10. des Ausgabemonats.

Anzeigen

• Die Anzeigenpreisliste wird auf Wunsch zugeschickt. Das Senio Magazin informiert

Sie gerne auch persönlich.

• Unmoralische oder unvertrauliche Anzeigen werden nicht angenommen.

• Das Senio Magazin darf über die Platzierung der Anzeigen entscheiden.

• Anzeigenannahmeschluss für die nächste Ausgabe ist jeweils der 18. des

Ausgabemonats.

Die nächste Senio Magazin DG Ausgabe

erscheint am 07. Januar 2014.


InhAlt

titElthEMA

23 humor - ein kreativer Weg, das

Leben zu meistern Rolf d. hirsch

EhrEnAMtlichE ArBEit

4 Ehrenamt live

AnSichtEn

5 Dorf Meyerode Kurt Andres

noStAlGiE

6 früher war alles viel besser!

Josef Stiel u. Karl Pütz Josef Römer

kunSt & kultur

8 „winterlights“ in luxemburg

„QuEr · fElD · Ein“

Das alltäglich Absurde

couven klangwelten

nikolausfahrten

mit der Selfkantbahn

Benefizkonzert

Menschenbilder

JAhrESZEitEn

10 Abschied vom Sommer

Ingeborg lenné

Spätsommer wolfgang Prietsch

SEniorEn SchrEiBEn

12 Es gibt sie wirklich, die vielen

tage mit Goldrand!

Die Marktschwärmer gisela Brossel

13 Dank an die landfrauen!

thea fortkemper

Josef & Josef Inge gerdom

19 Ein Gast Peter J. heuser

20 carpe diem Karin Peters

Da bist du ja!

herbst Josefine Kühnast

21 Schnellere wohnungsanpassungen

ermöglichen

Sex im Altersheim Maria Köttgen

Den ruhestand richtig planen

w. Müller

30 Sex im Alter Alois hendges

Das gemeinsame frühstück

erwin Bausdorf

31 Supermärkte - geheime

Verführer Peter J. heuser

BESonDErE ortE

14 Das haus der Väter, reise durch

die Zeit wolfgang schönrock

BEGEGnunGEn

18 hans Muff - aus meinem leben

Alfred Kall

lESEZEichEn

22 frau hermanns tägliche

Sammlung doro May

liEBEn, lAchEn, lEBEn

26 Denn meistens kommt es

anders... wolfgang Prietsch

Günter ist weg helga licher

GEDichtE

27 im herbst Brigitte Buchem

Der kleine Mann

Rosa hennes-deraideux

herbstliches phänomen hajo Mais

StErnStunDEn

28 luft, Erde, wasser, feuer:

Über die vier Elemente

helmut Bachmaier

ZuSAMMEnlEBEn

34 Die hölle, das sind die anderen!

wilhelm Müller

GlÜck iSt trAiniErBAr

35 Glück und Glas... helga licher

wir reisen mit leichtem Gepäck

Peter J. heuser

rEiSEBErichtE

36 was bleibt sind Erinnerungen

gisela unger

wEihnAchtEn

40 Der kopflose Josef Inge gerdom

Adventszeit Birgit Johanna frantzen

carlo‘s Stippvisite beim

christkind Josefine Kühnast

Zauberglanz hans-theo cloße

BittE lächEln

42 inne haltestellen

wir sind alle gern Zuhaus im Mehroder

weniger-Generationen-haus!

VorBEuGunG & GESunDhEit

44 Alkohol: Genuss- u. Suchtmittel

hartmut Kleis

Vorsicht Erkältungsgefahr!

wenn das herz aus dem tritt

kommt

GESEllSchAftSSpiElE

46 Sagaland - 32 märchenhafte Jahre

Berthold heß

untErhAltunG

11 Bilderrätsel nüsse

16, 33 Sudoku

17 Gripsgymnastik dieter h. K. starke

32 Gedächtnistraining Marion holtorff

38 Schwedenrätsel

47 Auflösungen

Liebe Leserinnen und Leser!

Jetzt halten sie schon unsere letzte Ausgabe

für dieses Jahr in händen. Aus organisatorischen

gründen stellen wir unsere

erscheinungsweise auf einen dreimonatlichen

Rhythmus um. unsere erste Ausgabe

in 2014 erscheint Anfang Januar. Ich hoffe,

sie nehmen es wie wir mit humor, denn wie

unser titelthema zeigt, kommt man damit

meistens besser durchs leben. und wir haben

diese erkenntnis auch direkt umgesetzt

und eine gehörige Portion humor in diese

Ausgabe gesteckt, damit Ihnen herbst und

winter sowie die wartezeit auf das nächste

senio nicht zu lang werden. dazu gibt es

wie immer eine vielfältige Palette an geschichten,

Rätseln und Infos.

ein schönes weihnachtsfest

und einen guten Rutsch ins

neue Jahr wünsche ich Ihnen!

iMPRessUM

Ihr G. Günal

herausgeber:

Günal Günal

Adalbertsteinweg 26

d-52070 Aachen

tel.: 0049 241 990 78 70

fax: 0049 241 990 787 44

e-Mail: post@senio-magazin.info

www.senio-magazin.info

Senio Magazin

Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens

e-Mail: info@senio-magazin.be

www.senio-magazin.be

redaktion: g. günal, R. steinborn,

M. holtorff, f. gass, n. Krüsmann,

n. ullmann

G r a fi k : A. elfantel

Anzeigen: grenz-echo

Eupen - u. fick:

tel.: 087 - 59 13 42, fax: 087 - 74 38 20

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St. Vith - E. Solheid:

tel.: 0479 - 98 08 32, fax: 080 - 22 65 91

e-Mail: erik.solheid@grenzecho.be

Druck: grenz-echo eupen

A u fl a g e : 15.000 Exemplare

An dieser Ausgabe haben mitgewirkt:

K. Andres, P.J. heuser, I. lenné, d. schmidt,

e. Bausdorf, w. Prietsch, g. Brossel, A. Kall,

w. Müller, B. heß, d.h.K. starke, I. gerdom,

J. Kühnast, M. Köttgen, h. licher, d. May,

B. Buchem, J. Römer, g. unger, A. hendges,

K. Peters, h. Kleis, h. Mais, w. schönrock,

R. hennes-deraideux, K. Rieger, h.t. cloße,

t. fortkemper, h. Bachmaier, R.d. hirsch,

B.J. frantzen.

Bürozeiten:

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Ruf. 087/59 13 03 - Fax 087/74 38 20

E-Mail guido.bertemes@grenzecho.be

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Ehrenamt live

Wollen Sie Ehrenamt „live“ erleben?

Beim Infomarkt „Ehrenamt

in der DG“ können Besucherinnen

und Besucher die gesamte

Vielfalt des Ehrenamts in der DG

kennenlernen.

ehrenAMtlIche ArBeIt 4

35 Organisationen aus allen ehrenamtsbereichen

stellen ihre Arbeit

und ihre Projekte vor - von Organisationen

aus dem Jugend- und seniorenbereich,

aus der entwicklungszusammenarbeit

und dem sportbereich, aus dem sozialbereich und

der Integrations- und stadtteilarbeit, aus der Beratungs- und Informationsarbeit

bis hin zu Patienten-selbsthilfegruppen und Initiativen,

die Asylsuchende und Migranten begleiten.

darüber hinaus haben die Organisationen ein buntes, vielfältiges

und spannendes Rahmenprogramm für sie zusammengestellt, u.a.:

• was leisten hilfshunde/

Blindenhunde?

• erste-hilfe-demonstration /

wenn es um „leben und tod“

geht... (laien-defibrillation)

• „Ballett meets Jazz dance“ und

„hiphop & Breakdance meets

Modern Jazz“ mit dem Jugendtanzensemble

„B&t“ aus walhorn

• Ausstellung „Project Portrait“ zur Person und zu den persönlichen

hintergründen von Asylsuchenden

• Präsentation der siegerband des Jukutu-Rock-festivals 2013

• europäischer freiwilligendienst und Möglichkeit von

Auslandsaufenthalten.

Im Kontext des Infomarktes gibt es zudem einen interessanten Vortrag

zu den chancen und Risiken von sozialen netzwerken (facebook

& co) für die Vereinsarbeit.

notieren sie sich den termin: samstag, den 19. Okt. 2013, ab 19 uhr,

sonntag, den 20. Okt. 2013 von 10 bis 16 uhr im triangel st. Vith,

Vennbahnstraße 2, www.triangel.com.

Weitere Informationen gibt es im Ministerium

der Deutschsprachigen Gemeinschaft

(E-Mail: dieter.gubbels@dgov.be) oder auf

www.dglive.be/ehrenamt. Die Veranstaltung

wird unterstützt von „europe direct“ und steht

im Kontext des REK-Projekts „Miteinander wirken

– Vereinsleben und Ehrenamt fördern“.


5 AnSIchten

Dorf Meyerode

Zwar gibt es direkte schriftliche Beweise

für das dorf Meyerode erst in einer urkunde

aus dem Jahr 1319, aber einige

steinerne funde belegen eine sehr frühe

Besiedlung des Ortes. In der unteren

Kirchenmauer befindet sich eine steinplatte

mit einem eingemeißelten Kreuz,

welche bei Renovierungsarbeiten an der

Kirche im Jahre 1953 aufgefunden wurde.

experten datieren diesen stein auf

das erste Jahrtausend, etwa zwischen

die Jahre 290 und 315. somit wäre diese

steinplatte eines der ältesten noch

erhaltenen christlichen Zeugnisse in der

deutschsprachigen gemeinschaft. historiker

nehmen weiterhin an, dass der

Römerweg Reims-Köln das dorf streifte,

denn 1893 wurden nördlich des dorfes

einige römische tongefäße aufgefunden.

der noch heute verwendete hausname

‚Burg‘ für das haus feyen in Meyerode,

Bei dieser Ansicht handelt es sich um eine

Fotokarte. Der Fotograf ließ das aufgenommene

Bild in den Standardmaßen

9 x 14 cm entwickeln. Auf die Rückseite

kamen dann die Hilfslinien für die

Adresse. Somit handelt es sich bei diesen

Fotokarten um Unikate oder Kleinserien.

Diese Ansicht stammt aus dem Jahr 1925.

Es handelt sich um eine Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg. Das Datum ist unleserlich,

aber auf der Rückseite finden wir einen Zensurstempel des Kaiserlich Deutschen

Feldpostamtes No. 11. Herausgeber dieser Karte mit Ansicht der noch heute

bestehenden Gastwirtschaft ‚An Terres‘e‘ war Gustav Scharbius aus Elsenborn-Ort.

der auf ein wehrhaftes oder befestigtes

haus hinweist, und nicht zu vergessen

die flur huntheim in der nähe des dorfes,

auf der, nach mündlicher Überlieferung,

ein herrenhaus gestanden haben

soll, sind ebenfalls Zeugen für eine lange

geschichtliche Besiedlung.

Auf dem weg nach eiterbach in der sogenannten

Kohlkaul befinden sich die

Überreste einer eremitage, die im Jahr

1749 durch den Meyeroder hubert nelles

errichtet wurde. dieser eremit brachte

im Jahre 1754 von einer Pilgerreise

nach Rom einige Kreuzpartikel mit, welche

heute in der Pfarrkirche aufbewahrt

werden. In der Pfarrkirche befindet sich

ebenfalls ein seitenaltar, der aus der eremitage

stammen soll.

während des Zweiten weltkriegs fanden

in der Ardennenoffensive heftige Kämpfe

in der umgebung von Meyerode statt.

Bei diesen einzelkämpfen in den wäldern

musste der 1st lieutenant eric wood sein

leben lassen. Zur erinnerung an ihn wurde

im wald, auf dem weg zur Kohlkaul,

ein denkmal errichtet.

Viele Jahre war das dorf der Verwaltungssitz

der gleichnamigen gemeinde Meyerode,

zu der die dörfer und weiler Meyerode,

Medell, wallerode, herresbach und eiterbach

gehörten. Bis zur gemeindefusion

im Jahre 1977 zählte die gemeinde rund

1.100 einwohner. Bei dieser umstrukturierung

der gemeinden wurden Meyerode,

Medell und herresbach der gemeinde

Amel zugeordnet, während wallerode

und eiterbach zur stadtgemeinde

st. Vith kamen.

Kurt Andres

Leider ohne Angabe des Herausgebers ist

diese Ansicht von Meyerode mit Poststempel

aus dem Jahr 1911. Hier war die Qualität

der fotografischen Ausrüstung noch

sehr ungenügend und so hat der Herausgeber

mit Stift die Konturen der Häuser

nachgezeichnet, um eine mehr oder weniger

scharfe Aufnahme zu produzieren.

Ein nicht beschriebene Ansicht vom

Jagdhaus Mayrode (!), und auch hier

wurde der Dorfname falsch geschrieben.

Herausgeber war diesmal

D. Lecoq aus Montenau.

Diese nicht beschriebene Karte stammt

aus der Zeit kurz nach dem Zweiten

Weltkrieg. Kurios ist hier die Schreibart

‚Meyrode‘. Herausgeber ist das

‚Photohaus L. Grosjean‘ in St. Vith.


Früher war alles

viel besser!

War es das wirklich? Dieser Frage

gehen Josef Stiel (68) aus Eschweiler

und Karl Pütz (57) aus Herzogenrath

seit Jahren gemeinsam nach

und haben in bisher drei Bänden die

fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts

wiederaufleben lassen.

Woher stammt die Idee und

worüber schreiben Sie?

Josef Stiel: „Zum 60. geburtstag meines

Bruders wurde von der familie eine Zeitung

zusammen gestellt und hierbei festgestellt,

dass viele erinnerungen aus Kindheit

und Jugend verloren gehen. und es

hieß: ‚das sollte man doch mal aufschreiben’.

damit habe ich dann auch angefangen

und mich mit anderen lehrern am Berufskolleg

eschweiler ausgetauscht. 2003

brachten Karl Pütz und ich den ersten Band

heraus über das leben ohne wasserleitung,

Kanalanschluss, heizung, Kühlschrank usw.

2005 erschien der zweite Band mit dem titel

‚schule und andere erinnerungen...’ und

schließlich 2012 teil 3 mit dem titel: ‚Als sex

noch eine sünde war!‘“

karl pütz: „Ich war im fachbereich Politik

und geschichte zuständig und dachte,

dass dies eine tolle Idee sei, als Josef auf

mich zukam. Mein Interesse war geweckt

und wir fingen gemeinsam an. Bisher hatte

ich zwar fachbücher herausgegeben

für eine kleine Klientel und mit Kurzlebigkeit.

Aber das Projekt geht ja über generationen

hinaus. Ich habe die geschichten

in meinen unterricht eingebaut und

festgestellt, wie groß das Interesse der

schüler an diesen themen war. nicht nur

die Alten fühlten sich bestätigt und reagierten

auf vielen lesungen in senioreneinrichtungen

mit: ‚genau so war das

mit der waschmaschine’. die Jungen

hörten ‚mit offenen Mündern’

zu, weil das eine andere, für sie bis

dahin unbekannte welt war. das

‚herzhäuschen’ genannte Plumpsklo

oder die Pumpe (Brunnen) im

garten oder hof waren ihnen völlig

unbekannt. wobei Migrantenkinder

aus der türkei etc. diese noch

aus eigener Anschauung kannten.“

Wie war die Reaktion der Leser

und wie geht es weiter?

Josef Stiel: „Auch die leser fanden die

Idee sehr gut und kamen dem Aufruf, ihre

persönlichen erfahrungen mitzuteilen,

nach. In den Bänden zwei bis drei haben

wir die leserbeiträge unseren Ausführungen

vorangestellt. dies wird auch in unserem

vierten Band so sein, für den wir eifrig

sammeln. Über die neuen themen wollen

wir aber noch nicht allzu viel verraten. ein

thema wird sicherlich die wohnungsausstattung

mit nierentischen usw. sowie das

schlafen in ungeheizten schlafzimmern

mit eisblumen an den fenstern sein.“

karl pütz: „wir schreiben, weil und solange

es uns spaß macht. dass uns die

themen so schnell ausgehen werden,

glaube ich nicht. Auch ist es eine schöne

Abwechslung zum Alltag, in dem ich

mich ja sonst mit trockenerer Materie beschäftige.

und wir kommen auch gerne

zu lesungen, nicht nur in senioreneinrichtungen.

hierbei haben wir die erfahrung

gemacht, dass die gruppe nicht größer

als 20 bis maximal 25 teilnehmer umfassen

sollte. Bei einer höheren teilnehmerzahl

ist es zu schwierig, in einen dialog

zu kommen. und für uns ist es wichtig,

nicht nur vorzutragen, sondern mit den

teilnehmern zu kommunizieren.“

Das Senio Magazin bedankt

sich für das Interview.

wer sind sie?

noStAlGIe 6

Josef Stiel wurde 1944 während der

evakuierung im harz geboren und ist

in eschweiler aufgewachsen. nach Abitur

und studium war er als lehrer tätig,

zuletzt als studiendirektor am Berufskolleg

eschweiler. neben Beruf

und politischer Betätigung, vor allem

aber nach seiner Pensionierung, fand

er noch Muße, sich mit der frage auseinander

zu setzen, ob und was denn

früher alles so viel besser war.

Prof. dr. karl pütz, 1956 in Mechernich/

eifel, geboren, war einige Jahre Kollege

von Josef stiel im Berufskolleg eschweiler,

kam sozusagen als Quereinsteiger

dort hin. Als dipl.-Kaufmann und promovierter

wissenschaftler hat er sich

in der Privatwirtschaft als auch an der

Rwth Aachen aber immer mit Ausbildungsfragen

beschäftigt. derzeit leitet

er das europäische Zentrum für Integrationsforschung

eZI in Aachen/herzogenrath

und ist habilitierter Associate

Professor. das schrei ben an den „früher

war alles viel besser...?“-Bänden

und auch die lesungen hierzu empfindet

er als einen schönen Ausgleich

zu der anstrengenden Berufstätigkeit

und dem Verfassen von fachliteratur.

eine lesung mit diskussion zu „Als sex

noch eine sünde war!“ findet am do., dem

10.10.2013, um 19 uhr im ehemaligen deutschen

Zollhaus, eupener straße 420, Aachen

statt. der eintritt ist frei, spenden sind

erwünscht. Vorab anmelden kann man sich

unter: reservierung@kukukandergrenze.eu.

Die Bücher:

früher war alles viel besser…?

Band 1: Leben ohne Wasserleitung,

Kanalanschluss, Heizung, Kühlschrank...,

Shaker Verlag Aachen 2003.

Band 2: Schule und andere Erinnerungen...,

Shaker Verlag Aachen 2005.

Band 3: Als Sex noch eine

Sünde war!,

Shaker Media Aachen 2012.

Josef Römer


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„Winterlights“

in Luxemburg

Beim Licht- und Animationsfestival

„Winterlights“ verwandelt sich

die Stadt Luxemburg in der Weihnachtszeit

dank ihrer zahlreichen

über die ganze Stadt verteilten

Weihnachtsmärkte in eine romantische,

märchenhafte Winterwelt.

Bild: Andres Lejona

die einzigartige Kulisse der stadt mit

ihren höhenunterschieden sowie ihrer

von türmen und Brücken gesäumten

silhouette trägt ebenfalls maßgeblich

zum festlichen eindruck bei. Attraktionen

wie das Riesenrad, Karusselle für

groß und Klein, der Adventszirkus, straßenanimationen,

umzüge und Paraden,

Ausstellungen und Konzerte sorgen dafür,

dass ein Besuch lange in erinnerung

bleibt. weitere Informationen zum Programm

der winterlights finden sie im

Internet unter www.winterlights.lu.

„QUER · FELD · EIN“

Die Ausstellung „QUER · FELD · EIN“

zeigt im ehemaligen deutschen Zollhaus,

Eupener Straße 420, Aachen bis

zum 29.10.2013 einen Querschnitt

der aktuellen Arbeiten der Kunstwerkstatt

„willsosein“ aus den Bereichen

Malerei, Zeichnung, Kalligraphie,

Druck und Plastik.

die betreute Ateliergemeinschaft „willsosein“

bietet seit 2009 zehn bis zwölf Menschen

mit Behinderung ein kreatives

Das alltäglich Absurde

Im Rahmen der Silbenschmiede wagt

Sebastian Ybbs am Samstag, dem

26.10.2013, um 12 Uhr im Haus Löwenstein

am Aachener Markt einen

Blick auf das alltäglich Absurde.

sebastian Ybbs, Autor der zuletzt erschienenen

Romane „ein Außerirdischer in der

wallonie“ und „der Mann im schatten

und der Motorradfahrer auf dem eis“ zitiert

aus seinen Romanen und Kurzgeschichten

und lässt wie zufällig Aktuelles

aus seinem gedankenlabor einfließen.

seine texte, ob Romane, Kurzgeschichten,

philosophische essays oder Aphorismen

sind vor allem fiktionen, die auf

wahren Alltagserlebnissen basieren. er

wagt einblicke da, wo wir glauben, schon

alles gesehen zu haben, stellt fragen, die

vermutlich noch niemand gestellt hat, erfindet

kleine Begebenheiten, die unvermutet

jedem widerfahren könnten, und

bringt gesetzmäßigkeiten, auf denen wir

uns allzu gerne ausruhen, ins wanken ...

Begleitet wird die lesung durch Kompositionen

des gitarristen sebastian dreher.

der eintritt ist frei, spenden sind herzlich

willkommen.

Werk von T. Hieber

Arbeitsfeld. Auf zahlreichen Ausstellungen

in deutschland und im angrenzenden Ausland

konnten die Künstler bisher mit ihren

werken überzeugen. die Künstler erschaffen

Bildwelten, die einen einblick geben in

ihr individuelles erleben. der eintritt ist frei.

kunSt & kultur 8

Couven Klangwelten

Im September 2013 jährte sich der

Todestag Johann Joseph Couvens

zum 250. Mal. Der in Aachen gebürtige

Baumeister hat wie kaum

ein anderer die Architektur seiner

Zeit nicht nur in seiner Heimatstadt,

sondern über Ländergrenzen hinweg

geprägt.

St. Johann Baptist in Burtscheid, Foto: F. Hendriks

Als einer der bedeutendsten exponenten

des rhein-maasländischen Kulturraums

ist der Barockarchitekt teil

des gemeinsamen historischen gedächtnisses

der heutigen euregio Maas-

Rhein. das Aachener couven-Museum

hat seinen 250. todestag zum Anlass

genommen, um einen großen teil der

erhaltenen Baudenkmäler in einem euregionalen

Kulturprojekt zu vernetzen.

„Klangwelten in couven-Räumen“ lässt

die historischen Baudenkmäler durch

die Musik erfahrbar werden. einige Orte,

die der Öffentlichkeit normalerweise

nicht zugänglich sind, werden in diesem

Rahmen für Besucher geöffnet. weitere

Informationen zum Klangwelten-Programm

finden sie unter www.couvenklangwelten2013.de

oder auf ausliegenden

Programmheften.

das couven-Museum selbst präsentiert

eine erlesene Auswahl historischer Musikinstrumente

aus der Zeit zwischen 1600

und 1850. gemälde, graphische Blätter

und vielfältige Objekte der Angewandten

Kunst ergänzen den einblick in die entwicklung

der bürgerlichen Musikkultur.

Außerdem werden die originalen Bauzeichnungen

der in diesem Projekt vernetzten

couven-Baudenkmäler aus der

hand des Barockbaumeisters gezeigt.


9 kunSt & kultur

Nikolausfahrten

mit der Selfkantbahn

In der Adventszeit verkehren wieder

die beliebten Nikolauszüge auf

der Selfkantbahn im Kreis Heinsberg,

der letzten noch erhaltenen

schmalspurigen Dampfkleinbahn in

Nordrhein-Westfalen.

Vom Bahnhof in geilenkirchen-gillrath

geht die fahrt über die 5,5 km lange

strecke zum Bahnhof gangelt-schierwaldenrath.

Kurz nach der Abfahrt hält

der dampfzug auf der freien strecke:

der nikolaus kommt in einer prächtigen

Kutsche angereist und besteigt mit

Knecht Ruprecht den Zug. die fahrt

geht mit viel dampf weiter, während

der nikolaus durch den Zug geht und

die kleinen fahrgäste beschert. die erwachsenen

können sich unterdessen im

Buffetwagen mit Kaffee oder glühwein

bewirten lassen und die fahrt in den teilweise

über 120 Jahre alten eisenbahnwagen

genießen. Am Bahnhof schierwaldenrath

hat der Zug rd. 50 Minuten

Aufenthalt. In dieser Zeit können die

fahrgäste an einer kleinen nikolausfeier

im beheizten und bewirtschafteten

festzelt teilnehmen. der nikolaus freut

sich, wenn die kleinsten gäste ihm nikolausgedichte

oder weihnachtslieder vortragen.

Knapp zwei stunden nach der

Abfahrt ist der nikolauszug wieder am

Bahnhof in gillrath.

die nikolauszüge verkehren zwischen

dem 30. nov. und dem 22. dez., samstags

und sonntags um 11, 13, 15 und 17 uhr,

sowie am donnerstag, dem 5. dez., am

freitag, dem 6. dez., und freitag, dem 13.

dez., um 15 und 17 uhr. Zusätzlich fährt

ein „nachtzug“ am samstag, 7. dez., um

19 uhr. die hin- und Rückfahrt kostet für

Kinder bis einschl. 15 Jahren (mit Bescherung)

6,50 €, erwachsene zahlen 9 €. wegen

der großen nachfrage empfiehlt es

sich, die fahrkarten in den Vorverkaufsstellen

frühzeitig zu bestellen, z.B. im

AseAg Kunden-center gegenüber dem

Bushof in Aachen, tel. 0049-241/16 88-

30 40 oder per e-Mail: nikolaus@selfkantbahn.de.

Auskünfte erteilt die selfkantbahn

unter tel.: 0049-2454/66 99. weitere

Infos erhalten sie auch im Internet unter

www.selfkantbahn.de.

Benefizkonzert

Der Palliativpflegeverband der DG

organisiert anlässlich seines 15-jährigen

Bestehens am Sonntag, dem 13.

Oktober 2013, um 15 Uhr ein Benefizkonzert

in der Sankt-Michael-Kirche

in Weywertz. Mitwirkende sind der

„Kgl. Männergesangsverein Marienchor

Eupen“ und das Vokalensemble

„Carmina Viva“. Freuen dürfen sich

die Besucher an diesem Nachmittag

auf ein Programm von Herbstgesängen

– reif, buntfarben und anmutig.

Der Erlös des Konzertes kommt ausschließlich

den Patienten zugute.

Palliativpflege richtet sich an Menschen,

die an einer unheilbaren Krankheit leiden.

Ziel ist es, dem Kranken und seiner

familie während der noch verbleibenden

Zeit die größtmögliche selbstständigkeit

und bestmögliche lebensqualität

zu sichern. Viele schwerkranke möchten

zu hause sterben. Ist dies der fall, kümmert

sich ein „externes team“ des Palliativpflegeverbandes

um den Patienten

und dessen familie und arbeitet dabei

mit dem hausarzt und dem jeweiligen

Pflegedienst des Kranken zusammen. der

Palliativpflegeverband der dg freut sich

über eine unterstützung seiner Arbeit

durch einen Besuch des Konzertes.

Menschenbilder

benefizkonzert

marienchor eupen

carmina viva

sonntag | 13.10.2013 | 15 uhr | sankt-michael-kirche | weywertz

zugunsten des palliativpflegeverbandes der dg | eintritt frei

Palliativpflegeverband der DG · www.palliativpflege.be

Hufengasse 65 · 4700 Eupen · Tel. 087/56 97 47 · Tel. 080/44 75 78

Unser Spendenkonto: IBAN: BE48 7311 0687 0127 - BIC: KREDBEBB

Vom ersten Strich bis zum fertigen Produkt !

Seit über dreißig Jahren engagiert sich die US-amerikanische Fotografin

www.pavonet.be

Dana Gluckstein mit Aufnahmen der Ureinwohner unterschiedlichster

Regionen der Welt im Sinne der Allgemeinen Erklärung der

Menschenrechte.

Ihre Porträts entstanden aus einem tiefen gefühl der Verbundenheit mit anderen

Kulturen. Mit ihren fotografien unterstützt sie indigene Menschen, die

weltweit um ihre länder, ihre traditionen, ihre sprachen kämpfen und sich

gegen die Interessen von Regierungen, Konzernen oder Missionaren zu behaupten

versuchen. die Ausstellung „dignity - die würde des Menschen“ mit

fotografien von dana gluckstein ist bis zum 20.10.2013 im KuK Monschau,

Austraße 9, zu sehen. der eintritt ist frei.


Abschied vom

Sommer

„So, mein Schatz, das

trinken wir jetzt zum

krönenden Abschluss“,

mit diesen Worten

wird mir ein Glas Sekt

gereicht. Wie schön!

In jedem hotel wäre das, was wir heute

Morgen zelebrieren, als spezialfrühstück

angepriesen worden. Aber warum nicht

luxus auch daheim genießen?

es ist herrlich, in diesen tagen draußen auf

der terrasse oder dem Balkon ein frühstück

mit Kaffee oder tee, mit schinken,

Käse, ei, mit Marmelade und Quark sowie

Orangensaft einzunehmen. Mit einem

glas sekt nehmen wir als Abschluss unseres

frühstücks Abschied vom sommer.

wer es nicht opulent mag, der kann natürlich

auch nur ein kleines Müslifrühstück

zu sich nehmen. es kommt eigentlich nur

bzw. in der hauptsache darauf an, sich

Bild: gänseblümchen/pixelio.de

Zeit zu nehmen, den tag zu beginnen und

die ersten sonnenstrahlen zu fühlen. Ich

möchte heute eigentlich schon die Morgenstunden

festhalten, so schön ist es.

und zum lesen der Zeitung lassen wir

uns jetzt ebenfalls Zeit. was heute getan

werden muss, das kann warten. „Morgenstund

hat gold im Mund“ – ich genieße

heute die goldene sonne noch einmal

von ganzem herzen. es ist angenehm

warm und ein wunderbarer spätsommertag

liegt vor uns.

Abschied vom sommer, das bedeutet, es

könnte heute das letzte Mal sein, dass wir

draußen frühstücken.

JAhreSZeIten 10

Abschied vom sommer, das heißt ende

der grillsaison. für heute haben wir

freunde eingeladen. danach kommt der

gartengrill in den schuppen.

die gartenbank bleibt noch stehen, die

terrassenmöbel auch. wir werden sie

von tag zu tag etwas mehr in die sonne

rücken, bis auch sie dann schließlich ins

winterquartier gestellt werden, was hoffentlich

noch viele tage fern ist.

Abschied vom sommer, das heißt erntefest.

„wenn die ernte ist vorüber und das stoppelfeld

gemäht und die tage immer trüber“

so wird in einem heimatlied am

niederrhein gesungen. – Bis zu den trüben

tagen soll möglichst noch viel Zeit

vergehen.

Pflaumentorte mit sahne und frischer

Apfelkuchen – so schmeckt das ende

des sommers!

Pfirsiche und weintrauben in fülle, Pfifferlinge,

die erste Kürbissuppe, Birnen,

Bohnen und speck – die Küche bietet

jetzt wieder Kräftiges und deftiges.

Spätsommer

Knospen jetzt nicht mehr.

Und die Felder abgeräumt, leer.

Zeit der Ernte, der Fülle.

Weiße Nebelhülle

umfasst zwischen Abend und

Morgen das Land.

An dieser großen See:

An Ufern geh‘

ich entlang, über Wiesen taunass

in der Früh durch hohes Gras.

Greif‘ ich in den Sand

am Mittag, da ist er warm noch.

Septembermitte. Kalendarisch

Sommer und doch

geht schon ein anderer Wind.

Reif und schwer sind

die Äpfel an den Alleen.

Holunder und Eberesche stehen

doldenvoll.

Da ist eine Überreichweite und Klarheit

ringsum. Wie eine freigiebige Zärtlichkeit

für Dich und mich. Die Zeit soll

ein bisschen stehen bleiben.

Unsere Gedanken lassen wir treiben

mit den Wolken im Wind.

Mit dem Vogelzug sind

sie unterwegs.

Wolfgang Prietsch

In den gärten wetteifern bunte Astern,

dahlien und chrysanthemen und riesige

sonnenblumen um unseren gefallen. die

farbenpracht ist unbeschreiblich.

Auf den feldern liegen dicke strohrollen,

jetzt sind sie bereits gut verpackt und

verschnürt. die Kartoffelernte ist in vollem

gange. In den Maisfeldern raschelt

noch der wind.

es ist einfach toll, mit dem Rad unterwegs

zu sein. es duftet anders als im frühling

und anders als im sommer. Jetzt riecht es

nach frischer erde und manchmal nach

dung. Aber den wind fühlen und die

sonne spüren, das kann man noch!

die schatten werden länger.

die tage werden kürzer.

Man möchte die Zeit anhalten

– Abschied vom sommer.

Ingeborg Lenné


Photo: Johannes Weber

UNENTWEGT_SCHUTZUMSCHLAG_Modell zwei:Layout 1 09.05.2012 9:54 Uhr Seite 1

Foto: Johannes Weber

11 BIlderrätSel

Nüsse

nüsse sind eine runde bis ovale frucht mit harter holziger schale. Vor allem im winter und zur weihnachtszeit

werden sie gerne verzehrt. Kennen sie alle hier abgebildeten nüsse? wenn sie alle richtig zugeordnet haben,

ergibt das lösungswort ein Märchen von ludwig Bechstein.

Bilder: wikipedia.de

S

D

S

N

I

Z

E

E

S

W

N

I

L

G

U

A

1. = D = Kokosnuss

2. = = Cashewnuss

3. = = Erdnuss

4. = = Ginkgo

5. = = Haselnuss

6. = = Kolanuss

7. = = Macadamia

8. = = Mandel

9. = = Marone

10. = = Paranuss

11. = = Pekannuss

12. = = Pimpernuss

13. = = Pinienkern

14. = = Pistazie

15. = = Schwarznuss

16. = = Walnuss

0 10:48 Uhr Seite 1

ES MUSS JA NICHT GLEICH EIN GANZER ROMAN SEIN

ESSAIS_SCHUTZUMSCHLAG FR:Layout 1 06.10.2011 14:13 Uhr Seite 1

Bruno Kartheuser

Le titre « Au commencement était le

feu » est emprunté à Nikos Kazantzakis.

La phrase continue: « À l’abou-ein Gedanke, ein Bild…

Manchmal genügen ein paar Seiten am Tag, ein Gedicht,

tissement sera le feu. » L’auteur

Schmetterling, ein Hauit

Wurzelsträngen. Ein

innerungen, die versinbemüht.

n papillon blanc, un tas

écheveaux de racines.

s souvenirs qui se figent

uer.

Bruno Kartheuser SPÄNE • COPEAUX edition KRAUTGARTEN

Bruno AU Kartheuser

COMMENCEMENT

Le soleil, la lumière, réels et métaphoriques à

ÉTAIT LE FEU

Lesen, träumen, sich versenken,

Essais

sich vergewissern…

Bruno KARTHEUSER

Né à Liège en 1947. Vit à Neundorf

la fois. Nous voilà au coeur de notre sujet. Sur

la même platía où Camus exprime sa jubilation

existentielle, se meuvent aussi Kazantzakis, Séféris,

Elytis. Quand ceux-ci mettent en scène les

éléments constitutifs du monde méditerranéen,

à savoir le soleil, la mer, la lumière, les ruines

et les statues, ces éléments servent à déchiffrer

l’existence, qu’il s’agisse de leur destinée personnelle

ou celle de leur siècle.

Bruno Kartheuser AU COMMENCEMENT ÉTAIT LE FEU edition KRAUTGARTEN

SPÄNE

„Das Gedicht und die Erzählung sind kein

(St-Vith). Étudia les langues anciennes

« Ligne de la colline, ligne grecque qui mesure

utopie. Certes, l’utopie est présente

et la philosophie à l’Université Catholique

de Louvain. Professeur

certes pas fin de recevoir. Kartheuser

mon pouls. »

dans ce recueil, mais elle ne signifie

jusqu’à sa retraite en 2007. Nommé

sait comment on se nourrit à l’utopie,

Später als die Reise

à deux reprises chargé de mission

et comment, grâce à elle, tracer un arc

pour l’animation littéraire en région

de belle venue. Il apporte dans ses

germanophone de Belgique (1992-

Hinter

textes, même dans ceux

dem

qui traitent

Berg führt der Weg

2002). Fondateur et depuis „Es gibt 1982 keinen Gegensatz zwischen

Bruno Kartheuser

des problèmes en apparence les moins

éditeur de la revue littéraire dem KRAUT- Kunstschaffenden, dem Poeten

éthérés, la preuve que cet arc peut

weiterging durch GARTEN, die depuis 1999 de l’ einerseits ausgetretenen

« editionund dem politischen Autor

être courbé sur copeau de

KRAUTGARTEN ». Participation und passionierten Polemiker Bruno

Royaume aussi singulier qu’énigmatique,

une communauté au réveil cul-

aux « Belles Etrangères » (1999). Kartheuser andererseits. Sein Selbstverständnis

als Schriftsteller ist ganz

Selbstzweck, kein Herrgottswinkel der Geturel

de laquelle il a apporté son éner-

Membre du PEN-club de Belgique.

UNENTWEGT hinunter zum Meer. Du ahnst

Recherches et publications historiques und gar französisch: ein Mann des

gique et exigeante détermination,

Jahre und die Spuren

sellschaft. Sie strahlen aus, suchen und provozieren

Wechselwirkung, klären und artikulieren,

depuis 1997 consacrées au Wortes drame immer de kann sich jederzeit zu allen

sichtbarer wurden

avec des résultats que l’on peut tenir,

Tulle 1944. Prix Walter-Hasenclever möglichen Dingen äußern. Er nimmt Eine Wanderung durch die Zeit même vus l’autre côté des frontières

qui atmende sont celles son petit pays, Flanke der Flut

à Aix-la-Chapelle (1996), Prix Adam

inspirieren und ermutigen. Es ist undenkbar, sie

Reportage, Analyse, Begegnung

sich das Recht, öffentlich Stellung zu

die

de la Poésie Bruxelles (1997), beziehen. Prix littéraire

du Parlement de la trennt Commu-

nicht. Ihm ist das Informieren,

Gerade die zahlreichen Verknüpfungen, die der

(Claude Javeau)

Ein ’homme de lettres‘

Monstranz einzuschließen.

pour très encourageants. »

stapelte sich Vergangenheit

nauté germanophone (1982 et 1993).

zu einer Gegenwart

Berichten und Empören genauso

Literatur in KRAUTGARTEN

Prix de la Fondation Horst-Konejung

COPEAUX

geboten wurden,

haben es ermöglicht, das literarische Wort

wichtig wie der poetische Ausdruck

(2010).

und die ästhetische Positionierung. Innerlichkeit

als geistige Pose und poe-

in dieser Region existieren zu lassen.“

Fortsetzung des Essaibandes Am An-

ISBN 978-2-87316-039-5 23 €

ek

edition KRAUTGARTEN in Die Sammlung der Unentwegt Kühle ist die der Nacht, legst ihr die Hand

fang war das Feuer: Sie gibt Aufschluss

über den publizistischen Ein-

wo jede Stunde einen

tischer

Krater

Rückzug aus der Welt sind ihmschlägt

fremd.“ (Klaus Wiegerling)

satz, der für Bruno Kartheuser über

mehr als 20 Jahre mit der Herausgeberschaft

der

auf die

Zeitschrift KRAUT-

Hüfte, fühlst ihr Ermatten.

GARTEN einherging. Begegnungen,

in dem du dich verlierst.

Analysen und Portraits offenbaren

die Schauplätze, auf denen sich die geistigen

und politischen Auseinandersetzungen

der öffentlichen Arbeit abspielten.

Die Orte der Dokumentation

sind die Kleinregion Ostbelgien, die

Bruno Kartheuser

allseitigen Nachbarschaften und eine

Robert Schaus Une balade à travers le temps unbegrenzte Internationale.

Tagsüber ziehen die Bäume

das Licht aus dem Himmel

bis es dunkel wird

Hans Arnfrid Astel

Der Wind

rüttelt an Türen und Fenstern

als sei noch jemand im Haus

Leo Gillessen

ISBN 978-2-87316-042-5 23 €

Bruno Kartheuser UNENTWEGT edition KRAUTGARTEN

ek

edition KRAUTGARTEN

Mit Fotografien des Autors

évoque par ces mots la passion inhérente

à toute activité creátrice, caractéristique

également de tout l’engagement

public de KRAUTGARTEN

et de son éditeur depuis plusieurs décennies.

« Marier l’eau et le feu, tout un programme!

Faire devenir plus forte la

flamme, se jeter dans des cours d’eau

sans cesse plus grands. Il n’est pas

certain que ce programme soit une

KRAUTGARTEN bietet

Erzählung, Gedicht,

Buchempfehlung und

Kunst. Pünktlich im Juni und

November seit 31 Jahren.

Abo (4 Hefte) 32 €

KRAUTGARTEN

Postfach 42, 4780 St. Vith

Tel. 080 22 73 76


Es gibt sie wirklich, die vielen Tage

mit Goldrand!

Wie und wo finde ich Tage mit Goldrand, ist hier die Frage,

es bedarf des Nachdenkens über diese Tage.

Dabei geht es keinesfalls um Zeit oder einen bestimmten Ort,

es geht vielmehr um das persönliche Erlebnis beim Goldrand-Wort.

Mit der Geburt, ja, da geht es doch schon richtig los,

welch‘ wundervoller Moment, das Glück ist doch wohl groß.

Dies ist schon „das“ Ereignis, eins der besonderen Prägung,

nun nichts wie los mit der Goldrand-Erwähnung!

Das Baby gedeiht prächtig, lächelt sich in unser Herz hinein,

wer freut sich wohl nicht bei solchem Sonnenschein?

Beim ersten Zähnchen-Blitzen, da gibt es Freude hoch drei,

Familie und Freunde sind aus dem Häuschen dabei.

Die Marktschwärmer

Länger als 20 Jahre ist es nun schon her. Da treffen sich

zwei befreundete pensionierte Lehrer, um zusammen

einen gemütlichen Vormittag zu erleben. Es ist Freitag

und somit Wochenmarkt auf dem Werthplatz. Halb Eupen

ist unterwegs um einzukaufen, aber auch, um mit

„Pitt und Klöss“ ein Schwätzchen zu halten!

wie es so üblich ist, kehren Jung und Alt auch gern in einer naheliegenden

Kneipe ein, nämlich bei Jupp, in der Marktschänke!

so auch unsere zwei Professoren, die sich auf ein gutes eupener

Bier freuen. Man trifft freunde und Bekannte und ganz schnell

wächst die Runde, mit ehefrauen, sich zu einem festgelegten,

gemütlichen stammtisch aus.

eines tages wollten mein Mann und ich auch auf ein Bierchen

dort einkehren. das lokal war jedoch rappelvoll und für uns

blieb nur, den Abmarsch zu machen. wir waren fast draußen,

da kam der Ruf „halt“ von den stammtischlern: „hier passen

noch zwei Personen hin, weil zwei von uns verhindert sind“.

wie schön für uns. es wurde eine gemütliche, frohe Begegnung

und beim Auseinandergehen lud man uns, fast feierlich,

ein, am nächsten freitag wieder am stammtisch zu erscheinen.

„der Platz ist ab sofort reserviert!“ wir hatten eine Menge

neuer freunde gewonnen und seitdem (fast) jede woche

mit ihnen verbracht. es war immer lustig, auch oft mal ziemlich

lautstark und dabei galt die devise: „hoch die tassen...“

Bei geburtstagen gab´s eine extra-Runde, gab es einen „Runden“,

haben wir groß zusammen gefeiert. selbst bei unserer

goldhochzeit hat die gruppe der Marktschwärmer das fest

Bild: alt_f4/pixelio.de

SenIOren SchreIBen 12

Die ersten Schritte, die Versuche, „Mama“ oder „Papa“

zu sagen - welche Wonne,

da scheint doch noch im finstersten Eckchen die Sonne!

Jedes schöne Ereignis verdient den Goldrand, ganz ohne Frage,

eine Fülle an Geschehnissen erhellen die weiteren Tage.

Für die Kindergarten-Zeit oder beim i-Schultag mit der Tüte im Arm,

dies ist schon wieder ein Anlass zu feiern, in den Herzen wird‘s warm.

Die Schuljahre, mal auf und mal ab, jedoch,

das nächste Fest, es wartet schon,

ein Goldrand ist fällig, denn man feiert die erste heilige Kommunion.

Die Mädels mögen Tanz, Spiel, Malen oder Singen im Chor,

die Jungs jedoch lieben Sport und träumen schon vom nächsten Tor.

Es gibt ein Füllhorn an Tagen mit Goldrand-Ambitionen,

sage nur niemand, es gäbe da noch Zeiten, die nicht lohnen!

Ob nun Schule oder Lehrzeit, es ist ja für alle ein Muss,

es lauert schon das erste „Date“, es lauert der erste Kuss.

Nach vielen weiteren „Highlights“, lasst es uns ehrlich bekennen,

muss man wohl den Hochzeitstag als Streicheln der Seele nennen.

Und wie durch ein Wunder fängt erneut die Geschichte an,

denn alles wiederholt sich im Leben, ich glaube fest daran!

Die Marktschwärmer auf der Geburtstagsfeier bei Marlene

wundervoll mitgestaltet. witz und humor waren vorprogrammiert,

eine der frauen machte eifrigst notizen, wenn wieder,

vor allem von meinem Mann, die neuesten witze, wie aus der

Pistole geschossen, kamen.

Aber, wie immer im leben, gab es auch manchen grund zur

trauer. Von unserer gruppe sind drei liebenswerte freunde

verstorben. nachdem ich meinen lieben ehemann verloren

hatte, fiel es mir sehr schwer, mich nach längerer Zeit wieder

zu beteiligen. Inzwischen aber sind wieder liebe neue freunde

um den stammtisch der Marktschwärmer versammelt.

es geht fröhlich weiter und wir hoffen, dass

uns das Bierchen vom stammtisch

noch lange schmecken wird - jedoch:

„weniger ist jetzt mehr“!

Beide Texte:

Gisela Brossel


13 SenIOren SchreIBen

Dank an die Landfrauen!

Nie hätte ich gedacht, in meinem

Alter noch einmal neue Freunde

zu finden. Einen lieben Gruß und

Danke von Eurem neuen Mitglied

der Landfrauen Raeren-Driesch.

Am 25. Oktober 2011 saß ich im Krankenhaus

am Bett meines Mannes. er war gefallen

und hatte die hüfte gebrochen. er wurde

zur Operation geholt, dabei stellte man

fest, dass er gehirnblutungen hatte. In der

nacht starb er. Ich wurde am nächsten tag

79 Jahre alt. Plötzlich war ich witwe.

Mein jüngstes töchterchen verließ mich

ein Jahr später, sie starb an der Volks-

Bild: M. Großmann/pixelio.de

krankheit „Krebs“. Ihr Mann und die drei

Kinder trauerten um ihre Mutter. Ich war

allein, weinte und weinte ... bis eines tages

eine der landfrauen mich ansprach

und einlud. sie nahmen mich alle recht

herzlich auf. seitdem habe ich wieder

Mut und freude, wenn ich zu den Veranstaltungen

komme. Man holt mich

ab, drückt mich liebevoll und ich erhalte

von vielen Küsschen. Regelmäßig besucht

mich Irene, wir tauschen Rezepte

aus, trinken ein tässchen Kaffee und

plaudern so einfach vor uns hin. Mein

leben hat sich verändert und ich freue

mich auf jede Veranstaltung, wo ich für

einige stunden mein leid

vergessen darf. danke, liebe

landfrauen!

Thea Fortkemper

Josef & Josef

„Ich leihe mir mal eben deine Gießkanne, lieber Josef “, sagt sie und ohne

auf eine Antwort zu warten, die sie auch nicht bekommen würde, nimmt

sie das begehrte Teil und läuft davon.

Bild: WiReDo/pixelio.de

für welchen Josef soll sie sich entscheiden?

Oder soll sie einfach die Kanne in der Mitte

stehen lassen? Aber dann besinnt sie sich.

so geht das nicht: geliehenes eigentum

muss zurückgegeben werden! Aber hat jemand,

der hier liegt, überhaupt noch ein

eigentum? „das letzte hemd hat keine taschen,

sagt der Volksmund. Also gehört sie

keinem von euch beiden“, stellt sie triumphierend

fest. trotzdem hebt sie die Kanne

hoch und lässt sie zwischen den beiden

gräbern hin und herpendeln. „los, Josef,

gib mir ein Zeichen!“, sagt sie auffordernd.

„was tun sie mit meiner gießkanne?“, hört

sie plötzlich eine schrille stimme hinter sich.

eine alte dame ist unbemerkt näher gekommen.

die schüttelt missbilligend den

Kopf. „Kann man hier nicht mal mehr eine

gießkanne stehen lassen, ohne dass sie ungefragt

genommen wird? Kaufen sie sich

doch eine eigene!“, kreischt sie und reißt

ihr das corpus delicti mit einer ungeahnt

schnellen Bewegung aus der hand.

der hahn an der wasserstelle leckt, so

dass die hälfte daneben geht und es

ziemlich lange dauert, bis die Kanne voll

ist. die ist ebenfalls undicht. so tropft ein

teil des wassers auf den weg. trotzdem

reicht das wasser für die Blumenschale

auf dem grab. Zufrieden will sie die Kanne

wieder an ihren Platz stellen, als sie

sieht, dass es hier nebeneinander zwei

gräber gibt, die einen Josef beherbergen.

welcher ist nun der, hinter dessen

grabstein die Kanne gestanden hat? sie

hat sich den nachnamen nicht gemerkt.

„Kann mir einer von euch beiden sagen,

wer der Besitzer dieser Kanne ist?“, murmelt

sie halblaut. dabei schaut sie aufmunternd

von einem grab zum anderen, als

warte sie im ernst auf eine Antwort. natürlich

bleibt alles stumm. nur das laub, das

der wind aufwirbelt, raschelt. Ratlos stellt

sie die Kanne zwischen die beiden gräber.

„Ihr Josef hat sie mir ausgeliehen. Ich, ich

wollte sie gerade zurückstellen“, stottert

die solcherart ertappte. die alte dame

achtet jedoch nicht auf ihre erklärung und

geht strammen schrittes zur wasserstelle.

„Junge, Junge, Josef, das war ein Zeichen.

Aber du kannst eigentlich froh

sein, dieser Xanthippe nicht

mehr ausgeliefert zu sein.“

Inge Gerdom


Das Haus der Väter,

Reise durch die Zeit

Die Zeit - ein Abstraktum, das wir

nicht manipulieren können. Wir bilden

uns jedoch ein, es zu können. Ein

Ding, von dem man sagt, früher sei sie

langsamer verlaufen. Wir wollen uns

dieses „früher“ einmal anschauen.

BeSondere orte 14

mich mit dem thema auseinanderzusetzen,

standen das haus und das wohnen

und das Arbeiten im Vordergrund. eine

der ersten erkenntnisse war, dass das

ländliche wohnen in einem Mehrgenerationenhaus

stattfand. der Begriff ist neu;

die Praxis als solche ist uralt.

Bis vor etwa 200 Jahren hatte die landwirtschaft

die größte wirtschaftliche Be-

Loshues aus Gelderland (NL)

Sägemühle

Ich will versuchen, auf nur zwei seiten Ihr

Reiseführer durch Raum und Zeit zu sein,

wobei ich mir klar darüber bin, dass das

eigentlich unmöglich ist. Als ich begann,

Butterfass und Melkeimer

Rekonstruktion eines Hauses

vom Tage Null unserer Zeitrechnung

technik bestimmt unseren lebensrhythmus.

wir beherrschen die technik; oder

beherrscht die technik uns? haben sie

oder hatten sie gelegenheit, mit Ihren

großeltern, urgroßeltern oder ururgroßeltern

oder ururur... über deren leben zu

sprechen? wie wohnten sie? wie lebten

sie? wir haben heutzutage die Möglichkeiten

zu vergleichen, zu erfahren, zu wissen.

faszinierend!

Stellmacher-Werkstatt

Dorfschule: An der Wand hängen die Schulkästen

aus Holz der Schüler. Im Winter wurde

das Klassenzimmer mit Torf beheizt.

deutung, und da lebten alle generationen

auf einem hof, oft unter einem dach. den

Alltag und den Jahreslauf prägten jahrhundertelang

die Bindung an die traditionelle

adlige und geistliche grundherrschaft.

durch die preußische Agrarreform um

1815 wurden die Bindungen der dorfbewohner

an diese herrschaftsform gelöst.

Im Zuge dieser „Bauernbefreiung“ wurden

Käse, ein ländliches Produkt Dröppelminna für die Tee-Zubereitung Kaffee u. Tee wurden lose gewogen u. in Papiertüten gefüllt


15 wolFGAnG SchönrOcK

die bislang üblichen naturalabgaben und

frondienste, die jeder hof zu leisten hatte,

durch geldzahlungen ersetzt. die höfe

gingen in freies eigentum über.

durch die liberalisierung des Bodenbesitzes

und die neue gewerbefreiheit entstanden

Klein- und Kleinstbauernhöfe

von ehemaligen einliegern und tagelöhnern.

um 1900 war die Zahl der erwerbsspäter

hatte sich das Zahlenverhältnis umgekehrt.

die technik hielt einzug in die

landwirtschaft. nach göpel und windfege

fanden um 1900 drill- und erntemaschinen,

düngerstreuer und heuwender

eingang in die größeren Betriebe und ersetzten

die mühselige handarbeit. scheunen

und ställe, wohnhäuser und werkstätten

spiegeln diesen wandel.

Holz war der wichtigste Energielieferant

Die Bibel, das wichtigste Buch im Haus,

Lüneburg 1664.

die Viehhaltung veränderte sich von

grund auf. um 1850 waren 75 % aller nutztiere

für den eigenbedarf oder für den

einsatz als Zugkraft bestimmt. 50 Jahre

Mädchen auf

dem Kirchgang

Töten war sein

Auftrag (1608)

Dorf in unruhiger Zeit

landwirte auf unter 10 % der familien im

dorf gesunken. Zwischen 70 und 90 % der

Bevölkerung machten Mägde und Knechte,

händler und handwerker, geistliche

und Altenteiler, lohnnäherinnen und

landarbeiter aus.

Quatmannshof von 1805, Cloppenburg

die hinterlassenschaften eines oft von

Muskelkraft geprägten lebens sehen wir

heutige manches Mal mit romantisierenden

Augen; aber wenn sie einmal Romane

oder sachbücher aus oder über diese

Zeit lesen, werden sie feststellen, dass unsere

ururgroßmütter und -väter die Realität

ganz anders erlebten.

Verstehen sie meine knappen Zeilen

bitte nur als Anregung, sich mit unserer

Vergangenheit auseinanderzusetzen.

unsere gegenwart werden wir dann

besser verstehen. ein Volk, das von seiner

geschichte nichts mehr wissen wollte,

wäre wie ein Mensch, der sein gedächtnis

verlöre.

hier von der euregio aus bieten

sich hervorragende Möglichkeiten,

das thema anzupacken.

es sind die wunderbaren

freilichtmuseen von Kommern

(nordrhein-westfalen), Arnheim

(niederlande), Bokrijk (Belgien),

cloppenburg (niedersachsen)

und detmold (nordrhein-westfalen).

und es macht

spaß!

Zugbrücke an der Amstel Die Zeit Gusseiserner Holzofen in der Küche

Wolfgang Schönrock


Einfach Mittel Schwer

Sudoku 16


17 grIPSGYMnAStIk

Magisches Quadrat

In der Abbildung sehen sie in einem

4 x 4 - Quadrat die natürlichen Zahlen

von 1 bis 16 eingefügt. Machen sie daraus

ein magisches Quadrat, wobei die

summe der Zahlen aller Reihen, spalten

und den beiden hauptdiagonalen

gleich ist. Zunächst vertauschen sie die

1 mit der 16. dann vertauschen sie die 4

mit der 13. Jetzt müssen sie noch zwei

Vertauschungen im diagonalen Bereich

durchführen und sie haben dann ein

magisches Quadrat mit welcher magischen

Zahl?

1 2 3 4

5 6 7 8

9 10 11 12

Zahlen einsetzen

unten sehen sie eine gleichung ohne Zahlen, aber mit den entsprechenden Operationssymbolen

(Plus, Minus, Multiplikation und division): +; - ; x ; :. setzen sie

in die Zwischenräume folgende Zahlen ein, und sie erhalten als ergebnis dann 6:

2, 3, 4, 4, 5, 5, 10, 11, 20.

– + – + : + : + = 6

Dreieck verändern

Zeichnen sie auf ein Blatt Papier ein

beliebiges dreieck. schneiden sie es

aus und zerschneiden sie es mit geraden

schnitten in teile, die zusammengesetzt

ein flächengleiches Parallelogramm

(Rechteck mit parallelen linien,

aber keinen rechten winkeln) und mit

neuen geraden schnitten des Parallelogramms

zusam mengesetzt ein flächengleiches

Rechteck ergeben.

Vier Buchstabengruppen

welcher Buchstabe ist anstelle des fragezeichens

zu setzen? ABdg; OPRu;

lMOR; JKM?

Containerfahrt

In der Abbildung sehen sie einen container,

der auf gleich großen säulen

transportiert werden soll. wie weit bewegt

sich der container auf waagerechter

strecke nach rechts, wenn die säulen,

mit einem umfang von 30 cm, sich einmal

herum bewegt haben?

13 14 15 16

Weihnachtsmarkt

tina geht mit ihren freundinnen auf

den eupener weihnachtsmarkt. Zu hause

wieder angekommen fragt die Mutter:

„wie viel geld hast du denn noch?“

tina antwortet: „wenn ich dreimal so viel

geld bei mir hätte, wie ich tatsächlich

habe, und dann noch 11 euro, so hätte

ich 50 euro.“ wie viel geld hat tina noch?

Frittenbude

heiko lud seine freunde

zum essen in

die frittenbude

ein.

Jeder aß

genau das

gleiche.

heiko zahlte

zum schluss 44,11 euro

(kein trinkgeld!).

wie viele freunde waren mit ihm in

der frittenbude?

Orakelstätte

die älteste

Orakelstätte der

antiken griechischen

welt, dodona, erbaut

2.000 v. u. Ztr., wurde

von zwei Bauern

aufgesucht.

sie wollten

von dem

gott Zeus

wissen, ob der

Kauf von einem

schaf und einer Ziege

ihnen glück bringt.

da die Orakelsprüche immer recht geheimnisvoll

und zweideutig waren, soll

dieser Orakelspruch von Ihnen gedeutet

werden: „die beiden tiere werden

sich solange vermehren, bis die Anzahl

der schafe, multipliziert mit der Anzahl

der Ziegen, ein Produkt ergibt, das, von

dem sogenannten heiligen spiegel zurückgeworfen,

die Zahl der tiere in der

gesamten herde ausmacht.“

Zahlenspiel

welche Zahl steht anstelle des fragezeichens?

hilfe: Orientieren sie sich

senkrecht.

3 6 2 5

7 10 6 9

4 7 ? 6

8 11 7 10

Dieter H. K. Starke


Aus meinem Leben

Mein Familienname lautet „Muff “, mein Vorname

„Hans“, ein Allerweltsname. In Märchen, Sagen,

Liedern leben viele Namensverwandte, etwa „Hans

im Glück“, „Hänsel und Gretel“, „Hans Huckebein“,

„Hans Wurst“, „Hänschen klein“. Wer mich sucht,

der findet mich nicht in einem Telefonbuch, da

ich nirgendwo mit festem Wohnsitz gemeldet

bin. Wenn mich jemand erreichen möchte,

dann nur über den Nikolaus, wenn er

sich gerade im Rheinland aufhält.

Mein name lässt schlimmes erahnen, er bedeutet

nämlich so viel wie: „wütend“, „zornig“, „schlecht

gelaunt“ oder - einfach umschrieben - „muffig“.

Kinder erkennen mich sofort: Ich bin dunkel gekleidet,

trage einen braunen oder schwarzen umhang,

mein gesicht ist schwarz gefärbt im Kontrast

zu meinen hell leuchtenden Augen. durch

die last eines schweren sacks auf meinem Rücken

bin ich schon ganz krumm geworden. gerätselt

wird über seinen Inhalt. die einen sagen,

dort sind die geschenke des nikolaus für die

braven Kinder drin, andere reden von bösen

Kindern, die im sack versteckt sind.

BeGeGnunGen 18

grausige Vorstellung. Mein engster Verwandter ist Knecht Ruprecht,

der fast überall in deutschland zu hause ist. er wirkt

- wie ich - als gegenpart zum heiligen nikolaus. der schriftsteller

theodor storm hat ihm sogar ein gedicht geschrieben.

ein anderer Verwandter ist im elsaß beheimatet, er heißt hans

trapp. eine lokale Besonderheit: diese dunkle gestalt tritt zusammen

mit dem christkind auf. wie jeder merkt: Ich bin international

tätig - das zeigt auch meine Beziehung zu Belgien

und den niederlanden. hier heiße ich „Zwarte Piet“ (schwarzer

Peter) und bin zusammen mit gleichgesinnten helfer des

heiligen nikolaus, des „sinterklaas“.

ganz im gegensatz zu mir beschenkt der nikolaus

die Kinder mit äpfeln, schokolade, nüssen... er ist als

Bischof gekleidet: Bischofshut, roter Mantel, weißer

Vollbart, langer hirtenstab; so strahlt er würde und

güte aus, findet Zutrauen bei Kindern und wird zum

Vorbild für alle Menschen. nikolaus kann „richtig“

schenken, einem anderen etwas absichtslos geben

und damit seine Zuneigung bekunden. nach Manfred

Becker-huberti („der heilige nikolaus“) lebt

nikolaus allerdings nur in legenden und Bräuchen

weiter, „es gibt nichts historisch fassbares“

über ihn. unentwirrbar ist die historie, wenn

es darum geht, die geschichte des lebens des

hl. nikolaus von Myra zu entschlüsseln.

Meine Berufsbezeichnung lautet ganz offiziell:

nikolaus-Begleiter. Überall da, wo der nikolaus

im Raum Aachen auftritt, da bin ich auch.

Ich muss zugeben, wir beide sind schon ein komisches

Paar - nikolaus, der gutmütige, der Kinder

beschenkt, und ich ein teufel, gezähmt zwar,

aber wild genug, um Kinder zu erschrecken.

Ich lebe seit Jahrzehnten in Aachen, weil ich

den eindruck habe, dass mich die Menschen

hier mögen. nikolausbräuche schaffen mich

jedes Jahr Anfang dezember wieder neu. früher

war ich oft „gut drauf“ und schlug mit der

Rute wild um mich, mal auf den Boden, mal

an die wand. Ich blickte kaum hoch, mein

gesicht war nur schemenhaft zu erkennen.

furchterregend wollte ich aussehen. Ich machte

jedenfalls einen höllenlärm und bereitete

mir selbst damit einen Mordsspaß. die Kinder

schrien und hatten große Angst vor mir, insbesondere

wenn ich ihnen mit der Rute drohte.

Er weiß, wie Ihr mich

erreichen könnt.

Bild: Jüppsche/wikimedia.org

Ich habe mich etwas mit meiner Vergangenheit beschäftigt

und herausgefunden - so merkwürdig es für heutige Ohren

klingen mag: Mit meinen drohgebärden unterstützte ich die

elterliche erziehung der Kinder zur teilnahme am gottesdienst,

zur Verrichtung von gebeten und zu gehorsam allgemein. wer

mich verstehen will: Ich bin verwandt mit dem mittelalterlichen

„seelenfresser“. er fraß alle dem satan verfallenen seelen, eine

die ablehnende haltung des großen Reformators

Martin luther gegenüber heiligen schwächte

seine Bedeutung. seine wesentliche Aufgabe,

das schenken, verlegte luther auf weihnachten.

ein entfernter Verwandter des nikolaus, der

weihnachtsmann, profitierte davon. so richtig

bekannt wurde er aber erst durch die „coca

cola“-werbung. In der Rolle des weihnachtlichen

gabenbringers hat dieser säkulare nikolaus für

manche das christkind abgelöst.

Ich denke, auch mich brauchen die Menschen

heute immer weniger, jedenfalls nicht als verlängerten

Arm der eltern in der erziehung.

Kindern wird nicht mehr mit Rutenschlägen

gedroht und auch nicht mit dem sack, in den

unartige Kinder hineingesteckt werden - wenn

auch nur symbolisch. Zudem wird auf niederländischer

seite mein dunkles äußeres kritisiert.

nicht nur Menschen mit schwarzer hautfarbe

sprechen von diskriminierung. da hilft der hinweis auf eine

legende, nach der das schwarze im gesicht auf das Ruß eines

italienischen schornsteinfegers zurückgeht, auch nur wenig.

Ich glaube, ich habe als teuflischer gegenpol zum

nikolaus ausgedient und werde zum einfachen

Korbträger für seine geschenke, zu seinem wirklichen

Begleiter, der auch mit geschenken

freude

Alfred Kall

bringt.


19 SenIOren SchreIBen

Bild: Augustine/pixelio.de

Zu Mittag kehrte ich in eine dämmrige Kneipe ein. Mein Begleiter

folgte mir nicht, sondern wartete vor der tür.

Am Abend setzte er sich zu mir auf die terrasse und schwieg

weiter. Ich wollte ihn nach dem grund fragen, unterließ es aber,

weil ich ihn nicht in Verlegenheit bringen wollte. sein schweigen

störte mich nicht, da ich selbst wortkarg bin. er war nicht

lästig und irgendwie verstanden wir uns auch ohne worte.

Als es dunkelte, war er plötzlich nicht mehr da.

wortlos war er hinaus in die nacht gegangen.

Ein Gast

er kam am frühen Morgen, stieg durchs fenster und trat an mein

Bett. Mit warmen fingern strich er über meine stirn und setzte

sich wenig später zu mir an den sonnigen frühstückstisch.

wer war der gast?

Peter J. Heuser

Auflösung: der helle Tag

Golden Morgen 104580 26.09.13 18.09.2013 16:25 Uhr Seite 1

Als er mich die nächsten stunden durch die stadt begleitete,

fiel mir nicht auf, dass er noch kein wort gesprochen hatte.

Weihnachtsbasar

endlich, die Bauphase des

2. Anbaues der seniorenresidenz

golden Morgen

ist beendet. es ist wieder

Ruhe eingekehrt und der

normale Ablauf auch im

Außenbereich ist wieder

möglich.

Bagger und lastwagen

gehören der Vergangenheit

an. einige der Bewohner sahen

die Arbeiten und den trubel auf

dem gelände aber auch als schöne Abwechslung. es war viel

Interessantes zu beobachten und so manch einer erinnerte sich

an seinen Beruf oder an den eigenen hausbau und hatte somit

manches nette gespräch mit den handwerkern.

um wieder etwas Abwechslung in den Alltag der senioren

zu bringen, hat sich das team mit den Bewohnern, den ehrenamtlichen

und einigen Verwandten zu Bastelnachmittagen

zusammen gefunden und organisiert momentan den ersten

weihnachtsbasar in der seniorenresidenz golden Morgen.

es wird fleißig gestrickt, genäht, gebastelt und gewerkelt.

die tollen ergebnisse werden dann am 3. november auf dem

ersten großen vorweihnachtlichen Bazar präsentiert. die damen

und auch einige herren sind voller Begeisterung bei den

Vorbereitungen.

die seniorenresidenz freut sich auf alle Besucher, hofft, den

Bewohnern mit diesem tag eine schöne Abwechslung zu bieten

und auch Verwandten, freunden, Bekannten und Besuchern

die Möglichkeit eines netten Beisammenseins zu ermöglichen.

Ketteniser Str. 68 - 4711 Lontzen/Walhorn

BITTE VORMERKEN!!

Erstmalig -

VORWEIHNACHTLICHER BAZAR

Sonntag den 3. November 2013

11.00 bis 18.00 Uhr

Tolle Handarbeiten in Teamwork:

Senioren, Mitarbeiter, Ehrenamtliche und Verwandte

Weihnachtsdeko - Krippenfiguren - Weihnachtskarten-

Duftkissen - Tischdecken - Sofakissen

und vieles vieles mehr

Weihnachtliche Dekobeleuchtung - Schmuck -

Geschenkideen - Hausgemachte Marmelade - Tafelöle -

Eierlikör usw.

Bilderausstellung und Verkauf

Waffelstand - Kuchentheke - Suppenecke

und Glühweinstand

Wir suchen noch interessierte Handarbeits-Begabte,

Heimwerker und Hobbykünstler, die an unserem Bazar

teilnehmen möchten.

Bitte melden Sie sich bei uns, wir freuen uns über jeden

zusätzlichen Aussteller.

Herr Godesar 087/55 72 22 -- Frau Gill 0049/170 161 95 12


Carpe diem

Ich sah den Frosch. Er saß auf der untersten

Stufe der glitschigen, blätterübersäten

Kellertreppe. Es gab keinen

Weg hinauf, die Stufen waren zu hoch.

die blasse sonne am herbsthimmel erinnerte

mich daran, dass die winterreifen

aufgezogen werden mussten, schon morgen

könnte es den ersten wintereinbruch

geben. schon im Bett fühlte ich mich wie

der kleine frosch, auch ich kam nicht

mehr hoch. die Bettwäsche war klamm

von den nebelschwaden, die der herbstwind

durchs geöffnete fenster trieb. ein

paar verwehte Kontoauszüge zierten den

fußboden. geld war sowieso keins mehr

Da bist du ja!

Da bist du ja!

Nun zeig mal, was du kannst!

Was nur du fertig bringst!

Ich glaube, selbst der Frühlingsmonat Mai

würde staunen und dir Beifall klatschen,

wenn er das sehen könnte:

Deine berühmten goldenen Tage!

Wir stehen, staunen, möchten das Gold

von den Sträuchern pflücken,

von den Bäumen schütteln,

vom Boden aufheben!

Gewiss, bald wirst du das letzte Blatt

von irgend einem Baum blasen!

Noch ist es nicht so weit!

Schenk sie uns,

deine berühmten goldenen Oktobertage,

wir warten, freuen uns darauf!

Mach‘s gut, Herbst, enttäusch‘ uns nicht!

Bild: A. wikimedia.org

vorhanden. wozu also aufstehen, fragte

ich mich, wozu? Ich versuchte es trotz der

soeben erkannten sinnlosigkeit, doch wie

ein umstürzender Baum sank ich auf das

feuchte lager zurück. Resignierend, in

einem letzten Anfall sich selbstüberbietender

willenskraft langte ich nach dem

neuen gästebuch neben mir. schaute

mir nochmals die zahlreichen fotos an,

ein schwaches lächeln erschien auf meinen

müden Zügen. Auch die verschiedenen

ergüsse aus der einen oder anderen

feder nahm ich in Augenschein. da war

claudia, was schrieb sie? Ach, ja, man war

ja schließlich gebildet: carpe diem, wie

der lateiner sagt: „Pflücke den tag“, auf

deutsch: nutze den tag! Ja, claudia hatte

Recht: nutze den tag!

Herbst

herbst, ich freue mich, ja, ich liebe ihn,

zwar mit gemischten gefühlen. der sommer

ist vorbei, der winter naht. den herbst

möchte ich festhalten. Ich bin begeistert,

diese farbenpracht. Ich sammele bunte

Blätter. Ich habe schon einen Korb voll. es

werden immer mehr, was mach‘ ich mit

ihnen? nichts Besonderes, ich schau sie

mir an, sie gefallen mir.

Mehr als ein bunter Blumenstrauß? nein,

nein, das kann man so nicht sagen. es ist

eben etwas ganz Anderes für mich. ein

spaziergang im herbst, er verzaubert

SenIOren SchreIBen 20

diese Aufforderung ließ mich mit einem

satz aus dem Bett hochfahren. Ich lief in

den garten, die hintere Kellertreppe hinunter,

packte mir den kleinen frosch,

der mir wieder ängstlich entgleiten wollte,

schaute in sein durchfurchtes froschgesicht,

sah die goldenen tupfen zwischen

dem Braun-grün, küsste ihn auf

sein breites froschmaul... und siehe da:

Auf der rutschigen, nassen Kellertreppe

stand ein wunderschöner junger Prinz. er

nahm mich in die Arme und wir tanzten

auf dem Rasen, wo letzte Rosen ihre faulige

süße verströmten. gemeinsam sangen

wir: „Komm‘, lass‘ uns pflücken den

tag, komm‘, lass‘ uns pflücken den tag!“,

und irgendwie waren selbst die winterreifen

vergessen.

wir pflückten den tag... und plötzlich

hüpfte mein kleiner, braungrüner frosch

mit den goldtupfen wieder die Kellertreppe

hinunter.

Karin Peters

mich, ich kann es nicht erklären, es ist so.

goldene Oktobertage, ich kann mich nicht

satt sehen. Ich möchte so gerne ein Bild

malen oder doch lieber schreiben! Ja, ich

werde über den herbst schreiben, eine

liebeserklärung an seine Malkünste!

Als ich ein Kind war, hat man mir erzählt,

der herbst zieht mit einem bunten, großen

farbtopf über‘s land. Ich würde ihn

gerne begleiten, ein einziges

Mal nur.

Beide Texte:

Josefine Kühnast


21 SenIOren SchreIBen

Schnellere Wohnungsanpassungen ermöglichen

Jeder Mensch möchte solange wie möglich in seiner gewohnten Umgebung

wohnen. Dort kennt er sich aus. Und das gilt erst recht, wenn es einen

geliebten Partner gibt, mit dem eine innige Beziehung besteht. Wo man

sich verstanden und geborgen fühlt, kann selbst bei Demenz das Zusammenleben

noch lange funktionieren. Der andere weiß ja, was der Partner

sich wünscht, was er fühlt und wie er denkt.

um dieses zu ermöglichen, müsste jeder

frühzeitig überlegen, wie die wohnung

altersgerecht angepasst werden kann.

durch kleine änderungen können stolperfallen

beseitigt und durch hilfsmittel

das leben erleichtert werden. ebenfalls

Sex im Altersheim

Vor einigen Wochen

wurde in der Presse über

Sex im Alter, vor allem im

Altersheim, geschrieben.

Bild: djd Nuernberger Versicherungsgruppe/B, Lark

Manche ehepaare müssen in getrennten

Zimmern untergebracht werden, weil

sie im Alter ihre gemeinsamen Probleme

nicht mehr in den griff bekommen. die

Beziehung, die sie vielleicht unter Zwang

ein leben lang aushalten mussten, obwohl

von liebe nicht die Rede sein konnte,

wurde von der gesellschaft und der

Religion so erwartet.

Manchmal trifft der überlebende Partner

im Altersheim einen Menschen, wo

die gefühle wirklich stimmen, denn das

ist auch im Alter möglich. diesen Männern

und frauen sollte auch im Altersheim ein

Zusammenleben ermöglicht werden. die

sollte man sich informieren, welche sozialdienste

es im notfall gibt, deren Adresse

und telefonnummer bereit halten.

es gibt bereits staatliche stellen, die auf

Anfrage bei akuten fällen solche Anpassungen

ermöglichen und teilweise finanzieren.

Jedoch erfordern die Planung und

Ausführung der Arbeiten Zeit. Manchmal

sind die nutznießer dann bereits im heim

untergebracht oder schon verstorben.

Von Vorteil wäre, wenn pensionierte

Männer und frauen ehrenamtlich ihre

Berufserfahrungen in einem team kostenlos

zur Verfügung stellen würden. Architekten,

Baufachleute, Installateure und

Physiotherapeuten kennen die Probleme

und brächten eventuelle lösungsvorschläge

bei. die Ausführung bliebe dann

den Professionellen überlassen.

Befriedigung der sexuellen triebe allein

kann wirklich anders gehandhabt werden.

selbst bei jüngeren Menschen ist die sexualität

ohne liebe, ausschließlich auf die

Befriedigung der triebe gerichtet, kein garant

für eine Beziehung, die glück und Zufriedenheit

bringt. die folge davon sind

Abtreibung, Kindesmisshandlung und sogar

-tötung. stattdessen müsste in der körperlichen

Vereinigung das gefühl der innigen

nähe und liebe seinen

Ausdruck finden.

Beide Texte:

Maria Köttgen

Bild: Achim Dörnach/pixelio.de

Den ruhestand

richtig planen

Mit dem Ende des Arbeitslebens erhoffen

sich viele Senioren, Zeit für

die schönen Dinge zu haben.

Völlig planlos sollten sie dieses ereignis

aber nicht auf sich zukommen lassen,

denn viel freizeit kann auch eine last sein.

Im bis dahin längsten Zeitraum des lebens

identifizierte sich der erwerbstätige

Mensch mehr oder weniger stark mit seiner

Berufsrolle. Mit dem Ausscheiden aus

dem Beruf gehen die damit verbundenen

prägenden Rollen und damit zugleich ein

großer teil der bisherigen persönlichen

Identität verloren. gerade Menschen, die

vorher viel gearbeitet haben, finden sich

in dieser Kategorie wieder: nach der Phase

der entspannung kommen der Absturz

und die erkenntnis, dass man in der firma

ersetzbar ist. der Betroffene ist gefordert,

für sich neue funktionen zu finden, die

ihm helfen, sich neu zu definieren.

Altwerden ist für die meisten Menschen

ein angstbesetztes thema. doch

es besteht die berechtigte hoffnung, dass

sich diese Vorstellungen langsam ändern.

denn: Immer mehr Menschen werden auf

neue weise alt. sie nutzen die gewonnenen

Jahre und finden für diese lebensphase

einen ganz eigenen sinn. das zentrale

Problem der alternden gesellschaft

ist nicht, dass so viele Menschen älter werden,

sondern wie die gesellschaft damit

umgeht. und wie die älteren Menschen,

ohne sich abgeschoben und als last fühlen

zu müssen, die Jahre nach der Berufstätigkeit

sinnvoll für sich selbst

und die gesellschaft ausfüllen

können und dürfen.

Wilhelm Müller

Bild: djd Verlag/Peter Jentschura


Frau Hermanns tägliche Sammlung

Erzählt nach einem Kuriosum von Mick L., einem

begnadeten Geschichtenerleber

Zu tun gibt es immer. und frau hermanns

ist nicht wie das wetter, schwankt nicht

zwischen wolkenbruch und windstärke

8. sie ist ein sommerhauch - und das täglich.

Auf ihr sanftes trippeln gegen 19 uhr

ist Verlass. ebenso auf ihr leises „einen

schönen guten Abend!“, das sanft hingemeckert

wirkt. wie von einer zufrieden

grasenden Ziege, die nicht in einsamkeit

leben muss, der aber auch keiner etwas

wegnimmt. Jeden samstag, anlässlich des

Besuchs meiner schweigenden schwiegermutter

auf der Pflegestation, wende ich

den Blick weg von den weißen wänden

und der grünweiß gestreiften Bettwäsche

der uhr zu, gespannt, ob sie auch wirklich

gleich kommt.

und da ist es soweit. „einen schönen guten

Abend“, die hand am Klappverschluss

der alten tasche, getrippel ins Bad. Zurück

ins Zimmer, das sanfte lächeln - und

weg ist sie. so sieht das glück aus: die

trippelnde frau mit ihrem lächeln und

dem abgegriffenen handtäschchen.

heute ist mein tag. Ausnahmsweise warte

ich, bis die schwester zur guten nacht

erscheint.

„diese kleine geheimnisvolle...“

„frau hermann und ihre handtasche?“

die nachtschwester legt ein breit aus-

gemessenes grinsen

auf. „sie sammelt.“

„Ach!“ für mich als

nichtsammler ein

unvertrautes terrain.

„was sammelt

sie denn so?“

„dieses gebiet ist

ein geheimtipp.“

die Pflegestation

- ein verschlafener

Ort. Man

muss verstehen,

dass hier Pointen

wohl dosiert

sein wollen.

„wenn sie einen

Moment warten wollen?“

nach zwei Minuten ist sie wieder da,

frau hermanns handtäschchen unterm

Arm. sie kippt den kompletten Inhalt

auf die Bettdecke, unter der meine

schwiegermutter dahindämmert.

„gebisse?“

„gebisse.“

In dem Moment überfällt‘s mich, schüttelt

meinen Körper, zwingt mich zurück

auf den stuhl, während mir die Augen aus

leSeZeIchen 22

dem Kopf fallen. „warum um alles

in der welt...?“, kreische ich

zwischen meinen lachsalven

schwester Birgit an.

„ein Pfleger hat mal frau hermann

gesteckt, dass sie gut

auf ihr gebiss aufpassen soll.“

„und was wird jetzt aus diesem

haufen?“, pruste ich in Richtung

nachtschwester. „Ich verteile

sie jeden Abend aufs neue.“

fassungslos starre ich sie an.

„sehn sie“, sie nimmt einen Oberkiefer.

„hier fehlt ein linker Backenzahn.

herr werth hat noch

genau einen oben links. Also

kriegt er dieses teil. unten hat

er keinen Zahn mehr, aber“, sie

hält mir einen bezahnten unterkiefer

hin, „schon rein farblich

passt das hier zu dem oberen gebiss.

Im Übrigen kenn‘ ich alle längst.“

„sie können alle gebisse...“.

„Klar. Ich sortiere sie jeden Abend.“

nun weiß ich, dass frau Mentel noch über

zwei eckzähne verfügt, während herr linne

nur eine Brücke nötig hat. ein geordneter

Ablauf. frau hermann sammelt,

schwester Birgit verteilt.

so bekommen die Abende

struktur.

Doro May

Wir wünschen

allen Leserinnen und

Lesern frohe Weihnachten

und ein gesundes

neues Jahr!

das team vom seniomagazin


23 tIteltheMA

Humor – ein kreativer Weg, das Leben zu meistern

Eine alte Frau musste wegen eines Brust-Karzinoms operiert werden. War sie auch

sehr humorvoll, so hatte sie doch Angst vor der Operation und schloss vorsorglich mit

dem Leben ab. Als sie nach der Operation aufwachte, meinte sie lächelnd bei der Visite:

„Der liebe Gott hat halt auch lieber jüngere Frauen als mich altes Weib.“

i st lachen gleich humor?

hat die obige Anekdote etwas mit humor

zu tun: sich selbst „auf die schippe“

zu nehmen und darüber auch lachen zu

können? wir lachen über vieles, doch haben

ca. 80 % dieser „lach-Anlässe“ wenig

mit humor zu tun. nicht umsonst meinte

der schauspieler und Komödienschreiber

curt goetz: „unter humor verstehen

die meisten Menschen das gelächter über

dinge, die einem anderen zugestoßen

sind“. sehr groß ist die Variationsbreite des

lachens. wir unterscheiden z.B. aggressives,

zynisches, ironisches, verlegenes, obszönes,

verzweifeltes, sardonisches,

skeptisches, überhebliches und

schließlich befreiendes, fröhliches

lachen. nur dieses ist ein

Merkmal für humor.

lachen löst kurzzeitige

physiologische Veränderungen

an stimme,

gesichts- und Körpermuskulatur,

Atmung,

herz und haut aus.

hinzu kommen psychische

und soziale Phänomene.

lachen wird auch

als „soziales schmiermittel“

beschrieben und gilt

als kürzeste Verbindung

zwischen zwei Menschen.

„wer lacht, hat schon gewonnen“

heißt es. Aus untersuchungen

geht hervor, dass

wir im gehirn über bestimmte

Areale verfügen, die für das

lachen und das Verstehen von

wer ist er?

witz und Komik zuständig sind. es gibt

ein „lachkoordinationszentrum“. durch

lachen kann die Produktion von cortison

und Adrenalin reduziert werden.

was ist humor?

humor bzw. der sinn für humor ist eine

Persönlichkeitseigenschaft, die je nach

sozialisation mehr oder weniger ausgeprägt

ist. schon im 17. Jahrhundert wurde

beschrieben, dass humor das Blut reinigt,

den Körper jung und lebendig

sowie zu jeder Arbeit

tauglich macht. der Begriff

„humor“ (lat. umor:

feuchtigkeit, flüssigkeit,

saft) bedeutete zunächst

nur stimmung, gute oder

schlechte. er geht zurück

auf die Meinung von hippokrates

und galenos und die

mittelalterliche Vorstellung,

dass die temperamente des

Menschen auf der unterschiedlichen

Mischung der vier Körpersäfte

(humores) – schleim, Blut, schwarze

und gelbe galle – beruhen. heute versteht

man unter dem Begriff „humor“

laut duden die gabe eines Menschen,

der unzulänglichkeit der welt, den

schwierigkeiten und Missgeschicken

des Alltags mit heiterer gelassenheit zu

begegnen, sich nicht unterkriegen zu lassen,

sondern über widrigkeiten und unzulänglichkeiten

lachen zu können.

für freud, der sich besonders ausführlich

mit dem humor auseinandergesetzt

hat, entsteht die lust am humor auf

Prof. dr. phil. dr. med. dipl.-Psych. rolf D. hirsch ist

facharzt für nervenheilkunde, geriatrie, Psychotherapeutische

Medizin und Psychoanalyse. er ist Präsident

der deutschen Akademie für gerontopsychiatrie und

-psychotherapie, Vorsitzender der Bonner Initiative

gegen gewalt im Alter – handeln statt Misshandeln

e.V. und Mitglied des BAgsO-expertenrates.

Kosten unterbliebener Affektentbindung,

ist also eine Art „Affektersparnis“: Anstatt

mich zu ärgern, lache ich lieber. es handelt

sich also um eine energieleistung

des Ichs, das genügend Ich-stärke und

freundliche mütterliche Über-Ich-Anteile

besitzen muss. der humor ist nicht resignierend,

sondern trotzig. er wird auch als

reifster Abwehrmechanismus bezeichnet.

er ist einer der kreativsten wege, gegensätze

zu vereinen. Im Rahmen der positiven

Psychologie wird der humor als eine

der charakterstärken beschrieben, die zu

wohlbefinden und zu lebenszufriedenheit

notwendig sind.

ist jeder witz humorvoll?

Zu unterscheiden von humor ist der witz.

Man versteht hierunter eher eine kurze,

prägnant formulierte geschichte mit einer

unerwarteten wendung, einem überraschenden

effekt, der zum lachen reizen

soll. gleichzeitig versteht man unter witz

– eine Verwandtschaft mit dem wort „wissen“

ist nicht zu übersehen – eine eigenschaft,

sich geistreich, witzig auszudrücken.

„sein witz macht vor nichts halt.“

Als witz einzustufen ist z.B.: eine ältere

dame weiß sich nicht mehr zu helfen und

geht zum Psychiater. Ohne umschweife

erzählt sie von ihren ängsten: „Immer

wenn ich abends zu Bett gehe, muss ich

mich auf den Boden legen und nachsehen,

ob unter dem Bett kein Mann liegt.

was soll ich bloß tun?“ der Psychiater rät:

„das ist ganz einfach. sägen sie doch die

füße des Bettes ab.“

Bild: Rainer Sturm/pixelio.de


tIteltheMA 24

Aachener Klinik-Clown Wilhelmine im Einsatz, Bild: Die Klinik-Clowns Aachen e.V.

deutlich wird, dass ein witz auf Kosten eines

gegenübers – das ihn nicht zu verstehen

braucht – geht, verletzen und dritte

zum lachen reizen soll. humor dagegen

ist auf das Verstehen der Bemerkung des

anderen angewiesen, setzt eine herzliche,

gleichrangige, offene Beziehung voraus

und fördert einsichten. es wird nicht

über jemanden – wie beim witz –, sondern

miteinander gelacht. es folgen Befreiung

und entspannung. humorvoll ist

eher folgende geschichte: einem älteren

Patienten misst der Arzt den Puls und

meint: „Ihr Puls geht aber sehr langsam.“

die Antwort des Patienten: „das macht

nichts, herr doktor. Ich habe Zeit.“

diese Anekdote verdeutlicht den weg,

den ein alter Mensch, aber auch jeder

helfer in der Behandlung, einschlagen

sollte: nicht bei den defiziten, sondern

bei vorhandenen Ressourcen anzusetzen

– nach dem Motto: „ein bisschen geht

immer“. dieser weg öffnet sich auch für

Menschen mit demenz.

gibt es auch nur wenige untersuchungen,

die der frage „Alter und humor“

nachgehen, so zeigen sie doch wichtige

Aspekte auf, die zusammenfassend

kurz dargestellt werden. so ist der sinn

für humor im Alter mit dem humor, wie

er beim gleichgeschlechtlichen elternteil

erlebt wurde, ähnlich. Mit zunehmendem

lebensalter steigt auch die heitere gelassenheit.

lernen scheint älteren mit humor

leichter zu fallen. ein positiver Zusammenhang

besteht auch zwischen

dem psychophysischen gesundheitszustand

und humor. schmerzen, insbesondere

chronische, lassen sich mit humor

deutlich verringern. weiterhin zeigen

humorvolle ältere eine größere selbstsicherheit,

eine höhere emotionale Ausgeglichenheit

sowie eine insgesamt positivere

stimmungslage und schätzen sich,

einer untersuchung älterer Paare folgend,

glücklicher ein. humorvolle senioren mit

gesundheitlicher einschränkung können

stress besser bewältigen. humor scheint

auch eine Ausgleichsfunktion gegenüber

körperlichen einbußen zu haben.

Bild: M.Th./pixelio.de

humor eröffnet neue Perspektiven und

die Aufmerksamkeit für komische und

allzu menschliche ereignisse. er ist als

ein tägliches wohldosiertes „lebensqualitätsmittel“

genauso wichtig wie essen

und trinken: gut gemischt, ausreichend

und kontinuierlich.

hilft humor auch im Alter?

Zwei ältere herren gehen wegen Beschwerden

an einem Bein zur Massage

und werden in unterschiedlichen Kabinen

behandelt. Von einem sind laute Klagen

über schmerzen und wehrufe zu hören,

vom anderen nur lachen und Prusten.

nach der Behandlung treffen sich die beiden.

der eine meint: „du hast die ganze

Zeit gelacht. hattest du keine schmerzen?

Ich hätte die wand hochgehen können.“

„du hast dein krankes Bein behandeln

lassen“, meint dieser. „das war falsch.

Ich habe das gesunde massieren lassen.“

Senioren-Clownin Betty Quer/B. Zölfl,

Foto: Anna Mutter

Mit dem Alter verändern sich die situationen

und Inhalte, die als humorvoll

erkannt und erlebt werden. so zeigte

sich bei einer untersuchung von 50- bis

80-Jährigen mit zunehmendem Alter ein

vermindertes humorverständnis. Ausgeprägter

war dies bei älteren, deren kognitive

leistungen schlechter waren als bei

anderen. diskutiert wird, ob eine allmählich

nachlassende frontalhirnfunktion zu

einer kognitiven Beeinträchtigung führt,

die ein humorverständnis verringert, die

affektive humorverarbeitung allerdings

nicht beeinträchtigt. eine Zunahme von

humor im Alter konnte bei der Bewältigung

von widrigkeiten und stress festgestellt

werden. so lässt sich folgern, dass

das emotionale humorverständnis im Alter

nicht abnimmt, das kognitive dagegen

schon. dabei geht aber die Kompetenz,

schwierige situationen mit humor

zu bewältigen, nicht verloren.


25 huMOr

wie aus eigenen untersuchungen hervorgeht,

profitieren depressive ältere

Menschen von humor-Interventionen

sehr. Bei gruppenuntersuchungen im

stationären umfeld wurde festgestellt,

dass Resilienz, d.h. die fähigkeit, schwierige

lebenssituationen ohne anhaltende

Beeinträchtigung zu überstehen, und lebenszufriedenheit

erheblich zunehmen.

erstaunlich war, dass dies auch für Menschen

mit mittelschweren und schweren

depressionen gilt.

es gibt einige untersuchungen, die verdeutlichen,

dass Menschen mit demenz

humor haben können und ihnen eine

humorvolle Zugangsweise helfen kann,

mit sich besser zurechtzukommen. sogenannte

„clinic-clowns“ bzw. „gericlowns“

sind hier eine echte lebenshilfe.

sie verändern in Institutionen oft in

erstaunlicher weise das Milieu und das

Verhalten von Menschen mit demenz.

die ergebnisse dieser untersuchungen

können belegen, dass durch humor-Interventionen

die lebensqualität alter Menschen

verbessert wird. Bekannt ist, dass sie

sich subjektiv wohler fühlen, als dies nach

der einschätzung ihrer gesundheit objektiv

zu erwarten wäre. da nun wohlbefinden

und humor eng miteinander verbunden

sind, liegt es nahe, ihre gesundheit

und lebensqualität durch eine systematische

förderung des sinnes für humor

zu verbessern. die von alten Menschen

immer wieder beklagten umgangsweisen

mancher ärzte, schmerzen und Beschwerden

als „altersbedingt“ abzutun,

kann folgende nachdenklich stimmende

Anekdote ad absurdum führen: Zu einem

Arzt kommt eine ältere Patientin mit großen

schmerzen im rechten Knie. der Arzt

untersucht dieses, findet nichts und meint

dann schließlich: „das liegt an Ihrem Alter.

da tauchen solche schmerzen auf.“ die Patientin

sieht ihn etwas ungläubig an und

meint. „Ja, das kann schon sein. Aber eines

verstehe ich nicht, herr doktor. Mein

linkes Knie ist genauso alt wie das rechte.

dieses tut mir aber nicht weh.“

Mit humor das Altern meistern

humor ist eine Möglichkeit, sein leben

kreativer, lebendiger und freudvoller

zu gestalten. darauf weisen die bisherigen

untersuchungen hin. Zudem eröffnet

er chancen, nicht zu verzweifeln,

sondern zu überleben. gegen einbußen,

Beschwerden, erkrankungen und einsamkeit

ist humor ein hilfreiches „Medikament“,

welches leider von ärzten zu

wenig „verschrieben“ wird. er ist eine

„trotzmacht“ gegenüber den Missgeschicken

und Verlusten des täglichen lebens.

Mag humor auch eine Persönlichkeitseigenschaft

sein, so kann der sinn für humor

mehr oder weniger bei jedem Menschen

bis ins hohe lebensalter durch

gezielte Interventionen gefördert werden.

humor kann man in jedem lebensalter

lernen. gegensätze werden verbunden,

unbewusstes darf bewusst werden,

Bild: Kladu/pixelio.de

verdrängte lust und unlust werden befreit

und ambivalente gefühle verringert

oder aufgelöst. es folgt entspannung.

humor führt dazu, trotz hilflosigkeit neue

Aspekte zu sehen, trotz depression einen

Überlebensweg zu finden und trotz Zorn

Aggression humorvoll zu gestalten. er ist

ein kreativer weg, das leben bewältigen

und auch über sich selbst lachen zu können,

d.h., sich selbst unter einem neuen

Aspekt zu sehen. es ist ein Vorurteil zu

glauben, dass man entweder mit sinn für

humor geboren wurde oder verdammt

sei, bis an sein lebensende humorlos zu

leben. das leben ist zu kurz, um sich mit

ärger aufzuhalten. wer humor hat, ist herr

der situation!

Rolf D. Hirsch

literaturtipps:

Ulrich Fey: Clowns für Menschen mit

Demenz. Das Potenzial einer komischen

Kunst. Mabuse, Frankfurt a. M. 2012

Michael Titze, Christof T. Eschenröder:

Therapeutischer Humor:

Grundlagen und Anwendungen,

Fischer, Frankfurt a. M., 6. Aufl. 2011

Heiner Uber, André Steiner:

Lach dich locker: So lachen Sie sich

erfolgreich, glücklich und gesund,

Goldmann, München 2006

Barbara Wild (Hrsg.): Humor in

Psychiatrie und Psychotherapie:

Neurobiologie, Methoden, Praxis,

Schattauer, Stuttgart 2011

übernommen aus den

Bagso-Nachrichten 3/2013


Denn meistens

kommt es anders...

Bild: Mamamaus Stephy/pixelio.de

es liegt schon einige Jahre zurück, da war

unsere enkeltochter noch ein kleines Mädchen

von etwa 3 Jahren. wiedermal fand

eine geburtstagsfeier statt, die ganze Verwandtschaft

war zu Besuch gekommen,

auch unsere erste kleine enkeltochter.

das Kaffeetrinken war schon vorbei, wir

unterhielten uns über dies und das. die

kleine Katharina, allgemein „tinchen“

genannt, war damals noch allein unter

den ganzen großen leuten, sie spielte

mit Bauklötzen. langsam wurde es für

sie langweilig, zumal die erwachsenen,

voll im gespräch vertieft, sich wenig um

sie kümmerten. und tinchen wurde auch

schon müde und ein bisschen unwillig.

wir beschlossen, sie ins Bett zu bringen.

Aber davon wollte sie nun überhaupt

nichts wissen! schließlich sagte ich als

ihr lieber Opa zu, auch mit ins schlafzimmer

zu kommen, mich auch hinzulegen

und ihr noch eine geschichte zu erzählen.

gesagt, getan. die familie war zufrieden,

man hatte sich längere Zeit nicht gesehen,

konnte nun in Ruhe weiter miteinander

reden. das ging so etwa zehn Minuten.

da ging langsam die schlafzimmertür auf,

alle wollten schon den Opa loben, dass er

Klein-tinchen so schön in den schlaf gebracht

hat, aber... es erschien nicht der

Opa, sondern ein kleines hellwaches

Mädchen. „seid alle

ganz leise“, sagte es, „der Opa

schläft!“

Wolfgang Prietsch

Günter ist weg

Wir sind in größter Sorge. Gestern

stand der kleine Kerl noch

gutgelaunt im Kräuterbeet

und heute ist er plötzlich spurlos

verschwunden. Mein erster

Gedanke war, Günter ist vielleicht

einfach nur umgezogen.

Er liebäugelte schon lange mit

dem Begonienbeet am Rande

des Goldfischteiches.

stundenlang suchen mein Mann und

ich im garten nach unserem liebling,

aber günter ist und bleibt unauffindbar.

Ach so, sie kennen günter noch

nicht? günter ist ein kleiner gartenzwerg,

der seit etwa vier wochen in unserem

garten sein Zuhause gefunden

hat. er ist ungefähr dreißig Zentimeter

groß, trägt eine rote Zipfelmütze und

hat eine blaue gießkanne in der hand.

sie werden sicher denken, na ja, so sehen

fast alle gartenzwerge aus. doch da

muss ich widersprechen. günter ist etwas

ganz Besonderes. nur er hat dieses

ansprechende lächeln auf den lippen

und in der linken wange dieses entzückende

grübchen.

Mein gatte ist untröstlich, er kann sich

nicht erklären, warum dieser wicht über

nacht das weite gesucht haben könnte.

und darum hat er eine abenteuerliche

theorie parat. „günter ist nicht freiwillig

gegangen...“, sagt mein Mann und macht

ein bedeutungsvolles gesicht. „Ich bin

ganz sicher, günter wurde entführt!“

Ich erschrecke: wer sollte Interesse daran

haben, einen unschuldigen gartenzwerg

zu entführen? gibt es Menschen, die so

einem winzling schaden zufügen könnten?

günter tat keinem etwas zu leide,

er war der verträglichste Zwerg, den ich

kenne. und ich kenne fast alle gartenzwerge

in unserer nachbarschaft.

„Ich bleibe dabei, günter wurde entführt“,

sagt mein gatte. „frau Berger, unsere

nachbarin, vermisst ihren Zwerg auch

seit einigen tagen. er stand im Kräutertopf

unter dem Küchenfenster.“ Ich bin

erschüttert. „dafür kann doch nur eine

organisierte Zwergen-diebes-Bande ver-

Bild: Heike Irmen7pixelio.de

lIeBen, lAchen, leBen 26

antwortlich sein. sollte man den fall nicht

vielleicht der Polizei übergeben?“

doch von dieser strategie will mein Mann

nichts wissen. „die Polizei ist doch schon

viel zu sehr überlastet - immerhin ist es

doch nur ein Zwerg.“

Ich horche auf. für mich ist günter mehr

als „nur ein Zwerg“, er gehört eigentlich

schon zur familie. Ich beschließe, mit unserer

nachbarin ein ernstes wörtchen zu

sprechen. wenn schon die Polizei sich

nicht um diese merkwürdigen Vorfälle

kümmert, so könnten wir doch gemeinsam

versuchen, diesen mysteriösen ereignissen

auf den grund zu kommen.

gesagt getan: Bei einer guten tasse Kaffee

und leckerem Kirschkuchen sind frau

Berger und ich uns schnell einig. Regelmäßig,

am ersten Mittwoch im Monat

werden wir uns zum Kaffee treffen und

uns über allgemeine themen austauschen.

das thema gartenzwerge wird

dabei sicher auch nicht zu kurz kommen.

Aus dieser spontanen Idee ist übrigens

eine sehr nette freundschaft geworden.

und unser günter ist irgendwann auch

wieder aufgetaucht. er brauchte wahrscheinlich

dringend eine Auszeit von unserem

familienleben und hatte sich zur

erholung in Ricos hundehütte zurückgezogen.

Ob das letztendlich eine wirkliche

erholung für ihn war, sei mal dahingestellt.

seit einigen tagen stehen übrigens zwei

gartenzwerge in unserem

Begonienbeet. günter hat

einen freund, er heißt uwe.

Helga Licher


27 GedIchte

Im Herbst

Der Wald im Herbst ist wunderschön

mit der Bäume bunten Blätter,

schön ist‘s durch‘s welke Laub zu geh‘n,

besonders bei trockenem Wetter.

Wenn von Baum und Strauch das Sonnenlicht,

das Laub in bunten Farben lässt erstrahlen,

dann glaubt der Mensch es einfach nicht,

dass kommen auch manch trübe Tage.

Im Herbst weht oft ein rauher Wind,

er zerrt an Menschen, Tieren, Pflanzen,

und draußen bleiben will kein Kind,

es eilt nach Haus mit seinem Ranzen.

Er ist manchmal ein wilder Geselle

mit Regen, Nebel und stürmischen Tagen,

und auch der Frost ist bald zur Stelle,

er lässt den Winter erahnen.

Wenn dann ums Haus die Stürme toben

und Regen rauscht hernieder,

dann erfreut man sich der warmen Stuben,

dann wird‘s erst recht gemütlich.

Doch hat nicht jeder ein Heim auf Erden,

so mancher lebt in Elend und Leid,

drum sollten wir froh und dankbar werden

und helfen in dieser

schweren Zeit.

Brigitte Buchem

Der kleine Mann

Hurra!, er ist da, der kleine Mann!

Staune nur, was er schon alles kann:

Er kann weinen, er kann lachen,

besonders gut in die Windeln machen.

Er lernt sprechen, er lernt laufen,

will sich mit den andern raufen.

Schnell vergangen ist ein Jahr,

vergessen bald wie klein er war.

Verbringt mit Spielen seine Zeit,

bald wird es sein so weit,

er wird gehen zum Kindergarten,

jetzt lernt auch er das Warten,

schnell will er hier raus,

nur noch zu Mama nach Haus.

Bild: Olga Meier-Sander/pixelio.de

Herbstliches Phänomen

Überall nun Blätterfall,

der Herbstwind weht die Bäume kahl.

Vorm Haus liegt dick der Blättersegen,

da hilft nur eines, tüchtig fegen!

Doch kaum ist er gekehrt zuhauf,

schon wirbelt Wind ihn wieder auf,

und ist man fertig grad mit Fegen

beginnt erneut der Blätterregen.

Der kleine Mann wird größer und reifer,

schon geht er zur Schule mit Eifer,

langsam wird er schlauer,

der Eifer ist nicht von Dauer.

Die Schulzeit zieht sich endlos dahin,

manchmal so gar nicht nach seinem Sinn.

Demnächst muss er zur Arbeit gehen

und wird die Welt nicht mehr verstehen.

Dass Arbeit so schwer sein kann,

begreift er nicht, der große kleine Mann.

Rosa Hennes-Deraideux

Hajo Mais

Dass die Mühe Sinn auch hat,

füllt man damit nun Sack um Sack

so hält uns des Laubs Beseitigung,

- wenn auch nicht grad mit Begeisterung -

tagelang noch schön in Schwung.

Die Bäume schaun mit aller Ruh,

dem täglichen Spektakel zu.

Sie ihrerseits sind hoch erfreut,

das sie der Herbst vom Laub befreit,

so können sie, wies immer schon gescheh´n,

des Winters Unbill besser übersteh´n.


SternStunden 28

Luft, Erde, Wasser, Feuer: Über die vier Elemente

Die vier Elemente sind ein Thema der europäischen sowie der asiatischen Philosophie,

Dichtung, Kunst und Medizin. Dies geht zurück auf konkrete Wahrnehmungen:

Jedes Element wird beispielsweise mit einer Farbe verbunden,

jedes hat eine andere Dichte und einen anderen Wärmegrad. Sehen, Empfinden,

Fühlen sind damit die Ausgangspunkte der Lehre von den vier Elementen.

für die Philosophen stand dabei die frage

nach dem ursprung, nach einheit und

Vielheit im Vordergrund. für die Künstler

waren die elemente ein facettenreiches

sujet, und in der Medizin wurde nach

deren heilkräften gesucht. die vier elemente

wurden im Zusammenhang mit

den Körpersäften und den menschlichen

temperamenten gesehen.

Elemente - temperamente

die lehre von den vier elementen wasser,

feuer, erde und luft geht auf den vorsokratischen

Philosophen empedokles von

Agrigent zurück. nach ihm entsteht alles

aus der Verbindung dieser elemente, und

alles vergeht durch ihre trennung. die

Kraft der Verbindung war für ihn die liebe,

die der trennung der hass.

der antike Arzt hippokrates und seine

Anhänger, die hippokratiker, nahmen an,

dass die vier elemente ihren sitz auch in

den menschlichen Körpersäften hätten

und einander ähnlich seien: der luft entspräche

danach das Blut, dem wasser

der schleim, der erde die schwarze und

dem feuer die gelbe galle. der Arzt galenos

ordnete später jedem Körpersaft ein

Adolf Quensen (1851-1911) nach Entwürfen von August von Essenwein (1831-1892):

Die vier Elemente Ignis (Feuer), Aer (Luft), Aqua (Wasser), Terra (Erde) im Kaiserdom Königslutter, Obergaden

spezifisches temperament zu: dem Blut

den sanguiniker (er ist blutvoll, lebhaft,

optimistisch), dem schleim den Phlegmatiker

(er ist zäh, langsam, träge), der

schwarzen galle den Melancholiker (er ist

nachdenklich, pessimistisch) und der gelben

galle den choleriker (er ist sprunghaft,

impulsiv). galenos begründete damit das

sogenannte humoralparadigma, die Vorstellung,

dass der vorherrschende Körpersaft

den charakter eines Menschen ausmache.

dieses Paradigma hielt sich in der

Medizingeschichte bis ins 19. Jahrhundert.

es ergibt sich also ein direkter Zusammenhang

von elementen, Körpersäften und

temperament. es ist bemerkenswert, wie

aus einer materialistischen theorie eine

wesensbestimmung des Menschen, eine

charakter- und temperamenten-typologie,

abgeleitet worden ist.

luft

wir brauchen luft zum Atmen. der luft

wird das ungebundene, lebhafte, freie,

Bewegte zugeschrieben, ebenso den

Bewohnern der lüfte, den Vögeln. der

luftgeist Ariel (beispielsweise in shakespeares

„der sturm“ sehr wirkungsvoll) gilt

als Personifikation des freien, ungebundenen

elements. die luft ist ein lebenselixier,

ein kostbares gut und ein wichtiger

Informationsträger. In Mythos und

dichtung lauten die Bezeichnungen für

luft: äther und Pneuma.

wenn ein lufthauch (Pneuma) vernehmbar

wird, dann ist dies in der antiken dichtung

ein Zeichen für etwas Besonderes:

es ist ein Zeichen der epiphanie, die Ankündigung

des erscheinens eines gottes.

der antike gott wird dabei als demiurg

(handwerker), der etwas erschafft, und

als Pneumatiker, der alles belebt, verstanden.

In der christlichen Überlieferung ist

es der Atem gottes, der zum leben erweckt:

das leben wird eingehaucht. Aus

der toten Materie entstand durch einen

hauch gottes das lebendige.

Materialistischer Pluralismus Humoralparadigma Temperamentenlehre

Elemente körpersäfte temperamente

luft Blut sanguiniker

wasser schleim Phlegmatiker

erde schwarze galle Melancholiker

feuer gelbe galle choleriker


29 luft, erde, wASSer, feuer

die Vorstellung vom äther, der den

Raum zwischen den dingen erfüllt und

ein Kontinuum erzeugt, geht auf Aristoteles

zurück. In der naturphilosophie

ging man bis ins 19. Jahrhundert von einer

alles durchdringenden ätherischen

Kraft aus. äther galt als ein feiner urstoff

und zugleich als kosmische Kraft. da alles

von diesem stoff und dieser Kraft

durchdrungen war, konnte es kein Vakuum,

keinen toten Raum geben, und

damit war der horror vacui (die Angst

vor der leere) gebändigt.

hölderlins dichtung „An den äther“ ist

Ausdruck einer pantheistischen weltschau,

die zurückweist auf ciceros schrift

über das wesen der götter („de natura

deorum“). und schliesslich sind die „lieblinge

des äthers“ (hölderlin), die Vögel,

Verkörperungen des geistes der luft, so

der Albatros bei charles Baudelaire, dessen

flug der Bewegung der sprache in

der Poesie gleicht.

Erde

die erde ist mütterlich – Mutter erde. Aus

der erde geht das leben hervor, aus dem

samen, der in die erde gelegt wird, entsteht

die frucht. die erde ist Anfang, aber

auch ende, weil sie das grab umfängt.

nicht zufällig sind im antiken Mythos demeter

(die göttin der fruchtbarkeit, des

Korns, des lebens) und Persephone (göttin

des todes) Mutter und tochter und

werden in einem Atemzug genannt. der

demeter-Kult in eleusis war einer der

wichtigsten fruchtbarkeitskulte („eleusinische

Mysterien“), bei dem die sexual- und

fruchtbarkeitssymbole im Mittelpunkt

standen. Als ihre tochter Persephone

durch hades geraubt wurde, zog demeter

durch die welt auf der suche nach ihr –

voller Klagen und tränen vergiessend. sie

gilt als das antike gegenbild zur Pietà: zu

Maria, die um ihren sohn trauert.

die erde ist das fundament, auf dem wir

sicher stehen. wird die erde erschüttert,

dann verlieren wir leicht die Orientierung

und geraten in Angst. Jedes erdbeben

zeugt davon, wie plötzlich alle sicherheiten

schwinden. historische erdbeben –

etwa das von lissabon (1755) – haben

überkommene harmonievorstellungen

ins wanken gebracht und Zweifel entstehen

lassen, ob wir tatsächlich in der

besten aller denkbaren welten leben (so

die Auffassung des Philosophen leibniz).

Voltaire („candide“), Kant („geschichte

und naturbeschreibung der merkwürdigsten

Vorfälle des erdbebens von lissabon“)

und Kleist („das erdbeben in chili“)

haben sich mit der erschütterung des

Bewusstseins durch die Katastrophe von

lissabon auseinandergesetzt.

Bild: Bild: SuRom/pixelio.de

Der Trevi-Brunnen in Rom

wasser

die einen glauben, dass am Anfang das

wort war (Johannes-evangelium), die

anderen, dass es das wasser (die neptunisten),

wieder andere, dass es das feuer

war (Vulkanisten). sicher ist, dass das

leben aus dem ur-Meer, der „ur-suppe“,

entstand. das wasser, symbolisch bei

der taufe verwendet, reinigt von den

erbsünden und ist zugleich gemeinschaftsstiftend.

In den Kosmologien der

Antike kommt dem Meer und seinem

gott Poseidon (lat. neptun) eine besondere

Rolle zu: sein Palast ist in den fluten,

heilig sind ihm Pferde – besonders Pegasus,

der mit einem hufschlag die Musenquelle

auf dem helikon entstehen

liess – und delphine. Im schöpfungsbericht

des Alten testaments schwebt

der geist gottes über den wassern, und

gott scheidet anfangs in himmel und

erde, in erde und wasser und in wasser

und himmel. In diesem Akt der scheidung

zeigt sich die einteilungsmacht

des göttlichen geistes. die wandlung

von wasser in wein beim Abendmahl,

die transformation des Zeichens des

lebens (wasser) in das symbol der erlösung

(wein) oder die fußwaschung

als demutsgebärde stehen in direktem

Zusammenhang mit dem liquiden element.

wasser ist vor allem deshalb ein

lebenselement, weil es andere substanzen

in sich auflösen kann.

feuer

Prometheus raubte dem himmel das

feuer und brachte es den Menschen als

freundliche gabe, so berichtet es der antike

Mythos. dafür wurde Prometheus

grausam bestraft: er wird an den Kaukasischen

felsen gekettet, wo ihm ein Adler

die leber herausreisst, die aber jede

nacht nachwächst. Mit dem feuer hat er

den Menschen die Zivilisation gebracht.

Insofern gilt er als Vater der Zivilisation.

durch seine Qualen wird die Zivilisation

jedoch mit leiden verbunden. erst ein

anderer unsterblicher kann ihn davon

befreien (dies ist ein Prätext zur Passionsgeschichte).

das feuer des staatsherdes

wurde bei den Römern von den Vestalinnen

gehütet. dieses heilige feuer galt

als symbol der gemeinschaft der „res publica“,

des staates. sein Verlöschen wurde

als schweres Verbrechen empfunden.

die zerstörerische Kraft des feuers wird

in den weltbrand-epen, Apokalypsen

und götterdämmerungen beschworen.

weltuntergangsvisionen werden stets

von feuersbrünsten begleitet, und es

bleibt nur die Asche zurück. die erde als

verglühender feuerball ist eine Ikone aller

endzeitphantasien.

In Mythos und dichtung wurden die

vier elemente mit symbolischen Bedeutungen

belegt, die auf das schicksal der

Menschheit und der Zivilisation verweisen

und einen direkten Zusammenhang

mit temperamenten und charaktereigenschaften

herstellen. In ihnen hat sich

selbst- und welterfahrung verdichtet. Bei

unseren Zukunftsfragen wie Klimaschutz

dreht es sich ebenfalls um

diese elemente.

Prof. Helmut Bachmaier

www.senline.net


Sex im Alter

Man hat schon oft die Theorie gehört: „Sex wird immer

besser, je älter man wird.“ Bei mir stimmt das

zwar, aber bisher hat mich niemand dazu befragt

und das Ergebnis zum Untermauern der Theorie

veröffentlicht. Von mir weiß es also niemand.

Ich habe jetzt Anzeichen gefunden, die der

theorie nahrung geben: es sind die lieder,

die man hört. nicht BRf 1 oder wdR 2

(oder sogar „1live“) tragen dazu bei, dort

werden meist englisch-sprachige texte geboten

und nicht jeder bekommt alle Inhalte

mit. die seit einigen Jahren dort wieder

gespielten deutschsprachigen songs erzählen

von Beziehungsproblemen, zu vielen

e-Mails und stress zwischen Mann und

frau. ganz anders sieht es aus, wenn man

bei BRf 2 oder wdR 4 landet. neben Oldies

werden auch neue lieder (nicht songs) in

deutscher sprache präsentiert. da hört

man automatisch auch auf den text.

Bei einer Autofahrt habe ich verfügbare

Radiosender gesucht und bin bei

einer sängerin hängen geblieben, die

enttäuscht besungen hat, dass sie sich

Kann sich (fast)

keine Nummer

merken: Sängerin

Ina Müller.

Bild: HagenU/wikimedia.org

keine Zahlen oder nummern mehr merken

kann. Bei textpassagen wie „ist mein

Auto eigentlich ein 3er oder 5er BMw?“,

„auf welchem Parkdeck habe ich das Auto

abgestellt?“, „das Autokennzeichen beginnt

mit hh, aber was sind die nummern

danach?“ war mir klar: so ist das halt,

wenn man älter wird. Ich wollte schon auf

den nächsten sender wechseln, da kam

der Refrain: „die einzige nummer, die ich

mir noch merken kann, ist die nummer

gestern mit dir“. diese Pointe kam so unerwartet,

dass ich beim Klatschen auf das

lenkrad die spur gewechselt habe und

fast an die leitplanke gefahren bin. Ich

SenIOren SchreIBen 30

bin weiter bei diesem sender geblieben

und habe zugehört.

Kurz danach hörte ich texte wie „wir

sind haut an haut“, „deine hand streicht

über meinen schoß“, „wir sind nah am höhepunkt“

und später von der schlagersängerin

Andrea Berg lieder mit Passagen

wie „warte nicht, bis dich der wein zu

müde macht für eine wundervolle nacht“

oder „tausend Mal hast du mich berührt“.

da hört man doch zu und bekommt lust

auf mehr. es gibt sicher noch viele andere

Beispiele aus schlagern. Mein Rat: spitzt

die Ohren (mit oder ohne hörgerät) und

lasst euch animieren.

Manche leser/leserinnen mögen jetzt

denken: „früher war es aber öfter“. stimmt,

aber die theorie ist, dass sex immer besser

wird, je älter man wird. da zählt nicht

die Anzahl, sondern die Intensität. wer

drei Mal pro woche Austern mit champagner

isst, verliert bald die lust daran. Bei

ein Mal pro Monat jedoch genießt

man das immer wieder

als höhepunkt.

Alois Hendges

Das gemeinsame Frühstück

„Liebe Isabel, kannst Du nicht sitzen

bleiben? Seit wir den Platz gefunden

haben, bist du unterwegs.“

georg und Isabel hatten von ihren Kindern

einen gutschein für ein gemeinsames

frühstück in einem café geschenkt

bekommen. sie hatten es immer wieder

verschoben, doch heute sollte es sein.

es war voll hier. tische und stühle standen

eng beieinander, um vielen Menschen

Platz zu bieten. ein breiiges gemurmel

von vielen stimmen hing in allen Räumen.

es duftete der Kaffee und die Rühreier in

der heißen Pfanne rochen nicht schlecht.

ein Junge und ein Mädchen, kaum höher

als die tische, wuselten herum, blickten

hoch und sahen ihre eltern nicht mehr.

Zum glück wusste die Bedienung, wo die

Kinder hingehörten.

der Platz für zwei Personen an dem

kleinen tisch war der letzte in diesem labyrinth.

georg setzte sich und Isabel verschwand.

sie brachte einen Korb mit Brötchen

und schwarzbrot, auch Butter und

Marmelade, verschwand erneut und als

Bild: Maria-Lanznaster/pixelio.de

sie wieder erschien, stellte sie einen teller

mit wurst und Käse und einen weiteren

teller mit Rührei dazu. Von ihrem dritten

gang brachte sie Orangensaft und wasser

mit und den hinweis, der Kaffee würde

gleich kommen.

sie nahm Platz und die beiden begannen

mit dem frühstück, denn der Kaffee

war inzwischen serviert worden. Isabel biss

in ihr Brötchen, stand auf und murmelte

mit vollem Mund: „Ich muss noch etwas

holen.“ Als sie wieder auftauchte, hatte georg

sein Brötchen schon aufgegessen und

begann, ein schwarzbrot zu schmieren.

Isabel stellte einen teller mit Kuchen

auf den tisch, setzte sich, tat den zweiten

Bissen in ihr Brötchen und stand wieder

auf. georg blickte sie unwillig an, doch Isabel

war schon unterwegs. es war ihr eingefallen,

dass es auch Kakao gab und zu einem

Brötchen mit Marmelade, dachte sie,

sei Kakao das richtige getränk.

georg erbat sich von der Bedienung

noch eine tasse Kaffee und begann mit

einem stück Kuchen, als Isabel mit einem

„Pott“ Kakao zurückkam.

es schien so, als könne das gemeinsame

frühstück endlich beginnen. Isabel erzählte,

sie habe an einem tisch in der nähe

der treppe frau große-leyendecker mit

ihrem Mann gesehen, die seien bald fertig

und sie wolle sich dort verabschieden. „Ich

bin sofort wieder da“, sagte sie.

georg hatte seinen Kuchen aufgegessen,

war rundherum satt und wartete auf

seine frau. Isabel erschien und strahlte.

herr große-leyendecker habe ihr gesagt,

wie gut sie doch aussehe und wie jung

und das seien richtig nette leute. sie könne

sich vorstellen, mit dem ehepaar große-leyendecker

einmal gemeinsam hier

zu frühstücken.

„Ach ja“, meinte georg

zweifelnd, „gemeinsam?“

Erwin Bausdorf


31 SenIOren SchreIBen

Supermärkte -

geheime Verführer

Wer einen Lebensmittelmarkt

besucht, ahnt

nicht, dass er ein ausgeklügeltes

Verkaufssystem

betritt, das dem

Ziel dient, den Kunden

zum Kauf von möglichst

vielen Produkten zu animieren

- egal, ob er sie

benötigt oder nicht.

Verkaufspsychologen und Marketingexperten

haben das Kundenverhalten in

vielen Verkaufsgesprächen und Befragungen

erforscht und manchmal auch

mittels Kameras in den läden ausspioniert.

sie wissen, wie Verbraucher ticken.

deutsche lieben einkaufszettel

- und trotzdem fallen 70% der Kaufentscheidungen

erst im geschäft. der Kunde

lässt sich manipulieren, meist kauft er

mehr als geplant. der einkauf soll so angenehm

wie möglich sein. Ruhige Musik,

Ruheplätze und duftzonen sollen

eine wohlfühlatmosphäre vermitteln.

eine gute Orientierung ist dem Kunden

wichtig. „nichts ist schlimmer, als ein

shopper, der nicht findet, was er sucht“,

sagt Julia Rösler, Marketingbotschafterin

des unilever-Konzerns. sie ist category

Managerin und erklärt ladenbesitzern,

wie sich ihre Produkte besser verkaufen

lassen.

In den Märkten steht nichts nur zufällig

an seinem Platz, alles dient dem Ziel,

mehr umzusetzen. neuheiten stehen

in der „sichtzone“. dinge des täglichen

Bedarfs, z.B. Butter, eier, Joghurt und

Käse, befinden sich im hinteren teil des

ladens in der „Bückzone“. die braucht

der Kunde sowieso, dahin soll er laufen

und in die hocke gehen. die einkaufswagen

sind in den letzten Jahren größer

geworden. wenige waren sehen darin

mickrig aus, das regt dazu an, mehr hinein

zu legen. die gänge zwischen den

Regalen sollen so breit sein, dass zwei

einkaufswagen aneinander vorbei kommen.

Zu enge Passagen lösen Angstgefühle

aus, die den Besucher veranlassen,

schneller zu gehen.

Männer vernichten umsatz

Psychologen haben herausgefunden,

dass frauen und Männer unterschiedliche

Verhaltensmuster an den tag legen.

für den Mann ist der einkauf ein Auftrag,

den er schnell erledigen möchte. das suchen

nach dem richtigen Produkt ist ihm

unangenehm und oft mit stress verbunden.

frauen lassen sich mehr Zeit zum

Auswählen und Begutachten. Männer in

Begleitung von frauen vernichten nach

Meinung der Marketingexperten durch

ihre Anwesenheit wertvollen umsatz. deshalb

versucht man sie zu trennen, indem

z.B. drogerieartikel für sie und ihn an verschiedenen

Orten platziert werden.

Die Manipulation beginnt

schon mit dem Betreten des Marktes beginnt

die steuerung des Kunden. der eingang

befindet sich an der rechten seite.

gegen den uhrzeigersinn wird der Besucher

durch das geschäft geleitet. Psychologen

haben erforscht, dass die meisten

Menschen dazu neigen, nach links

zu gehen. In der wüste ausgesetzt würden

wir im Kreis gehen. nach links gehende

Kunden sollen angeblich 10 % mehr

geld ausgeben. nach einigen schritten

empfängt den einkaufenden die sogenannte

Bremszone. sonderangebote vermindern

sein tempo. danach folgt die

Obst- und gemüseabteilung. gut ausgeleuchtet

und appetitlich dekoriert, wird

die Atmosphäre eines Marktplatzes vermittelt.

Auf seinem weg wird der Besucher

durch gestapelte, halbausgepackte

ware im gang erneut gestoppt, sie sollen

sonderangebote suggerieren. die

preisliche Ausschilderung in roter farbe

erweckt ebenfalls den eindruck, es han-

dele sich um preisreduzierte ware. Auf

halbem weg befindet sich die weinabteilung.

Klassische Musik soll motivieren,

nach teureren flaschen zu greifen. Zum

schluss, an der Kasse, befindet sich die

„Quengelzone“. In greifhöhe von Kindern

liegen schokoriegel, Kaugummis,

die schnell im einkaufsagen landen, damit

das Kind Ruhe gibt. hier wird 5% des

umsatzes erwirtschaftet, obwohl die Verkaufsfläche

nur 1,5 % beträgt. Am ende

des einkaufs ist wieder mehr im wagen

gelandet als geplant.

Paco underhill, ein amerikanischer Konsumforscher,

schrieb in seiner Verkaufsfibel:

„wenn wir nur dann in geschäfte

gingen, wenn wir tatsächlich etwas

einkaufen müssen, und wenn wir dann

nur das kaufen würden, was wir wirklich

brauchen, würde die wirtschaft zusammenbrechen.“

(Quelle: die

Zeit, nr. 24 vom 06. Juni 2012)

Peter J. Heuser

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Oktober


GedächtnIStrAInIng 32

Brückenrätsel

sie sehen unten drei spalten. In der

mittleren spalte stehen Platzhalter für

die einzelnen Buchstaben, aus denen

sich die wörter zusammensetzen. In jeder

Zeile ist die lücke mit einem wort

zu füllen. dieses mittlere wort soll sowohl

mit dem wort davor als auch mit

dem wort dahinter ein neues sinnvolles

wort ergeben. die ersten Buchstaben

der mittleren spalte, von oben nach

unten gelesen, ergeben einen Brauch

im dezember, der Jung und Alt gefällt.

Weihnachtsleckereien suchen

wie viele leckereien können sie in diesem text finden? unterstreichen sie

die, die sie gefunden haben.

VeMARZIPAnchtlPRgsglÜhweInBnOctsPIwAsA

MesAflAsKdtAKnOugAtdfJlPweMuJKlMÖBnIOl

IOsPeKulAtIushIweOPlOfMBRAtäPfelscheRI

fRÜchteBROtKdZehfIOghKnJV;dAsdfOwegusI

dKfgJAlffgdKfJgwIMARZIPAnstOllenseAKnI

nAKOKOsMAKROnensdfAslQOdfZehsfchBOnPdK

KdAsdsKAsKdfORZIMtsteRneVKAKeKesdfKeAM

KBJAKlVAnIlleKIPfeRlIAMRchRIststOllenA

schluss w o r t BRÜcKe

BRAt _ _ _ _ _ BAuM

tAnnen _ _ _ _ lAMPe

Zug _ _ _ _ _ nest

schutZ _ _ _ _ _ BeRg

stRIcK _ _ _ _ _ hÖlZeR

KOch _ _ _ _ lAPPen

gOld _ _ _ _ _ _ AMt

KOch _ _ _ _ _ Kuchen

steRn _ _ _ _ schnAPs

lese _ _ _ _ _ ReIn

geMÜse _ _ _ _ _ _ _ geRIcht

heIlIge _ _ _ _ _ heMd

glOcKen _ _ _ _ stuhl

stOcK _ _ _ _ _ teIch

BAccARA _ _ _ _ _ hOlZ

Sinnestäuschung

wie viele Beine hat dieser elefant?

flPAKsKflAAcheneRPRIntenwOXZBuJsfKdAKA

esPRItZgeBäcKePRweKOlwIcIeZuBeAeMuOhKA

dsKenÜRnBeRgeRleBKuchenOwXIeuBZcIeIOId

Wörter suchen

suchen sie wörter, die vor das vorgegebene wort passen:

……amt, ……amt, ……amt, ……amt, ……amt,

……milch, ……milch, ……milch, ……milch, ……milch,

……veilchen, ……veilchen, ……veilchen, ……veilchen, ……veilchen,

suchen sie wörter, die hinter das vorgegebene wort passen:

Dach……, Dach……, Dach……, Dach……, Dach……,

Berg……, Berg……, Berg……, Berg……, Berg……,

Ehe……, Ehe……, Ehe……, Ehe……, Ehe……,

Multiplikation

die unten angegebenen Zahlen sind so in die Kästchen einzusetzen, dass die

Rechnung aufgeht.

x x = 5152

x x x

x x = 1638

x x x

x x = 1320

= = =

4485 672 3696

6 8 11 13 14 15 16 21 23

Marion Holtorff


33 Sudoku

Einfach Mittel Schwer


Die Hölle, das sind die anderen!

Wir sitzen im Zug, zweieinhalb Stunden Fahrt liegen

noch vor uns, der Wagen ist gut gefüllt.Ein

paar der Mitreisenden sind hinter Zeitungen und

Bücher verschwunden, andere haben ihre Augen

auf die Bildschirme von Notebooks, iPads oder

Telefonen geheftet. Neben uns spielt eine Familie

am Vierertisch Karten. Und mein Kollege und

ich haben uns etwas zu erzählen. Wir reden über

Italien, über Urlaub im Winter, über Radfahren

und Wandern. So lässt sich das Leben in vollen

Zügen genießen!

dann steht die Rachegöttin neben uns

im gang und zischt: „Können sie endlich

Ihr gespräch beenden! Ich muss mir diesen

ganzen Quatsch nicht anhören!“ wir

sind etwas verdattert und schauen wohl

auch so drein. schon taucht eine zweite

Bewohnerin des Meeres der stille auf:

„genau! wir lesen hier und arbeiten. Ruhe

jetzt endlich!“ etwas verunsichert schauen

wir uns um. es gibt ja Abteile und wagen,

in denen kleine „Psst!“-schildchen

an den wänden darum bitten, leise zu

sein und keine handys zu benutzen.

nicht in diesem großraumabteil. und da

wir weder krakeelen noch lautstark gelacht

und trinklieder angestimmt, sondern

uns in Zimmerlautstärke unterhalten

haben, weisen wir höflich auf diesen

umstand hin, so leid es uns tut. die Zürnenden

beeindruckt das nicht. „wir alle

wollen Ruhe und da haben sie sich anzupassen!“,

sagt die jüngere der frauen, die

bisher hinter dem notebook kauerte. „Ja,

anzupassen haben sie sich“, bellt die ältere

dame. die Karten spielenden Mädels

und ihre eltern schweigen erschrocken.

und auch wir verstummen - wenigstens

für ein paar Minuten.

Ja, es stimmt, dachte ich, wie oft haben

mich schon die telefonisten gestört: „hallo

Inge, ich bin jetzt in Kassel.“ Oder die

fröhliche Vertreterstimme: „und dann das

größte: ‚helmut‘, sage ich, ‚halt dich fest‘,

sage ich. und dann er: ‚nee, das glaube

ich nicht. nee, das glaube ich nicht.‘ sage

ich: ‚helmut, das ist der Riesenabschluss.

Im Package.‘ und er: ‚unglaublich!‘“ und

erinnere mich, als sei es gestern gewesen,

an die fahrt von stuttgart nach Köln.

drei stunden hörte ich von alkoholisierten

Betriebsausflüglern den ultimativen

Reim: „uns geht es gut, wir denken nicht

an morgen, uns geht es gut, wir haben

keine sorgen!“ und man selbst hat eine

mehrstündige Konferenz hinter sich. wo

ist die grenze, wann wird aus fröhlichem

gespräch Belästigung? und wer bestimmt,

wann sich wer wem anzupassen hat?

„Aus wien sind sie?“ der Kartenspieler-Vater

raunt uns mit wienerischem Akzent zu:

„sie waren wirklich nett zu laut. wir haben

noch ein stückerl zu fahren, sechs stunden

bis wien. uns stört‘s net, wenn sie so wie

vorher plaudern.“ Aus wien sind sie? na,

da haben wir doch wieder stoff für einen

ZuSAMMenleBen 34

Wilhelm Müller

Bild: Rainer Sturm/pixelio.de

kleinen Plausch - und die Österreicher haben

urlaub an der nordsee und wir vor ein

paar Monaten einen Kurzbesuch in wien

gemacht. der Kollege schwärmt vom stephansdom

und ich vom Musiklokal „Jazzland“

am franz-Josefs-Kai. die wiener fanden

es an der Küste „einfach traumhaft“.

„Können sie jetzt endlich auf-hö-ren! das

ist ja unglaublich. Ich muss ar-bei-tennn!

und sie reden über urrrlaub!“ Ich ahne,

was sie bedrückt. ein Bannstrahl wird uns

treffen. „nun ist wirklich schluss!“ Ich bin

hin- und hergerissen zwischen Mitleid

und leisem Zorn. natürlich, wir haben

uns nur halblaut unterhalten. gut, ich

habe mal lauter gelacht. neil diamonds

stadt-song „Beautiful noise“ fällt mir ein

und die Zeilen aus dem alten nonsensgedicht:

„drinnen saßen stehend leute,

schweigend ins gespräch vertieft“. Aber,

was nützt es? letztlich stimmt die gallige

sottise aus Jean Paul sartres „geschlossene

gesellschaft“: die hölle,

das sind die anderen!

Schreiben Sie für uns

sie haben schon immer gerne geschrieben und haben vielleicht

schon etwas in der schublade liegen. Oder sie wollten immer mal etwas

schreiben, aber getrauten sich nicht? sie sind 50plus oder jünger

und möchten sich anderen mitteilen und miteinander austauschen?

sie sind auf irgendeinem gebiet experte. trauen sie sich. wir helfen

Ihnen dabei.

gedichte, Kochrezepte, erinnerungen und Alltägliches, Biographisches,

Aktivitäten, hobbys, geschichtliches, lokales und vieles mehr!

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Über interessante termine, Veranstaltungen, Projekte und

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35 GlÜck ISt trAInIerBAr

Glück und Glas...

Beobachten Sie manchmal ein schlafendes

Kind? Sind Sie einmal in Ihrem

Leben eingetaucht in das glutrote

Licht der untergehenden Sonne? Kennen

Sie das Gefühl, nach einer schweren

Lebenskrise endlich wieder neuen

Mut zu schöpfen? Das sind viele kleine

Glücksmomente, die unser Leben

lebenswert machen.

glück bedeutet für jeden Menschen etwas

anderes. die einen sind glücklich

über eine gehaltserhöhung, während für

andere bereits eine durchtanzte nacht

das größte aller gefühle ist. Jeder Mensch

hat seine persönliche glücksformel.

ein warmer sommerregen auf der haut,

das leise zufriedene schnurren einer Katze,

heißer Apfelstrudel mit sahne oder

der duft einer frisch gemähten wiese,

das sind intensive Momente, die unsere

seele lächeln lassen.

Oft sind es wirklich nur die kleinen dinge

des lebens, die uns glücklich machen.

darum werden diese Momente

auch oft ganz einfach übersehen. wir erwarten,

dass das glück mit einem Paukenschlag

über uns hereinbricht, dabei

kommt es meistens auf ganz leisen sohlen

angeschlichen.

freuen sie sich lieber über kleine glücksmomente,

als ständig dem großen glück

nachzurennen.

Jeder kann sich sicher an einige kleine

ereignisse in seinem leben erinnern,

bei denen er rundum glücklich war. Vielleicht

war es eine gelungene theateraufführung

oder der erste schultag des

enkelkindes. das zeigt uns, dass es kein

allgemeingültiges Rezept für das „glücklichsein“

gibt. welches erlebnis vom Menschen

als das gefühl höchsten glücks

empfunden wird, hängt von der inneren

einstellung eines jeden ab.

Menschen, die fähig sind, sich ganz dem

gegenwärtigen Augenblick hinzugeben,

werden offener sein für die kleinen

glücksgefühle, die das leben für uns

bereithält. Mit offenen Augen durch das

leben gehen und eine gesunde Portion

Achtsamkeit können helfen, keinen dieser

glücksaugenblicke zu verpassen.

glück lässt sich nicht erzwingen, jedoch

kann man die fähigkeit zum glücklichsein

erlernen. warum sind einige Menschen

glücklicher als andere? Reichtum

und gesundheit machen aus einem

griesgram keinen glücklichen Menschen.

Im laufe unseres lebens erfahren wir

immer wieder Abstürze und niederschläge,

die uns in ein tiefes loch fallen

lassen. wer sich ständig mit Menschen

vergleicht, denen es sehr viel besser geht,

kann sich nur unglücklich fühlen.

glück ist selten nur purer Zufall, sondern

will erarbeitet werden. glückliche

Menschen nehmen ihr schicksal meistens

selber in die hand. sie lassen sich

von Misserfolgen nicht entmutigen, sondern

lernen aus ihren fehlern.

wenn man jemanden fragt, was ihn

glücklich macht, bekommt man oft die

Antwort: „Berufliche erfolge, ein eigenes

haus, eine weltreise...“. natürlich sind

das erstrebenswerte dinge, aber gingen

diese wünsche in erfüllung, wären diese

Menschen dann glücklich?

solange wir unser glück an materiellen

Zukunftswünschen festmachen, werden

wir dem glück ewig hinterherlaufen.

seien sie offen für die kleinen glücksfälle,

die Ihr leben ständig bereichern. der

Mensch verträgt mehr glück, als er glauben

mag.

geben sie dem tag die chance, der glücklichste

tag in Ihrem leben zu werden.

Helga Licher

Wir reisen mit leichtem Gepäck

eine Flasche fürs Vergessen

die Haarspange für die Rose

Zahnstocher für spitze Reden

den Mond als Leselampe

Salzstreuer für glatte Tage

fürs Erschrecken einen Spiegel

die Taube für die Post nachhause

den Weg zurück kennt die Katze

Bild: angieconscious7pixelio.de

aus: „Zeit weise sicht“,

gedichte, Verlag Mainz 2013

Peter J. Heuser

Bild: Kurt F. Domnik/pixelio.de


eISeBerIchte 36

durchgeschwitzt, deshalb gehen wir im

„Rio Bonito“ zur erfrischung schwimmen.

Am nächsten tag fahren wir mit dem taxi

in den nationalpark „Refugio nacional

golfito“. Zu fuß durchstreifen wir den

Park und sehen viele Orchideen, tukane

und Kapuzineraffen, die immer wieder

unseren weg queren. ein ereignisreicher

tag geht zu ende.

Was bleibt sind Erinnerungen

Costa Rica war für meinen Mann und mich kein unbekanntes Land mehr.

Die Erfahrungen von unserer ersten Reise sind uns zugute gekommen. Vor

allem das positive Lebensgefühl der Menschen in Costa Rica - „Pura Vida“

- hat uns wieder hingezogen. Am Flughafen der Hauptstadt San José, die in

1.500 Meter Höhe liegt, werden wir von unserem Freund Eckhard erwartet,

der vor zehn Jahren hierhin ausgewandert ist.

Tropischer Regenwald

gleich am nächsten Morgen geht es mit

dem Bus rund 150 Kiliometer südöstlich

von san José bis zum Kilometerstein 70

in die „cordillera de talamanca“. hier liegt

die Quetzal-finca in 2.700 Meter höhe.

wir sind im Bergregenwald und uns umgibt

der gesang vieler Vögel. die ersten

sonnenstrahlen verdrängen langsam den

nebel, der in den dicht mit epiphyten, Orchideen

und Bromelien bewachsenen Bäumen

hängt. wir haben großes glück, unser

führer zeigt uns gleich sieben Quetzals,

wunderbare Vögel mit grün- und scharlachrot

gefärbten federn. In blühenden

Bäumen schwirren Kolibris, die mit einer

sehr hohen frequenz von 40 bis 50 flügelschlägen

pro sekunde ihren flug ausführen.

unvergesslich bleiben uns diese tage

im Regenwald. Auch in costa Rica werden

die wälder zum teil abgeholzt und die naturschutzgebiete

kleiner.

Gisela und Harald Unger

(im Hintergrund der Irazu)

unser nächstes Ziel ist golfito, dass am

„Rio golfito“ liegt, der in den pazifischen

„golfo dulce“ mündet. golfito war einst

eine wichtige hafenstadt für den Bananenexport.

früh am Morgen zieht es uns

in den tropenwald, in dem dieses Mal

mehr Planzen blühen als bei unserem

letzten Besuch, vor allem heliconia-Arten:

große, immergrüne Pflanzen. Inzwischen

haben wir 38 grad und 90 Prozent

luftfeuchtigkeit. unsere hemden sind

Quetzal

heute gilt unser Interesse dem „Irazú

Volcano national Park“. der Vulkan liegt in

3.432 Meter höhe und zu unserem glück

weht heute ein frischer wind, der die dichten

nebelschwaden wegbläst und uns so

die sicht für einen Blick in den Krater freigibt.

300 Meter tief schauen wir in giftgrünes

wasser, das den Krater füllt. nach

einer gut einstündigen Autofahrt in die

hauptstadt san José finden wir an diesem

tag noch Zeit, ins nationalmuseum zu gehen.

hier treffen wir unseren freund, der

Cattleya Skinner, Nationalblume v. Costa Rica

uns auf einer knapp 300 Kilometer langen

fahrt in seinem Kleinbus mit zu seinem

wohnort nach nosara in die Provinz

guanacaste am Pazifik nimmt. hier, am

vier Kilometer langen strand, erholen wir

uns erst einmal die nächsten tage und

be obachten Pelikane, seidenreiher, fregattvögel,

fischadler und viele andere

Vogelarten. danach bringt uns eckhard

wieder zur Panamericana, der zweispurigen

asphaltierten nord-süd-straßenverbindung,

die Alaska mit feuerland verbindet.

wir warten auf den Bus, der uns

nach „Monte Verde“ bringen soll. nach

drei stunden kommt er endlich. die strecke

führt uns über viele schlaglöcher auf

einer nicht asphaltierten staubigen straße

- wie 90 Prozent der straßen in costa Rica

sind - hinauf nach Monte Verde in rund

1.500 Meter höhe. In diesem gebiet haben

sich als erstes die Quäker niedergelassen


37 GISelA unger

und bewohnen bis heute den Ort. wir

wohnen in einer Quäkerpension und bekommen

ein gesundes essen ohne fleisch,

dazu gibt es tee und säfte statt Bier. den

Quetzalvogel sehen wir hier auch wieder.

er ist da zu finden, wo kleine Mangofrüchte

wachsen. Mehrmals am tag hören wir

lautes grollen vom 30 Kilometer entfernten

Arenalvulkan. wir wandern an einem

tag bei Regen sechs stunden und sehen

sehr viele Orchideen im Regenwald. dieser

sekundärregenwald, in dem wir uns

befinden, hat einen 60-prozentigen Anteil

von Bäumen, die zwischen 100 und

200 Jahren alt sind.

Von dort fahren wir mit dem Bus über

san José nach limón in der Karibik in

den „nationalpark tortugero“ am golf

von Mexiko. wir haben uns hier für eine

Bootstour auf dem tortugero-fluss angemeldet.

In limón wartet schon unser

Orchideen wachsen auch an Bäumen

Rio Bonito in der Nähe von Golfito

Kapitän mit seinem startklaren Boot auf

uns. Mit an Bord sind noch drei Männer

aus Rosenheim. unser Kapitän war früher

Ingenieur auf einem Bananendampfer.

das schiff wurde verkauft, aber er

blieb in costa Rica. In der nacht sehe ich

mein erstes faultier, die tiere sind nachtaktiv.

Auf der fahrt beobachten wir fledermäuse,

die an den Baumrinden sitzen,

wasservögel stehen am ufer, schildkröten

sonnen sich auf sandbänken, leguane

liegen auf Baumästen und im wasser

erkennen wir ab und zu die umrisse von

Kaimanen. Müde gehen wir am Abend

in unsere Kabine. unsere fahrt geht von

limón nach cahuita, wo wir traumhaftschöne

tage am karibischen sandstrand

„Playa negra“ verbringen. die kreolische

Küche mit ihren exotischen gewürzen ist

hervorragend. tag und nacht hören wir

das Rauschen der wellen.

ganz anders ist der Küstenregenwald:

Mangroven und Palmen wachsen am

ufer. Morphofalter flattern vor uns her

und immer wieder erschrecken wir beim

lauten Brüllen der schwarzen Brüllaffen.

diese geräusche und der geruch vom

tropenwald liebe ich und des weiteren

passt hierzu die Marimba-Musik der einheimischen.

hier an der Karibik regnet

es oft und heftig, so dass wir beschließen,

unsere letzten tage auf der pazifischen

seite von costa Rica zu verbringen.

wir fahren mit Bussen über san José zum

„Reserva Biologica carara“ am „Rio grande

de tarcoles“. An diesem fluss leben

sehr viele große Krokodile, die von den

touristen von einer Autobrücke aus mit

fleisch gefüttert werden. dann schnellen

sie aus ihren Verstecken hervor und

streiten sich um das fressen. hier am pazifischen

strand genießen wir die letzten

tage und sehen oft rote Aras in kleinen

gruppen majestätisch über unsere Köpfe

hinwegfliegen.

Auch sechs aufregende wochen costa

Rica-urlaub gehen einmal zu

ende. Adios, costa Rica!

Gisela Unger

BERGSTRASSE 25 - EUPEN

TEL.: 087 / 55 24 32

Vulkan Irazu


Schwedenrätsel 38

Entstehung,

Entwicklung

Rabatte

ehemalige

deutsche

Münze

Geliebter

der

Aphrodite

Behörde

vernünftig

japan.

Schriftsteller

* 1935

Marderart

betagt

islamischer

Name

Jesu

Zierwiese

kaufm.:

tatsächl.

Bestand

Einschnitt

im

Gelände

Abk.:

Straße

Projektionsgerät

(engl.)

ungar.

Stadt

an der

Donau

Gastspielreise

statist.

erhobene

Informationen

Schwung

Märchengestalt

(Frau ...)

Gesichtshautfarbe

skand.

Münze

Halbgötter

d.

griech.

Mythologie

Bewohner

eines

Erdteils

Med.:

zum

Munde

gehörig

Regierungsform

sehr

gefragt

span.

Bürgermeister

Kraut

mit

Brennhaaren

Hausangestellter

Rohheit,

Grausamkeit

veralt.:

Taufpate

Laubbaum

franz.

weibl.

Vorname

griechischer

Buchstabe

Fehlermeldung

des PC

(engl.)

Wundschutz,

Straßendecke

Retter,

Befreier

elektr.

Schwingungszustand

lateinisch:

Dichter

Kennzeichen

Zurücksetzen

eines

PCs

einfetten,

schmieren

span.

Hafen

in

Marokko

Postsendung

Mittelmeerwinde

Gewässer

in

Mittelasien

Computermesse

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Hannover

(Kurzw.)

Raubtier,

Wildhund

Eingeborener

Neuseelands

Primelgewächs

Teil der

Treppe

akadem.

Grad

(Abk.)

Teilnehmer

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Technopartys

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glücklich

Kurort

in Graubünden

(Schweiz)

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abwertend:

grob,

derb

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ital.:

Kohl

Violinist

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in Andeutungen

prophezeien

wörtl.

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Stelle

ungefähr

Abk.:

geboren

Gegenteil

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Uniform

japan.

Birne

(Apfelbirne)

Kunststil

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späten

MA.

dt.

Schriftsteller


(Heinr.)

Zeichen

für

Fermium

Skilanglaufspur

Geburtsnarbe

Goldminenanteil

Ergebnis

Fluss in

Spanien

Gebiet

südlich

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Sahara

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Kenia

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Lieferung

Klettertier

in den

Tropen

ital.

Männername

Kurzzeichen:

Hertz

Ruhe!

(latein.)

engl.:

Schauspieler

überreichlich

eine

der Gezeiten

Teil des

Jahres

Briefhülle,

Kuvert

eine d.

Kleinen

Sundainseln

Ausruf

Bierglas

Hochgebirgsweide


39 Schwedenrätsel


Der kopfl ose Josef

der Onkel hat den Kindern, der zehnjährigen

Monika und dem dreizehnjährigen

Bastian, eine Packung gießkeramik mitgebracht,

und, da weihnachten nicht mehr

fern ist, auch formen, mit deren hilfe die

Kinder Krippenfiguren gießen können. die

Kinder betrachten die gummiformen für

die heilige Maria, das Jesuskind und den

heiligen Josef, die ohne Inhalt schlapp und

weich sind und an chirurgenhandschuhe

erinnern. In diese formen kann die breiige

substanz aus gießkeramikpulver, mit wasser

vermischt, eingefüllt werden. Ist dann

die Masse nach einem tag erhärtet, soll es

laut Anweisung ganz einfach sein, die formen

abzuziehen.

so einfach ist es allerdings nicht. Bei Maria

und dem Jesuskind gelingt es immerhin

ohne große Probleme. unmöglich dagegen

scheint es, den Josef heil aus der form

zu schälen, denn seine gestalt ist lang und

dünn und sein Kopf sitzt auf einem dünnen

hals. Beim ersten Versuch geht es schon

gleich daneben. Als in der Josefform die

gießmasse erstarrt ist, gibt der Bruder der

schwester das fußende in die hand und

zieht so vorsichtig wie möglich die Plastikform

von dem Körper ab. er will schon

aufatmend „geschafft“ rufen, da stockt das

unternehmen. Beim dünnen hals angekommen,

will die form sich nicht über den

Kopf ziehen lassen. sie versuchen es mit

sanfter gewalt. endlich ist der Josef raus

aus seiner gummiform. Aber, o schreck,

sein Kopf ist abgebrochen.

die Kinder lassen sich nicht entmutigen,

neuer Brei wird angerührt und die form

wieder gefüllt. durch die Aktivitäten der

Kinder angeregt, hat sich der Vater an seine

Ein Bild aus besseren Tagen

kindlichen laubsägearbeiten erinnert, holz

und laubsäge zusammen gesucht und begonnen,

einen stall zu zimmern. Bis heute

war die familie davon überzeugt, dass der

Vater„zwei linke hände“ habe, konnte er

doch ein Bild nur aufhängen, wenn mindestens

zwei Assistenten hammer, wasserwaage,

Zollstock und Zange bereithielten.

nun schwant der Mutter nichts gutes, als

Vater sich am Küchentisch mit seiner laubsägearbeit

zu schaffen macht. und in der

tat, mit übergroßem tatendrang hat er eine

scharte in den Küchentisch gesägt. Aber,

es ist ein ansehnlicher stall für die heilige

familie entstanden. das dach ist mit stroh

gedeckt und eine kleine lampe spendet

warmes licht.

nun sind die Kinder mit ihren figuren

in Verzug geraten, denn die zweite Ausführung

vom heiligen Josef hat ebenfalls

ihren Kopf eingebüßt. „Maria ist nun schon

zum zweiten Male witwe“, spottet der Bruder,

aber die schwester verbietet ihm solche

Bemerkungen. der Onkel, von den

Kalamitäten informiert, bietet nun seine

dienste und einen starken Kleber an. der

Kopf wird auf den hals aufgepresst. Jedes

der Kinder muss ihn eine weile halten und

feste drücken. endlich ist das werk vollendet.

Aber vor lauter Anstrengung hat niemand

darauf geachtet, dass der Josef nicht

weIhnAchten 40

mehr demutsvoll auf seine betenden hände

schaut, sondern er hält den Kopf etwas

zur seite, so, als schaue er über die schulter.

Auch gut, finden die Kinder. es muss so

bleiben, denn der Kleber ist beste Qualität.

ein Versuch, jetzt noch die Position zu verändern,

würde dem armen Josef das genick

brechen.

Am heiligen Abend wird der stall aufgebaut,

Moos und tannengrün verschönern

die Außenanlagen. dann berät die familie,

wie die figuren aufgestellt werden könnten.

Jeder will mitbestimmen: sollte Maria

rechts oder links von der Krippe knien, der

Josef neben ihr oder besser auf der anderen

seite des Jesuskindes stehen? „Ich stelle

schon mal den Baum auf“, entscheidet

der Vater. Auch in diesem Jahr war wieder

kein gerade gewachsenes exemplar zu haben.

der Baum hat auf einer seite zu viele,

auf der anderen seite zu wenige äste. Vater

muss mit der säge regulierend eingreifen.

Mit der einen hand den Baum halten,

mit der anderen sägen, das kann natürlich

nicht gut gehen. und prompt fällt der

Baum auf den stall und begräbt die heilige

familie unter sich. Bei dem Malheur ist der

heilige Josef umgeworfen worden. sein

Kopf ist ins Moos gerollt. der dünne hals

ist unterhalb der Klebestelle gebrochen,

ein komplizierter trümmerbruch. das ist

nicht mehr zu reparieren. der Vater zuckt

entschuldigend mit den schultern: „Jetzt

ist Maria eben allein erziehende Mutter“,

bemerkt er. Aber die schwester protestiert:

„nein, ohne Josef geht es nicht!“ „Beruhige

dich“, sagt der Bruder, „wir

gießen morgen einen neuen.“

Inge Gerdom

Bild: Nadine Krauß/pixelio.de

Es liegt bei Kindern voll im Trend,

der Kalender im Advent.

Türchen, Säcklein oder Strumpf,

ja, der Inhalt, der ist Trumpf.

Zuckerstange, deft’ger Schmaus,

aus Lebkuchen ein Hexenhaus,

Äpfel, die da sind gebraten,

uns die Weihnachtszeit verraten.

Adventszeit

Birgit Johanna Frantzen

Das wirklich Allerbeste

vor dem Weihnachtsfeste

sind die vielen keinen Dinge,

die zur Weihnachtszeit man bringe.

Am 6. dann, zu Nikolaus,

stellt jeder seinen Stiefel raus.

Den Lieben bringt er gern das Gute,

den Bösen aber sein e Rute.

Märchen lesen, Plätzchen backen,

Mandeln und auch Nüsse knacken,

Krippen schauen, Lieder singen,

im Advent nur Freude bringen.

Glühwein, Punsch und leckeren Stollen,

Christbaumkerzen, Weihnachtsbollen,

ein süßlich-herber Tannenduft,

das alles in der Weihnachtsluft.

Die Weihnachtsgans, goldgelb gebraten,

lässt Heiligabend uns erraten.

Es brennen nun der Kerzen vier,

so feiern gern die Weihnacht wir.


41 weIhnAchten

Carlo‘s Stippvisite beim Christkind

Es schneit! Man kann seine eigene Kralle nicht mehr vor den Augen erkennen!

Bei so einem Wetter jagt man keinen Hund auf die Straße.

wer da durch den knirschenden schnee

marschiert ist Kater carlo. er läuft so schnell

ihn seine vier Pfoten tragen. er will nach

hause zu seinen leuten. Mollige wärme

empfängt ihn. er bekommt sein leckerchen

und seine streicheleinheiten. carlo

trabt ins wohnzimmer, rollt sich unter der

heizung zusammen, ist mit sich und der

welt zufrieden.

In zwei tagen ist heiliger Abend. das

Zimmer ist weihnachtlich hergerichtet. In

der ecke leuchtet der festlich geschmückte

tannenbaum. darunter steht in einem

flachen holzkasten die Krippe, eingebettet

in hellem, feinem sand. carlo kennt das. es

ist jedes Jahr um die gleiche Zeit so. da ist

manches anders im haus. carlo nimmt es

gelassen. Plötzlich merkt er, er muss nochmals

raus. ein kleines und wahrscheinlich

noch ein großes geschäft muss so schnell

Bild: Peter A/pixelio.de

Zauberglanz

Festliche Anlässe sowie schöne

Stunden unseres Lebens werden

auch heute noch oft durch den milden

und sanften Schein einer Kerze

ins rechte Licht gerückt.

Kerzenlicht begleitet das Kind zum taufbecken,

den Kommunikanten zum Altar

und das Brautpaar ins gemeinsame

glück. dass die alten Römer viel sinn für

die schönen seiten unseres lebens hatten,

ist uns aus vielfältigen Überlieferungen

bekannt. so ist es auch nicht verwunderlich,

dass sie die leuchtende Pracht,

eine erfindung der etrusker, gerne mit

ins heimische Reich nahmen, um beim

besonderen Anlässen „ein paar Kerzen

anzuzünden“.

wie möglich erledigt werden. Muss er wirklich

raus? In diese eisige schneekälte? da

steht doch der Baum in der ecke, und da ist

doch der Kasten mit dem feinen sand. hast

du nicht gesehen, läuft carlo hin, scharrt

sich eine kleine Mulde, hockt sich rein, und

schon ist alles erledigt, das kleine und das

große geschäft. carlo huscht in die äußerste

ecke unter dem sofa. er ahnt, was heißt,

ahnt, er weiß, jetzt gibt‘s ärger! und das

gibt‘s sofort. seine familie stürzt ins wohnzimmer,

sieht die Bescherung, ist entsetzt,

verstört, fassungslos!

Vor acht Jahren ist carlo ins haus gekommen,

ein kleines, schwarzweißes fellbündel,

gerade der Mutter entwöhnt. er

maunzte sich sofort in alle herzen. er wurde

gestreichelt, geknuddelt, herumgetragen,

wuchs zu einem pflegeleichten

Prachtkater heran. und nun das, unfassbar!

Bei den westeuropäern des Mittelalters

sorgten lange Zeit nur lodernde fackeln für

das Ausleuchten der Räume. diese übel

riechende und nicht gerade dezente Art

der kurzlebigen Beleuchtung wurde sehr

schnell von dem herrlichen Kerzenschein

ins Abseits gedrängt. Bald konnte man riesige

Kronleuchter, bestückt mit der neuen

lichtquelle bestaunen. die fortbewegungsmittel

(Kutschen) jener Zeit wurden

ebenfalls mit Kerzenlichtern ausgestattet

und wer Abends nochmals „raus musste“,

bediente sich ebenfalls einer brennenden

Kerze. Bis zur erfindung der Öllampe

und dem gaslicht war sie wohl die

meist verbreitete lichtquelle. es ist schon

erstaunlich, dass gas- und Öllampen und

Kutschen verschwunden sind, jedoch die

Kerze sich in unserer industriellen welt einer

nie gekannten Beliebtheit erfreut. wir

wollen jedoch nicht darüber hinwegsehen,

dass wir uns vielerorts aus sicherheitsgründen

oder Bequemlichkeit für elektrische

Beleuchtungskörper entschieden haben.

wenn aber am 1. Advent ein lichtlein auf

dem Adventskranz brennt, ist es sicherlich

keine glühbirne. und auch die geburtstagskerze

wird noch immer ausgeblasen

und nicht ausgeschaltet. An dieser

stelle soll auch ein kurzer hinweis auf die

„carlo, schäme dich!“ Beim christkind in der

Krippe auf die toilette gehen! Pfui!! carlo

schämt sich. er bleibt noch lange unter

dem sofa versteckt. Ob das christkind ihm

diese anrüchige stippvisite verzeiht? doch,

doch, das christkind verzeiht

jedem reuigen sünder, ganz

gewiss!

Josefine Kühnast

Bild: S.-Hofschlaeger/pixelio.de

herstellung dieser stimmungsmacher gegeben

werden. es sind im wesentlichen

vier Komponenten, die verwandt werden:

Paraffin, stearin, talg und wachs. hinzu

kommen noch härtungsmittel, farbstoffe

usw. der docht der Kerze wird mit einer

lösung von Bor- und schwefelsäure

gebeizt, wodurch der Brennvorgang gesichert

wird. die einfache stearin-Kerze

wurde erstmals 1818 von Braconnot und

chevreul hergestellt. nach der entdeckung

des Paraffins fertigte selique erstmals 1837

Paraffinkerzen, was eine erhebliche Kostensenkung

bedeutete und Kerzen somit

auch für den einfachen Mann erschwinglich

machte. erstaunlicherweise ist die Vielgestaltigkeit

der Kerze in einem Zeitalter

enorm gewachsen, in dem das elektrische

licht aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken

ist.

die Kerze ist zwar kein wunder, aber

sie gehört heute einfach dazu, ob es nun

die handgezogene Bienenwachskerze

oder die aromatische duftkerze mit ihren

vielseitigen formen, größen und farben

ist. und sie versetzt uns

immer wieder in eine besondere

stimmung.

Hans-Theo Cloße


Innehaltestellen

Alois Hendges

Entspannung im Garten

Gärten sind, wenn man bedenkt,

dass ein Garten Freude schenkt

sehr zu schätzen, denn man ruht

in der Hängematte gut.

Dieses ist ein schöner Traum

dort im Schatten, unter’m Baum

Gartenarbeit man vergisst.

Hier kommt, wie es wirklich ist:

Alle Pflanzen wachsen gut,

wenn man sie nicht schneiden tut

und die Reste dahin fährt,

wo’s am Ende ziemlich gärt.

Motorrasenmäher sind,

wenn um neun das Mäh’n beginnt

ziemlich laut und machen Krach,

wenn man unter seinem Dach

noch im Bette träumend liegt,

sich in seine Kissen schmiegt.

Denn die Nacht war ziemlich lang:

Essen, Trinken, viel Gesang.

Rasenkantenmäher gibt,

wenn man’s mag und diesen liebt

einem Rasen die Fasson.

Doch er macht auch einen Ton,

der ganz laut die Nachbarn schreckt

und vom Mittagsschlaf erweckt.

Geht der Sommer dann ganz weg,

weiter geht des Nachbarn Schreck.

BItte lächeln 42

Denn im Herbst will auch der Mann

einmal saugen, wie er’s kann:

Nicht den Staub in seinem Haus,

denn zum Saugen muss Mann raus.

Laub muss in den Rüssel rein,

denn der Rasen wird ganz fein

von dem bösen Laub befreit,

dass er nächstes Jahr gedeiht.

Heckenscheren lassen auch

gern verspüren ihren Hauch,

wenn ein Motor Antrieb gibt.

Nicht ein jeder dieses liebt.

Heckenscheren müssen sein,

denn sie halten Grenzen ein.

Kann man denn nicht mehr per Hand

Hecken schneiden ganz galant?

Träume werden manchmal wahr.

Überlegt, wie’s einmal war:

Kaum ein Motor hat gestört.

Man hat nur Natur gehört.

Endlich Zuhaus

sie fragt ihn: „Musst du eigentlich jeden

Abend so spät von der Kneipe

nach hause kommen?“ - „nein,

das tue ich doch freiwillig!“

Auf die Ehe

eine frau geht in eine weinhandlung. „welchen

wein können sie uns zum zehnten

hochzeitstag empfehlen?“, fragt sie den

händler. „das kommt ganz darauf an“, sagt

dieser. „wollen sie die Zeit feiern, lieber vergessen

oder sich an ihm rächen?“

kein wunder

die sprechstundenhilfe kommt

ins überfüllte wartezimmer.

„wo ist der herr, der einen neuen

Verband wollte?“ – „nach

hause gegangen. die wunde

ist schon verheilt!“

Aus dem tagebuch

einer Blondine

habe die weihnachtsfeier auf

dem dach verbracht. Auf der

einladung stand: „Alle getränke

gehen aufs haus!“

hauptsache,

die frisur hält!

ein junger Maler, der sich auf

sturm peitschende seemotive

spezialisiert hat, stellt zum

ersten Mal aus. ein freund

betrachtet die Bilder und sagt:

„schade, dass du immer so ein

Pech mit dem wetter hast!“

Bild: khv24/pixelio.de

Bild: Rainer Sturm/pixelio.de

Bild: Urs Flükiger/pixelio.de


43 BItte lächeln

Wir sind alle gern Zuhaus im Mehr- oder Weniger-Generationen-

nun spiel‘ mal schön!

Die Kinderzimmer überfüllt,

mit Wohlstandsspielzeug vollgemüllt.

Um alles das zu überseh‘n,

muss man auf einer Leiter steh‘n.

Überraschender

krankenbesuch

die siebzehnjährige carola schwänzt den unterricht,

um ihren kranken freund auf seiner studentenbude

zu besuchen. Auf ihr Klingeln öffnet

eine ältere dame und mustert carola eindringlich

von oben bis unten. „Ich bin seine schwester“,

sagt carola forsch. „na, das ist ja nett, sie mal

kennen zu lernen! Ich bin nämlich seine Mutter!“

Die Kuscheltiere, an die Hundert,

das Kind braucht eins, sieht man verwundert.

Was man ihm sonst noch aufgetischt,

wird täglich einmal durchgemischt.

eingesandt von K. Rieger

Das Kind hätt‘ gerne was entdeckt,

das seine Phantasie geweckt.

Perfekt gestylte Spielzeugteile

erzeugen beim Kind schnell Langeweile.

Von Mama, Papa, Omama

ist keiner mal zum Spielen da.

Das Kind kann nicht so ganz versteh‘n,

den guten Rat: Nun spiel‘ mal schön.

Dieter Schmidt

Haus!

kurz und knapp

der student simst nach

haus: „wo bleibt das

geld?“ - darauf schreibt

sein Vater zurück: „hier!“

eingesandt von K. Rieger

Großeltern-Sprechtag

der lehrer sagt zum schüler: „sag‘ deinem

großvater, er soll morgen zu mir

in die schule kommen.“ – „nicht

mein Vater?“ – „nein. Ich möchte

deinem Opa zeigen, wie viele fehler

sein sohn in deinen hausaufgaben

gemacht hat!“

Gewiefte

ÖpnV-Benutzer

sagt die ältere dame

zum kleinen fridolin

im Bus: „na, junger

Mann, möchtest

du nicht aufstehen?“

– „lieber nicht. sonst

setzen sie sich noch

auf meinen Platz!“

Aus grauer Vorzeit

„schau her, jetzt habe ich schon

wieder ein graues haar bekommen.

das kommt nur, weil du

immer so frech zu mir bist!“,

schimpft die Mutter mit ihrer

tochter. „Aha“, erwidert diese:

„wenn ich mir die Oma so anschaue

- wie frech musst du

dann früher gewesen sein?“

Die ersten Zähne

„Rita“, ruft die großmutter,

„was ist das für ein geräusch

im Kinderzimmer?“ - „es ist

das Baby. es klappert mit

den Zähnen.“ - „Aber es

hat doch noch gar keine

Zähne!“ - „es klappert ja

auch mit deinen...“

Bild: lüstich.de

Bild: lüstich.de

Bild: lüstich.de


Alkohol

Genuss- und Suchtmittel

Der Genuss alkoholischer Getränke

gehört zum gesellschaftlichen

Leben. Ein Gläschen Sekt, ein Glas

Wein oder Bier zur passenden

Zeit – dagegen hat niemand was

einzuwenden und kann auch

den Genuss erhöhen. Das ist

Lebensqualität und darauf sollte

man nicht verzichten müssen.

doch der regelmäßige „genuss“ von Alkohol

gehört bei vielen zum täglichen leben.

Vergessen wird dabei, dass häufiger

Alkoholkonsum nicht selten der weg in

die sucht ist. Alkohol ist strenggenommen

ein gift, das jedermann zugänglich ist. er ist

der einzige stoff (neben nikotin), der suchtauslösend

ist und trotzdem staatlicherseits

keiner besonderen Kontrolle unterliegt.

Alkohol beeinflusst die gABA-Rezeptoren

(gamma-Aminobuttersäure-Überträgersubstanz

im Zentralnervensystem), eine

dämpfende wirkung auf das gehirn auszuüben.

dies bewirkt die angenehmen

empfindungen eines leichten Rauschs.

hemmungen und ängste weichen milder,

entspannender euphorie.

der Alkoholismus steht unter den süchten

weltweit an erster stelle. er hat mehrere

erscheinungsformen, die ineinander

übergehen:

• Bei der seelischen Alkoholabhängigkeit

glaubt der Betroffene, besondere

schöpferische tätigkeiten nicht mehr

ohne Alkohol ausführen zu können.

• Bei der körperlichen Abhängigkeit treten

bei Absinken des Alkoholspiegels

entzugserscheinungen wie händezittern,

Übelkeit, Kopfschmerzen auf.

VOrBeugung 44

die langfristige Alkoholzufuhr führt meist

zu folgenden körperlichen erkrankungen:

Überproduktion von saurem Magensaft,

schädigung der schleimhaut von speiseröhre

und Magen. Alkohol muss in der

leber abgebaut und entgiftet werden.

Zunächst entsteht eine Verfettung und danach

eine leberschrumpfung (Zirrhose).

das gehirn wird geschädigt durch Abbau

von hirnsubstanz (demenz). Auch nervenund

gefäßschäden sind die folge: schäden

am herzmuskel, nierenerkrankungen,

Impotenz etc.

Alkoholabhängigkeit ist als Krankheit eingestuft.

es ist kein ausschließlich charakterliches,

moralisches oder soziales Problem.

selbstvorwürfe und Versagensängste der

Betroffenen dürfen nicht in die Isolation führen,

sondern der weg muss die ärztliche Behandlung

oder zumindest der Anschluss an

eine selbsthilfegruppe sein, z.B. „Al-Anon“

(treffen jeden do. von 19.30 - 21.30 uhr in

der simarstr. 8 in eupen,

Auskunft bei Rosemarie,

tel.: 087 / 89 17 89).

Hartmut Kleis

Apotheker

Vorsicht

Erkältungsgefahr!

Wahre Wanderfreunde sind sich einig:

Die schönste Zeit, durch die Natur

zu gehen, ist der Herbst. Wenn das

Laub unter den Füßen raschelt, sich

das Auge an den bunten Gewändern

der Bäume und Büsche erfreuen kann,

macht das Erklimmen der Berggipfel

vielen Wanderern noch mehr Spaß.

wer sich allerdings in dieser Zeit auf wanderschaft

begibt, sollte bedenken, dass das

Immunsystem empfindlicher reagieren

kann als gewöhnlich. Zum einen beginnt

jetzt die heizperiode und der Aufenthalt in

überheizten Räumen trocknet die schleimhaut

der Atmungsorgane aus. Zum anderen

stressen häufige temperaturwechsel

die Körperabwehr - erkältungserreger können

sich leichter in den Atemwegen festsetzen.

Besonders empfindlich reagiert

das Immunsystem auf Kälte und nässe.

wetterfeste Kleidung im Zwiebellook,

Bild: djd

wechselwäsche und eine entsprechende

Kopfbedeckung sind daher beim herbstwandern

unumgänglich.

Auch bei der Routenplanung kann vorgesorgt

und die tour auf die sonnigen südseiten

der Berghänge gelegt werden, um

extreme witterung zu vermeiden. Vorsicht,

auf einem Bergkamm ist die temperatur

oft eisig - Jacke bereithalten. gegen regelmäßiges

Rasten ist nichts einzuwenden.

wer verschwitzt ist, sollte jedoch nur kurz

verweilen und ein geschütztes fleckchen

auswählen, da durch Auskühlung die erkältungsgefahr

steigt. Ist der schnupfen im

Anmarsch, lohnt sich ein Aufenthalt in einer

sauna. die temperaturerhöhung sorgt für

eine bessere durchblutung, wärmeempfindliche

erreger werden eventuell abgetötet.

Auch nasenspülungen mit salzwasser

helfen der schleimhaut, sich von eindringlingen

zu befreien.

eine erkältung ist im Prinzip kein hinderungsgrund,

um leichte sportliche Aktivitäten

auszuüben. wenn allerdings fieber,

schüttelfrost, starke gelenkschmerzen, erschöpfungszustände

oder geschwollene

lymphknoten auftreten, dann könnte es

sich um eine bakterielle Infektion handeln.

dann sollte der Betroffene das Bett hüten

und jede Anstrengung meiden. denn im

schlimmsten fall könnte durch die erreger

eine erkrankung der nieren, gelenke oder

des herzmuskels hervorgerufen werden.

wenn der Arzt Antibiotika verordnet hat,

ist es ratsam, für die dauer der einnahme

auf sport zu verzichten.


45 und geSundheIt

Wenn das Herz aus dem Tritt kommt

Nicht immer beruhen Herz be schwerden auf organischen Veränderungen des

Herzens. Bei sogenannten funktionellen Herzbeschwerden schlägt die Psyche

aufs Herz. Das Senio Magazin besprach mit dem Arzt und Medizinpublizisten

Hans-Jürgen Richter, was man dagegen tun kann.

Was passiert bei

funktionellen

Herzbeschwerden

im Körper?

die ursache ist meist

eine Übererregbarkeit

des vegetativen nervensystems,

die über

psychische spannungen und teils unbewusste

ängste ausgelöst wird. wie sensibel

unser herz z.B. auf emotionen reagiert,

das spüren wir am beschleunigten herzschlag

bei Aufregung: Oft als „Pumpe“ bezeichnet,

funktioniert das herz nie rein

mechanisch.

Betroffene berichten von Herzrasen

und Beklemmungen bis hin

zum Gefühl der Todesangst.

Kann man an funtionellen

Herzbeschwerden sterben?

die Beschwerden werden nicht selten als

äußerst bedrohlich - bis hin zur todesangst

- erlebt. das schürt in einem teufelskreis

wiederum unruhe, erregung und

ängste bis zu Panikreaktionen. so lange

nichts Organisches „dahintersteckt“,

stirbt man aber nicht daran. trotzdem

müssen entsprechende Beschwerdebilder

aufgrund ihres leidensdrucks ernst

genommen und als Krankheit akzeptiert

werden.

Wie und wo soll man Symptome

wie Herzrasen und andere

Herzkapriolen abklären lassen?

eine Abklärung zum Ausschluss organischer

ursachen erfolgt durch hausärzte,

Internisten und/oder Kardiologen. Beim

Abhören mit dem stethoskop kann der

geübte bereits herzveränderungen erkennen

bzw. ausschließen. gezielte laboruntersuchungen

gehören zur Routine,

ebenso ein eKg im Ruhe- und Belastungszustand.

Zusätzlich sollten ursachen, die

sich auch unabhängig von herzerkrankungen

entwickeln können, z.B. eine Beeinträchtigung

der schilddrüse, berücksichtigt

werden.

Nicht alle Menschen reagieren

gleich mit Herzbeschwerden

auf seelische Belastungen. Wer

neigt denn besonders dazu?

unbewältigte ängste und Konflikte, depressive

Zustände mit allgemeiner niedergeschlagenheit

und negativ erlebter

stress bis hin zum beruflichen wie privaten

Burn-Out können funktionelle herzbeschwerden

auf dauer begünstigen. dabei

schaukeln sich die Beschwerden meist

hoch: sie treten bei, objektiv gesehen, immer

harmloseren Auslösern auf und verselbständigen

sich schließlich. Aber nicht

nur die Über-, sondern auch die unterforderung

im sinne des „Bore-Out“ fördert

dieses leiden. Besonders anfällig sind eher

sensible Menschen, die eine überkritische

haltung sich selbst gegenüber haben.

Sind Frauen und Männer zu

gleichen Teilen davon betroffen?

die Zahl der frauen mit funktionellen

herzbeschwerden überwiegt, herzbezogene

Panikstörungen sind bei ihnen

etwa doppelt so häufig. Organische ursachen

sollten aber beim weiblichen

geschlecht besonders sorgfältig ausgeschlossen

werden: herzinfarkt gilt fälschlicherweise

immer noch als „Männerkrankheit“,

inzwischen sind frauen aber

sogar noch stärker gefährdet.

Können Sport oder Bewegung die

Beschwerden verhindern oder lindern?

eindeutig „Ja“. ein wohldosiertes Bewegungs-

bzw. sportprogramm trägt wesentlich

zur stabilisierung des vegetativen

nervensystems bei und erhöht die

Reizschwelle für unangenehme herzbeschwerden.

das Vertrauen in den eigenen

Körper steigt, das Körpergefühl wird

zunehmend positiver.

Wie kann man seinen Körper sonst

noch dabei unterstützen, mit den

Belastungen fertig zu werden?

Kaffee, cola und Alkohol sollten nur mäßig

konsumiert, auf nikotin sollte besser ganz

verzichtet werden. Ausreichender schlaf

fördert die Regeneration. Aber auch die

regelmäßige herausforderung von Körper

und geist sollte berücksichtigt werden. In

einer Zeit der Informations- und Reizüberflutung

gehören auch gelegentliches Abschalten

und Ausblenden zum gesunden

lebensrhythmus. Jeder muss da die richtige

Balance zwischen An- und entspannung

für sich selbst finden. dazu gehört auch

die fähigkeit, mal „nein“ sagen zu können.

Kann auch die Ernährung dazu beitragen,

dass es den Betroffenen besser geht?

natürlich stabilisiert und harmonisiert eine

ausgewogene ernährung das gleichgewicht

zwischen Körper und seele. die traditionelle

mediterrane ernährung trägt

dazu bei, unangemessene hektik aus dem

leben herauszunehmen und unser herz

in takt zu halten: sie meidet weitgehend

die schnell ins Blut gehenden Kohlenhydrate.

dafür kommen mehr gesunde fette

in form der Omega-3-fettsäuren auf

den tisch. die besten Quellen sind seefisch,

wild, fleisch aus artgerechter haltung,

Oliven- bzw. Rapsöl, walnüsse und

leinsamen bzw. daraus hergestelltes Öl.

Im Mittelpunkt aber steht die Vitaminund

Mineralstoffzufuhr durch frischkost

in form von gesundem, saisonalem Obst

und gemüse. Besonders Magnesium, Kalium

und Kalzium sind für einen „taktvollen“

herzrhythmus wichtig.

Wie können Angehörige

und Freunde helfen?

für den Betroffenen ist es wichtig, dass

seine Beschwerden, auch wenn sie „nur“

seelisch bedingt sind, ernst genommen

werden. Angehörige und freunde sollten

Verständnis zeigen und sicherheit

signalisieren.


Sagaland 32 märchenhafte Jahre

32 Jahre ist das spiel schon alt und es

wirkt noch genau so frisch wie 1981, als

die erste fassung erschien. sagaland ist

ein wahrer Klassiker unter den familienspielen.

diesen Rang hat es erwerben

können, weil es alle Merkmale hat, die

ein echtes und vor allem gutes familienspiel

auszeichnet: Kinder und erwachsene

haben gleiche chancen. die Regeln

sind ganz einfach und schnell verstanden.

trotzdem bietet das spiel genügend

Raum für eigene entscheidungen.

das thema verbindet die generationen.

Bei sagaland sind es die klassischen Märchen.

wobei das thema vermutlich bei

der älteren generation sogar etwas präsenter

ist, als bei den Jungen.

Plan. es gilt den Baum zu finden, unter

dem das Motiv auf der Karte versteckt

ist, und das im schloss zu melden. Im

laufe des spiels merkt man sich, welches

Bild sich unter welchem Baum befindet.

so wird das glück immer unwichtiger

und die Merkfähigkeit entscheidet.

Aber etwas Bluff und taktik ist auch dabei.

es reicht nicht, einen Baum zu finden,

zum schloss zu eilen und die Karte

zu holen. wenn das die Mitspieler merken,

dann schicken sie einen in das dorf

weit weg vom Ziel und holen selber den

schatz. wer einen Pasch würfelt, darf

zaubern und stellt damit das geschehen

auf den Kopf. „sagaland“ bildet so

eine tolle Mischung aus Memory, glück,

taktik und märchenhafter Atmosphäre.

Als 1981 die erste Ausgabe erschien,

wurde sie sehr schön und im traditionellen

Märchenstil vom grafikstudio Büttner

und Plümacher illustriert, das schon

das spiel „hase & Igel“ gestaltet hatte.

die aktuelle Ausgabe ist moderner aufgemacht.

die grafik ist bunter und Anspielungen

auf weitere spiele von Ravensburger

eingestreut. Zum „runden“

geburtstag vor 2 Jahren gab es eine

limitierte Ausgabe, die mit der „guten

fee“ ein neues element enthielt. diese

fee schützt vor Angriffen und lässt den

spieler mehrfach würfeln.

GeSellSchAFtSSPIele 46

und ein Märchenspiel spielt“. das klingt

antiquiert, aber diese szene spricht ein

tiefes urbedürfnis nach geborgenheit

an. der deutsche Michael Matschoss erzählte

dem in europa aufgewachsenen

Amerikaner Randolph bei langen waldspaziergängen

die klassischen Märchen.

Zur weiteren Inspiration logierten sie sogar

im „dornröschenschloss“, der „sababurg“

in nordhessen. was zunächst als

reines laufspiel vom start zum Ziel gedacht

war, wurde so zu einer schatzsuche

durch den Märchenwald. Als titel

sahen sie zunächst „Märchenkönig“ vor.

schließlich entschied sich der Verlag für

das prägnante „sagaland“. das war der

start für einen fast sagenhaften erfolg.

1982 errang es die Auszeichnung „spiel

des Jahres“ und bis heute wurden über

2,5 Millionen exemplare verkauft.

der König sucht einen würdigen nachfolger.

die Bewerber schickt er in den

Märchenwald, damit sie ihm verschiedene

schätze bringen. der erfolgreichste

wird neuer herrscher werden. Auf dem

spielplan stehen 13 Bäumchen. Jedes

zeigt an seiner unterseite ein Bild, das

zu einem Märchen gehört. da ist z. B. Rapunzels

turm mit ihrem haar oder die

stiefel des gestiefelten Katers. dieselben

Motive finden sich auf Karten, die

verdeckt ins schloss gelegt werden. die

oberste Karte wird aufgedeckt und die

spieler würfeln ihre figuren über den

Michael Matschoss

Alex Randolph

ende der siebziger suchte Ravensburger

ein familienspiel mit einem Märchenthema.

Alex Randolph, einer der erfolgreichsten

spieleautoren, faszinierte

der Auftrag, denn er fand, dass „in den

familien sehnsucht nach der warmen

wohnstube lebt, in der die ganze familie

mitsamt der großmutter bei Kerzenschein

um den tisch versammelt ist

In den letzten Jahren sind leider nur wenige

familienspiele von dieser Qualität

erschienen. spielideen, die die Menschen

generationenübergreifend an einen tisch

bringen, sind rar geworden. da kann „sagaland“

seinen Platz gut behaupten!

sagaland, für 2 - 6 Personen

ab 6 Jahren, ca. 30 - 45 Min.,

Ravensburger, ca. 20 €.

Berthold Heß


47 Auflösungen

Seite 32

Bilderrätsel

Gedächtnistraining

Brückenrätsel

Brat Apfel Baum

Tannen Duft Lampe

Zug Vogel Nest

Schutz Engel Berg

Strick Nadel Hölzer

Koch Topf Lappen

Gold Schatz Amt

Koch Kaese Kuchen

Stern Anis Schnaps

Lese Lupen Rein

Gemüse Eintopf Gericht

Heilige Nacht Hemd

Glocken Dach Stuhl

Stock Enten Teich

Baccara Rosen Holz

Lösung: Adventskalender

1. = D

2. = A

Sudoku

Seite 11

3. = S

4. = N 5. 6. = = U

S

Einfach

Weihnachtsleckereien suchen

VEMARZIPANCHTLPRGSGLÜHWEINBNOCTSPIWASA

MESAFLASKDTAKNOUGATDFJLPWEMUJKLMÖBNIOL

IOSPEKULATIUSHIWEOPLOFMBRATÄPFELSCHERI

FRÜCHTEBROTKDZEHFIOGHKNJV;DASDFOWEGUSI

DKFGJALFFGDKFJGWIMARZIPANSTOLLENSEAKNI

NAKOKOSMAKRONENSDFASLQODFZEHSFCHBONPDK

KDASDSKASKDFORZIMTSTERNEVKAKEKESDFKEAM

KBJAKLVANILLEKIPFERLIAMRCHRISTSTOLLENA

FLPAKSKFLAACHENERPRINTENWOXZBUJSFKDAKA

ESPRITZGEBÄCKEPRWEKOLWICIEZUBEAEMUOHKA

DSKENÜRNBERGERLEBKUCHENOWXIEUBZCIEIOID

Multiplikation

23 X 14 X 16 = 5152

X X X

13 X 6 X 21 = 1638

X X X

15 X 8 X 11 = 1320

= = =

4485 672 3696

Wörter suchen

amt: Arbeits..., Patent..., Schatz..., Standesamt..., Ehren..., Wahl..., Kirchen..., Bezirks...

milch: Kuh..., Ziegen..., Schafs..., Büffel..., Mutter..., Frisch..., Roh...

veilchen: Alpen..., Duft..., Usambara..., Pfingst..., Wald..., Moor...

Dach: ...decker, ...konstruktion, ...aufbau, ...kammer, ...geschoss, ...garten

Berg: ...gipfel, ...doktor, ...geist, ...hang, ...hütte, ...führer, ...fahrt

Ehe: ...vertrag, ...berater, ...brecher, ...frau, ...mann, ...gatte, ...glück, ...krach

7. = S

8. = Z

9. = W

10. = E

11. = I 13. = L 15. = I

12. = G 14. = E 16. = N

Lösung: Das Nusszweiglein

Seite 16 Seite 33

Mittel

Schwer

Einfach

Seite 17

GripSGymnastik

Magisches Quadrat

Bei dem 4 x 4-Quadrat müssen noch in der Diagonalen die 7 mit der 10 und die 6 mit der 11

vertauscht werden, dann ergibt sich ein magisches Quadrat mit der magischen Zahl 34.

Containerfahrt

Nehmen wir einmal an, dass die Säulen feststehen und sich nur drehen können. Nehmen wir weiter

an, dass sich oberhalb und unterhalb der Säulen bewegliche Bretter befinden, die im engen Kontakt

mit den Säulen sind. Drehen sich jetzt gleichzeitig mit gleicher Geschwindigkeit die beiden Säulen,

dann wird das obere Brett nach rechts verschoben und das untere nach links. Die Verschiebung

des oberen Brettes nach rechts erfolgt so, dass eine Umdrehung der Säule eine Verschiebung des

Brettes in der Länge des Umfangs der Säule bedeutet. Gleichzeitig wird das untere Brett um den

Umfang der Säule nach links verschoben. Dreht sich die Säule einmal herum, dann verschieben sich

die beiden Bretter gegeneinander um die Länge von 2 x Umfang. Wenden wir dies bei der Aufgabe

an, so verschiebt sich bei einer Umdrehung der Säulen der Container um 2 x Umfang der Säule.

Dreieck verändern

Parallel zur Grundfläche des Dreiecks schneide

man die Spitze des Dreiecks so ab, dass die Spitze

des Dreiecks nach unten umgeklappt und an das

restliche Dreieck angelegt ein Parallelogramm

ergibt. Dabei muss die Höhe des abgeschnittenen

Dreiecks genau so groß sein wie die Höhe

des Restes von dem Dreieck. Für das Rechteck

schneide man von dem Parallelogramm an der

Stelle, wo der Winkel größer als ein Rechter ist,

eine rechtwinklige Dreiecksfläche ab und lege sie

parallel verschoben an die andere Seite des Parallelogramms

an, so dass ein Rechteck entsteht.

Vier Buchstabengruppen

Anstelle des Fragezeichens kommt der

Buchstabe P.

Zahlenspiel

Immer eine Zahl kleiner, also lautet

die Reihe: 4 7 3 6.

Mittel

Schwer

Orakelstätte

Es entstehen 9 Schafe und 9 Ziegen und das

Produkt 81 wird im Spiegel zu 18, der Anzahl

der Tiere in der Herde. Oder: Es entstehen 24

Schafe und 3 Ziegen und das Produkt 72 wird

im Spiegel zu 27, der Anzahl der Tiere in der

Herde. Oder: Es entstehen 47 Schafe und 2

Ziegen und das Produkt 94 wird im Spiegel zu

49, der Anzahl der Tiere in der Herde.

Zahlen einsetzen

20 - 10 + 5 - 4 + 11 : 2 + 4 : 5 + 3 = 6

Weihnachtsmarkt

Tina hat noch 13 €. 3x = 50 – 11;

daraus folgt: x = 13.

Frittenbude

Es waren 10 Freunde, denn 44,11

dividiert durch 11 ergibt 4,01 €.

Schwedenrätsel

Seite 38-39

AUFLÖSUNG DES RÄTSELS

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s1722.18-17


Eudomos 81145 29.12.10 15.12.2010 12:07 Uhr Seite 1

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