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#111 15

fun&action

Die Hanfberatung im HanfJournal

Erste Hilfe für Kiffer

kascha@hanfjournal.de

Kascha ist ab sofort per e-Mail über kascha@hanfjournal.de zu erreichen.

Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht, nur blöde Antworten.

Alex (ohne Alter, aus Hamburg) fragt:

„Hi Kascha,

ich brauche bitte unbedingt eure Hilfe.

Kurz zur Sache. Ich bin auf dem Weg zur Arbeit um 8.45h vor

genau zehn Wochen positiv auf Cannabis getestet worden. Natürlich

stolperte ich blindlinks in die fast schon anmaßenden

Fragen der Polizei und stimmte einem Urintest zu.

Nun ist mir die Fahrerlaubnis entzogen worden (4,9ng/ml

THC & 39,3 ng/ml THC Carbonsäure). Da ich nichts dem Zufall

überlassen möchte, aber kein Geld für einen Anwalt habe,

suche ich so viel wie möglich nach professioneller aber kostenloser

oder kostengünstiger Hilfe.

Im www ist kaum zu unterscheiden, wer zu diesem Thema seriöse

Hilfe anbietet. Ich möchte meine Fahrerlaubnis so schnell

wie möglich wieder erlangen. Vielleicht könnt ihr mir gute

Kontakte in Hamburg oder im www vermitteln.

Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir weiter helfen könntet.“

Kascha antwortet:

„High Alex,

das ist ja unglücklich gelaufen. Dem Urintest sollte man nie

zustimmen, im Zweifelsfall zählen aber nur die beim Bluttest

ermittelten Werte. Nach den Werten, die du mir mitgeteilt hast,

nehme ich an, dass du zwar einigermaßen regelmäßig rauchst,

aber das THC im Blut vermutlich noch vom Vorabend ist

- auf jeden Fall ist aktives THC vorhanden, was üblicherweise

leider als Rauschfahrt angesehen wird. Mit dem Verdacht

auf regelmäßigen Konsum bist du zudem - rechtlich gesehen

- im Verdacht, nicht zum Führen eines Kfz geeignet zu sein

(unabhängig vom aktiven THC im Blut, das als Rauschfahrt

zusätzlich eine Ordnungswidrigkeit darstellt) und es werden

dich vermutlich eine MPU und Drogenscreenings erwarten,

um deinen Führerschein wieder zu sehen. Das kann ziemlich

teuer werden, ein Anwalt kann dir bei 4,9ng/l leider auch nicht

viel weiter helfen. Du kannst bei deinem Amtsgericht anrufen

und dich erkundigen, ob sie dir einen Beratungsschein ausstellen

- damit wäre die Erstberatung beim Rechtsanwalt kostenlos

und nur für ein sich eventuell anschließendes Verfahren

oder ähnliche Tätigkeiten des Anwaltes müsstest du dann

bezahlen, wenn du dich dazu entschließen solltest. Einen Beratungsschein

bekommst du, wenn du z.B. arbeitslos bist, die

Regelungen unterscheiden sich aber regional und es ist möglich,

dass du mit einem geringen Verdienst auch noch dazu berechtigt

bist. Hilfreich ist auch die Grüne Hilfe Netzwerk e.V.,

erreichbar unter http://www.gruene-hilfe.de. Da eine MPU

aber kaum zu vermeiden sein sollte, musst du überlegen, ob

du das Geld für ein MPU Training ausgibst (ab ca. 600 Euro)

oder dir dazu ein Buch kaufst, z.B. „Der Testknacker zum Führerscheinverlust“

von Theodor Rieh (ca. 10 Euro), für die ganze

MPU Geschichte musst du (ohne Training) so etwa mit 600-

800 Euro rechnen. Jedenfalls wünsche ich dir viel Erfolg und

hoffe, dass ein eventueller Führerscheinentzug für dich keine

weiteren Folgen (Jobverlust u.ä.) hat. “

Jonas (19) aus Berlin fragt:

„Hi Kascha,

das ist vielleicht eine etwas ungewöhnliche Frage, aber ich

wollte mal wissen, warum der Filtertip eigentlich Filtertip

heißt, er filtert ja nicht wie ein Zigrarettenfilter? Und kann man

Zigarettenfilter für Joints benutzen, wenn man das nicht so

stark mag, oder filtert das auch das THC?“

Kascha erklärt:

„Hi Jonas,

also ich würde behaupten, dass der Filtertip (so nennt man das

Stückchen Pappe aus dem man den „Jointfilter“ dreht) so heißt,

weil der „Jointfilter“ an der Stelle sitzt, wo bei einer normalen

Zigarette der Filter wäre – Mundstück wäre vielleicht eine zutreffendere

Bezeichnung. Dass man ein solches Teil statt einem

Zigarettenfilter benutzt, hat mehrere Gründe: Erstens würde

ein Zigarettenfilter, auch wenn man durchaus auch bei einem

so gedrehten Joint eine Wirkung verspüren würde, neben dem

Teer wohl auch einen gewissen Teil des THC aus dem Rauch

filtern. Und zweitens bremst ein Zigarettenfilter durch seine

Struktur, durch die der Rauch erst hindurch muss, den inhalierten

Rauch deutlich ab, so dass er weicher und sanfter erscheint

– eher enttäuschend für Kiffer, die mit dicken Papierfiltern

auch das kratzige Gefühl des einströmenden Rauchs im Hals

mögen. Im Endeffekt ist also der Papierfilter einfach effektiver

– bei den gegenwärtigen Schwarzmarktpreisen für Cannabis

ist dies für die meisten Konsumenten ein entscheidendes Argument

dafür. Im Handel erhältliche Aktivkohlefilter, die speziell

für Joints entworfen sind, stellen eine Kompromisslösung

dar, da sie im Aufbau an den Gewohnheiten von Cannabiskonsumenten

orientiert sind. Eine andere Möglichkeit ist der

so genannte „Tabakfilter“, für den man anstelle eines Filtertips

ein kleines bisschen Tabak oder die Spitze von einer Zigarette

in den Joint einsetzt. Dadurch wird der Rauch angenehmer

und weicher, man hat aber häufig Tabak im Mund und auch

der Geschmack des Mundstücks ist zum Teil gewöhnungsbedürftig.

Für Pur-Joints ist es sinnvoll, gar keinen Filter zu verwenden

– es ist zwar etwas anstrengend, dann bis zum Ende

zu rauchen, ohne sich die Lippen zu verbrennen, andererseits

vermeidet man so das unangenehme „Pur-Kratzen“ und das

dazu gehörige Husten.“

Kascha in eigener Sache:

Hallo liebe LeserInnen,

vor einiger Zeit hatte ich einen Leserbrief mit einer Frage zu

Rauchgeräten aus verschiedenen ungewöhnlichen Gegenständen

und habe um weitere Anregungen gebeten – eine Antwort,

die ich bekommen habe, fand ich interessant und würde

sie gerne an dieser Stelle veröffentlichen. Vielen Dank dafür,

Dagobert, ich habe es noch nicht ausprobiert, aber ich werde

es noch tun. Hier also die Mail, viel Spaß damit und fröhliche

Weihnachten:

„Tachchen, tachchen,

man kann auch ne Blubber aus Obst nachbauen.

Bauch ne Melone - Chillum ne Möhre und als Hals eignet

sich ne Gurke ;-)

Rettich rauchen, in Form eines Chillum’s, is ooch

nett

Peace Dagobert101“

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