Hanfjournal 02/05

hanfjournal.de

Hanfjournal 02/05

Hanf Journal

unabhängig, überparteilich, legal

#41

AUSGABE 02/05

Kostenlos

04 Und tschüss!

04 Und tschüss!

04 Und tschüss!

Werner und Martin verlassen das Hanf Journal. Mit dieser

Werner und Martin verlassen das Hanf Journal. Mit dieser

Werner und Martin verlassen das Hanf Journal. Mit dieser

Ausgabe legen sie ihr vorläufig letztes Werk vor. Die Welt

ist entsetzt. Erst der Krieg im Irak, dann die Killerwelle in

Asien und jetzt das! Wie und warum das sein muss, und

vor allem was unsere Helden jetzt so vorhaben erklären

sie uns im Interview auf . . . Seite 4+5

Ausgabe legen sie ihr vorläufig letztes Werk vor. Die Welt

ist entsetzt. Erst der Krieg im Irak, dann die Killerwelle in

Asien und jetzt das! Wie und warum das sein muss, und

vor allem was unsere Helden jetzt so vorhaben erklären

sie uns im Interview auf . . . Seite 4+5

Ausgabe legen sie ihr vorläufig letztes Werk vor. Die Welt

ist entsetzt. Erst der Krieg im Irak, dann die Killerwelle in

Asien und jetzt das! Wie und warum das sein muss, und

vor allem was unsere Helden jetzt so vorhaben erklären

sie uns im Interview auf . . . Seite 4+5

news s.02

guerilla growing s.06 wirtschaft s.11 cool-tour s.12 fun+action s.14

www.hanfjournal.de

Wir trauern um

Laya-Alama Conde

der am 7.1.2005 im Alter von 35 Jahren an den Folgen polizeilich angeordneter Folter starb.

Auch der verantwortliche Bremer Innensenator Thomas Röwekamp bezeugt seine Trauer:

„Ich bleibe dabei, solche Schwerstkriminellen müssen mit körperlichen Nachteilen rechnen.“

Beileidsbekundungen und Ausdrücke der Wut bitten wir direkt an die zuständigen Stellen zu schicken:

office@inneres.bremen.de

office@justiz.bremen.de

Drogenpolitik fordert wieder Menschenleben

Am 07.01.2005 verstarb in Bremen ein mutmaßlicher Drogenhändler,

nachdem er zuvor bei der gewalt-samen Vergabe von Brechmitteln

durch Sauerstoffmangel schwere Hirnschäden erlitt.

Beamte hatten den Mann am zweiten Weihnachts-feiertag dabei

beobachtet, wie er etwas verschluckte und ihn deshalb mit auf

die Wache genommen. Dort wurden ihm von einem Arzt vom

medizinischen Beweissicherungsdienst ein Brechmittel und

mehrere Liter Wasser per Magensonde verabreicht. Dem

beobachtenden Notarzt zufolge drang ein Teil dieses Wassers

in die Lunge und verursachte den Tod durch Ertrinken.

Mal ganz davon abgesehen, dass ein solches Vorgehen nicht

dem hippokratischen Eid und UN-Vorgaben entspricht (in

einer UN-Resolution heißt es: „Es verstößt gegen die ärztliche

Ethik, wenn medizinisches Personal, insbesondere Ärzte, sich

mit Gefangenen oder Häftlingen in einer Weise beruflich

befassen, die nicht einzig und allein den Zweck hat, ihre

körperliche und geistige Gesundheit zu beurteilen, zu schützen

oder zu verbessern.“), ist dieses Vorgehen, die Anwendung

von Gewalt zur Gewinnung von Beweismitteln, tatsächlich als

Folter zu betrachten. Es verträgt sich auch in keinster Weise

mit der in Deutschland üblichen Unschuldsver-mutung, die

besagt, dass ein Verdächtiger so lange als Unschuldig anzusehen

ist, bis ihm das Gegenteil bewiesen werden kann. Und

Unschuldige zum Kotzen zu zwingen ist mit Sicherheit illegal.

In Deutschland ist die Brechmittelvergabe bei Verdacht auf

Drogenhandel übrigens eine häufig praktizierte Maßnahme.

In Bremen wurde sie im Jahr 2004 97-mal angewandt. In

Hamburg wurde letztes Jahr 111-mal gekotzt. 2001 kam dort

dabei sogar schon einmal ein Mensch zu Tode. Berlin zählt

jährlich 60 bis 80 derartige Folterungen. Aus den anderen

Bundesländern sind keine Zahlen bekannt. Nur Bayern(!),

Brandenburg, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt verzichten

auf die unmenschliche Praktik der Brechmittelvergabe.

Die Geschehnisse in Bremen, Hamburg, Berlin und allen anderen

Bundesländern, die auf diese Weise Beweismittel zu erlangen

versuchen, stehen in einer Linie mit denen in Abu Ghureib

und Frankfurt (wo einem mutmaßlichen Mörder Gewalt

angedroht wurde, um den Aufenthaltsort seines Opfers zu

erfahren). Sie gehen in ihrer Eskalativität sogar noch darüber

hinaus. Weder in Abu Ghureib noch in Frankfurt ist jemand

zu Tode gekommen. In Abu Ghureib war die Folter (angeblich)

nur das Werk von Einzeltätern und nicht staatlich-systematisch.

In Frankfurt wurde die Folter sogar nur angedroht. Und

trotzdem hatten diese Ereignisse Konsequenzen. Der

Verantwortliche wurde angeklagt, die Medien drehen sich

heute noch um diesen Fall. Im Vergleich dazu wird über die

Vorgänge in Bremen beschämend wenig berichterstattet. Alle

Welt trauert um Rudolf Moshammer, so gut wie niemand

nimmt dagegen von diesem Fall Kenntnis. Weil es hier „nur“

um einen Asylbewerber ging?

Mehr zum Thema:

„Organisiertes Erbrechen“ erobert Bundesrepublik

http://www.hanfjournal.de/news/artikel-november02_s4_a2.php

Besonders tragisch ist, dass die Praktik der Brechmittelvergabe

vor allem bei „kleinen Fischen“ angewandt wird. Die dabei

sichergestellten Mengen sind meist kaum der Rede wert. Das

zeigt, dass die Brechmittelvergabe Ausdruck einer im Kern

verfehlten Drogenpolitik ist. Eine Angebotsei-nschränkung

wird durch die Kotzereien, wie auch durch jede andere

repressive Maßnahme, faktisch nicht erreicht. Die derzeitige

Drogenpolitik hilft niemandem. Ganz im Gegenteil: Sie tötet

Menschen.

Martin Schwarzbeck


2

news

Das Eckthema

Die Welt verzweifelt!

Drogen im Straßenverkehr BVerfG führt THC-Grenzwerte ein

Werner und Martin verlassen das Hanf Journal. Die Flaggen

hängen auf Halbmast. Die Menschen verzweifeln. Es handelt

sich hier ganz klar um eine Zäsur in der modernen

Geschichtsschreibung. Nichts wird mehr sein wie es vorher

war. Um all dieser Trauer Ausdruck zu verleihen lassen wir

diesmal in den Ecken Betroffene zu Wort kommen, wie sie

diesen schmerzlichen Verlust erleben und ob sie sich eine

Zukunft ohne Werner und Martin vorstellen können.

Herausgeber:

Agentur Sowjet GmbH

Lettestraße 3

10437 Berlin

tel.: 030/44 79 32 84

fax.: 030/44 79 32 86

email: zentrale@hanfjournal.de

Redaktion:

Werner Graf (V.i.s.d.P.), Martin Schwarzbeck

Impressum

Mitarbeiter an dieser Ausgabe:

Claudia Grehslehner, Dr. Ton, Max Hanfburg, Dr. Franjo Grotenhermen, Roland

Grieshammer, Kerstin Koch, Veit Schnetker und Oliver Nuss

Layout:

Schnittstelle Inc.

Illustration:

Lukas Tkotz

Fotos:

Privat, Im Auftrag des Hanf Journals, Dirk Rehahn, Jorge Cervantes, Nanny

Karius

Korrektur:

Korrekturen-Text (Kerstin Thierschmidt)

Anzeigen:

Dirk Rehahn

030/44 67 59 03

vertrieb@hanfjournal.de

Vertrieb:

Das Hanf Journal wird im gesamten deutschsprachigen Raum verteilt. Gegen

einen Betrag von 42 Euro (Inland) oder 84 Euro (Ausland) jährlich kann das

Hanf Journal beim Herausgeber bezogen werden.

(Abonnement unter www.hanfjournal.de)

Druck:

Union Druckerei Weimar GmbH

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit Genehmigung des Herausgebers.

Manuskripte, Bilder und Beiträge sind willkommen, es wird aber keine Haftung

übernommen.

Im Sinne des Urteils des LG Hamburg vom 12. Mai 1998 - 312 0 85/98

distanziert sich der Herausgeber ausdrücklich von allen Inhalten der

angegebenen Internetadressen und Links.

Achtung jeder Missbrauch von Drogen ist gefährlich! Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder animieren Drogen zu konsumieren.

Besucht auch die Homepage www.hanfjournal.de

Endlich kehrt auch in den Straßenverkehr mehr Vernunft ein.

Wer vor Wochen das letzte Mal gekifft hat, hat keinen THC-

Rausch mehr und kann daher ohne Weiteres Auto fahren,

natürlich vorausgesetzt, er hat nicht gerade Alkohol getrunken,

Tabletten geschluckt oder telefoniert am Handy. Und dass der

technische Fortschritt so weit voranschreitet, dass sogar noch

Monate nach einem Konsum dieser nachgewiesen werden

kann, heißt eben nicht dass man sich zum Zeitpunkt des

Nachweises noch unter THC-Einfluss befindet.

Und da man THC im Blut sehr lange nachweisen kann, hat

das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in seinem Urteil am

21. Dezember 2004 THC-Grenzwerte eingeführt. Erst ab einer

Grenze von 1,0 ng/ml THC in deinem Blut kann davon

ausgegangen werden, dass du berauscht gefahren bist. Ob

diese Grenze nun wissenschaftlich sinnvoll ist, ist eine andere

Frage. In den drei vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag

gegeben Studien sind die Grenzwerte indes viel höher angesetzt.

PD Dr. Hans-Joachim Vollrath - Uni Würzburg - führt in seiner

Studie „Fahrten unter Drogeneinfluss - Einflussfaktoren und

Gefährdungspotenzial“ 2001 aus: „Bei Monokonsum lässt sich

nur für Amphetamin/Ecstasy in hohen Konzentrationen und

für Alkohol eine deutliche Gefährdung nachweisen. Der akute

Konsum von Cannabis alleine verändert das Fahrverhalten

nicht . . .“. Prof. Herbert Käferstein - Rechtsmedizin Köln -

erklärte: „Mit Sicherheit keinen Zweifel an einem zeitnahen

Konsum kann man bei THC-Konzentrationen über 10 ng/ml

haben.“ und selbst Prof. Dr. Norbert Schulz - Uni Würzburg -

führt in seiner Literaturanalyse „Fahruntüchtigkeit durch

Cannabis, Amphetamin und Cocain“ 1998 Folgendes aus: „Im

THC-Konzentrationsbereich sieben bis 15 ng/ml sind nach

vorliegenden Erkenntnissen für das Verkehrsverhalten

wesentliche Leistungseinschränkungen zu erwarten.“ Selbst

bei dem vorsichtigstem Ergebnis könnte der Grenzwert also

sieben Mal höher sein, als er jetzt festgelegt wurde.

1,0 ng/ml ist viel mehr eine politische Größe, die bei einem

Treffen aller Verkehrsminister der Bundesländer im Jahre 2002

das Ergebnis eines Kuhhandels war und für das BVerfG wohl

die beste Kompromisslösung darstellte. Denn mit Alkohol darf

man diese Regelung wirklich nicht vergleichen. Eine

Rauschwirkung durch Alkohol ist schon ab 0,1 Promille im

Blut längst nachweisbar, der Bremsweg verdoppelt schon bei

0,3 Promille und bei 0,5 Promille darf man erst nicht mehr Auto

fahren.

Doch nicht nur der Grenzwert an sich stimmt viele

Führerscheinexperten traurig, die Gesamtsituation lässt die

meisten erschaudern. Nachdem 1994 das BVerfG eine so

genannte geringe Menge in Deutschland mehr oder weniger

einführte, schickte sich die Regierung Kohl an, durch die

Führerscheinverordnung Cannabis-Konsumenten durch die

Hintertür zu bestrafen. In einer der letzen Verordnungen legte

die CDU der neuen Regierung noch das besagte Ei

„Führerscheinverordnung“ ins Nest, welches exemplarisch für

den kompletten Umgang der Koalition mit der Drogenpolitik

steht. Es wäre für Rot-Grün zu Beginn ein Leichtes gewesen,

das noch nicht in Kraft getretene Gesetz wieder

zurückzunehmen, schließlich war es noch nirgends umgesetzt.

Am 01.01.1999 trat es dennoch in Kraft und löste eine Menge

von Probleme aus. Zuerst reichte schon der alleinige Besitz

von Drogen, Urin- und Bluttest abgeben zu müssen. Egal wo

man bei einer Person Drogen fand, zu Hause, im Zug, in der

U-Bahn, man musste sich testen lassen, eine Medizinisch-

Psychologische Untersuchung, auch MPU oder im Volksmund

„Idiotentest“ genannt, durchführen und verlor eventuell seinen

Führerschein. Und das obwohl man nicht bekifft gefahren ist.

Das ist nun lange her, mit vielen Urteilen hat das BVerfG die

Führerscheinregelung wieder auf verfassungsrechtliches Niveau

gestutzt, das aber auch nur im Bereich der Droge Cannabis.

Wenn es um Kokain, Heroin oder Ecstasy geht, bleibt die

Gesetzgebung weiterhin blödsinnig, denn nur blödsinnig trifft

die Eigenschaft, dass jemand angeblich nicht Auto fahren kann,

obwohl er keinen Anlass gegeben hat nicht Auto fahren zu

können. Und die Bundesregierung hat gezeigt, dass ihnen die

Drogenpolitik und deren Probleme am Arsch vorbeigehen,

denn sie hat in den sechs Jahren der Führerscheinverordnung

noch keinen Finger gerührt.

Rette dein Hanf Journal – Legalize with us!

Abonniere uns!

Werner Graf

IVW geprüft seit 4.Quartal 2003

Das Hanf Journal Team wird ausgestattet von

Warum sollte man eine kostenlose Zeitung

abonnieren?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens sind die meisten

Kiffer ja faul und wollen nicht jeden Monat in einen Shop

rennen. Da ist das Abo genau richtig, denn jeden Monat

kommt das Hanf Journal in einem neutralen Umschlag zu

dir und du musst dich gar nicht erst bewegen.

Außerdem bist du dann immer der Erste, der das neue Hanf

Journal in den Händen hält. Denn dein Hanf Journal wird

direkt von der Druckerei an dich geschickt. Es könnte also

sogar noch warm sein.

Und drittens unterstützt du mit einem solchen Einzel-Abo

unsere Legalisierungsarbeit. Denn es ist nicht einfach,

Aufklärungsarbeit nur durch Werbung zu finanzieren. Als

Abo-Teilnehmer trägst du dazu bei, dass wir die Wahrheit

über Cannabis und die Lügen der Regierung weit in die

Welt hineintragen. Denn Aufklärung ist der einzige Weg hin

zur Legalisierung.

Warum ist das Hanf Journal überhaupt wichtig?

Auch zu dieser Frage gibt es mehrere Antworten. Erstens

braucht es in Deutschland ein Medium, das aktiv und

aggressiv Falschmeldungen und Hetzkampagnen im

Themenbereich Drogen aufgreift und bekämpft. So lange

„Der Spiegel“, „Focus“ oder andere Illustrierten und

Möchtegern-Zeitungen das Thema Drogen mehr für

Auflagensteigerungen als zur objektiven Berichterstattung

benutzen, muss die Wahrheit möglichst flächendeckend

gestreut werden.

Prinzipiell sehen wir in der Aufklärung den Schlüssel zur

Legalisierung. Denn es sehen noch viele Menschen in

Deutschland einen Sinn in dem Verbot. Das Hanf Journal

will durch seine hohe Auflage und den großen

Verbreitungsgrad jedem eine schlüssige Argumentation für

eine humane Drogenpolitik bieten.

Und zu guter Letzt braucht es ein Hanf Journal auch, damit

die Hanf-Lobby ernst genommen wird. Sind Positionspapiere

aus der Legalisierungs-Lobby bisher nur bis zum Papierkorb

der Abgeordneten vorgedrungen, mussten sie spätestens

beim Anruf eines Hanf Journal-Redakteurs wieder

herausgezogen und gelesen werden. Erst ein Interesse der

Medien macht ein Thema für Politiker interessant.

Ihr seht, es braucht dringend ein Hanf Journal in Deutschland.

Und ein Abo von dir unterstützt die Legalisierung direkt . .

. und das für nur 42 Euro im Jahr. Also, mach mit, füll den

Abo-Coupon aus. Du bekommst dann von uns eine

Rechnung und nach Eingang deiner Bezahlung das Hanf

Journal – direkt – diskret und natürlich legal.


Kiffen für die Gesundheit erlaubt

Im Mai 2003 wurde in Mannheim ein Patient

freigesprochen, der zum Eigenbedarf mehrere

Hundert Gramm Gras selbst angebaut hatte. Das

Cannabis nutzte er zur Behandlung der

Symptome der im Zuge seiner Multiple-Sklerose-

Erkrankung auftretenden Ataxie. Eine Ataxie ist

eine neurologische Störung der Bewegungsabläufe,

gegen die es kein anerkanntes Mittel gibt.

Einzig Cannabis kann die Symptome lindern,

bestätigte ein Neurologe vor Gericht. Die

synthetische, legale, aber weitaus teurere Form

des THC hätte der Patient selbst bezahlen müssen,

da seine Krankenkasse sich weigerte, die Kosten

zu übernehmen.

Die Staatsanwaltschaft ließ trotzdem nicht locker

und ging in Berufung. Diese wurde jetzt

entschieden mit dem Ergebnis, dass der Anbau

und Besitz von Cannabis als Medizin im Einzelfall

straffrei bleiben kann. Der Richter beteuerte, dass

ihm noch nie eine Entscheidung so leicht gefallen

sei. „Warum gönnen wir Juristen einem Menschen

mit so einem schweren Schicksal nicht ein paar

schöne Tage?“ So zitiert die Welt Richter Ulrich

Krehbiel.

Das Hanf Journal meint: „Na danke, dieses Urteil

war ja wohl auch nötig. Hoffen wir, dass die

Staatsanwaltschaft diesmal Ruhe gibt.“

Kotzt Berlin weiter?

Nachdem der Brechmitteleinsatz zur

Beweismittelgewinnung vor kurzem ein weiteres

Todesopfer forderte, versprach der Berliner

Innensenator Ehrhart Körting, die Fortsetzung

dieses Vorgehens auf Berliner Ebene zu

überprüfen. Er wolle sich die genauen Umstände

dieses Vorfalls mitteilen lassen, um dann über die

Weiterführung zu entscheiden. Bis dahin wird

allerdings fleißig weitergekotzt. Nach dem letzten

Todesfall in Hamburg hatte sich die Berliner

Regierung zumindest entschlossen, den

Brechmitteleinsatz zeitweise auszusetzen. Erst

seit März letzten Jahres wird in Berlin wieder

gebrochen. Seither allerdings schon 41 Mal, wobei

nur in 17 Fällen tatsächlich Drogen zum Vorschein

kamen. Beängstigend, dass Herr Körting scheinbar

kein Problem damit hat, auch völlig unbescholtene

Bürger in Todesgefahr zu bringen.

Das Hanf Journal fordert: „Brechmitteleinsatz ist

Folter. Deshalb weg damit. Egal ob in Berlin, Bremen

oder anderswo!“

Der Hanf Journal-Beipackzettel

Amphetamin, auch Speed, Pep, Peppen, Paste, Schnelles oder

Amphe genannt, ist neben Ecstasy einer der Klassiker der

Techno-Szene, wird aber auch in anderen Kontexten angewandt.

So erhalten zum Beispiel amerikanische Bomberpiloten

Amphetamin-verwandte Stoffe (in so genannten Go-Pills), um

während langer Flüge wach und aufmerksam zu bleiben.

Andere Amphetamin-Derivate werden zur Behandlung von

Narkolepsie und dem Aufmerksamkeitsdefizit-

/Hyperaktivitätssyndrom verwendet. Das dem Amphetamin

eng verwandte Ephedrin ist übrigens in den USA an vielen

Tankstellen erhältlich.

Die Richtung der Anwendungsgebiete zeigt: Amphetamin ist

ein aufputschender, körperliche und geistige Aktivität

verstärkender Stoff. Es macht und hält über viele Stunden wach

und gibt das Gefühl, Ausdauer und Kraft zu verstärken.

Amphetamin

Es unterdrückt das Hungergefühl und das Schmerzempfinden

und löst oft unaufhaltbaren Redeschwall aus. Manche sprechen

auch von euphorisierenden Eigenschaften. Die Wirkung hält

fünf bis sechs Stunden an.

Unangenehm erlebte mögliche Nebenwirkungen von

Amphetamin sind: Schlaflosigkeit nach Ende der Party,

Herzrasen, innere Unruhe. Langzeitwirkungen bei chronischem

Konsum können sein: Hautprobleme, Herzrhythmusstörungen,

Magendurchbruch, Amphetaminpsychose.

Eine besondere Problematik von Speed als Partydroge liegt

darin, dass der Konsum nicht zwingend nur auf das Partysetting

begrenzt ist. Da es den Geist nicht sonderlich beeinflusst, ist

es durchaus auch im Alltagsleben einsetzbar und viele User

benutzen es, um nach einem durchfeierten Wochenende besser

Das Eckthema

Die Welt verzweifelt!

„Wir sind schockiert über

diesen Verlust und überlegen

die Formel Eins für mehrere

Jahre auszusetzen. Es ist uns

einfach unmöglich so zu tun

als wäre nichts passiert.“

news

Safer Use:

Was viele Konsumenten nicht wissen: Die häufigste

Konsumform von Amphetaminen, das „Ziehen“ (Konsum

per Schein oder Röhrchen durch die Nase) ist vermutlich

nicht risikofrei. Die deutsche Aids-Hilfe warnt davor,

dass es wahrscheinlich möglich ist, sich dabei mit

Hepatitis C zu infizieren. Also immer ein eigenes

Röhrchen benutzen!

aus dem Bett zu kommen. Hat man einmal diese Grenze

überschritten, fallen einem schnell noch mehr Situationen ein,

in denen man die Eigenschaften von Speed gut brauchen

könnte. Ein problematischer Konsum entwickelt sich da schnell.

mehr zum Thema:

Markus Berger über Amphetamin

http://www.hanfjournal.de/cool_tour/artikel-dez03-s14-a2.php

Wie bastelt man eine szenetypische Verpackung?

http://www.hanfjournal.de/hajo-website/ecken/ecken-oktober.php

Kampfpiloten auf Speed

http://www.hanfjournal.de/news/artikel-august-s4_5.php

Tibor Harrach über Hepatitis

http://www.hanfjournal.de/news/artikel-oktober03-s6_7.php

3


4

news

Das Eckthema

. . . und tschüss! . . .. und und tschüss! tschüss! . . . und tschüss! . . . und . . . und tschüss!

Die Welt verzweifelt!

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

Hanf Journal: Was war der Artikel, bei dem

. . . und tschüss! ihr . am . meisten . Spaß und hattet?

Werner: Also am meisten Spaß tschüss! machen . . . und tschüss!

eigentlich immer auch die witzigen Artikel,

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

und da vor allem die Produkttests, die wir

hin und wieder durchgeführt haben. Und

„Ich kann mir ein Leben ohne

dabei ist mein absolutes Highlight der

die grandiosen Artikel von

Grindertest, da es schon cool war, in

Werner und Martin überhaupt

.

nicht

.

mehr

.

vorstellen!“

und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

weißen Kitteln Grinder gegen die Wand

zu schmeißen. Ansonsten fand ich noch

. . . und

. und

tschüss! . . . und tschüss! . . . und

. und

tschüss!

t

Unfassbar: Werner und Martin stoppen Arbeit beim Hanf Journal! umfassendsten Überblick hatten. Aber

Dass da das Hanf Journal sehr traurig ist, ist ja wohl klar! Und

damit es nicht so viel weinen muss, tschüss! gönnten Werner und Martin

und tschüss! und tschüss!

und tschüss! das lief eher in der und Rubrik Qualität tschüss! als

ihm noch ein letztes Interview.

unter Spaß.

Martin: Ja, zur Zeit vom Grindertest war

und tschüss!

Hanf Journal: Hallo Martin, hallo Werner.

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! ich das erste Mal und im Hanf Journal-Büro tschüss! und

Martin und Werner: Tach, du Stück!

und tschüss!

Hanf . . Journal: . und Ihr hört ja jetzt beide tschüss! schon auf für mich zu arbeiten. . . ein . bisschen und schockiert ob tschüss! soviel

Gewaltbereitschaft . . . Die armen Grinder.

. . . und tschüss!

Also mein Lieblingsartikel war ja die Reihe

Seid ihr traurig?

„Das Hanf Journal-Wörterbuch für

Drogensprachen“, wo wir den Kiffern erklärt

Werner: Na, wenn man nach drei Jahren als Chefredakteur

bei . einer . Zeitung . und ausscheidet, ist man tschüss! haben, immer traurig. Schließlich . . wie . andere und drogenbasierte tschüss! Subkulturen

. . . und tschüss!

kommunizieren. Das hat schon Riesenspaß gemacht.

Witzig war auch die Zeit, als Schwarzenegger in den

. und . und t

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

war das ja ein zentrales Element in meinem Leben. Ist ja auch

extrem viel passiert und man hat viele nette und vor allem

durchgeknallte Menschen kennen gelernt, die ich alle sehr

und tschüss! zu Tage kam. . .

vermissen werde. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass Hanf Journal: Was war eure skurillste Geschichte die ihr

die Kreativ-Abteilung des Hanf Journals in ihrer Endphase und tschüss! und tschüss!

unschlagbar war.

. . . und tschüss! mit . dem . Hanf . Journal und erlebt habt?

Werner: Also die skurrilsten tschüss! Geschichten erlebt man . . . und tschüss!

Martin: Ja, das war schon ein klasse Job, so viele Freiheiten wahrscheinlich immer auf Messen. Man muss einfach sagen, Hanf Journal: Was soll denn nun aus uns werden? Also vor

findet man wahrscheinlich so schnell nicht wieder. Aber so

richtig . . unglücklich . und bin ich nicht, kann tschüss! ein bisschen mehr Zeit . . . tschüss! . . . und tschüss!

dass die Hanf-Branche definitiv einen Knall hat. Ich glaube, allem mir?

zum Studieren grad schon gut brauchen.

soviel sympathische und dennoch verrückte Menschen trifft

man sonst nicht noch einmal so schnell. Alle mit einem Fuß Martin: Na, hoffentlich weiterhin ein genauso tolles Heft, wie

Hanf Journal: Hört ihr dann auch auf zu kiffen?

. . . und tschüss! im . Knast . . und und mit dem anderen tschüss! auf der Plantage . . . du es bisher warst. Also ich wünsch dir alles Gute, das haut

Martin: Also ich war ja immer krass erstaunt darüber, wie . . . und tschüss!

schon hin (solange du nicht tollkühn in Grund und Boden

gewirtschaftet wirst, aber das wollen wir mal nicht hoffen).

Martin: (blickt erschrocken drein) Du spinnst wohl!

die ganzen Artikel über die

Verfassungsklage und die Vorgänge aus

Bernau sehr gut, da wir da meist die

besten Informationen und den

USA Wahlkampf gemacht hat. Was da alles für ein Scheiß

viele Freaks sich so regelmäßig bei uns melden, uns anschreiben

oder sogar besuchen. Da gibt’s eine enorm hohe Quote von

Menschen, die einfach nur Aufmerksamkeit suchen und einen

dann stundenlang mit ihrer Lebensgeschichte zutexten.

Herausragendes Beispiel ist da der Mensch, der mir stundenlang

erzählt hat, an was die Familie Rothschild allem schuld ist.

. . . und tschüss! Und . was . da . für und Sachen dabei waren tschüss! . . . Wusstet ihr, dass die aufgedrückt . . . hat und andere mal machen tschüss!

sollen. Ich hoffe nur

Rothschilds das Hanf verboten haben? Und eh auch die ganze sehr, dass das Hanf Journal weiterhin der politische Arm der

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

Welt regieren? Ne, der war mir echt zu strange.

Legalisierungs-Bewegung bleibt und nicht zu einem Buds-

Porno-Heft oder zur reinen Musikecke verkommt.

Hanf Journal:Was habt ihr denn jetzt überhaupt vor?

Martin: Also ich werde erstmal der wahrscheinlich

professionellste Arbeitslose, den Deutschland zu bieten hat.

Eine wahre Zierde unseres Volkes. Ich werde so gegen Mittag

aufstehen, den ganzen Tag meine Jogginghose und Badelatschen

tragen, zur Frühstückszeit anfangen zu kiffen und enorm viel

fernsehen. Danach mach’ ich erst mal Urlaub und dann werd

. . . und tschüss! ich . mich . mal . drum und kümmern, wie’s tschüss! weitergeht. Ein paar Hanf

. .

Journal:

. und

Was du mir wünschst,

tschüss!

wollte ich wissen.

Projekte sind da schon in unseren Köpfen am Reifen – ihr

und tschüss! werdet noch von und uns hören!

Martin: Ach so, ups. Na, ich wünsche dir, dass du noch ganz

Werner: Ich hab mir so gedacht, tschüss! dass ich, da ich jetzt ja alle

und tschüss!

. . . und tschüss! . . . und tschüss! viele . tolle . Artikel . und von Werner und tschüss!

mir veröffentlichst und

dafür enorme Summen zahlen kannst.

Argumente für eine Legalisierung kenne, ganz einfach zu „Bild“ Werner: Außerdem wünsche ich dir, dass du die Ehre haben

gehen kann und von dort aus die Hanf-Szene niederschreiben

werde. Die zahlen wenigstens gut – na zumindest hoff’ ich

das! Na, um ehrlich zu sein, will ich versuchen weiterhin mit

meinen journalistischen Fähigkeiten die Welt zu bereichern.

Ich schreibe also gerne Texte, Artikel oder sonst was für euch,

einfach an werner@cybergraf.de mailen – ich bin klasse, wirklich,

jeder der mich nicht hat, hat was verpasst. Und alle, die mich auch, dass nun endlich einmal Schluss sein muss mit dieser

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

. . . und tschüss! zu . sehr . vermissen, . und können sich ja tschüss! mal regelmäßig die Jungle ewigen

World kaufen.

. . lockeren . und Stimmung bei euch. tschüss!

Jetzt heißt’s Butterbrot

statt Schnitzelsemmel . . . viel Spaß.

Martin: (lacht sich erst mal schlapp) Und ich wünsche dir ein

Hanf Journal: Muss die Legalisierungsbewegung jetzt völlig

ohne euch auskommen?

Werner: Nee, natürlich net, ich werd ja auch erst mal für Werner: Ja ja, die Jungen verlassen das Schiff, nun kehrt die

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! andere Zeitungen und schreiben und um tschüss! ehrlich zu sein, haben nüchterne Ernsthaftigkeit und ein, äh . tschüss!

. . wie war das, ja genau:

und tschüss! Martin und ich und noch extrem Großes tschüss! vor, über das wir aber viel Spaß!

leider, der Verträge wegen, noch nicht so laut reden dürfen.

und tschüss!

und tschüss! Wir retten euch, ihr könnt’ euch tschüss! auf uns verlassen. Hanf Journal: Wenn ihr drei Wünsche frei hättet, was würdet

ihr euch wünschen?

Martin: Ja, es gibt da schon Pläne. Und wenn das Hanf Journal

und tschüss!

und tschüss! tschüss! und tschüss!

und tschüss! will, dann gibt’s und ja auch hin und wieder tschüss! noch ’nen Artikel von Martin: Wie, hä, ham wir nich eben erst gewünscht? Ach so,

uns. Aber um ehrlich zu sein, bin ich die Legalisierungs- du meinst jetzt und so – was wir tschüss!

uns selber wünschen?

und tschüss! Bewegung im Laufe und der Zeit schon ein tschüss! bisschen leid geworden.

Ich stehe schon noch hinter der Sache. Aber leider gibt es in Hanf Journal: Leg doch lieber mal den Joint zu Seite und

und tschüss!

und tschüss! der Legalisierungs-Bewegung, und wie tschüss! auch im Rest der Welt, hör

zuviel Engstirnigkeit.

Werner: Verräter!

mir einfach zu, und ja! Einmal nur noch, tschüss!

wir haben es ja bald

geschafft! Ja du dir, also was!

Martin: Ja ja, ganz locker bleiben. Also ich wünsch . . . mir

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

Martin: Hey, ich hab doch Recht. Bestes Beispiel: Es kann

und tschüss! und tschüss! eine Insel. Jahu! Mit und meinem eigenen tschüss!

Staat drauf. Boahh das

und tschüss! doch echt nicht angehen, dass wir tschüss! wird

blöd angemacht werden,

ein Spaß. Werner, und du darfst da dann tschüss!

auch wohnen, kannst

du dir den ersten Wunsch schon mal sparen.

. . . und tschüss! wenn . . wir unsere . Legalisierungs-Forderung tschüss! auch auf andere

Drogen ausweiten und uns mit denen dann auch im Heft Werner: Toll, vor allem, weil ich ja einsame Inseln so mag,

. . . und tschüss!

beschäftigen. Ne, ne, da gibt es so viele die sagen: „Gras ist ich wünsch mir als zweiten Wunsch dann einfach Berlin auf

super und unschädlich und was weiß ich noch alles, aber die die Insel drauf!

andern Drogen, die sind böse, böse, böse.“ Das ist doch echt

Unsinn. Wir brauchen halt ein generelles Umdenken und nicht

nur eine weitere legale Droge. Was mich auch nervt, sind all

die Klischees und wie gern denen die Leute entsprechen. Kiffer

haben Dreadlocks und hören Reggae. Und wenn dann auf

Veranstaltungen wie der Hanf Parade auch fleißig dieses

Klischee erfüllt wird, dann wundert es mich nicht, dass die

Menschen, die eben zufällig diese Musik nicht leiden können,

da auch nicht hingehen. Kiffer-Deutschland ist doch viel

abwechslungsreicher, als dieser Querschnitt zeigt . . . Wo stecken

denn die?

Werner: Tja, ja. Komische Frage und ich kann da auch nicht

wirklich darauf antworten, da ich ein ziemlich detailliertes Bild

vor Augen habe, was eigentlich aus dir noch so werden sollte.

Aber nach drei Jahren muss man auch einfach einmal

akzeptieren, dass man nun seinen Stempel schon genug

Hanf Journal: Was wünscht ihr mir noch?

Martin: Ich wünsch mir, dass mich der Werner nicht immer

falsch versteht. Ich hab doch gesagt, dass ich noch hinter der

Sache stehe und dass mich eben diese Beschränkung auf Hanf

nervt.

magst, jeden Monat einen dieser genialen, witzigen und

überhaupt stilistisch perfekt angelegten grossstadtsurvivor

bringen zu dürfen. Ach ja und geregelte Arbeitszeiten für die

neue Redaktion, auf dass eure Firmensitzungen um neun Uhr

beginnen und jeder, der zu spät kommt, putzen muss. Ich finde

generelles Rauchverbot in deinen Geschäftsräumen. Schluss

mit der bekifften Albernheit!

Martin: Aber ist schon noch unser Staat, mit unseren Regeln.

Werner: Und unseren Menschen, natürlich alles mein mein

mein. Ach ja und als drittes bin ich mal so dreist und würde

den Springer Verlag übernehmen . . . dann brauch ich nicht

mehr so lange bis zu meinem Weltimperium.

Martin: Mhhhh. . . Und ich . . . – Ich hab keine Ahnung. Wenn

Berlin auf ’ner einsamen Insel wäre und unsere Gesetze gelten

würden, dann wär’ ich glaub ich wunschlos glücklich.

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

Werner: Na, dass nicht alles perfekt ist, kann ich ja verstehen, Hanf Journal: Glaubt ihr denn, ihr habt tatsächlich was

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

. . . und tschüss! dass . man . dem . Endziel, und der Legalisierung tschüss! aller Drogen, leid bewirkt . . in . der und Zeit, in der ihr tschüss!

in mir gearbeitet habt?

wird, nicht! Aber macht euch keine Sorgen, dann rette ich euch

eben alleine.


Das Eckthema

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . Die . Welt und verzweifelt! tschüss!

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

Hanf Journal: Was nervt euch am meisten

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

in der Drogenpolitik?

Martin: Diese Engstirnigkeit! Dass so wenige

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

Menschen bereit sind, ihren Kopf mal für

Diese schockierte Lady ist vor

neue Argumente zu öffnen. Und dass es

lauter Schrecken über die

furchtbaren Neuigkeiten sogar

so viele gibt, die die alten Argumente

zu Stein erstarrt und konnte

uns deshalb leider keinen

einfach übernehmen ohne sie zu

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

hinterfragen, bloß weil es die offiziellen

Kommentar mehr zur

Verfügung stellen.

sind. Etwas ist verboten, deshalb ist es

. . . und tschüss!

.. . .

.

und

und

böse, weil es böse ist, muss es verboten

tschüss! . . . und tschüss!

sein. Nur kritisches Denken befreit einen

.

aus diesem ekelhaften Kreislauf. Und

die Politiker nerven mal am allermeisten.

Die meisten haben soviel Schiss um ihre Dass Drogen konsumiert werden, kann der Staat nicht

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! und Karriere, tschüss! dass sie sich niemals trauen verhindern. Derzeit schafft er es nur, dass möglichst viele

würden, wirklich innovative Politik zu Menschen möglichst verschmutzten Stoff benutzen und das ist

und tschüss!

und tschüss! und machen. tschüss! Und so zieht die alte Scheiße halt im Sinne der Volksgesundheit das schlimmste was passieren

und tschüss!

und tschüss! und weiterhin tschüss! ihre Bahnen.

kann. Wenn ich grad so nachdenke, ich finde der „Kleine Joint“

aus unseren Bilderreihen wäre perfekt dazu geeignet,

Werner: In der Drogenpolitik nerven mich Aufklärungsarbeiten über Drogen zu präsentieren. Hallo

tschüss!

. . . und tschüss! . . . und eigentlich tschüss! zwei Punkte gleich stark. Der eine Bundesministerium, hört ihr mich? Wollt ihr mich nicht doch

. . . tschüss!

bezieht sich auf die Auswirkungen der einstellen?

aktuellen Drogenpolitik. Sei es, dass in Knästen

keine Spritzen verteilt werden, sei es, dass es die Martin: Wegen mir könnte man das System auch noch nach

. . . und tschüss!

.

. . .

. Bundesregierung tschüss! für toll findet, dass Ecstasy- Drogen differenzieren. Also für Heroin mehr Beratung einplanen

. . . und tschüss!

Konsumenten nicht wissen können, ob in ihrer Pille als zum Beispiel für Kif.

.

Gift ist oder nicht oder sei es auch die Tatsache, dass

HIV-positive Junkies von rund 80 Prozent der Ärzten Hanf Journal: Wollt ihr der Welt noch irgendetwas mit auf

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! nicht behandelt werden. tschüss! Deutsche Politiker sehen bewusst den Weg geben?

zu, wie Abertausende von Menschen jährlich an den Folgen

und tschüss!

. . . und tschüss! . . des . Drogenverbotes sterben tschüss! und reden dann scheinheilig von Martin: Ja, klar! Also ich grüße meine Mama, meinen Papa,

der Volksgesundheit. Das ist eigentlich Volksverhetzung, da meine Schwester, meine Freundin, meine Tante Hedwig aus

. . . und tschüss!

im Prinzip ihre Gesetze die Menschen töten. Das muss man Heilbronn, alle, die niemals Tanzkurs gemacht haben, alle

auch mal so deutlich sagen: Prohibitionisten sind Mörder! Systemverweigerer, Steineschmeißer, Kiffer dieser Welt und

Werner: Na irgendwas bewirkt man ja immer! Aber ich denke,

Und der zweite Bereich, der mich auch noch sehr nervt, ist

. . du . spielst und so ein bissi auf tschüss! das Politische an. Nun, außer in Berlin

alle, die mich lieb haben! Ach ja und ganz besonders herzhafte

. . . und tschüss! . . . und tschüss!

ist ja wirklich nirgends was Positives passiert. Aber ich denke,

Grüße gehen an die Diddlmaus.

wir haben vor allem in Berlin Politikern deutlich gezeigt, dass

das Phänomen, dass jeder, der auch nur einmal an einem Joint

gezogen hat, behauptet, er wäre ein Drogenexperte. Ich behaupte Hanf Journal: Echt, zum Glück seid ihr bald weg. Ich hab

es eine große Masse an Menschen gibt, denen dieses Thema

. . . und tschüss! . . mal, . es und gibt nicht mehr als tschüss! 30 Menschen in Deutschland, die

. . . und tschüss!

am Herzen liegt. Und je öfter ein Journalist zu einem Thema

gefragt, ob ihr den Leuten noch was auf den Weg geben wollt,

im Abgeordnetenbüro anruft, desto wichtiger ist auch das sich umfassend mit der Drogenpolitik auskennen – und diese nicht ob ihr noch wen grüßen wollt.

Zahl ist am Ende noch hochgeschätzt. Und gerade die

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

Thema. So ein bissi was haben wir sicher erreicht und seien es

nur die aufgeklärten Eltern, die regelmäßig bei uns anrufen

und die ihre Kinder ein bisschen besser verstehen.

Pseudoexperten schaden oft mehr als sie nutzen, denn auch

falsche Risikowarnungen können gefährlich werden. Man sollte

sich immer erst mal informieren, bevor man so tut, als ob man

sich auskennen würde.

Martin: Ich seh das so ähnlich. Wenn wir nur in ein paar

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

Köpfe ein paar kluge Gedanken gesetzt haben, dann hat es sich

schon gelohnt.

Hanf Journal: Wie sieht für euch die ideale Drogenpolitik

aus?

die jemals was für das Hanf Journal geschrieben haben und

besonders an Ines, Katrin und Martin, die mich lange Zeit in

Werner: Ja genau, und vielleicht wird der einzige Typ, der Werner: Man kann alles, was man will, im Drogenfachgeschäft

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

einen klugen Gedanken durch uns bekommen hat, auch

der Redaktion unterstützt haben . . . heul . . . kreisch . . . wein

irgendwann einmal Bundeskanzler und die Arbeit war mehr

erwerben. Bekommt dazu noch eine kleine Aufklärung und Martin: Schluchz . . .

als nur effektiv!

Angaben, was in dem Produkt drin ist. Das ist schon fast alles.

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

und tschüss! und tschüss! und tschüss!

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

news

Werner: Ja, ich würd’ noch gerne was mit auf den Weg geben:

Kifft so viel wie ihr könnt, das macht euch klug und schlau!

Außerdem danke ich noch allen, die mich so unterstützt haben,

dass ich es bis hierher geschafft habe und sag zum Abschied

nochmals leise Servus. Ach ja, hallo Mami, Papi, Oma, Onkel,

Tante und alle Verwandten. Außerdem liebsten Dank an alle,

5

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!

. . . und tschüss! . . . und tschüss! . . . und tschüss!


6

guerilla growing

Das Eckthema

Die Welt verzweifelt!

„Für mich hat das Leben

keinen Sinn mehr!“

Wenn wir jedoch rein technisch Geschmack und Geruch

bestimmen, lässt sich feststellen, dass der Geschmack und der

Geruch von Cannabis durch die Konzentrationen der

vorhandenen Stoffe und ihr Verhältnis untereinander bestimmt

werden. Ausschlag gebend für den unverwechselbaren Geruch

von Cannabis sind Moleküle, die sich verflüchtigen. Diese

Moleküle bilden gemeinsam die ätherischen Öle, die in Cannabis

vorhanden sind. Bei den meisten dieser Stoffe handelt es sich

um Terpenoide. Diese bewirken die Geschmacksunterschiede

zwischen den verschiedenen Cannabis-Sorten wie z. B. Haze

und Top44. In Cannabis sind circa 120 Terpenoide bekannt.

Caryofylenoxid ist zum Beispiel das Terpenoid, das von

Eigenschaften. Sie können als Antidepressivum oder

Entzündungshemmer fungieren oder die Wirkung

krebserregender Stoffe (z. B. von Teer im Zigarettenrauch)

reduzieren.

Neben Terpenoiden enthält das Öl auch andere Stoffe, wie z.

B. Zucker. Im Cannabis sind 34 verschiedene Zucker und

Zuckerverbindungen bekannt. Der Zuckergehalt liegt meistens

zwischen ein und fünf Prozent. Wenn Zucker über 80 Grad

Celsius erhitzt wird, karamellisiert es. Viel Zucker in den Spitzen

eines Joints sorgt dadurch für einen angenehmen Geschmack

und einen genauso angenehmen Geruch während des Rauchens.

Oft wird verbreitet, dass der THC-Gehalt der Ausschlag

gebende Faktor für die Qualität von Cannabis ist. Das

stimmt nicht! Vielmehr ist es der Geschmack und das

Aroma, die zu einem Großteil bestimmen, wie wir

Cannabis empfinden. Schließlich achtet man beim

Kauf eines Biers oder eines Weins auch nicht nur auf

den Alkoholgehalt. Hinzu kommt, dass die Wirkung

von THC und Alkohol nicht unabhängig von den

anderen Stoffen im Produkt ist. Wenn man sich zum

Beispiel mit Bier betrinkt, ist das ein völlig anderes

Gefühl, als wenn man dies mit Sekt tut, und die Wirkung

von anderthalb Glas Pilsener Bier ist nicht vergleichbar

mit der Wirkung eines Glases bayrischen Starkbiers.

So ist es auch bei Marihuana: jede Sorte ist anders.

Tatsache ist, dass viele Leute biologische Produkte

wegen des Geschmacks kaufen. Wie sieht es also bei

Cannabis aus? Schmeckt Cannabis aus biologischem

Anbau anders als übliches Cannabis? Oder ist es etwa

so, dass biologisches Cannabis nur scheinbar anders

schmeckt, weil wir mit „biologisch“ etwas Besonderes

assoziieren?

Bevor wir etwas schmecken und auch während des

Schmeckens riechen wir. Was wir riechen können,

wird von jedem Einzelnen anders empfunden. So

haben zum Beispiel Raucher ein anderes

Geruchsempfinden als Nichtraucher. Den Geruch von

Nelken nehmen Raucher beispielsweise weniger gut

wahr, Bananen riechen sie dafür umso besser.

Um verstehen zu können, welche Faktoren den Geschmack

bestimmen, müssen wir uns zunächst klar machen, was

Geschmack eigentlich ist. Geschmack ist das, was wir

empfinden, wenn wir mit unserer Zunge fühlen und schmecken.

Zum Schmecken verfügen wir über vier verschiedene Arten

von Geschmackspapillen, die jeweils einen anderen Geschmack

wahrnehmen und weitergeben: süß, sauer, salzig und bitter.

Neben den Reizungen der Geschmackspapillen gibt es jedoch

noch einen anderen Faktor, der unser Geschmacksempfinden

maßgeblich und direkt beeinflusst: 90 Prozent wird bestimmt

durch das, was wir riechen.

Öko-logisch Stoned werden - eine Geschmacksfrage!

Spürhunden wahrgenommen wird. Am häufigsten stößt man

im ätherischen Öl auf Terpenoide wie Mycren, Caryofylen,

Pinen, Limonen, Linalol, Terpinolen, Trans-Ocimen und

Humulen. Wenn diese Stoffe inhaliert werden, können sie

unverzüglich stimmungsverändernde Signale an unser Gehirn

weiterleiten. Das bedeutet, dass diese Stoffe einen sehr starken

Einfluss auf unser Geruchs- und Geschmacksempfinden haben.

Die Terpenoide haben übrigens nicht nur äußerst

charakteristische Aromen, sondern auch medizinische

CannaResearch hat bewiesen, dass die Verwendung

von speziellen biologischen Nährstoffen und

BioBOOST den Geschmack und den Geruch von

Cannabis beeinflusst. Grund dafür ist vor allem die

Tatsache, dass sich bei einer Verwendung dieser

Produkte die Zusammenstellung des ätherischen

Canabis-Öls ändert. So nimmt z. B. die Konzentration

des Terpenoids Mycren ab, während die Pinen-

Konzentrationen gerade zunimmt. Auch enthalten

Pflanzen, bei denen während der Aufzucht BioBOOST

zum Einsatz kommt, mehr Zucker und werden daher

vom Geschmack süßer.

jedoch unsere Assoziationen mit dem Begriff

„biologisch“, die bestimmen, wie wir den

Geschmacksunterschied erfahren.

Ir. Ing. Diaz Kroeze, CannaResearch

Dr. Ton

Neben den Reizungen, die wir über unser Geschmacks- und

Geruchsorgan erhalten, wird unser Geschmack teilweise auch

subjektiv bestimmt, durch Assoziationen, über die Atmosphäre

(die sowohl visuell als auch auditiv charakterisiert werden)

und über Erinnerungen. Grund dafür ist, dass der Teil unseres

Gehirns, der Gerüche erkennt, mit unseren Gefühlen und

Erinnerungen verbunden ist. So erwecken Gerüche oft

unbewusst Emotionen in uns.


guerilla growing

7

Pflanzenschädigende Insekten verschmähen fast keine Pflanzengattung. Jedoch lässt sich nicht jedes Schadinsekt auf jeder Pflanze nieder

und nicht jede Pflanze ist dort beheimatet, wo auch Insekten leben, welche eben diese Pflanze schädigen. Überall dort wo wir Pflanzen

finden, werden wir auch Insekten finden, welche sich auf irgendeine Art und Weise von den Pflanzen ernähren werden.

Ein Gärtner, der annimmt, seinen Garten ohne weiteres Zutun

ewig frei von Schadinsekten halten zu können, wird recht

wahrscheinlich früher oder später bemerken, dass er sich geirrt

hat. Recht viele bei uns beheimatete Schadinsekten befallen,

wenn zum Teil auch nicht stark bevorzugt, Hanf. Unter ihnen

vorwiegend Fruchtfliegenlarven, Spinnmilben, Thripse, weiße

Fliegen und Blattläuse, aber auch andere Schadinsekten können

zum Problem werden. Outdoor ist Hanf sehr vielen

Schadinsektenarten, sowie anderen „Schädlingen“ wie

Schnecken, Rehe, uvm. ausgesetzt und ich beschränke mich

im Folgenden auf den Indoor-Bereich.

Das Eckthema

Die Welt verzweifelt!

„Es war unglaublich. Kaum

wurde die Hiobsbotschaft

bekannt, versammelten sich

die Menschen um diesen

schwarzen Stein hier. Er

symbolisiert für sie wohl die

Lettestr.3, den ehemaligen

Arbeitsplatz von Werner und

Martin.“

Hanf wehrt sich selbst gegen Schädlinge! Urbane Grow-Legenden

Das Thema Schadinsekten gehen viele verkehrt an. Sie warten,

bis die Schädlinge da sind und wenn es endlich soweit ist,

klammern sie sich an jedes Produkt, das ihnen verspricht die

Plagegeister wieder los zu werden. Wer diese Taktik wählt,

wird auf die Dauer teuer bezahlen. Wer hingegen vorbeugend

tätig wird, erspart sich spätere Misserfolge und teure, chemische

Spritzmittel. Schädlingsprophylaxe beginnt im Aufzuchtgewächshaus

und reicht bis zum Zuluftfilter.

Ohne auf spezielle Schadinsekten einzugehen, ist es wichtig,

den Pflanzraum so zu gestalten, dass es bis auf die gewollten

Zuluftöffnungen keinen Weg in den Pflanzraum gibt. Schädlinge

dringen zum Teil durch kleinste Spalten, hinter der Teppichleiste,

unter dem Boden etc. in die Pflanzung ein. Ritzen und Spalten

lassen sich einfach verschließen. Oft reicht festes Klebeband,

aber auch alle weichmacherlosen Füllmassen sind geeignet,

um den Insekten den Weg zu versperren. Zuluftöffnungen

werden immer mit Filtern versehen. Am besten geeignet sind

Luftfilter mit Drahtgitter und Fließeinlage.

Es reicht jedoch nicht aus, den Schädlingen den Weg zu

verbarrikadieren, um frei von Befall zu bleiben. Dichtheit und

Luftfilter reduzieren das Risiko, aber jedes Öffnen der Tür und

jeder Eintrag von außen erhöht das Risiko wieder. Darum sollte

der Gärtner dafür sorgen, dass Schadinsekten aller Art sich in

seinem Garten möglicht nicht wohl fühlen. Das erreicht er im

Wesentlichen durch Sauberkeit und gutes Klima. Abgestorbene

Pflanzenteile, sehr hohe relative Luftfeuchtigkeit sowie stehende

Luft ziehen Insekten ebenso an wie stehendes Wasser und

nasse Böden. Trockenheit und Hitze bieten anderen Schadinsekten

ideale Lebensbedingungen. Die Grundregel bei der

Schädlingsprophylaxe lautet: Extreme vermeiden!Ein Klima

von 24 °C und 50 % relativer Luftfeuchte mit Nachtwerten von

18 bis 22 °C bei 40 bis 60 % rLf. bieten guten Schutz vor Plagen

der meisten Schädlinge.

Um Schädlinge nicht von außen in einen Garten einzutragen,

müssen alle Pflanzen, die neu in den Garten eingebracht werden,

gründlich nach Schädlingen untersucht, im Zweifelsfall

vernichtet oder isoliert und behandelt werden, bevor sie in den

Garten eingebracht werden. Nur jene Pflanzen, die untersucht

und für schädlingsfrei beurteilt wurden, werden mit handwarmen,

laufendem Leitungswasser leicht „geduscht“ und

erst dann in den Garten gebracht. Eventuell übersehende

Schadinsekteneier werden so wahrscheinlich abgewaschen.

Außerdem spült das Wasser Rückstände von Spritzmitteln von

den Blättern zuvor in Quarantäne behandelter Pflanzen.

Im Pflanzraum wie im Aufzuchtgewächshaus werden an den

Topfrändern gelbe und blaue Klebefallen ausgebracht. Die

gelben Klebe- oder Leimfallen locken ausgewachsene

Fruchtfliegen durch das Gelb einer Plastiktafel an, welche mit

einem transparenten Kleber überzogen ist, auf der die Fliege

kleben bleibt und verendet. Aber auch andere Schadinsekten

„gehen der Falle auf den Leim“. Die blauen Leimtafeln locken

Thripse an und erlegen diese ebenfalls durch den Klebetod.

Beide Fallentypen dienen vorwiegend als Schädlingsanzeiger.

Die Falle lockt den Schädling an und anhand der auf der Falle

klebenden Anzahl von Schädlingen erhält der Gärtner einen

Überblick über die Art der vorhandenen Schadinsekten und

den Umfang bzw. Fortschritt des Befalls. Beide Fallen reduzieren

die Schädlinge „mechanisch“. Die Klebefallen alleine reichen

nicht aus, um Fruchtfliegen oder Thripsbefall zu bekämpfen,

aber sie zeigen den Befall an und sind eine gute Möglichkeit,

einen Befall schon früh leicht zu bremsen ohne mit „Kanonen

auf Spatzen zu schießen“.

Fruchtfliegen sind im erwachsenen Stadium als fliegendes

Insekt an sich keine Gefahr für die Pflanze. Jedoch legen sie

ihre Eier in feucht-nasse Substrate, worin sie zu Larven

heranreifen und sich an den Wurzel zu schaffen machen. Treten

Fruchtfliegen auf den gelben Leimtafeln auf, besorgt der Gärtner

im gut sortierten Fachgeschäft Nemathoden. Das sind

Fadenwürmer, die der Pflanze und dem Menschen nichts

anhaben können, aber die Larven der Fruchtfliege befallen und

töten. Nemathoden werden mit Wasser gemischt und gegossen

oder direkt in/auf das Substrat gegeben.

Thripse sind ein anspruchvollerer Gegner als Fruchtfliegen.

Wer Thripse auf den Klebefallen und deren winzige wurmartige

Larven auf der Pflanze, welche die für Thripsbefall typischen

silbrig-schleimigen Spuren auf den Blattoberseiten hinterlassen,

ausmacht, sollte Raubwanzen und/oder Raubmilben aus dem

Fachhandel einsetzen, um die Blüten von Spritzmitteln frei zu

halten. In der Wuchsphase haben sich Produkte auf Basis von

Neem-Öl gegen die Thripse bewährt, aber auch Produkte aus

verschiedenen Aromastoffen, Ölen und Pflanzenauszügen sind

wirksam. Diese Mittel sind ebenfalls gegen Weiße Fliegen

wirksam. Diese sitzen meist ruhig auf der Unterseite der Blätter

des unteren Drittels in ihren Gelegen. Erst wenn die Pflanze

geschüttelt, wird schwärmen sie aus und werden entdeckt.

Allerdings findet Mensch sie auch auf den Leimfallen und

bemerkt sie so. Sie stechen die Blätter an und saugen den

Pflanzensaft, wodurch sie kleine Punkte auf den Blättern

hinterlassen. Sie werden am effektivsten bekämpft, indem die

Blätter mit den Gelegen entfernt und entsorgt werden. Der

Rest geht auf die Leimfallen oder fällt den pflanzenverträglichen

Spritzlösungen zum Opfer.

Blattläuse sind ein recht seltenes aber durchaus ernstes Problem,

weil sie in Massen auftreten und sich rasch vermehren können.

Oft sind Nützlinge hier zu spät wirksam, um die Masse an

Blattläusen bewältigen zu können. Hier hilft mechanisches

Entfernen per Hand und Zahnbürste oder unter der Dusche.

Wenn die Pflanzen aber nicht mobil, zu groß oder die Anzahl

zu groß ist, helfen in der Wuchs- und frühen Blütenphase

Spritzmittel auf Basis von Rapsöl, welches die Läuse einkapselt

und erstickt, aber auch Mittel auf Basis mineralischer Salze

und/oder Fettsäuren, wodurch die Läuse ebenfalls direkt

getötet werden. Die berüchtigtsten und zähesten Schädlinge

im Kunstlichtgarten sind Milbenarten. Am weitesten verbreitet

unter ihnen ist die Spinnmilbe. Spinnmilben können

verschieden gefärbt sein. Das Spektrum reicht von beige-gelb

über rötlich bis dunkelbraun. Alle Milben sind winzig klein

und mit bloßem Auge kaum auszumachen. Sie krabbeln über

die Pflanze und fressen winzige „Wege“ in die Blattoberflache.

Die Blätter wirken matt und sind trocken, da Milben der Pflanze

viel Saft entziehen. Im Frühstadium des Befalls sieht Mensch

den Milbenbefall häufig nicht oder erkennt nur winzige

spinnennetzartige Verwebungen in den Blattachseln und

Verzweigungen der Pflanzen, wenn mit Wasser gesprüht wurde

und die Tröpfchen in den Geweben hängen bleiben.

Spinnmilben legen winzigste Eier, die schwer bis gar nicht mit

vertretbaren Spritzmitteln bekämpft werden können. In der

Wuchsphase kann effektiv gegen die ausgewachsenen Milben

mit vertretbaren Spritzmitteln gesprüht werden, aber ab der

zweiten bis dritten Blütewoche ist Sprühen nicht zu empfehlen.

Neem-Produkte allein sind hier meist nicht sehr wirkungsvoll

und auch vertretbare pflanzlich basierende Gifte wie Phyretrum

reduzieren das Problem meist nur, rotten die Milben aber fast

nie ganz aus. Die chemische Keule aus den Laboren der AGs

lehne ich ab. Gärtner, die sie in der Wuchsphase einsetzen, kann

ich verstehen, weil anhaltende Spinnmilbenprobleme einen

Kunstlichtgärtner der Verzweiflung und Frustration nahe

bringen können. Diejenigen welche systemisch chemische Gifte

in der Blütephase einsetzen, absolut nicht.

Effektiv gegen Spinnmilben ist die kleine rote Raubmilbe. Sie

frisst sowohl junge Spinnmilben als auch deren Eier. Ihn

ausreichender Anzahl ausgebracht, sind die Raubmilben auf

Dauer am effektivsten. Sie lassen sich über den Fachhandel

beziehen, befinden sich auf einen Trägergranulat in Tütchen

oder Röhrchen und werden auf die Blätter der Pflanzen gestreut

oder geöffnet in die Pflanzen gelegt. Die kleinen roten

Raubmilben brauchen eine Weile, bis sie sich gegen eine starke

Spinnmilbenpopulation durchsetzen, aber wenn sie sich

durchsetzten, dann tun sie das sehr effektiv.

Spinnmilben lieben trockene warme Luft. Bei einer relativen

Luftfeuchte von unter 45 % in der Pflanzung vermehren sie

sich rasch und gedeihen prächtig. Wärme mögen sie noch lieber.

Bei über 25 °C fühlen sie sich richtig wohl. Ab 28 °C sind sie

kaum noch zu bremsen. Also sollte das Klima möglichst konstant

bei 20 bis –24 °C und nicht weniger als 50 % Luftfeuchte liegen,

um es den Milben möglichst schwer zu machen. Auch

vertrocknete Blätter sind ein Milbeneldorado. Vorbeugend und

bekämpfend müssen die Pflanzen stets von übermäßig

schadhaften Blättern befreit werden und herhabgefallenes Laub

sollte regelmäßig aufgesammelt werden.

Kein kommerzieller Grower kann so auf die qualitätsbestimmenden

Faktoren eingehen wie ein gut informierter

Eigenbedarfsgärtner in einem Land, in dem der Heimanbau

von Hanf legal ist.

Schädlinge werden erst zum Problem, wenn beim Klima bereits

ein Problem besteht!

Max Air, Knowledge by Hanfburg.de


8

Das Eckthema

Die Welt verzweifelt!

„Es war unglaublich. Kaum

wurde die Hiobsbotschaft

bekannt, versammelten sich

die Menschen um diesen

schwarzen Stein hier. Er

symbolisiert für sie wohl die

Lettestr.3,

„Das is doch

den

alles

ehemaligen

kacke.

Arbeitsplatz

Kacke! Ka-cke

von Werner

hab

und

ich

Martin.“

gesagt!“

wirtschaft

NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DING

NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE N

NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE

NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE

NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE

NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE

NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE

NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE

NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE

NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE

NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE

NGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE NEUE DINGE

N

N

Xtreme

von GIB Lighting

Besonders geeignet, Blüten- und

Fruchtentwicklung der Pflanze zu

stimulieren und Ertrag zu steigern.

Zusätzlich bietet diese Lampe mehr

blaues, gelbes und rotes Licht.

Erhöhte Lichtstrahlung: 58.000 Im

Grow In Berlin

Tel.: 0 30 / 34 99 80 70

Fax: 0 30 / 34 99 80 73

www.grow-in-europe.de

Honeybear Bong

von ZOOM Bong

Die legendäre Bärchenbong in Neuauflage.

in transparent, blau und rot.

abgewandelt auch im Glas- / Shisha Style erhältlich.

ZOOOM

Tel.: 0 30 / 53 21 98 50

Fax: 0 30 / 53 21 76 33

www.zooombongs.de

Relaix30

Zeitschaltuhr von EastSide impex

TÜV-geprüft

schaltet 3 x 600 W

integriertes 30 Amp.-Relais

Unter der Lupe

Dinge im Test

- Brainy Tool -

Wasserpfeifenspritzschutz

Dinge die die Welt eigentlich nicht braucht.

Es gibt Gegenstände, die sind nützlich, sinnvoll und logisch,

aber irgendwie braucht sie die Welt dann trotzdem nicht.

So ähnlich geht es wohl dem Wasserpfeifenspritzschutz der

Firma Brainy-Tools, den ich trotzdem irgendwie cool finde.

Tatsächlich ist eines der nervigsten Nebenwirkungen des

Bong-Rauchens der stinkende Kicklochdaumen. Denn bei

jedem Zug an der Bong wird dieser durch das Siffwasser

in der Bong wieder nass. Der Wasserpfeifenspritzschutz

verhindert dies. Ein Gummiring mit einer Lasche wird

einfach über die Bong gezogen, die Lasche wird über das

Kickloch gelegt und der Daumen kommt einfach in die

Lasche rein. So kann man bei jedem Rauchen das Kickloch

ganz einfach mit der Lasche auf und zu machen. Der

Daumen bleibt trocken und fängt auch sicher nicht an zu

stinken.

Zugegeben, etwas komisch ist das schon und die meisten

fanden das Teil auch nicht wirklich sinnvoll, aber es ist

effektiv, simpel und erfüllt den Zweck, den es hat. Und

dieser Zweck hat, wenn man einmal ehrlich ist, auch wirklich

seine Berechtigung. Aber nur da der Daumen nicht mehr

stinkt, sollte man den Weg zum Waschbecken nicht

vollkommen vergessen, denn auch der Wasserpfeifenspritzschutz

wird auf Dauer ein bisschen siffig und sollte

daher regelmäßig geputzt werden. Das sollten Rauchgeräte

übrigens immer, denn gerade der Siff vermiest ja meistens

den wirklichen Rauchgenuss.

Der Wasserpfeifenspritzschutz ist eine wirklich witzige

Erfindung, man braucht sie zwar nicht, aber sie ist dennoch

nützlich. Is doch auch mal schön, dass es solche Produkte

gibt, die eignen sich ja vor allem immer als

Geburtstagsgeschenke . . .

Werner Graf

N

EASTSIDE impex

Tel.:0 30 / 47 00 42 83

Fax: 0 30 / 26 07 93 35

www.eastside-impex.de

Bezugsquelle:

Brainy Tools

Tel.: 07 61 / 5 85 38 22

Fax.: 07 61 / 5 85 33 59

www.brainy-tools.com


Klüger werden mit dem Hanf Journal - Dr. med. Franjo Grotenhermen klärt auf

Dr. med. Franjo Grotenhermen

ist Mitarbeiter des nova-Instituts

in Hürth bei Köln und Vorsitzender

der Arbeitsgemeinschaft

Cannabis als Medizin (ACM).

Dr. med. Franjo Grotenhermen klärt auf:

Das Eckthema

Die Welt verzweifelt!

„Es war unglaublich. Kaum

wurde die Hiobsbotschaft

bekannt, versammelten sich

die Menschen um diesen

schwarzen Stein hier. Er

symbolisiert für sie wohl die

Lettestr.3, den ehemaligen

Arbeitsplatz „Na endlich hat von mal Werner jemand und

Martin.“ diese Chaoten abgesägt!“

cool-tour

9

Die Appetit anregenden Eigenschaften von Cannabis sind

seit langer Zeit bekannt. So berichtete beispielsweise der

britische Pionier der medizinischen Cannabis-Verwendung

in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Sir William

O’Shaugnessy, in einem Artikel aus dem Jahre 1838 von einer

„bemerkenswerten Appetitszunahme“ bei seinen Patienten.

Auch heute wird der Appetit anregende Effekt von Cannabis-

Produkten in der medizinischen Behandlung genutzt. So ist

THC in den USA zur Behandlung der Appetitlosigkeit bei

Aids-Patienten mit Gewichtsverlust zugelassen. Auch bei

abgemagerten Krebspatienten oder bei Personen, die an der

Alzheimer-Krankheit leiden und die Nahrung verweigern,

führte THC in verschiedenen Studien zu einer Verbesserung

von Appetit und Gewicht.

Wieso bekomme ich nach dem Kiffen immer einen Fressflash?

Erst in den vergangenen zehn bis zwanzig Jahren wurden

die Gründe für diese Wirkung, die auch für die

Hungerattacken beim Freizeitkonsum verantwortlich ist,

entdeckt. Gelegentlich kann man noch lesen, die Appetit

steigernde Wirkung von THC beruhe auf einer Senkung des

Blutzuckerspiegels. Diese Annahme wurde jedoch bereits

vor mehr als 50 Jahren in einer Untersuchung an 62

Freiwilligen widerlegt. Cannabis beeinflusste den

Blutzuckerspiegel nicht relevant. Bei 18 Untersuchten sank

er nach Cannabis-Gabe ein wenig, bei 36 stieg er ein wenig

an und bei den übrigen acht veränderte sich nichts. Später

wurde der Einfluss von THC auf den Zuckerstoffwechsel

noch genauer untersucht. Insgesamt fand sich kein relevanter

Effekt. Selbst nach ein- bis dreitägigem Fasten führte Cannabis

nicht zu einer Verringerung der Blutzuckerkonzentration.

Der Glukose-Toleranz-Test, der oft bei Verdacht auf das

Vorliegen einer Zuckerkrankheit (Diabetes) angewandt wird,

wird durch THC erst in hohen Dosen beeinflusst.

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass die Appetit steigernde

Wirkung von THC durch die Aktivierung spezifischer

Bindungsstellen auf der Oberfläche von Nervenzellen

vermittelt wird. Diese Bindungsstellen wurden Ende der

Achtziger-Jahre entdeckt und Cannabinoid-Rezeptoren

genannt. Das THC aus der Hanf-Pflanze kann an diese

Rezeptoren andocken und auf diese Weise verschiedene

Reaktionen verursachen. Cannabinoid-Rezeptoren finden

sich in verschiedenen Regionen des Gehirns und auch in

vielen anderen Organen, wie dem Darm, dem Herzen, dem

Blut, der Lunge, der Niere und der Haut. Die Art der Reaktion

hängt von den verschiedenen Zellen, Geweben und Organen

ab, in denen sich die Rezeptoren für Cannabinoide befinden.

Einige Jahre nach Entdeckung der Cannabinoid-Rezeptoren

wurden körpereigene Substanzen gefunden, die an diese

Bindungsstellen andocken. Sie wurden Endocannabinoide

(von griechisch endo = innen) genannt. In den vergangenen

Jahren wurden die natürlichen Aufgaben des körpereigenen

Cannabinoid-Systems aus Rezeptoren und Endocannabinoiden

intensiv erforscht. Es stellte sich heraus, dass dieses System

an vielen Körperfunktionen beteiligt ist, darunter an der

Wahrnehmung von Sinneseindrücken, an der Reduzierung

von Schmerzen, an der Koordination von Bewegungen, an

der Hemmung von Entzündungen und eben auch an der

Entwicklung von Hunger und Appetit. So sorgte die Gabe

eines Endocannabinoids an Ratten dafür, dass diese sich

überfraßen.

Ein funktionierendes Cannabinoid-System ist bei Säugetieren

bereits in der ersten Phase nach der Geburt von großer

Bedeutung. Es veranlasst die Neugeborenen, an der Brust zu

saugen. Wurden bei Mäusen am ersten Tag nach der Geburt

die Cannabinoid-Rezeptoren blockiert, so nahmen diese keine

Milch auf.

Der Appetit wird in einer Hirnregion namens Hypothalamus

reguliert, in der sich auch viele Cannabinoid-Rezeptoren

befinden. Die Endocannabinoide sind dort die Gegenspieler

des Leptins, eines Eiweißstoffes, der eine große Bedeutung

beim Übergewicht hat. Leptin reduziert den Appetit, während

die Endocannabinoide über die Aktivierung der Cannabinoid-

Rezeptoren den Appetit verstärken. Diese Aktivierung kann

auch durch die Einnahme von THC erfolgen.

Ein Teil des Appetit anregenden Effektes der Cannabinoide

wird der Beobachtung zugeschrieben, dass Nahrung besser

schmeckt und daher lieber aufgenommen wird. Bei vielen

Erkrankungen mit Appetitlosigkeit besteht ein regelrechter

Widerwille gegen die Nahrung. Interessanterweise finden sich

auch viele Cannabinoid-Rezeptoren im Darm, und bei Hunger

nimmt die Konzentration der Endocannabinoide um ein

Vielfaches zu. Nach dem Essen normalisiert sich ihre

Konzentration wieder, ein Hinweis, dass auch solche periphere

Mechanismen an der Regulierung von Hunger und Sättigung

beteiligt sind.

Claudias kleine Welt

Ekstatisch statt statisch

„Ich hab dich schon öfters vom Fenster aus vorbeigehen sehen

und hab mir immer gedacht: warum singt die Frau denn so

ganz alleine? Und dann hab ich gesehen, dass du ja da ein Kind

am Rücken dabeihast!“ So geschehen vor einigen Monaten

back in good old Österreich, wo ich vorübergehend wieder in

die Sesshaftenwelt der Mitteleuropäer eintauchen durfte. Wie

gut dass ich meinen kleinen Schnurz im Tragetuch als Erklärung

für meine melodiöse Daseinsfreude dabeihatte! Die Nachbarin,

die obigen Ausspruch tätigte, hätte mich sonst womöglich

völlig abgeschrieben. Singen, einfach so, ohne Aufforderung

eines Chorleiters, ohne erkennbaren Grund, nur so zum Spaß

und dann noch alleine und auf offener Straße???

Und schon sind wir mittendrin, im Themenschlund, wo ich

hinwollte. Wohin mit all den archaischen Äußerungen der

Emotionen, die das Leben so bereithält: Freude, Wut, Trauer,

Erstaunen . . ., die nun einmal in uns drin sind, uns aber rigoros

im Zeichen des guten Tons (auf gut österreichisch: des G’heatse)

aberzogen werden? Bleiben die am Weg stecken? Und was

passiert dann mit ihnen? Und was, in Folge, mit uns?

Wird Aggression unterdrückt, so führt dies zu Depression.

Ohne jetzt groß Fachliteratur gewälzt zu haben, behaupte ich

einfach mal aus eigener Erfahrung, dass jegliche unterdrückte

Emotion dergestalt umgewandelt wird. Deutlich wird dies im

direkten Vergleich ähnlicher Rituale mit der archaischen Kultur,

etwa der Gestaltung eines Festes. Nehmen wir zum Beispiel

Weihnachten, weil dieser Eindruck grad noch so praktisch

frisch ist. Gehe ich meinen Bekanntenkreis durch, assoziiert

der Großteil davon mit diesem Wort in erster Linie Stress,

Schenken-Müssen (heutzutage praktisch deckungsgleich mit

Geldausgeben) und einen wahlweise unerfreulichen oder

halberfreulichen Pflichtbesuch bei den biologischen Eltern, der

aus Herumsitzen, zuviel Essen und Kaffeetrinken besteht.

Gesungen wird unter den wenigsten Christbäumen und wenn,

dann meist ohne große Begeisterung. Tanz, Verzückung,

Freudengeheul – ja vielleicht noch bei den Kleinen. Weit entfernt

von jeglichem Verhalten, das des Wortes „feiern“ würdig wäre

verplempert man wertvolle Lebenszeit nebeneinander. Und

das soll eine Geburtstagsfeier sein, noch dazu die des Erlösers

der Menschheit? Na sauber. Gemeinschaften, die noch richtig

miteinander feiern können und dies auch tun, schimpfen wir

dann „primitiv“. Liest man etwa, dass Ekstase für die Aborigines

ein natürlicher Bestandteil des Lebens ist, kann man schon

neidisch werden.

Die Weisheit „Rausch braucht Ritual“ beschränkt sich in unserer

„zivilisierten“ Welt leider meist nur mehr auf das Absingen

einschlägigen Liedgutes. Und egal um welches Genussmittel

es sich handelt, ob Alkohol, Tabak, Hanf, Pilze, es hat etwas

Armseliges, Bedrückendes, wenn Menschen ihre Gefühle nur

mehr unter Beihilfe diverser „Dosenöffner“ zeigen können. Oft

kann man sich nicht mal mehr mit jemandem ruhig hinsetzen,

ohne dass sofort die Zigaretten dabei sind oder der Fernseher

daneben läuft. So schwer ist es für viele schon, sich einfach mal

auf ihr Gegenüber zu konzentrieren und mit jemandem ruhig

zu werden.

Als Maria und ich uns kennen lernten, überwog meine

Begeisterung dafür, wie sie die Menschen dazu brachte, nett

zueinander zu sein und ihre Heiterkeitskanäle vom Moralstaub

zu reinigen. Mit der Zeit allerdings differenzierte sich dieser

Idealismus zu einem kritischen Realismus aus. Eines Tages

erkennt man, dass man mit denen, die es lustig (oder notwendig)

finden, den ganzen Tag breit zu sein, nicht mehr viel anfangen

kann, weil die sich schon ihre eigene Welt gerollt haben. Und

so sehr ich einen guten „basilón“, wie die Spanier sagen, auch

immer noch schätze, so sehr würdige ich auch die Momente,

in denen ich, völlig unbeeinflusst und klar im Geiste, ähnliche

Glücksgefühle erleben darf. Und so sehr ich ein Gespräch mit

Santa Maria auch achte, so sehr mag ich doch die Augenblicke,

in denen sich ein gutes Gespräch ohne fremde Hilfe, einfach

nur aus dem Zusammentreffen zweier oder mehrerer

Lebensformen, entwickelt. Noch besser, noch außerordentlicher

allerdings ist es, wenn man jemanden trifft, mit dem man ohne

alles schweigen kann. Für 2005 wünsche ich denen, die so einen

Menschen schon haben, dass sie viel Zeit mit ihm verbringen

können. Allen übrigen wünsche ich für das neue Jahr, dass sie

diesen Menschen finden mögen. Weil ein Rausch umso schöner

ist, je erfüllter das Leben ohne ihn schon ist.

Claudia Grehslehner


10

Das Eckthema

Die Welt verzweifelt!

„Ich kann den Schmerz in

meinem Herzen nur dann für

kurze Zeit verdrängen wenn

ich mir körperlichen Schmerz

zufüge.“

cool-tour

Die Spielarten des House umfassen im engeren Sinne Chicago

House, Disco House, Acid House, Garage House, Deep House,

Minimal House, Hip House, Tech House, Funky House, French

House, Filtered/Peak Hour House, Progressive House, Hard

House, Dub House, Tribal House, Latin House, Bhangra House,

Happy House, Vocal House und New York Freestyle, wobei

ich jetzt nur auf essenziellsten Stile eingehen möchte.

Nachdem ich im letzten Monat die Basics in Sachen Electro zum Besten gegeben habe, betreibe ich nun etwas Aufklärung,

was die revolutionäre Hausmusik betrifft, denn my house is your house and your house is mine!

eigenständigen Musikstil ist auch die extreme Formalisierung

der musikalischen Struktur durch fast ausschließliche

Verwendung von Sequenzen, deren Längen Potenzen zur Basis

2 sind. Alle acht Takte verändert sich durch das Hinzufügen

oder Wegnehmen einzelner solcher Sequenzen das Klangbild,

Brüche werden auf diese Weise vermieden. Hierdurch reduziert

sich der Gehalt der Musik und es entsteht eine gewisse

Monotonie. Später griffen die Detroiter Produzenten Juan

Atkins, Derrick May und Kevin Saunderson diese neue Liebe

zur Monotonie auf und entwickelten daraus Detroit Techno.

Zu Beginn der 90er-

Jahre verbreitete sich

der Begriff House

vielerorts auch als

Oberbegriff für

verschiedene Arten

elektronischer, rhythmischer

Musikstile,

dem selbst anfangs die

neu entwickelte

Technomusik noch als

Techno House untergeordnet

wurde. Das

Frankie Knuckles

führt allerdings zu einigen Verwirrungen, da es inzwischen

auch einen Stil namens Tech House gibt, eine technoisierte

Form moderner minimalerer House-Musik.

Um 1985 wurde in Chicago, relativ parallel zur

Entstehung von Techno in Detroit, Acid House

Wait (NYC Peech Boys), If You Should Need A Friend (Blaze)

und I Can't Get No Sleep (Masters At Work).

In New York entwickelte Fingers Inc. 1986 den Deep House,

der sich mit seinen jazzigen, gesangslastigen Arrangements

von Garage House abhebt. Deep House hat ungefähr die selbe

Geschwindigkeit wie Disco, aber hypnotisierendere Grooves

und war eine Reaktion auf die vorherrschende hysterische

Party House Music. Elementar und charakteristisch neben einer

kräftigen Portion Soul ist die Nighttime-Atmosphäre, betont

durch Strings- und Flute-Sounds. Tyree Coopers Klassiker

Nighttime (1989) und Summertime (1989), Fast Eddies Can U

Still Dance (1988) und Marshall Jeffersons Truth Open Your

Eyes (1988) waren exzellent, und zu den stilprägenden Alben

gehören u. a. Frankie Knuckles’ Deep House und Joe Smooths

Promised Land. Musikgeschichtlich gesehen war die

Entwicklung des Deep House die Weiterentwicklung des

Chicago House mittels der Fusion mit dem Garage House aus

New York zu einem neuen gemeinsamen Sound und einer

Vereinigung und Annäherung der beiden bisher sehr getrennt

und autark existierenden Szenen. Deep House ist bis heute der

in den Clubs am weitesten verbreitete House-Stil.

Speed Garage ist eine Musikrichtung, die 1997 in England

entstand. Mit dem Begriff wird eine schnelle Spielform des

Garage House (ca. 130 bis 140 bpm) bezeichnet, der jedoch mit

Elementen aus dem Drum&Bass gespickt ist, vor allem mit

den typischen Subbässen, die für dieses Genre charakteristisch

sind. Speed Garage wurde in England von einer sehr schicken

1970 1980 1990 2000

Roly’s Genre Lexikon - Lesson II: House

Chicago House (vereinzelt auch Classic House genannt) ist die

Ur-Form der heutigen House Music. Die musikalischen

Ursprünge des House liegen in der Disco-Musik der späten

70er, deren Einfluss vor allem in Harmonie und Melodieführung

bis heute spürbar ist. In dieser Zeit legte der DiscJockey Frankie

Knuckles Disco-Klassiker und Euro-Importe im 1977 eröffneten

Szeneclub Warehouse auf. Da die Disco-Maxis schon damals

Club-Mixes enthielten, waren meist ausgedehnte, auf den

Rhythmus konzentrierte Instrumental-Passagen vorhanden.

Frankie Knuckles stellte fest, dass gerade diese Rhythmus-Teile

die Gäste in Ekstase versetzte und begann sie mit Philly-Soul,

P-Funk und elektronischer Musik aus Europa zu phantasievollen

Collagen zu vermischen. Von nun an begannen immer mehr

schwarze DJs Soul- und Funkstücke mit Kraftwerk-infizierten

Dancebeats aufzufrischen. In den Plattenläden sprachen die

Leute bald nur noch von „that sound they play down the

house“. So erhielt die neue Musik endgültig ihren Namen und

der Ur-House erblickte das Licht der Welt. Bereits 1981 gründete

sich das erste Chicago House-Label Hot Mix 5. Klassiker waren

u. a. Your Love (Frankie Knuckles), Move Your Body (Marshall

Jefferson), Funk You Up (Jesse Saunders), Jack Your Body (Steve

“Silk” Hurley), Can You Feel It (Mr. Fingers) und Bring Down

The Walls (Robert Owens).

House zeichnet sich durch seinen basslastigen Klang aus, der

so bei Disco noch nicht existierte. Typisch sind die Snare-Schläge

bzw. Handclaps auf jeder zweiten Viertelnote im Tempo von

ca. 120 bpm. Äußerst charakteristisch sind die sehr häufig

eingesetzten Piano-Loops, und der typische Sound entsteht

vor allem durch die Benutzung einer druckvollen Bassdrum,

die im so genannten „four to the floor“, also durchgehenden

vier Schlägen pro Takt gespielt wird. Besonders beliebt sind

dabei die heute nicht mehr produzierten Roland TR-808 und

TR-909 Drumsequenzer. Im Unterschied zum Techno mit seinem

meist geraden, maschinenartigen Grundmetrum, ist House

durch punktierte Sechzehntel (Shuffle) geprägt (pro Viertel

wird die zweite und vierte Sechzehntel nach hinten verschoben).

Essenzieller Bestandteil für die Entwicklung des House als

entwickelt und schwappte 1987 auch nach Europa. Acid House

ist minimalistische House Music mit einem pumpenden 4-tothe-floor-Beat

in einer Geschwindigkeit von 118 bis 135 bpm,

die auf den hämmernden Rhythmus des Drumcomputers

Roland TR-808 und andere Klangspielereien reduziert ist. Die

meist vocallosen Tracks bauen sich langsam auf und steigern

ihre Intensität bis zum Break. Auf die Loops werden oft Echos

und Back-Spins gelegt. Dazu kommt der charakteristische Acid-

Sound: ein stark verzerrtes Blubbern und Zwitschern, das mit

dem Bass-Synthesizer Roland TB-303 Bass Line erzeugt wird.

Im Gegensatz zum Chicago House sind beim Acid House

keinerlei Discoeinflüsse mehr zu spüren. Acid House-Klassiker

waren vor allem Acid Tracks (Phuture, 1986), Beat Dis (Bomb

The Bass, 1987), Voodoo Ray (A Guy Called Gerald, 1988),

Theme From S-Express (S-Express, 1988) und We Call It Acieed

(D Mob, 1988).

Tony Humphries

Garage House (auch als

New York House

bezeichnet) ist eine

House-Stilart bei 115 bis

125 bpm mit vielen

gospel- und soulbasierten

Vokalpassagen,

die vom

Philly Soul beeinflusst

wurden. Garage House

ist weiterhin von einem

breiten Bassline-

Repertoire und

häufigem Hi-Hat-

Gebrauch gekennzeichnet

und klingt viel

soul- und discobeeinflusster

als Chicago House. Einflussreiche DJs waren Tony

Humphries, Little Louis Vega und Kenny Dope Gonzales, und

wichtige Garage House-Tracks erschienen mit Don't Make Me

Juan Atkins

Szene konsumiert, und die Veranstaltungen waren meist

nachmittags (statt nachts). Die Modewelle ebbte jedoch schnell

wieder ab, bis um die Jahrtausendwende der Stil zum 2Step

mutierte.

Roland „TR-808“ Grieshammer


Der Schwarm

Das Eckthema

Die Welt verzweifelt!

cool-tour

11

Ein Ökothriller von Frank Schätzing

„Wale watching“ irgendwo an der Küste British Columbias.

Alles stimmt, das Wetter, die Stimmung, nur eins fehlt – die

Wale. Am Kontinentalhang Norwegens entdecken Mitarbeiter

einer Ölbohrfirma seltsame Würmer, die dort eigentlich nicht

sein dürften, dafür unnatürlich große Mundwerkzeuge besitzen.

Irgendwo vor der Küste Perus verschwinden kleine

Fischerboote. Hochgiftige Quallen überschwemmen die

australische Küste. Hummer mit seltsamem Innenleben landen

in französischen Restaurants.

„Es war unglaublich. Kaum

wurde die Hiobsbotschaft

bekannt, versammelten sich

die Menschen um diesen

schwarzen Stein hier. Er

symbolisiert für sie wohl die

Lettestr.3, den ehemaligen

Arbeitsplatz „Wer zum Teufel von sind Werner Werner und

Martin.“ und Martin?“

Silberscheiben des Monats Dezember

>> Freestyle

A Guy Called Gerald - To All Things

What They Need (!k7 records)

Seine genreprägenden Alben „28 Gun

Bad Boy“, „Black Secret Technology“

und „Essence“ hatten einen immensen

Einfluss auf die Entwicklung der

globalen Dance-Culture. Der Mann aus

Manchester, der seit den späten Achtziger-Jahren mit „Pacific

State“ (808 State) und der Acid House-Hymne „Voodoo Ray“

wegweisende Tunes vorzulegen wusste, ist zurück! - Für sein

neuestes Werk hat sich A Guy Called Gerald von allen

musikalischen Barrieren und Genrefixierungen befreit und ein

Album produziert, das vor allem sanft, deep und sinnlich ist.

Beim Opener-Track „American Cars“ verzichtet Gerald völlig

auf einen Beat, in „Tajeen“ kombiniert er Tabla-Percussions mit

elektronischen Beats und Acid-Sound und in „Strangest

Changes“ kehrt er wieder zu seinen urbanen Drum’n’Bass-

Wurzeln zurück. Tiefgründig und spirituell, das gute Ding!

www.aguycalledgerald.com

www.k7.com

Manchmal hilft das Schicksal beim

Vollenden eines Traums. Bei dem

Selig-Sänger und -Songwriter Jan

Plewka rief Max Herre an, der für

einen Kinofilm einen musikalischen

Coach suchte. Der Hauptdarsteller war Marek Harloff, mit

dem Jan mit neun eine Schüler-Band gründete. 25 Jahre

später wollen sie nun vollenden, was 1979 im Pausenhof

begann und 1982 zerbrach. Der Dritte ist Drummer Stephan

Eggert, der auch bei Jans Band Zinoba trommelt. Getragen

von der Wildheit des Augenblicks leben die drei Jungs mit

ihrem Debut-Album ihren Kindertraum. Es geht um

unheimliche Liebe, um Wehmut, um dunkles Unbehagen

und Zeitkritik. In TempEau steckt jene verzweifelte Euphorie,

die manchmal zwischen Wut und Traurigkeit zu Hause ist.

www.kiddorecords.com

>> Deutschrock

Tempeau - Die Temperatur des

Wassers (kiddo records)

Der indianische Walforscher Leon Anawak ahnt Schlimmes,

spätestens als die Wale Wochen später doch noch auftauchen

und die Wale watching-Boote angreifen. Auch der norwegische

Biologe Sigur Johanson behält lange Zeit seine Befürchtungen

für sich und spült sie mit leckerem Rotwein runter. Er glaubt

nicht an Zufälle und sieht die Geschehnisse in einem

Zusammenhang. Vor allem, weil die offizielle Seite über alles

den Mantel des Schweigens hüllt.

Erst als sich die Ereignisse zuspitzen und immer mehr

Wissenschaftler zusammen arbeiten, sehen sich die Regierungen

– allen voran die amerikanische – gezwungen, gegen die

Angriffe aus dem Meer etwas zu unternehmen. Irgendwo in

den Bergen Kanadas kommen sie zusammen, das Militär und

die Wissenschaftler, sie alle wollen die weltweit drohende

Katastrophe abwenden, die aus dem Meer aufs Land

überschwappt. Nur wie, da scheiden sich die Geister. So kommt

es, wie es kommen muss. Der Kampf gilt nicht nur dem

Geschehen im Meer, sondern es geht auch unter den Menschen

heiß her.

Frank Schätzing aus Köln hat auf knapp 1.000 Seiten einen

spannenden Öko-Thriller geschrieben, in dem auch reale

Wissenschaftler wie Prof. Dr. Gerhard Bohrmann aus Bremen

mitspielen. Wer sich für Meeresbiologie und Meeresgeologie

interessiert, erfährt in diesem Buch viel, unter anderem über

intelligentes Verhalten von Tieren oder auch was es mit

Gashydraten am Meeresboden auf sich hat.

Vielleicht hätten dem Buch 200 Seiten weniger gut getan,

nichtsdestotrotz empfehlenswert für den nächsten Strandurlaub.

Wenn ich schon mal dabei bin, schiebe ich Schätzings

Erstlingswerk „Tod und Teufel“ gleich hinterher. Es spielt in

dessen Heimatstadt Köln. Im Jahr 1260 wird der Tagedieb Jakob

Zeuge eines Mordes. Nur – wer glaubt schon so einem.

Mehrmals kann er seinen Verfolgern entrinnen und findet in

Richmodis mitsamt ihrem Vater und Onkel Freunde.

Gemeinsam decken sie ein Komplott auf, in den die Patrizier

Kölns verwickelt sind. Warum musste der Dombaumeister

sterben? Auch dieses Buch ist spannend erzählt und wie im

„Schwarm“ hat man das Gefühl, dabei zu sein, wenn Jakob

durch die Gassen Kölns um sein Leben läuft.

Nach seinen Solo-Alben „Rolle mit

HipHop“ und „Made in Germany“,

Aktivitäten bei FK Allstars, Brothers

Keepers und dem ASD-Album mit

Samy Deluxe wird Afrob am

28.02.2005 sein neues Meisterwerk „Hammer“ veröffentlichen.

Das in jeder Hinsicht visionäre und heftigst

pulsierende LP-Intro von DJ 5ter Ton (Massive Töne) gibt

bereits die Marschrichtung vor. Hammerharte Partytracks

(„Es geht hoch“), sagenhafte Style-Sensationen („Geh dazu

ab“), spannungsgeladene Storyteller-Raps („Stopp die Party“)

und selbst ein berührendes Liebeslied prallen hier absolut

homogen und gleichwertig aufeinander. Als Mic-Gäste

begrüßt Afrob sowohl Spezializtz-Spezi Dean Dawson, Samy

Deluxe, Lisi, Max Herre sowie „Soulmate“ Joy Denalane.

Am 14.02. erscheint mit „Wollt ihr wissen . . .“ die erste

Single-Auskopplung.

www.afrob.com

www.fourmusic.com

>> HipHop

Afrob - Hammer (four music)

>> Dancehall

Crazy Caribs - Dancehall Dub (rough

trade)

Im Gegensatz zum teilweise stark von

der Rastafari-Religion geprägten Roots-

Reggae, ist Dancehall ja kaum religiös

ausgerichtet. Ähnlich dem amerikanischen

Hip Hop finden sich auch

viele Sexismen und gewaltverherrlichende Texte. Auffallend

im Dancehall ist auch die starke homophobe Strömung, die

besonders in den späten 90er Jahren für einiges Aufsehen

gesorgt hat. Doch für alle, denen das dennoch gefällt, gibt’s

seit dem 24.Januar von den fünf Dub-Königen den neuesten

Mix mit genau dem, was der Titel schon verspricht. Auf ihrem

ersten Longplayer „Dancehall Dub“ werden hier u.a. Szene-

Grössen wie Sly & Robbie, Mad Professor und Mafia & Fluxy

gefeatured. Digitale Beats und kleine Sound-Experimente

mutieren zu melodiösem Dancehall Dub. 14 Songs, gut

abgemischt, chillig für den Montag danach . . .

Rezensionen: Roland Grieshammer

„Tod und Teufel“, erschienen 1996 im Emons Verlag, kostet

als Goldmann-Taschenbuch 8,90 Euro

„Der Schwarm“, erschienen 2004 im Verlag Kiepenheuer &

Witsch, die Hardcover-Ausgabe kostet 25 Euro.

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren


12

Das Eckthema

Die Welt verzweifelt!

fun+action

Folter – Schon seit Jahrtausenden ein toller Spaß für Groß und Klein.

Was ist eigentlich Folter? Fängt das wirklich erst an, wenn körperliche Schmerzen im Spiel sind? Gibt es nicht viel subtilere Methoden,

die die bloße Gewalt an Grausamkeit deutlich überragen? Wir meinen ja und stellen euch daher die wohl effektivsten Foltermethoden

vor. Damit ihr auch immer euer Ziel erreicht!

„Es war unglaublich. Kaum

wurde die Hiobsbotschaft

bekannt, versammelten sich

die Menschen um diesen

schwarzen Stein hier. Er

symbolisiert für sie wohl die

Lettestr.3, „Ich flüchte mich den ehemaligen

lieber in den

Arbeitsplatz Wahnsinn als von im Werner Schmerz und zu

Martin.“ ertrinken!“

Demnächst im Handel:

Foltermethode:

Durchführung:

Einsatzgebiete:

Potenzielle Folgeschäden:

Prominentester Täter:

Foltermethode:

Durchführung:

Einsatzgebiete:

Potenzielle Folgeschäden:

Prominentester Täter:

Trommelfell-Terrorismus

Aufdringliches Abspielen enorm schlechter Musik über längere Zeiträume hinweg.

Besonders eignet sich diese Methode zu Hause zum Nerven der Eltern. Praktisch

ist sie auch zur zügigen Entleerung überfüllter Partys.

Gehörsturz, Wahnsinn, Gehirnbrand

Karl Moik

Telefon-Terror

Simple Anrufe zu möglichst unmöglichen Uhrzeiten genügen. Beschimpfen des

Angerufenen vertieft den Effekt und eine beständige Frequenzerhöhung der Anrufe

garantiert einen einschlagenden Erfolg.

Ungeliebte Ex-LiebhaberInnen, Kunden, die unbedingt noch ein weiteres Produkt

erwerben sollten oder örtliche Polizeidienststellen sind dankbare Opfer dieser Foltermethode

Schlaflosigkeit (meist auch für Terroristen), Klingelphobie, hohe Telefonrechnungen für

die Täter und einen immer voll gesprochenen Anrufbeantworter für das Opfer.

Süddeutsche Klassenlotterie

Prohibitionisten

sind Mörder!

Das ultimative Standardwerk zur Drogenpolitik

Von euren Helden

Euren Idolen

Euren Meistern

Den grandiosen Zwei im Kampf gegen das Böse.

Gewohnt dicht!

Und trotzdem unschlagbar!

Foltermethode:

Durchführung:

Einsatzgebiete:

Potenzielle Folgeschäden:

Prominentester Täter:

Achtung:

Foltermethode:

Durchführung:

Einsatzgebiete:

Potenzielle Folgeschäden:

Prominentester Täter:

Drogenentzug

Entfernung aller potenziellen Drogen des Opfers sowie deren Quellen. Sei es

durch staatliche oder private Gewalt. Nicht vergessen: Auch Klebstoff,

Kunststoffe aller Art und Farben und Lacke sind potenzielle Rauschmittel.

Gut geeignet für Arbeitgeber, die die Konzentrationsfähigkeit ihrer

Angestellten erhöhen wollen.

Ausnüchterung, Unkreativität und Gehirnbrand

Die Polizei

Die Durchführung dieser Foltermethode aus Habgier ist unzulässig.

Inakzeptable Optik

Einfach Scheiße aussehen und sich möglichst oft in der Nähe des potenziellen Opfers

aufhalten. Gegenüber dem Freundeskreis des Opfers so tun als wäre man eng befreundet.

Eine der effektivsten Möglichkeiten, Menschen schnell in den Wahnsinn und die

soziale Ausgrenzung zu führen.

Einsamkeit, Alkoholismus, Verelendung

Angela Merkel

Martin Schwarzbeck und Werner Graf

Kurzbeschreibung: Dieses bald erscheinende Buch,

welches nur in losen Schriften der Redaktion vorliegt,

wird die Drogenpolitik revolutionieren. Die wahren

Bösen, die „Prohibitionisten“ werden gestellt und

minutiös wird erläutert, warum sie an allem Schuld und

nur ein Übel für diese Welt sind. Und warum wir immer

Recht hatten.

Potenzielle Verleger melden sich einfach unter (wg) / bei

(ms) werner@cybergraf.de

Foltermethode:

Durchführung:

Einsatzgebiete:

Potenzielle Folgeschäden:

Prominentester Täter:

Infantilisierung

Mit dem erwählten Opfer wird nur noch in „Baby-Sprache“ gesprochen.

Unnnnddddd schhöönnn langsaaaaam immmmer. Bsp: Duzi, duzi, du . . .

was hat sie denn da für eine schöne Mütze auf, die Kleine. Ist die nicht süß? Sooooo Süüüüsss!

Jeder, der sich zu ernst nimmt.

Regression in frühkindliche Altersstufen. Unfähigkeit, für sich selbst zu sorgen.

Dadurch: Verelendung.

Katrin Schmidberger

Und solltet ihr trotz all dieser genialen Vorschläge keinen Erfolg haben, ruft einfach die grossstadtsurvivor,

wir legen dann professionell Hand an. Eure grossstadtsurvivor

Finde den Unterschied:

Mögliche Antworten:

01: In Deutschland foltern wir nur Neger...

02: Bei uns ist wenigstens ein Arzt anwesend.

03: In Deutschland ist das Opfer immer selber schuld.

04: Bei uns heisst dieses Verfahren Beweissicherung.

05: In Deutschland trägt man bei sowas Gummihandschuhe.

06: Folter in Deutschland ist legal und Ländersache.

07: Ich kann keinen Unterschied erkennen.

Zu gewinnen gibt es 3 x 100 Stäck Dope-Tätchen (10 x 12cm) mit dem Aufdruck

"Die schlimmste Nebenwirkung ist die Strafverfolgung!" Einfach kurze Mail mit

der Antwort an gewinnen@hanfjournal.de


fun+action

13

Werner, es hat viel Spaß gemacht mit dir zu arbeiten. Leider haben wir es nie geschafft, mal gemeinsam eines der vielen Spiele, die wir vorgestellt haben, zu

spielen. Vielleicht klappt es ja doch noch mal. In deiner Abschiedsausgabe stellen wir die Spiele vor, die uns seit Essen am meisten angezeckt haben: Das

sind: „Struggle of Empire“ von Martin Wallace, ein Garant für komplexe Spiele. Außerdem „Friedrich“ von Richard Sivél, der zwar schnell mit dem Prototypen

fertig war, aber Jahre brauchte, um allen Mitspielern die gleichen Gewinnchancen zu ermöglichen. Und als Letztes haben wir noch „Ideology“ ausgesucht,

bei dem - wie bei den anderen Spielen auch - die Strategie eine wesentliche Rolle spielt.

Ideology

ist mit ein bis zwei Stunden Spielzeit ein schnelles und

spannendes Strategiespiel für zwei bis fünf Personen. Als

Kapitalist, Kommunist, Faschist, Imperialist oder Fundamentalist

ist das Ziel, weltweit den größten militärischen, ökonomischen

und kulturellen Einfluss zu bekommen. Mit der

Ideologie verbunden ist das Startland mit unterschiedlichen

Vor- und Nachteilen. Wie im richtigen Leben haben die Länder

unterschiedlichen Einfluss. So ist der Einfluss Islands mit einem

Punkt geringer als der Großbritanniens, das als Heimatland

für den Imperialismus drei Punkte hat. Je mehr Länder unter

eigener Kontrolle sind, umso mehr Siegpunkte und

Einflusskarten gibt es.

Runde für Runde zieht jeder Spieler so viele Einflusskarten,

wie ihm zustehen. Diese Karten kann man entweder für die

eigene Sicherheit nutzen oder verwenden, um den Einfluss auf

andere Länder auszudehnen. Dabei legt man militärische,

ökonomische und kulturelle Einflusskarten an Länder an.

Natürlich wollen alle Spieler ihren Einfluss mehren und so

kann es in allen Bereichen zu Konflikten kommen. Geklärt

werden diese wieder mit den Einflusskarten. Wer mehr von

ihnen ausspielen kann, gewinnt den Konflikt und behält den

Einfluss im entsprechenden Land.

Es gewinnt derjenige, der es als erster schafft, mit seinem

Einfluss zwölf Punkte zu erreichen. Allerdings wird die Runde

noch zu Ende gespielt und alle werden versuchen, den potenziellen

Sieger in Konflikte zu verwickeln, damit sein Einfluss

wieder schwindet.

Um die eigene Sicherheit und die Möglichkeit der Einflussnahme

zu erhöhen, kann man seine Einflusskarten in militärische,

ökonomische und kulturelle Fortschritte investieren.

Diese gibt es in zwei Stufen. Taktik, Industrie und Patriotismus

schützen den Spieler vor Konflikten. Diese Fortschritte

wiederum kann man dann in die Karten Technologische

Überlegenheit, Innovation und Propaganda eintauschen, die

die Einflussnahme oder Angriffe auf weiter entfernte Länder

erleichtern. Diese Karten kann man auch gegen eine Atombombe

eintauschen, die entweder einen Siegpunkt wert ist oder

ausgespielt den Einfluss in einem Land vernichtet.

„Ideology“ ist ein kurzweiliges Strategiespiel, bei dem viel

geredet wird, müssen doch Bündnisse eingegangen und

Kriegserklärungen gemacht werden. Wer ein stundenlanges

Plättchenschieben bevorzugt, dem wird es etwas zu einfach

sein. Also schnappt euch den Fundamentalisten und zeigt all

den Ungläubigen was ein richtiger Jihad ist.

Note: 1

Friedrich

1756 – Friedrich der Große steht einem Bündnis gegenüber,

dem Frankreich, Österreich (und das Heilige Römische Reich

deutscher Nation) und Russland (und Schweden) angehören.

Der Feldherr sieht für Preußen (und Hannover) nur eine Chance:

Bevor die anderen angreifen, rückt die preußische Armee ohne

Kriegserklärung in Sachsen ein. Der Siebenjährige Krieg

beginnt.Und so nimmt das Spiel „Friedrich“ seinen Lauf.

Drei bis vier Spieler haben ein paar Stunden Zeit, die

Kriegsgeschicke der oben genannten Länder zu lenken. Das

bedeutet für den Preußen-Spieler Stress, Stress und nochmals

Stress: Sieht er sich doch drei Gegnern gegenüber, die er in

Schach halten muss, sodass keiner von ihnen die

Siegbedingungen erfüllt. Für die Gegenspieler heißt das, kein

Krieg untereinander, gilt es doch, gemeinsam Friedrich in die

Knie zu zwingen. Und dabei noch eine bestimmte Anzahl

Städte zu erobern. Der Spieler der Nation, dem dies als erstes

gelingt, geht als Sieger aus der Schlacht hervor. Los geht’s.

Vom Westen her dringen Frankreichs Generäle unter

Pompadour in Hannover ein, um Städte wie Kassel oder

Braunschweig unter ihre Kontrolle zu bringen. Stehen sie den

Hannoveranischen Generälen Ferdinand von Braunschweig

oder Cumberland gegenüber, kommt es zur Schlacht:

Diese werden mit den so genannten Taktischen Karten (TK)

ausgetragen, von denen jede Nation zu Beginn des eigenen

Zuges eine bestimmte Anzahl bekommt. Außerdem ist der

Spielplan in Rechtecke mit den Symbolen (Herz, Karo, Pik und

Kreuz) der TK eingeteilt. Je nachdem, wo die Schlacht

ausgetragen wird, muss mit den entsprechenden Karten

angegriffen werden. Der Sieger erhält die Stadt, der Besiegte

verliert Teile seiner Armee und muss sich zurückziehen.

Während Hannover und Frankreich ihre Scharmützel austragen,

muss sich Friedrich im Süden mit den starken Österreichern

herumschlagen, während Russland versucht, sich die

ostpreußischen Städte unter den Nagel zu reißen. Sechs Runden

und etlichen Schlachten später kommt die Schicksalsuhr ins

Spiel, die schlimmstenfalls zu einem vorzeitigen Ausscheiden

von Frankreich, Schweden oder Russland führen kann. Die

einzige Chance für Friedrich zu gewinnen. Ansonsten machen

seine Gegner den Sieg unter sich aus. Gut recherchiert, spannend

und mit einfachen Regeln ist „Friedrich“ ein abendfüllendes

Unterfangen.

Note: 1

Struggle of Empires

ist eine strategische Herausforderung für zwei bis sieben Spieler.

Es geht um die Vorherrschaft der europäischen Großmächte

des 18. Jahrhunderts. Mit Hilfe von Armeen, Flotten, Allianzen,

Kolonien und wirtschaftlicher Stärke werden Kriege geführt,

um den Einfluss zu erweitern. Doch wer übertreibt, geht das

Risiko einer Revolution ein. Alles beginnt mit der Vergabe der

europäischen Heimatländer, die Kriege schlagen die

Großmächte allerdings lieber auf fremdem Grund und Boden.

Zu Beginn des Spiels wird per Zufall bestimmt, in welchen

Ländern von Anfang an jeder Spieler Einfluss(marker) hat. Um

kämpfen zu können gibt es fünf Einheiten. Nebenbei auch noch

zehn Gold. Dann werden zehn neutrale Ländercounter auf die

jeweiligen Länder und Kolonien verteilt.

Das Spielziel bei „Struggle of Empires“ besteht darin, in

möglichst vielen Ländern die meisten Einflussmarker zu haben,

die am Ende jedes Krieges zu Siegpunkten führen können.

Jedes Land (außer den Heimatländern) hat bestimmte

Siegpunktwerte. Zum Beispiel erhält derjenige, der in

Deutschland den meisten Einfluss hat, acht Siegpunkte, der

nächste fünf und der dritte immerhin noch drei Siegpunkte.

Einfluss kann man erhöhen, indem man Ländercounter durch

kriegerische Auseinandersetzungen erobert oder Mitspieler

angreift. Es geht also bei „Struggle of Empires“ darum, in

möglichst vielen Ländern vertreten zu sein und in ein paar

Ländern den meisten Einfluss zu haben. Als nächstes werden

per Auktion die Spielerreihenfolge und somit auch die Allianzen

bestimmt. Das heißt, die Spieler entscheiden, wer gegen wen

kämpfen darf. Diese Auktionen sind spielentscheidend, denn

so kann verhindert werden, dass derjenige mit den meisten

Siegpunkten von seinem größten Widersacher noch bekämpft

werden kann. Da ist der Sieg dann ziemlich sicher.

Danach beginnt der erste von drei Kriegen, der in fünf oder

sechs (je nach Spielerzahl) Spielzügen ausgefochten wird. Jeder

der dran ist, kann zwischen folgenden Aktionen wählen: Ein

Plättchen kaufen (Fortschritte, Verbündete oder

Handelsgesellschaften), eine militärische Einheit bauen, zwei

dieser Einheiten bewegen, einen Angriff ausführen,

kolonialisieren, versklaven oder passen. Am Ende jedes Krieges

bringen die Einflussmarker eventuell Siegpunkte, auf alle Fälle

Geld, mit dem allerdings auch die Einheiten auf dem Spielbrett

bezahlt werden müssen. Falls ihr dann keine Kohle mehr habt,

könnt ihr im nächsten Krieg nur noch Angriffe ausführen, wenn

ihr Unruhen in Kauf nehmt. Diese werden durch Unruhemarker

symbolisiert. Sollte man bei Spielende mehr als 20

Unruhepunkte haben, bricht eine Revolution aus und alle

mühsam errungenen Siegpunkte verfallen. Und man ist

während des Spiels mit Geld chronisch unterversorgt.

„Struggle of Empires“ ist ein Super-Strategiespiel und mit

seinen drei bis vier Stunden Spielzeit auch noch Ein-Abendtauglich.

Allerdings ist es, wie gesagt, ein komplexes Spiel und

somit wohl nichts für diejenigen, die eine schnelle spaßige

Partie „San Juan“ (übrigens ein Super-Karten-Spiel) bevorzugen.

Für Leute, die auf „Renaissance“ oder „Civilization“ stehen,

ist „Struggle of Empires“ ein Pflichtkauf.

Note: 1

Ideology

Autor: Andrew Parks

Verlag: Z-Man Games

Spieler: 2-5

Alter: ab 13

Dauer: 1-2 Stunden

Preis: 24,95 bei

http://pegasusshop.de

Deutsche Spielregeln unter :

http://www.zmangames.com/

Struggles of

Empire

Autor: Martin Wallace

Verlag:Warfrog

Spieler: 2-7

Alter: ab 13

Dauer: mind. 3 Stunden

Preis: 25,95

(www.spieleoffensive.de)

Friedrich

Autor: Richard Sivél

Verlag: Histogames

Spieler: 3 oder 4

Alter: ab 12

Dauer: mind. 3 Stunden

(eher 5 Stunden)

Preis: 39,90 EURO bei

www.histogame.de


14

fun+action

Das Eckthema

Die Welt verzweifelt!

Die Hanfberatung im Hanf Journal

„Auch ich bin schockiert. Aber

wir wollen bei aller Trauer

nicht vergessen dass die

Freiheit der westlichen Welt

wichtiger ist als solche

Einzelschicksale.“

Deutschlands Kiffer suchen Hilfe. Wie man am besten

ohne depressiv zu werden durch die kalte Jahreszeit

kommt, kann euch zwar auch Kascha nicht sagen, aber

sonst steht sie euch natürlich wie immer gern mit Rat

zur Seite. Wer also Fragen rund ums Thema Drogen hat

schickt die am besten an hanfberatung@hanfjournal.de

und hofft drauf, dass unsere gute Fee eine Antwort weiß.

Franky (18) aus Würzburg möchte wissen:

„Hey Kascha,

meine Eltern haben letztens eine sehr komische

Diskussion angefangen, weil sie so eine „Aufklärungsbroschüre“

gelesen haben. Also sie haben eigentlich

nichts gegen Kiffen, meinten aber, dass da voll krasse

Sachen drin standen und vor allem, dass „Haschisch“

viel stärker sei als „Marihuana“, was nur die getrockneten

Blätter sind. Das fand ich ziemlich blödsinnig, aber sie

waren davon voll überzeugt. Was sagst du dazu?“

Kascha belehrt:

„High Franky,

über „Aufklärungsbroschüren“ könnte ich dir jetzt einen

ganzen Roman schreiben. Bestimmte Interessengruppen

neigen dazu, das Bedürfnis des modernen Menschen

nach Information und Aufklärung für ihre Zwecke zu

missbrauchen und streuen völlig falsche Informationen.

Ein besonders schönes Beispiel sind Scientology oder

die Polizei. Generell kann man sagen, dass keiner

Cannabis-Broschüre zu trauen ist, die z. B. Spritzen

abbildet oder wo man „Marihuana“ abbildet, das

aussieht wie geschimmelter Tabak in einer Petrischale

(z. B. http://www.police.public.lu/conseils_prevention/

campagnes/Anti_Drogues/ressources/Marihuana.jpg

). In der Tat enthält Haschisch übrigens theoretisch mehr

THC als Gras, weil sich das THC vor allem im Harz

findet. Das, was am Gras knallt, sind die kleinen

Harzdrüsen, die besonders

an den Blüten und Blattspitzen

zu finden sind. Deshalb

raucht man diese.

Haschisch besteht

optimalerweise nur aus

Harz, hat also mehr THC.

Nur ist das Haschisch, was

hierzulande auf dem Markt

ist, meist dieses schreckliche

Drei-Euro-Stanni-Platten-

Hasch, was im Normalfall

drei bis vier Jahre alt ist,

durch 100 Hände gegangen

ist auf dem Weg von

Marokko durch Spanien

oder Frankreich hierher

und dabei manchmal auch

mit Sand, Schuhcreme,

Henna usw. gestreckt

wurde. Gutes Hasch ist

seltener und hat auch

seinen Preis. Das Gras

hierzulande kommt eher

aus den Niederlanden oder

aus deutschen Zuchtbetrieben,

ist dementsprechend

frischer und

qualitativ besser. In der

Praxis kann man also sagen,

dass das (Straßen-)Gras

hierzulande meistens besser

ist als das (Straßen-

)Haschisch.“

Maria (16) aus

Hamburg fragt:

„Hallo Kascha,

warum brennen eigentlich

OCB-Papers meistens schief

ab und Smokings meist

eher gerade? Und warum

gibt es so ganz dünne und

auch dickere Papers? Ich

habe schon alle möglichen

Sorten durchprobiert und

mag am meisten die breiten dünnen, wollte aber mal wissen, ob

die verschiedenen Größen verschiedene Funktionen haben oder

ob es sie einfach nur „zum Spaß“ gibt?

>>Erste Hilfe für Kiffer

Und wie ist das eigentlich mit bunt bedruckten Papers

oder welchen mit Geschmack?“

Kascha antwortet:

„Hey Maria,

viele Fragen, ich hoffe, ich habe auf alles eine Antwort.

Also beim Abbrennen liegt das meist einfach am

Material. Smoking verwendet Reispapier, OCB

verwendet Hanf. Daher stören sich viele nicht am schief

Abbrennen, gerade für Pur-Raucher ist es doch schön,

wenn man weiß, dass man nur Hanf raucht. Im Grunde

genommen liegt das Abbrennverhalten auch noch mehr

an der Drehtechnik, je besser man mischt und je

gleichmäßiger der Druck verteilt ist, desto gerader

brennt der Joint. Ach ja, und da sind wir auch schon

bei der Breite der

Papers angelangt: Je schmaler sie sind, desto weniger

Lagen Papier sind um die Tüte gewickelt, umso gerader

brennt es ab (und schmeckt auch besser). Breite Papers

drehen sich zwar besser, sind aber auch eher für dicke

Tüten geeignet. Wer mehr slim baut, sollte auch slim

papers nehmen. Manche bauen auch „holländisch“

(auch genannt: „schweißen“, „mit Fähnchen“,

„linksrum“ und „inside-out“). Da nimmt man das Paper

andersherum, leckt die Klebefläche durch das Paper

hindurch an und reißt das, was übersteht, dann ab.

Dann hat man effektiv überall nur eine Lage Papier,

der Joint brennt sehr langsam und gleichmäßig (und

geht immer aus, wenn man zwischendurch zu lange

labert). Das ist eine gute Überleitung zur Papierstärke:

Je dicker, desto schneller brennt es. Blaue OCBs oder

ähnliche sind für Haschisch kaum geeignet, weil die

Tüte runter ist, bevor das Dope durchgeglüht ist. Wenn

man Gras und wenig Zeit hat, ’ne prima Sache, schmeckt

nur etwas nach Papier. Für Gemütlichkeit und gutes

Haschisch geht nix über dünnes Papier. Schwarze OCB

oder Smoking Master sind da erste Wahl.

Bedruckte Papers finde ich persönlich albern, manche

mögen es aber. Ob es gesund ist, weiß ich nicht. Wenn

man nebenbei eh Starkraucher ist, muss man sich um

eventuelle Schadstoffe aus der Farbe, glaube ich, nicht

kümmern. Papers mit Geschmack aromatisieren

erfahrungsgemäß nicht den Rauch, sondern die Lippen.

Ich hab’ welche mit Erdbeer-Aroma, die werde ich

gleich mal wieder benutzen, da hast du mich auf eine

Idee gebracht. Ist aber auch nicht jedermanns Sache.“

Bernd (19) aus Bremen fragt:

„Hi Kascha,

ist es eigentlich möglich, aus Nutzhanf wieder

„richtigen“ Hanf mit einem ordentlichen THC-Gehalt

zu züchten? So nach der 3. Generation, habe ich mal

gehört?“

Kascha überlegt:

„High Bernd,

theoretisch ist es wirklich möglich. Nutzhanf nach EU-

Norm bildet weniger als 0,3 Prozent THC, das variiert

allerdings von Pflanze zu Pflanze. Jetzt müsstest du dir

die potenteren raussuchen und untereinander bestäuben,

die anderen wegwerfen. In der nächsten Generation

noch einmal genauso. Und immer so weiter. Das lernst

du bei Darwin und auch im Biounterricht in der 10.

Klasse. Tolle Sonne und Düngemittel helfen da auch

nicht weiter, weil rein phänotypische Eigenschaften

nicht vererbt werden (sonst hättest du evtl. auch nur

ein Bein, wenn dein Vater sich seins hätte amputieren

lassen oder so). Das dauert insgesamt Jahre und kostet

eine Menge Geld, weil du immer wieder die Pflanzen

testen musst (oder du überlässt es dem Zufall, dann

dauert es erheblich länger). Einen Erfolg hast du dann

irgendwann, wenn du mehr als ein Prozent THC erreicht

hast, ab dann kann man es in der Regel von einem

Placebo unterscheiden. Wenn du im Bereich fünf bis

zehn Prozent angekommen bist (nach einigen Jahren),

hast du dann endlich brauchbares Gras. Oder du kaufst

dir gleich vernünftige Samen und machst nicht die

gleiche Arbeit noch mal, die schon viele vor dir gemacht

haben. Auf http://www.hanfjournal.de/hajowebsite/listen/growing.php

werden dir noch viele

weitere Fragen zu Growing beantwortet.“


fun+action

15

ENDE

00000 >> 23500 >> 45400 >> 59800 >>

Nirwana Headshop

Taubenstr.1a

03046 Cottbus

PRO-FUMA

Grossbeerenstr. 64

10963 Berlin

Gras Grün

Oranienstr. 183

10999 Berlin

Sun Seed Bank

Amsterdamerstr. 23

13347 Berlin

Sensi Soldier

Schanzenstr. 10

20357 Hamburg

Happiness

Grosse Burgstr. 44

23552 Lübeck

Join The Party Headshop

Detmolder Straße 51

33604 Bielefeld

The Headshop

Burgplatz 2-3

40213 Düsseldorf

Indian Sun Headshop

Pommernstr. 20

41462 Neuss

Freakshop smokey

Hochstr. 5 - 7

42853 Remscheid

Freakshop

Friedricht-Ebert-Str. 46

45468 Mülheim / Ruhr

eve & rave münster e.V.

Schorlemmerstr. 8, 2.Stock

48155 Münster

www.galactic.de

Thomas-Mann-Str. 38

53111 Bonn-Zentrum

Hanfecke

Vorstadt 84

55411 Bingen

Trash-Store

Osthofenstr. 16

59494 Soest

Hanfmaster

Clemens-August-Str. 4

59821 Arnsberg

Planet Plant

Rollingerstr. 2

76642 Bruchsal

High Light

Alte Lange Str. 2

77652 Offenburg

Österreich

Blumen per Lumen

Neustift Ecke /

Ziglergasse 88-90

01070 Wien

Organisation

Firma

>>lokal >>direkt >>effektiv

der Branchenführer des Hanf Journals

Damit die Kiffer deiner Region auch deinen

Shop finden trage dich in den Brachenführer

“kauf da!” für nur 240,- Euro im Jahr ein.

Infos: zentrale@hanfjournal.de

Unter www.hanfjournal.de/kaufda.pdf findest

du das Bestellformular

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine