Bericht PH FHNW - Gymnasium Liestal

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Bericht PH FHNW - Gymnasium Liestal

Sprachenübergreifender Unterricht am Gymnasium Liestal

zierenden das Potential als eher gross einschätzen. Dies wiederspiegelt sich auch bei den Begründungen,

welche mehrheitlich positiv waren (Unterschiede werden durch Schüler/innen

wahrgenommen; L1 gewinnt an Bedeutung für weitere Sprachen, da übertragbare Strukturen

erkannt werden; hohes Potential, der sprachenübergreifende Unterricht könnte jedoch in den

Stundenplan integriert werden). Die Dozierenden bedauern, dass der Ertrag nur punktuell erfasst

werden kann, da die Schüler/innen Transfer zwischen Schulfächern nicht besonders mögen (1 LP

vermutet, dass es wegen starker Konzentrationsverpflichtung auf das gelehrte Fach ist) und dass

die affektive Seite des Sprachenlernens eher innerhalb der Einzelsprachen zum Tragen kommt.

Die grössten Unterschiede im Bereich der Unterrichtsthemen zwischen dem normalen Sprachunterricht

und dem sprachenübergreifenden Unterricht (Frage 4) haben die Dozierenden in der

Einführung in die Linguistik gesehen (1 Dozent/in schreibt, dass allgemein mehr Theorien behandelt

werden) sowie in der Vermittlung einer historischen Dimension der besprochenen Sprachen.

1 Dozent/in sah den grössten Unterschied bei den Themen, welche die Mitwirkung und

Anwesenheit von Kolleg/innen aus anderen Fächern nötig machen.

Den Mehrwert des sprachenübergreifenden Unterrichts für die Schüler/innen (Frage 5) haben

die Dozierenden im bewussten Wahrnehmen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten unter

(indoeuropäischen) Sprachen gesehen (idealerweise komme es zu Transferleistungen). 1 Dozent/in

hob den Zeitgewinn hervor, wenn Themen gemeinsam behandelt wurden und 1 weiterer

Dozent/in erkannte im sprachenübergreifenden Unterricht einen freieren Umgang mit Sprachen:

Die Schüler/innen wechselten wegen dem mehrsprachigen Umfeld innerhalb der Lektion mehrmals

die Sprache.

Einen Mehrwert für die Dozierenden (Frage 6) sahen sie in der Zusammenarbeit mit den Kolleg/innen

und dem Kennenlernen anderer Formen der Sprachdidaktik. 1 Dozent/in erwähnte,

dass Parallelen sichtbar wurden und dass die Wortschatzarbeit erleichtert wurde.

Die grössten Herausforderungen in diesem Projekt (Frage 7) war der hohe Zeitaufwand wegen

den regelmässigen Absprachen und dem gemeinsamen Vorbereiten. 1 Dozent/in schrieb, dass

sehr viel auf Anhieb geleistet werden musste und es in der Klasse im ersten Test des Kurses einen

Widerstand beim Festlegen der Fachanteile in Prüfungen und bei der Verrechnung der fächerübergreifenden

Noten gab. 1 weiterer Dozent/in erwähnte die nötigen Kompromisse zwischen

den Dozierenden, welche sie bezüglich Themen und Ausführlichkeit eingehen mussten.

Die Zusammenarbeit und die erforderlichen Rücksprachen mit den Vertretern der anderen Sprachen

(Frage 8) wurden von allen Dozierenden grundsätzlich als positiv angesehen. Es gab jedoch

Schwierigkeiten beim Suchen der geeigneten Zeitpunkte für die gemeinsame Planung. 29

Der Zeitdruck wegen dieser „Pionierarbeit“ wurde hervorgehoben. 1 Dozent/in erwähnte, dass

er/sie nicht viel „mitreden” konnte, da er/sie jeweils einen anderen Kurs zur Vorbereitungszeit

hatte. Er/sie fand es jedoch sehr spannend, die Vorbereitungen kurz abzusprechen und die vorbereiteten

Elemente der Kolleg/innen im Internet nachzulesen.

29 Der Dozent/in schreibt dazu: „Schwierig war, im Stundenplan der beteiligten Lehrpersonen einen geeigneten

Zeitpunkt für die gemeinsame Planung zu finden”.

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