– eine Bestandsaufnahme - Hauner Journal

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– eine Bestandsaufnahme - Hauner Journal

Die Gospelsternchen stimmen ein schönes Lied an

So notiert der berühmte Germanist

Johann Andreas Schmeller sich bereits

1847 ins Tagebuch, wie er die

Abendvorlesung ausfallen lässt, um

dafür mit seinen Studenten in den Prater

auf der Isarinsel zu gehen, wo sich die Liedertafel

hören lässt, und zwar 'zum Besten

der Dr. Haunerschen Anstalt für arme,

kranke Kinder'. Der ganze Lustgarten sitzt

voller Menschen, die Prinzen Adalbert und

Luitpold sind da, sogar der König Ludwig I.

und die Königin Therese, obwohl sie eben

erst von ihrer Griechenland-Reise zurückgekommen

sind. Damals wie heute ist die

Versorgung schwer kranker Kinder im Dr.

von Haunerschen Kinderspital auf die private,

mildtätige Spendenbereitschaft der

Bevölkerung angewiesen. Zwar hat sich im

Rahmen der sozialen Umwälzungen der

vergangenen 165 Jahre die Zusammensetzung

der Mitgliederliste des Hauner Vereins

geändert, aber die Satzungsinhalte und

Ziele des Vereins sind die gleichen geblieben

wie damals, nämlich schwerkranken

Kindern die medizinische Versorgung zu

ermöglichen, und die ambulante und stationäre

Betreuung möglichst effizient und

für die Kinder so erträglich wie möglich zu

gestalten. Um den vielen Freunden und

Spendern des Hauner Vereins einen Überblick

zu geben über die vielfältigen vom

Hauner Verein unterstützten Projekte sei

hier eine kurze Übersicht anhand einiger

repräsentativer Projekte angeführt:

Förderung von Klangmassagetherapie

auf der

Neugeborenen-intensivstation

(NIPS)

Auf der NIPS sind immer wieder chronisch

kranke ehemalige Frühgeborene, die erheblichen

Belastungen, wie Langzeitbeatmung,

Langzeitparenteraler Ernährung,

rezidivierenden Infektionen, multiplen

Operationen und wiederholt schmerzhaften

Prozeduren ausgesetzt sind. Da diese

Kinder oft monatelang stationär bleiben

müssen, sind auch die Entwicklungsmöglichkeiten

entsprechend eingeschränkt. Positive

Abwechslungen in diesem Alltag sind

nur die Besuche und der intensive Kontakt

mit den Eltern (sog. Känguruhen) und die

krankengymnastischen Behandlungseinheiten.

Seit einiger Zeit wird dieses Spektrum

durch die Klangmassagentherapie

erweitert, die durch eine Kinderkrankenschwester

mit Zusatzausbildung zur Entspannungstherapeutin

angeboten wird.

Dem Klang der Schalen werden zahlreiche

präventive und heilende Wirkungen zugeschrieben.

Für eine Therapie mit Klangschalen

werden diese auf den Körper

aufgesetzt und mit einem Klöppel angeschlagen

und in Schwingungen versetzt.

Eine Behandlungseinheit dauert 30 bis 60

Minuten. Durch das Hören und Fühlen der

Schwingungen werden Gefühle und Empfindungen

positiv beeinflusst. Dieser Effekt

wirkt wie eine innerliche Massage der Körperzellen

und führt zu einer beruhigenden,

harmonisierenden und entspannenden

Wirkung. Körperliche und auch seelische

Spannungszustände können so gelöst werden.

Die bisherige Erfahrung mit dieser

Therapie zeigt, dass die Kinder tatsächlich

für einige Zeit ruhiger werden. Außerdem

wird diese zusätzliche Therapiemöglichkeit

von den Eltern, die oft nur unangenehme

Behandlungen bei ihrem Kind gewohnt

sind, als positiv gewertet und dient der Ver-

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