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Erscheinungsort Graz. Verlagspostamt 8010 Graz/P.B.B. 02Z033793M – Postentgelt bar bezahlt

Nr. 49 März 2006


Inhalt März 2006

AKTUELLES

4 ETHIKKOMITEE. LKH-Univ.Klinikum Graz

5 KAGes-VORSTAND. Vital in den Frühling

MENSCHEN HELFEN MENSCHEN

6 SPENDEN. Pädiatrische Kardiologie

7 EYE CAMPS. Auszeichnung

8 LEPRA. Hilfe in Südindien

PERSONALENTWICKLUNG

9 WEIZ. Rundherum Gxund

10 PFLEGE. Professionelle Mitarbeiterauswahl

11 JOBBÖRSE. Bewerbermanagement

13 STEUERTIPPS. Hubner & Allitsch

16 GEWALT. Fragebogenerhebung

17 LEOBEN. Audit Familie & Beruf

18 BAD RADKERSBURG. Mitarbeiterehrung

GESUNDHEIT & FORSCHUNG

20 MÜRZZUSCHLAG. Neues Rheumazentrum

22 WIRBELSÄULE. Operative Therapie

24 STUHLINKONTINENZ. Neue Therapien

25 BRUCK. Klinische Psychologie

26 FORSCHUNGSMANAGEMENT. MedUniGraz

28 DERMA. Telemedizin

30 GRAZ. Leber- und Gallenforschung

QUALITÄTSMANAGEMENT

34 EUPHA. Steirischer Beitrag

35 STORYTELLING. Buchauszug

38 BRUCK. Gesunder Einkauf

INFRASTRUKTUR & TECHNIK

41 FRAUENKLINIK. Gleichenfeier Funktionszubau

42 LSF GRAZ. Architektenwettbewerb

ORGANISATION & KOMMUNIKATION

43 INTRANET. Neuer Look

44 GRAZ. openMEDOCS

45 STOLZALPE. Krankenhaus-Schule

46 UNTERNEHMENSHAFTUNG. Neue Regeln

PANORAMA

48 GRAZ. Vom Geidorfplatz zum Paulustor

49 MUGGIA. Im Golf von Triest

51 THALIA. Bar und Restaurant

54 LIST. Zwischen Wirtschaft und Kunst

55 KunstKulturTipp. Armin Pokorn

Titelseite-Foto: Frühlingsfoto von Hedi Grager

15

STEUERTIPPS. Von Hubner & Allitsch

28

MUG. Forschungsmanagement

Suchen,

finden und

gewinnen!

40

FENSTER. Gewinnspiel

41

GRAZ. Frauenklinik

48

STADTPARK. Spaziergang

Foto: Bernd Bergmann, MUG

Impressum

Medieninhaber und Verleger

Stmk. Krankenanstaltengesellschaft m.b.H.

A-8010 Graz, Stiftingtalstraße 4-6

Herausgeber

Krankenanstaltenpersonalamt,

A-8010 Graz, Stiftingtalstraße 4-6,

DVR 0468533

Geschäftsführung & Redaktionelle

Leitung

Dr. Reinhard Sudy

Redaktionsteam

Susanne Gasteiner, Hedi Grager,

Mag. Katharina Kainz, Wolfgang Meditz,

Mag. Helmut Meinhart, Peter Neumeister,

Reingard Ragger,

Petra Ritz, Ing. Klaus-Dieter Schaupp,

DI Friedrich Zopf

Redaktionssekretariat,

Marketing & Werbung

Hedi Grager, Organisationsabteilung.

vox: 0316/ 340-51 21,

fax: 0316/ 340-52 21,

E-Mail: gsund@kages.at.

Internet

www.gsund.net, www.kages.at

Produktion

KLIPP Zeitschriften GmbH Nfg & Co KG,

Graz, www.klippmagazin.at

Fotos

KAGes-Archiv, Hedi Grager, Albert Hütter,

Helmut Meinhart, Heinz A. Pachernegg,

Klaus Schaupp, Reinhard Sudy

Druck

Leykam Universitätsbuchdruckerei GesmbH,

8054 Graz, Ankerstraße 4

Auflage

21.000 Exemplare, Gedruckt auf umweltfreundlichem

Papier.

Erscheinungsweise

4 x jährlich

Offenlegung nach § 25 Mediengesetz

G’sund dient der umfassenden Information

der Mitarbeiter der KAGes über das gesamte

Unternehmen. Durch die Zusendung von

G’sund an alle Mitarbeiter wird dem Recht

auf Information gemäß § 7a EKUG bzw. § 15f

MSchG entsprochen. Trotz sorgfältiger Bearbeitung

in Wort und Bild kann für die Richtigkeit

keine Gewähr übernommen werden. Mit

Verfassernamen gekennzeichnete Beiträge

geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers

und der Redaktion wieder.

Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

genauer Quellenangabe und Übermittlung

eines Belegexemplares erlaubt.

G’sund behält sich das Recht vor, die veröffentlichten

Beiträge (inkl. Tabellen und Abbildungen)

auf CD-ROM und ins Internet zu

übertragen und zu verbreiten.

Die G’sund-Redaktion ist grundsätzlich um einen

geschlechtergerechten Sprachgebrauch

bemüht. Im Interesse einer guten Lesbarkeit

verzichten wir aber weitestgehend auf

Schreibweisen wie z. B. MitarbeiterInnen oder

Patienten/Innen und auf gehäufte Doppelnennungen.

Wir bitten daher um Verständnis,

wenn dies zu geschlechtsabstrahierenden und

neutralen Formulierungen, manchmal auch zu

verallgemeinernden weiblichen oder männlichen

Personenbezeichnungen führt.

März 2006

KAGes

www.kages.at


4

AKTUELLES

Top • News

Neue Führung des

KAGes-Aufsichtsrates

Die Würde des Menschen ist

unantastbar

Ethikkomitee am LKH-Univ.Klinikum Graz von

Anstaltsleitung initiiert

AR-Vorsitzender

Generaldirektor

Thomas Jozseffi.

In der konstituierenden Sitzung des KAGes-

Aufsichtsrates am 19. Dezember des Vorjahres

wurde der Vorstandsvorsitzende Generaldirektor

Thomas Jozseffi von der Österreichischen

Salinen AG zum Vorsitzenden

des KAGes-Aufsichtsrates gewählt. Als Stellvertreter

des Aufsichtsratsvorsitzenden wurde

Anton Fischer-Felgitsch gewählt. ■

Landesausstellung

„Wege der Gesundheit“

Die steirischen Landesausstellungen haben

eine bewegte Geschichte. In St. Lamprecht

erfolgte 1978 der Auftakt mit „Gotik in der

Steiermark“. Mit 352.000 Besuchern ist die

Landesausstellung 1987 in Riegersburg

„Hexen und Zauberer“ nach wie vor an erster

Stelle der „Besucher-Hitparade“.

„Wege zur Gesundheit“ ist das Thema der

kommenden Landesausstellung, die vom 28.

April bis zum 28. Oktober 2006 in Bruck a. d.

Mur und Umgebung stattfinden wird. Damit

wird eine umfassende Auseinandersetzung

mit dem körperlichen, geistigen und sozialen

Wohlbefinden erfolgen.


Mehr dazu:

www.bruckmur.at

Aktuelle Termine

Infoabend „Lungenkrebs und

seine Risikofaktoren“

31. Mai 2006, 18.00 Uhr

LKH Graz West (UKH-Speisesaal)

AR-Vorsitzender-

Stellvertreter Anton

Fischer-Felgitsch.

Hygienetag

„Zehn Jahre Hygienefachkräfte in der

KAGes“

12. Mai 2006

Bruck a. d. Mur, Sporthalle

100 Jahre LKH Hörgas

24. Juni 2006 ■

Großes

Engagement der

Anstaltsleitung des

LKH-Univ.Klinikum

Graz für das

Ethikkomitee. Von

links: Betriebsdir.

Mag. Gebhard

Falzberger,

Pflegedirektorin

Hedy Eibel und

Ärztlicher Leiter

Univ.-Prof. Dr.

Thomas Pieber.

Die zunehmenden Möglichkeiten der modernen

Medizin erfordern eine ständige

Auseinandersetzung mit ethischen Fragen.

Um diese Forderung auch im täglichen Stationsalltag

zu erfüllen, hat das LKH-Univ.

Klinikum Graz das erste Ethikkomitee an einer

österreichischen Universitätsklinik gegründet.

Das Ethikkomitee untersteht der Anstaltsleitung,

ist aber bei seinen Empfehlungen weisungsunabhängig.

Das Ethikkomitee besteht

aus Pflegepersonen, einem Theologen, einer

Philosophin, einem Juristen und Ärzten verschiedenster

Fachrichtungen.

Entwicklungen der modernen Medizin

führen dazu, dass sich die menschliche Lebensdauer

verlängert und die Lebensqualität

verbessert. Diese Errungenschaften

führen aber auch dazu, dass gerade in

Grenzsituationen ärztliche Entscheidungen

über angemessene Behandlungen immer

komplexer werden.

Patienten und Angehörige haben nicht selten

große Befürchtungen vor einer übertechnisierten

Apparatemedizin. Darum werden

Entscheidungen in solchen Situationen

immer unter Einbeziehung aller Beteiligten

getroffen. Menschlichkeit und Apparatemedizin

dürfen sich nicht gegenseitig ausschließen,

sondern müssen ständig abgewogen

und miteinander in Einklang gebracht

werden. Hierbei sind rechtliche

Aspekte, ethische Aspekte und vor allem

die Würde des betroffenen Menschen zu

berücksichtigen. Dennoch liegt die Verantwortung

für die getroffenen Maßnahmen

letztendlich beim verantwortlichen Mediziner.

Das Ethikkomitee kann den Arzt bei schwierigen

Entscheidungen im Einzelfall unterstützen.

Zusätzlich werden Leitlinien zur Entscheidungsfindung

in schwierigen Situationen

entwickelt. Durch Fortbildungsveranstaltungen

wird die „ethische Kulturbildung“ für

alle Mitarbeiter forciert werden. ■

Mag. Simone Pichler,

LKH-Univ.Klinikum Graz

Ethik ist nicht messbar

• Es gibt in Grenzsituationen bei ethischen

Entscheidungen kein „richtig“

oder „falsch“.

• Solange der Patient/Mensch ansprechbar

ist, trifft er selbst die Letztentscheidung

über Behandlung/Nichtbehandlung

(voluntas aegroti > salus aegroti).

• Das Ethikkomitee ist vor allem für Situationen

gedacht, bei denen Patienten/

Menschen nicht selbst entscheiden

können (z.B. Koma bei Schlaganfall, komatöser

Patient an Intensivstationen

etc.).

• Das Ethikkomitee trifft keine Entscheidungen,

sondern kann nur Empfehlungen

abgeben. Es versteht sich als beratendes

Gremium ohne Rechtsgültigkeit.

Foto: Hütter

März 2006

Menschen helfen Menschen


AKTUELLES 5

KAGes

Liebe

Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter!

www.kages.at

Von links:

Vorstandsdirektor Ernst

Hecke und

Vorstandsdirektor Dipl.-

Ing. Christian Kehrer.

Vital in den Frühling

Wenn man den Berichten einzelner Medien

zum Rohbericht des Landesrechnungshofes

betreffend den Ausbau des LKH Graz West

folgt, so müsste man das Ärgste befürchten.

Zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichungen

aus dem Landesrechnungshofrohbericht hatten

wir diesen noch gar nicht in Händen und

konnten daher auch nur verzögert reagieren.

Wir halten fest, dass aufgrund der statischen

Probleme PatientInnen und MitarbeiterInnen

zu keiner Zeit gefährdet waren. Die MitarbeiterInnen

unserer Technischen Direktion besitzen

auch weiterhin unser volles Vertrauen.

Sie haben dieses komplexe Großbauvorhaben

unter schwierigen Rahmenbedingungen

unter Einhaltung von engen Terminvorgaben

mit hoher Professionalität abgewickelt. Für

das Projekt LKH Graz West führte der Landesrechnungshof

eine Projektkontrolle und

Projektabwicklungskontrolle durch. Die vom

Landesrechnungshof bestätigte und auf den

Fertigstellungstermin valorisierten Gesamtkosten

von rd. 77,7 Mio. Euro wurden um rd.

4 Mio. Euro unterschritten. Dies ist das Ergebnis

der durch unsere MitarbeiterInnen

durchgeführten Kostensteuerung.

Der KAGes-Aufsichtsrat hat am 27.2.2006 in

einer Sondersitzung einen Ausschuss eingesetzt

und diesen mit der Prüfung der im Landesrechnungshof-Rohbericht

geäusserten

Kritikpunkte beauftragt. Unabhängig von der

Prüfung innerhalb des Unternehmens und

durch die Staatsanwaltschaft Graz hat auch

der Stmk. Landtag einen Untersuchungsausschuss

eingerichtet. Wir werden allen untersuchenden

Stellen ruhig und in aller Sachlichkeit

die gewünschten Aufklärungen geben

und hoffen auf eine faire Abhandlung aller

Sachthemen, insbesondere in der veröffentlichten

Meinung.

Die zentrale Frage der Weiterentwicklung

der KAGes wird in diesem Frühjahr mit Beendigung

des Budgetprovisoriums zu entscheiden

sein. Es ist dies die Finanzierungsvereinbarung

für die Jahre 2006 bis 2010. Von ihr

wird es abhängen, in welcher Form der Versorgungsauftrag,

die Sicherstellung der öffentlichen

Krankenanstaltspflege, welchen

die KAGes für das Land Steiermark zu knapp

90 % zu erfüllen hat, von uns wahrgenommen

werden kann.

Dass die Lebenserwartung unserer Bevölkerung

weiter steigt, ist auch ein Erfolg der modernen

Medizin. Dass immer mehr betagte

und hochbetagte BürgerInnen auch mehr Gesundheitsdienstleistungen

benötigen, ist absehbar.

Der Anteil der über 60-Jährigen der

steirischen Bevölkerung wird von 2001 bis

2021 um rd. 40 % steigen. Die Finanzierung

der höchsten Versorgungsstufe im Gesundheitswesen,

die Finanzierung der Stmk. Landeskrankenanstalten,

ist eine politische Frage.

Sie ist für uns jedoch von besonderer Bedeutung.

Wofür wird sich unser politischer Eigentümer

entscheiden? Kann der Grundsatz

unseres solidarischen Systems erhalten, ja

ausgebaut werden, dass Junge für Alte, Gesunde

für Kranke, Reiche für Arme einstehen?

Ernst Hecke

Wir setzen große Hoffnungen in einen breiten

politischen Konsens. Im Gesundheitswesen

können nicht kurzfristige Änderungen zu

den gewünschten Erfolgen führen. Es sind

mittel- und langfristige Strategien auf einer

breiten Basis der politischen Kräfte und der

großen Gesundheitsdienstleister erforderlich.

Hier haben wir die Hoffnung, dass wir

im Rahmen der Landesgesundheitsplattform

und der Gesundheitskonferenz die für die PatientInnen

so wichtige neue Form des effizienten

Zusammenwirkens aller Gesundheitsdienstleister

finden werden. Mehr Qualität

statt Quantität in der Versorgung sollte unser

Motto sein.

Wir sind diesen neuen Weg einer verstärkten

Zusammenarbeit in den Regionen durch

die Einrichtung der Regionalkonferenzen gegangen.

Diese haben ihre Arbeit bereits mit

Elan und Tatkraft aufgenommen und bauen

die LKH-übergreifende Zusammenarbeit konsequent

aus.

Sehen wir also positiv in die Zukunft, lassen

wir uns in unserer Arbeit für unsere

PatientInnen nicht beirren. Auch nach einem

langen und strengen Winter folgt der

Frühling, der uns neue Kraft und neue Impulse

gibt. Wir setzen auf die konstruktive

Zusammenarbeit aller positiven Kräfte in

unserem Land und in unserem Unternehmen

KAGes.


Dipl.-Ing. Christian Kehrer

Menschen helfen Menschen

März 2006


6

MENSCHEN HELFEN MENSCHEN

Spendenaktionen für

pädiatrische Kardiologie

Übergabe von zwei wichtigen Geräten

Das durch Spenden finanzierte

Echokardiographiegerät iE33.

Von links: Univ.-Prof. Dr. Konrad

Steinbach, Univ.-Prof. Dr. Albrecht

Beitzke, Univ.-Prof. Dr. Wilhelm

Müller und Vorstandsdirektor

Dipl.-Ing. Christian Kehrer.

Dank der Spendenaktionen

durch den Verein „Hilfe für

das herzkranke Kind“ und den

„Österreichischen Herzfonds“ konnten kürzlich

ein Echokardiographiegerät und eine Ultraschallsonde

an die Klinische Abteilung für

Pädiatrische Kardiologie am LKH-Univ.Klinikum

Graz übergeben werden. Beide Geräte

mit einem Gesamtwert von 135.000,– Euro

werden dazu beitragen, die kleinen und

großen Patienten rascher und effizienter zu

betreuen.


Univ.-Prof. Dr. Albrecht Beitzke,

Pädiatrische Kardiologie,

LKH-Univ.Klinikum Graz

Bunte Verabschiedungstücher, die über den

Verstorbenen gehüllt werden.

em Sterben Raum geben“ heißt eine

„DFortbildungsreihe für Führungskräfte

in Pflegeberufen. Sie wird als Pilotprojekt

von der Caritas der Diözese Graz-Seckau in

Kooperation mit dem Hospizverein Steiermark

angeboten. Die behandelten Themen:

• Persönliche Erfahrung mit Tod und Trauer

reflektieren

• Der Sterbeprozess als besondere Herausforderung

in der Mitarbeiterführung

• Die/Der Sterbende im Mittelpunkt –

Grundfragen der Gesprächsführung und

Kommunikation mit Sterbenden

• Begleitung von und mit Angehörigen

• Schmerztherapie und Palliative Care

• Einbeziehen ehrenamtlicher Mitarbeiter

/innen in die Begleitung von Sterbenden

• Hospizidee in meiner Einrichtung leben

Dem Sterben Raum geben

Zwei erfolgreiche Projekte im LKH Hartberg

Nachschlagewerk und

Verabschiedungstücher

Zwei Gedanken, die aus dieser Fortbildung

hervorgingen, konnten mit viel Engagement

auch im LKH Hartberg umgesetzt werden.

• Für jede Station wurde eine Mappe mit

wichtigen Begleitimpulsen und Informationen

gestaltet. Sie ist als Nachschlagewerk

für unsere Mitarbeiter gedacht, um einen

humanen, einfühlsamen, aber auch kompetenten

Umgang mit Sterbenden

und deren Angehörigen

zu ermöglichen.

• Weiters wurden von einer

Schulklasse des Gymnasiums

Hartberg im Rahmen

eines Projektunterrichtes

bunte Verabschiedungstücher

gestaltet. Diese werden

über den Verstorbenen

gehüllt, damit so ein würdevolles

Abschiednehmen der

Angehörigen von ihrem Lieben

ermöglicht werden

wird.

Motivation und

Herausforderung

Einen Gedanken, der mich immer

wieder motiviert und begleitet,

möchte ich noch erwähnen:

„Pflege so, wie du selbst gern einmal gepflegt

werden möchtest!“

Es ist immer wieder eine neue Herausforderung,

Raum zu schaffen und sich auch in

solch einen Raum zu begeben. ■

DGKS Monika Posch, LKH Hartberg

Die Schulklasse des Gymnasiums Hartberg präsentierte im

Rahmen eines Projektunterrichtes selbst gestaltete

Verabschiedungstücher.

März 2006

Menschen helfen Menschen


MENSCHEN HELFEN MENSCHEN 7

Das steirische „Augenteam“ im Eye Camp in Livingstone.

Auszeichnung für Eye Camps

Mitarbeiter des LKH-Univ.Klinikum Graz

und der MUG waren Anfang Oktober

des vergangenen Jahres in Livingstone. In

dieser 15.000 Einwohner zählenden Stadt in

Sambia halfen sie in ihrem Eye Camp erblindeten

Patienten.

89 Operationen in 4 Tagen

Das Team mit DGKS Rosita Aberer, DGKS

Gabriele Haas, Univ.-Prof. Dr. Anton Haas,

Univ.-Prof. Dr. Christoph Faschinger und Augenfacharzt

Dr. Manfred Kern führte innerhalb

von vier Tagen 87 Operationen gegen

den grauen Star und zwei gegen

den grünen Star an armen

Einwohnern unentgeltlich

durch. Die meisten Patienten

waren an beiden Augen erblindet.

Sie kamen in Straßenkleidung,

wurden in Lokalanästhesie

ohne Sedierung operiert

und gingen danach wieder

nach Hause. Erstmalig wurde eine Phakoemulsifikationsmaschine

eingesetzt. Im Rahmen

eines wissenschaftlichen Projektes

wurde jeweils eine Hornhautpachymetrie

(Dickenmessung) durchgeführt, da es diesbezüglich

bei dieser Bevölkerungsgruppe keine

Informationen gibt. Zusätzlich wurden mehr

als 150 PatientInnen auf andere Augenerkrankungen

gescreent und 100 Nahbrillen

verteilt. Riesengroß war die Freude aller Beteiligten.

Univ.-Prof. Dr. Christoph Faschinger (Bildmitte) bei der

Verleihung der Humanitas-Medaillen mit den anderen

Ausgezeichneten.

Mitglieder des Vereins „Sehen ohne Grenzen“ operierten in Sambia Erblindete

Sterben in Würde?

In knapper Form übersichtlich und sehr gut

lesbar setzt sich die Autorin, seit 1988 als Diplom-Gesundheits-

und Krankenschwester

im LKH Bad Aussee beschäftigt, mit dem

Sterben auseinander. Ihre langjährigen Erfahrungen

im Umgang mit sterbenden Menschen

sind in praktischen Tipps und Anregungen

zusammengefasst.


Maria Erdinger

Sterben im Krankenhaus – Sterben in Würde?

Anregungen für Pflegende

Reinhold Kolb Verlag 2005

in Afrika geplant. Dabei sollen jeweils an die

200 am grauen Star erkrankte Augen operiert

werden.

Auszeichnung mit

Humanitas-Medaille

Mit den Humanitas-Medaillen werden jene

Helfer ausgezeichnet, die sich unentgeltlich

und über die Pflichterfüllung hinaus für ihre

Mitmenschen einsetzen.

In der Kategorie „Vereine“

wurde die Humanitas-Medaille

am 19. November 2005,

dem Tag des Ehrenamtes, an

Univ.-Prof. Dr. Christoph Faschinger

von der Grazer Universitäts-Augenklinik

und den

von ihm gegründeten Verein

„Sehen ohne Grenzen“ verliehen. Seit Jahren

führen die Mitglieder dieses Vereines in

„Eye Camps“ in Ländern der Dritten Welt Augenoperationen

durch und konnten dadurch

vielen Menschen das Augenlicht retten und

ihnen ihre Würde und persönliche Freiheit

wieder geben.


Mehr dazu:

www.sehenohnegrenzen.org

Weitere Eye Camps in Planung

Der Verein „Sehen ohne Grenzen“ hat bereits

11 Expeditionen mit Augenoperationen

vor allem nach Afrika durchgeführt. Für Juli

und Oktober 2006 sind wiederum Eye Camps

Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Christoph Faschinger,

Univ.Augenklinik am

LKH-Univ.Klinikum Graz

christoph.faschinger@meduni-graz.at

Menschen helfen Menschen

März 2006


8

MENSCHEN HELFEN MENSCHEN

Auf den Spuren der Lepra

Steirer betreuen Projekte in Südindien

Ein „typischer“ Leprakranker: verstümmelte

Extremitäten und Sehstörungen.

Univ.-Prof. Dr. Johann Pfeifer von der Grazer Chirurgischen

Universitätsklinik im Lepradorf.

Seit fast 20 Jahren unterstützt die Steiermärkische

Landesregierung Entwicklungshilfeprojekte

in Südindien. Die meisten

dieser Projekte unter dem Titel „Dorfentwicklung“

wurden einst vom em. Prof. Wolf

Sixl vom Hygieneinstitut Graz eingebracht.

Im November letzten Jahres stand eine Expedition

nach Südindien auf dem Programm,

welche zwei Ziele verfolgte:

• Evaluierung der Dorfentwicklungsprojekte

im Hochland bei den „Tribals“, den Ureinwohnern

Indiens

• Mitarbeit und Projektplanung im (ehemaligen

Lepra-)Krankenhaus St. Mary’s in Salem,

Südindien.

Neben Prof. Dr. Sixl nahmen u.a. auch OA Dr.

Maria Gries von der Univ. Klinik für Anästhesiologie

und Univ.-Prof. Dr. Johann Pfeifer von

der Grazer Chirurgischen Universitätsklinik

teil.

Dorfentwicklungsprojekte

Die meisten der Dorfentwicklungsprojekte

wurden von der ortsansässigen Bevölkerung

gut angenommen. So konnten neben hygienischen

Basisprojekten wie Toiletten- und

OA Dr. Maria Gries von

der Grazer Univ.Klinik für

Anästhesiologie und

Intensivmedizin.

Brunnenbauten besonders

ökologische und ökonomische

Projekte erfolgreich in

Gang gesetzt werden. Dazu

gehören eine Trichodermaproduktion

zur Schädlingsbekämpfung,

das Projekt

Vermikompost zur eigenen

Humuserzeugung mit Regenwürmern oder

eine Kaninchen- und Wachtelzucht. Vom

Land Steiermark wurden auch Projekte der

Erziehung und des Unterrichts gefördert, wie

z.B. die Ausbildung der Frauen bei der Handarbeit,

Gemüse- und Obstzucht oder Computerkurse.

Mitarbeit im Spital

Durch Mitarbeiten in einem 200 Betten großen

Krankenhaus konnten wir die Nöte und Bedürfnisse

unmittelbar kennen lernen. Das von Salesianerinnen

geführte St. Mary’s Krankenhaus

wurde vor mehr als 75 Jahren als reine Leprastation

gegründet. Ein Schwerpunkt ist auch

heute noch der Betreuung von Lepra- und Tuberkulose-Erkrankten

gewidmet. In den letzten

Jahren werden aber vermehrt HIV-Positive und

AIDS-Erkrankte behandelt. Dabei spielt Prävention

und Aufklärung ebenso eine große Rolle

wie die Therapie selbst. Weiters werden im St.

Mary’s Krankenhaus Geburtshilfe, Innere Medizin

und Chirurgie angeboten. Mit bewundernswertem

Einsatz, Freude und Glauben

werden viele pekuniäre Mängel wettgemacht.

Am meisten verwunderte uns, dass mehr als

2500 chirurgische und geburtshilflich/gynäkologische

Eingriffe pro Jahr durchgeführt werden.

Dabei ist nur ein Anästhesist und ein Chirurg in

diesem Krankenhaus beschäftigt. Das alte Modell

der Narkosemaschine kennt zwar noch keine

automatische Beatmung; aber chirurgische

Operationen werden fortschrittlicherweise vielfach

laparoskopisch durchgeführt. Zufrieden

und dankbar kehrt man nach Österreich zurück,

wenn man bedenkt, dass das Bruttosozialprodukt

in Indien nur 451 $ beträgt (vergleiche:

Österreich 26.330 $ – Stand 2004). ■

johann.pfeifer@meduni-graz.at

Spenden hilft heilen

Lepra trifft die Ärmsten

Spendenkonto: 11 111 114

Bankleitzahl: 58 000 Hypo

Lepra muss frühzeitig erkannt und behandelt

werden, damit es nicht zu Behinderungen

und Verstümmelungen kommt, und

ist heute heilbar. Darum bemüht sich das

Österreichische Aussätzigen-Hilfswerk.

„... ausgesetzt. Lepra in Westafrika.“

Spendenkonto: 2482200

Bankleitzahl: 60 000 PSK

Lepra ist heilbar. Der Gesundheitsdienst

der Kamillianer Österreichs hilft den leprakranken

Menschen.


März 2006

Menschen helfen Menschen


PERSONALENTWICKLUNG 9

Die jungen Alten nehmen zu

Erfolg hat kein Ablaufdatum

Die rege Teilnahme am 3. PE-Nachmittag

„DIE JUNGEN ALTEN“ zeigte, dass das

Generationenthema für viele Führungskräfte

ein wichtiges Thema darstellt. Dr. Karazman

(IBG Wien) und Dir. Rittenschober

(Voest-Alpine Linz) vermittelten einen guten

Gesamtüberblick über bereits langjährige

Gesundheitsförderprogramme in ihren

Unternehmen.

Auch in der KAGes werden wahrscheinlich in

10 Jahren über 1/3 der Mitarbeiter über 50

Jahre sein und Führungskräfte und Mitarbeiter

besonders gefordert

werden.

Die an diesem

Nachmittag erarbeiteten

zahlreichen

Ideen und Anregungen

zur Unterstützung

älterer

Mitarbeiter in ihrer

Arbeitsfähigkeit

sind unter

Gesundheitsförderung

Zukunftsweisende Strategien und Konzepte in

Krankenhäusern gewinnen an Bedeutung

Traditionell bieten Krankenhäuser eine

breite Palette von diagnostischen und

therapeutischen Diensten, einschließlich

medizinischer und chirurgischer Interventionen

als Reaktion auf akute oder chronische

Krankheiten. Wachsende Nachfrage, neue

Behandlungs- und Versorgungsmöglichkeiten

und strenge öffentliche Budgetierungen

zwingen auch Krankenhäuser, den Einsatz ihrer

Ressourcen effizienter zu gestalten.

Gesundheitsgefährdung

Die Gesundheitsgefahren im Krankenhaus beschränken

sich nicht nur auf schädliche, giftige

oder ansteckende Substanzen. Belastend

sind auch der besondere Druck und Stress,

der aus der Aufgabenstellung und der hohen

Verantwortung der Mitarbeiter entsteht.

Engagierte Diskussion in kleinen

Gruppen beim PE-Nachmittag: Von

links: Betr.Dir. S. Fortmüller,

Betr.Dir. C. Rath, Betr.Dir. E.

Fartek, Pfl.Dir. S. Reisinger.

http://intranet.zdion.kages.at/pe im Intranet

veröffentlicht.

Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt Kinaesthetics

im LKH Hörgas-Enzenbach wurden

von Dr. Lenny Maietta und der Anstaltsleitung

eindrucksvoll dargestellt.

Kinaesthetics als bewusstes Wahrnehmen

der Bewegung und ihrer Nutzung als Ressource

soll ganz besonders älteren Mitarbeitern

und Patienten helfen, ihre „Beweglichkeit“

zu erhalten.


sigrid.fanninger@kages.at

Gesundheitsförderung schafft

Wettbewerbsvorteil

Unter diesen Aspekten gewinnen die Strategien

und Konzepte des gesundheitsfördernden

Krankenhauses immer mehr an Bedeutung.

Wer sich dafür einsetzt, die Gesundheit

der Patientinnen und Patienten, aber

auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

aktiv zu fördern, verschafft sich dadurch auch

einen klaren Wettbewerbsvorteil. Gefragt

sind also innovative und zukunftsweisende

Strategien und Konzepte.

Nationale Netzwerke

Die nationalen Netzwerke Gesundheitsfördernder

Krankenhäuser in Deutschland,

Österreich und in der Schweiz sind Teil des

„International Network of Health Promoting

Hospitals“ (HPH), welches 1990 von der

WHO initiiert wurde, und dem heute über

700 Krankenhäuser aus 25 Mitgliedsstaaten

der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angehören.


Mehr dazu:

www.oengk.at

elisabeth.irgolic@lkh-grazwest.at

„Rundherum

GXUND“

Betriebliche Förderung für

umfassendes Wohbefinden im

LKH Weiz

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt

(AUVA) hat

das von ihr gemeinsam

mit dem LKH erfolgreich

durchgeführte

Projekt „PFLEGEfit“

im August 2005 abgeschlossen.

Die kolle-

Pflegedirektorin

Susanna Reisinger:

giale Führung des LKH „Ich möchte, dass

Weiz hat sich daher das LKH Weiz das

entschlossen, weitere gesündeste

Maßnahmen im Sinne Krankenhaus der

Steiermark wird.“

der betrieblichen Gesundheitsförderung

umzusetzen. Mit der

Steiermärkischen Gebietskrankenkasse

(GKK) konnte ein kompetenter Partner gefunden

werden.

Erfolgreiche

Startveranstaltung

Ende November 2005 fand im Europasaal der

Musikhauptschule Weiz die Startveranstaltung

für ein weiterführendes Projekt statt. Es

wurde ein schwungvoller Abend voller Überraschungen

und Fröhlichkeit, bei dem das Projekt

„Rundherum GXUND im LKH Weiz“ nicht

zu kurz kam. Diese gemeinsamen Aktivitäten

des LKH Weiz mit der GKK hat das körperliche,

geistige und soziale Wohlbefinden der

Mitarbeiter zum Ziel. Deren Bedürfnisse werden

im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung

erhoben und dann Grundlage eines umfassenden

Gesundheitsprogrammes sein. ■

Menschen helfen Menschen

März 2006


10

PERSONALENTWICKLUNG

Mitarbeiterauswahl in der Pflege

Professionelle strukturierte Interviews und EDV-unterstütztes Bewerbersystem im

LKH-Universitätsklinikum Graz

Alljährlich bewerben sich 450 bis 500 Diplomkrankenschwestern/pfleger,

PflegehelferInnen

und OperationsgehilfInnen im

LKH-Universitätsklinikum Graz. Der Bedarf

an Pflegepersonen pro Jahr beträgt rund 200

Personen. Im Rahmen einer Optimierung der

Abläufe in der Pflegedirektion wurde daher

der Prozess des Bewerbermanagements analysiert.

Ziel war ein professionelles Bewerbermanagement,

das eine Dezentralisierung

des Prozesses, Verkürzung der Prozessablaufzeiten,

Verbesserung der Qualität sowie

Erhöhung der Transparenz für Bewerber und

Führungskräfte verwirklicht.

Vorbereitete Fragen

Als geeignetes Instrument erschien uns die

Mitarbeiterauswahl durch ein strukturiertes

Interview. Mit vorbereiteten Fragen kann damit

eine gute Einschätzung erfolgen, ob die

Erwartungen der Bewerber zu unseren Möglichkeiten

passen und das Verhalten unserem

Anforderungsprofil entspricht.

Interview-Gruppen

Osr. Ernestine Probst /

Stat. Sr. Brigitta Erkinger

OSr. Irmgard Stessl /

Stat. Sr. Annemarie Dieber

OSr. Anna Maria Steßl /

Stat. Sr. Eva Maria Rosenberger

OSr. Josefine Gutmann /

Stat. Sr. Christine Reinegger

OSr. Lisbeth Magnes /

Leit. Op Sr. Dora Maria Ponsold

OSr. Eveline Brandstätter /

Leit. Anästhesie Sr. Gertrude

Winkelbauer

Die Interview-Gruppen des LKH-Univ.Klinikums Graz mit Pflegedirektor Hedy Eibel.

Aufbau einer professionellen

Interview-Gruppe

Gemeinsam mit der zentralen Stabsstelle

Personal & Organisationsentwicklung wurden

ein Anforderungsprofil und ein Interview-Fragebogen

entwickelt. Danach wurde

eine Gruppe von Oberschwestern und Stationsleitungen

geschult, die die Bewerberinterviews

in Zukunft führen werden. Die dadurch

verbesserten Fähigkeiten zur „Formulierung

von Anforderungen“, „Beobachtung

und Einschätzung von Menschen“ und zum

„Feedback geben und nehmen“ sind nicht

nur im Bewerbergespräch, sondern auch im

Führungsalltag sehr hilfreich.

Diese speziell ausgebildete Interviewgruppe

besteht derzeit aus 6 Paaren, die sich die

monatlichen Interviews aufteilen. Die Resonanz

dieser Interviewgruppe war sehr positiv,

insbesondere wurde die gute Gesprächsführung

hervorgehoben.

Plattform im Intranet

Ein weiterer Schritt war die Abwicklung der

Administration über ein elektronisches Datensystem.

Mit Unterstützung der EDV- und

Telekommunikationsabteilung des LKH-

Univ.Klinikums Graz und des Kompetenzzentrums

der Personaldirektion (CCP) wurde im

Intranet eine Plattform eingerichtet. Nach

dem Bewerbungsgespräch werden die erzielten

Beurteilungen zu einem Bewerber elektronisch

erfasst. Dadurch ist es den

Führungskräften möglich, nach Eingabe der

gewünschten Anforderungen eine Auswahl

der in Frage kommenden Bewerber zu erhalten.

Die Administration wird dadurch enorm

verkürzt, viele Telefonate und Postwege fallen

weg.

Die Kombination von strukturiertem Interview,

professionellen Interview-Gruppen und

elektronischer Unterstützung des gesamten

Auswahlprozesses machen das Bewerbungsmanagement

transparent und für die

Pflege-Führungskräfte des LKH-Univ.Klinikums

Graz sehr einfach zugänglich. ■

OSr. E. Brandstätter, OSr. M. Wilfling,

Mag. H. Dörfler und I. Prettenthaler

Das Unternehmensleitbild

der KAGes

und das Leitbild der

Pflege sind Teil unserer

täglichen Arbeit.

Wenn Sie es noch

nicht kennen, fragen

Sie bitte Ihre Vorgesetzten

danach.

Oder lesen Sie nach im

Internet, unter

www.kages.at, wo

Sie auf der Homepage

den Verweis auf Leitbilder

finden. ■

März 2006

Menschen helfen Menschen


PERSONALENTWICKLUNG 11

Mit rund 16.000 Mitarbeitern ist die

KAGes der größte steirische Arbeitgeber

und bietet vielseitige und attraktive

Aufgaben.

Jobbörse

Die aktuellen Stellenangebote gibt es auf

der Homepage der KAGes unter www.kages.at/jobboerse.

Sehr hilfreich für Bewerbungen

sind die Suchkriterien und die übersichtlich

gestaltete Ergebnisliste.

Jobbörse und

Bewerbermanagement

Umfassendes Online-Service der KAGes bringt

Erleichterungen für Job-Suchende

Bewerbermanagement

Einzigartig ist das neue Online-Service der

Personaldirektion/CCP für ein effektives und

effizientes Bewerbermanagement. Bewerber

können dadurch einfach und schnell ihre Bewerbungen

übermitteln und erhalten per E-

Mail eine Bewerbernummer und ein Passwort

zugeordnet. Diese Bewerbernummer

mit Passwort ermöglicht den Bewerbern eine

jederzeitige Bekanntgabe von Änderungen in

ihren Bewerberdaten, wie beispielsweise

von absolvierten Kursen. Die Daten stehen

auf einer leistungsfähigen SAP-HCM-Bewerber-Datenbank

inkl. aller elektronischen Bewerberdokumente

(Lebenslauf usw.) zur Verfügung:

Papierberge und Aktenschränke werden

somit in naher Zukunft der Vergangenheit

angehören.


Mehr dazu:

www.kages.at/jobboerse

www.kages.at/bmi

www.kages.at ➠ AKTUELLES

NESTOR 2005

KAGes-Teilnahme am Wettbewerb für ein

altersgerechtes Arbeitsumfeld

Dr. Hanns-Ulrich Schlögl,

Personaldirektion, bei der

Preisverleihung in Wien.

Das Bundesministerium für soziale

Sicherheit, Generationen

und Konsumentenschutz veranstaltete

im Jahr 2005 zum

zweiten Mal den Wettbewerb

„NESTOR“. Damit sollen das Bewusstsein

einer breiten Öffentlichkeit

und in den österreichischen

Unternehmen für die Thematik

der älteren Arbeitskräfte

gestärkt und konkrete Aktivitäten

initiiert werden. Für die Gewinner

dieses Wettbewerbes gibt es in

mehreren Kategorien eine Skulptur,

den „NESTOR 2005“.

Erstmalig hat auch die KAGes in

der Kategorie öffentlich-rechtliche

Unternehmen teilgenommen

und ihre altersgerechten Aktivitäten

im Interesse älterer Mitarbeiter

dokumentiert. ■

Mehr dazu:

www.nestor.at

„Der kleine Prinz“ und

Stefan Zweig

Theatertage in der Grazer

Raiffeisenlandesbank

Faszinierende Abende versprechen

die Theatertage in der

Raiffeisenlandesbank am Grazer

Tummelplatz.

Infos unter: 0316 / 80 36 20 05

Voraussichtliche Termine:

• „Brief einer Unbekannten“ und

„Schachnovelle“ (Stefan

Zweig)

Donnerstag, 27. April 2006,

19.00 Uhr

• und Freitag, 28. April 2006,

19.00 Uhr

„Der kleine Prinz“ – ein Klassiker

auf der Bühne.

• „Der kleine Prinz“ (Antoine de

St.-Exupéry)

Samstag, 29. April

2006, 20.00 Uhr ■

Menschen helfen Menschen

März 2006


12

PERSONALENTWICKLUNG

Onkologische Pflege

Erfolgreicher Abschluss einer Weiterbildung

Die Pflege onkologischer Patienten stellt

eine besondere Herausforderung für Pflegende

dar. Neben dem spezifischen fachlichen

Grundwissen brauchen sie soziale Kompetenz,

die Fähigkeit zur Empathie, das Sichhineinfühlen

in den anderen, Zuhörenkönnen

und manchmal auch die Kraft zu schweigen.

Sie sind ständig mit Grenzfragen und Sinnfragen

des Lebens konfrontiert.

Damit die Pflegenden all diesen Aufgaben

und Herausforderungen gewachsen sind,

wurde von der KAGes eine Weiterbildungsveranstaltung

angeboten.

Umfangreiche Lehrinhalte

Am 16. Dezember 2005 war es so weit: Elf

Pflegepersonen aus der Steiermark, dem

Burgenland und Salzburg erhielten nach 300

Stunden Theorie und 300 Stunden

Praxis ihre Zeugnisse überreicht. Die

umfangreichen Lehrinhalte – von der

Philosophie der onkologischen Krankenpflege

bis zu beruflichen Aspekten

– verteilten sich auf vier jeweils

zweiwöchige Theorieblöcke. Motivierte

und engagierte Vortragende

gaben ihr theoretisches und praktisches

Wissen an die Ausbildungsteilnehmer

weiter. Das Praktikum wurde in der theoriefreien

Zeit eigenverantwortlich in Absprache

mit der Stationsleitung organisiert. Dabei

waren die Bereiche Onkologie (Pädiatrie

oder Erwachsene), Hämatologie / KTM,

Strahlentherapie, Blutbank und Chirurgische

Ambulanz inkl. Schmerzambulanz verpflichtend

zu absolvieren.

Die erfolgreichen Teilnehmer der ersten Weiterbildung

für onkologische Pflege.

Als Wahlpraktikum konnten sich die Teilnehmer

für die Palliativeinrichtung, für Hospiz,

die Hauskrankenpflege oder die onkologische

Rehabilitation entscheiden. ■

Dir. DGKS Franziska Köck,

Sonderausbildung für Intensiv- und

Anästhesiepflege sowie Pflege bei

Nierenersatztherapie

Teamtraining für das

Anästhesie-Pflegeteam

Fortbildungs-Workshop förderte Interdisziplinarität

Motivation und Begeisterung: Das engagierte

Anästhesie-Pflegeteam beim Fortbildungs-

Workshop im Rahmen der Mitarbeiterakademie des

LKH-Univ.Klinikum Graz-Betriebsrat.

Unter der professionellen Führung von Mag.

B. Freidorfer stand Anfang Februar im Hotel

Novapark für die Anästhesie-DGKS/P/Zentral

der Univ.Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin

ein Fortbildungs-Workshop am

Programm. Inhalte waren Teamtraining, Teamreflexion,

Motivation und Begeisterung“.

Hoch spezialisiert

Das Anästhesie-Pflegeteam versorgt 5

Univ.Kliniken und 3 Klinische Abteilungen,

5 Aufwachbereiche mit 16 Bettenstellplätzen

sowie die Präoperative und

Schmerzambulanz. Der Anteil an hochbetagten,

intensivpflege- und betreuungsbedürftigen

Patienten ist kontinuierlich steigend,

Anästhesien bei Operationen selbst

bei Früh- und Neugeborenen zählen ebenso

zum Versorgungsalltag. Dieses hochspezialisierte

Arbeitsumfeld erfordert eine hohe

Fähigkeit in interdiziplinären Teams zu arbeiten.

Es ist für jeden Einzelnen im Team eine

große Herausforderung sich einzubringen,

sich zu behaupten.

In diesem Workshop erlebten wir in vielen

unterschiedlichen „Spielsituationen“, welche

Rahmenbedingungen notwendig sind,

damit eine Gruppe von unterschiedlichen

Persönlichkeiten (unterschiedlicher Qualifikationsgrade)

sich zu einem leistungsfähigen

Team entwickeln kann.


Lt.Anä-DGKS G.Winkelbauer,

LKH-Univ.Klinikum Graz

Immer aktuell: www.gsund.net

Die G’sund-Redaktion der KAGes präsentiert auf der Plattform von www.gsund.net laufend

Neues und Termine rund um Gesundheit, Soziales und Forschung mit dem Schwerpunkt

Steiermark. Eine einfache und sehr übersichtliche Struktur erleichtert die Kommunikation

über den aktuellen Stand, die Entwicklungen und Forschungsergebnisse des Gesundheits-

und Spitalsbereichs, zu der auch Partner, Organisationen und Firmen eingeladen sind.

Die aktuelle Online-Ausgabe der Zeitschrift G’sund, Specials wie beispielsweise Porträts

oder Highlights der Architektur runden das Informationsangebot ab.


Mehr dazu: www.gsund.net

März 2006

Menschen helfen Menschen


PERSONALENTWICKLUNG 13

Check-in in Bruck a.d. Mur

Erfolgreiche Neugestaltung der Mitarbeitereinführung

Um alle neuen Mitarbeiter schneller und

umfangreich in das LKH Bruck einzuführen,

hat ein QM-Zirkel sich mit der Neugestaltung

der allgemeinen Mitarbeitereinführung

befasst. Das von QB DGKS Katalin

Oberrainer und Mag. Gunther Weihs geführte

Projektteam mit Mitarbeitern von allen

Arbeitsbereichen erarbeitete ein neues

Konzept.

Prozessgestaltung mit ADONIS

Mit der ADONIS-Prozessdokumentation

wurden zwei Prozessabläufe gestaltet, um

– je nach Dienstantritt – die Einführung

neuer Mitarbeiter sinnvoll geregelt durchzuführen.

Der Prozess sieht derzeit folgende

Schritte vor:

• Einfinden im Personalwohnhaus

• Begrüßung durch ein Mitglied der Anstaltsleitung

• Präsentationen:

- Betriebsorganisation / Qualitätsmanagement

- Krankenhaushygiene

- Umweltmanagement / Abfallwirtschaft

- Brandschutz / Katastrophenplan

• Einführungsmappe erhalten

• Personaleinstellungstätigkeiten

durchführen

- Personalbüro

- Schlüssel erhalten

- Parkkarte erhalten

- Dienstkleidung übernehmen

- EDV-Netzzugang einrichten mit Foto-Erstellung

• Feedbackbogen ausfüllen

• Neuen Arbeitsbereich aufsuchen und

von jeweiligen Bereichsverantwortlichen

in den Arbeitsbereich eingeführt

werden

Das erfolgreiche QM-Zirkelteam des LKH

Bruck a.d. Mur.

Erfolgreiche Zwischenbilanz

Seit 1. Mai 2005 läuft nun die neugestaltete

Mitarbeitereinführung. Die Zwischenbilanz

fiel sehr positiv aus. Eine Teilnahme von nahezu

100 % der eingeladenen neuen Mitarbeiter

wurde erreicht. Aus Gesprächen mit

den neuen Mitarbeitern und aus den Feedbackbogen

geht hervor, dass die neue Form

der Mitarbeitereinführung sehr positiv beurteilt

wurde. Geschätzt wird der informative

Charakter und geregelte Ablauf der Mitarbeitereinführung.


Mag. Gunther Weihs, Mitglied der QMK,

Stabsstelle Controlling

Guideline für G’sund-Beiträge

Diese Guideline bietet einen Überblick über die Art der Textgestaltung,

Fotoqualität und -überlieferung für G’sund-Beiträge.

Beispiele dienen der zusätzlichen Orientierung. ■

Mehr dazu:

www.gsund.net ➟ G’sund online ➟ Guideline G’sund Beiträge

Menschen helfen Menschen

März 2006


14

PERSONALENTWICKLUNG

Management bei peripartaler Blutung

Interdisziplinäre Fortbildung der Grazer Univ.Klinik für Anästhesiologie

Groß war das Interesse der zahlreichen

Teilnehmer vieler Berufsgruppen aus

den Bereichen Anästhesie, Operationssaal,

Station und Ambulanz bei der interdisziplinären

Fortbildung zum Thema „Management

bei peripartaler Blutung“. Erstmals hatte

die Leitende Anästhesie-DGKS Irmgard

Landenhammer von der Univ.Klinik für

Anästhesiologie und Intensivmedizin zu einer

derartigen Veranstaltung in den Hörsaal der

Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

eingeladen.

Durch die Nachmittagsveranstaltung moderierte

Univ.-Prof. Dr. Uwe Lang, der Vorstand

der Univ.Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schöll berichtete

über die Ursachen, die Physiologie und

den chirurgischen Ansatz bei peripartalen

Blutungen. Er machte darauf aufmerksam,

dass eine oft sehr hohe, idealisierte und romantische

Vorstellung von der Geburt beim

Auftreten von peripartalen Blutungen zu einer

hohen emotionellen Beteiligung bei allen

Betroffenen führen kann. Hebamme Elisabeth

Bogensperger erörterte die Aufgaben

und Maßnahmen im Kreißsaal und gab die

Eine internationale Jury

prämierte ein „steirisches“

Leonardo-da-Vinci-

Mobilitätsprojekt, das sich

mit den Strukturen und der

Umsetzung der rehabilitativen

Pflege zur Wiedereingliederung

nach Krankheit oder

Behinderung in das berufliche

und soziale Leben auseinander

setzt. Sechs Schülerinnen

und Schüler der allgemeinen

Gesundheits- und Krankenpflege

und eine Schülerin der

Kinder- und Jugendlichenpflege

verbrachten ihr Praktikum in diversen

Rehabilitationszentren und Krankenanstalten

Europas. Gleichzeitig wurde an österreichischen

Modellprojekten die Umsetzung der

Rehabilitation von älteren Menschen in Erfahrung

gebracht. Die Projektergebnisse

wurden bei einer Präsentationsveranstaltung

an über 100 interessierte Gäste aus dem Inund

Ausland weitergegeben.

Zum zweiten Mal ausgezeichnet

Die Schule für allgemeine Gesundheits- und

Krankenpflege und Kinder- und Jugendlichenpflege

des Landes Steiermark am Univ.

Erwartungen an

das interdisziplinäre

Team weiter.

Anästhesist

OA. Dr. Günther

Müller referierte

über das Anästhesiemanagement

und vermittelte

einen Einblick

in die Komplexität

der Gerinnung

und der Gerinnungsfaktoren.

Die Anästhesie-

DGKP Michael

Weldi und Rudolf

Janz erläuterten anhand eines Fallbeispieles

die Reanimationssituation und die damit verbundenen

Aufgaben der Pflege. Im Verlauf

der sehr regen Diskussion lobte Univ.-Prof.

Dr. Helfried Metzler, Vorstand der Univ. Klinik

für Anästhesiologie und Intensivmedizin,

das interdisziplinäre Zusammenwirken.

Durch das bessere Kennenlernen der Berufsgruppen

wird auch mehr Verständnis füreinander

entwickelt. Dazu wurden bei dieser

Veranstaltung auch einige Anregungen eingebracht,

an deren Umsetzung bereits gearbeitet

wird.


Leitende Anästhesie-DGKS Irmgard

Landenhammer, Univ. Klinik für

Anästhesiologie und Intensivmedizin,

LKH-Univ.Klinikum Graz

Auszeichnung für Rehabilitationsprojekt

Internationale Jury prämierte die Arbeit steirischer Schülerinnen und Schüler

Bei der Preisverleihung am 2. Dezember 2005 im Siemens-Zentrum Wien,

von links: Mag. Peter Kreiml, Mag. Ernst Gesslbauer, Helmuth

Reichmann, Rosemarie Langbauer, Direktorin Annemarie Trummer,

Stefanie Kubik und Sektionschef Dr. Theo Siegl.

Von links: Anästhesie DGKP Michael Weldi, Leitende Anästhesie DGKS

Irmgard Landenhammer, Anästhesie DKKP Rudolf Janz.

Klinikum LKH Graz erhielt bereits

zum zweiten Mal für erfolgreiche

Leonardo-da-Vinci-Mobilitätsprojekte

eine Auszeichnung. Erstmalig

gab es 2003 für das Projekt „Ergonomie“

eine Auszeichnung in drei

Kategorien. Mit der nunmehr verliehenen

zweiten Auszeichnung

2005 für das Projekt „Rehabilitation“

ist eine europaweit einzigartige

Situation eingetreten.

Anerkennung gebührt all den engagierten

Schülerinnen und Schülern,

aber auch der mit der gesamten

Projektleitung betrauten Frau Rosemarie

Langbauer, Lehrerin für Gesundheits-

und Krankenpflege.


Direktor Annemarie Trummer, Schule für

allgemeine Gesundheits- und

Krankenpflege und Kinder- und

Jugendlichenpflege des Landes Steiermark

März 2006

Menschen helfen Menschen


PERSONALENTWICKLUNG 15

Optimaler Kinderschutz im Auto

Kindersitz-Verleih an allen steirischen ÖAMTC-Stützpunkten

Wer mit keiner oder einer

falschen Kindersicherung angehalten

wird, macht sich strafbar.

Der Strafrahmen reicht bis zu

€ 2.180 und einer Vormerkung.

Der alltägliche Schlendrian und Bequemlichkeit

führen dazu, dass Kinder nicht

ordnungsgemäß angeschnallt werden. Seit

1. Dezember 2005 bietet der ÖAMTC Steiermark

an allen Stützpunkten exklusiv für seine

Mitglieder ein ganz neues Service an – den

tageweisen Kindersitzverleih.

Warum tun wir das?

Die aktuellen Statistiken hinsichtlich des Führerschein-Vormerksystems

sprechen eine

deutliche Sprache. Das am häufigsten begangene

Delikt betrifft die mangelnde oder fehlende

Kindersicherung im Auto. Vielfach wird

gesagt, dass man „eh nur eine kurze Strecke“

oder „nicht mit dem eigenen Auto“ unterwegs

Mangelnde oder fehlende Kindersicherung im Auto ist das am häufigsten begangene Delikt.

sei – der Gesetzgeber macht hier aber keinen

Unterschied. Denken Sie aber vor allem an

die Sicherheit der Kinder und schützen Sie

Kinder bei jeder Fahrt mit dem Auto.

Der Kindersitzverleih:

Sie fahren auf Urlaub und brauchen einen passenden

Kindersitz? Oma oder Opa schauen ein

paar Tage auf die Enkel und machen dabei

natürlich auch Ausflüge? Sie haben ein Zweitauto

und brauchen für dieses nur ab und zu einen

Kindersitz? Dann kommen Sie einfach mit dem

entsprechenden Auto und dem Kind zu uns.

Anzeige

Zum einen beraten wir Sie kompetent, welcher

Sitz der passende ist. Wir helfen Ihnen

beim fachgerechten Einbau in Ihr Auto. Sie

sagen uns einfach, wie lange Sie den Sitz

brauchen. Pro Tag kostet der ÖAMTC-Kindersitz

exklusiv für Mitglieder nur € 2,–.

Damit schützen Sie Ihre Kinder durch geprüfte

ÖAMTC-Kindersitze und Sie können einer

Anhaltung durch die Behörden ruhig entgegensehen.

Erhältlich sind die Kindersitze an

allen steirischen ÖAMTC-Stützpunkten. ■

Rückfragen an den ÖAMTC unter 0316/504-0

Porsche

Graz-Liebenau

8041 Graz-Liebenau,

Ferdinand-Porsche-Platz 1

Telefon 0316 / 46 80-0

www.porschegrazliebenau.at

Audi-Markenleitung:

Tel. 0316/4680-139

e-Mail:

gerhard.strauss@porsche.co.at

Menschen helfen Menschen

März 2006


16

PERSONALENTWICKLUNG

Gewalt im Spital?

Auch im Gesundheitswesen ist eine wachsende Gewaltbereitschaft spürbar

Über die zunehmende verbale und körperliche Gewalt

im Alltag unserer Schulen, gegenüber Mitschülern

und Lehrern, hört und liest man gelegentlich. Vor allem

dann, wenn damit eine blutige Gewalttat verbunden

ist. Gegen eine andere Form von Gewalt, „harmful traditional

practices“, wendet sich die Initiative von

sechs österreichischen Bundesministerien. Dazu

Schritt für Schritt dagegen auftreten

Fragebogen über Gewalt gegen Pflegende als Grundlage für Maßnahmen

Gewalt gegen Pflegende in Krankenhäusern

ist, wie unsere Erfahrungen und auch

internationale Studien zeigen, keine neue Erscheinung.

Neu und beunruhigend ist jedoch

die zunehmende Häufigkeit von Gewaltereignissen,

nicht nur in speziellen Risikobereichen

wie Psychiatrie und Geriatrie, sondern auch in

allgemeinmedizinischen Einrichtungen.

Die Aktualität und Relevanz dieser Thematik

wurde im Rahmen des Pflegeforums diskutiert

und gemeinsam der Entschluss gefasst, in einem

ersten Schritt Daten zur IST-Situation in

Diese Situation ist aus keinem Drehbuch

zu einem Fernsehfilm entnommen. Es

handelt sich um eine wahre Begebenheit, die

leider in dieser oder ähnlicher Form immer

wieder in unseren Spitälern vorkommt.

Untersuchung 2003

Eine Untersuchung aus dem Jahr

2003 zeigt, dass fast 25 Prozent aller

Gewalttaten am Arbeitsplatz allein

auf das Gesundheitswesen entfallen.

Die Gewalttaten reichen von Beschimpfungen,

über Kratzen, Beißen,

Schlagen und an den Haaren reißen

bis zu schweren körperlichen Verletzungen.

Mehr als 50 Prozent des medizinischen

Personals hat solche Aggressionen

bereits erlebt.

Schock für Mitarbeiter

Auch erfahrene Mitarbeiter empfinden solche

Situationen als sehr schockierend. Eine

normale Reaktion kann ein vorübergehender

psychischer Ausnahmezustand sein mit intensiven

Gefühlen wie Angst, Hilflosigkeit

und Handlungsunfähigkeit, Wirklichkeitsverlust

(man erlebt die Situation wie „im Film“

oder „im Traum“; man handelt „automatisch

wie eine Maschine“), emotionale Leere oder

heftige Gefühlsausbrüche.

Auch nach Beendigung einer gewalttätigen Situation

kann diese weiter wirken. Der Betroffene

muss das durch den Übergriff erschütterte

seelische Gleichgewicht wiedergewinnen

und in ein „normales Leben“ zurückfinden.

unseren Anstalten zu erheben und dann in einem

zweiten Schritt konkrete und auf den Bedarf

und die Bedürfnisse der Pflegenden abgestimmte

Interventionen (Fortbildungen, Strukturveränderungen)

zu planen und umzusetzen.

In Zusammenarbeit mit DiplomandInnen der FH

Kärnten, unter der Leitung von Herrn Prof. Dr.

Frick, wurde ein Fragebogen zum Thema Gewalt

gegen Pflegende entwickelt, der Aufschluss

geben soll über Ausmaß und Häufigkeit

von Gewaltereignissen gegenüber Pflegenden,

unter Einbeziehung von Erleben und Verarbeiten

solcher Ereignisse seitens der Betroffenen.

Dieser Fragebogen wurde an rund 900 MitarbeiterInnen

der Stmk. KAGes, ausgewählt

durch ein standardisiertes Auswahlverfahren,

übermittelt. Nach Vorliegen der Ergebnisse

werden aufgrund valider Prävalenzdaten gemeinsam

mit Experten konkrete Maßnahmen

erarbeitet, um so einen Beitrag zur Steigerung

der Sicherheit, Berufszufriedenheit und Lebensqualität

unserer MitarbeiterInnen zu leisten. ■

Mag. Brigitte Walzl, Abteilung Pflege

„… und plötzlich wird der Patient aggressiv!“

Mitarbeiter müssen mit schwierigen und gefährlichen Situationen umgehen lernen

Fotos: Ambulanzteam Graz West

zählen Zwangsheirat, Genitalverstümmelung, Frauenhandel

und Prostitution, Verbrechen im Namen der

Ehre oder aus Aberglauben und Steinigung. Vieles davon

kommt leider auch in Österreich vor.

Verbale und körperliche Gewalt bekommen auch

die Mitarbeiter in Spitälern zu spüren. Große Sorge

bereitet die zunehmende Bereitschaft dafür.

Die Gewalttaten am Arbeitsplatz Spital reichen von Beschimpfungen über

Kratzen, Beißen, Schlagen und an den Haaren reißen bis zu schweren

körperlichen Verletzungen (nachgestellte Fotos).

Vom Berufsrisiko zur Hilfe im

Umgang mit Patientenübergriffen

Leider werden Aggressionen von Patienten

und Übergriffe oft bagatellisiert oder als Berufsrisiko

abgetan. Die Betroffenen dürfen

aber nicht alleine gelassen werden und sollen

solche Vorfälle auf jeden Fall melden. Offen

über Gewalt im beruflichen

Spitalsalltag zu sprechen ist

notwendig, um damit fertig

zu werden. Wir müssen hinsehen

und die auslösenden

Faktoren erkennen, die Vorkommnisse

korrekt dokumentieren

und gemeinsam innerbetriebliche

Regeln für einen

professionellen Umgang mit

Gewalt entwickeln.

Die Autorin dieses Beitrages,

Betriebsratsvorsitzende

DGKS Elisabeth Irgolic, LKH Graz West, freut

sich auf Ihre Anregungen, Ideen und auf eine

Diskussion mit Ihnen.


elisabeth.irgolic@lkh-grazwest.at

März 2006

Menschen helfen Menschen


Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Projektbericht 2005 des LKH Leoben über Audit Familie & Beruf

Auf gemeinsame Initiative

der Anstaltsleitung, der

KAGes-Personaldirektion und

des Betriebsrates sind wir dabei,

die Grundlage einer familienbewussten

Personalpolitik

im LKH Leoben-Eisenerz zu

schaffen.

Pflegedirektorin

Sylvia Noé, LKH

Leoben-Eisenerz

Menschliche

Werte wichtig

Engagiert unterstützen wir daher das vom

Bundesministerium für soziale Sicherheit,

Generationen und Konsumentenschutz geförderte

Projekt „Audit Familie & Beruf“

gemäß unserem Leitbild „Menschen helfen

Menschen“. Damit finden nicht nur ökonomische,

sondern auch menschliche Werte

als Mess- und Leistungsgröße in unserer

Unternehmensbewertung Platz. Unser Ziel

ist es, vorhandene familienfreundliche

Maßnahmen zu lokalisieren, diese zu bewerten

und weitere Maßnahmen

daraus abzuleiten.

Aktionsplan des

Projektteams

Die vom Projektteam in einem sehr

konstruktiven Klima erarbeiteten

Maßnahmen wurden der Anstaltsleitung

und der KAGes-Personaldirektion

vorgelegt. Die bestehenden

familienfreundlichen Maßnahmen,

die Sozialleistungen der KAGes, reichen von

Beihilfen, Vorschüssen und einmaligen Geldaushilfen

bis zu Sonderurlauben, Personalwohnungen

und einzelnen hausspezifischen

Leistungen. Beachtlich sind auch die Leistungen

des Betriebsrates, die von Zuschüssen

für Fortbildungen und Geschenken zu verschiedenen

Anlässen bis zu Einkaufsgutscheinen

reichen. Als Ergebnis wurden beispielsweise

Maßnahmen in der teamorientierten

Kommunikation und Planung, der

PERSONALENTWICKLUNG 17

Dienstplan- und Urlaubsgestaltung oder einer

Plattform/Initiative für die Mitarbeitergruppe

50+ vorgesehen.

Es ist der Anstaltsleitung bewusst, dass zufriedene

und hoch motivierte Mitarbeiter zur

Zufriedenheit der Patienten wesentlich beitragen.

Es ist deshalb Anliegen und Verpflichtung,

optimale Voraussetzungen für die

Mitarbeiter zu schaffen und die Führungskräfte

in ihrem Bestreben nach einem angenehmen

Arbeitsumfeld zu unterstützen.

Die Schwierigkeit, geeignete Mitarbeiter

mit hoher sozialer Kompetenz zu finden und

diese auch langfristig an das LKH Leoben zu

binden, ist bewusst. Mit der Vereinbarkeit

von Familie und Beruf möchte sich das LKH

Leoben-Eisenerz als attraktiver Arbeitgeber

am Arbeitsmarkt empfehlen und dadurch

auch junge Menschen für den Pflegeberuf

begeistern.


sylvia.noe@lkh-leoben.at

Erfolg für Ärzte

Seminare, Coaching, Training und Consulting

HPA COACHING

LTD ist eine moderne

Unternehmensberatung

für

Mediziner. Individuell

auf die einzelnen

Bedürfnisse

zugeschnittene Lösungen

und

Dienstleistungen

führen mit vergleichsweise

geringen

Investitionen zu

spürbaren Auswirkungen

auf den geschäftlichen

Erfolg.

HPA-COACHING

LTD-Europe-Geschäftsführer

Roland

Friedl betreut neben

Geschäftsführer Roland

Friedl.

dem Hauptsitz in London auch

die deutschsprachige Niederlassung

in Graz. Er entwickelt nicht

nur individuelle und erfolgsorientierte

Konzepte, sondern begleitet

seine Kunden

auf dem gesamten

Weg. Dabei hilft

„The Health Professional

Academy“

mit Trainingsmodulen,

Consultingund

Coaching-Einheiten

für Mediziner,

Seminaren und

individuellen Einzelsitzungen.


Kontakt:

Roland Friedl

HPA-COACHING

LTD.

The Health

Professional

Academy

Am Leonhardbach 10b,

8010 Graz

Tel.+Fax: 0316/82 14 06

office@hpa-coaching.com

www.hpa-coaching.com

Menschen helfen Menschen

März 2006


18

PERSONALENTWICKLUNG

IN ALLER KÜRZE

Mitarbeiterehrung im

LKH Bad Radkersburg

Anlässlich der Dienstjubiläen

und Verabschiedung von Mitarbeitern

des Landeskrankenhauses

Bad Radkersburg im

Jahre 2005 fand eine gemeinsame

Feierstunde statt. Vorstandsdirektor

Dipl.-Ing. Christian

Kehrer und Prim. Dr.

Bernd Zirm würdigten die Leistungen

und das Wirken der

Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz,

wobei das Motto „Menschen

helfen Menschen“ hervorgehoben

wurde.

Als Dankeschön gab es einen Blumenstrauß

und einen Geschenksgutschein.

Interessante Gespräche und einen Erfahrungsaustausch

gab es danach beim kleinen

Neue Führungskräfte

Prim. Univ.-Prof. Dr.

Gerald Brandstätter,

der Leiter der Abteilung

Med 2 des

LKH Graz West, wurde

mit Wirkung vom

1. Jänner 2006 interimistisch

auch mit der

Leitung der Abteilung Med 1 des LKH Graz

West betraut.


OA Dr. Robert

Schmied, interimistischer

Leiter des Institutes

für Anästhesiologie

und Intensivmedizin

am Landeskrankenhaus

Weiz, wurde

mit Wirkung vom 1.

Jänner 2006 zum Primararzt des Institutes

für Anästhesiologie und Intensivmedizin am

Landeskrankenhaus Weiz bestellt. ■

Wera Spiegel-

Senghas wurde mit

Wirkung vom 1. März

2006 zur Verwaltungsdirektorin

am Landeskrankenhaus

Rottenmann

bestellt. ■

Ehrung verdienter Mitarbeiter im LKH Radkersburg. Zur

Erinnerung Gruppenbild mit den Führungskräften.

Galadinner, für das die LKH-Küche verantwortlich

zeichnete.


Betriebsratsvorsitzende Anna Mir,

LKH Bad Radkersburg

Auszeichnungen,

Anerkennungen und Preise

Seit November 2005

ist Univ.-Prof. Dr. Edgar

Petru vom Department

für konservative

gynäkologische

Onkologie der Universitätsklinik

für Geburtshilfe

und Gynäkologie

als österreichischer Vertreter in der Arbeitsgemeinschaft

für Gynäkologische Onkologie

in der internationalen Gynecological

Cancer Inter-Group (GCIG) tätig. ■

Dr. Albert Wölfler,

Medizinische Universitätsklinik,

Klin. Abteilung

für Hämatologie,

wurde der „Paracelsus-Preis

2005“ der

Österreichischen Gesellschaft

für Innere

Medizin (ÖGIM) für die Arbeit „A functional

single-nucleotide polymorphism of the G-CSF

receptor gene predisposes individuals to

high-risk myelodysplastic syndrome“ (Wölfler

A, et al. Blood 2005;105:3731-6) zugesprochen.


Univ.-Prof. Dr. Franz Josef Seibert, Univ.-

Klinik für Unfallchirurgie, wurde zum Vice-

President des österreichischen Chapters der

AOAA (Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthese

Alumni Association) gewählt. ■

Univ.-Prof. Dr. Selman

Uranüs, Universitätsklinik

für Chirurgie,

wurde zum Council

Member der International

Association

for the Surgery of

Trauma and Surgreal

Intensive Care (IATSIC) ernannt. Prof. Uranüs

vertritt in dieser Funktion Europa. ■

Univ.Prof.Dr. Sigurd

Lax, Leiter des Institutes

für Pathologie am

LKH Graz West, wurde

Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft

Gynäko- und Mammapathologie

der Deutschen

Gesellschaft für Pathologie und überdies

Vorstandsmitglied (member-at-large)

der International Society of Gynecological

Pathologists.


Neuer Präsident der Gesellschaft

für Kinder- und Jugendheilkunde

Mit Dr. Wilhelm

Kaulfersch, dem Leiter

der Abteilung für

Kinder- und Jugendheilkunde

am LKH Klagenfurt,

wird ein gebürtiger

Feldbacher

für drei Jahre Präsident

der Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde.

Nach dem Studium der Medizin in Graz und

seinem Aufenthalt in den USA war Dr. Kaulfersch

einige Jahre erfolgreich an der Grazer

Univ.Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde

tätig. Seit 1993 leitet er die Abteilung für

Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Klagenfurt.


Grazer wurde Direktor des

Innsbrucker Departments Kinderund

Jugendheilkunde

Der Grazer Univ.-Prof. Dr. Jörg-Ingolf Stein

hat nach vielen Jahren erfolgreicher Tätigkeit

an der Grazer Univ.Klinik für Kinder- und

Jugendheilkunde eine spannende Aufgabe in

Innsbruck übernommen. Die Tiroler Landes-

März 2006

Menschen helfen Menschen


PERSONALENTWICKLUNG 19

krankenanstalten

GmbH (TILAK) und die

Medizinische Universität

Innsbruck haben

gemeinsam eine neue

Struktur für den Bereich

der Kinder- und

Jugendheilkunde des

LKH Innsbruck-Univ.Kliniken geschaffen.

Univ.-Prof. Dr. Stein wird hier als geschäftsführender

Direktor das Department für Kinder-

und Jugendheilkunde führen. ■

MUG-Vizerektorin Herlitschka

wird FFG-Bereichsleiterin

Die Vizerektorin der

Medizinischen Universität

Graz (MUG) für

Forschungsmanagement

und Internationale

Kooperationen,

Dipl.-Ing. Dr. Sabine

Herlitschka, übernimmt

ab März d.J. die Bereichsleitung für

Europäische und Internationale Programme

der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Mit großem Engagement hatte Dr. Herlitschka

einen wichtigen Rektoratsbereich aufgebaut.

Schwerpunkte dabei waren die Unterstützung

der Forscher in den Bereichen Forschungsförderungsprogramme,

Maßnahmen der Technologieverwertung

und Industriekooperationen. ■

Foto: Tilak

Zentrale Krankenhauswäscherei

gewinnt Wette

In einem Gespräch über Wäschereitechnik

erzählte mir Vorstandsdirektor DI Christian

Kehrer, dass er nicht glaubt, dass unsere

vollautomatische Mangelstraße tatsächlich

1.200 Leintücher pro Stunde bügelt und faltet.

Meine Antwort war eine Wette, dass wir

Vorstandsdirektor DI Christian Kehrer mit der

„siegreichen Mannschaft“ der ZKWG.

in der Zentralen Krankenhauswäscherei Graz

1.400 Leintücher pro Stunde schaffen. Wir

haben die Wette gewonnen. Die erfolgreiche

Mannschaft wurde dafür zu einem Essen in

eine Buschenschank eingeladen.

Ing. Harald Molli, ZKWG

Personalisten-Workshop 2006

Die engagierten Personalisten und KeyUser

tragen sehr stark zur Zufriedenheit der

Mitarbeiter bei.

Dieser bereits zum neunten Mal von der Personaldirektion

Mitte Februar 2006 veranstaltete

Workshop ist eine Plattform von Experten

für Experten. Die Teilnehmer können dabei

ihr Know-how und ihre Erfahrungen im

Personal- und Dienstplanbereich austauschen

und profitieren von speziellen Weiterbildungsangeboten.

Diese unterstützen die

tägliche Arbeit und erleichtern den Umgang

mit Personal-EDV-Programmen (SAP-HCM-

System STIPAS und GraphDi) und den dienstrechtlichen

Richtlinien. Im Workshop wechseln

informative Vortragsphasen mit Erfahrungsaustauschphasen

in Kleingruppen. Dies

fördert die Kommunikation und stärkt die

Community der Personalisten und GraphDi-

KeyUser in den LKHs.


Ing. Franz Kokoth, Personaldirektion/CCP

Die Personalabteilung der

Personaldirektion bleibt weiblich

Mag. Gertraud

Stadler.

Dr. Christina

Grünauer-

Leisenberger.

Engagiert, umsichtig und effizient, aber auch

humorvoll hat Mag. Gertraud Stadler viele

Jahre die Personalabteilung in der Personaldirektion

/ Zentraldirektion geleitet und die

Funktion der Stellvertreterin des Personaldirektors

ausgeübt. Anlässlich ihres in nächster

Zeit bevorstehenden Übertrittes in einen

sicherlich „unruhigen“ Ruhestand wurde Dr.

Christina Grünauer-Leisenberger zu ihrer

Nachfolgerin als Abteilungsleiterin bestellt.

Frau Dr. Grünauer-Leisenberger hat in der

Rechtsabteilung und auch in der Personalabteilung

der Personaldirektion bereits umfangreiche

Erfahrungen sammeln können

und auch eine Ausbildung als Mediator erfolgreich

abgeschlossen.


Prim. Pessenbacher, Chef der

steirischen Notfallmedizin

Mit Prim. Dr. Klaus

Pessenbacher, LKH

Mürzzuschlag-Mariazell,

hat die steirische

Koordinationsstelle für

Notfall- und Katastrophenmedizin

einen

neuen ehrenamtlichen

Prim. Dr. Klaus

Leiter erhalten. Damit Pessenbacher.

steht ein Vollprofi an

der Spitze des steirischen Notarztwesens. ■

Info-Abend „Darmkrebs“ im LKH

Graz West

Am 14. März 2006 nützten mehr als 200 Gäste

die Gelegenheit, sich im Rahmen des Info-

Abends zum Thema Darmkrebs ausführlichst informieren

zu lassen. Diese Veranstaltung stellte

als Initiative der Österreichischen Krebshilfe

Von links: Gf C. Scherer, Univ.-Prof. G.

Brandstätter, C. Petru, und Univ.-Prof. A.

Beham.

Steiermark in Kooperation mit dem LKH Graz

West die Wichtigkeit der Vorsorge und Früherkennung

von Darmkrebs in den Vordergrund.

Nach den Vorträgen des lehrreichen Abends

im LKH Graz West konnten in der anschließenden

Podiumsdiskussion individuelle

Fragen beantwortet werden. ■

Mag. (FH) Elisabeth Url, LKH Graz West

Menschen helfen Menschen

März 2006


20

GESUNDHEIT & FORSCHUNG

Neues Rheumazentrum im

LKH Mürzzuschlag (3 * )

Bei Erkrankungen sind frühzeitige

Diagnose und Therapie wichtig

* Siehe Beiträge 1 und 2 in den letzten Gsund-Ausgaben

Für die richtige Diagnose müssen die Patienten genau untersucht werden, wie hier gezeigt körperlich und mittels bildgebendem Verfahren.

Rheumatologische Diagnostikstraße

– interdisziplinär

- genaue Befragung nach Krankheitszeichen

(Anamnese)

- körperliche Untersuchung

- Blut- und Harn-Analyse:

- Basis-Labordiagnostik

- erweiterte Labordiagnostik (Immunlabor,

Infektionskrankheiten etc.)

- bildgebende Verfahren

- Ultraschall

- Röntgen

- MR

- CT

- Szintigraphie

-Thermographie

- fachärztliche Untersuchungen

- internistische

- neurologische

- orthopädische

- augenärztliche

- hautärztliche

- urologische

- frauenärztliche

- hals-nasen-ohrenärztliche

Unter den Oberbegriff „Rheuma“ fallen

cirka 450 einzelne, teils ähnliche und

teils völlig unterschiedliche Erkrankungen.

Diese rheumatischen Erkrankungen betreffen

vor allem den Bewegungsapparat. Es

können aber fast alle Organe im Körper bei

einer entzündlichen rheumatischen Erkrankung

beteiligt sein.

Diagnostik

Problematisch ist, dass die Diagnose v. a.

von nicht rheumatologisch geschulten Ärzten

häufig zu spät gestellt wird. In den ersten

Stadien dieser Vorgänge ist oft kein entzündlicher

Prozess nachweisbar. So kommt es

vor, dass eine chronische Polyarthritis häufig

erst im fortgeschrittenen Stadium festgestellt

wird, wenn sie endlich als Entzündung

mit den gängigen Labor- und klinischen Untersuchungen

erkennbar geworden ist. Daher

sollten Patienten mit rheumatischen Beschwerden

frühzeitig von einem Facharzt für

Rheumatologie abgeklärt werden.

Therapie

Dem erfahrenen Rheumatologen stehen heute

moderne Medikamente und Behandlungsverfahren

zur Verfügung, mit denen sich die

meisten der Komplikationen am Bewegungsapparat

und an den inneren Organen verhindern

oder gut beherrschen lassen. Wichtig

ist, die Therapie rechtzeitig und frühzeitig zu

beginnen, um Folgeschäden zu verhindern.

Allein die „chronische Polyarthritis“ als häufigste

entzündliche Gelenkserkrankung betrifft

rund 12.000 und die „Spondylarthritis“

mit dem „Morbus Bechterew“ als der häufigsten

entzündlichen Wirbelsäulenerkrankung

rund 7.200 Steirerinnen und Steirer, die Hälfte

davon lebt im obersteirischen Einzugsgebiet.

Die meisten Betroffenen sind zwischen

20 und 65 Jahre alt, stehen also mitten im

Arbeits-, Berufs- und Familienleben. Unbehandelt

führen diese Erkrankungen zu ständigen,

zermürbenden Schmerzen Tag und

Nacht, zu Verformungen und Bewegungseinschränkungen

der Gelenke und der Wirbelsäule

mit bleibender Behinderung. ■

elisabeth.uitz@lkh-muerzzuschlag.at

Rheumatologische Therapiestraße

– interdisziplinär

- spezielle Medikamente

- Physiotherapie

- physikalische Therapie

- Ergotherapie

- psychologische Betreuung

- Neurologie

- konservativ

- neurochirurgisch

- Orthopädie

- konservativ (Medikamente, Schienen,

div. Hilfsmittel)

- chirurgisch

März 2006

Menschen helfen Menschen


GESUNDHEIT & FORSCHUNG 21

Foto: Gabriela Wagner

„Philosophie in der Medizin“

Ein Grazer Forschungsprojekt über Sinn-, Wert- und

Bedeutungsaspekte bei schwerkranken Menschen

Die „klinische Philosophin“ Dr. Monika

Wogrolly-Domej im Gespräch mit einem

Patienten von der Dialysestation am LKH-

Univ.Klinikum Graz.

An der Grazer Universitätsklinik für Medizinische

Psychologie und Psychotherapie

setzt sich ein subjektorientiertes Forschungsprojekt

mit den Sinn-, Wert- und Bedeutungsaspekten

bei schwerkranken Menschen

im LKH-Univ.Klinikum Graz auseinander.

Unter der Projektleitung von Univ.-Prof.

Dr. Walter Pieringer befasst sich Dr. Monika

Wogrolly-Domej als „klinische Philosophin“

mit den Klagen und Fragen des Lebens kranker

Menschen. Nach der Metapher „auf Herz

und Niere prüfen“ werden zunächst vor allem

Patienten der Kardiologie und Nephrologie

philosophisch untersucht. „Wenn ich

mich frage, warum ich krank geworden bin,

ist das der erste Schritt zur Genesung“,

meint die klinische Philosophin. Das vom

Land Steiermark geförderte Forschungsprojekt

„Philosophie in der Medizin“ ermöglicht

die Tätigkeit von Monika Wogrolly-Domej

vorerst für ein Jahr. Dabei sollen philosophische

Grundlagen über mögliche Sinn- und

Bedeutungsaspekte schwererer Erkrankungen

erhoben werden.


Weitere Informationen im Internet unter:

www.gsund.net/gsundonline

Hörgas-

Kalender 2006

100 Jahre LKH Hörgas in alten

Ansichten und neuen Bildern

Das LKH Hörgas-

Enzenbach feiert

mit dem Standort

Hörgas ein hundertjähriges

Jubiläum.

Ein schön gestalteter

Kalender würdigt in

LKH Hörgas

Kalender 2006.

alten Ansichten, mit aktuellen Bildern und interessanten

Informationen diesen Anlass.

Hier einige Auszüge:

• Prof. Dr. Theodor Pfeiffer (1867–1916) war

der Begründer der Heilstätte Hörgas und

Direktor der beiden Tuberkuloseheilanstalten

Hörgas und Enzenbach.

• Prof. Dr. Robert Koch (1843–1910) erhielt

für seine Untersuchungen und Entdeckungen

auf dem Gebiet der Tuberkulose 1905

den Nobelpreis für Medizin.

• Prim. Dr. Bernd Bauer führt an der Abteilung

für Innere Medizin seit 2002 eine

REM-Station.


Brücken zum Arzt und Patienten ...

www.med.at

Das neue Gesundheitsportal von Schering

Wir nützen die neuesten Informations-Technologien der Kommunikation und vermitteln

unsere Kompetenz und Erfahrung auch im Internet und bauen Brücken zu

unseren Patienten und Kunden auf.

Menschen helfen Menschen

März 2006


22

GESUNDHEIT & FORSCHUNG

Operative Therapie an der Wirbelsäule

Interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Grazer Universitätsklinik für Orthopädie

Der Rückenschmerz ist eines der

häufigsten und kostenintensivsten

Krankheitsbilder moderner Industriegesellschaften.

Etwa 80% aller

Menschen leiden zumindest einmal

in ihrem Leben unter Rückenschmerzen.

Die häufigste Ursache

für Rückenschmerzen sind degenerative

Veränderungen. Zahlreiche

konservative und operative Methoden

kommen an unserer Klinik erfolgreich

zum Einsatz. Das Spektrum

reicht von minimal invasiven Behandlungsmöglichkeiten

bis zu

großen offenen operativen Eingriffen

an der Wirbelsäule.

Degenerative Skoliose

Bei fortgeschrittenen degenerativen

Veränderungen kann es zu Instabilitäten

mit Wirbelgleiten (Spondylolisthese),

aber auch zu der degenerativen

Skoliose (Verkrümmungen) der Wirbelsäule

kommen (Bild 1). Aufgrund starker Schmerzen

können viele Patienten ihren Beruf nicht

mehr ausüben und sind auch im Alltagsleben

in der Lebensqualität massiv eingeschränkt.

Bei Versagen der konservativen

Therapie kann dann oft nur mehr eine Operation

mit Korrektur der Fehlstellung und

Stabilisierung der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte

helfen (Bild 2).

Wenn Rückenschmerzen akut auftreten oder

stark progredient verlaufen, muss auch an eine

schwerwiegende Erkrankung wie pathologische

Fraktur, Spondylitis (Infektion), Tumor

gedacht werden.

Rückenschmerzen in Kombination mit Fieber

und vermehrtem Nachtschweiß müssen mit

konventionellem Röntgen, Laboruntersuchung

und auch mit einer Magnetresonanztomographie

(MRT) abgeklärt werden.

Verkrümmungen der

Wirbelsäule – degenerative

Skoliose.

Korrektur der Fehlstellung und

Stabilisierung der betroffenen

Wirbelsäulenabschnitte.

Spondylitis/Spondylodiscitis

Die Spondylitis/Spondylodiscitis ist eine Entzündung

des Wirbelkörpers und/oder der

Bandscheibe. Diese Erkrankung ist selten

und wird daher oft erst spät erkannt und behandelt.

Bei frühzeitiger hoch dosierter antibiotischer

Therapie ist eine erfolgreiche konservative

Behandlung möglich. Andererseits

kann diese Erkrankung aber auch lebensbedrohliche

Ausmaße mit Sepsis und Querschnittsymptomatik

annehmen.

Fast immer sind Begleiterkrankungen wie Diabetes

Mellitus, chronische Niereninsuffizienz,

Alkoholismus oder andere immunsupprimierende

Zustände bei diesen Patienten zu finden.

Forschungs-News

Eine Operationsindikation ist die

Abszessbildung.

Operationsindikationen

Die Indikation zur Operation ergibt sich bei Abszessbildung

(Bild 3), einem Versagen der konservativen

Therapie, bei neurologischen Ausfällen

und bei drohender Sepsis. Die Methode der

Wahl ist die Ausräumung des Entzündungsherdes

von vorne, Entlastung der Nervenstrukturen

mit Einbringung eines Beckenspanes zur Fusion.

Eine dorsale Instrumentation zur Stabilisierung

sollte je nach Allgemeinzustand des Patienten

gleichzeitig oder bei Besserung des Allgemeinzustandes

durchgeführt werden.

Damit der Patient eine optimale Therapie erhält,

sollte die Behandlung der Spondylitis

und -discitis an Abteilungen mit wirbelsäulenchirurgischer

Erfahrung und unter interdisziplinärer

Zusammenarbeit von Neurologie,

Neurochirurgie, Infektiologie, Diabetologie,

Radiologie und Orthopädie erfolgen. ■

Kontakt:

Wirbelsäulenambulanz

jeden Mittwoch von 09:15–10:00 Uhr

Terminvereinbarung unter

+43-316-385/3358

Priv. Doz. Dr. Roman Radl,

Universitätsklinik für Orthopädie am

LKH-Univ.Klinikum Graz

Die Homepage www.gsund.net ist eine virtuelle Plattform für Partner, Organisationen und

Firmen aus dem Gesundheits- und Spitalsbereich. Ihre übersichtliche Gestaltung erleichtert

die Kommunikation über den Stand, die Entwicklungen und Forschungsergebnisse des

Gesundheits- und Spitalsbereichs.

Der Forschung wird dabei ein besonderer Stellenwert beigemessen. Mit aktuellen News,

Veranstaltungshinweisen und einem breiten Informationsangebot über Forschung & Entwicklung

wird dazu beigetragen.


Mehr dazu:

www.gsund.net/forschung

März 2006

Menschen helfen Menschen


Grazer Palliativteam wird mobiler

Übergabe eines zweiten Dienstautos für das Mobile Palliativteam Graz

GESUNDHEIT & FORSCHUNG 23

Anlässlich der

Pressekonferenz erfolgte

die feierliche Übergabe

des zweiten Dienstautos

an das Mobile

Palliativteam Graz. Von

links: Dr. Fröhlich, Dir. E.

Hecke, Univ.-Prof. Dr. H.

Samonigg, Ch. Schuler, KR.

Dr. J. Siegert und Dr. P.

Mateyka.

Das Mobile Palliativteam Graz.

Das Mobile Palliativteam Graz wird bereits

seit November 2002 als Teil der

Universitären Palliativmedizinischen Einrichtung

(UPE) am LKH-Univ.Klinikum Graz und in

Kooperation mit dem Roten Kreuz betrieben.

Ziel ist die Unterstützung von Angehörigen,

Hauskrankenpflegediensten und Hausärzten

bei der Betreuung von Patienten mit unheilbarer

Erkrankung und von Sterbenden zu

Hause. Die Betreuung erfolgt grundsätzlich

nach vorheriger Kontaktaufnahme mit dem

jeweiligen Hausarzt und in enger Abstimmung

mit diesem.

Durch das speziell ausgebildete Mobile

Palliativteam bestehend aus Ärzten, diplomierten

Pflegepersonen und einer Sozialarbeiterin.

Die Firma Baxter spendete dem Mobilen

Palliativteam Graz anlässlich der Eröffnung

bereits ein Dienstauto (VW Golf), nun ein

zweites, jedes Mal einschließlich aller Kosten

für 5 Jahre.


Kontakt:

Christine Schuler

Universitäre Palliativmedizinische

Einrichtung

Auenbruggerplatz 20, 8036 Graz

Tel.: +43 316 385 7062

Fax: +43 316 385 2925

mobiles.palliativteam@klinikum-graz.at

Fachgruppenobmann

Karl

Steinberger.

Ewald

Rome.

Andreas

Korp.

Menschen helfen Menschen

März 2006


24

GESUNDHEIT & FORSCHUNG

Stuhlinkontinenz ist heilbar

Neue erfolgversprechende chirurgische Therapien an der Klinischen Abteilung für

Allgemeinchirurgie der Grazer Univ.Klinik für Chirurgie

Stuhlinkontinenz ist

zwar eine gutartige

Erkrankung, aber

viele Menschen leiden

darunter, da sie

häufig zu Depression

und sozialer Isolation

führt. Man schätzt,

dass in Österreich ca.

100.000 Menschen

davon betroffen sind.

Gerade in einer Zeit,

in der Menschen eine

steigende Lebenserwartung

haben, darf

die Stuhlinkontinenz

Univ.-Prof. Dr.

Johann Pfeifer,

Klinische Abteilung

für

Allgemeinchirurgie

der Grazer

Univ.Klinik für

Chirurgie.

daher nicht nur als ein individuelles, sondern

muss auch als ein gesellschaftliches Problem

gesehen werden. Medizinische Forschung

und neue Technologien haben in den

letzten Jahren deutliche Fortschritte

in der Behandlung der

Stuhlinkontinenz gemacht.

Abb. 3: Ein permanenter Schrittmacher

(Sakralnervenschrittmacher).

Genaue Abklärung vor

Therapieentscheidung

In der proktologischen Ambulanz

der Universitätsklinik für Chirurgie

werden jährlich zwischen 110

und 135 Patienten mit dieser Erkrankung

untersucht und behandelt.

Neben einer schmerzlosen

Basisuntersuchung in der Ambulanz

ist eine genaue Abklärung

mit so genannten physiologischen

Tests (analer Ultraschall, Druckmessung

der Schließmuskelfunktion,

Nervenprüfung usw.) eine wichtige Voraussetzung,

um die exakte Ursache der Erkrankung

zu erheben. Aufgrund dieser Abklärung

kann eine gezielte individuelle Therapie

eingeleitet werden.

Neben einer konservativen Therapie mit

Ernährungsumstellung und Beckenbodentraining

zur Kräftigung der Muskulatur gibt es

hilfreiche chirurgische Therapien.

Chirurgische Therapien: Künstlicher

Darmschließmuskel und

Sakralnervenschrittmacher

Die neuesten erfolgversprechenden chirurgischen

Therapien, die an der Universitätsklinik

durchgeführt werden, sind ein künstlicher

Abb. 1: Modell eines künstlichen Darmschließmuskels.

Darmschließmuskel und ein

spezieller Nervenschrittmacher.

Der erste künstliche Darmschließmuskel,

ein amerikanisches

Modell, wurde in

Österreich in Graz schon im

Jahre 1999 implantiert. Seit

kurzem gibt es aber ein neues,

billigeres Modell einer

österreichischen Firma, welches

sehr erfolgversprechend

ist. Das Analband wird um

den After eingebracht. Die

Hauptbestandteile dieser (einem

Magnetband ähnelnden)

Prothese sind ein Druckknopf

zum Öffnen, ein anderer zum

Schließen sowie ein Port zum

zusätzlichen Befüllen der Prothese

mit Flüssigkeit (Abbildung 1).

Die zweite sehr erfolgreiche Operationsmethode

ist ein so genannter Sakralnervenschrittmacher.

Zunächst wird bei einer kleinen

Operation eine Elektrode, die mit einem

äußeren Schrittmacher verbunden ist, nahe

an die Nervenwurzeln eingebracht (Abbildung

2). Ist diese Teststimulation erfolgreich

und sind die Inkontinenzepisoden verschwunden

oder deutlich gebessert, dann kann, ähnlich

einem Herzschrittmacher, bei einer 2.

kleinen Operation der permanente Schrittmacher

implantiert werden (Abbildung 3).

Stuhlinkontinenz heißt also nicht, dass ein

künstlicher Darmausgang zwingend notwendig

ist. Gerade neuere Technologien können

Abb. 2: Funktionsweise eines

Sakralnervenschrittmachers.

die Lebensqualität von Patienten mit Stuhlinkontinenz

deutlich verbessern. ■

Kontakt:

Proktologische Ambulanz

Universitätsklinik für Chirurgie Graz

Auenbruggerplatz 29, 8036 Graz

Univ.-Prof. Dr. Johann Pfeifer, Klinische

Abteilung für Allgemeinchirurgie der Grazer

Univ.Klinik für Chirurgie

Dienstag und Donnerstag 12–14 Uhr

Keine Anmeldung, aber eine Überweisung

erforderlich

Tel.: (0316) 385 2753

März 2006

Menschen helfen Menschen


GESUNDHEIT & FORSCHUNG 25

Leistungsspektrum der

Psychologie im LKH Bruck a.d. Mur

Die Klinische- und Gesundheitspsychologie als relativ junge

Partnerdisziplin im Gesundheitswesen

Die beiden Klinischen und Gesundheitspsychologinnen des

LKH Bruck a.d. Mur; von links: Mag. Ingrid Maria Wind und

Mag. Monika Strahser.

Das Hauptziel unserer Arbeit ist die direkte

Patientenbetreuung mit folgenden

Aufgaben:

• Klinisch-psychologische und psychotherapeutische

Diagnostik, Beratung und Behandlung

• Gesundheitspsychologische Interventionen

• Führung der patientenbezogenen Dokumentation,

Befundung und Leistungsdokumentation

in MEDOCS

Die psychologische Patientenbetreuung wird

an allen Abteilungen des Hauses durchgeführt.

Es werden uns vor allem Patienten mit Belastungsreaktionen,

Depressionen, Angst-,

Schlaf-Ess- oder Schmerzstörungen und Abhängigkeitserkrankungen

zugewiesen. Auf der

Neurologischen Abteilung entstand durch die

Aufstockung der Neuro-Rehab-B-Betten ein

erhöhter Betreuungsbedarf. Die klinische Neuropsychologie

befasst sich mit Diagnose und

Therapie von Hirnschädigungen, die Einfluss

auf Intellekt und Psyche des Menschen haben.

Die Funktionsdiagnostik umfasst folgende Bereiche:

basale und höhere Wahrnehmungsleistungen,

intellektuelles Leistungsprofil, Aufmerksamkeit

und Konzentration, sensomotorische

Leistungsfähigkeit, räumlich-perzeptive

Funktionen, konstruktive Funktionen, Sprachfunktionen,

verbale und nonverbale Gedächtnisfunktionen,

Affektivität und Persönlichkeit.

Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit

ermöglicht auch

eine optimale organisatorische

Eingliederung der Psychologie

im Krankenhaus.

Für interessierte Mitarbeiter

wurden in den letzten Jahren

auch zahlreiche Fortbildungen

zu verschiedenen psychologischen

Themen wie z.B. Umgang

mit der Angst bei Krebserkrankungen,

Sterbebegleitung,

Burnout, Psychologische

Schmerzbehandlung etc. abgehalten.

Seit vielen Jahren besteht eine

enge Kooperation mit der

Krebsselbsthilfegruppe VIC-

TORY in Kapfenberg, in der betroffene

Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt

auf ihrem Krankheits- bzw. Genesungsweg

begleitet werden.

Das Landeskrankenhaus Bruck/Mur ist seit

1998 Mitglied des ÖNGK (Österreichisches

Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser).

Von der Klinischen Psychologie wurden

vom ÖNGK zwei Projekte aufgenommen:

„Die Erhöhung der Lebensqualität von Krebspatienten

durch psychologische Betreuung“

und „Stressbewältigung für Patienten mit einer

chronischen Herzerkrankung“. Durch das

Angebot von gesundheitsfördernden Maßnahmen

kann eine nachhaltige Änderung im

Gesundheitsverhalten ermöglicht werden.

Die allgemein hohe Patientenzufriedenheit,

die sich auch in der Patientenbefragung 2004

widerspiegelt, motiviert uns weiterhin zu einem

engagierten Einsatz.


Mag. Monika Strahser, LKH Bruck a.d. Mur

Immer aktuell!

www.gsund.net

www.kages.at

Ihrer

Gesundheit

zuliebe

Welches Öl für welchen Verwendungszweck?

Herstellung

Kaltgepresstes Öl wird

bei möglichst niedrigen

Temperaturen gewonnen.

Meist kommt

es als natives Öl in

den Handel und ist ungeeignet

für Braten, Backen und Frittieren.

Natives Öl (= virgine) enthält Trubstoffe aus

dem Pressgut. Dadurch haben native Öle

mehr Farbe und Geruch und intensiveren

Geschmack. Das ist erwünscht, wie z.B.

beim nativen Olivenöl.

Raffiniertes Öl wird auch „feines“ Öl genannt.

Unerwünschte Trubstoffe werden herausgenommen

(= raffiniert). Solche Öle haben einen

eher neutralen Geschmack und sind heller.

Ernährungsphysiologisch beeinflusst das

Herstellungsverfahren nur unwesentlich

die Qualität des Öles.

Welches Öl wofür?

Für Salate und Aufstriche können alle Ölarten

verwendet werden. Besonders gut eignen

sich Olivenöl, Kürbiskernöl, Sesamöl,

Walnussöl, Distelöl, Weizenkeimöl sowie

alle kaltgepressten Öle.

Zum Dünsten, Braten, Grillen und Backen

eignen sich hingegen raffinierte Öle wie:

Rapsöl, Olivenöl, Sojaöl, Maiskeimöl, Sonnenblumenöl,


Zum Frittieren werden eigene Frittierfette

angeboten.

Gibt es ein optimales Öl für alle

Zubereitungen in der Küche?

Rapsöl kann generell sowohl für die kalte

Küche als auch zum Erhitzen empfohlen

werden. Es hat ein sehr günstiges Fettsäuremuster.

Raffiniertes Rapsöl ist geruchsund

geschmacksneutral.

Wussten Sie, dass

• alle pflanzlichen Öle cholesterinfrei sind

• alle Ölarten gleich viel Kalorien enthalten

(1 Esslöffel = 90 kcal)

• in der Küche des Univ. Klinikum Graz vorwiegend

mit Rapsöl gekocht wird. ■

Ihr Ernährungsmedizinischer Dienst,

LKH- Univ. Klinikum Graz

Menschen helfen Menschen

März 2006


26

GESUNDHEIT & FORSCHUNG

Strategisches Forschungsmanagement

an der MUG

Ziele, Maßnahmen und Ergebnisse nach 2 1 ⁄2 Jahren

Forschung professionell managen - ein besonderes

Anliegen der Med Uni Graz. In

der kurzen Zeit des Bestehens der neuen

Med Uni Graz wurden von Dr. Sabine Herlitschka

in der Zeit als Vizerektorin bis Februar

2006 besondere und in Österreich einzigartige

Strukturen aufgebaut. Hauptziel war,

ForscherInnen profunde Unterstützung und

Know-how rund um die Themen Forschungsfinanzierung,

Verwertung, Vermarktung, internationale

Kooperation und Management

zur Verfügung zu stellen. Die wesentlichen

Ergebnisse dieser Aufbauarbeit werden

nachfolgend dargestellt. Künftig zeichnet auf

Rektoratsebene der Rektor für Forschungsmanagement

& Internationale Kooperation

verantwortlich, organisatorisch wird der Bereich

von Dr. Carolin Auer geleitet.

Wozu strategisches

Forschungsmanagement?

Mit der Gründung der Medizinischen Universität

Graz im Jänner 2004 wurden durch die

Festlegung der Vizerektorate die Schienen

für eine erfolgreiche Zukunft gelegt. Eines

der Hauptanliegen war es, den Bereich Forschung

durch das Einschlagen von neuen

Wegen und Maßnahmen zu forcieren. Forschung

an der Medizinischen Universität soll

durch gezieltes, systematisches und strategisch

orientiertes Management unterstützt

werden. Dies spiegelt sich darin wieder,

dass ein Vizerektorat für „Forschungsmanagement

& Internationale Kooperation“

– ein neuer Ansatz in der österreichischen

Uni-Landschaft – eingerichtet wurde und das

Thema der Forschung sich in allen Vizerektoraten

wieder findet.

Die Implementierung des strategischen Forschungsmanagements

erfolgt auf Basis eines

im Jahr 2003 erarbeiteten Strategieprojektes.

„Zu den Rahmenbedingungen für Forschung

gehört es auch, diese nicht nur sich

zufällig entwickeln zu lassen, sondern

starke forschungsorientierte Servicestrukturen

einzurichten, Anreize anzubieten und

damit Schwerpunkte gezielt zu entwickeln.

Dabei unterstützen wir unsere ForscherInnen

und nehmen ihnen das notwendige

Rundherum im Vorbereiten & Abwickeln

von Forschungsprojekten weitgehend ab“,

betont Dr. Sabine Herlitschka eines ihrer

Hauptanliegen.

Biowissenschaftliche Forschung

gesellschaftlich nutzbar machen

Ein explizites Anliegen der Med Uni Graz ist

das Nutzbarmachen von Forschungsergebnissen.

Forschung steht für Wohlstand, Fortschritt,

Lösungen und Methoden zur Diagnose

und Therapie sowie für gesundheitliche

Prävention. Die Med Uni Graz ist sich ihrer verantwortungsvollen

Aufgabe bewusst, Forschungsergebnisse

der Gesellschaft zur Verfügung

zu stellen, und nimmt diese aktiv wahr.

„Die Elfenbeinturmzeiten der Universitäten

sind längst vorbei. Als öffentlich finanzierte

Institution sehen wir uns verpflichtet, Ergebnisse

gemeinsam mit Unternehmen weiter

zu entwickeln, damit Resultate der Forschung

möglichst rasch den PatientInnen zugute

kommen. Wesentlich dabei ist das Ausarbeiten

von Industrie-relevanten Forschungsergebnissen,

die gezielt Unternehmen

präsentiert werden, um Kooperation zu

gemeinsamer Forschung & Entwicklung, aber

auch Auftragsforschung zu initiieren“, sagt

Dr. Sabine Herlitschka.

Attraktive Rahmenbedingungen

führen zu herzeigbaren

Ergebnissen

Innovative Maßnahmen des strategischen

Forschungsmanagements umfassen

• die Einführung des Programms „Erfolgsprämien“,

welches das erfolgreiche Einwerben

von nationalen bzw. internationalen

Forschungsprojekten finanziell mit einem

Zuschuss von 5% bzw. 10% honoriert.

• Die neu eingerichtete Forschungsförderungskommission

der Med Uni Graz sorgt

für Objektivität und Transparenz bei der

Vergabe von kompetitiv vergebenen Forschungsgeldern.

• Orientierung der Forschungsarbeiten an

den internationalen Standards der wissenschaftlichen

Qualitätssicherung durch die

Einrichtung einer Ombudsstelle sowie der

Entwicklung von Richtlinien zur wissenschaftlichen

Qualitätssicherung an der

Med Uni Graz.

Dipl.-Ing Dr. Sabine

Herlitschka.

• Betreuung von 75 laufenden, davon 20 internationalen

Forschungsprojekten an der

Med Uni Graz, sowie Unterstützung bei

der Ausarbeitung von 160 eingereichten

Anträgen zu mehr als 20 unterschiedlichen

nationalen und internationalen Forschungsprogrammen.

• Entwicklung der attraktivsten universitären

Verwertungsbedingungen Österreichs

an der Med Uni Graz, die 75% der

Netto-Verwertungserlöse den erfinderischen

ForscherInnen zur Finanzierung weiterer

Forschungsaktivitäten zukommen

lässt.

• 25 Erfindungen wurden von ForscherInnen

der Med Uni Graz gemeldet und betreut,

woraus bisher 7 Patentanmeldungen resultierten.

Damit schafft die Med Uni Graz

den vierten Platz bei Erfindungen aller Universitäten

entsprechend den Angaben des

österreichischen Forschungs- und Technologieberichts

2005.

• Den erstmals 2005 vergebenen Forschungspreis

der Industrie der Industriellenvereinigung

errang Dr. Werner Regittnig

mit seinen KollegInnen für die Entwicklung

eines Geräts zur Messung von Glukosewerten

bei gleichzeitiger Abgabe von Insulin

in das subkutane Gewebe.

• Zweimalige Veranstaltung des „Partnering

Days“, des Kooperationstages für universitäre

ForscherInnen und Unternehmen.

• Unterstützung akademischer Firmengründungen

durch Kooperation mit dem Science

Park Graz und intensive Beteiligung

an regionalen Netzwerken wie dem neu

gegündeten Cluster Human.technology

Styria, um in regionalen Kooperationen

vorhandene Stärken weiter auszubauen.

• Internationale Kooperationsabkommen

schaffen die Basis für zukünftiges erfolgsorientiertes

Zusammenarbeiten. Zwischen

Nov. 2003 und 2005 wurden 7 Abkommen

mit Universitäten aus 6 verschiedenen Ländern,

von den USA über China bis Neuseeland,

unterzeichnet und implementiert. Auf

der Grundlage dieser Kooperationsabkommen

wurde eine Reihe von Aktivitäten entwickelt,

wie z.B. das erstmals stattfindende

zweimonatige Training einer Gruppe

März 2006

Menschen helfen Menschen


GESUNDHEIT & FORSCHUNG 27

Visiting Scientists

Foto: Bernd Bergmann, MUG

Das über Sponsoring durch die Bank Austria-CA

finanzierte „Visiting Scientists“-

Programm ermöglicht MitarbeiterInnen

und Gästen der Med Uni Graz Unterstützung

für die Anbahnung und Vorbereitung

von gemeinsamen Forschungsaktivitäten. 7

„outgoing“ und 2 „incoming“ ForscherInnen

der Med Uni Graz nützten bereits die

Gelegenheit, in renommierten Gastinstitutionen

in 7 verschiedenen Ländern, darunter

die Stanford University/ USA, Université

de Lille/ Frankreich und Zhejiang College

of Traditional Chinese Medicine/ China,

Erfahrungen zu sammeln bzw. Forschungsprojekte

zu initiieren.

Forschungsergebnisse für die Gesellschaft nutzbar machen ist ein

explizites Anliegen der Med Uni Graz.

von GastärztInnen der Partneruniversität

Wenzhou (China) an der Med Uni Graz.

• Das Forschungskooperations-Netzwerk

„Medical Research Initiative South Eastern

Europe“ entstand auf Initiative der

Med Uni Graz, und umfasst Medizinische

Fakultäten und Universitäten aus Bosnien-

Herzegowina, Italien, Kroatien, Mazedonien,

Österreich, Serbien-Montenegro, Slowenien

und Ungarn. Mit dieser Initiative

gelang es der Med Uni Graz substanzielle

Finanzierung aus dem EU-Forschungs-Rahmenprogramm

sowie dem Zukunftsfonds

des Landes Steiermark zu erhalten.

Großer Bedarf nach

Forschungsmanagement

an der Med Uni Graz

Von Oktober 2003 bis Ende 2005 wurden vom

Team des Vizerektorats für Forschungsmanagement

& internationale Kooperation rund

4.500 Anfragen und Anliegen von ForscherInnen

der Med Uni Graz bearbeitet.

Dr. Herlitschka und ihr Team vertraten und

präsentierten die Med Uni Graz bei rund 100

nationalen und internationalen Veranstaltungen

und engagierten sich im Rahmen von nationalen

und internationalen Arbeitsgruppen

und ExpertInnengremien.

Um dem Bedarf nach Expertise aus dem Bereich

Forschungsmanagement nicht nur bereits

tätiger ForscherInnen gerecht zu werden,

sondern auch frühzeitig NachwuchsforscherInnen

einen professionellen Über- und

Einblick zu vermitteln und zu verhindern,

dass „jeder/jede das Rad neu erfinden

muss“, wurde das spezielle Studienmodul

„Forschungsmanagement“ entwickelt. Dieses

wird ab Sommersemester 2006 den Studierenden

der Med Uni Graz angeboten. ■

carolin.auer@meduni-graz.at

LITERATURTIPPS

Freude am Fliegen

Aviaphobie – So bekämpfen

Sie Ihre Flugangst

Viktor W. Ziegler

Ibera Verlag, Wien 2000,

Der Autor zeigt Wege

auf, wie die Flugangst

durch intensives

Training körperlicher und

geistiger Natur überwunden

werden kann.

Chemtrails

Verschwörung am Himmel?

Chris Haderer/Peter Hiess

Wettermanipulation unter

den Augen der Öffentlichkeit

V. F. Sammler, Graz 2005,

Immer häufiger sind am

Himmel seltsame Kondensstreifen

zu beobachten,

die auf Wetterexperimente

hindeuten.

Beinamputation

Ende oder Neuanfang?

Wolfgang Kickinger,

Ramin Ilbeygui

Facultas, 2005

Dieser Ratgeber befasst

sich mit den Ursachen

einer Beinamputation,

der Rehabilitation

und mit allen Fragen rund

um die Prothese.

Kompendium Physikalische

Medizin und

Rehabilitation

Veronika Fialka-Moser

Springer, 2005

Eine übersichtliche und

prägnante Darstellung

der diagnostischen und

therapeutischen Rehabilitationskonzepte,

mit ansprechendem

Layout.

Die verlorene Kunst

des Heilens

Anstiftung zum Umdenken

Bernard Lown

2. bebilderte Auflage 2004

Der berühmte Arzt, Erfinder

und Träger des

Friedensnobelpreises erzählt

in amüsanten, aber

auch bestürzenden Episoden

aus seinem Leben.

Ein Jahr wie

tausend Tage

Ein Leben mit Alzheimer

Berit Degnaes

Pathmos Verlag 2006,

Ein berührender Erfahrungsbericht

über die

Schwierigkeiten, mit denen

an Alzheimer Erkrankte

und ihre Angehörigen

zu kämpfen haben.

Menschen helfen Menschen

März 2006


28

GESUNDHEIT & FORSCHUNG

Chinesen und Steirer

forschen gemeinsam

Derma-Experte Prof. Peter Soyer: „Telemedizin

wird zunehmend wichtiger“

ie Chinesen saugen auch in der Me-

so viel westliches Wissen wie

„Ddizin

nur möglich auf“, erklärt der Grazer Univ.-

Prof. Dr. Peter Soyer. Er kennt das aus eigener

Erfahrung, weil er als Experte für Hauterkrankungen

und Telemedizin mehrere Forschungsprojekte

mit chinesischen Kliniken

abwickelt. Erst kürzlich kehrte er von einem

Studienaufenthalt in China zurück. „Es ist

einfach gigantisch, was dort vor sich geht“,

zeigt sich Soyer beeindruckt. Schon aufgrund

der gewaltigen Bevölkerungszahl von rund

1,3 Milliarden Menschen ist offensichtlich,

dass es im Land zu einer intensiven Inanspruchnahme

westlicher Medizinmethoden

kommen wird. Die aufstrebende Telemedizin

leistet dabei wertvolle Unterstützung, weil

sie den Erfahrungs- und Wissensaustausch

auf unkomplizierte Weise ermöglicht.

Chinesen sehr interessiert

Bei seinem jüngsten Aufenthalt stieß er auch

von den Krankheitsbildern her auf Erkrankungen,

die es bei uns kaum gibt. Die Chinesen

wiederum zeigten sich sehr interessiert an

der Methodik, wie z.B. Melanome in Österreich

diagnostiziert werden.

Schon im Jahr 2001 begann die Kooperation

in Sachen Teledermatologie zwischen der

Universität Zhengzhou in der Provinz Henan

und der Universität Graz. Die Diagnose und

Therapievorschläge erfolgen über das Internet,

über Videokonferenzen oder auch über eine

Standleitung. Die wichtigsten Ziele dieser

Projektkooperation bestehen darin, dass man

den Behandlungsstandard in Sachen Dermatologie

in den Provinzen Henan und Zhi Jiiang

verbessert, einen internationalen hohen Standard

erreicht und es zu einem Austausch von

dermatologischem Know-how zwischen chinesischen

und steirischen Experten kommt.

Unter Medizinern gibt es noch eine gewisse

Zurückhaltung, was die Diagnose und Therapie

in der Teledermatologie betrifft. „Weil

natürlich ein Befund oder eine Stellungnahme

elektronisch dokumentiert ist und damit z.B.

auch schon die Frage auftaucht: Wer haftet

und wer haftet nicht für derartige Aussagen?

International betrachtet“, so Prof. Soyer, gebe

es bereits Regionen, wo die Telemedizin stark

im Zunehmen ist. So z.B. auf Hawaii, in Alaska

oder in Australien. „Dort funktioniert das

Links: Hat Tradition – Gemeinsame Gymnastik.

Rechtes Bild: Schmackhafte Chinesische Küche

auch zwischen Patienten und Ärzten sehr gut.

Bei uns erfolgen telemedizinische Konsultationen

meist zwischen Ärzten und Ärzten.“

Spannende Kooperation

Die Chinesen bemühen sich sehr intensiv um

die „Einfuhr“ neuer Therapien und Technologien.

„Es gibt dort sehr gute Ärzte im klassischen

Stil, die allerdings über wenig Hilfsmittel

verfügen. Es geht natürlich viel hierarchischer

zu als bei uns, sie sind extrem fleißig,

aber es kommt auch zu sehr vielen Leerläufen.“

Für ihn sei die Kooperation mit den Chinesen

und in China äußerst spannend, weil

von der Ausprägung und Schwere der Erkrankungen

ein ganz anderes Bild gegeben ist als

in Europa. „Bei uns sieht man immer weniger

klassische Hauterkrankungen. In China ist

wiederum Hautkrebs seltener als bei uns, im

Vordergrund stehen dort dafür alle denkbaren

Infektionserkrankungen der Haut.“

Was den gebürtigen Kärntner Peter Soyer an

der Dermatologie bis heute fasziniert: Dass

man mit relativ einfachen Mitteln äußerst

wirksame Therapien durchführen kann und

dass dem Auge – sprich der Erfahrung – des

jeweiligen Arztes ein sehr hoher Stellenwert

bei der Diagnose und Therapie zukommt. Ein

Langzeitwunsch: Sich eine Auszeit zu gönnen

und für längere Zeit in Regionen außerhalb

Europas auf seinem Gebiet zu forschen. ■

Dr. Jürgen Lehner

Univ.-Prof. Dr. Peter Soyer (links) setzt sich für einen Austausch zwischen chinesischen und steirischen Experten ein. Rechts: Modernes Klinikum.

März 2006

Menschen helfen Menschen


GESUNDHEIT & FORSCHUNG 29

Erfolgreiches

Grazer Gamma-Knife

Das österreichweit

erste Gamma-Knife,

für millimetergenaue

unblutige

Behandlungen

von Erkrankungen

im Schädelinneren,

ist seit April 1992

an der Grazer Universitätsklinik

für

Foto: Dipl.-Ing Clemens Keil

Neurochirurgie in

Betrieb. Pro Jahr

wurden rund 250

Patienten mit dem

„Strahlenmesser“

behandelt. Im Jänner 2005 wurde

die 3.000. Operation mit diesem

Großgerät vorgenommen,

das mit radioaktiven Kobalt-

Strahlenquellen arbeitet.

Tumore, Gehirntumore, aber

auch andere Krankheitsherde im

Gehirn können mit dem Gamma-

Knife ohne Öffnung des Schädels

behandelt werden. Außergewöhnlich

gute Erfolge werden

Gamma-Knife: junge Patientin mit

Kollimatorhelm.

vor allem bei der Therapie von

Hirnmetastasen, Gewächsen am

Gehörnerv und Gewächsen, die

tief im Schädel liegen (Menigeomen),

erzielt. So konnten die

Meningeome bisher nach dem

Eingriff zu 98 Prozent zum Stillstand

gebracht werden. ■

Mag. Simone Pichler,

LKH-Univ.Klinikum Graz

Nutrition Day in Graz

Auf die für den Genesungsprozess wichtige Ernährung

wird besonders geachtet.

Bis zu 30% der stationär aufgenommenen

Patienten am LKH

Univ. Klinikum Graz sind mangelernährt.

Dies stellt für die Betroffenen

erhebliche Risken dar, verlangsamt

den Genesungsprozess

und sorgt für eine längere Aufenthaltsdauer,

vor allem auf Intensivstationen.

Die Dokumentation

von Ernährungsparametern

wie Gewichtsverlust oder Unterernährung

ist mittlerweile bei

der Aufnahme genauso selbstverständlich

wie jene von Blutdruck

oder Puls.


Mag. Simone Pichler,

LKH-Univ.Klinikum Graz

Menschen helfen Menschen

März 2006


30

GESUNDHEIT & FORSCHUNG

Grazer Leber- und Gallenforschung

Entwicklung neuer Therapiekonzepte für cholestatische und metabolische

Lebererkrankungen

Unter Leitung von

Univ.Prof. Dr. Michael

Trauner befaßt sich die Arbeitsgruppe

für experimentelle

und molekulare Hepatologie

an der Klinischen

Abteilung für Gastroenterologie

und Hepatologie der

Grazer Universitätsklinik für

Innere Medizin mit der Entwicklung

neuer Therapiekonzepte

für cholestatische

und metabolische Lebererkrankungen.

Die neuentwickelten

Therapieansätze

Univ.Prof.Dr.

Michael Trauner,

Leiter der

Arbeitsgruppe für

experimentelle und

molekulare

Hepatologie.

beruhen dabei auf eigenen Erkenntnissen

aus der Grundlagenforschung.

Univ.Doz.Dr. Peter

Fickert, Erstautor der

NorUDCA Arbeit.

und cholestatischer Lebererkankungen im

allgemeinen dar.

Arbeitsgruppe für experimentelle und molekulare Hepatologie an

der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie,

Universitätsklinik für Innere Medizin Graz.

Internationale Präsentation

und Anerkennung

Diese Daten wurde von Univ.Prof. Trauner

beim amerikanischen Leber-Meeting im November

des Vorjahres in San Francisco in der

Plenarsitzung präsentiert. Dabei dürfen nur 18

von insgeamt ca. 3.000 eingereichten Abstracts

in einer Plenarsitzung präsentiert werden.

Weiters wurden diese Daten von

Univ.Prof. Trauner als einzigem österreichischen

und einem der wenigen europäischen

Vertreter im Rahmen einer Konsensuskonferenz

für primär sklerosierende Cholangitis am

National Institut of Health (NIH) im September

des Jahres 2005 vorgestellt. Dabei stießen

diese Daten sowohl bei den amerikanischen

Kollegen vom NIH und der renommierten

Mayo Klinik als auch bei US amerikanischen

Patientenorganisationen auf grosse Resonanz.

Die Arbeit wurde in der Zwischenzeit in

der renommierten Zeitschrift „Gastroenterology“

im Februar des Jahres 2006 publiziert

(Fickert et al., Gastroenterology 2006).

Erste Forschungsergebnisse

So konnte in einer im Vorjahr im renommierten

Journal „Gastroenterology“ in Kooperation

mit der Karolinska Universität in Stockholm

publizierten Arbeit (Marschall et al., Gastroenterology

2005) Interessantes aufgezeigt werden.

Die bei cholestatischen Lebererkrankungen

eingesetzte Ursodeoxycholsäure und das

vor allem für den Juckreiz im Rahmen cholestatischer

Lebererkrankungen eingesetzte

Medikament Rifampicin besitzen komplementäre

Therapie- und Wirkmechanismen im

Sinne einer Stimulation der Gallensekretion

und Entgiftung von toxischen Gallensäuren.

Hoffnung durch Nor-

Ursodeoxycholsäure

In weiterer Folge konnte mit einer weiterentwickelten,

chemisch modifizierten (nämlich

Seitenketten-verkürzten) Ursodeoxycholsäure,

der sogenannten Nor-Ursodeoxycholsäure,

in einem von uns charakterisierten Knockout-MausTiermodell

für die sklerosierende

Cholangitis gezeigt werden, dass diese Substanz

im Gegensatz zur konventionellen Ursodeoxycholsäure

in der Lage ist, die Erkrankung

zu heilen. Dies ist vor allem deswegen

wichtig, da die primär sklerosierende Cholangitis

vor allem bei jüngeren Erwachsenen

um das 40. Lebensjahr zur Leberzirrhose und

zum Gallengangskarzinom führt und die Therapie

mit konventioneller Ursodeoxycholsäure

nur wenig effektiv ist. Die Nor-Ursodeoxycholsäure

stellt daher einen neuen Hoffnungsschimmer

für die Therapie der primär

sklerosierenden Cholangitis im speziellen

Nicht zuletzt dank Ihres

Interesses, Ihrer Unterstützung

und Aktivitäten

hat G’sund sich von

seinem Inhalt her in den

letzten Jahren beachtlich

erweitert. Das

freut uns natürlich und

wir möchten uns dafür

auch bedanken. Wir ersuchen Sie, uns

auch weiterhin mit Vorschlägen, Ideen und

Schreiben Sie uns!

an die

Gsund-Redaktion

Stiftingtalstraße 4-6

A-8036 Graz

Postfach 6

Patenteinreichung und

klinische Studien

Für die Substanz „Nor-Ursodeoxycholsäure“

wurde von der Medizinischen Universität

Graz (MUG) bereits ein internationales Patent

eingereicht. Es gibt bereits Firmeninteressenten

für den Ankauf dieses Patentes.

Entsprechende klinische Studien sind geplant.

Es ist abzusehen, dass das LKH-

Univ.Klinikum Graz und die MUG in dieser

Hinsicht auch weiterhin eine zentrale koordinierende

Rolle spielen werden. ■

Kontakt:

Univ.Prof.Dr. Michael Trauner

Klinische Abteilung für Gastroenterologie

und Hepatologie der Univ.-Klinik

für Innere Medizin

LKH-Univ.Klinikum Graz

Tel. +43 (0) 316) 385-81803

E-Mail: michael.trauner@meduni-graz.at

auch Leserbriefen zu

„versorgen“. Natürlich

können wir nicht

immer sofort alles

und im gewünschten

Umfang unterbringen,

doch Sie können versichert

sein: Es geht

nichts verloren.

Ihre G’sund-Redaktion

März 2006

Menschen helfen Menschen


GESUNDHEIT & FORSCHUNG 31

„Herz-Kreislauf-Stillstand beim Erwachsenen“

Fachbereichsarbeit mit Fragebogen-Erhebung brachte interessante Erkenntnisse

Der „Herz-Kreislauf-Stillstand beim Erwachsenen“

wurde als Thema für die

Fachbereichsarbeit gewählt, um vor allem

Pflegepersonen als Informationsquelle für

eine jederzeit mögliche Notfallsituation

zu dienen. Zusätzlich

wurden auch Fragebögen

zu diesem Thema ausgearbeitet

um die Situationen

in den verschiedenen

Bereichen zu evaluieren.

Die schriftliche Abschlussarbeit

beginnt mit einem

Überblick der Anatomie und

der Physiologie des Herzens. Darauf folgen

die Formen des Herz-Kreislauf-Stillstandes,

Ursachen und Hauptsymptome. Den Schluss

im theoretischen Teil der Arbeit bildet die

Therapie des Herz-Kreislauf-Stillstandes.

Im Zuge diese Fachbereichsarbeit wurden

insgesamt 454 Fragebögen an die Univ. Klinik

für Anästhesiologie (Anästhesie zentral,

Aufwachraum OP-Zentrum A, Aufwachraum

Unfall und Anästhesie Intensiv), Univ. Klinik

für Chirurgie, Univ. Klinik für Orthopädie,

Univ. Klinik für Neurochirurgie und Univ. Klinik

für Unfallchirurgie an das Diplomierte

Gesundheits- und Krankenpflegepersonal

ausgegeben.

Ein Teil der evaluierten Ergebnisse

der Univ. Klinik für

Anästhesie stellt den Ist-Zustand

der Notfalleinrichtung

und deren Kontrolle dar und

bildet das Ende der Fachbereichsarbeit.

Durch die zusätzlich gewonnenen

Erkenntnisse werden

der Ist-Zustand der Notfalleinrichtungen, die

Kontrolle derselben und die Alarmierungskette

dargestellt. Berücksichtigt werden

ebenfalls die derzeitige Häufigkeit von Notfallschulungen,

sowie die Schulungsqualität.

Regelmäßige Schulungen der Wiederbelebungsmaßnahmen

sind für das medizinische

Personal Grundvoraussetzung, um in Notfallsituationen

die notwendige Ruhe aufbringen

zu können. Die Handlungen sollten rasch und

ohne Hektik durchgeführt werden. Deshalb

wäre es von Vorteil, Notfallsituationen so oft

wie möglich „durchzuspielen“, damit eine

gewisse Routine entstehen kann. Dies bringt

dem medizinischen Personal mehr Sicherheit,

es ermöglicht, Fehlerquellen zu entdecken,

und erhöht somit den Reanimationserfolg

im Notfall.

Die Rücklaufquote der 454 ausgegebenen

Fragebögen betrug 64%. Hiermit können gezielte

Rückschlüsse gezogen und dementsprechende

Forderungen gestellt werden:

1. mindestens 1x jährlich verpflichtende

Schulung des diplomierten Pflegepersonals

2. Standardisierte Ausrüstung der Notfalleinrichtungen

3. Planung eines Notfallnetzwerkes (Alarmierungskette)


Anä-DGKP M. Grollitsch, für das

Projektteam der Univ. Klinik für

Anästhesiologie und Intensivmedizin

Menschen helfen Menschen

März 2006


32

GESUNDHEIT & FORSCHUNG

Prim. Dr. Kurt

Resetarits mit OA

Dr. Pourkhalil und

einer glücklichen

Wöchnerin.

Spitzenergebnis für Hartberger Geburtshilfe

Befragung und Klinikvergleiche brachten hohe Anerkennung

Wöchnerinnen haben einen Frage-

erhalten. 117 dieser Frage-

150bogen

bögen wurden zurückgeschickt und waren

die Grundlage für eine Bewertung mit anderen

vergleichbaren Kliniken. Diese vom Institut

für Management im Gesundheitsdienst

durchgeführte, wissenschaftlich fundierte

Auswertung brachte für die Geburtshilfe des

LKH Hartberg ein Spitzenergebnis.

Besonders stolz ist Prim. Dr. Kurt Resetarits,

der Leiter der geburtshilflich-gynäkologischen

Abteilung, auf das hervorragende Ergebnis

im Bereich der fachlichen Performance.

Die jungen Mütter hatten die Betreuung

durch die Hebammen während der Wehen

und im Kreißsaal als sehr gut empfunden.

Auch im Bereich der Stillfreundlichkeit

war der Abstand zu den Vergleichskliniken

Von links: Ärztlicher Leiter des LKH Hartberg

Prim. Dr. Manfred Resch und Prim. Dr. Kurt

Resetarits.

besonders groß.

Prim. Dr. Kurt Resetarits und sein gesamtes

Team werden die umfangreichen Rückmeldungen

auch zu einigen weiteren Verbesserungen

zum Wohl von Wöchnerinnen und

Neugeborenen nützen. In ein bis zwei Jahren

soll dann wiederum mit einer Fragebogenaktion

eine Standortbestimmung vorgenommen

werden.


Schonende Gefäßbehandlung statt Operation

Dies ermöglicht ein neues digitales 3D-Angiografiesystem von Philips im LKH Leoben

Gefäßerkrankungen wie Einengungen, Verschlüsse

oder Aneurysmen zählen zu den

häufigsten Todesursachen unserer Gesellschaft

und Eingriffe an Gefäßen nehmen ständig

zu. Das Schwerpunktkrankenhaus Leoben

bestätigt mit der Anschaffung des 3D-Angiografiesystems

Philips Integris Allura Xper FD20

den Trend zu minimalinvasiven und schmerzfreien

Behandlungsverfahren bei völligem Bewusstsein

des Patienten, mit denen in vielen

Fällen herkömmliche operative Eingriffe ersetzt

werden können. Dieses neue Bildgebungssystem

ist ein hochmoderner Interventionsarbeitsplatz

zur Ausschaltung von Durchblutungsstörungen

und Korrektur krankhafter oder angeborener

Veränderungen des Kreislaufsystems.

Primar Dozent Martin Uggowitzer vom LKH

Leoben: „Der Einsatz des neuen 3D-Flachdetektors

bedeutet einen enormen Qualitätssprung

in der Diagnose krankhafter

Gefäßveränderungen und eine präzisere

Darstellung von wichtigen Details wie

Thromben, Blutungen und Gefäßeinengungen.

Unser bisheriges Interventionsspektrum

wird sich dadurch sicherlich

noch erweitern.

Tendenziell wird es durch

den Einsatz von neuen Substanzen,

wie den an kleinste

Partikel gekoppelten

chemotherapeutischen,

und neuesten interventionellen

Techniken zu einer

Erweiterung des Indikationsspektrums

kommen,

wobei insbesondere Patienten,

die früher als inoperabel

galten, davon profitieren.“

Anzeige

Vorteile für Ärzte und Patienten:

Die preisgekrönte Technologie verbessert

die Darstellung der Gefäße durch rauschfreie

Bilder und Senkung der Strahlendosis bei

gleichzeitig hervorragender Bildqualität gepaart

mit der schnellsten am Markt befindlichen

Rotationsangiografie.

Durch die Kombination aus einer leistungsstarken

MRC-Röntgenröhre und dem Spectra-

Beam Kupferfiltersystem wird die schädliche

weiche Röntgenstrahlung herausgefiltert.

Das nur beim Integris Allura-Detektor erhältliche,

hochempfindliche elektromagnetische

Feldsystem BodyGuard erhöht die Patientensicherheit

zusätzlich, indem es Objekte, wie

z. B. den Patienten, abtastet und das System

in einem entsprechenden Abstand hält. ■

März 2006

Menschen helfen Menschen


GESUNDHEIT & FORSCHUNG 33

Foto: Landespressedienst

IN ALLER KÜRZE

Auszeichnung für Grazer Forschungsprojekt

STYJOBS

Im Journal of Endocrinology and Metabolism

wurden die neuesten Daten der STYrian

Juvenile OBesity Study (STYJOBS) im

Univ.-Doz. Dr. Harald Mangge und Mag. Gisela

Weihrauch, Klinisches Institut für

medizinische und chemische Labordiagnostik,

LKH-Univ.Klinikum Graz.

Mai des Vorjahres publiziert. Mittels eines

patentierten Messsystems (Lipometer)

konnten kritische „Hot spots“ der individuellen

Fettverteilung mit einer verminderten

Produktion von gefäßschützenden (Atherosklerose-präventiven)

molekularen Biomarkern

(z.B. Adiponektin) aus Fettzellen in Zusammenhang

gebracht werden. Interessant

und auch völlig neu ist, dass solche Konstellationen

schon bei sehr jungen übergewichtigen

Menschen mit einem Durchschnittsalter

von 13 Jahren vorliegen.

Dafür gab es bei der vierten gemeinsamen

3-Ländertagung der AKE, DGEM und der

GESKES, der „Nutrition 2005“, eine Prämierung

als bester Beitrag.


Buchpräsentation

„DER NARRENTURM – Zwischen

Sucht und Leben“

Die beiden Autoren

Dietmar Wacher

und Heidi Inffeld bei

der Präsentation

ihres Buches „DER

NARRENTURM –

Zwischen Sucht und

Leben – Eine Mutter

und ein Drogenarzt

erzählen, Leykam-

Verlag 2005,

€ 14,90.

In diesem Buch gewähren die beiden Autoren,

eine Mutter und ein Drogenarzt, tiefe

Einblicke in die Drogenproblematik aus Sicht

der Patienten, der Angehörigen, der Ärzte.

Wie Heidi Inffeld, Künstlerin und Mutter eines

jungen Drogenabhängigen, betonte, „war

es nicht leicht, ein Stück Seele preiszugeben.

Aber es war nötig, für viele, die mittendrin

stecken und gerade herauswollen“. ■

Praxisbuch

Gynäkologische Onkologie

Diese Publikation ist ein

wichtiges Standardwerk

für die praktische Umsetzung

der Betreuung gynäkologisch

onkologischer

Patientinnen im klinischen

Alltag. Die vier Autoren

Edgar Petru, Walter Jonat, Daniel Fink

und Ossi Köchli beantworten hier die relevanten

Fragestellungen des klinischen Alltags

der gynäkologischen Onkologie in übersichtlicher,

klarer und kompakter Form. Die Standards

in Diagnostik und Therapie werden detailliert

dargestellt und besonders hervorgehoben.

Bei unklaren und kontroversen Themen

der Gynäkologischen Onkologie haben die Autoren

eine klinische Gewichtung bzw. Bewertung

vorgenommen, um dem Leser eine kritische

Bewusstseinsbildung zu ermöglichen. ■

Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2005

Preis € 69,95

ISBN 3-540-25667-9

Folder „Sauber werden“

Jedes Kind braucht seine Zeit

zum Sauberwerden. Dieser Entwicklungsprozess

eines Kindes

verläuft sehr individuell. Hilfreiche

Tipps für die Sauberkeitserziehung

und Antworten auf

die häufigsten Fragen enthält

der Folder „Sauber werden“.

Erhältlich ist diese Broschüre

beim Forum Babyhygiene, 1070 Wien, Siebensterngasse

31 oder über E-Mail:

info@forum-babyhygiene.at.


Immer aktuell!

www.gsund.net

www.kages.at

Brustkrebshilfe: „Buch und Pass“

Die Brustkrebshilfe ist ein gemeinnütziger

Verein mit dem Ziel, Frauen und in selteneren

Fällen auch Männern mit dieser Erkrankung

unbürokratisch und rasch zu helfen.

Das Brustkrebs-Buch informiert über alle mit

dieser schweren Erkrankung zusammenhängenden

Themen wie

Vorsorgeuntersuchung,

Therapieformen oder

Medikamente.

Der Brustpass liefert einen

schnellen Überblick

über den persönlichen

Krankheitsverlauf, bereits

gestellte Befunde

sowie umfangreiche

Tipps zum Thema Vorund

Nachsorge.

Brustkrebs-Buch und

Brustpass können per

Telefon, E-Mail oder direkt

im Büro für Brustkrebshilfe

angefordert

werden:

Körblergasse 42, 8010 Graz

Tel. + 43-316-3600-977

E-Mail: office@brustkrebshilfe.at

Web: www.brustkrebshilfe.at

Gesundheits-Tagung im

Stift St. Lambrecht

Gesundheit (das Wichtigste in unserem Leben?),

Lebensbedingungen, Lebensaufgabe

und LebensART sind einige der interessanten

Programminhalte der diesjährigen Gesundheits-Tagung

im Stift St. Lambrecht. ■

Zeit: 13. Mai 2006, ganztägig

Organisation: Prim. Dr. Gerald Fugger,

LKH Stolzalpe

Tel.: 03532-2424-2214

Haben Sie Ihren Namen

oder Ihre Adresse

geändert?

In diesen Fällen geben Sie dies bitte dem

Personalbüro Ihrer Verwaltungsdirektion

bekannt. Damit ermöglichen Sie uns,

Ihnen das Mitarbeitermagazin G‘sund

zuzuschicken.


Menschen helfen Menschen

März 2006


34

QUALITÄTSMANAGEMENT

Health Care Needs Assessment

for Geriatric Services in Austria

Steirischer Beitrag bei der 13. European Public

Health Conference (EUPHA) in der Grazer Stadthalle

as ist die Kernaufgabe von Public

„WHealth zu Beginn des 21. Jahrhunderts?“,

war eine der Hauptfragen der 13.

EUPHA-Tagung der European Public Health

Association vom 10. bis 12. November 2005

in Graz. 840 Teilnehmer aus 55 Ländern und

allen Kontinenten nahmen an diesem Kongress

teil. Seine Ausrichtung in Österreich ist

nicht zuletzt das Verdienst von Univ.-Prof. Dr.

Horst Noack, dem österreichischen Pionier

im Bereich Public Health.

Im Rahmen dieses Kongresses präsentierte

Dr. Almut-Michaela Frank von der Medizinischen

Direktion der KAGes das Poster

„Health Care Needs Assessment for Geriatric

Services in Austria” mit dem Thema der

Bedarfsanalyse für die Akutgeriatrie/Remobilisation.

Autoren dieses Posters waren neben

Dr. Almut-Michaela Frank OA Dr. Peter

Mrak, Med. Direktor Dr. August Gomsi, Prim.

Dr. Bernhard Bauer, Prim. Dr. Anton Hartweger,

Dr. A. Martin, Prim. Dr. Wolfgang Schellnegger.

Wir bringen die Präsentation in der englischen

Originalfassung mit einer ausgewählten

Grafik.

Background

Since the elderly population is growing fast

there will be an additional need to provide

special geriatric hospital care in the near future.

The model which is to be implemented

in Austria is to establish wards for acute geriatric

care and early rehabilitation (AG/Rem)

that focus on acute care as well as rehabilitation,

both offered by a specially trained

multidisciplinary team. For the province of

Styria, which has about 1,2 million inhabitants,

the Austrian hospital plan (ÖKAP) proposes

to create 381 inpatient beds by the

year 2005. The planning parameters used by

the ÖKAP were: 60% of inpatients aged ≥ 65

years, length of stay ≥ 24 days, planned stay

at the AG/Rem ward for 28 days with an occupancy

rate of 90%. Since the results were

inconsistent with our experience, we empirically

tested the assumptions.

Methods

• An evaluation of the already existing

AG/Rem-wards was made to collect patient

information such as age, diagnosis,

needs and admission criteria as well as

hospital data including ward usage, usual

occupancy and length of stay.

Dr. Almut-Michaela Frank vor dem

österreichischen Posterbeitrag der KAGes.

• At two days, all patients aged 60 years

hospitalised in seven internal, five surgical

and one neurological department, were

screened for AG/Rem-need using a specially

developed checklist (table 1). Inclusion

and exclusion criteria were set before

the inquiry.

• The collected data was analysed in several

ways. The length of stay and patient

diagnoses were considered to be particularly

significant. Various age brackets

were also examined before the final age

limit for planning was set at 70.

Results

From 1104 screened patients we found 104

patients aged 70 years and above, who fulfilled

all criteria for an admission in an

AG/Rem Ward. The inclusion rate in the surgical

wards was generally higher than in the

internal wards. None of the orthopaedic and

neurological patients fulfilled the inclusion

criteria.

Checklist for AG/REM-need

1. Is the patient multimorbid?

2. Is it required to provide complex discharge management?

3. Is the patient willing to cooperate for his rehabilitation

4. Is the patient orientated (according to the person or situation)?

5. Does the patient easily get exhausted?

6. Does the patient walk slowly and shows little movement?

7. Does the patient have little strength in his hands?

yes

no

Conclusions

Drawing on the results of our inquiry we decided

to develop a planning method specifically

for our hospitals, different from the one

used in the ÖKAP. Depending on the medical

speciality a certain percentage of the estimated

number of patients aged 70 years and

above will be used in the planning year.

Length of stay will be 21 days at an occupancy

rate of 90%. First calculations show that

the 381 beds for 2005 should almost double

by 2010. The first step will be to establish

AG/Rem wards in every region of our province.

There still remain some questions for the

further planning. One of the most important

is how many general acute beds can be substituted

by the AG/Rem.


8. Does the patient need help performing the activities of daily living? (ADL-Score)

9. Was the patient mobile and/or living autonomously before the acute sickness?

Contact person:

Ms. AMF Almut-Michaela Frank

Styrian Hospitals Association, Austria

Stiftingtalstrasse 4-6, 8010 Graz

März 2006

Menschen helfen Menschen


QUALITÄTSMANAGEMENT 35

Storytelling

Dialektische Moderation in Organisationen (Teil 1)

Mag. Roland Schaffler befasste sich in den letzten 15

Jahren mit Moderation als angewandte Dialektik für das

Problemlösen in Organisationen, Gruppen und mit einzelnen

Menschen. In unserer neuen G’sund-Serie präsentieren

wir Ihnen Auszüge aus dem noch unveröffentlichten

Buch: Das goldene Band des Aonghus O´Daláigh

– Leadership durch Dialektik und Moderation, 2006.

In alten Zeiten war die Dialektik selbstverständlicher

Teil der Grundausbildung junger

Menschen, die später Verantwortung für

andere übernehmen sollten. Sie wurden zusammen

mit der Rhetorik, der Logik, der Hermeneutik

u.a. auf zukünftige Führungsaufgaben

vorbereitet. Vieles, was heute Trainer

und Berater als neue Methoden einsetzen,

war in seinem Wesen bereits vor über 2000

Jahren bekannt (die Bestandteile des Neurolinguistischen

Programmierens, Storytelling,

Coaching, Mediation, Fragetechniken, Visualisierung,

Präsentationstechniken, Entscheidungsmodelle

usf.). Vieles, was damals noch

vor den spezialisierten Ausbildungen kam,

müssen wir uns heute in Seminaren neben

unserer „eigentlichen“ Arbeit mühsam zusammensuchen.

Dialektik ist Einstellung

Dialektik, besonders die Dialektik des Diskurses

als die Kunst, Konsens und Problemlösung

zu erreichen, ist nicht nur Technik. Sie ist vor

allem Einstellung zu anderen und zu sich

selbst. Doch Einstellung ist leichter durch Geschichten

zu vermitteln. Hier die erste, bei der

Aonghus zu seiner Schülerin spricht:

Storytelling für

die O´Mahoneys …

Aus diesem Storytelling, das schon von

großer Bedeutung war zu den Zeiten, als die

Kelten die Herren über die Inseln im Westen,

das was wir heute als England, Schottland,

Wales, Irland und Man bezeichnen, waren,

hat sich im Laufe der Zeit eine wichtige Kunst

entwickelt: das Moderieren. Die Sais, so bezeichnen

wir im Gälischen die Nachfahren der

Angelsachsen, die Engländer, verwenden das

Wort „moderate“ dafür. Die Römer hatten das

Wort „moderare“. Beim vierten General des

Jesuitenordens, Claudio Aquaviva, durfte ich

einen wichtigen Teil meiner Ausbildung genießen.

Ich war während meiner Studienreise

am Mittelmeer 1592 auch zu Besuch bei meinem

Onkel, dem Erzbischof von Coimbra in

Portugal. Aquaviva hielt sich einige Wochen

bei ihm auf. Er hatte mit der Organisation seines

Ordens, der zu dieser Zeit seine Arbeit bereits

in vielen Ländern Europas versah, viel zu

tun. Bei all seinen Sorgen um die weit verstreuten

Brüder war er ein immer freundlicher

und besonnener Mann. Er strahlte die Art von

Ruhe aus, die alle Menschen in seiner Umgebung

mit einem Mantel der Sicherheit umgab.

Obwohl sein Rang, sein Wissen und seine

Weisheit Ehrfurcht geboten, war es unvermeidlich,

sich zu ihm hingezogen zu fühlen. Er

hatte gütige Augen, eine Stimme wie Samt

und nahm jeden, der zu ihm kam, mit Demut

und Selbstsicherheit an. Seine Stellung war

mit vielen Entscheidungen verbunden, die er

immer mit jenen Menschen zu treffen suchte,

die sie ausführen sollten. Man könnte fast sagen,

er traf gar keine Entscheidungen, er

suchte immer liebevoll Vereinbarungen zustande

zu bringen. Er hatte aber auch ein klares

Nein zur Hand, wenn er es brauchte. In

vielen Gesprächen – unter vier Augen oder

mit vielen in der Runde – oft sogar schriftlich,

wenn es um Angelegenheiten fernab seines

Aufenthaltsortes ging, moderierte er die

Menschen und verwendete seine Kunst zur

Führung seines Ordens, im Beistand für Einzelne

und auch im Dialog mit anderen Einrichtungen

weltlicher und kirchlicher Natur. Er

war für mich der erste Moderator, dem ich

bei seinem Wirken zusehen durfte. Sein Leitspruch

war: Fortiter in re, suaviter in modo:

Sei bestimmt in der Sache und sanft in der

Form. Er drückte es in einem unserer Gespräche

einmal so aus: „Es wird nicht schwer

sein, zu sehen, wie Nachdruck und Milde verbunden

sein müssen, dass wir stark seien in

der Erreichung des Ziels und milde in der Art,

es zu erreichen.“ ....

.... Die meisten Aufgaben der Menschen

brauchen nicht einen, der alles kann und alles

weiß. Schau dir die Fischer an, wenn sie mit

ihren Booten aufs Meer fahren, um ihm ihren

Anteil abzuringen. Sie arbeiten am gemeinsamen

Werke. Denke an die Schreiber und

Künstler, die unsere großen heiligen Bücher

geschaffen haben. Auch sie arbeiteten am gemeinsamen

Werke. Stell dir die Kirchen und

Kathedralen deiner Heimat vor. Wie viele

Menschen machten diese Werke erst durch

ihr Zusammenwirken möglich! Es ist sehr einfach,

als Bester seiner jeweiligen Disziplin etwas

für sich zu erreichen. Die Menschheit

lebt aber von den gemeinsamen Werken und

alle Kulturen blicken auf sie voll Stolz.

Aonghus O’Daláigh und seine Schülerin waren

im Gespräch bis zum alten Turm der

O´Mahoneys gewandert. Von dort sah man

die Siedlungen am anderen Ufer der Bay, die

Steinmauern, die die Felder umgrenzten, und

als kleine weiße Punkte die Schafe. Von ihnen

und von den Fischen lebten hier alle

Menschen.


schaffler@oekz.at

Newsletter-Service

Die Redaktion von G’sund.net möchte damit mit den Leserinnen und Lesern des Online-Informationsangebotes

von www.gsund.net regelmäßig kommunizieren und über die aktuellen

Meldungen vor allem aus dem steirischen Gesundheits- und Sozialbereich informieren. ■

Mehr dazu:

www.gsund.net

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März 2006


36

QUALITÄTSMANAGEMENT

Pflegeführungskräfte-Treffen in Rottenmann

Wichtiger Erfahrungsaustausch der Pflegedienstleitungen des Bezirkes Liezen

Der jahrelang gehegte Wunsch

nach einem persönlichen

Kontakt zu den Leiterinnen der

umliegenden Pflegeheime und extramuralen

Einrichtungen ging am

17. Februar 2006 in Erfüllung. Der

Einladung der Pflegedirektorin Ilse

Löb vom LKH Rottenmann sind

fast alle Pflegedienstleitungen

sowie einige Verwaltungsleiter

mit der Führungsebene der Pflege

nachgekommen. Nach einer kurzen

Vorstellungsrunde gab es bereits

eine rege Diskussion. Eine

Vielzahl von Anliegen aber auch

Problemen konnten direkt erörtert und geklärt

werden.

Das Vorgebrachte wurde schriftlich festgehalten

und es ist somit für jeden noch einmal

Das Ziel der seit dem Jahr 1994 laufenden

Kooperation der KAGES mit dem Institut

für Sozialmedizin (W. Freidl) und dem Institut

für Soziologie (P. Gasser-Steiner) lag in der

langfristig angelegten Entwicklung eines

standardisierten und geprüften Fragebogen-

Instruments zur Messung der Patientenzufriedenheit

bei stationär aufgenommen Krankenhauspatienten.

Auf der Grundlage einer Reihe von Vorstudien

in verschiedenen steirischen Krankenanstalten

– mit dem Einsatz quantitativer und

qualitativer Methoden der Zufriedenheitsmessung

– wurde ein theoretisches Konzept

operationalisiert, das Zufriedenheit nach verschiedenen

Aspekten (Dimensionen) differenziert

und dadurch den Patienten die Möglichkeit

gibt, in umfassender Weise ihre Erfahrungen

während eines stationären Aufenthaltes

zu bewerten.

Das Instrument erfasst folgende Aspekte der

Patientenzufriedenheit: Patienteninformation

und Patientenaufklärung; Kommunikationsqualität

der Ärzteschaft und des Pflegepersonals;

Professionelle Kompetenz der

Ärzteschaft und des Pflegepersonals; Hotelqualität

des Krankenhauses; Entlassung aus

dem Krankenhaus; subjektive Belastungsgefühle

im Krankenhaus.

Die Pflegeführungskräfte des Bezirkes Liezen trafen sich erstmals zum Erfahrungsaustausch im LKH

Rottenmann.

nachlesbar, wie man gemeinsam verblieben

ist. Mit diesem Protokoll wurde auch eine

Bilddokumentation an alle Teilnehmer gemailt.

Nach diesem positiven ersten Treffen

Messung der Patientenzufriedenheit

Systematische und periodische Befragung in den steirischen LKHs

Mittels des Fragebogeninstruments, das sich

nach den Vorstudien ergeben hatte, wurde

eine Zufriedenheitsmessung an einer Eichstichprobe

durchgeführt, die ausreichend

groß ist, um mit multivariaten statistischen

Verfahren eine Itemanalyse vorzunehmen.

Die Itemanalyse auf der Basis der über 5000

eingelangten Fragebögen diente zur Überprüfung

der Güte der Messung, ihrer theoretischen

Voraussetzungen und der Geeignetheit

der einzelnen Items (Fragebogen-Fragen)

in ihren Beiträgen zur jeweiligen Zufriedenheitsdimension.

Die Datenanalyse an der Eichstichprobe

kommt zu zwei wesentlichen Ergebnissen:

• Es wird ein Fragebogen zur Messung der

Patientenzufriedenheit vorgelegt, der testtheoretische

Gütekriterien erfüllt und dimensional

überprüft ist. Die Zufriedenheitsmessung

durch den Einsatz dieses

Fragebogens kann somit beanspruchen,

wissenschaftlichen Kriterien der Messgüte

zu entsprechen.

• Es wird eine Normentabelle erstellt, die

Normwerte für die verschiedenen Zufriedenheitsdimensionen

enthält. Dadurch

können die Ergebnisse der Zufriedenheitsmessungen

in einem einzelnen Krankhaus

mit den Ergebnissen der Eichstichprobe

sind weitere Zusammenkünfte an unterschiedlichen

Orten vorgesehen. ■

ilse.loeb@lkh-rottenmann.at

verglichen werden und Abweichungen

nach oben oder unten sind zu konstatieren.

Diese Normwerte haben v.a. den Vorteil,

dass in die Gruppenvergleich die Wirkungen

von „Störvariablen“ einbezogen sind:

Darunter werden jene Einflüsse verstanden,

die von bestimmtem Befragtenmerkmalen

(Alter und Geschlecht) sowie Merkmalen

der Station (internistische, chirurgische

und gynäkologische Stationen) ausgehen

und in systematischer Weise auf

die Zufriedenheitsurteile einwirken und

die Vergleiche zwischen verschiedenen

Patienten-gruppen verzerren. Werden z.B.

zwei Patientengruppen mit unterschiedlichem

Altersaufbau verglichen, muss man

den Alterseinfluss in Rechnung stellen.

Die einfachste Form der Ausschaltung der

Störvariable „Alter“ liegt in der Konstanthaltung

dieses Merkmals, indem man nur

innerhalb altershomogener Gruppen Vergleiche

anstellt. Somit ist sichergestellt,

dass Patientengruppen nur mit jenen Teilgruppen

der Eichstichprobe verglichen

werden, die für solche Vergleiche geeignet

sind.


Dr. Ulrike Stark, Medizinische Direktion

März 2006

Menschen helfen Menschen


QUALITÄTSMANAGEMENT 37

QM-Kommissionen

In den steirischen LKHs sind die gesetzlichen Vorgaben erfüllt

Das Engagement der Qualitätsmanagement-Kommissionen ist ein wesentlicher Beitrag für eine hochwertige

und patientenorientierte Leistungsentwicklung in den steirischen LKHs.

LKH Bad Aussee. LKH Judenburg-Knittelfeld. LKH Mürzzuschlag-Mariazell.

Von links: OA Dr. Karin Köhl, PDL Rosa Lemmerer,

Christine Baumgartner, DGKS Karoline

Schwillinger, OA Dr. Rudolf Lind, MTA Martina

Schweiger, RTA Vera Schlömmer.

Vorne, von links: BRV Gerhard Wechtitsch, DGKS

Karin Feuchter (HFK), DGKP Vinzenz Tieber (QB).

Von links: DGKS Inga Steinkellner, DGKS Sylvia Gally, DGKS

Charlotte Holl, RTA Martina Schwengerer, MTA Christine

Hansmann, QB DGKP Werner Poms, OA Dr. Hermann Traby,

QMK-Vorsitzende-Stv. PDir-Stv. Gertrud Reiner, QMK-Vorsitzender

Prim. Univ.-Doz. Dr. Hans Offenbacher, Jürgen

Schiechl, BRV KNI Hubert Ritzinger.

Vorne von links das Team mit seinen neun Mitgliedern:

Rosemarie Heumann, Hubert Veitschegger,

Monika Willingshofer, Brigitte Rößler, Peter

Stieninger.

Hinten, von links: Gabriele Würzl, Andrea Heil,

Martin Pernsteiner, Josef Schneidhofer.

Entwicklung von

Pflegestandards

Qualitätsmanagement unterstützt diesen

Prozess

Die Abteilung Pflege der Personaldirektion

der KAGes

entwickelt schon seit Jahren

Pflegestandards, um die Qualität

im Krankenhaus zu gewährleisten

und kontinuierlich zu verbessern.

Die Effizienz und Effektivität

dieser Arbeit zeigt sich

darin, dass unsere Standards die

notwendige Qualität aufweisen,

um vom Österreichischen Normungsinstitut

als ON-Regel veröffentlicht

zu werden.

Neue Standards

Die neueste Veröffentlichung behandelt

die „Dialyse-Standards“

und die „Peritonealdialyse-Standards“

und ist seit 1. Dezember

2005 erhältlich. Der Einsatz dieser

Instrumente soll eine transparente

und kontinuierliche Versorgung

der Patienten in unserem

Unternehmen gewährleisten.

ARGE Dialyse

Diese Standards sind das Ergebnis

der „ARGE Dialyse“ und wurden

in einer interdisziplinären

Zusammenarbeit erstellt, an der

sich auch externe Dialysezentren

der Steiermark und des Burgenlands

beteiligten. ■

monika.pisleritsch@kages.at

LKH Voitsberg

Vorweihnachtliche Spendenaktion

Bereits zum dritten

Male wurde

in der Vorweihnachtszeit

von den

Mitarbeitern der OPs

und Chirurgischen

Ambulanzeinheit, unter

Leitung von DGKS

Elisabeth Reindl und

DGKS Brigitte Kainz,

ein namhafter Geldbetrag

gesammelt.

2003 wurde der Geldbetrag

dem kleinen

Jan Dieter gespendet,

der an der seltenen

Erkrankung Ichthyosis congenito

(Morbus Harlekin) leidet.

2004 wurde eine Familie in Edelschrott

unterstützt, die durch einen

Brand ihr Hab und Gut verloren

hatte, sowie eine weitere Familie

aus Voitsberg. 2005 haben

wir durch einen tragischen Unfall

unseren Mitarbeiter Thomas

Andreas Uhl (links) und Manfred Marhl

besuchten am Weihnachtsabend Yvonne

Schrapf und brachten dabei einen Christbaum

und Geschenke für die Kinder mit.

Malli verloren. Den gesammelten

Geldbetrag stellten wir seiner Lebenspartnerin

Yvonne Schrapf

und ihren beiden Kindern zur Verfügung.


Pflegedirektor Dorothea

Konrath,

LKH Voitsberg

Menschen helfen Menschen

März 2006


38

QUALITÄTSMANAGEMENT

Den Anstoß für den Einsatz von BIO-Produkten

in der Großküche des LKH Bruck

a.d. Mur gab eine Fortbildungsveranstaltung

des Ernteverbandes, bei dem die BIO-Produktpalette

vorgestellt wurde.

Seit nahezu acht Jahren werden nun in der

Brucker Krankenhausküche ausschließlich

BIO-Vollkornbrot, -Hühnerfleisch und -Eier

verwendet. Zum Teil werden auch BIO-Rindund

Kalbfleisch, -Schweinefleisch sowie -

Milch- und -Getreideprodukte und -Gemüse

verwendet.

„Gsund kochen und

essen (von links):

„Bio Ernte“-Obmann

Ing. Herbert Kain,

Küchenchef LKH

Bruck Roman Seitz,

Diätologin Christina

Podolan, Gerhard

Frosch (Küche LKH

Bad Aussee),

Landesrat Johann

Seitinger,

Krankenhausdirektor

Nikolaus Koller.

Bio im LKH Bruck a.d. Mur

„Gesunder Einkauf“ für die Brucker Krankenhausküche

Viele Gründe für BIO Produkte

Die überzeugenden Gründe für den Einsatz

von BIO-Produkten reichen vom Umweltschutz

bis zum Tierschutz. Auch der gesundheitliche

Vorteil und die „Vorbildwirkung“

den Patienten gegenüber sind gerade für ein

Krankenhaus von besonderer Bedeutung. So

konnte beispielsweise im BIO-Getreide ein

deutlich höherer Gehalt an essentiellen Aminosäuren

und gegensätzlich dazu eine verminderte

Pestizid-, Schwermetall- und Mykotoxinbelastung

nachgewiesen werden. Aber

auch BIO-Fleisch, -Milch und -Eiern werden

ernährungsphysiologische und gesundheitliche

Vorteile zugeschrieben.

Erfolgreiche Präsentation

bei Pressekonferenz

Wegen der langjährigen Erfahrung mit der

Verarbeitung von BIO-Produkten im LKH

Bruck a.d. Mur wurde hier im Juni 2004 die

BIO-Pressekonferenz abgehalten. Dafür wurde

ein Resümee über das 2002 gestartete

Projekt „BIO in Großküchen“ gezogen und

der verstärkte Einsatz von BIO-Lebensmitteln

in den steirischen Großkücheninstitutionen

diskutiert. Dabei liegt eine Herausforderung

für die Küchenleitung darin, ohne wesentliche

Mehrkosten hochwertige Lebensmittel

aus biologischer Herkunft zu verwenden.

Speiseplangestaltung und

Patientenmotivation

Mittlerweile beläuft sich die BIO-Produkte-

Verwendung im LKH Bruck a.d. Mur auf ca.

25% der gesamten verarbeiteten Nahrungsmittel.

Die Verpflegung unserer Patienten ist wesentlich

für deren Zufriedenheit. Daher sind

wir bemüht, den Speiseplan mit qualitativ

hochwertigen Produkten zu gestalten und

trotz allem die Finanzierbarkeit zu gewährleisten.

Es ist uns auch ein wesentliches Anliegen,

den Einsatz von BIO-Produkten für

den Patienten sichtbar zu machen. Diese

Vorbildwirkung soll den Patienten motivieren,

auch zu Hause zumindest in kleinen

Schritten BIO-Produkte einzusetzen. ■

Betriebsdirektor Nikolaus Koller, MAS,

LKH Bruck a.d. Mur

BIO-Webtipps

www.ernte-steiermark.at

www.fairtrade.at

QB-Treffen auf Stolzalpe

KAGes-weiter Erfahrungsaustausch auf hohem Niveau

Das Allgemeine und Orthopädische

Landeskrankenhaus Stolzalpe war

im Oktober 2005 Standort des halbjährlichen

KAGes-weiten Treffens der Qualitätsbeauftragten.

14 Qualitätsbeauftragte aus den verschiedensten

Standorten und 6 Mitarbeiter

aus der Zentraldirektion führten

einen intensiven Erfahrungsaustausch,

erhielten Informationen über die weiteren

Projekte der Med. Direktion und erlebten

zwei Projektpräsentationen.

Für meine Präsentation als Gastgeberin

hat sich das Projekt „Orthopädische

Aufnahmestraße im Haus 1“ ganz von

selbst angeboten. Dabei konnte ich

Pflegedirektorin Renate Schwarz und der Ärztliche Leiter

Univ.-Prof. Dr. Reinhard Graf bei der Begrüßung.

auch gleich über ein zweites Projekt und

unsere „Erfahrungen mit der Prozessmodellierung

in ADONIS®“ berichten.

Die zweite Präsentation erfolgte durch

Katalin Oberrainer, die Qualitätsbeauftragte

des LKH-Bruck/Mur, zum Thema

„Mitarbeitereinführung-NEU“. Als

gemütlicher Ausklang machte Kilian

Schwarz eine Führung durch die Gesundheitswerkstätte

und schilderte die

Entwicklung unseres Hauses. Seine

Beiträge zur Gesundheitsprävention gaben

uns gute Tipps mit nach Hause. ■

QB Renate Frank, LKH Stolzalpe

März 2006

Menschen helfen Menschen


QUALITÄTSMANAGEMENT 39

Gütesiegel für Bad Aussee

Von rechts:

Küchenleiter Bruno

Apfelknab mit

Gerhard Frosch und

dem HACCP*-

Zertifikat.

*Hazard Analysis of critical

control points

ist eine Eigenkontrolle

kritischer Gefahrenbereiche

In der Zentralküche des LKH

Bad Aussee wird nicht nur auf

Bio-Lebensmittel, sondern auch

auf die Einhaltung kontrollierter

Qualitätskriterien gesetzt. So

konnte Prim. Dr. Anasthasios Bogiatzis

vom Institut für Krankenhaushygiene

und Mikrobiologie

in einem feierlichen Rahmen

dem Küchenleiter Bruno Apfelknap

und seinem Team das

HACCP-Zertifikat überreichen. ■

Parenterale Ernährung – Folder

Im Rahmen von therapeutischen

Maßnahmen kommt der

Ernährungsmedizin wesentliche

Bedeutung zu. Das Ernährungsteam

am LKH-Univ.Klinikum

Graz hat in einer interdisziplinären

Arbeitsgruppe Maßnahmen

zur Verbesserung der Ernährungssituation

von Patienten mit

parenteraler Ernährung und einen

Leitfaden erarbeitet.

Der in Form eines Folders gestaltete

Leitfaden berücksichtigt

die neuesten Richtlinien.

Sein Inhalt beschränkt sich auf

wesentliche Anleitungen wie:

Indikation für parenterale

Ernährung, Kalorienbedarf,

Flüssigkeitsbedarf, Ernährungsaufbau,

Handhabung von parenteraler

Ernährung, Zusatz

von Vitaminen und Spurenelementen,

Insulindosierung, Labormonitoring

und Inhalt von

Infusionsregimen. ■

Kontakt:

Anna M. Eisenberger

Ltd. Diätologin

Koordination & Organisation

Ernährungsteam

LKH-Univ. Klinikum Graz

anna.eisenberger@klinikum-graz.at

Menschen helfen Menschen

März 2006


40

INFRASTRUKTUR & TECHNIK

Suchen, finden und gewinnen?

1. Fenster 2. Fenster

3. Fenster

Das LKH-Univ.Klinikum Graz ist ein wunderbares

Beispiel für die harmonische

Verbindung der Jugendstil-Pavillons der

Gründerzeit mit moderner Architektur. Die

G’sund-Redaktion ist auf der Suche nach den

drei abgebildeten schönen Jugendstil-Fenstern,

die unter www.kages.at / architektur

präsentiert werden sollen. Sollten Sie eines

oder auch mehrere dieser Jugendstil-Fenster

erkennen, schicken Sie bitte einen Hinweis

mit der Angabe der Fotonummer und des dazugehörenden

Gebäudes und mit dem Kennwort

Fenster an folgende Adresse:

gsund@kages.at

oder an

G’sund-Redaktion,

Stiftingtalstraße 4–6, 8010 Graz.

Unter den Einsendungen mit zumindest einem

richtigen Tipp verlosen wir drei Buchpreise.

Die Gewinner werden unter Ausschluss der

Öffentlichkeit gezogen. Der Rechtsweg ist

ausgeschlossen. Einsendeschluss ist der 15.

Mai 2006.


Spitalsarchitektur-Highlights

Im Interesse des Patienten- und des Mitarbeiterwohls hat die KAGes

bei der Planung und Umsetzung der vielen Bauprojekte neben der

Funktionalität und Wirtschaftlichkeit auch den baukünstlerischen

Aspekt berücksichtigt.

Die schönsten und beeindruckendsten Ansichten, großartig fotografiert,

sind als „Perspektiven der Architektur“ im Internet dokumentiert. ■

Mehr dazu:

www.architektur.kages.at

März 2006

Menschen helfen Menschen


Grazer Frauenklinik noch attraktiver

Gleichenfeier zum Funktionszubau an der Grazer Universitätsklinik für

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Bereits unübersehbar:

die neuen Konturen.

Mit der Errichtung der Klinischen Abteilung

für Allgemeine Geburtshilfe und

deren hochkarätiger Besetzung durch den international

renommierten Prof. Dr. Uwe Lang

hat die Geburtshilfliche Abteilung in den letzten

Jahren zukunftsweisende Strukturen bekommen.

Aber auch baulich und von der Ausstattung

her befindet sie sich auf dem besten

Weg zu einer europäischen Spitzenklinik.

Auf dem Weg zum

Qualitätsdomizil

Bereits im Jahre 1997 wurde der Gebärtrakt

Auf dem Weg zur Gleichengeldübergabe: Die beiden

Vorstandsdirektoren Dipl.-Ing. C. Kehrer (links) und E. Hecke

(rechts) sowie Landesrat Mag. H. Hirt mit Scheibtruhe.

Süd umgebaut und 2003 der Gynäkologie-

Trakt Süd generalsaniert. Die Gebärambulanz

wurde erst jüngst neu gestaltet und vermittelt

eine angenehme Atmosphäre.

Mit der Gleichenfeier zum Funktionszubau

hat der imposante Zubau seine interessante

äußerliche Form angenommen. Dieser wird

neben einem modernst ausgestatteten Entbindungsbereich

auch topmoderne OP-Einheiten

umfassen. Insgesamt wird der Funktionszubau

nach einer rund zweijährigen Bauzeit

im Feber 2007 fertig gestellt sein.

Die gesamte Modernisierung der Frauenklinik

mit den noch ausstehenden

Generalsanierungen des

Gebär-Traktes Nord und des

Gynäkologie-Traktes Nord

wird voraussichtlich im Dezember

2009 abgeschlossen

sein.

Beim Funktionszubau der Grazer Frauenklinik

wurden hinsichtlich bauphysiologischer

Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit

neue Maßstäbe gesetzt.

Umweltfreundliches

Bauvorhaben

Bei diesem Funktionszubau

wurden neue Maßstäbe hinsichtlich

bauphysiologischer

Umweltverträglichkeit und

Nachhaltigkeit gesetzt. Dies

begann bereits bei den Planungen

und Ausschreibungen

und zog sich durch bis zur Verwendung

von Halogen- und PVC-freien Baustoffen,

lösungsmittelfreien Lacken und Anstrichen

sowie bis zum Verzicht auf die Verwendung

von Tropenholz.


Ing. Walter Brückler, Technische Direktion,

und Mag. Helmut Meinhart, Medien und

Öffentlichkeitsarbeit

Fotos: KAGes

Menschen helfen Menschen März 2006


42

INFRASTRUKTUR & TECHNIK

IN ALLER KÜRZE

E-Learning-Plattform zum Nachhaltigen

Bauen und Sanieren

Das umfassende Weiterbildungsangebot für

nachhaltiges Bauen und Sanieren des WIN-

BAU-Lehrgangs wird um eine E-Learning-

Plattform ausgeweitet. Diese vermittelt

Fachwissen in der Verbindung von Energie,

Ökologie und Ökonomie.

Namhafte Experten haben Inhalte und

auch Praxisbeispiele für Grundlagen der

Nachhaltigkeit, nachhaltige Standortgestaltung

und ökologische Baustoffauswahl

zusammengestellt.


Architektenwettbewerb für LSF Graz

Neues Qualitätsdomizil durch Zu- und Umbau des A-Gebäudes

Dank neuer Erkenntnisse

haben sich die Behandlungsmöglichkeiten

von Abhängigkeitserkrankungen

enorm weiterentwickelt.

Gefordert ist hiezu auch die

bauliche Voraussetzung.

Nach Fertigstellung des Zuund

Umbaues des A-Gebäudes

wird die Abteilung

für Abhängigkeitserkrankungen

der Landesnervenklinik

Sigmund Freud

Graz in ein neues Qualitätsdomizil

einziehen können.

Architektenwettbewerb

Im Rahmen eines EU-wei-

Mehr dazu:

www.oeko.at

Zubau verbessert Rottenmanner

Infrastruktur

Bereits Anfang September war der Spatenstich

für den architektonisch interessanten

Zubau des Funktionstraktes des LKH Rottenmann.

Nach seiner für Mitte 2007 vorgesehenen

Inbetriebnahme wird das LKH Rottenmann

über modernste Infrastruktur in den

Funktionsbereichen Intensivstation, Dialyse

und Radiologie verfügen.

Durch den Zubau wird die derzeitige Nutzfläche

des LKH Rottenmann um 1166 m 2 erhöht

werden. Die Gesamtkosten des Projektes

belaufen sich auf rund 9,75 Millionen Euro. ■

Dipl.-Ing. Ulrike Winkler,

Technische Direktion, und

Mag. Helmut Meinhart,

Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

Perspektiven für südsteirische

Haus- und Kulturlandschaft

Das Siegermodell für den Zu- und Umbau des A-Gebäudes der LSF Graz von Arch.

Dipl.-Ing. Irmfried Windbichler.

Dipl.-Ing. Andreas Krasser und

Dipl.-Ing. Christoph Burthaler

Bauen in der Steiermark

Das Wohnhaus im Südsteirischen Weinland

Entwicklung und Perspektiven

Graz 2005.

Es ist schwierig, die außergewöhnlich schöne

südsteirische Kulturlandschaft so lebenswert

zu erhalten, dass sich die Bewohner

wie auch die Urlauber und Besucher gleichermaßen

wohl fühlen. Zur Förderung der

Baukultur, zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung

für eine Architektur, die auf die

Qualitäten und Besonderheiten des Naturparks

Südsteirisches Weinland Bedacht

nimmt, soll die neue Publikation „Bauen in

der Steiermark“ beitragen.


ten Architektenwettbewerbs

wurde eine attraktive baulich-architektonische

Lösung gesucht. Eine besondere

Herausforderung war die bestmögliche Symbiose

zwischen Funktionalität und architektonischer

Harmonie des denkmalgeschützten

Gebäudes. Die im Rahmen des Architektenwettbewerbs

eingereichten 24 Architekturkonzepte

mit überaus interessanten und markanten

Lösungen wurden bei

der Wettbewerbsausstellung

im Haus der Architektur auf

breitem Raum präsentiert.

Grazer Siegermodell

Die große Qualität des Siegerprojektes

von Architekt

Dipl.-Ing. Irmfried Windbichler

liegt im sensiblen Umgang

mit dem Außenraum

und in der respektvollen Anbindung

an das Bestandsgebäude.

Hervorzuheben ist

auch die funktionelle Strukturierung

des Gebäudes, das

den Idealvorstellungen der

Nutzer sehr nahe kommt.

Das Projekt vereint die bestmögliche

Kombination aus

den funktionellen Anforderungen, der architektonischen

und gestalterischen Qualitäten

und der städtebaulich außenräumlichen Verflechtung

mit dem Bestand.


März 2006

Menschen helfen Menschen


ORGANISATION & KOMMUNIKATION 43

Intranet im neuen Look

Neue Funktionalitäten und moderneres Layout

Das Intranet ist für viele

von uns bereits ein alltägliches

Arbeitswerkzeug.

Wir arbeiten laufend an der

Steigerung der Benutzerfreundlichkeit

und der Einfachheit

der Anwendung.

Die letzte Innovation im Intranet,

die jetzt bereits

mehrere Wochen online ist,

hat die neue Kopfleiste in

Karteireiterform als Herzstück.

Die Navigation zwischen

den Inhalten eines

Hauses und persönlich angepassten

Seiten, wie „Dienste&Applikationen“

und dem Posteingang der Dokumentenlenkung,

wird erheblich erleichtert.

http://intra.wei.kages.at/

Erleichterung

Zusätzlich findet man bereits in der Kopfleiste

die „Schnellsuche“. Der Suchbegriff kann

direkt in das Feld eingegeben werden und

mit Drücken der Return-Taste gelangt man

direkt zum Suchergebnis.

Österreichische e-Health-Strategie

Der Bürger im Mittelpunkt der Dokumentation und Kommunikation

Bei der Dokumentenlenkung ist es jetzt möglich,

den Erhalt von mehreren zugestellten

Dokumenten gleichzeitig zu bestätigen.

Flexibilität

Neu ist die Kategorie „Meine gemerkten Seiten“.

Alle Beiträge im Intranet sind mit der

Funktion „Seite merken“ versehen . So kann

man sich per Mausklick eine Auswahl von

Lesezeichen zusammenstellen. ■

Dimitra Marantidis,

Um die weiteren Investitionen in die Informationstechnologie

im österreichischen

Gesundheitswesen möglichst koordiniert zu

gestalten, hat das Bundesministerium Fachexperten

des österreichischen Gesundheitswesens

ersucht, eine e-Health-Strategie

auszuarbeiten. Nach achtmonatiger Arbeit

wurde das Ergebnis am 02.12.2004 der Bundesministerin

und der Fachöffentlichkeit präsentiert.

Auch die KAGes hat daran aktiv mitgearbeitet.

Dr. Werner Leodolter ist Mitglied

des Strategiearbeitskreises und hat den Arbeitskreis

„Identifikationsmanagement und

Langzeitarchivierung“ geleitet. Univ.-Doz.

Mag. Dr. Hubert Leitner hat am Arbeitskreis

„Systembezogene Informationssysteme“

und Dipl.-Ing. Dr. Helmut Brückler hat am Arbeitskreis

„Bürgerbezogene Informationssysteme“

mitgearbeitet. In Zukunft wird die KA-

Ges zur Zukunftssicherheit ihrer Informationssysteme

die Entwicklung dieser Richtlinien,

Empfehlungen und Standards dieser e-

Health-Strategie genau verfolgen.

Die Zielsetzung von e-Health ist:

„Integrierte Gesundheitsversorgung und Interoperabilität

der Informationssysteme, wobei

der Bürger im Mittelpunkt der Dokumentation

und Kommunikation steht!“

Die KAGes hat mit openMEDOCS eine sehr

gute Grundlage für die Entwicklung in Richtung

e-Health. Inzwischen werden zahlreichen

Ärzten die Arztbriefe bereits elektronisch

zugestellt und einige Ärzte sind im Pilotbetrieb

eines Befundportals eingebunden. ■

Die e-Health-Strategie finden Sie im Internet

unter: http://ehi.adv.at/

werner.leodolter@kages.at

Aufgefallen

Aufgefallen

„Welt“-Tage

UnternehmensInformationsManagement

Fast täglich scheint in letzter Zeit die Liste

der „Tage“ zu besonderen Anlässen zu

wachsen. Dafür gibt es ernsthafte Anlässe

wie den Weltwassertag, den Tag der Krankenpflege,

den Weltnichtrauchertag oder

Weltwassertag am 22. März 2006. Hier ein

Foto des Hubertussees im Mariazellerland.

den Welttag des Buches. Zu den Kuriositäten

dieser „Tage“ gehören wohl der Welt-

Toiletten-Tag oder der European Buy

Nothing Day.

Besichtigung eines Rettungshubschraubers

beim Tag der offenen Tür in Fürstenfeld.

„Tage“ der offenen Tür

Diese wohl beliebteste und erfolgreichste

Form der Kommunikation zwischen den

Mitarbeitern eines Spitals und der Bevölkerung

hat auch in der KAGes einen hohen

Stellenwert. Es ist für viele Menschen interessant

und spannend, hinter die „Kulissen“

eines Spitalsalltags zu sehen, bei normalem

Betrieb eher unzugängliche Funktionsbereiche

zu erleben und hautnah über

Diagnose- und Therapiemöglichkeiten informiert

zu werden.

So waren auch die „Tage“ der offenen Tür,

wie beispielsweise in Knittelfeld oder

Fürstenfeld, dank des großen Engagements

der Mitarbeiter äußerst erfolgreiche

Veranstaltungen.


Menschen helfen Menschen

März 2006


44

ORGANISATION & KOMMUNIKATION

openMEDOCS im LKH-Univ.Klinikum Graz

Die Einführung des neuen medizinischen Dokumentations- und

Kommunikationssystems konnte 2005 abgeschlossen werden

Im Jahr 2005 konnte die Einführung von

openMEDOCS, dem neuen medizinischen

Dokumentations- und Kommunikationssystem

der KAGes, im LKH-Univ.Klinikum Graz

abgeschlossen werden.

Nach weniger als drei Jahren Projektlaufzeit

ist es im Spätherbst des Jahres 2005 gelungen,

ein altes, den Ansprüchen an ein modernes

Krankenhaus-Informationssystem längst

nicht mehr genügendes EDV-System durch

openMEDOCS flächendeckend abzulösen.

OpenMEDOCS ermöglicht es, erstmals alle

medizinischen Informationen in einem einzigen

EDV-System zu dokumentieren und dann

per Knopfdruck auf Diagnosen, Befunde und

Arztbriefe aller Kliniken zuzugreifen. Durch

die Einbindung des Laborsystems, des Radiologie-Informationssystems,

die direkte Anbindung

diverser Subsysteme (z.B. Geburtendokumentationssystem)

und eine sehr komfortable

Möglichkeit, auf die Altdaten im vorherigen

Krankenhaus-Informationssystem

zuzugreifen, ist openMEDOCS zur Informations-

und Datendrehscheibe für die Behandlung

unserer PatientInnen geworden.

In Summe arbeiten im LKH-Univ.Klinikum

Graz derzeit ca. 3.800 MitarbeiterInnen aller

Berufsgruppen mit openMEDOCS, zu Tagesspitzenzeiten

bis zu 1.000 MitarbeiterInnen

gleichzeitig.

Die openMEDOCS-Implementierung im LKH-

Univ.Klinikum Graz ist der bei weitem größte

Das Führungsteam der KAGes und des LKH-Univ.Klinikum Graz mit den Verantwortlichen für die

Einführung von openMEDOCS im LKH-Univ.Klinikum Graz.

Teil der steiermarkweiten Einführung dieses

neuen EDV-Systems in allen Häusern der KA-

Ges. Eine Reihe von Referenzbesuchen aus

dem In- und Ausland bestätigen, dass im

LKH-Univ.Klinikum Graz damit auch national

und international neue Maßstäbe gesetzt

werden konnten.

Mit Inbetriebnahme des KAGes-weiten zentralen

Patientenregisters und der damit verbundenen

hausübergreifenden Datenvernetzung

wurde ein weiterer Meilenstein zur Realisierung

der Elektronischen Krankengeschichte in

der Steiermark gesetzt. Damit sind nicht nur

die Daten aus dem LKH-Univ.Klinikum Graz per

Knopfdruck abrufbar, sondern die Diagnosen,

Arztbriefe und Befunde aus allen steirischen

LKHs. Dem behandelnden Arzt stehen damit

im Bedarfsfall wertvolle und unter Umständen

lebenswichtige Informationen unmittelbar zur

Verfügung. Durch diese Befundvernetzung

können auch belastende und teure Doppeluntersuchungen

eingespart werden. Hohe datenschutzrechtliche

Anforderungen gewährleisten

trotzdem, dass die Privatsphäre des Patienten

bestmöglich geschützt wird.

In den nächsten Wochen wurde an fünf Ambulanzen

im LKH-Univ.Klinikum Graz ein Pilotbetrieb

für den Einsatz der E-Card im Krankenhaus

durchgeführt. Obwohl ein Einsatz

der E-Card im Krankenhaus vom Gesetzgeber

nicht vor 2007 vorgesehen ist, wollen wir unseren

PatientInnen das Service der E-Card-

Verwendung schon jetzt anbieten. Nach einer

Evaluierung der Erfahrungen in den Pilotambulanzen

ist für 2006 eine flächendeckende

Einführung der E-Card in allen unseren

Ambulanzen und Stationen geplant. ■

Dipl.-Ing. Dr. Markus Pedevilla,

LKH-Univ.Klinikum Graz

Erfahrungsaustausch

Burgenländische Delegation im LKH Stolzalpe

Auf Initiative von Univ.-Prof. Reinhard

Graf und Verwaltungsdirektorin Brigitte

Simon-Daum des Krankenhauses Kittsee

kam es am 10. November zu einem Besuch

einer burgenländischen Delegation am LKH

Stolzalpe.

21 Vertreter aus den Standorten der KRAGES

mit Landesrat Dr. Peter Rezar und Dr. Gerlinde

Stern-Pauer von der burgenländischen

Landesregierung an der Spitze trafen sich zu

einem Erfahrungsaustausch und erhielten

unseren derzeitigen Stand und unsere Aktivitäten

rund um das Qualitätsmanagement

präsentiert.

Am Programm standen Vorträge über die bisherige

QM-Arbeit durch QB Renate Frank, das

Antibiotikamanagement durch OA. Dr. Elisabeth

Gerhart, die Erfahrungen und Vorteile einer

Selbstbewertung nach dem EFQM-Modell

durch OA. Dr. Gerhard Fürst und die Präsentation

zum Thema Prozessmanagement durch

DGKS Anna Kautschitz und QB Renate Frank.

Einen weiteren Schwerpunkt stellten die Präsentation

und die anschließende Diskussion

zum Patientenfeedbacksystem und die Mitarbeiterbefragungen

dar.

Nach dem intensiven Erfahrungsaustausch

gab es einen gemütlichen Ausklang in der

Burgenländische Delegation im LKH Stolzalpe.

Von links: Betriebsdirektor R. Petrisch, LR Dr.

P. Rezar und Prim. Univ.-Prof. Dr. R. Graf.

Gesundheitswerkstätte.

Unser Dank gilt allen mitwirkenden Gestaltern

und Referenten und den vielen „helfenden

Händen“.


QB Renate Frank, LKH Stolzalpe

März 2006

Menschen helfen Menschen


Krankenhaus-Schule Stolzalpe

Bereits seit 1920 werden kranke Kinder auf der Stolzalpe unterrichtet

Im Jahre 1920 wurde auf

der Stolzalpe ein Kinderpavillon

für 40 Kinder errichtet.

Seit damals wird in der Krankenhausschule

Unterricht erteilt.

Damals verbrachten die

Kinder durch die langwierige

Behandlung der Knochentuberkulose

Monate und Jahre

in der Sonnenheilstätte

Stolzalpe. Im Laufe der Jahre

gab es so manche Veränderung.

Derzeit gibt es auf der Stolzalpe eine

Klasse, in der alle Schüler aller Pflichtschulsparten

unterrichtet werden.

Heute gibt es zwei Unterrichtsformen – Einzelunterricht

am Krankenbett und Gruppenunterricht

im Klassenzimmer, wobei auch der

Gruppenunterricht eine individuelle Unterrichtsform

ist.

Der Schulalltag im Krankenhaus bringt den

Kindern ein Stück „Normalleben“ in die fremde

Umgebung. Er lenkt die Kinder von der

Krankheit ab und der Lehrer als gleich bleibende

Bezugsperson hilft dem Kind, seine

Krankheit oder zumindest seine Ausnahmesituation

zu verkraften. Aber die Schule im

Krankenhaus ist nicht nur ernste Wissensvermittlung,

es gibt viel Spaß und lustbetontes

Lernen. Bastelarbeiten und Bilder, die von

Bei der Führung

für die „Ökokids“

der Stadtgemeinde

Leoben durch das Leobner

LKH nahmen

31 Kinder teil. In zwei

Gruppen wurden die

Kinder über die Lagerung

und Entsorgung

von brandgefährdetem

Abfall und über

das Mülltrennsystem

Auch im Krankenbett haben die Kinder die

Möglichkeit zu lernen und „schulisch fit“ zu

bleiben.

den Kindern hergestellt wurden, schmücken

das Klassenzimmer und die Station.

Krankenhaus und Schule sind verschiedene

Komponenten; sie auf einen gleichen Nenner

zu bringen ist oft sehr schwierig. Bei der

Schule im Krankenhaus ist es selbstverständlich,

dass medizinische Belange und

der Pflegebetrieb Vorrang haben. ■

Kindertag im LKH Leoben

Die Ökokids der Stadtgemeinde Leoben auf Entdeckungsreise

Übungsweise wird einigen Kindern ein Spaltgips

angelegt.

Direktorin Edith Berger,

Heilstättenschule Stolzalpe

ORGANISATION & KOMMUNIKATION 45

Die ehemalige Direktorin Ingeborg Frömel

gehörte 38 Jahre dem Lehrkörper der

Krankenhausschule an. Die nunmehrige

Direktorin Edith Berger war bereits in den

80er Jahren Heilstättenlehrerin auf der

Stolzalpe.

Dieser Beitrag konnte dankenswerterweise

der Infosion Stolzalpe, der Zeitschrift für

Patienten und Mitarbeiter vom Dezember

2005, entnommen werden.

Weitere Informationen im Internet unter:

www.gsund.net/gsundonline

Die Hygienemaßnahmen wurden mit den

Kindern auch praktisch geübt.

informiert. Danach ging es zur Besichtigung

des Institutes für medizinische und chemische

Labordiagnostik.

Ein Höhepunkt für die Kinder war die Information

über die Notfallversorgung der Patienten,

bei der mit ihnen eine praktische Wundversorgung

am Modell „Teddybär“ nachvollzogen

wurde. Auf speziellen Wunsch wurde

einigen Kindern ein Spaltgips angelegt.

Zum Abschluss gab es für die Kinder im Speisesaal

mit Keksen und Getränken eine Stärkung.

Dass dieser Kindertag so hervorragend funktionierte,

ist der interdisziplinären Zusammenarbeit

der Mitarbeiter des LKH Leoben

zu danken.


HFK Sabine Juvan, LKH Leoben-Eisenerz

Menschen helfen Menschen

März 2006


46

ORGANISATION & KOMMUNIKATION

Strategisches Unternehmens-Controlling

Erfahrungen, Entwicklungen und Analysen

Seit Jänner 2005

sind die monatlichen

Controllinganalysen

der KAGes auf

Basis der SUCO-Berichte

durchzuführen.

Monatliche

Analysen

Auf Grundlage der in

Dr. Heinz Fink,

Finanzdirektion.

SAP-BW automatisch zur Verfügung gestellten

SUCO-Berichte werden von den

Krankenanstalten Analysen gemacht und

der Finanzdirektion monatlich Stellungnahmen

übermittelt. Die Stabsstelle FSC

erstellt unter Berücksichtigung dieser

Stellungnahmen den SUCO-Unternehmensbericht

für den Vorstand sowie die

Quartalsberichte für den Aufsichtsrat.

Unsere Erfahrungen im ersten Produktivjahr

haben gezeigt, dass die

Verantwortlichen in den Krankenanstalten

gut mit dem

neuen Instrumentarium zurechtkommen und

dass die Akzeptanz sehr hoch ist.

Ziele 2006

Für 2006 haben wir uns vor allem die Weiterentwicklung

der Abteilungsberichte vorgenommen.

Zwei Themen sollen im Vordergrund

stehen:

Genaue Abstimmung der von den verschiedenen

Quellsystemen auf Abteilungsebene

gelieferten Daten (Leistungsdaten, Finanzdaten,

Personaldaten, …). Dabei gilt es, unterschiedliche

Strukturen in den Systemen zu

vereinheitlichen und in der SUCO-Abteilungsstruktur

zusammenzufassen.

Dies ist gleichzeitig Voraussetzung für

unseren zweiten Arbeitsschwerpunkt

im Jahr 2006, den Ausbau

und verstärkten Einsatz eines

einheitlichen Benchmarking-Systems. Um ein

faires Benchmarking durchführen zu können,

ist es notwendig, neben Wirtschaftlichkeitskennzahlen

auch Kennzahlen darzustellen, mit

welchen die Erfüllung des Versorgungsauftrages

messbar gemacht werden kann. Geeignete

Kennzahlen sind der Case-Mix, der Personal-

Mix und die Versorgungsrate.

Wir hoffen auch in dieser zweiten Phase des

SUCO-Berichtswesens auf eine rege Kommunikation

und einen ständigen Erfahrungsaustausch

mit den Krankenanstalten, um das

SUCO-Instrumentarium kontinuierlich weiterentwickeln

zu können.


heinz.fink@kages.at

Neue Regeln für Unternehmenshaftung

Verbandsverantwortlichkeitsgesetz sieht Straftatbestände auch für Spitäler vor

Mit 1.1.2006 ist das Verbandsverantwortlichkeitsgesetz

(VbVG) in Kraft

getreten. Durch die Erlassung dieses Gesetzes

kommt der Gesetzgeber internationalen

Verpflichtungen zur Normierung der

Verbandsverantwortlichkeit für Straftatbestände

nach, die z.B. im Bereich von juristischen

Personen (wie der KAGes) oder Personenhandelsgesellschaften

begangen

werden. Ausgenommen von der Verbandshaftung

sind der Bund, die Länder, Gemeinden

und andere juristische Personen, soweit

sie in Vollziehung der Gesetze handeln,

sowie anerkannte Kirchen und Religionsgemeinschaften,

soweit sie seelsorgerisch

tätig sind.

Gemäß dem VbVG entsteht zusätzlich zum

Strafgesetzbuch (das nur die Strafbarkeit von

natürlichen Personen kennt), den strafrechtlichen

Nebengesetzen und dem Finanzstrafrecht

eine Haftung von Verbänden. Verbandsstrafbarkeit

ist jedoch nur dann zusätzlich

zur Anwendung zu bringen, wenn entweder

ein Entscheidungsträger strafrechtlich

zumindest tatbestandsmäßig, rechtswidrig

und schuldhaft gehandelt hat oder ein Mitarbeiter

eines Unternehmens zumindest tatbestandsmäßig

und rechtswidrig gehandelt hat

sowie ein zumindest fahrlässiges Organisationsverschulden

eines Entscheidungsträgers

festgestellt werden

kann. Als Entscheidungsträger

gelten unter anderem Geschäftsführer,

Vorstandsmitglieder oder

Prokuristen. Zusätzlich muss

durch die Tat eine Pflichtverletzung

des Unternehmens erfolgt

sein und die strafbare Handlung

muss zugunsten des Verbandes

erfolgt sein.

Dr. Thomas

Zacharias,

Finanzdirektion.

Geldbußen für Verbände

Als Sanktion sieht das Gesetz Verbandsgeldbußen

vor, die sich am Ertrag des Verbandes

orientieren und in einer Art Tagessatzsystem

bemessen werden. Kritisiert

wurde teilweise, dass selbst bei den

schwersten Straftaten als maximale Geldstrafe

der Verbandsertrag von einem halben

Jahr vorgesehen ist. Für öffentliche Krankenanstalten

wie die KAGes und andere

Verbände, die gemeinnützigen oder karitativen

Zwecken dienen oder sonst nicht auf

Gewinn ausgerichtet sind, ist die Höhe der

Tagessätze auf mindestens 2 und maximal

500 Euro beschränkt. Wie im Strafrecht sind

auch diversionelle Regelungen für die Verbände

möglich.

Haftungsverschärfungen

auch im Zivilrecht?

Künftig sollen auch im Zivilrecht

Haftungsverschärfungen für Unternehmen

normiert werden. Auf Initiative

des Justizministeriums

sieht ein Expertenentwurf vor,

dass anstelle der traditionellen

Normen der §§ 1313a und 1315

ABGB (Gehilfenhaftung) ein neuer

§ 1304a ABGB eine Haftungsverschärfung

für Unternehmen und

deren wirtschaftliche und berufliche Interessen

festlegen soll. Schäden, die aufgrund von

Mängeln im Unternehmen und dessen Organisation

begründet werden, sollen zu Schadenersatz

führen. Verschärfend ist nach diesem

Entwurf die Beweislastumkehr zu Lasten der

Unternehmen. Die Haftung kann vom Unternehmen

ausgeschlossen werden, wenn dieses

die Aufwendung der erforderlichen Sorgfalt

beweisen kann. Der Entwurf sieht auch

vor, dass es zur Haftung eines Unternehmens

auch bei Leistungen ohne Vertragsverhältnis

schon bei Vorliegen von leichter Fahrlässigkeit

seitens des Unternehmens kommen kann. ■

thomas.zacharias@kages.at

März 2006

Menschen helfen Menschen


ORGANISATION & KOMMUNIKATION 47

Denksport mit Gewinnchance

Österreichischer

Behindertenanwalt in Graz

Lösungswort

1 2 3 4 5 6

Schicken Sie das Lösungswort

mit dem Kennwort

„Denksport“ an:

Steiermärkische

Krankenanstaltengesellschaft

m.b.H.

Redaktion G’sund

Postfach 6, 8036 Graz

Mail: gsund@kages.at

Fax: 0316/340-5221

Aus allen bis zum 30. April 2006

eingelangten Einsendungen mit

der richtigen Lösung werden unter

Ausschluss des Rechtsweges

drei Buchpreise verlost. Die

Gewinner werden schriftlich

verständigt.

Das G’sund-Team wünscht viel

Erfolg!

Mag. Herbert Haupt bekleidet

seit Jahresbeginn die Funktion

eines österreichischen Anwaltes

für Gleichbehandlungsfragen

und ist damit Ansprechperson

für alle behinderten Menschen

in Österreich. Mitte Februar

besuchte er die Zentralbehindertenvertrauenspersonen

der

KAGes in ihrem Büro im LKH-

openMEDOCS-Rollout abgeschlossen

Die steirischen LKHs sind damit für die Zukunft gerüstet

Die Zentralbehindertenvertrauenspersonen Franz Rossegger und Ursula

R. Stauder mit dem Behindertenanwalt Mag. Herbert Haupt.

Univ.Klinikum Graz. Großes Interesse

herrschte an der Behindertenpolitik

der KAGes und an verschiedenen

Projekten. Behindertenanwalt

Mag. Haupt bezeichnete

die Arbeit der Zentralbehindertenvertrauenspersonen

als

vorbildhaft und sprach auch Lob

und Anerkennung für die Behindertenpolitik

der KAGes aus. ■

Dank der großartigen

und aktiven

Mitarbeit der Häuser

und der zentralen

Dienstleister sowie

deren Lieferanten ist

es gelungen, das

openMEDOCS-Rollout

in den landschaftlichen

Häusern abzuschließen.

Dabei wurde

in zahlreichen

Häusern wesentlich

Dipl.-Ing. Dr.

Werner Leodolter,

Unternehmens-

Informations-

Management.

mehr als die Pflichtfunktionalität in open-

MEDOCS Kern realisiert. Als abschließender

Schritt wurde die KAGes-weite Vorbefundeinschau

auf Basis des Patientenregisters

Mitte Dezember 2005 in Betrieb genommen.

Das steiermarkweite Patientenregister ermöglicht

dem behandelnden Arzt auch die

Einschau in die Daten der Voraufenthalte

des Patienten in anderen KAGes-Häusern.

Dadurch hat der Arzt am Beginn eines Aufenthaltes/einer

Behandlung bereits eine

sehr umfassende Vorinformation zum Patienten

zur Unterstützung der Diagnosestellung

und Therapieplanung.

Natürlich gibt es in zahlreichen Häusern

noch offene Probleme, Verbesserungswünsche,

aber auch Vertiefungswünsche und

Wünsche nach weiteren Schnittstellen. Insofern

stehen wir vor einem kontinuierlichen

Verbesserungs- und Vertiefungsprozess. Dabei

sollen die Maßnahmen/Projekte mit dem

größten Nutzen priorisiert werden.

Dies wollen wir in einer darauf ausgerichteten

Betreuungsstruktur abwickeln. Jedes

Haus hat einen direkten Ansprechpartner für

openMEDOCS in UIM. Am LKH – Univ.Klinikum

Graz ist eine eigene Projektgruppe

openMEDOCS aktiv. Die Ziele sind die Optimierung

der Nutzung von openMEDOCS für

das Haus und die Konsolidierung von open-

MEDOCS. Ein Schwerpunkt in den nächsten

Monaten wird die Vorbereitung und Durchführung

des Releasewechsels – als Basis für

weitere Innovationen – sein.

OpenMEDOCS ist die Grundlage für die verstärkte

intra-/extramurale Kommunikation –

nun auch in elektronischer Form:

• Mehr als 100 niedergelassene Ärzte erhalten

Arztbriefe schon in elektronischer Form.

• Ein Befundportal für niedergelassene Ärzte

ist in Pilotbetrieb.

Die KAGes ist somit für die weitere Entwicklung

des Gesundheitssystems im Sinne der

Gesundheitsreform 2005 und unter dem

Schlagwort „eHealth“ gut gerüstet. ■

werner.leodolter@kages.at

Menschen helfen Menschen

März 2006


48

PANORAMA

Unterwegs in GRAZ

Fotos: Sudy

In den letzten Monaten

fast immer weiß

umrahmt: das äußere

Paulustor mit den beiden

prächtigen

Marmorwappen

verbindet den Stadtpark

mit der Altstadt …

Vom Geidorfplatz zum

Paulustor

Reizvoller kurzer Spaziergang voller Überraschungen

Die von Kastanienbäumen gesäumte Maria-Theresia-Allee

führt vom Geidorfplatz

durch den Stadtpark zum Paulustor. Für

dieses kurze Wegstück habe ich im frischen

Schnee nach den Weihnachtsfeiertagen

über zwei Stunden gebraucht. Daran schuld

waren aber weniger der tiefe Schnee als die

„Sehenswürdigkeiten“, die meinen Weg

säumten.

Vom WC-Pavillon

bis zur Jahngasse

Vom Geidorfplatz kommend steht gleich zu

Beginn der Maria-Theresia-Allee ein jugendstilartiger

Pavillon, der als öffentliche WC-

Anlage dient. Von diesem romantisch verschneiten

Pavillon stapfte ich quer durch den

kleinen, nördlichsten Stadtparkteil zum mit

… auch in Weiß: der Holzpavillon des Café Tropea.

„Goldwasser“ bezeichneten Wasserkunstwerk

von Fedo Ertl. Die fast gänzlich im

Schnee versunkene Brunnenanlage erinnerte

mich an einen der mystischen Orte wie beispielsweise

Stonehenge: im Halbbogen um

den großen weißen Betonquader sind Sitzbänke

aus Beton angeordnet, davor eine

bronzene Frauenfigur.

Nach ein paar weiteren Schritten im dichten

Schneetreiben querte ich die Jahngasse und

stand vor der kleinen, zwischen 1840 und

1850 in neoromanischer Form erneuerten Johannes-Nepomuk-Kapelle.

Schräg dahinter

erhebt sich wie ein Eckpfeiler der Landesturnanstalt

mit ihren Freianlagen das

große steinerne Jahn-Denkmal.

Café Tropea

Warm und gemütlich war es

dann im weihnachtlich beleuchteten

kleinen Holzpavillon des

Café Tropea, in dem der aus Kalabrien

stammende Besitzer Pietro

Nevolo für seine Gäste sorgt.

Ich stärkte mich bei Spagetti mit

Thunfisch und rotem Landwein,

bevor ich die letzten Schritte zum

gewaltigen Paulustor ging.

Äußeres Paulustor

Es ist dies das einzige erhaltene

Walltor des Renaissance-Befestigungsgürtels.

Dahinter führt die

Mit

„Unterwegs“

in Graz

oder in der Steiermark

möchte ich Ihnen

verborgene Sehenswürdigkeiten

näher bringen und

über interessante

Besonderheiten berichten. Auf meinen

Streifzügen durch die

Steiermark stoße ich

oftmals auf Vertrautes

und Bekanntes, manches

Mal auf Außergewöhnliches

und Überraschendes.

Wenn auch Sie Anregungen

und Hinweise

haben, rufen Sie mich bitte einfach an oder

schreiben Sie mir.

Redaktion G’sund,

Stmk. Krankenanstaltengesellschaft m.b.H.,

Stiftingtalstraße 4–6, 8010 Graz,

E-Mail: gsund@kages.at

Tel. 0316/340-5120, Fax: 0316/340-5221

Ihr Reinhard A. Sudy

Paulustorgasse zum Karmeliterplatz und zur

Sporgasse.

Unmittelbar vor diesem äußeren Paulustor

ist rechterhand in einer Nische der ehemaligen

Festungsmauern das Mahnmal zur Erinnerung

an die Toten der beiden Weltkriege

untergebracht worden. Es kommt hier gut zur

Geltung, besonders mit der abendlichen Beleuchtung.


reinhard.sudy@kages.at

Tipps

Café Tropea

Inh. Pietro Nevolo

Maria-Theresia-Allee 5,

8010 Graz

Tel. 0664/4272172

GVB-Buslinie 30

Diese führt von der Gebietskrankenkasse

über den Jakominiplatz durch das Paulustor

bis zum Geidorfplatz. Unmittelbar beim

Café Tropea ist eine Haltestelle.

März 2006

Menschen helfen Menschen


49

Die schön geschwungene

Vorderseite des Doms von

Muggia.

Fotos: Sudy

Muggia im Golf

von Triest

Ein reizvolles, etwas abseits

gelegenes Küstenstädtchen

Mein letzter Aufenthalt in diesem kleinen,

von der einst großen und bedeutenden

Werftindustrie träumenden Hafenstädtchen

Muggia liegt erst wenige Monate

zurück. Immer noch ist die Erinnerung und die

Faszination des ruhigen historischen Zentrums

um das dicht mit Fischerbooten belegte

„Hafenbassin“ lebendig.

Die Trattoria Risorta gleich zu

Beginn des Hafenbeckens von

Muggia.

Der Hauptplatz

„Piazza Marconi“

Vom kleinen Hafen sind es

nur einige Schritte zur

Piazza Marconi, dem

„Hauptplatz“ der Altstadt.

Eigenwillig und markant erhebt sich hier

der 1263 erbaute Dom mit einer elegant geschwungenen

und doch schlicht wirkenden

Fassade. Etwas verloren wirkt sein

Glockenturm. Wuchtig wirkt dagegen der

dominante Palazzo Communale mit dem arkadengesäumten

Vorbau und der Antica

Caffetteria al Municipio.

Hoch über Muggia liegt die

Basilica von Santa Maria

Assunta. Schöne Fresken aus

dem 14. und 15. Jahrhundert

schmücken das Innere.

Wallfahrtskirche

Santa Maria

Assunta

Südlich dieser kleinen

Altstadt erhebt sich

Richtung Slowenien der

Hügel des alten Muggia,

der heute ein archäologischer

Park ist. Für den

Weg hinauf zur kleinen

Basilica „Santa Maria

Assunta“ braucht man

angeblich zu Fuß eine

halbe Stunde. Ich habe

es nicht ausprobiert.

Wesentlich bequemer

ist es mit dem öffentlichen

Bus oder dem eigenen

Auto.

Diese hoch über Muggia

errichtete Wallfahrtskirche

hat im Inneren Fresken

aus dem 14. und 15.

Jahrhundert, die das

Links: Die Arkaden des Palazzo Communale an der

Piazza Marconi mit der Antica Caffetteria.

Rechts: Der Obst- und Gemüsestand eines kleinen

Ladens in der Calle Bacchiocco auf dem Weg vom

„Hauptplatz“ zum kleinen Hafen.

ehemals blühende alte Muggia zeigen. Von

der unmittelbar davor liegenden Terrasse

sieht man über die alten und großteils verlassenen

Werften bis nach Triest.

Tipps für „Speis und Trank“

Übrigens, einen köstlichen Macchiato gibt es

in der Antica Caffetteria unter den Arkaden

des am „Hauptplatz“ gelegenen Palazzo Communale.

Ausgezeichnet gegessen habe ich in

der unmittelbar am Hafenbecken gleich zu

Beginn der Mole gelegenen Trattoria Risorta.

Diese von außen eher unscheinbar wirkende

Trattoria mit Fischspezialitäten ist im Inneren

sehr gemütlich eingerichtet.


reinhard.sudy@kages.at

Lokaltipps

Antica Caffetteria

Restaurant - Pianobar

Piazza Marconi, 1-Muggia

Tel. 040/9278731

E-Mail: anticacaffetteria@hotmail.it

Trattoria Risorta

34015 Muggia, Riva E. De Amicis, 1/a

Tel. 040/271219

www.trattoriarisorta.it

Muggia und Umgebung im Internet

www.muggiavecchia.it

www.portosanrocco.it

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März 2006


50

PANORAMA

Grazer

Kostbarkeiten

Brunnen

Brunnenanlagen versorgen uns mit

Wasser, einem wesentlichen Bestandteil

unseres Lebens.

Schneemann und Wasserpfütze

Schneemann-Brunnenskulptur von

Manfred Erjautz, 2005, im Hof des Grazer

Priesterseminars, Bürgergasse 2.

Im Hof des Grazer Priesterseminars,

Bürgergasse 2, steht seit 2005 ein

Schneemann aus Marmor vor einer

Wasserpfütze. Manfred Erjautz hat diese

eigenwillige, lustige Brunnenskulptur

geschaffen. Eine nachdenklich stimmende

Beschreibung dazu gibt es auf einer

Glastafel an einem der Mauerbögen.

Verkehrsinsel „Bayernbrunnen“

Im Grazer Stadtteil

Eggenberg

steht an der Einmündung

des

Gritzenwegs in

die Bayernstraße

in der Straßenmitte

eine kleine

Brunnenanlage.

Drei Mauersäulen,

dicht umrankt

von wildem

Wein, schützen

den Wasserspender

und den durch einen Umbau

Bayernbrunnen:

eckigen Brunnentrog

aus Be-

erhielt der

im Jahre 1926

Dorfbrunnen in

ton. Unmittelbar

Graz-Eggenberg das

neben diesem heutige Aussehen.

„Brunnen-Kreisverkehr“

ist der Gasthof „Zum Bayernbrunnen“.


mehr dazu:

www.gsund.net

reinhard.sudy@kages.at

Vinothek Cinque

Eleganz und Gemütlichkeit zwischen

Weinen aus aller Welt

Eine

gemütliche,

von

Weinregalen

umgebene

Nische.

Die Vinothek Cinque, dezent eingebunden

in den Gebäudekomplex des Hotels zum

Dom in der Bürgergasse 14, ist noch ein Geheimtipp

unter Weingenießern. Ausgezeichnet

sind auch der Prosecco und der Caffe

Hausbrandt, die Antipasta-Teller und die Baguettes

nach Art des Hauses.

Markus Krierer ist ein exzellenter Weinkenner.

Ruhig und aufmerksam sorgt er für seine

Gäste. Für mich ist die Vinothek Cinque ein

angenehmer Ort, um gut beraten ein Glas

Wein zu trinken oder auch für private Feste,

Betriebs- und Weihnachtsfeiern, Geschäftsbesprechungen

und

natürlich für Weinverkostungen.


reinhard.sudy@kages.at

Die Vinothek Cinque als Straßencafé.

Am Fuße des Göstinger

Burgberges

liegt das zu Beginn des

18. Jahrhunderts erbaute

Schloss Gösting. Das

stilvoll restaurierte, reizvolle

Barockschloss mit

einer großzügigen Hofanlage

bietet ein beson-

Panoramabild des Barockschlosses Gösting.

deres Ambiente für verschiedenste

Veranstaltungen. ■

Info

Vinothek Cinque

(Hotel zum Dom)

Bürgergasse 14, 8010 Graz

Tel. 0043 - 676 - 6480115

Öffnungszeiten: Mo–Sa 16.00–01.00 Uhr

Barockschloss Gösting

Besonderer Rahmen für Festlichkeiten und Seminare

Kontakt:

Barbara Moll, Schloss Gösting

Schlossplatz 7, 8051 Graz

Tel. 0664/23 45 100

Fax: 0316/67 67 65 65

E-Mail: barbara.moll@rvb.co.at

www.schlossgoesting.at

Stilvolles Ambiente für Seminare,

Ausstellungen und Festlichkeiten.

März 2006

Menschen helfen Menschen


PANORAMA 51

Die „Grazer Thalia“– Einst und heute ein eleganter Treffpunkt

Das 1864 eröffnete Thalia-Theater wurde 1870 von der Grazer Stadtgemeinde erworben und für

rund 2000 Besucher ausgebaut. Die Umbenennung des Thalia-Theaters zuerst in Stadttheater und

anschließend in Theater am Stadtpark machten die Grazer aber nicht mit und hielten am alten

Namen fest.

Bar Thalia

Albert Trummer, einer der erfolgreichsten

Cocktailkünstler und Martini-

Award-Gewinner, verwöhnte in New York

schon Stars wie Robert de Niro oder Paris

Hilton mit seinen Kreationen. Jetzt tut er

dies für seine Gäste in der neuen Bar Thalia.

Der aus dem Jahr 1956 stammende

Bartresen und die noch original erhaltenen

Sofas wurden dafür vollständig restauriert.

Die Glasfront der Bar zum

Opernring hin erstreckt sich bis auf 5 Meter

Höhe. Die Bar Thalia eignet sich wunderbar für Clubabende, Firmenevents

und Feste. An der großen Bartheke kann

man auch einen Arbeitstag gemütlich ausklingen

lassen oder zu späterer Stunde Live-Musik mit Top-

DJs oder Special Events genießen.


Von links: Albert

Trummer und Gerald

Richter.

Info

Bar Thalia

8010 Graz, Opernring 5a

Tel. 43 (0)316/823 777

43 (0)676/580 99 79

www.bar-thalia.at

Im Foyer des einstigen Thalia-

Kinos wird ausgezeichnete

gastronomische Qualität zu fairen

Preisen geboten.

Günther und Georg Plattner bekennen

sich mit ihrem neuen

Restaurant zu „lustvoller Opulenz

und einem feierlichen,

klassischen Stil in gedeckten

Farben als Rahmen für Leib und

Die Geschichte der „Grazer Thalia“ beginnt

1829 als schlichter Holzbau für Zirkusaufführungen.

Aus einer 1861 daraus entstehenden

monumentalen Mehrzweckhalle wird

1864 das nach der Muse der Komödie benannte

Thalia-Theater. 1899 wird das dann

als Theater am Stadtpark bezeichnete Gebäude

durch einen daneben errichteten Neubau,

das heutige Opernhaus, ersetzt. Alexander

Girardi trat in der letzten Vorstellung im Theater

am Stadtpark als Valentin in Ferdinand

Raimunds „Der Verschwender“ auf.

Die erhalten gebliebenen Teile des Thaliagebäudes

werden 1956 zum Thalia-Kino und

Kaffeehaus umgebaut. Bereits damals war

die „Thalia“ ein Grazer Szenetreffpunkt.

Nach wechselhaften Jahren wurde die „Thalia“

wieder wachgeküsst. Mit der Bar Thalia

und dem Restaurant Carl ist wieder ein Grazer

Treffpunkt entstanden.


hedi.grager@kages.at

Restaurant Carl

Gemütlichkeit auch im Barbereich.

Seele“. Damit bieten sie ihren Gästen im „Carl“ Behaglichkeit und

ein wohnliches Lebensgefühl.

Die Freundlichkeit des Personals ist wohltuend.

Überzeugend ist die Auswahl der Speisen einer internationalen

Küche und ihre hohe Qualität. ■

Vom „Tanzcafé“ der 60er-Jahre zu Cocktail-Highlights.

Menschen helfen Menschen

Restaurant Carl

8010 Graz, Opernring 5a

Tel. 43 (0)316/82 48 48

Mo–Sa 10.30–1.00

Küche 11.30–23.00

info@carl-restaurant.at

http://www.carl-restaurant.at

Ornamente, Stoffe, Spiegel und Kristalle geben dem

Restaurant Carl eine wohnliche, entspannte und

gediegene Atmosphäre.

März 2006


52

PANORAMA

Herz-Transplant-Intensiv-

Station am Berg

Wandern und Abseilübung im Grazer Bergland

DGKS

Melanie

Kumpitsch bei

der

Abseilübung.

Die erfolgreichen Gipfelstürmer am Rote-

Wand-Gipfelkreuz.

Eine besondere Herausforderung

Die von DGKP Josef Trattner Mitte November

2005 organisierte Bergwanderung der

Grazer Herz-Transplant-Intensivstation führte

in das Grazer Bergland auf die Teichalm. Etwa

20 Personen mit 2 ausgebildeten Alpinisten

wanderten von der Teichalm über die Tyrnauer

Alm zur Roten Wand (1505 m). Hier im

Bereich der Roten Wand übten die Wagemutigen

unter Aufsicht professioneller Bergführer

das Abseilen von einer 20 m hohen Bergwand.

Auch wenn einige Angst hatten, alle

haben an dieser Abseilübung teilgenommen.

Danach ging es zurück zur Teichalm, von dort

mit dem Bus wieder nach Graz.

Es war ein Tag, an dem wir Zeit hatten, über

uns selbst und andere nachzudenken und uns

miteinander zu unterhalten.


DGKP Herbert Janisch, Herz-Transplant-

Intensivstation am LKH-Univ.Klinikum Graz

Bergsteiger-Tipps

Bergunfälle können

vermieden werden

Bergunfälle werden fast immer aus den

gleichen Fehlern verursacht. Um diese zu

vermeiden und ausreichend für eine Bergtour

gerüstet zu sein, sollten folgende Regeln beachtet

werden:

• Kenntnis über den Berg und seine Wege,

die Öffnungszeiten der Hütten und

die Wetterentwicklung

• Ausreichend Kondition

• Ausreichend Getränke

• Gutes Schuhwerk

• Zweckmäßige Oberbekleidung

• Erste-Hilfe-Paket

• Geräte für Notsignale


Mehr dazu:

www.naturfreunde.at

www.bergsteigen.at

Erfolg für LKH Bad Aussee

Erster Platz für die Moarschaft

Das 50. Betriebeeisschießen

im Ausseerland fand am 8.

Jänner 2006 statt. Bei traumhaften

Witterungs- und Eisbedingungen

nahmen 24 Moarschaften

aus der Region am

Vergleichswettkampf teil. Dabei

konnte die Moarschaft des

LKH Bad Aussee (Moar Robert

Zitz, Hengauf Gerd Grieshofer)

bei der 8. Teilnahme endlich

den ersehnten Sieg erringen. ■

Das Siegerteam des LKH Bad

Aussee von links: Wolfgang

Steer, Thomas Mayerl, Harald

Grieshofer, Franz Singer, Martin

Hillbrand, Leo Harreiter, Ing.

Johann Sandner, BRV Gerhard

Wechtitsch, Josef Oberfrank,

Moar Robert Zitz, Hengauf Gerd

Grieshofer und Walter Köberl.

BRV Gerhard Wechtitsch,

LKH Bad Aussee

März 2006

Menschen helfen Menschen


Fotos: Grager & Sudy

Rad fahren, Laufen und

Stiegen steigen

Sportlich unterwegs im südsteirischen Weinland

Mit dem Rad durch das

südsteirische Weinland

Für alle, die das südsteirische Weinland mit

dem Rad „erfahren“ wollen, gibt es sehr gut

beschilderte Radwege und eine hilfreiche

Broschüre. Voraussetzung ist aber eine gute

Kondition und Ausdauer.

Die Broschüre „Radtouren im südsteirischen

Weinland“ gibt es bei allen Tourismusverbänden

und dem Regionalverband „Südsteirisches

Weinland“: 8430 Leibnitz, Sparkassenplatz

4a, Tel. 03452/76711.

Der WelschLauf –

eine Marathonstrecke

Aber auch für Läufer gibt es in dieser wunderschönen

Landschaft einmal im Jahr ein

besonderes Ereignis. Der WelschLauf führt

entlang rebenbewachsener Hänge und durch

idyllische Weinorte. Auf der Marathonstrecke

sind 1440 Höhenmeter zu überwinden.

Für das Wohl der Läufer und der

Zaungäste sorgen etwa 80 Labestationen.

Mehr dazu:

www.leutschach.at/welschlauf

Das südsteirische

Weinland von oben

Wer den Blick von Aussichtswarten liebt und

gerne Treppen steigt, hat in der Südsteiermark

reichlich Auswahl. Die Aussichtswarten

am Silberberg, am Kreuzkogel in Kaindorf,

am Demmerkogel in Kitzeck, am Kreuzberg

in Eichberg-Trauttenburg, am Montikogel

in Arnfels oder bei unseren slowenischen

Nachbarn in der Nähe von Spielfeld bieten

traumhafte Ausblicke.


Mehr dazu:

www.gsund.net (Suche ➠Aussichtswarten)

reinhard.sudy @kages.at

www-Tipps

www.steirischesweinland.at

(Infos über Übernachtungsmöglichkeiten,

ausgezeichnete Buschenschenken und

Veranstaltungen)

www.suedsteirisches-weinland.at

(Infos über den Naturpark Südsteirisches

Weinland mit Buschenschank- und Winzerguide,

Veranstaltungen, Unterkunfts-,

Freizeit- und Wellnessmöglichkeiten)

www.rebenland.at

(Infos über Unterkünfte und Betriebe im

Rebenland Leutschach mit Tipps für Freizeit

und Ausflüge)

www.buschenschank.at

(Infos über mehr als 1500 Betriebe mit vielen

Erlebnissen und Informationen rund

um Wein und regionale Lebensart)

www.steirischerwein.at

(Daten und Fakten über steirische Weine

und Infos über das steirische Weinland

mit den Weinbaugebieten, Weinstraßen

und Buschenschanken)

LITERATURTIPPS

Weinliebhaber des

südsteirischen Weines

Werner Riedl

Eigenverlag

werner.riedl@aon.at

Gut aufbereitet und sehr schön illustriert

ist diese Publikation ein hilfreicher

Wegweiser für Weinliebhaber und

Freunde der Südsteiermark. ■

Slowenien

Ein Wein-Reise-Führer

Wolfgang Dähnhard

Verlag 55 PLUS, Wien 2005

Eingebettet in die slowenische Geschichte

werden die besten Weinregionen,

Weingüter und Winzer mit Tipps

für Unterkunft, Essen und Sehenswertes

präsentiert.


Vinothekenführer 2005

Guida alle enoiteche.

Mauro Lorenzon

Bacco Arianna Editore

Ein außergewöhnlicher, überaus informativer

und sehr persönlich gestalteter

Vinothekenführer, in dem Wirte und

Wirtschaften, Lokale und Personen lebendig

vorgestellt werden. ■

Die besten Weine

Friaul-Julisch Venetiens 2005

Guida Vini del Friuli Venezia Giulia 2005.

Verlag Carinthia

Texte in Italienisch, Deutsch, Englisch

Der jüngste, dreisprachige Wein-Führer

präsentiert hier 874 Weine von

218 Weingütern. Ein Nachschlagewerk

für jeden Weinliebhaber. ■

Menschen helfen Menschen

März 2006


54

PANORAMA

Erfolgreiche und sympathische Mittlerin

zwischen Wirtschaft und Kunst

– Ein Interview mit Kathryn List

Kathryn List, eine strahlende und ungemein

sympathische Frau, wurde in Detroit,

USA, geboren. Während ihres Ökonomie-Studiums

in Michigan überlegte sie bereits,

was ihr eigentlich noch Spaß macht.

Geprägt durch eine kunstliebende Familie begann

sie Theaterstücke zu produzieren. Dies

wollte sie ein paar Monate machen – es wurden

zwölf Jahre daraus. Daneben setzte sie

sich auch mit Musik und Film auseinander.

Der Vater von Kathryn List war 1984/1985

Präsident der SAE, Society of Automotive Engineers.

Er kannte den Grazer Prof. Dr. h.c.

Helmut List von der AVL beruflich. Als die

beiden sich anlässlich eines Kongresses in

den USA trafen, lernte auch Kathryn ihren

Helmut kennen. Seinen versprochenen Anruf

nahm sie nicht wirklich ernst. Der Anruf kam

aber tatsächlich und eine schöne Liebesgeschichte

nahm ihren Lauf. Mittlerweile ist

Kathryn List bereits seit 1987 in Graz.

1989 kam ihr erstes Kind Hans auf die Welt,

dann kamen noch Olivia und Clara.

Es war anfangs nicht einfach für Kathryn List,

da sie kein Wort Deutsch sprach. Aber nach

den ersten „Orientierungsjahren“ in Österreich

fing sie wieder an, sich mit Kunst in

Verbindung mit Technik zu beschäftigen. Von

dieser spannenden Symbiose konnte sie

auch ihren Mann, einen Klassik-Liebhaber,

Hedi Grager im Interview mit Kathryn List.

Wie kommt eine Amerikanerin

nach Österreich und bleibt dann

hier? Natürlich der Liebe wegen.

„Ich gehöre zu den

Glücklichen. Ich

glaube auch, ich bin

am richtigen Platz und

mag meine

Entscheidungen“, sagt

Kathryn List über sich.

überzeugen.

Kathryn List sagt:

„Man fängt nicht

mit Zahlen an, sondern

mit einer Vision,

einer Idee, mit

Kreativität.“ Ein

sehr gelungenes

Beispiel dafür ist die

Umwandlung einer ehemaligen Fabrikshalle

zu einem kulturellen Veranstaltungsort

von höchstem Niveau. Im

Zusammenspiel von Kunst, Technologie

und Wissenschaft wurde die Helmut-List-Halle

zu einem „klingenden

Resonanzraum“ für Künstler.

Ihr Engagement geht aber noch viel

weiter.

Kathryn List hat in ihrer Jugend selbst

Ballett getanzt, Geige gespielt und

war später auch Theaterproduzentin.

Jetzt versucht sie Künstler durch ihre

weltweiten Kontakte zu fördern und

Türen für sie zu öffnen. „Der Mensch

sollte doch immer im Mittelpunkt stehen.

Und wer kann das besser widerspiegeln

als ein Künstler.“ ■

hedi.grager@kages.at

März 2006

Menschen helfen Menschen


PANORAMA 55

K unstK ulturT ipp

K UNSTR AUMKAGES

Gabriele Pick im LKH Voitsberg

Die Voitsbergerin

Gabriele Pick malt

mit Zeichenstiften,

Kohle, Kreide,

Acryl und Aquarell

Landschaften, Akte,

Porträts und

Seelenbilder. Mit

harmonischer

Farbgebung möchte

sie Gefühle wie

Liebe, Geborgenheit

und Harmonie vermitteln. Ihre Arbeiten

sind noch bis Ende März im Med. Ambulanzbereich

zu besichtigen.

Susanne Gasteiner in der

Galerie im Klinikum:

Ansichtssache

Foto: Hütter

Bei der Vernissage: Die Künstlerin Susanne

Gasteiner und Betriebsdirektor Mag. Gebhard

Falzberger.

Die engagierte Künstlerin und Mitarbeiterin

im LKH-Univ.Klinikum Graz, Susanne Gasteiner,

präsentierte ihre nach der PanArt-Technik

entstandenen Bilder. Eine Malkunst, die

die Seele des Betrachters beflügelt. Für die

Künstlerin ist es wichtig, dem Betrachter die

Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild

von ihren Bildern zu machen.


ZMF Graz – Bibliothek:

Ferdinand Penker

Textiles Laufbild von F. Penker.

Forschungszentrum, Lärmzentrum und Bibliothek

sind die wesentlichen Funktionen des

Zentrums für medizinische Grundlagenforschung.

Der gewaltige, geschickt gegliederte

und elegant wirkende Gebäudekomplex überrascht

auch im Inneren. Besonders auffällig ist

die „Bibliothek ohne Mauern“, eine zweigeschossige

Halle in einer gläsernen Hülle. Für

das angenehm blaue Leuchten sorgt ein 85

Meter langes und 5,5 Meter hohes textiles

Laufbild des Malers Ferdinand Penker. ■

Elisabeth Charlotte Rock in der

Galerie im Klinikum:

Farbenfreude

Bei der Vernissage, von links: Susanne

Gasteiner, Betriebsdirektor Mag. Gebhard

Falzberger und die Künstlerin „Lisl“ Rock.

Einen Farbencocktail konnten am 1. Februar

die zahlreichen Besucher anlässlich der 55.

Ausstellung in der Galerie im Klinikum erleben.

Unter dem Motto „Farbenfreude“ präsentierte

die Künstlerin „Lisl“ Rock, die Gattin

des bekannten Kinderarztes Dr. Irmin Rock, ihre

farben- und formenfreudigen Werke. ■

Gabi Troester in der Galerie im

Klinikum: Lebenslinien

Von links: Susanne Gasteiner, Ing. Volker

Kikel und die Künstlerin Gabi Troester.

Die Gleisdorfer Künstlerin versucht in ihren

Werken wiederzugeben, was sie erlebt und

spürt. Klarheit und lineare Genauigkeit sind

ein Wesensmerkmal ihrer Bilder. Neugier ist

ihr Motor und jedes Bild ein Baustein zu ihrer

eigenen großen Lebensgeschichte. ■

Foto: Gasteiner

Mehr über Gabi Troester:

www. gabitroester.com

Kosmopolit

Armin Pokorn

Wuschelköpfig und sympathisch, Komponist

und ein Meister der Elektronik-MIDI-Gitarre:

das ist Armin Pokorn, 1958 in Graz geboren.

Bereits als Sechsjähriger bekam er Unterricht

am Grazer Konservatorium und mit 13

Jahren beschloss Armin Pokorn, Musiker zu

werden. Dies passierte eines Abends im

englischen Brighton, als auf der Bühne eines

Klubs eine Jazz-Combo spielte. Mit 16 Jahren

begann er selbst zu komponieren, Auftragsarbeiten

und Theatermusik.

Armin Pokorn studierte klassische Gitarre

und Jazz-Gitarre an der Musikhochschule in

Graz. Lautenstudium betrieb er in Den Haag

und dem Studium Elektronischer Kompositionen

widmete er sich in Utrecht.

Er tritt als Solist und mit Ensembles auf und

ist quer durch Europa, in Korea und den USA

zu hören. Armin Pokorn spielte unter anderem

mit Fred Anderson, Christian Muthspiel,

Luc Houtkamp, Studio Percussion und Glen

Moore. Zahlreich sind seine Kompositionsaufträge

für Musik-, Tanz- und Sprechtheater

europaweit sowie seine Filmmusiken.

Mit Vorliebe komponiert er Musik für

Theaterstücke, wie z.B. Richard III. „Es ist

noch nie passiert, dass ich morgens aufgewacht

bin und keine Lust zu musizieren hatte“,

sagt Armin Pokorn.

„Du musst nur die Dinge immer neu in Frage

stellen, sie neu definieren, dann passiert allerhand

– so passiert eigentlich alles.“ ■

Kontakt:

arminpokorn@everyday.com

http://pokorn.ath.cx

Menschen helfen Menschen

März 2006

Ihre Hedi Grager

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