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HEIDELBERGER KALKSANDSTEIN VERARBEITUNGSHINWEISE

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<strong>HEIDELBERGER</strong> <strong>KALKSANDSTEIN</strong><br />

<strong>VERARBEITUNGSHINWEISE</strong>


Inhalt<br />

Verarbeitungsempfehlungen<br />

1. KS-QUADRO<br />

Seite 3-4<br />

2. KS-QUADRO E<br />

Seite 5-6<br />

3. KS-R-Plansteine<br />

Seite 7<br />

4. KS-R-Blocksteine<br />

Seite 8-9<br />

5. KS-Vollsteine, KS-Lochsteine<br />

Seite 10<br />

6. KS-Sichtmauerwerk<br />

Seite 11-14<br />

7. Mauerwerk<br />

Seite 15<br />

8. KS-Flach- und KS-Systemstürze<br />

Seite 16<br />

9. Mauern bei Hitze und Frost<br />

Seite 17<br />

10. KS-QUADROTHERM ®<br />

Seite 18-19<br />

11. KS-QUADRO E TRONIK<br />

Seite 20<br />

2


1. Kimmschicht<br />

Das Aufmauern der Wände beginnt grundsätzlich mit dem Anlegen<br />

der ersten Schicht (Kimmschicht). Sie dient dem Höhenausgleich<br />

der Wand, zur Herstellung eines planebenen<br />

Niveaus in Längs- und Querrichtung und dem Ausgleich von<br />

Unebenheiten in der Betondecke. Die Ausgleichsschicht besteht<br />

entweder aus Normalmörtel der Mörtelgruppe III, Dicke<br />

1 – 3 cm, oder aus Kimmsteinen, die in Normalmörtel der<br />

Mörtelgruppe III versetzt werden. Die Ausgleichsschicht muss<br />

vor dem Weitermauern ausreichend erhärtet sein. Die Querschnittsabdichtung<br />

erfolgt zweckmäßig und sicher unterhalb<br />

der Wände.<br />

Höhenausgleichssteine<br />

KS-QUADRO<br />

Verarbeitungsempfehlungen<br />

MG III ≤ 3cm<br />

Ausrichten<br />

Mörtelauftragsdicke 3 - 4 mm<br />

2. Dünnbettmörtel<br />

KS-QUADRO wird in Dünnbettmörtel verarbeitet, der als<br />

Werk-Trockenmörtel mit zum Lieferumfang gehört. Auf der<br />

Baustelle ist das Anmachwasser entsprechend Herstellerangabe<br />

zuzugeben, zusätzlich ist die angegebene Mischzeit einzuhalten<br />

und die auf dem Dünnbettmörtel-Sack angegebene Zahnschiene<br />

zu verwenden. Der Dünnbettmörtel wird mit dem<br />

Mörtelschlitten aufgetragen, nachdem das Mauerwerk abgefegt<br />

wurde und gegebenenfalls eine Vornässung der Steine erfolgte.<br />

Die Fugendicke im fertigen Mauerwerk soll 2 mm betragen,<br />

das entspricht einer Frischmörtelauftragsdicke von ca. 3 - 4 mm.<br />

Fugendicke im<br />

fertigen Mauerwerk<br />

2 mm<br />

Wasser<br />

Wassermenge und<br />

Reifezeit beachten.<br />

3<br />

KS-QUADRO_01/07


3. Mauern<br />

KS-QUADRO werden mit Versetzgerät verarbeitet. Je Hub werden<br />

zwei KS-QUADRO mit dem Steingreifer gegriffen. Die<br />

Stoßfugen bleiben in der Regel unvermörtelt, die Steine werden<br />

knirsch versetzt. Das an den Stirnflächen angeordnete<br />

Nut-Feder-System vermeidet ein Verkanten der Steine und ermöglicht<br />

die Erstellung planebener Wände.<br />

Es führt zum Reißen des Lagerfugenmörtels und damit zu einer<br />

Reduzierung des Haftverbundes zwischen Stein und Mörtel.<br />

ü ≥ 12,5 cm<br />

50,0 cm<br />

4. Stumpfstoßtechnik<br />

Die Stumpfstoßtechnik zur Verbindung zweier Wände ist der<br />

Regelfall. Die Stoßfuge zwischen Längswand und stumpf<br />

gestoßener Querwand ist aus statischen und schalltechnischen<br />

Gründen vollflächig zu vermörteln. Aus baupraktischen Gründen<br />

ist es empfehlenswert, in jede Lagerfuge Edelstahl-<br />

Flachanker einzulegen.<br />

Die maximal zulässige Stoßfugenbreite beträgt 5 mm. Vereinzelt<br />

auftretende größere Breiten sind beim Aufmauern, spätestens<br />

jedoch vor dem Putzauftrag mit Mörtel zu verschließen. Weitere<br />

Ausnahmefälle, die eine Stoßfugenvermörtelung erfordern:<br />

Übermauerung von Flachstürzen<br />

Kelleraußenwände, in Abhängigkeit von der Lastabtragung<br />

Nicht tragende Innenwände, dreiseitig gehalten mit oberem<br />

freiem Rand<br />

≤ 5 mm<br />

> 5 mm<br />

KNIRSCH<br />

KS-QUADRO ist im Verband zu mauern. Das Mindestüberbindemaß<br />

beträgt nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung<br />

12,5 cm. Wenn baupraktisch möglich, ist jedoch eine<br />

Halbsteinüberbindung empfehlenswert. Ein nachträgliches,<br />

senkrechtes Ausrichten des Mauerwerks, z.B. durch Einschlagen<br />

von Fliesenkeilen aus Kunststoff ist unbedingt zu vermeiden.<br />

4<br />

KS-QUADRO_01/07


KS-QUADRO E<br />

Verarbeitungsempfehlungen<br />

1. Kimmschicht<br />

Das Aufmauern der Wände beginnt grundsätzlich mit dem<br />

Anlegen der ersten Schicht (Kimmschicht). Sie dient dem<br />

Höhenausgleich der Wand, zur Herstellung eines planebenen<br />

Niveaus in Längs- und Querrichtung und dem Ausgleich von<br />

Unebenheiten in der Betondecke. Die Ausgleichsschicht besteht<br />

entweder aus Normalmörtel der Mörtelgruppe III, Dicke<br />

1 – 3 cm, oder aus Kimmsteinen, die in Normalmörtel der<br />

Mörtelgruppe III versetzt werden. Die Ausgleichsschicht muss<br />

vor dem Weitermauern ausreichend erhärtet sein. Die Querschnittsabdichtung<br />

erfolgt zweckmäßig und sicher unterhalb<br />

der Wände.<br />

Höhenausgleichssteine<br />

MG III ≤ 3cm<br />

Ausrichten<br />

3. Mauern<br />

KS-QUADRO E werden mit Versetzgerät verarbeitet. Je Hub<br />

werden zwei KS-QUADRO E mit dem Steingreifer gegriffen.<br />

Die Stoßfugen bleiben in der Regel unvermörtelt, die Steine<br />

werden knirsch versetzt. Das an den Stirnflächen angeordnete<br />

Nut-Feder-System vermeidet ein Verkanten der Steine und<br />

ermöglicht die Erstellung planebener Wände.<br />

2. Dünnbettmörtel<br />

KS-QUADRO E wird in Dünnbettmörtel verarbeitet, der als<br />

Werk-Trockenmörtel mit zum Lieferumfang gehört. Auf der<br />

Baustelle ist das Anmachwasser entsprechend Herstellerangabe<br />

zuzugeben, zusätzlich ist die angegebene Mischzeit<br />

einzuhalten und die auf dem Dünnbettmörtel-Sack angegebene<br />

Zahnschiene zu verwenden. Der Dünnbettmörtel wird mit<br />

dem Mörtelschlitten aufgetragen, nachdem das Mauerwerk<br />

abgefegt wurde und gegebenenfalls eine Vornässung der Steine<br />

erfolgte. Die Fugendicke im fertigen Mauerwerk soll 2 mm<br />

betragen, das entspricht einer Frischmörtelauftragsdicke von<br />

ca. 3 - 4 mm. Zur Sicherstellung durchgehender Installationskanäle<br />

werden nach Dünnbettmörtelauftrag Zentrierbolzen in<br />

die dafür vorgesehenen Löcher eingesetzt.<br />

40<br />

498<br />

Loch für Z-Bolzen<br />

Die maximale zulässige Stoßfugenbreite beträgt 5 mm. Vereinzelt<br />

auftretende größere Breiten sind beim Aufmauern, spätestens<br />

jedoch vor dem Putzauftrag mit Mörtel zu verschließen.<br />

Weitere Ausnahmefälle, die eine Stoßfugenvermörtelung<br />

erfordern:<br />

40<br />

40<br />

373<br />

45-50<br />

Übermauerung von Flachstürzen<br />

Kelleraußenwände, in Abhängigkeit von der Lastabtragung<br />

Nicht tragende Innenwände, dreiseitig gehalten mit oberem<br />

freiem Rand<br />

248<br />

Durchgehende Kanäle<br />

5<br />

KS-QUADRO E_01/07


≤ 5 mm<br />

KNIRSCH<br />

> 5 mm<br />

4. Stumpfstoßtechnik<br />

Die Stumpfstoßtechnik zur Verbindung zweier Wände ist der<br />

Regelfall. Die Stoßfuge zwischen Längswand und stumpf<br />

gestoßener Querwand ist aus statischen und schalltechnischen<br />

Gründen vollflächig zu vermörteln. Aus baupraktischen Gründen<br />

ist es empfehlenswert, in jede Lagerfuge Stumpfstoßanker einzulegen.<br />

KS-QUADRO E ist im Verband zu mauern. Das Mindestüberbindemaß<br />

beträgt nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung<br />

12,5 cm. Wenn baupraktisch möglich, ist jedoch eine<br />

Halbsteinüberbindung empfehlenswert. Die Öffnungen auf<br />

der obersten Schicht (Wandkopf) sind zu schließen, um zu<br />

verhindern, dass Mörtel oder Beton in die senkrechten Kanäle<br />

hineinläuft.<br />

6,25 cm 12,5 cm 12,5 cm<br />

Ein nachträgliches, senkrechtes Ausrichten des Mauerwerks,<br />

z.B. durch Einschlagen von Fliesenkeilen aus Kunststoff ist unbedingt<br />

zu vermeiden. Es führt zum Reißen des Lagerfugenmörtels<br />

und damit zu einer Reduzierung des Haftverbundes<br />

zwischen Stein und Mörtel.<br />

ü ≥ 12,5 cm<br />

50,0 cm<br />

6<br />

KS-QUADRO E_01/07


KS-R-Plansteine<br />

Verarbeitungsempfehlungen<br />

1. KS-R-Plansteine<br />

Mauerwerk aus KS-R-Plansteinen wird als Plansteinmauerwerk<br />

bezeichnet. Kennzeichnend ist die Verarbeitung im<br />

Dünnbettmörtel. Durch die Anordnung des Nut-Feder-Systems<br />

an den Stirnseiten der Steine wird auf eine Stoßfugenvermörtelung<br />

im Regelfall verzichtet. Plansteinmauerwerk wird<br />

aufgrund seiner Vorteile bezüglich wirtschaftlicher Erstellung<br />

und hoher Tragfähigkeit bevorzugt verwendet.<br />

Die hohe Maßgenauigkeit (Höhentoleranz ± 1 mm) von<br />

KS-R-Plansteinen (KS-R (P)) ermöglicht besonders ebenflächiges<br />

und sauberes Mauerwerk. Die einfache Verarbeitung und der<br />

geringe Mörtelbedarf sind Merkmale für das Versetzen in<br />

Dünnbettmörtel.<br />

2. Verarbeitung Von KS-R-Plansteinen<br />

2.1 Kimmschicht<br />

Das Aufmauern der Wände beginnt mit einer Ausgleichsschicht<br />

aus Normalmörtel der Mörtelgruppe III, Dicke d = 1<br />

bis 3 cm, oder mit KS-Kimmsteinen, die in Normalmörtel der<br />

Mörtelgruppe III versetzt werden. Die Ausgleichsschicht dient<br />

dem Höhenausgleich der Wand, zur Herstellung eines planebenen<br />

Niveaus in Längs- und Querrichtung und dem Ausgleich<br />

von Unebenheiten in der Betondecke. Die Ausgleichsschicht<br />

muss vor dem Weitermauern ausreichend erhärtet<br />

sein. Die Querschnittsabdichtung erfolgt zweckmäßig und<br />

sicher unterhalb der Wände.<br />

250<br />

250<br />

250<br />

248<br />

248<br />

248<br />

2<br />

2<br />

2<br />

Ausrichten<br />

Stoßfugen > 5 mm<br />

Übermauerung von Flachstürzen<br />

Kelleraußenwände, in Abhängigkeit von der Lastabtragung<br />

Nicht tragende Innenwände, dreiseitig gehalten mit oberem<br />

freiem Rand<br />

Der Dünnbettmörtel gehört bei der Bestellung von<br />

KS-R-Plansteinen mit zum Lieferumfang. Die Verarbeitungshinweise<br />

sind auf dem Dünnbettmörtelsack aufgedruckt und<br />

zum Zweck einer einwandfreien Verarbeitung einzuhalten.<br />

Der von Heidelberger Kalksandstein mitgelieferte Dünnbettmörtel<br />

ist mit einem Zertifikat ausgezeichnet, das eine besondere<br />

Eignung zur Verarbeitung von KS-R-Plansteinen verspricht.<br />

2.3 Mauern<br />

Die Vermauerung hat im Verband zu erfolgen. Nach DIN 1053-1<br />

gilt ein Mindest-Überbindemaß von 0,4 h bzw. 45 mm, wobei<br />

h die Steinhöhe ist. Der größere Wert ist hierbei maßgebend.<br />

Bei einer Schichthöhe von 25 cm muss ein Überbindemaß von<br />

10 cm eingehalten werden, bei einer Schichthöhe von 12,5 cm<br />

von 5 cm.<br />

Steinhöhe<br />

Mindestüberbindemaß<br />

12,3 cm ü ≥ 0,4 x Steinhöhe = 5,0 cm<br />

24,8 cm ü ≥ 0,4 x Steinhöhe = 10,0 cm<br />

MG III ≤ 3cm<br />

h<br />

2.2 Dünnbettmörtel<br />

Der Dünnbettmörtel wird mit dem Mörtelschlitten aufgetragen.<br />

So wird eine gleichmäßige und vollflächige Lagerfuge sichergestellt.<br />

Die Steine sind vorher abzufegen und gegebenenfalls<br />

vorzunässen. In Abhängigkeit von der Witterung wird die<br />

Lagerfuge etwa 2 m vorgezogen. Anschließend werden die<br />

KS-R-Plansteine knirsch aneinander versetzt und gegebenenfalls<br />

mit einem Gummihammer ausgerichtet. Durch die<br />

Anordnung des Nut-Feder-Systems an den Stirnseiten der<br />

Steine wird im Regelfall auf eine Stoßfugenvermörtelung verzichtet.<br />

In Ausnahmefällen kann es erforderlich sein, die Stoßfugen<br />

zu vermörteln:<br />

4,5 cm ≤ ü ≥ 0,4 h<br />

7<br />

KS-R-PLANSTEINE_01/07


KS-R-Blocksteine<br />

Verarbeitungsempfehlungen<br />

1. KS-R-Blocksteine<br />

Ausrichten<br />

Kennzeichnend für Mauerwerk aus KS-R-Blocksteinen ist die<br />

Verarbeitung im Normalmörtel. KS-R-Blocksteine haben eine<br />

Höhe von 238 mm, das entspricht einer Schichthöhe von<br />

25 cm. Die Lagerfugendicke beträgt 12 mm. Durch die Anordnung<br />

des Nut-Feder-Systems an den Stirnseiten der Steine<br />

wird auf eine Stoßfugenvermörtelung im Regelfall verzichtet:<br />

In einem Merkblatt (2/1) der Bauberufsgenossenschaft über<br />

das Handhaben von Mauersteinen sind Gewichtsobergrenzen<br />

für Einhand- und Zweihandsteine für das Vermauern von<br />

Hand festgelegt. Die maximal zulässigen Verarbeitungsgewichte<br />

von Einhandsteinen, einschließlich der baupraktischen<br />

Feuchte, sind in Abhängigkeit von der Greifspanne:<br />

max. 6 kg bei einer Greifspanne ≥ 115 mm und<br />

max. 7,5 kg bei einer Greifspanne von 40 bis 70 mm<br />

Das maximal zulässige Verarbeitungsgewicht von Zweihandsteinen<br />

ist auf 25 kg beschränkt.<br />

Die Länge der KS-R-Blocksteine beträgt vorzugsweise 25 cm<br />

Bei hohen Rohdichteklassen, z.B. 2,0 für Wände mit hohen<br />

Anforderungen an den Schallschutz, werden zum Bausystem<br />

passende KS-R-Steine mit Schichthöhe h = 12,5 cm<br />

angeboten. Steine, die mehr als 25 kg Verarbeitungsgewicht<br />

aufweisen, müssen mit Versetzgerät verarbeitet werden<br />

2. Verarbeitung von KS-R-Blocksteinen<br />

250<br />

250<br />

250<br />

238<br />

238<br />

238<br />

12<br />

12<br />

12<br />

2.2 Normalmörtel<br />

Der Normalmörtel wird zweckmäßig mit dem Mörtelschlitten<br />

aufgetragen. So wird eine gleichmäßige und vollflächige Lagerfuge<br />

sichergestellt. Die Steine sind vorher abzufegen und gegebenenfalls<br />

vorzunässen. In Abhängigkeit von der Witterung wird<br />

die Lagerfuge etwa 2 m vorgezogen. Anschließend werden die<br />

KS-R-Blocksteine knirsch aneinander versetzt und gegebenenfalls<br />

mit einem Gummihammer ausgerichtet. Durch die<br />

Anordnung des Nut-Feder-Systems an den Stirnseiten der<br />

Steine wird im Regelfall auf eine Stoßfugenvermörtelung<br />

verzichtet. In Ausnahmefällen kann es erforderlich sein, die<br />

Stoßfugen zu vermörteln:<br />

Stoßfugen > 5 mm<br />

Übermauerung von Flachstürzen<br />

Kelleraußenwände, in Abhängigkeit von der Lastabtragung<br />

Nicht tragende Innenwände, dreiseitig gehalten mit oberem<br />

freiem Rand<br />

2.3 Mauern<br />

Die Vermauerung hat im Verband zu erfolgen. Nach DIN 1053-1<br />

gilt ein Mindest-Überbindemaß von 0,4h bzw. 45 mm, wobei<br />

h die Steinhöhe ist. Der größere Wert ist hierbei maßgebend.<br />

Bei einer Schichthöhe von 25 cm muss ein Überbindemaß von<br />

10 cm eingehalten werden.<br />

Steinhöhe<br />

Mindestüberbindemaß<br />

23,8 cm ü ≥ 0,4 x Steinhöhe = 10,0 cm<br />

2.1 Kimmschicht<br />

Das Aufmauern der Wände beginnt mit einer Ausgleichsschicht<br />

aus Normalmörtel der Mörtelgruppe III, Dicke d = 1 bis 3 cm,<br />

oder mit KS-Kimmsteinen, die in Normalmörtel der Mörtelgruppe<br />

III versetzt werden. Die Ausgleichsschicht dient dem<br />

Höhenausgleich der Wand, zur Herstellung eines planebenen<br />

Niveaus in Längs- und Querrichtung und dem Ausgleich von<br />

Unebenheiten in der Betondecke. Die Ausgleichsschicht muss<br />

vor dem Weitermauern ausreichend erhärtet sein. Die Querschnittsabdichtung<br />

erfolgt zweckmäßig und sicher unterhalb<br />

der Wände.<br />

h<br />

Höhenausgleichssteine (Kimmsteine)<br />

MG III ≤ 3cm<br />

4,5 cm ≤ ü ≥ 0,4 h<br />

8<br />

KS-R-BLOCKSTEINE_01/07


2.4 Stumpfstoßtechnik<br />

Die Stumpfstoßtechnik ist die typische Verbindung zweier<br />

Wände. Die Stoßfuge zwischen Längswand und stumpf gestoßener<br />

Querwand ist aus statischen und schalltechnischen<br />

Gründen vollflächig zu vermörteln. Aus baupraktischen Gründen<br />

ist es empfehlenswert, den stumpfen Wandanschluss durch<br />

Einlegen von Edelstahl-Flachankern in die Mörtelfuge zu<br />

sichern. Kelleraußenecken sind im Verband zu mauern.<br />

9<br />

KS-R-BLOCKSTEINE_01/07


KS-Vollsteine, KS-Lochsteine<br />

Verarbeitungsempfehlungen<br />

1. Verarbeitung<br />

KS-Vollsteine und KS-Lochsteine werden im Normalmörtel<br />

verarbeitet. Sie haben eine Höhe von 113 mm, das entspricht<br />

einer Schichthöhe von 12,5 cm. Die Lagerfugendicke beträgt<br />

demzufolge 12 mm. KS-Kleinformate haben eine Steinlänge<br />

von 240 mm. Die Stirnseiten sind glatt ausgeführt. Die Stoßfugen<br />

werden mit Normalmörtel ca. 10 mm breit vermörtelt.<br />

KS-Kleinformate haben ein Verarbeitungsgewicht von weniger<br />

als 25 kg und werden von Hand verarbeitet.<br />

2. Normalmörtel<br />

Der Normalmörtel wird zweckmäßig mit dem Mörtelschlitten<br />

aufgetragen. So wird eine gleichmäßige und vollflächige Lagerfuge<br />

sichergestellt. Die Mörtelfugendicke soll im fertigen<br />

Mauerwerk ca. 12 mm betragen. Die Steine sind vorher abzufegen<br />

und gegebenenfalls vorzunässen. In Abhängigkeit von<br />

der Witterung wird die Lagerfuge etwa 2 m vorgezogen.<br />

Anschließend werden die KS-Voll- und KS-Lochsteine mit Vermörtelung<br />

der Stoßfugen verarbeitet.<br />

3. Mauern<br />

Die Vermauerung hat im Verband zu erfolgen.<br />

Mindest-Überbindemaß:<br />

0,4 h bzw. 45 mm<br />

h = Steinhöhe<br />

Der größere Wert ist hierbei maßgebend. Bei einer Steinhöhe<br />

von 11,3 cm muss ein Überbindemaß von 4,5 cm eingehalten<br />

werden. Je größer das Überbindemaß ausgeführt wird, desto<br />

größer ist die Schubtragfähigkeit und desto geringer ist die<br />

Rissanfälligkeit. Im Regelfall wird ein Läuferverband mit halbsteiniger<br />

Überbindung ausgeführt.<br />

Zu beachten:<br />

An das Aussehen und die Kantenbeschaffenheit von so genannten<br />

»Hintermauersteinen« werden grundsätzlich keine Anforderungen<br />

gestellt.<br />

Ü ≥ 4,5 cm<br />

11.3 cm<br />

10<br />

KS-VOLLSTEINE, KS-LOCHSTEINE_01/08


KS-Sichtmauerwerk<br />

Verarbeitungsempfehlungen<br />

1. Allgemeines<br />

Kalksandsteine werden aus natürlichen Rohstoffen hergestellt.<br />

Farbton- sowie Strukturschwankungen können daher nicht gänzlich<br />

ausgeschlossen werden. Steine für eine Baustelle sollen<br />

nur von einem Werk bezogen werden. Es ist sicherzustellen,<br />

dass die angelieferten Steine auf ebenem, sauberem Untergrund<br />

mit Bodenabstand gelagert und durch Abdecken vor<br />

Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee und Eis geschützt<br />

werden. Die Steine werden folienverpackt auf Paletten angeliefert.<br />

Sprühen oder Tauchen vorzunässen. Die Steine sind vollfugig<br />

ohne Hohlräume im Verband zu verarbeiten. Im Regelfall wird<br />

ein Läuferband, vorzugsweise mit halbsteiniger Überdeckung<br />

ausgeführt. Nach Fertigstellung ist das frische Mauerwerk vor<br />

zu schneller Austrocknung durch starke Sonne und Wind oder<br />

vor Regen durch Abhängen mit Folie o.ä. zu schützen<br />

Die Steine sind beim Vermauern abwechselnd aus mehreren<br />

Steinpaketen zu entnehmen, um auch bei geringfügigen Farbnuancen<br />

ein gleichmäßiges Wandbild zu erhalten.<br />

Bei erhöhten Anforderungen, z.B. bei einschaligem, beidseitig<br />

sichtbarem Mauerwerk, ist gegebenenfalls an der Baustelle<br />

eine größere Anzahl von Steinen vorzusortieren.<br />

2. Steinarten<br />

Für witterungsbeanspruchtes, unverputztes KS-Verblendmauerwerk<br />

sind frostbeständige KS-Verblender (KS Vb) nach<br />

DIN V 106, zu verwenden. KS-Verblender sollen jeweils eine<br />

kantensaubere Kopf- und Läuferseite haben. Sie müssen frei<br />

sein von schädlichen Einschlüssen oder anderen Stoffen, die<br />

später zu Abblätterungen, Kavernenbildung und anderen<br />

Gefügestörungen sowie Ausblühungen und Verfärbungen führen<br />

können, die das Aussehen der unverputzten Wände dauerhaft<br />

beeinträchtigen.<br />

4.2 Mauern bei Frost<br />

Entsprechend der DIN 1053-1 darf Mauerwerk bei Frost nur unter<br />

besonderen Schutzmaßnahmen ausgeführt werden. Frostschutzmittel<br />

sind nicht zulässig; gefrorene Baustoffe dürfen<br />

nicht verwendet werden. Frisches Mauerwerk ist vor Frost<br />

rechtzeitig zu schützen, z.B. durch Abdecken. Auf gefrorenem<br />

Mauerwerk darf nicht weitergemauert werden.<br />

3. Mörtel<br />

Die Mörtel für Sichtmauerwerk müssen frei sein von Salzen,<br />

Lehmanteilen und anderen organischen oder anorganischen<br />

Verunreinigungen, die zu Ausblühungen oder Verunreinigungen<br />

führen können. In der Praxis gut bewährt haben sich<br />

Werk-Trockenmörtel. Für das Aufmauern der Verblendschale<br />

ist Mauermörtel der Mörtelgruppe II und IIa zu verwenden.<br />

Für das nachträgliche Verfugen darf Mauermörtel der Mörtelgruppe<br />

III verwendet werden.<br />

4. Ausführung<br />

4.1 Allgemeines<br />

KS-Verblendmauerwerk wird nach DIN 1053-1 ausgeführt<br />

und nach DIN 18 330 (VOB Teil C) »Maurerarbeiten« ausgeschrieben<br />

und abgerechnet. Die Anforderungen, die an das<br />

Erscheinungsbild von KS-Verblendmauerwerk gestellt werden,<br />

sind im Vorfeld eindeutig zu definieren, damit die ausgeschriebene<br />

Leistung praxisgerecht kalkuliert und nach Fertigstellung<br />

objektiv beurteilt werden kann. Gegebenenfalls sind Musterwände<br />

oder -flächen zu vereinbaren.<br />

Der Mörtel darf nicht zu trocken verarbeitet werden und muss<br />

vor Verbrennen geschützt werden. Trockene Steine sind durch<br />

Der Einsatz von Salzen zum Auftauen ist nicht zulässig. Teile<br />

von Mauerwerk, die durch Frost oder andere Einflüsse beschädigt<br />

sind, sind vor dem Weiteraufbau abzutragen.<br />

Auf der Baustelle sollten Arbeitsflächen und Arbeitsplätze<br />

daher auf keinen Fall mit chloridhaltigen Tausalzen, sondern<br />

mechanisch oder unter Verwendung von Dampf-Lanzen von<br />

Eis und Schnee geräumt werden. Auch im Streu- und Spritzbereich<br />

bestehender Gebäude sind keine chloridhaltigen Auftausalze<br />

zu verwenden.<br />

4.3 Verfugung<br />

Die Verfugung kann entweder durch Mauern und Herstellung<br />

des Fugenglattstrichs »in eigenem Saft« oder durch eine nachträgliche<br />

Verfugung erfolgen. Der Fugenglattstrich bietet die<br />

Möglichkeit, mit geringem Arbeitsaufwand hochwertiges Verblendmauerwerk<br />

herzustellen, weil die Fugen in ihrer ganzen<br />

Tiefe »aus einem Guss« sind.<br />

Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Mauermörtel ein<br />

gutes Zusammenhangs- und Wasserrückhaltevermögen besitzt.<br />

11<br />

SICHTMAUERWERK_01/07


Beim unvermeidbaren Hervorquellen aus den Fugen läuft dieser<br />

Mörtel nicht an den Steinen herab und verschmutzt sie daher<br />

nicht. Werksvorgemischte Vormauermörtel erfüllen bei gleichzeitig<br />

guter Kornzusammensetzung des Sandes diese Anforderungen.<br />

Ergänzend zu den Bestimmungen der DIN 1053-1<br />

dürfen auch bei 9 cm dicken Verblendschalen die Fugen im<br />

Fugenglattstrich oder durch nachträgliche Verfugung ausgeführt<br />

werden.<br />

5. Zweischalige Aussenwände<br />

5.1 Verankerungen, Abfangungen<br />

Bei zweischaligem Mauerwerk sind die Mauerwerksschalen<br />

durch Drahtanker aus nichtrostendem Stahl (DIN 17440) mit<br />

den Werkstoff-Nummern 1.4401 oder 1.4571 zu verbinden.<br />

Der vertikale Abstand der Drahtanker soll höchstens 50 cm,<br />

der horizontale Abstand höchstens 75 cm betragen. An allen<br />

freien Rändern (von Öffnungen, an Gebäudeecken, entlang von<br />

Dehnungsfugen und an den oberen Enden der Außenschalen)<br />

sind zusätzlich drei Drahtanker je m Randlänge anzuordnen.<br />

Mindestabstand und Durchmesser von Drahtankern je m 2 Wandfläche<br />

Drahtanker<br />

Mindestanzahl Durchmesser<br />

1 Mindestens, sofern nicht<br />

Zeile 2 maßgebend 5 3 oder 4<br />

Arbeitsgang: Den ausquellenden Mörtel beim Mauern mit der<br />

Kelle abstreifen; die angesteiften Fugen zum geeigneten Zeitpunkt<br />

mit einem Holzspan oder einem farblosen Schlauchstück<br />

(evtl. über eine Fugenkelle gezogen) bündig glattstreichen.<br />

Bei der nachträglichen Verfugung sind die Fugen mindestens<br />

1,5 cm tief flankensauber auszukratzen (z.B. mit Hartholzstab oder<br />

kurzer Fugkelle) und der Fugenmörtel anschließend handwerksgerecht<br />

einzubringen. Es ist vorteilhaft, für die Verfugung ein<br />

Fugeisen aus Edelstahl (V4A) zu verwenden, um einen<br />

Metallabrieb weitestgehend zu vermeiden. Die Fugen sollten<br />

mit der Vorderkante des Mauerwerks bündig abschließen.<br />

1,5 cm<br />

RICHTIG:<br />

mit Hartholzstab<br />

oder kurzer Fugenkelle<br />

erst oben<br />

dann unten<br />

ungünstig, mit Spitzkelle<br />

2 Wandbereich höher als 12 m über<br />

Gelände oder Abstand der Mauerwerksschalen<br />

über 7 cm - 12 cm<br />

Für Mauerwerk im Dünnbettmörtel gibt es bauaufsichtlich<br />

zugelassene Edelstahlanker. Für Höhen, Abfangungen und<br />

Aufstandsflächen der Verblendschalen sind in der DIN 1053-1,<br />

Abs. 8.4.3.1 folgende Festlegungen getroffen:<br />

Höhenabstand der Abfangung von Verblendschalen<br />

Dicke der Außenschale<br />

[cm]<br />

max. Höhe über<br />

Gelände [m]<br />

Überstand über<br />

Auflager [cm]<br />

5 4<br />

3 Abstand der Mauerwerksschalen<br />

über 12 cm - 15 cm 7 5 4 5<br />

Höhenabstand<br />

der Abfangung<br />

9 ≤ d ≤ 11,5 20 ≤ 1,5 ca. 6 m<br />

d = 11,5 unbegrenzt ≤ 3,8 ≤ 2 Geschosse<br />

d = 11,5 unbegrenzt ≤ 2,5 ca. 12 m<br />

Bei Gebäuden bis zu zwei Vollgeschossen darf ein Giebeldreieck<br />

bis zu 4 m Höhe ohne zusätzliche Abfangung ausgeführt<br />

werden. Diese Außenschalen dürfen bis zu 1,5 cm über ihr<br />

Auflager vorstehen.<br />

1 cm<br />

besonders schlecht<br />

5.2 Lüftungs-/ Entwässerungsöffnungen<br />

Arbeitsgang: Säubern und gründlich vornässen, den erdfeuchten<br />

bis plastischen Fugenmörtel kräftig eindrücken, Lager- und<br />

Stoßfugen gut miteinander verbinden, nachher vor Regen und<br />

Hitze schützen.<br />

Die Außenschalen von zweischaligen Außenwänden mit<br />

Luftschicht und Wärmedämmung sollen unten und oben mit<br />

Lüftungsöffnungen (z.B. offene Stoßfugen) versehen werden,<br />

wobei die unteren Öffnungen auch zur Entwässerung dienen.<br />

Das gilt auch für die Brüstungsbereiche der Außenschale. Die<br />

Dicke der Luftschicht muss mindestens 4 cm betragen.<br />

Die Lüftungsöffnungen sollen auf 20 m 2 Wandfläche eine Fläche<br />

von jeweils etwa 75 cm 2 haben. Die Luftschicht darf erst 10 cm<br />

über Gelände beginnen und muss von dort bzw. von Oberkante<br />

Abfangkonstruktion bis zum Dach bzw. Unterkante Abfangkonstruktion<br />

ohne Unterbrechung hochgeführt werden.<br />

12<br />

SICHTMAUERWERK_01/07


Außenschale<br />

KS Vb<br />

Innenschale<br />

15-20<br />

mm<br />

12-20<br />

mm<br />

6-12<br />

mm<br />

20-40<br />

mm<br />

6-12 mm<br />

Weichelastische<br />

alterungsbeständige<br />

Schaumstoffschnur<br />

Imprägniertes<br />

Fugendichtungsband<br />

Elastoplastische<br />

Fugendichtungsmasse<br />

≥ 11,5 (9) ≥ 4 ≥ 11,5<br />

Bei der nachträglichen Verfugung sind die Fugen mindestens<br />

1,5 cm tief flankensauber auszukratzen (z.B. mit Hartholzstab<br />

oder kurzer Fugkelle) und der Fugenmörtel anschließend<br />

handwerksgerecht einzubringen. Es ist vorteilhaft, für die Verfugung<br />

ein Fugeisen aus Edelstahl (V4A) zu verwenden, um einen<br />

Metallabrieb weitestgehend zu vermeiden. Die Fugen sollten<br />

mit der Vorderkante des Mauerwerks bündig abschließen.<br />

Kern-Dämmung<br />

Selbstklebeseite<br />

Andrücken<br />

Abdeckstreifen<br />

Außenschale<br />

KS Vb<br />

Innenschale<br />

Vertikale Dehnungsfugen können offen bleiben, wenn die<br />

Hintermauerung und eventuelle Dämmschichten gegen Feuchteübertritte<br />

dauerhaft geschützt sind. Dies kann z.B. durch eine<br />

Luftschicht, Abdeckfolien hinter der Verblendschale im Fugenbereich<br />

o.ä. geschehen. Voraussetzungen sind eine ausreichende<br />

Dicke der Vormauerschale von ≥ 9 cm und eine geringe<br />

Fugenbreite von ≤ 1,5 cm.<br />

≥ 11,5 (9) ≥ 11,5<br />

Bei der zweischaligen Außenwand mit Kerndämmung sollen<br />

Entwässerungsöffnungen im Fußpunktbereich der Außenschale<br />

eine Fläche von mindestens 50 cm 2 auf 20 m 2 Wandfläche<br />

haben.<br />

6. Überdeckung von Tür- und Fensteröffnungen<br />

Waagerechte Stürze sollten beim Mauern eine Überhöhung<br />

(»Stich«) von etwa 2 cm pro m Spannweite und mindestens<br />

1 cm Neigung der Widerlager erhalten, damit sie später nicht<br />

»durchhängen« oder »durchrutschen«.<br />

1 cm<br />

1 cm<br />

5.3 Dehnungsfugen<br />

In der Außenschale von zweischaligem Mauerwerk sind senkrechte<br />

Dehnungsfugen anzuordnen:<br />

im Bereich der Gebäudeecken<br />

bei langen Wandflächen im Abstand von maximal 8 m<br />

bei großen Fensterflächen in Verlängerung der Fensterlaibungen<br />

in langen unbelasteten Wandstücken geringer Höhe<br />

Waagerechte Dehnungsfugen werden angeordnet bei:<br />

Abfangkonstruktionen<br />

Balkonplatten<br />

Anschlüssen von Verblendschalen an andere Bauteile<br />

Die Fugen sollen eine Dicke von 15 mm bis 20 mm haben.<br />

Als Fugenverschluss haben sich bewährt:<br />

Fugendichtungsmasse<br />

Dichtungsbänder<br />

2 cm/m<br />

Da dieses aufgrund der Sturzlängen nicht immer möglich ist,<br />

hat die Praxis gezeigt, dass Öffnungen problemlos durch nichtrostende<br />

Winkeleisen abgefangen werden können. Dienen<br />

die Öffnungslaibungen als Winkelauflager, so müssen sie ca.<br />

10 Tage lang bis zur vollständigen Härtung einfach (bei Lichtweiten<br />

zwischen 1,25 m und 2,50 m) bzw. zwei- bis dreifach<br />

(bei Lichtweiten ab 2,50 m) gestützt werden.<br />

13<br />

SICHTMAUERWERK_01/07


7. Sockelanschluss, Sperrschichten<br />

Bei zweischaligen Außenwänden sind die Innenschalen an<br />

den Fußpunkten der Zwischenräume der Wandschalen gegen<br />

Feuchtigkeit zu schützen. Die Abdichtung ist im Bereich des<br />

Zwischenraumes im Gefälle nach außen, im Bereich der<br />

Außenschale horizontal zu verlegen. Dieses gilt auch bei<br />

Fenster- und Türstürzen sowie im Bereich von Sohlbänken.<br />

Die Abdichtung soll mindestens 15 cm hochgeführt werden<br />

und ist mit Klemmleisten durch Dübel zu befestigen.<br />

Horizontale und schräge Mauerwerksflächen wie obere Mauerwerksabschlüsse,<br />

Attiken, Fensterbrüstungen, freistehende<br />

Wände sollten mit wasserdichten Abdeckungen aus Metall,<br />

Betonplatten u.a. mit 5 cm Überstand und Tropfkante versehen<br />

werden. Bei Fensterbänken sind seitliche Aufkantungen<br />

erforderlich.<br />

8. Reinigung<br />

Sichtmauerwerksflächen sind grundsätzlich vor Verunreinigungen<br />

zu schützen. Bei Arbeiten mit Holzschutzmitteln, Bitumenanstrichen<br />

und ähnlichem müssen die Sichtflächen mit Folie<br />

abgedeckt werden.<br />

Leichte Verschmutzungen, wie z. B. gehärtete Mörtelspritzer,<br />

lassen sich leicht abstoßen oder mit Glaspapier (mittlere<br />

Körnung), einem Reinigungsstein oder einem KS-Stein abreiben,<br />

ohne die Oberflächenstruktur zu beschädigen.<br />

Die Dampfstrahlreinigung eignet sich bei stärkeren Verschmutzungen.<br />

Sie hat sich bei größeren und älteren Sichtmauerwerksflächen<br />

gut bewährt. Jedoch sollten Dampfdruck und<br />

Entfernung der Düse zum Mauerwerk an einer Probefläche<br />

getestet werden, damit die Oberfläche der Steine nicht durch<br />

zu hohen Dampfstrahldruck angegriffen wird und Farbunterschiede<br />

vermieden werden.<br />

Die Reinigung von Kalksandstein-Mauerwerk darf nur mit<br />

Wandreinigern erfolgen, die hierfür zugelassen sind! Salzsäure<br />

darf nicht verwendet werden!<br />

vorgefertigter<br />

Rolladenkasten<br />

9. Oberflächenbehandlung<br />

KS-Verblendmauerwerke können wahlweise unbehandelt<br />

bleiben oder mit einer farblosen Imprägnierung bzw. einem<br />

deckenden Anstrich versehen werden.<br />

9.1 Nachträgliche Oberflächenbehandlung<br />

Farblose Imprägnierungen und deckende Anstriche vermindern<br />

die Feuchtigkeitsaufnahme des KS-Verblendmauerwerks<br />

bei Regen und Schlagregen. Sie wirken dadurch einer Verschmutzung<br />

entgegen. Farblose Imprägnierungen sind nicht<br />

filmbildend und belassen dem Mauerwerk das natürliche Aussehen<br />

der Steine und der Mörtelfuge.<br />

Deckende Beschichtungen werden in hellen Farbtönen<br />

aufgetragen, ohne dass Mauerwerksstrukturen verdeckt<br />

werden.<br />

Farblose Imprägnierungen sind frühestens vier Wochen,<br />

deckende Beschichtungen drei Monate nach Fertigstellung<br />

des Gebäudes bzw. entsprechend den Angaben des Herstellers<br />

aufzubringen.<br />

≥ 10 cm<br />

Es ist darauf zu achten, dass Fenster, Dachrinnen etc. während<br />

der Behandlung abgedeckt werden.<br />

2,5 cm<br />

14<br />

SICHTMAUERWERK_01/07


Mauerwerk<br />

Detaillösungen<br />

1. Horizontale Abdichtung<br />

(Querschnittsabdichtung)<br />

Querschnittsabdichtungen haben die Aufgabe, das aufgehende<br />

Mauerwerk vor aufsteigender Feuchtigkeit zu<br />

schützen und eine Verbindung zwischen Bodenplatte und<br />

Außenwandabdichtung herzustellen. Nach DIN 18195-4 ist<br />

in Mauerwerkswänden nur noch eine einzige Querschnittsabdichtung<br />

vorzusehen. Ihre Höhenlage ist nicht mehr genormt.<br />

Sie wird in der Regel direkt auf der bis zur Fundamentaußenkante<br />

durchlaufenden Bodenplatte verlegt.<br />

Querschnittsabdichtungen aus Schlämmen sind aufgrund ihrer<br />

Verbundwirkung und ihrer Verarbeitung empfehlenswert, auch<br />

wenn sie bislang nicht in DIN 18195 geregelt sind. Daher sollte<br />

ihre Anwendung vorab zwischen den Vertragsparteien geklärt<br />

sein.<br />

15<br />

MAUERWERK_01/07


KS-Flach- und KS-Systemstürze<br />

Verarbeitungsempfehlungen<br />

1. Verarbeitung von KS-Flach- und<br />

KS-Systemstürzen<br />

KS-Flachstürze und KS-Systemstürze erhalten erst durch die<br />

Sturzübermauerung ihre volle Tragfähigkeit und Funktion. Sie<br />

werden von Hand oder mit Verlegehilfe satt im Mörtel<br />

(MG III) verlegt, wobei die Auflagerlänge mindestens 11,5 cm<br />

(bzw. Auflagerfläche ≥ 400 cm 2 ) betragen muss.<br />

Bei der Herstellung der Sturzübermauerung (der späteren<br />

Druckzone) sind die Stoßfugen vollflächig zu vermörteln.<br />

Dieses gilt auch für Steine mit Nut-Feder-System, die in normalen<br />

Wandbereichen knirsch – ohne Mörtel – verarbeitet<br />

werden. Es müssen Normalmörtel der Gruppen II, IIa, III oder<br />

Dünnbettmörtel verwendet werden (je nach verwendetem<br />

KS-System).<br />

Vor dem Aufmauern bzw. dem Aufbetonieren muss die Oberseite<br />

der KS-Stürze sorgfältig gereinigt und vorgenässt werden.<br />

Bis zur vollständigen Aushärtung der Druckzone (sprich der<br />

Übermauerung bzw. Betondecke) sind die KS-Stürze abzustützen.<br />

Als Anhaltswert kann hierbei von ca. 7 Tagen ausgegangen<br />

werden.<br />

Am Auflager in<br />

sattes Mörtelbett<br />

erforderlich<br />

wenn w ≥ 1,25 m<br />

lichte Weite w<br />

1,25 m ≤ w < 2,50 m => 1 Montagestütze<br />

w ≥ 2,50 m => 2 Montagestützen<br />

16<br />

KS-FLACH- UND KS-SYSTEMSTÜRZE_01/07


Mauern bei Frost und Hitze<br />

Verarbeitungsempfehlungen<br />

1. Mauern bei Frost<br />

Mauern bei Frost gilt als kritisch, da kalte Temperaturen das<br />

Abbinden des Mörtels verhindern bzw. verzögern und so die<br />

Qualität des Haftverbunds zwischen Stein und Mörtel<br />

gefährden können. Aus diesem Grund darf nach DIN 1053-1<br />

Mauerwerk bei Frost nur unter besonderen Schutzmaßnahmen<br />

ausgeführt werden. Frisches Mauerwerk ist rechtzeitig<br />

vor Frosteinwirkung zu schützen, z.B. durch Abdecken. Auf<br />

dem gefrorenen Mauerwerk darf nicht weitergemauert werden.<br />

Durch Frost oder andere Einflüsse beschädigte Teile von<br />

Mauerwerk sind vor dem Weiterbau abzutragen.<br />

Folgende Kriterien sind einzuhalten:<br />

Gefrorene Baustoffe dürfen nicht eingesetzt werden<br />

Auf gefrorenem Untergrund darf nicht gemauert werden<br />

Frisches Mauerwerk ist vor Frost zu schützen<br />

2. Mauern bei Hitze<br />

Starke Hitze führt zu einer schnellen Verdunstung des<br />

Anmachwassers, das im frisch verarbeiteten Mörtel enthalten<br />

ist. Die Verdunstung kann durch Wind noch beschleunigt<br />

werden. Liegen diese Bedingungen längere Zeit vor, kann das<br />

dazu führen, dass nicht mehr ausreichend Wasser für den<br />

Erhärtungsprozess des Mörtels vorhanden ist und die erforderliche<br />

Festigkeit des Mörtels sowie die feste Verbindung des<br />

Mörtels mit dem Stein nicht erreicht werden. Sehr trockene<br />

Steine können dem Mörtel auch Teile des Anmachwassers<br />

entziehen.<br />

Für das Mauern mit Mauermörtel wird unter den beschriebenen<br />

Bedingungen empfohlen, sehr trockene Mauersteine eine<br />

Stunde vor dem Mauern gründlich vorzunässen und die frisch<br />

erstellten Wände durch Abdecken mit Folien vor zu schnellem<br />

Austrocknen zu schützen.<br />

Der Einsatz von Frostschutzmitteln oder Salzen zum Auftauen<br />

ist nicht zulässig. Daher sind Arbeitsplätze und -flächen auf<br />

der Baustelle mechanisch oder unter Verwendung von<br />

Wasserdampflanzen von Eis und Schnee zu befreien. Für den<br />

Streu- und Spritzbereich bestehender Gebäude dürfen ebenfalls<br />

keine Tausalze verwendet werden.<br />

Das Mauern bei Frost bedarf nach DIN 18330 grundsätzlich<br />

der Zustimmung des Auftraggebers.<br />

17<br />

MAUERN BEI FROST UND HITZE_01/07


KS-QUADROTHERM ®<br />

Verarbeitungsempfehlungen<br />

1. Mauern<br />

Aufmauern auf den KS-QUADROTHERM ® Sockelstein<br />

Dünnbettmörtel mit Mörtelschlitten aufziehen<br />

KS-QUADRO E mit Versetzgerät aufnehmen und schwenken<br />

Rollgerüst nutzen<br />

Versetzen in Dünnbettmörtel<br />

KS-QUADRO E ausrichten<br />

2. Erstellen eines KS-QUADROTHERM ® Moduls<br />

REHAU Systembestandteile: RAUTHERM S Rohre (Dimension<br />

14 mm und 17 mm) Verbindungstechnik Schiebehülse und<br />

Formteile<br />

Montagewerkzeuge RAUTOOL<br />

Die Heizleitungen werden in jeden zweiten Kanal eingebracht<br />

(Verlegeabstand: 25 cm)<br />

1 2<br />

1 2<br />

3<br />

4<br />

3 4<br />

5 6<br />

5 6<br />

7<br />

Tipp:<br />

Zur Beschleunigung des Baustellenverlaufs werden vorgefertigte<br />

Module empfohlen<br />

Hinweis:<br />

Lassen Sie die Montage der REHAU Systeme nur von autori<br />

sierten und geschulten Personen durchführen. Beachten Sie<br />

hierzu die aktuelle technische Information »REHAU Gebäudetechnik«.<br />

18<br />

KS-QUADROTHERM_01/07


3. Einsetzen des KS-QUADROTHERM ® Moduls<br />

5<br />

Die Einbringung der Rohrregister in KS-QUADROTHERM ®<br />

erfolgt mittels der KS-QUADROTHERM ® Führungshilfe<br />

zweckmäßig vom Wandkopf<br />

Die Justierung des Systems wird nach dem Entfernen der<br />

KS-QUADROTHERM ® Führungshilfe und vor dem Verbinden<br />

der vertikalen Rohre vorgenommen<br />

1 2<br />

5. Optimieren der Wärmeleitung<br />

Optimierung der Wärmeleitfähigkeit durch verfüllen der<br />

Installationskanäle mit dem natürlichen Verfüllstoff<br />

KS-QUADROFILL ®<br />

3 4<br />

1<br />

2<br />

4. Verbinden, verpressen und verschließen<br />

der Wärmeleitung<br />

Verbinden und Verpressen der Leitungen am Fuß der Wand<br />

Schließen der Wand mit Normalmörtel<br />

3<br />

1 2<br />

3 4<br />

19<br />

KS-QUADROTHERM_01/07


KS-QUADRO ETRONIK<br />

Verarbeitungsempfehlungen<br />

Vor Ort nach Plan Schalter,<br />

Steckdosen und Verteiler<br />

einmessen und anzeichnen<br />

Suchlochbohrung bei durchlaufenden<br />

Decken (ca. 45°<br />

Neigung)<br />

Installationskanäle oder NYY Einsetzen der Schalter-, Steck-<br />

Leitungen a aus den Kanälen und Verteilerdosen<br />

herausführen und auf Geschossdecke<br />

verlegen b<br />

a<br />

Herkömmliche, nach DIN VDE genormte Elektroleitungen NYY<br />

für den Einbau in Beton.<br />

b<br />

Die Einführung der Installationsrohre bzw. Leitungen kann<br />

wahlweise von oben oder unten vorgenommen werden.<br />

Im Installationsplan vorgesehene<br />

Dosen mit Kronenbohrer<br />

aufbohren<br />

Installationsrohr oder NYY<br />

Leitungen a in die freigegebenen<br />

KS-QUADRO E Kanäle einführen<br />

20<br />

KS-QUADRO E TRONIK_01/07


Bremen<br />

Hamburg<br />

<strong>HEIDELBERGER</strong> <strong>KALKSANDSTEIN</strong> GmbH<br />

Zentrale Verwaltung<br />

Hannover<br />

Berlin<br />

Malscher Straße 17 76448 Durmersheim<br />

tel: 0 72 45 l 8 06-0 fax: 0 72 45 l 8 06-400<br />

Dortmund<br />

Köln<br />

Leipzig<br />

Dresden<br />

info-kalksandstein@heidelbergcement.com<br />

www.heidelberger-kalksandstein.de<br />

Beratungs-Hotline: 08 00 57 77 63 4<br />

Frankfurt<br />

Nürnberg<br />

Prag<br />

Karlsruhe<br />

Stuttgart<br />

München<br />

Zürich<br />

<strong>HEIDELBERGER</strong> <strong>KALKSANDSTEIN</strong><br />

Weitere Beteiligungen<br />

1 Kalksandsteinwerk Durmersheim<br />

Malscher Straße 17 76448 Durmersheim<br />

tel: 0 72 45 l 8 06-0 fax: 0 72 45 l 8 06-400<br />

4 Kalksandsteinwerk Dettelbach<br />

Hans-Kleider-Straße 9 97337 Dettelbach<br />

tel: 0 93 24 l 3 03-0 fax: 0 93 24 l 3 03-15<br />

7 Kalksandsteinwerk Demmin<br />

Jarmener Chaussee 8 17109 Demmin<br />

tel: 0 39 98 l 27 52-0 fax: 0 39 98 l 27 52-10<br />

2 Kalksandsteinwerk Kronau<br />

Am Gemeindewald 76709 Kronau<br />

tel: 0 72 53 l 94 19-0 fax: 0 72 53 l 94 19-94<br />

5 Baustoffwerke Dresden GmbH & Co. KG<br />

Radeburger Straße 30 01129 Dresden<br />

tel: 03 51 l 8 17 87-71 fax: 03 51 l 8 17 87-74<br />

8 Kalksandsteinwerk Kavelstorf<br />

Silder Moor 11 18196 Kavelstorf<br />

tel: 03 82 08 l 6 25-0 fax: 03 82 08 l 6 25-23<br />

3 Kalksandsteinwerk Babenhausen<br />

Am Hardtweg 8 64832 Babenhausen<br />

tel: 0 60 73 l 72 81-0 fax: 0 60 73 l 72 81-29<br />

6 Kalksandsteinwerk Herzfelde<br />

Rehfelder Weg 1 15378 Herzfelde<br />

tel: 03 34 34 l 4 47-0 fax: 03 34 34 l 4 47-33

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