Folder - Grüner Kreis

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Für die Aufnahme in das stationäre Substitutionsprogramm des

„Grünen Kreises“ bestehen folgende Kriterien:

Dauer: Ein mindestens 3 bis zu 6 Monate dauernder stationärer

Aufenthalt ist vorgesehen, danach folgt der Übertritt in die ambulante

Nach- bzw. Weiterbetreuung.

Zielgruppe: Die Substitutionsbehandlung ist für männliche

erwachsene (ab 18 Jahre), therapiemotivierte Substituierte

gedacht, deren soziale Integration grundsätzlich gegeben ist, deren

weitere Entwicklung aber durch ihre Erkrankung gefährdet ist und

die auf Grund einer akuten Krisensituation Stabilisierung benötigen.

Ein kurzfristiger Ausstieg aus dem Alltag bietet die Chance zur

körperlichen, psychischen und sozialen Stabilisierung und zu den

notwendigen Korrekturen auf ihrem Lebensweg. Eine stabile Situation

eröffnet Perspektiven im Leben, wie Aus- und Weiterbildung,

Eingliederung in die Arbeitswelt, geordnete Wohnverhältnisse und

befriedigende Beziehungen. Behandelt im Rahmen dieses Konzeptes

werden auch Justizklienten mit richterlicher Weisung zur

Therapie nach §39 SMG/§50 STGB/§173 STPO sowie Substitutionspatienten

vor dem Übergang in eine Pflegeeinrichtung.

Vorbedingungen: Voraussetzungen zur Therapieaufnahme sind

das Kontaktieren eines/einer Vorbetreuers/in (Aufnahmegespräch,

Terminmanagement, Substitutions- und Therapievertrag), der

stationäre Teilentzug in einer öffentlichen Krankenanstalt bzw. der

ambulante Teilentzug, die Klärung der Kostenübernahme der medizinischen

und psychotherapeutischen/klinisch-psychologischen

Betreuung, die Regelung der notwendigen amtlichen und ärztlichen

Meldungen sowie eine bestehende Krankenversicherung.

Rahmenbedingungen: Die Betreuungseinrichtung Meierhof

bietet Substitutionstherapieplätze sowie adäquate medizinische

Voraussetzungen für diese Therapieform (allgemeinmedizinische

und psychiatrische Präsenz, Medikamentenausgabe unter ärztlicher

Supervision, Notfallmanagement).

Therapieziele: Stützung der Möglichkeit, in optimaler und stabiler

Substitution zu leben, Stabilisierung und Rehabilitation der Person

sowie ihre erfolgreiche Reintegration in ihr soziales Umfeld stehen

im Vordergrund.

Therapieelemente: Die Behandlung erfolgt im Sinne eines Modells

einer Kombination von medizinischen, vor allem psychiatrischen,

sowie psychologischen und sozial-intervenierenden Methoden, das

für eine Kurzzeitintervention optimal geeignet ist. Zu Beginn steht

der medizinisch-therapeutische Aspekt im Vordergrund, danach der

vorbereitend-rehabilitative, also aktive Part der Behandlung.

Psychotherapie: Einzeltherapie findet einmal wöchentlich

nach den Regeln der Kurz- und Krisenintervention (Prinzip des

Motivationalen Interviewings, Stressmanagement, traumaspezifische

Methoden) statt sowie Gruppentherapie 2- bis 3-mal

wöchentlich. Frequenzsteigerung ist möglich. Sozialarbeiterische

Interventionen dienen der Sichtung offener Fragen und

Umsetzung anfallender Probleme in Zusammenhang mit Schulden,

Ausbildungs-, Arbeits- und Wohnsituation sowie gerichtlichen

Auflagen.

Medizinische Betreuung: Regelmäßige allgemeinmedizinische

und psychiatrische Visiten, Gesundheitsmanagement, Psychoedukation,

Diätberatung, Akupunktur, Homöopathie, bei stabilem

Verlauf Dosisreduktion des Substitutionsmittels

Arbeitstherapie und Selbstorganisation, Soziotherapie (Training

von Life Skills), Aus- und Weiterbildung (Lerntraining)

Aktive Freizeitgestaltung (Schwerpunkt Bewegung, Sport, Yoga,

Entspannung) sowie Kunst- und Kulturaktivitäten zur Förderung

sinnvoller Inhalte

Therapieablauf:

Innenschau (3 Monate): Die ersten sechs Wochen sind dem Kennenlernen

und der Integration in die Hausgemeinschaft gewidmet,

aber auch der Prüfung der eigenen Motivation anhand der intensiven

Auseinandersetzung mit der Substitutionsbehandlung. Eine optimale

Einstellung des Substitutionsmittels und die Stabilisierung der

Patienten mit dieser Dosis sind in dieser Aufnahmephase das Ziel.

Kontakte nach außen bestehen zu dieser Zeit nur per Brief. In der

darauf folgenden sechswöchigen Stabilisierungsphase stehen

die Eingliederung in die Arbeitsstruktur der Einrichtung und die Kontrolle

der Substitution im Vordergrund. Telefonische Außenkontakte

sind nun möglich. Reflexionsgespräche schließen beide Phasen ab.

Soziotherapeutische Interventionen – wie Planung und Durchführung

von notwendigen sozialen Maßnahmen Schulden, Arbeit und

Beziehung betreffend – und ein intensives Informationsprogramm

über u.a. Hepatitis, Sucht, Medikamente, Lebensführung, soziale

Themen wie Arbeit und Versicherung – finden begleitend statt und

heben das Problembewusstsein für die eigene Situation.

Außenorientierung (3 Monate): Im Anschluss folgt eine

Phase der Umsetzung, die dem Leben in der Einrichtung, den

ersten Ausgängen und somit dem Kontakt nach außen sowie

der Organisation der Rückkehr in die ursprüngliche Lebensumgebung

gewidmet ist. Die Zukunftsplanung, die konkrete Weiterentwicklung

und Umsetzung von Zielen und die erfolgreiche

Reintegration in das bestehende soziale und Arbeitsumfeld sind

Thema. Ein Abschlussgespräch beendet diese Phase.

Abschluss: Nach Ende des stationären Aufenthaltes folgt die

Entlassung in die ambulante Weiter- bzw. Nachbetreuung, um die

Rehabilitation und Reintegration der Patienten weiter zu unterstützen

und sicherzustellen. Auch ein Übertritt in abstinenzorientierte

Behandlungsformen in anderen Einrichtungen des „Grünen

Kreises“ ist möglich.

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