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Rieselfelder haben Zukunft

„Bevor die endgültigen Ergebnisse der Bodenuntersuchungen auf

dem 365 Hektar großen Berliner Teil der ehemaligen Rieselfelder Karolinenhöhe

nicht vorliegen, werden wir das Areal nicht verkaufen“,

versichert Stephan Natz, Sprecher der Berliner Wasserbetriebe (BWB).

Bislang vorliegende Ergebnisse stellte Bernd Grützmann von der mit

den Untersuchungen beauftragten Firma „IUP. Ingenieure“ vor. Untersucht

wurden 97 Parameter auf 85 repräsentativen Flächen. „Relevant

für die Gefährdungsanalyse sind dabei lediglich die fünf anorganischchemischen

Parameter Blei, Cadmium, Nickel, Quecksilber und Zink“,

versicherte Grützmann.

Gefundene Schadstoffe kommen jedoch nur in geringer Konzentration

vor und stellen keine Gefährdung dar. Maßnahmen werden möglicherweise

bei der Verunreinigung mit Quecksilber notwendig. Mit Fertigstellung

des Bodengutachtens rechnet Grützmann etwa Mitte 2013.

„Nach bislang vorliegenden Ergebnissen ist nicht damit zu rechnen,

dass die jetzige landwirtschaftliche Nutzung nicht weiterhin möglich

sein sollte“, wagte der Fachmann eine erste Aussage.

Das lässt die Landwirte aufhorchen. Auch die Aussagen von Peter

Hecktor, Geschäftsführer der „Berliner Stadtgüter“, die als möglicher

Käufer der Rieselfelder gehandelt werden, klingen für sie durchaus

vielversprechend. Hecktor erklärt, dass seine Gesellschaft gewillt sei,

im Fall des Kaufs der Rieselfelder mit den dort bereits arbeitenden

Landwirten „langfristige Pachtverträge“ abzuschließen.

Als zentralen Punkt in der Zukunft der Rieselfelder sieht auch Baustadtrat

Carsten-Michael Röding (CDU) die Frage, wer künftig die

Verantwortung für die Flächen übernimmt. Daher sei es unbedingt

notwendig, sich mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung abzustimmen.

Denn die sehe dabei den Bezirk in der Verantwortung. Ungeklärt

sei jedoch die Frage, wer die Kosten trage. Elke Hube, Leiterin

des Umwelt- und Naturschutzamts, sieht „die Pflege der Rieselfelder

durch ortsansässige Landwirte“ als beste Möglichkeit für die Zukunft

des Areals. Es gebe die Möglichkeit, die Kosten hierfür zur Hälfte mit

Mitteln der Europäischen Union zu bezahlen.

Allerdings gebe es in Berlin keinen Haushaltstitel, aus dem die anteilige

Zahlung der anderen Hälfte bezahlt werden könnte. Aus dem

eigenen Haushalt könnte diese Kosten der Bezirk ebenfalls nicht

tragen. Gemeinsam mit dem Senat müsse daher eine Lösung für die

Finanzierung gefunden werden.

Unklar bleibt weiterhin die Zukunft des Betriebshofs an der Potsdamer

Chaussee. Dort wohnen derzeit in fünf Gebäuden noch Mitarbeiter

der BWB. Insbesondere für dieses rund 11 Hektar große Areal hat

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