04.01.2014 Aufrufe

Jahresbericht Rauchertelefon 2010 - G´sund Online

Jahresbericht Rauchertelefon 2010 - G´sund Online

Jahresbericht Rauchertelefon 2010 - G´sund Online

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

0810 810 013

Jahresbericht 2010

10

Eine Initiative der österreichischen Sozialversicherungsträger,

der Länder und des Bundesministeriums für Gesundheit

betrieben von der NÖ Gebietskrankenkasse

1


Das österreichweite Rauchertelefon

Vorwort.......................................................................................................................................................... 4

1. Einleitung ............................................................................................................................................. 5

2. Das Rauchertelefon ............................................................................................................................. 5

Service und Beratungsangebot des Rauchertelefons.............................................................................. 5

Kooperationspartner des Rauchertelefons............................................................................................... 6

Team des Rauchertelefons ...................................................................................................................... 6

Wissenschaftlicher Beirat ......................................................................................................................... 7

3. Kooperation mit dem Rauchertelefon .................................................................................................. 8

Kontakte aufgrund der Faxkooperationen................................................................................................ 9

4. Statistik 2010...................................................................................................................................... 10

Begriffsklärung ....................................................................................................................................... 10

Eckzahlen 2010...................................................................................................................................... 10

Gesamtanrufvolumen ............................................................................................................................. 11

Kontakte und Gespräche........................................................................................................................ 11

Statistik aus der Datenbank ................................................................................................................... 12

Nutzung der internetbasierten Angebote ............................................................................................... 16

Versand von Informations- und Arbeitsmaterialien ................................................................................ 16

5. Zusammenfassung ............................................................................................................................ 17

3


Vorwort

Die Zahl der Raucherinnen und Raucher in Österreich bleibt alarmierend hoch. Nicht nur die

Lebensqualität und die Lebenserwartung der Nikotinabhängigen selbst sind betroffen. Auch Angehörige

sind in Mitleidenschaft gezogen, sei es durch Erkrankungen der Raucherinnen und Raucher oder durch

die Passivrauchbelastung. Das Bewusstsein über die Folgewirkungen von Tabakrauch – in aktiver oder

passiver Form - muss weiterhin ausgebaut werden, um ein massives Umdenken bei den Betroffenen,

aber auch bei den Verantwortlichen des Gesundheitswesens zu bewirken.

Das Rauchertelefon leistet seit bald fünf Jahren einen wichtigen österreichweiten Beitrag zur Information

und Beratung auf niederschwelliger Ebene. Die Erweiterung der Öffnungszeiten von 10 bis 18 Uhr war ab

Oktober 2010 ein wichtiger Schritt, um der Nachfrage zur Beratung und Informationsvermittlung gerecht

zu werden.

Die Kooperation auf allen Ebenen der Tabakentwöhnung ist ein wichtiger Beitrag, den Betroffenen eine

individuell passende, bestmögliche Behandlung dieser Suchterkrankung zu ermöglichen.

Auch heuer möchte ich den Jahresbericht wieder zum Anlass nehmen, mich herzlich bei allen

finanzierenden Partnerinnen und Partnern und bei allen Institutionen, die mit dem Rauchertelefon im

Rahmen der österreichweiten Tabakentwöhnung zusammenarbeiten, für die gute und kontinuierliche

Kooperation zu bedanken.

Ihr

Konrad Köck

4


1. Einleitung

Das Rauchertelefon bietet seit bald fünf Jahren Information und Beratung rund ums Thema

Tabakabhängigkeit. Durch das Medium Telefon ergeben sich einige Eigenschaften, die in der

Tabakentwöhnung eine wichtige Rolle spielen und die sich in der Beratung bewähren:

Niederschwellig – nur ein Griff zum Telefon, keine Anmeldung, Anfahrtswege oder Wartezeiten

Flächendeckend – österreichweit verfügbar

Individuell – vom ersten Erwägen des Rauchstopps bis hin zur Rückfallprophylaxe, in jedem Stadium des

Entwöhnprozesses ist Beratung verfügbar

Flexibel – zeitlich nicht an wöchentliche Rhythmen gebunden

Anonym – keine Namensnennung notwendig

Kostengünstig – der Erstanruf zu max. 10 Cent/Minute, die Folgegespräche sind kostenfrei

2. Das Rauchertelefon

Das Rauchertelefon ist ein österreichweites Angebot zur telefonischen Unterstützung und Beratung in der

Tabakentwöhnung. Die Finanzierung erfolgt durch eine Kooperation der Sozialversicherungsträger, der

Bundesländer und des Bundesministeriums für Gesundheit. Betreiberin ist die Niederösterreichische

Gebietskrankenkasse. Unter der Nummer 0810 810 013 (www.rauchertelefon.at,

info@rauchertelefon.at) wird zu max. € 0,10/Min österreichweit Beratung und Information rund um das

Thema Tabakabhängigkeit durch Expertinnen und Experten angeboten. Während der Beratungszeiten

(Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr) sind zwei Telefonleitungen besetzt. Außerhalb der

Öffnungszeiten besteht die Möglichkeit, auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht zu hinterlassen. Auf

Wunsch erfolgt ein Rückruf durch das Beratungsteam.

Service und Beratungsangebot des Rauchertelefons

Reaktive und proaktive telefonische Beratung und Begleitung beim Rauchstopp

Telefonische Information rund ums Thema Tabak

Homepage: www.rauchertelefon.at

E-Mailberatung und Information: info@rauchertelefon.at

Versand von Informationsmaterial und Arbeitsunterlagen (Bestellung unter

info@rauchertelefon.at)

Broschüre, zielgruppenspezifische Folder, Arbeitsmaterialien

Österreichweite Schnittstelle für ambulante und stationäre Entwöhnungsangebote

5


Kooperationspartner des Rauchertelefons

Bundesministerium für Gesundheit

Sozialversicherungsträger

Hauptverband der österreichischen

Sozialversicherungsträger

Burgenländische Gebietskrankenkasse

Kärntner Gebietskrankenkasse

Niederösterreichische Gebietskrankenkasse

Oberösterreichische Gebietskrankenkasse

Salzburger Gebietskrankenkasse

Steiermärkische Gebietskrankenkasse

Tiroler Gebietskrankenkasse

Vorarlberger Gebietskrankenkasse

Wiener Gebietskrankenkasse

Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen

Wirtschaft

Sozialversicherungsanstalt der Bauern

Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau

Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter

Länder

Burgenland

Kärnten

Niederösterreich

Oberösterreich

Salzburg

Steiermark

Tirol

Vorarlberg

Wien

Team des Rauchertelefons

Das Team des Rauchertelefons besteht aus Klinischen und Gesundheitspsychologinnen und einer

Gesundheitsmanagerin. Zusätzlich wird das Rauchertelefon durch eine Gesundheitspsychologin in

Ausbildung verstärkt, die jeweils über ein halbes Jahr Telefonberatung unter Supervision vom

Beratungsteam durchführt.

Die Psychologinnen verfügen über Erfahrung und Schulung speziell in der Tabakentwöhnung und in der

Telefonberatung. In medizinischen Fragen unterstützen der wissenschaftliche Beirat und der ärztliche

Dienst der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse die Beraterinnen.

Leitung

Willibald Moik, MSc

Fachliche Leitung

MMag. Sophie Meingassner

Organisation

Mag.(FH) Ulrike Stadlhofer

Beraterinnen

Mag. Alexandra Beroggio (2010 karenziert)

Mag. Christina Müller (Karenzvertretung)

Mag. Ulrike Brehm

Mag. Melanie Stulik

Mag. Nina Heumayer (Karenzvertretung)

Mag. Pamela Zöchinger (Vertretungsdienste

MMag. Sophie Meingassner

ab März 2010)

Gesundheitspsychologinnen in Ausbildung

Mag. Pamela Zöchinger (Jänner – Februar 10) Mag. Petra Huber (März – Oktober 10)

6


Wissenschaftlicher Beirat

Der wissenschaftliche Beirat setzt sich aus Expertinnen und Experten verschiedener Bereiche der

Tabakprävention und Gesundheitsförderung zusammen und begleitet das Team in spezifischen

fachlichen und wissenschaftlichen Belangen. Im Jahr 2010 unterstützten folgende Mitglieder das

Rauchertelefon:

Prim. Dr. Kurt Aigner, Krankenhaus Elisabethinen, Linz,

DDr. Eleonore Bachinger, Magistrat der Stadt Wien

Dr. Gottfried Endel, Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger, Wien

Univ.-Doz. Dr. Ernest Groman, Institut für Sozialmedizin, Wien

o. Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Institut für Sozialmedizin, Wien

Prim. Dr. Alfred Lichtenschopf, Rehabilitationszentrum der PVA, Weyer

o. Univ.-Prof. Dr. Manfred Neuberger, Institut für Umwelthygiene, Wien

Mag. Alice Schogger, Bundesministerium für Gesundheit, Wien

Ao. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Schoberberger, Institut für Sozialmedizin, Wien

7


3. Kooperation mit dem Rauchertelefon

Abbildung 1: Arbeitsmaterialien zur Faxkooperation

Das Modell „Fax to Quit“ gilt als international empfohlenes und zukunftsträchtiges Modell in der

Tabakentwöhnung, bei dem niedergelassene Expertinnen und Experten des Gesundheitswesens ihre

Patientinnen und Patienten zur Begleitung des Rauchstopps oder zur Rückfallprophylaxe nach einem

Rauchstopp per Faxformular direkt an eine Quitline (Rauchstopptelefon) vermitteln. Seit 2008 betreibt

das österreichweite Rauchertelefon diese Art der Kooperation mit sehr guten Rückmeldungen. Das

Modell ist in Österreich im europäischen Vergleich sehr erfolgreich. Das heißt die Kooperation

funktioniert mit vielen Institutionen langfristig; die Zuweisungszahlen und die Zahlen der Beratungen

aufgrund der Zuweisungen steigen.

Alle drei beteiligten Gruppen profitieren von dieser Form der Kooperation:

- Rauchende oder erst kurz abstinente Patientinnen und Patienten erhalten auf niederschwelligem,

direktem und kostenfreiem Weg professionelle Beratung und Begleitung bei der Behandlung der

Tabakabhängigkeit

- Expertinnen und Experten im Gesundheitswesen, die mit Tabakabhängigkeit ihrer Patientinnen und

Patienten konfrontiert sind, jedoch über knappe zeitliche Kapazitäten bzw. mangelnde Spezialisierung

8


verfügen. Das Rauchertelefon bietet einen zuverlässigen und professionellen Partner in der

Tabakabhängigkeit, der in enger Kooperation unkompliziert langfristige Betreuung anbietet

- Das Rauchertelefon vereinbart Rückrufe individuell, garantiert somit eine gute Erreichbarkeit und geht

unter anderem auf Grund des Wissens über die Arbeitsweise der Zuweisenden auf jede Patientin bzw.

jeden Patienten umfassend ein

Das österreichweite Rauchertelefon bietet zwei Modelle der Betreuung an: die Beratung zum

Rauchstopp (Rauchfrei werden! Per Fax.) und die Nachbetreuung nach bereits erfolgtem Rauchstopp

(Rauchfrei bleiben! Per Fax.). Um die Kooperation zu vereinfachen, hat das Rauchertelefon im

Berichtsjahr die Materialien überarbeitet. Für beide Modelle gibt es eine neu gestaltete Broschüre, bei

der die Patienteninformation und das Faxformular herausgetrennt werden können. So wird eine

zeiteffiziente und kompakte Handhabung ermöglicht.

Die Bestellung der Materialien erfolgt über info@rauchertelefon.at oder direkt unter 0810 810 013.

Kontakte aufgrund der Faxkooperationen

2010 langten 464 Faxanmeldungen für die Beratung beim Rauchertelefon ein. 41 % der Faxe waren

Anmeldungen zur Beratung zum Rauchstopp, 59 % waren Anmeldungen zur Nachbetreuung. 85 % der

angemeldeten Personen wurden telefonisch erreicht und vom Rauchertelefon informiert und beraten.

Seit ihrer Einführung im Jahr 2008 stieg die Zahl der Faxanmeldungen kontinuierlich an.

Rauchstopp

41%

Nachbetreuung

59%

Abbildung 2: Faxanmeldungen “Rauchfrei werden“ und “Rauchfrei bleiben“ 2010, N=464

9


4. Statistik 2010

Die Erfassung der Daten erfolgt auf zwei Wegen:

Das elektronische Callcenter (CC) registriert automatisch alle Anrufe und Anrufversuche, die unter der

Nummer 0810 810 013 eingehen. Die Beraterinnen erfassen alle entgegen genommenen und

getätigten Anrufe in der Datenbank (DB).

Begriffsklärung

„Inbound-Anruf“: Eingehender Anruf, der durch Klientinnen bzw. Klienten getätigt wird

„Outbound-Anruf“: Ausgehender Anruf, der von den Berater/innen getätigt wird

„Gesamtanrufvolumen“: Alle Kontakte und Kontaktversuche, also jeder Griff zum Telefonhörer, der

durch das Callcenter oder die Datenbank erfasst wird (Inbound und Outbound, innerhalb und außerhalb

der Öffnungszeiten)

„Kontakt“: Jeder Versuch, der zu einem persönlichen Kontakt zwischen Berater/in und Anrufer/in führt.

„Gespräch“: Ein Informations- oder Beratungsgespräch, das aus einem Kontakt erfolgt

Eckzahlen 2010

7 116 Gesamtvolumen

4 145 Kontakte (aus Datenbank)

16 Kontakte/Tag (251 Arbeitstage/Datenbank-Kontakte 2010)

3 160 Informations- oder Beratungsgespräche

12 Gespräche/Tag

2 336 Klientinnen und Klienten

10


Gesamtanrufvolumen

Abbildung 3: Gesamtanrufvolumen 2010, N=7.116

Im Berichtsjahr verzeichnete das Rauchertelefon insgesamt 7 116 Kontakte und Kontaktversuche

(Gesamtanrufvolumen). Ein Teil der Inbound-Anrufe (41 % des Gesamtvolumens) konnte nicht

bearbeitet werden, da die Anrufe außerhalb der Öffnungszeiten eingingen. 22 % des Gesamtvolumens

stellten bearbeitete Inbound-Anrufe dar. 11 % konnten während der Öffnungszeit aufgrund besetzter

Leitungen nicht bearbeitet werden. 20 % des Gesamtvolumens erfolgten als Outbound-Anruf.

Kontakte und Gespräche

Aus dem Gesamtvolumen von 7 116 Griffen zum Telefonhörer ergaben sich 4 145 Kontakte mit den

Beraterinnen. Abzüglich der „Aufleger“ und der Outbound-Versuche, bei denen der Klient bzw. die

Klientin nicht erreichbar war, ergaben sich 3 160 Informations- und Beratungsgespräche mit den

Expertinnen des Rauchertelefons. Das entspricht einer Frequenz von 16 Kontakten/Tag. 2009 wurden

2 918 Gespräche (15/Tag) geführt, die Zahl der Gespräche konnte somit um 8 % erhöht werden.

11


Anrufe

5000

4500

4000

3500

3000

2500

2000

1500

1000

500

0

4669

4145

3747

3840

3831

3198

2217

2100

2007 2008 2009 2010

Inboundanrufe (Callcenter) 8:00-19.00

Anzahl der Kontaktaufnahmen

Abbildung 4: Anrufvergleich über die Jahre 2007-2010

Obwohl 2010 die Nummer des Rauchertelefons insgesamt weniger oft gewählt wurde als im Vorjahr

(Inboundanrufe), stieg die Zahl der Kontaktaufnahmen. Erklären lässt sich dies v.a. durch geringere

Anruferzahlen außerhalb der Öffnungszeiten (in der Nacht und am Wochenende).

Statistik aus der Datenbank

Die Anzahl N ist bei den folgenden Auflistungen unterschiedlich, da nicht alle Daten bei jedem Anruf

erhoben werden konnten.

Anrufertypen

Sonstiges

Angehörige

Fremdanrufer

Testanrufer

Aufleger

Exraucher

Raucher

0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50%

Abbildung 5: Anrufertyp ein- und ausgehende Erstanrufe 2010, N=2160

Mit 50 % sind Raucher/innen die größte Gruppe der Anrufer/innen. Hier steht der konkrete Wunsch

nach Beratung und Unterstützung beim Rauchstopp im Vordergrund. Als zweitgrößte Gruppe rufen

12


Exraucher/innen mit fast 14 % unter der Nummer 0810 810 013 an. Bei ihnen ist vor allem die

Rückfallprophylaxe Thema.

„Aufleger“ und „Testanrufer“ stellen mit 23 % eine relativ große Anrufergruppe dar. Unter

„Testanrufer/innen“ werden vor allem Jugendliche verstanden, die mit vorgeschobenen oder spaßigen

Fragestellungen das Angebot und die Reaktion der Beraterinnen austesten. Dieses Phänomen ist bei

allen nicht kostenpflichtigen Servicenummern zu beobachten. Jedoch ist es auch bei „Testanrufern“ in

vielen Fällen möglich, auf kurze und prägnante Weise Information zum Rauchstopp weiterzugeben und

Vertrauen in den Service des Rauchertelefons aufzubauen.

Unter die Gruppe „Fremdanrufer“ (8 %) fallen Anrufer/innen aus Gesundheitsberufen, die Information

für ihre Patienten und Patientinnen wünschen. Angehörige (4 %) melden sich oft mit der Frage nach

Unterstützungsmöglichkeiten für rauchende Familienmitglieder, 2 % der Anrufe sind nicht zuordenbar

und fallen unter die Kategorie „Sonstige“.

Altersverteilung und Geschlechterverteilung

66 oder älter

56-65 Jahre

46-55 Jahre

36-45 Jahre

26-35 Jahre

19-25 Jahre

bis 18 Jahre

0% 5% 10% 15% 20% 25%

Abbildung 6: Altersverteilung Erstanrufe 2010, N=1092

Die Altersverteilung hat sich seit dem Aufdruck der Nummer des Rauchertelefons auf den

Zigarettenpackungen aufgefächert. Der Großteil der Anrufer und Anruferinnen (36 %) ist zwischen 36

und 55 Jahren alt. Der Anteil der Jugendlichen, die das Angebot in Anspruch nehmen, ist mit 21 %

ähnlich hoch wie im vergangenen Jahr. Der Aufdruck der Nummer auf der Zigarettenpackung ist

demnach eine gute Möglichkeit zur Erreichbarkeit spezifischer Zielgruppen.

Die Geschlechterverteilung ist mit 53% Männern zu 47% Frauen ausgewogen.

13


Abhängigkeit

Anzahl Zigaretten/Tag

1-10 11 - 20 21 - 30 31 - 40

41 - 50

mehr

Zeitpunkt der ersten Zigarette

5 Min 6-30 Min 31-60 Min später

körperl. Abhängigkeit (FTND)

gering

mittel

stark bis sehr stark

Anzahl der Ausstiegsversuche

0 1 2 - 4

5 - 10

mehr

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Abbildung 7: Rauchprofil hinsichtlich Abhängigkeit 2010

Der Großteil der Raucher/innen, die Beratung des Rauchertelefons in Anspruch nehmen, weist eine

starke körperliche Abhängigkeit auf. 50 % der Anrufer/innen sind stark bzw. sehr stark abhängig, bei

36 % wurde eine mittlere und bei 15 % der Raucher/innen eine geringe Abhängigkeit getestet (ermittelt

mit dem Fagerströmtest zur Nikotinabhängigkeit, FTND).

Der Anteil der Raucher und Raucherinnen, die noch nie zuvor einen Rauchstoppversuch unternommen

haben, hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Waren es 2008 nur 8 %, gaben im Jahr 2010

bereits 15 % der anrufenden Raucher/innen an, noch nie einen Ausstiegsversuch unternommen zu

haben. Der Anteil jener, mit 5 - 10 Ausstiegsversuchen bzw. über 10 Ausstiegsversuchen ist weiterhin

konstant geblieben, die Gruppe mit zwei bis vier Ausstiegsversuchen ist zurückgegangen (10

Prozentpunkte weniger). Mögliche Ursache könnte eine größere Bekanntheit des Rauchertelefons sein,

das durch die leichte Erreichbarkeit und flexible Beratung eine schnell greifbare Alternative zu

ambulanten Einzel- bzw. Gruppenberatungen darstellt. Schon beim ersten Gedanken an einen

Rauchstoppversuch erhält man bei Anruf eine unverbindliche Beratung und Information.

Eine weitere Erklärung könnten die ersten Maßnahmen des Nichtraucherschutzgesetzes sein. So

geben mehr und mehr Anruferinnen und Anrufer die verschärfte Gesetzeslage als Grund für den

persönlichen Rauchstopp an.

14


Kontakte zum Rauchertelefon

Seit 2008 ist die Nummer des Rauchertelefons auf jeder 14. Zigarettenpackung als Warnhinweis

aufgedruckt. Rund 28 % der Anruferinnen und Anrufer beziehen sich darauf. Die zweitgrößte Gruppe

stellen Faxzuweisungen aus den Kooperationsmodellen „Rauchfrei werden! Per Fax.“ und „Rauchfrei

bleiben! Per Fax.“ dar, gefolgt von der Information über das Angebot aus dem Gesundheitswesen und

aus dem Internet.

Amt/Kammer/Behörde

Sonstiges

persönliche Empfehlung

Servicestellen der SV-Träger

Medien/Kampagnen

Internet

Gesundheitswesen

Fax (Rauchfrei werden)

Fax (Rauchfrei bleiben)

Zigarettenpackung

0% 5% 10% 15% 20% 25% 30%

Abbildung 8: Kontakte zum Rauchertelefon 2010, N=1412

Bundesländerverteilung

Die Landeszugehörigkeit wurde bei 64 % der Erstanrufe erfasst. Betrachtet man die Verteilung der

Erstanrufe im Bezug auf die Verteilung der Gesamtbevölkerung, so zeigt sich, dass sich

überdurchschnittlich viele Anruferinnen und Anrufer aus Wien am Rauchertelefon melden. Auch in

Niederösterreich und in der Steiermark zeigen verstärkte Bewerbung und Kooperation Auswirkung auf

die Inanspruchnahme des Rauchertelefons.

15


Burgenland

Vorarlberg

Kärnten

Salzburg

Tirol

Oberösterreich

Steiermark

Niederösterreich

Wien

0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35%

Bundesländerverteilung, ein- und ausgehende Erstanrufe

Bevölkerung 4.Quartal 2010

Abbildung 9: Ein- und ausgehende Erstanrufe im Bundesländervergleich 2010, N=1.387

Nutzung der internetbasierten Angebote

Im Jahr 2010 besuchten rund 49 000 Personen die Homepage des Rauchertelefons - insgesamt

verzeichnete die Adresse www.rauchertelefon.at 1,6 Mio. Zugriffe in diesem Jahr. Am stärksten

frequentiert waren die Bereiche „Rauchstopp“ und „Rauchen“ und hier besonders die Schwerpunkte

„Tipps & Tricks zum Rauchstopp" sowie „Kinder lernen rauchen".

Unter der E-Mailadresse „info@rauchertelefon.at“ nimmt das Team des Rauchertelefons Anfragen zu

Beratungen und Informationen sowie Anforderungen von Informationsmaterialien entgegen. Im

Berichtsjahr führten die Beraterinnen rund 120 E-Mailberatungen durch und bearbeiteten insgesamt 250

elektronische Anfragen.

Versand von Informations- und Arbeitsmaterialien

Unterstützend zur Telefonberatung erhalten Anrufer/innen auf Wunsch kostenfreie Informations- und

Arbeitsmaterialien. 2010 wurden 134 „Arbeitspakete“ versandt, die neben der Broschüre vom

Rauchertelefon beratungsrelevante Unterlagen enthalten (Motivlisten, Alternativen zur Zigarette,

Rauchprotokolle,…). Österreichweit versandte das Rauchertelefon über 14 500 Broschüren, v.a. zur

Auflage in Beratungsstellen, Ordinationen etc. Die beiden Folder für die Zielgruppen „Jugendliche“ und

„Schwangere und stillende Mütter“ wurden im Vergleich zum Vorjahr vermehrt angefordert (3 800

Folder „Ziga-Rette sich wer kann“ für Jugendliche und 5 700 Folder „Rauchfrei für mich und mein

Kind“).

16


5. Zusammenfassung

Das Rauchertelefon, das Angebot zur telefonischen Tabakentwöhnung in Österreich, wird zum

Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2011 fünf Jahre alt. Das Leistungsspektrum, das unter der Nummer

0810 810 013 und auf der Homepage www.rauchertelefon.at angeboten wird, ist in den letzten Jahren

ständig gewachsen. Ein wichtiger Schritt war es, im Oktober 2010 die Beratungszeiten von 10:00 bis

18:00 auszuweiten, um noch leichter und flexibler erreichbar zu sein.

Die Nummer des Rauchertelefons 0810 810 013 wurde im Vorjahr 5 501 Mal gewählt. Daraus

entstanden 4 145 Kontakte (16/Tag), welche zu 3 160 Informations- und Beratungsgesprächen mit den

Expertinnen des Rauchertelefons führten (Steigerung um 8 % zu 2009).

Das Team des Rauchertelefons ist stolz darauf, den Service und die Telefonberatung auch im fünften

Jahr des Bestehens weiterhin ausbauen zu können. Neben der Beratung und der

Informationsvermittlung liegt der Fokus verstärkt auf der Weitervermittlung zu Angeboten der

Tabakentwöhnung in ganz Österreich. Durch die Modelle Rauchfrei werden Per Fax. und Rauchfrei

bleiben! Per Fax. kann die direkte Kooperation zum Rauchstopp und zur Nachbetreuung mit

Expertinnen und Experten ausgebaut werden. Auch so wird die Vernetzung zwischen den Institutionen

gefördert und ermöglicht Raucherinnen und Rauchern, individuelle Hilfestellung bei der Behandlung der

chronischen Suchterkrankung zu erhalten und so den Auswirkungen der tabakassoziierten

Folgeerkrankungen effizient vorzubeugen.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Arbeitsmaterialien zur Faxkooperation 8

Abbildung 2: Faxanmeldungen “Rauchfrei werden“ und “Rauchfrei bleiben“ 2010, N=464 9

Abbildung 3: Gesamtanrufvolumen 2010, N=7.116 11

Abbildung 4: Anrufvergleich über die Jahre 2007-2010 12

Abbildung 5: Anrufertyp ein- und ausgehende Erstanrufe 2010, N=2160 12

Abbildung 6: Altersverteilung Erstanrufe 2010, N=1092 13

Abbildung 7: Rauchprofil hinsichtlich Abhängigkeit 2010 14

Abbildung 8: Kontakte zum Rauchertelefon 2010, N=1412 15

Abbildung 9: Ein- und ausgehende Erstanrufe im Bundesländervergleich 2010, N=1.387 16

17


Impressum

Niederösterreichische Gebietskrankenkasse

Stabstelle Zentrale Gesundheitsförderung und Prävention

Leitung: Willibald Moik, MSc

Berichterstellung und inhaltliche Verantwortlichkeit: Rauchertelefon

3100 St. Pölten, Kremser Landstraße 3

www.noegkk.at

18

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!