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guerilla growing

#111

Henk‘s eiskalte Auslese

Eigentlich haben wir ja schon einmal vor ein paar Jahren

darüber berichtet, wie man mit Hilfe von Wasser und

Eis Hasch macht. Aber zum Einen hat Henk seine Technik im

Laufe der Jahre ein wenig abgewandelt, zum Anderen hat er

von einer neuen Methode Wind bekommen, die gänzlich ohne

Siebe auskommen soll und gerade deshalb beste erste Qualität

sowie Ausbeute verspricht: Die Xtractor-Technik. Hierzu

benötigt man, genau wie bei der in Europa weit verbreiteten

Eishasch- Methode mit Siebbeuteln, ein vier Grad kaltes Eis/

Allerdings wollte unser niederländischer Indoor-Experte

nicht so lange warten, bis er wieder ein ordentliches Piece zum

Verdampfen hat. Deshalb hat er seinen 38 Micron Siebbeutel

und den Top-Zeef -Eimer aus dem Keller geholt und mit seinem

Freund Manne Kosloswki Eishasch gemacht, ein wenig anders

als beim ersten Mal, denn anstatt die Bags im Eimer durchzurühren

hat er das harzreiche Wasser nach dem Rührvorgang

durch die Siebe gekippt.

Der Top-Zeef Eishasch Eimer

Ist im Prinzip ein Eimer, in dem das grobe Vorsieb für die

Pflanzenreste schon integriert ist und bei dem das lästige Abgießen

oder Herausziehen der Beutel durch einen einfach zu

handhabenden Ablaufschlauch gelöst wird, ähnlich wie beim

Bubblelator. Beim Top Zeef Eimer kann man gegen Aufpreis

ein Rührwerk montieren, Henk hat sich jedoch aus Gewohnheit

und chronischem Geldmangel für seinen altbewährten Küchenmixer

entschieden.

Unsere beiden Freunde sind hierbei genauso verfahren wie

vorher, das Gemisch wurde mit Stoppuhr auf die Sekunde genauso

lang gerührt wie der Siebbeutel-Eimer.

Wasser Gemisch, zuvor eingeweichtes oder frisches Weed beziehungsweise

harzhaltige Erntereste, einen Eimer mit grobem

Vorsieb für große Pflanzenteile, einen Mixer und statt der Siebe

einen speziellen Ablauf in Trichterform. Bei jeder Wasser/Eis-

Methode erfolgt der eigentliche Trennungsprozess der THC-

Kristalle vom Blatt durch das Mixen. Bei der Methode aus Kalifornien

wird das Wasser-Eis Gemisch aber dann zum Trennen

der Kristalle vom Wasser nicht wie bei den meisten heimischen

Kleingärtnern gesiebt, sondern die physikalische Eigenschaft

des Harz-/Öl-Gemisch wird zur Trennung des Harzes und

der Pflanzenreste genutzt: Die durch das Rühren abgefallenen

Harzteilchen fallen innerhalb einer Stunde nach dem Rühren in

einen trichterförmigen Auffangbehälter, genau wie bei der Essig-/Öl-Flasche

vom Nobelitaliener, alle Pflanzenteile schwimmen

oben, Harze und Öle befinden sich im Auffangtrichter.

Der harzhaltige Mix aus dem Trichter wird dann langsam

durch einen Kaffeefilter vom Wasser getrennt und getrocknet.

Siebe seien hierbei unnötig, da sich im Trichter sowieso keine

Pflanzenreste mehr befänden, reiche ein Kaffeefilter, um absolut

reines Hasch zu gewinnen.

Theoretisch können so, anders als bei den Siebbeuteln, selbst

nach zwei bis drei Stunden Rührwerkbetrieb keinerlei Chlorophyllreste

im Endprodukt sein. Leider hat Henk das in den USA

und Europa patentierte Gerät nicht mehr „in-time“ aus Kalifornien

organisieren können, so dass er seine Knippreste der

letzten Ernte wieder mit seinen bewährten Ice-o-later Sieben

und einer Eishasch-Eimer-Konstruktion von Top-Zeef gemacht

hat. Er hat uns jedoch versprochen, bei der nächsten Ernte, also

in ungefähr drei Monaten, mit der sieblosen Xtraktor-Technik

einen Direktvergleich für die Leser/innen des Hanf Journals zu

machen.

Die Siebbeutel Methode:

Eiswasser und Erntereste werden 30 Minuten eingeweicht,

frische Erntereste können sofort verarbeitet werden. Sobald

das Blattmaterial flexibel ist, wird das Gemisch mit einem

handelsüblichen Mixer mindestens eine Stunde durchgerührt.

Durch das Rühren trennen sich die Harzkristalle vom Blatt und

schwimmen zusammen mit den Pflanzenresten im Wasser. Die

Pflanzenreste werden nun zuerst durch einen groben Siebbeutel

abgegossen, danach wird das verbleibende Wasser durch

einen oder mehrere feinere Siebbeutel gegossen. Dieses Mal

hat Henk nur einen 38 Micron Siebbeutel benutzt, weil er eigentlich

im Sinn hatte, den Eimer- und Siebbeutelertrag direkt

und unter gleichen Voraussetzungen miteinander zu vergleichen,

da beim Top-Zeef Eimer laut Bedienungsanleitung auch

nur einmal fein abgesiebt wird. Leider gab es ein technisches

Problemchen, das die Hersteller von Top-Zeef am ansonsten

einwandfrei arbeitenten Gerät ändern sollten: Beim Ablaufen

des Harz-/Wasser-Gemischs ensteht ein ziemlich hoher Druck,

weil das Auffanggefäß im Vergleich zum Eimervolumen klein

ist. Dadurch schießt das ungefilterte Wasser-/Harz-Gemisch

ein wenig durch das Luftansaugloch am Sieb vorbei und landet

im Abwasserbehälter. Schade drum, auch wenn es nur ein

Bruchteil ist. Henk hat das beim Testdurchlauf ohne Pflanzenreste

bemerkt und sich deshalb dafür entschieden, anstatt des

mitgelieferten Original-Auffangbehälters den 38 Micron Beutel

zu nutzen, den er auch zuvor genutzt hat. So ist der Vergleich

dafür auf‘s Micron genau.

Da das grobe Sieb schon im Eimer ist, kann man das Wasser-

/Harz-Gemisch hier einfach direkt nach dem Rühren durch ein

feines Sieb ablaufen lassen und so die Kristalle herausfiltern.

Das Ergebnis

Bei beiden Methoden kratzt unser Freund das noch feuchte

Hasch mit einer Scheckkarte vorsichtig vom Sieb und presst das

verbleibende Wasser mit der Hand mit möglichst wenig Druck

heraus. Danach wird der noch feuchte Klumpen zerkrümelt

und kann nach zwei Tagen Trocknung bei Zimmertemperatur

ganz einfach zu Kügelchen gerollt oder in jede andere beliebige

Form gebracht werden.

Der Ertrag war bei beiden Methoden ziemlich identisch, Henk

konnte sowohl beim Siebbeutel als auch beim Siebeimer insgesamt

acht Prozent seines Ausgangsmaterials wiedergewinnen.

Verglichen mit der in Heft 11.2008 vorgestellten Aussiebung ist

die Ausbeute ein wenig geringer, die Qualität wiege das aber

laut Henk und Manne locker wieder auf.

Das Powder aus dem zweiten Durchlauf war ein wenig grüner

als das nach dem ersten, beide Pieces waren dann aber nach

dem Trocknen und Pressen kaum noch voneinander zu unterscheiden:

Außen tiefschwarz und die Schnittstelle war grau, genau

wie es sein soll, beim Bröseln ist es immer wieder zusammengeklebt

und war kaum von den Fingern abzubekommen.

Leider hat er sein Eishasch nicht für uns analysieren lassen,

auch so etwas ist ja gut möglich in Holland. Aber nach eigener

Aussage konnte es mit dem, was in seiner Heimat für 20

€/Gramm über den Tresen geht, locker mithalten. Bon Appetit

Henk, unser Neid sei dir gewiss.

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