Antrag - Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Köln

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Antrag - Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Köln

Beschluss der Kölner Frauenmitgliederversammlung

vom 18. März 2012

Zusätzlich zu dem Beschluss der KMV vom 10. September 2011 zur Personalentwicklung

werden folgende Maßnahmen initiiert und umgesetzt:

1) Mehr Frauen-Power: Der Kölner Kreisverband wird beauftragt, unter Einbeziehung der

unten stehende Punkte sowie der Grünen Jugend, ein Maßnahmenprogramm zu

erstellen, das den Anteil der aktiven Frauen, mit einem Schwerpunkt auf jüngere Frauen

und Frauen mit Migrationshintergrund erhöht. Das kann mit Hilfe einer Arbeitsgruppe

erfolgen.

2) Wertschätzung und Anerkennung sind leider bei weitem nicht so selbstverständlich, wie

sie es sein sollten. Ehrenamtliches Engagement braucht und verdient Lob und

Anerkennung. Gegenseitige Wertschätzung der Arbeit aller, die im Orts- oder

Kreisverband, in den Landesarbeitsgemeinschaften oder an konkreten Projekten

mitarbeiten, kommt viel zu oft viel zu kurz, weil alle viel zu beschäftigt sind. Aber

Anerkennung und Unterstützung sind unverzichtbare Motivationsverstärker. Gerade

Frauen, die ihre eigene Arbeit oft kritischer hinterfragen als Männer und hohe Ansprüche

an sich selbst stellen, werden durch positive Rückmeldungen gestärkt und motiviert. Ein

einfaches öffentliches „Danke“, ein kleines Präsent, die Einladung zu einem Eiskaffee, die

Unterstützung oder Förderung einer Kandidatur ... die Möglichkeiten, Wertschätzung

auszudrücken, sind fast unbegrenzt. Und auch finanzielle Unterstützungen z.B. bei der

Kinderbetreuung, oder bei Fahrtkosten zu einem interessanten Seminar können die

Wertschätzung für die geleistete ehrenamtliche politische Arbeit zum Ausdruck bringen.

3) Workshops und Weiterbildung: Der Kreisvorstand wird im Jahr 2012 beauftragt, einen

Veranstaltungstag „Die Kommune wird weiblich“ in Zusammenarbeit mit der HBS NRW

durchzuführen und zu evaluieren und ggf. modifiziert zu wiederholen.

4) Netzwerken als Chance: Gezielte und persönliche Ansprache von Frauen, die bereits in

anderen zivilgesellschaftlichen Vereinen und Verbänden ehrenamtlich aktiv sind.

a. der Kreisvorstand wird unter Einbeziehung des Arbeitskreises Frauen- und

Mädchenpolitik beauftragt, ein Konzept zu erstellen, welches ein Vorgehen zur

Aktivierung von Frauen in Verbänden, Vereinen und Organisationen für GRÜNES

Engagement aufzeigt. Darüber hinaus ist jedes einzelne Mitglied gefragt,

interessierte Frauen anzusprechen und einzuladen.

b. In einem zweiten Schritt soll ein „Werbekonzept“ für interessierte Frauen erstellt

werden, das u.a. den Mehrwert des Engagements in einer Partei und die

persönliche Entwicklungschancen für Frauen beschreibt.


c. Der AK Frauen und Mädchenpolitik wird beauftragt, „11 gute Gründe“ zu

erstellen, die Frauen ihren persönlichen Nutzen von ehrenamtlichem

parteipolitischem Engagement aufzeigen. Denn ehrenamtliches Engagement und

die hier erworbenen Fähigkeiten haben Nutzen in anderen Bereichen, z.B. im

Beruf.

d. Bildung eines GRÜEN Frauennetzwerkes. Dieses wird vom Kreisverband initiiert

und bietet mindestens viermal im Jahr niederschwellige Angebote oder Aktionen

für Frauen an. Ziel ist es, ein Kennen lernen zu ermöglichen und eigene

Netzwerke aufzubauen. Dafür sollen auch Frauen mit Amt/Mandat gewonnen

werden, um Austausch und Anbindung zu ermöglichen. Auftakt wird eine

Führung mit dem Frauengeschichtsverein sein.

5) Professionalisierung der Strukturen: Damit Frauen Beruf, Familie und Ehrenamt

vereinbaren können, sind klare und professionelle Strukturen sowie spezielle Angebote

Pflicht. Konkrete Maßnahmen sind:

a. Auf allen Kreis- und Ortsverbandsveranstaltungen wird der Bedarf nach

Kinderbetreuung abgefragt und diese bei angemeldetem Bedarf angeboten.

b. Arbeitskreise und Vorstände sollen Kneipen als Tagungs- und Arbeitsorte meiden.

Für ein gemütliches Miteinander ist Zeit nach der Sitzung.

c. Tagungszeiten sollen alternieren. Feste Tagungszeiten sind einfach zu merken,

schließen jedoch Einzelne aus, die zu diesem Zeitpunkt nie können. Dies betrifft

sowohl Wochentage, als auch Anfangszeiten.

d. Eine geschulte Sitzungsleitung soll die Tagesordnung zügig und pünktlich

abarbeitet. Die Tagesordnungen müssen frühzeitig, Protokolle zeitnah verschickt

werden. Arbeitskreisen soll nach Möglichkeit lieber ein oder zwei Sitzungen

weniger im Jahr veranstalten und diese dafür gut vorbereitet.

e. Sitzungs- und Redekultur: Einhaltung der quotierten Redeliste und der Hinweis

darauf in ALLEN Gremien. Weiter Maßnahmen: häufiger visualisieren,

Redezeitbegrenzungen, mehr Diskussionen statt Debatten, neue

Moderationsformen, methodische Vielfalt etc.

f. Eine Halb-, besser noch, Jahresplanung mit Themen des Arbeitskreises soll erstellt

und regelmäßig um aktuelle Ereignisse aktualisiert werden.

g. Vor Arbeitskreisen oder Gremientreffen sollen „Neuen-Treffen“, auch speziell für

Frauen, angeboten werden.

h. Angebote mit Spaßfaktor soll im Jahr mit eingeplant werden, wie z. B. ein

gemeinsamer Besuch von Veranstaltungen, Kinobesuchen, Draußen-Aktivitäten

etc. Diese Abfrage soll im Zuge der Jahresplanung erfolgen.


6) Projektorientierte Mitarbeit anbieten

a. Amts- & Mandatsträgerinnen auf Ort- und Kreisebene sowie Aktive der GRÜNEN

Arbeitskreise bedenken in all ihren Arbeitsbereichen die Möglichkeiten einer

projektorientierten Mitarbeit von Frauen und binden Mitstreiter/-innen ein.

b. Der Kreisverband ist in der Pflicht die Sensibilisierung der Amts- und

Mandatsträger/-innen zu mehr gemeinsamer Projektarbeit voranzutreiben und

zu unterstützen. Er weist gezielt auch in der Öffentlichkeitsarbeit auf solche

Projekte hin.

c. Der Kreisverband könnte selber eine „Lern-Projekt“ initiieren und die

Erfahrungen allen zur Verfügung stellen.

7) Einarbeitung in ein Mandat/Amt:

a. Frauen sollen nach der Übernahme eines Amtes/Mandates eine/-n feste

Ansprechpartner/-in an die Hand bekommen, die/der in allen Fragen zur

Verfügung steht und die politische Arbeit unterstützt.

b. Parteidisziplin und Fraktionszwang wird oft von Neuen als undemokratisch

empfunden. Ein Ausscheren aus der allgemeinen Meinung wird als anstrengend

bzw. störend für eventuell bestehende Bündnisse oder Koalitionen von denen,

die schon länger dabei sind. Das sind Themen, die für Neumitglieder und

potenzielle Amts- & Mandatsträger/-innen vom Kreisverband aufgearbeitet

werden müssen.

c. Bei Schwierigkeiten, die die Ausübung des Amtes/Mandats beeinträchtigen, muss

es eine/n festen, neutralen Ansprechpartner/-in geben.

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