Mag. Barbara Tschann - GründerInnenzentrum für Menschen mit ...

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Mag. Barbara Tschann - GründerInnenzentrum für Menschen mit ...

Mag. a Barbara Tschann

Ist es in Österreich möglich, dass eine blinde Richterin Recht sprechen kann?

Für die 1974 in Dornbirn geborene promovierte Juristin Mag. a Barbara Tschann ist klar, dass sie

als Richterin wie im Spitzensport beste Resultate erreichen kann. Daran arbeitet sie intensiv.

Dass Rechtsprechung durch erblindete RichterInnen funktioniert, beweisen seit Jahren in

Deutschland sehbehinderte oder erblindete, in diesem Berufsfeld tätige, Menschen. Welch eine

Ironie – Ihre „Chefin“ Justitia richtet seit Jahrhunderten mit verbundenen Augen …

Frau Tschann hat als Dressurreiterin mit über 30 Erfolgen im regulären Turniersport und im

Behindertensport längst bewiesen, dass für Spitzenleistungen Augenlicht kein alleiniges

Kriterium ist. Oft liegt es nicht an den Betroffenen, dass „etwas nicht geht“, sondern an deren

Umgebung. Diese Umgebung traut Menschen mit Behinderungen gute Leistungen nicht zu und

hindert sie mehr oder weniger aktiv durch Diskriminierung am Erfolg. SkeptikerInnen entgegnet

Frau Mag. a Tschann deshalb: „Im Prinzip reden diese Leute über etwas, das sie gar nicht

beurteilen können, denn sie kennen mich nicht, sie kennen meine Arbeitsweise nicht und es hat

noch nie einen oder eine blinde RichterIn in Österreich gegeben. Also woher nehmen diese

Leute ihre Erfahrungswerte? Da sie noch keine Erfahrungen mit blinden RichterInnen gemacht

haben, können es nur Vorurteile sein, welche ich als diskriminierend empfinde“.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Aureole“ wird Frau Mag. a Tschann Einblick in ein

außergewöhnliches Leben geben und steht in einer Diskussion für Fragen zur Verfügung. Der

Abend verspricht nicht nur für KundInnen des GrüZe viel Spannung und Interessantes.

Ihr GrüZe-Team

GründerInnenzentrum für Menschen mit Handicap

Zieglergasse 14/1/2 • 1070 Wien

Tel.: (01) 487 22 63 • Fax: (01) 487 22 63-20 • Mail: office@GrueZe.at

www.GrueZe.at


Mag. a Barbara Tschann

Mag. a Barbara Tschann

Geburtstag/-ort:

Hobbies:

Musikfavoriten:

TV-Favoriten:

Liebstes Urlaubsland:

Familienstand:

Ausbildung:

19. Februar 1974 / Dornbirn

Freunde treffen, Dressurreiten, Spaziergänge mit dem

Hund

U2, Queen, Midge Ure, James Blunt

US-Serie “Blind Justice”

Spanien

verheiratet

Volksschule (Dornbirn),

Internat f. sehbehinderte u. blinde Personen (Schweiz),

Handelsschule Zürich,

Studienberechtigungsprüfung (Bregenz),

Jus-Studium (Innsbruck),

Absolvierung Gerichts- u. Verwaltungsjahr

Diplomarbeitsthema: Strafbarkeit der Unternehmen (Innsbruck, 2006)

Besondere Leistungen:

Sportliche Erfolge:

erste erblindete Absolventin des Jus-Studiums in Innsbruck

erste erblindete Dressurreiterin Österreichs mit Turnierteilnahmen im

Regelsport

mehr als 30 Podiumsplätze im Dressurreiten (Regelsport und

Behindertensport)

Teilnahme an nationalen und internationalen Turnieren

Statements von Frau Mag. a Tschann mit Bezug auf Gesellschaft und Behinderung:

„Es ist leider nach wie vor so, dass man als behinderter Mensch von der Gesellschaft diskriminiert wird.

Besonders dann, wenn man Dinge tut, die nicht in das Bild eines behinderten Menschen passen. Viele

glauben, dass ein Blinder mit Stock durch die Gegend rennen muss. Reiten passt in dieses Bild nicht

hinein.“

„Ich glaube, ein Recht auf gleiche Chancen zu haben. Ich lasse mich nicht auf mein Handicap

reduzieren, weil ich aus mehr bestehe als aus einer Behinderung.“

„Meine Behinderung ist kein Handicap, sondern eine Chance. Sie hat mich stärker gemacht. Wer weiß,

ob ich das sonst alles erreicht hätte.“

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