Suchtprävention in Schulen - Grüner Kreis

gruenerkreis.at

Suchtprävention in Schulen - Grüner Kreis

Schulische Suchtprävention hat sich die Aufgabe der Verhinderung

von Suchtverhalten von allen Beteiligten im Bereich Schule gestellt.

Sie wendet sich dabei an

Personen, bei denen es keine relevanten Probleme gibt, mit dem

Ziel der Stärkung und Verfestigung dieses Verhaltens (Primärprävention)

und an

Personen, die zu sogenannten Risikogruppen zählen bzw. bei

denen ein relevantes Problem bereits existiert, mit dem Ziel der Verhinderung

der vollen Problemmanifestation (Sekundärprävention).

Gelungene Suchtpräventionsarbeit

vermeidet und/oder verzögert den Einstieg in den Konsum legaler

und illegaler Drogen,

dient der Früherkennung und Frühintervention bei riskantem

Konsumverhalten,

fördert die Risikokompetenz,

verringert Missbrauch und Sucht,

spricht die relevanten Zielgruppen in ihren Lebenswelten an,

erweitert das Wissen, verändert Einstellungen und entwickelt

Verhaltensweisen in Bezug zu Gesundheitsförderung und

umfasst strukturelle Maßnahmen (z.B. Förderung des Klassenund

Schulklimas, klare Regelungen bei Substanzkonsum, Förderung

der Eigenverantwortung etc.) und personelle Maßnahmen

(z.B. Förderung der Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung,

Weiterbildungen, Präventionsprogramme etc.)

Moderne Suchtprävention orientiert sich an komplexen Lebenszusammenhängen

und lehnt monokausale Ursachentheorien über die

Entstehung von Sucht ab. Ebenso komplex müssen somit auch Maßnahmen

sein, die der Vorbeugung von süchtigem Verhalten dienen.

Sucht, im Sinne der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion, bezieht

nicht nur illegale Drogen, sondern auch legale Substanzen (Alkohol,

Nikotin, Essen etc.) und nichtstoffliche Süchte (Spiel-, Arbeitssucht

etc.) mit ein. Die Suchtpräventionsarbeit versteht sich als ein entscheidender

Beitrag zur Gesundheitsförderung junger Menschen.

Der VereinGrüner Kreis“ wurde 1983 nach einem Konzept

von Prim. Dr. G. Pernhaupt als Institution zur Rehabilitation und

Integration suchtkranker Personen mit Sitz in Wien gegründet.

Zur österreichweit größten gemeinnützigen Organisation auf dem

Suchtsektor angewachsen, bietet der „Grüne Kreis“ bei Abhängigkeitsproblematiken

rasche und professionelle Hilfe.

Im abstinenzorientierten Bereich ist die Voraussetzung für die

Aufnahme und das Ziel der Behandlung die Suchtmittelfreiheit.

Dies betrifft nicht nur die Zeit während der Therapie, sondern auch

die Perspektive auf das Leben danach. Ein ambulantes Programm,

vor allem aber die stationäre Lang- und Kurzzeittherapie bieten für

die Betroffenen eine realistische Chance, dieses Ziel zu erreichen.

Mit viel Engagement wird Suchtkranken der Weg zurück in ein

drogenfreies Leben ermöglicht.

Neben den abstinenzorientierten Therapieprogrammen bietet der

„Grüne Kreis“ seit 2009 die stationäre Behandlung substituierter

Suchtkranker. Stabilisation und neue Perspektiven in Richtung

„Leben mit der Sucht“ stehen hier im Vordergrund.

Der „Grüne Kreis“ nimmt auch seine Verantwortung auf dem Gebiet

der Prävention wahr und bietet Suchtprävention in Schulen an.

Schulische Suchtprävention ist als gesundheitsfördernde Maßnahme

im § 2 (1) SchOrgG und § 17 SchUG beschrieben. Danach

ist es die Aufgabe der Schule, die SchülerInnen in der Entwicklung

ihrer Anlagen im Allgemeinen und in ihrer gesamten Persönlichkeit

zu fördern. Der Lebens- und Lernort Schule soll demnach unter

Einbeziehung von allen Beteiligten einen Beitrag zur Gestaltung

einer physischen, psychischen und sozialen Gesundheit leisten.

Gesundheitsförderung ist dabei als ein durchgängiges Unterrichtsprinzip

gedacht.

Verein zur Rehabilitation und Integration suchtkranker Personen

Vereinsvorstand: Dr. Erhard Doczekal, DI Wolf Klerings, Dir. Alfred Rohrhofer, Mag. Norbert Kaltenbrunner

Vereinssitz: A-1070 Wien, Hermanngasse 12, Tel.: +43 (0)1 5269489, Fax: +43 (0)1 5269489-4, ambulanz.wien@gruenerkreis.at

Zentralbüro (Zustelladresse): A-2872 Mönichkirchen 25, Tel.: +43 (0)2649 8306, Fax: +43 (0)2649 8307, office@gruenerkreis.at

Bankverbindung: Raiffeisenbank NÖ-Süd Alpin, KtoNr.: 727-073, BLZ 32195

Spendenkonto: NÖ Landesbank-Hypothekenbank AG: KtoNr. 03-855-013-222, BLZ 53000

www.gruenerkreis.at

X02

Suchtprävention in Schulen


Für den Bereich der Primärprävention bedeutet dies in Hinblick auf

eine wirkungsvolle Vorgehensweise:

Information ist nur Teil eines Gesamtkonzeptes.

Förderung von sogenannten „protektiven Faktoren“ und nicht

nur Verminderung von Risikofaktoren

Förderung von Problemlösungs- und Lebenskompetenzen suchtmittelspezifisch

und unspezifisch

Abhaltung von längerfristigen Maßnahmen, welche kontinuierlich

und wiederholt durchgeführt werden

Versuch, einen Beitrag für die Schaffung eines Umfeldes zu

leisten, in dem unverantwortlicher Drogenkonsum nicht entsteht

Einbeziehung von LehrerInnen, Eltern, Schulleitungspersonal,

altersgleichen Personen (Peers) und Gemeinde – systemisches

Arbeiten

Aufzeigen von Alternativen zum Suchtmittelgebrauch

Für den Bereich der Sekundärprävention bedeutet dies:

Förderung der Früherkennung von suchtgefährdetem Verhalten

Entwicklung von standardisierten bzw. koordinierten Vorgehensweisen

in Systemen

Professionelle Koordinierung von Helfersystemen – Stärkung

des sozialen Netzes und Netzwerkarbeit

Förderung in der Befähigung von wichtigen Bezugspersonen im

Umgang mit derartigen Problemen

Förderung von Beratungskompetenzen

Der „Grüne Kreis“ bietet im Rahmen schulischer Suchtprävention

Vorträge

Geleitete Diskussionen

Seminare und Workshops

Outdoorveranstaltungen (Risikokompetenzförderung)

Mithilfe bei Schwerpunktwochen und Stationenmodellen

Umfassende Präventionsmaßnahmen

Unterstützende Maßnahmen im Anlassfall

für alle relevanten Gruppen im Schulbereich an.

Folgende Themen bezogen auf die jeweiligen Personengruppen in

der Schule sind von Interesse:

Eltern

Erklärung des erweiterten Suchtbegriffs (Ursachenmodelle)

Drogenängsten in der Familie begegnen

Hilfreiches für den Anlassfall

Was heißt Koabhängigkeit?

Gesundheitliche Risiken von Drogenkonsum

Konsumverhalten in der Familie

Erziehungsstil und Suchtvorbeugung (Werte und Normen)

Rechtliche Grundlagen

Suchtprävention in der Familie

Vorstellung von Präventionsprojekten

Erklärung von Zielen schulischer Präventionsarbeit

Erarbeitung von Präventionsprojekten in der eigenen Schule

Ergebnisse aus der Präventionsforschung

SchülerInnen (ab 8. Schulstufe)

Definition des erweiterten Suchtbegriffs

Reflexion des eigenen Umgangs mit legalen und illegalen Suchtmitteln

und der Umgebung

Rechtliche Grundlagen

Risiko- und Schutzfaktoren bei der Entwicklung von Abhängigkeit

Motive und Funktionen von Drogenkonsum

Information über Beratungs- und Hilfsangebote

Umgang mit FreundInnen und Bekannten, die ein Drogenproblem

haben

Bewertung der eigenen Strategien und Kompetenzen (Schutzund

Risikofaktoren, risk management)

LehrerInnen

Rechtliches (speziell § 13 Suchtmittelgesetz)

Hilfsangebote

Erklärung des erweiterten Suchtbegriffs

Umgang im Anlassfall, Krisenmanagement

Erkennen von Drogenkonsum

Drogenängsten begegnen

Reflexion der Schulkultur im Umgang mit Drogenkonsum

Risiko- und Schutzfaktoren

Erkennen von problematischen Entwicklungen bei Jugendlichen

Sensibilisierung für den Bereich der Früherkennung

Gesprächsführung bei Früherkennung und im Anlassfall

Zusammenarbeit in sozialen Netzwerken

SchulärztInnen

Wirkmechanismen von legalen und illegalen Substanzen

Rechtliches (speziell § 13 Suchtmittelgesetz)

Hilfsangebote im Anlassfall

Erklärung des erweiterten Suchtbegriffs

Zusammenarbeit in sozialen Netzwerken

Leitungspersonal

Coaching

Krisenmanagement

Klärung und Gestaltung von Informations- und Aktionsabläufen

in der Schule

Zusammenarbeit in sozialen Netzwerken

Da jede Schule und SchülerInnengruppe verschieden ist, stellt der

„Grüne Kreis“ den Schulen eine/n Mitarbeiter/in für ein kostenloses

Informationsgespräch zur Verfügung. Dabei werden die Bedürfnisse

der Schule erfasst und Vorschläge für sinnvolle Präventionsmaßnahmen

gemeinsam erarbeitet.

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