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thunerhanfblatt

Informationsblatt über Hanf,

Hanfprodukte und Hanfkultur

4.Jahrgang/Nr.15

Frühling 2001

Fr.5.–

thuner

Legalize it:

Die «frohe Botschaft»

Die Schweizer Hanfkoordination

zur Botschaft des Bundesrates

Legalize it: (K)ein Joint

mit… Polo Hofer

Interview mit dem Hanfer

und Vater des Mundartrock

Legalize it:

Die Hanf-Verschwörung

Akte Cannabis – Vierter Teil

unserer Jahrhundert-Chronik

Growing:

Mr. K.C. weiss Rat

Rat und Tat für PflanzerInnen,

diesmal übers Keimen

Bambulé:

Abenteuer in Indien

Ein Reisebericht über den

riesigen Subkontinent

Kultur&Sounds:

3. Schweizer Hanftage

Alle lieben die neue Hanfmesse

«CannaTrade» – Wir waren da


Hanfitorial

3

Diese Frühlingsausgabe des «THB» birgt einen besonders kompetenten Interviewpartner in Sachen Cannabis:

Polo Hofer, das Berner Oberländer Urgestein, was Mundart-Rock und Hanf angeht. Was uns der stets erfolgreiche und

viel beschäftigte Musiker zum Beispiel über die «Alten Zeiten» zu erzählen weiss, erfahrt ihr in «(K)Ein Joint mit…

Polo Hofer».

Liebe Leserin,

lieber Leser

Wieder ging ein Aufschei durchs Land, als der Bundesrat Mitte März die lange erwartete Botschaft zur

Revision des Betäubungsmittelgesetzes veröffentlichten liess: «Ist es jetzt legal?», wurde ich von vielen

Leuten gefragt, und die Verwirrung dauert an. Im Bericht der Schweizer Hanf-Koordination ab Seite 4

könnt ihr herausfinden, was der Bundesrat mit seiner Botschaft ans Parlament wirklich ausdrücken will.

SHK-Präsident François Reusser hat sich in die 92-seitige «frohe Botschaft» vertieft und in verständliche

Worte verfasst.

Impressum

Noch mehr ist in den letzten Wochen passiert: In der BEA Bern fanden anfangs März die «3.

Schweizer Hanftage» statt, inklusive der neuen Messe «CannaTrade.ch» sowie dem traditionellen

«CannaSwissCup». Wie es dort abgegangen ist, könnt ihr im Artikel ab Seite 24 nachlesen. Übrigens:

Die grosse nationale Hanf-Demo in Bern wurde von diesem Frühling in den Herbst verschoben,

da die parlamentarische Diskussion dann im Gange sein wird. Excusé all denen, die

sich schon gefreut haben – Ihr kommt doch alle im Herbst, gell? Willi Blaser, Redaktion THB

P.S. Bist Du bereits AbonnementIn oder GönnerIn? Infos dazu siehe Einlage!

Herausgeber: Verein Thuner Hanfblatt,

Redaktion Scheibenstrasse 7, CH-3600 Thun,

T/F +41 (0)33 223 31 11, E-Mail: redaktion@hanfblatt.ch

Redaktion/Administration:

Matthias «Willi» Blaser, Nadir Lenazzi, Marcel Stemmer

MitarbeiterInnen an dieser Ausgabe: Patrick Hunziker,

Lotti Loosli, François Reusser

Beratung: Symbiont Consulting, Bern

Fotos: Simon Burger, Willi Blaser

Illustrationen: Willi Blaser

Produktion/Layout: Daniel Berger, Typografie &

Gestaltung, Schulhausstrasse 13, 3600 Thun,

T +41 (0)33 223 41 74, F +41 (0)33 221 44 94,

E-mail: typografik@bluewin.ch

Auflage: 6000

Papier: Umschlag und Inhalt, «Cyclus»-Recyclingpapier

Druck: Jost Druck AG, Hünibach

Wir danken unseren Inserenten: Thuner Hanf-Center, Thun; Secret

Nature, Thun; Grow-Box, Steffisburg; Valchanvre, Martigny; Bächler’s,

Oberbalm; Fasch aus us Hanf, Brienz; WeltR@aum, Interlaken;

Growland, Bern; Spacenik, Bern; Herbaria, Zürich; Mr. Bloom, Bern;

Frieden für Hanf, St. Gallen; CannaTrade/CannaSwissCup/Schweizer

Hanfkoordination, Zürich; Oldiesound, Thun; Druck & Grafik Atelier,

Baar; Casablanca-Jeans, Thun; Tattoo & Piercing Atelier, Thun;

Nachtschattenverlag, Solothurn; Golden Leaf, Biel; Dr. Greenthumb,

Unterseen; Dr. Klönli, Burglauenen; Animal Peace, Bern; Sous le Pont,

Bern; Siegenthaler Naturprodukte, Zürich.

Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für unverlangt eingesandtes

Material. Reproduktion für kommerzielle Zwecke nur mit

schriftlicher Genehmigung der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten.

zum Titelblatt: gr. Foto – Cannabis Sativa in der Wachstumsphase (anonymer

Eigenanbau); kl. Foto oben – Polo Hofer, der Vater des Mundartrock im

Interview ab Seite 6; kl. Foto mitte – Tempel in Indien, ein Reisebericht auf

Seite 15; kl. Fotos unten – «3. Schweizer Hanftage», mehr dazu ab Seite 24.

Inhalt

Legalize it

SHK: Die «frohe» Bundesrats-Botschaft . . . . . . . . . ab Seite 4

Legalize it

(K)ein Joint mit… Polo Hofer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ab Seite 6

Legalize it

Die Hanf-Verschwörung, Teil 4 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 8

Comic

«Was nicht im Geschichtsbuch steht» . . . . . . . . . . . . Seite 9

Growing

Mr. K.C. weiss Rat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 11

Hanf als Heilmittel

Lotti’s Briefkasten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 14

Bambulé

Abenteuer in Indien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 15

Spirits of Nature

Die vollkommene Welt, Teil V . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 17

Hanf inteam

Interviews aus der Hanfbranche . . . . . . . . . . . . . . . . . . ab Seite 18

News&Events

Wann fällt die Repression im Westen . . . . . . . . . . . . . Seite 23

Kultur&Sounds

Alle lieben die «CannaTrade» . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ab Seite 24


4 Legalize it

Der Bundesrat

und die «frohe

Botschaft»

Die Botschaft

zur Revision des

Betäubungsmittelgesetzes:

Der Bundesrat entkriminalisiert

Cannabis: So sieht der Karrikaturist

der Westschweizer Zeitung «24 HEURES»

die Situation.

Nun ist sie da, die lang erwartete Botschaft. Auf 96 Seiten erläutert der Bundesrat seine

Drogenpolitik und beantragt dem Parlament eine Revision des Betäubungsmittelgesetzes.

Was genau bringt diese Revision, sollte sie nach dem Willen des Bundesrates

ausfallen? Vor allem, was bringt sie den Hanfkonsumenten und der Hanfbranche?

Die Botschaft ist sehr lang und zum Teil leicht wiedersprüchlich. Sie kann auf verschiedene

Arten gelesen werden und auf verschiedene Arten interpretiert werden. Was sie wirklich bringt,

ist zur Zeit noch offen.

Nachfolgend zwei Auszüge aus der Botschaft, welche den Konsum und den Anbau und

Handel von Cannabis betreffen:

aus 228.8 Ausnahmen der Strafbarkeit (Art. 19c)

Neu ist gemäss Buchstabe a der Konsum von Betäubungsmitteln des Wirkungstyps Cannabis und

gemäss Buchstabe b die Vorbereitungshandlungen zum eigenen Konsum von Betäubungsmitteln

des Wirkungstyps Cannabis von der Strafbarkeit generell ausgenommen.

Buchstabe a: Unter Betäubungsmitteln des Wirkungstypes Cannabis sind der Drogenhanf sowie

dessen Produkte (z.B. Marihuana und Haschisch) zu verstehen. Der Konsum ist generell nicht strafbar.

Auch wenn der Konsum dieser Produkte nicht mehr strafrechtlich verfolgt wird und deren

Handel im begrenzten Rahmen geduldet wird, so stellen diese Produkte keine regulären Konsumgüter

dar: Drogenhanf und seine Produkte gehören weiterhin zu den Betäubungsmitteln. Eine

medizinische Indikation und ärztliche Verschreibung von Cannabis ist nur unter den Voraussetzungen

von Artikel 8 E-BetmG möglich, welche die Sicherstellung der Anforderungen an Arzneimittel

auch für verbotene Stoffe gewährleistet. Wer diese Produkte ausserhalb dieses staatlich kontrollierten

Rahmens konsumiert, tut dies in eigener Verantwortung und trägt die Risiken allenfalls

schädlicher Auswirkungen selbst. Es ist hingegen Aufgabe der zuständigen Behörden, gemäss Art.

3b E-BetmG über diese Risiken zu informieren.

aus 228.92 Eingeschränkte Strafverfolgungspflicht für Anbau von sowie Herstellung und

Handel mit Hanf und seinen Produkten (Art. 19f)

Um entscheiden zu können, ob der Anbau von Cannabis sowie die Fabrikation und der Handel von

und mit Cannabisprodukten (wie Haschisch und Marihuana) unter gewissen Voraussetzungen

toleriert werden könnten, wurden detaillierte Vorstellungen ausgearbeitet, wie eine entsprechende

Einschränkung der Strafverfolgungspflicht aussehen könnte. Diese sind das Ergebnis

intensiver und ergiebiger Diskussionen mit Vertretern von kantonalen Justiz- und Polizeibehörden

sowie Vertretern und Vertreterinnen vom Zoll, der Landwirtschaft und den Städten sowie den

zuständigen Ämtern der Bundesverwaltung. Ein detaillierter Entwurf für eine entsprechende Verordnung

des Bundesrates liegt vor, bedarf jedoch einer weiteren Bearbeitung, um insbesondere

die noch offenen Fragen im Hinblick auf den Vollzug zu klären.

Mit vorliegendem Gesetzesentwurf soll dem Bundesrat somit die Kompetenz delegiert werden,

im Rahmen von Artikel 19f Bestimmungen zur Einschränkung der generellen Strafverfolgungspflicht

erlassen zu können (Art. 19d). Auch hier kann der Bundesrat nach formeller Anhörung der

Kantone entscheiden, ob und inwieweit.62 er von seinem Recht zur Einschränkung der Strafverfolgungspflicht

mittels Verordnung Gebrauch machen wird.

– Handel

Konkret würde der Handel mit Cannabisprodukten nur toleriert unter der Bedingung einer vollständigen

Buchführungspflicht von Lieferanten und Händlern. Der Verkauf an Personen unter 18

Jahren wäre untersagt und es müssten genaue Kontrollen der Käufer und Käuferinnen durchge-


Legalize it

5

führt werden (z.B. Wohnsitz in der Schweiz und Alter). Es dürften keine Werbung gemacht und

keine weiteren Substanzen angeboten werden, welche unter das BetmG fallen. Die verkaufte

Menge würde beschränkt und die öffentliche Ordnung dürfte nicht gestört werden. Damit soll der

Besorgnis des Auslands und namentlich der angrenzenden Staaten Rechnung getragen werden,

die befürchten, eine derartige Einschränkung der Strafverfolgungspflicht könnte den Drogentourismus

fördern. Bezüglich der Ausgestaltung der einzelnen Bestimmungen sowie der Art, der

Intensität und der Häufigkeit der durchzuführenden Kontrollen würden die zuständigen Bundesstellen

mit den für den Vollzug zuständigen kantonalen Organen vorgängig des möglichen Erlasses

einer Verordnung detaillierte Absprachen treffen.

– Anbau und Herstellung

Hauptziele der vorgeschlagenen Regelungen im Bereich Hanfanbau und Herstellung von Cannabisprodukten

sind einerseits eine klare für Vollzugsbehörden und Produzenten eindeutige

Abgrenzung zwischen Industrie- und Drogenhanf und andererseits die Schaffung einer Möglichkeit,

den Anbau von Drogenhanf zwecks Belieferung der einheimischen Verkaufsstellen unter gewissen

Voraussetzungen zu tolerieren. Darüber hinaus sollen die vorgeschlagenen Regelungen

auch die Bekämpfung des Exports von Drogenhanf und seinen Produkten erleichtern bzw. wirksamer

gestalten.

Folgende Regelungen, welche bereits in den sogenannten «Hanfverordnungen» vorgeschlagen

wurden und in der Vernehmlassung bei den Vollzugsbehörden auf grosse Zustimmung gestossen

sind, sollen ebenfalls zur Verstärkung der Kontrolle des Hanfmarktes eingeführt werden:

– Für den Anbau von Drogenhanf und die Herstellung seiner Produkte würden die THC-Werte, die

tolerierte Anbaufläche bzw. eine Höchstmenge festgelegt, damit von einer Strafverfolgung abgesehen

wird. Zudem müssten die Produzenten glaubhaft machen, dass sie nur an einheimische

Abnehmer liefern. Gelingt ihnen dies nicht oder erfüllen sie eine der genannten Bedingungen

nicht, müssten sie mit Sanktionen gemäss Art. 19ff. BetmG rechnen.

– Mit der Einführung einer generellen Meldepflicht für Industrie- und Drogenhanf unter Angabe

der Sorte, der Anbaufläche, des Anbauortes, der Abnehmer etc. soll den Behörden ermöglicht

werden, den gesamten Hanfanbau in der Schweiz zu erfassen, womit auch die Kontrolle des Anbaus

von Drogenhanf erleichtert würde. Für die Vollzugsbehörde würde es damit einfacher, die

Hanffelder zu überprüfen und zu kontrollieren, ob nicht zulässige Sorten angebaut und ob die

weiteren Auflagen eingehalten werden. Der nicht gemeldete Anbau von Hanf würde somit in

folgenden Fällen sanktioniert:

– Wer mit dem Anbau von Industriehanf gegen die Meldepflicht verstösst, dem droht eine verwaltungsrechtliche

Sanktion gemäss Art. 21 Abs. 1 Bst. a BetmG. Für Anbauende von Industriehanf

stellt sich die Frage eines teilweisen Verzichtes auf die Strafverfolgungspflicht nach Artikel

19dff. nicht;.

– Wer jedoch mit dem Anbau von illegalem Hanf gegen die Meldepflicht verstösst, wird nicht nur

nach Artikel Art. 21 Abs. 1 Bst. a BetmG sanktioniert. Wer die Auflagen gemäss der bundesrätlichen

Verordnung über die eingeschränkte Strafverfolgungspflicht nicht erfüllt, gegen den wird

nach wie vor wegen Widerhandlungen gegen die Strafbestimmungen des BetmG die Strafverfolgung

eröffnet.

Ebenfalls zu definieren sind «Hanf und seine Produkte», d.h. ab welchem THC-Gehalt Hanf und

seine Produkte als Betäubungsmittel gelten. Auch in diesem Bereich soll dem Bundesrat die Kompetenz

erteilt werden, in der Verordnung die gesetzlichen Kriterien auszuführen, bei deren Erfüllung

der Anbau und Verkauf toleriert werden können.

Der Spielraum für den Bundesrat wird

nach dieser Gesetzesrevision gross, es ist aber

davon auszugehen, dass sich in der Praxis eher

die Variante 2 durchsetzen wird. Warum?

Federführend bei der Ausarbeitung dieser

Botschaft war das Bundesamt für Gesundheit

(BAG) welches Teil des Eidgenössischen

Departement des Inneren (EDI) ist. Departementsvorsteherin

des EDI ist Frau Bundesrätin

Ruth Dreifuss. Das BAG und BRin

Dreifuss vertreten schon seit längeren eine

liberale Position in der Cannabisfrage. Die

vom Gesamtbundesrat eingesetzte Expertenkommission

sprach sich für eine vollständige

Legalisierung respektive Regulierung des

Cannabis-Marktes aus. Der vorliegende

Entwurf ist ein Kompromiss, da sowohl das

BAG als auch BRin Dreifuss wissen, dass eine

weitgehende Legalisierung weder im Gesamtbundesrat

noch im Parlament mehrheitsfähig

sind. In der Politik nützt es meist nichts,

Recht zu haben - man muss Mehrheiten

finden. Wenn nun das BAG respektive BRin

Dreifuss diese Vorlage im Parlament durchbringt

(im Gesamtbundesrat hat sie es bereits

geschafft) kann man davon ausgehen, dass sie

ihren Spielraum ausnützen werden um eine

möglichst vernünftige Hanfpolitik zu betreiben.

Deshalb bin ich persönlich, trotz aller

«Haken» die es in dieser Botschaft hat

optimistisch und erwarte eine, in der Praxis

brauchbare Lösung.

Was bedeutet das?

François Reusser,

Präsident SHK

Variante 1: Der Konsum von Cannabis wird zwar straffrei aber mit so vielen ordnungspolitischen

Auflagen versehen, dass in der Praxis das Konsumverbot in der Öffentlichkeit bestehen

bleibt. Der Hanfanbau wird generell meldepflichtig und somit besser kontrollierbar, der

Anbau von sogenannten Drogenhanf wird zwar unter bestimmten Bedingungen toleriert, die

Bedingungen werden aber so formuliert, dass der Anbau kommerziell nicht mehr interessant

ist. Der Handel wird unter bestimmten Bedingungen toleriert aber die Kontrollen sind so

rigoros, dass die meisten Hanfhändler weiter kriminalisiert werden.

Variante 2: Der Konsum von Cannabis und seine Vorbereitungshandlungen sind straffrei und

die ordnungspolitischen Massnahmen beschränken sich auf nachvollziehbare Einschränkungen

wie sie auch für den Tabakkonsum gelten. Der Anbau wird zwar generell meldepflichtig, die

Behörden akzeptieren aber problemlos die heute angebauten Sorten (heutige Praxis des

Kantons Graubünden). Für den Handel gelten zwar strenge Auflagen, welche aber trotzdem

einen normalen Verkaufsbetrieb ermöglichen.


6 Legalize it

Zur Person: Polo Hofer wurde am 16. März 1945 in Interlaken geboren. Bereits 1962 rock’n’rollte er

mit seiner ersten Band «Jetmen», welcher 1968 die «Top Tales» folgten. 1971 gründete Polo mit Hanery

Amman, Schifer Schäfer und Küre Güdel die legendären «Rumpelstilz». Die Stilze landeten Hits wie

«Kiosk», «D’Rosmarie und i», «Teddybär» oder «Rote Wy». 1978 – lange vor UBS und Bankverein –

fusionierte Polo mit «Span» und zog als «Polo’s Schmätterding» durch die Lande. 1984 stellte Polo mit

Tinu Diem die «Schmätterband» zusammen und produzierte weitere goldene Platten von «Giggerig»

über «Eden» bis «Über alli Bärge» (1997). Mehr Infos auf dem Netz: www.polohofer.ch

über «Eden» bis «Über alli Bärge» (1997).

(K)ein Joint mit…

Polo, Du bist seit fast drei Jahrzehnten im

Musikgeschäft und dabei gefragt wie eh und je.

Was machst Du zur Zeit?

Ich bin gerade aus Südafrika zurückgekommen,

arbeite an einer neuen «Schmätterband»-CD

(welche 2002 nach der Expo

herauskommt) und spiele «so nebenbei» bei

drei weiteren Formationen mit: «Swiss Blues

Authority», «Menage à Trois» und «Hank

Shizzoe». Ausserdem betätige ich mich journalistisch

als Kolumnist bei der Berner

Zeitung und versuche sonst, soviel wie möglich

zu faulenzen.

Du hast in Deiner Musikerlaufbahn 24 LPs

und CDs veröffentlicht. Wie entstehen eigentlich

Deine Texte? Hast Du eine Art Methodik

oder überlässt Du alles der Inspiration?

Am Anfang ist es immer die Inspiration, und

ich mache mir halt viel Notizen. Wenn ich

dann einen Joint durchgezogen habe, dann

läuft bei mir im Kopf so ein Video ab und

Text entsteht. Ich halte es mit meiner Grundphilosphie:

Wer bekifft Texte verfasst, sollte

diese nüchtern redigieren – und umgekehrt.

Genau diese Aussage am TV hat Dir vor einigen

Jahren wegen «Aufruf zum Drogenkonsum»

einen Prozess beschehrt, den Du gewonnen hast.

In den Achzigern wurdest Du sogar vom heutigen

Bundespräsidenten und damaligen Anwalt

Moritz Leuenberger verteidigt. Worum gings da?

Ich hatte damals für die – mittlerweile eingestellte

– Zeitschrift «Magma» einen Artikel

«Mein Hang zum Hanf» geschrieben. Der

Artkel wurde daraufhin von der Thuner

Gewerbeschule ohne Copyright in derer

Schülerzeitung abgedruckt und gelangte so zu

einer empörten Mutter, die mich anzeigte.

Die Magma-Redaktion vermittelte mir einen

unbekannten Anwalt namens Moritz Leuenberger,

der den Fall übernahm und auch

gewann: Ich war nach fünf Minuten frei. So

bin ich wegen dem Hanf mit dem Bundespräsident

«duzis»…

Hat Hanf Deine Musik beeinflusst?

Ja, klar. Vor dreissig Jahren war ja Rockmusik

für viele Leute noch etwas fast verbotenes,

dunkles, böses – und Hanf hat dieses «Outlaw»-Image

noch verstärkt. Es gab etliche

Eltern, die ihren Kindern «Rumpelstilz»-

Konzerte verboten, nur wegen dem Image der

Band. Daneben stand unser festes Publikum,

welches uns gerade deswegen schätzte, dass

wir Sachen sagten, die viele Elten nicht gern

hörten.

Welches sind Deine musikalischen Vorbilder?

Ich war früh von den Bluesern wie z.B. Ray

Charles beeinflusst, und bis heute durch

die zeitlosen Sounds von Bob Dylan, Van

Morrison und Bob Marley. Natürlich orientiere

ich mich auch immer wieder neu – als

Musiker muss ich mich aktualisieren, so wie

sich beispielsweise auch ein Elektriker stets

weiterbilden muss…

Wann hast Du das erste Mal gekifft?

(Polo leicht abwesend:) Gestern.

Ähm, nicht das letzte, sondern das erste Mal…?

Ach, das war so mit 19 Jahren irgendwo in

Bern. Da gab es damals so einschlägige Lokale,

wo einem soeben aus Indien zurückgekehre

Hippies «Hasch-Müsterli» verkauften.

Damals gab's wohl noch keine Hanfläden?

Nein, es wurde nur «vo Kolleg zu Kolleg»

gehandelt. Heute habe ich meinen Bauern als

Quelle, der bringt mir Hanf vom Feld. Das

genügt mir völlig, ich bin anspruchslos…

Du hast Dich bereits 1974 mit dem «Vogelfuetter-Song»

von Rumpelstilz als Hanfliebhaber

geoutet und engagierst Dich noch

heute für die Legalisierung, wie letzten Herbst

bei einem Hanfpodium mit Berns Polizeifürst

Kurt Wasserfallen. Wie würde unsere Hanfpolitik

aussehen, wenn Polo Hofer König der

Schweiz wäre?


Legalize it

7

Polo Hofer

Das ist eine hypothetische Frage: Bei mir wärs

schon lange legal. Allerdings hat das Thema

aussenpolitisch eine gewisse Brisanz, denn die

USA werden sicher nicht erfreut sein, wenn

Hanf in der Schweiz legalisiert ist. Und

sobald man die Hintergründe kennt, ist es

auch verständlich, warum sich die Staaten

bezüglich Hanf «oberblöd» verhalten: Als

Papierrohstoff zum Beispiel wäre Hanf die

Rettung der Wälder. Hanf kann man jährlich

ernten und Hanfzellulose macht abgenutzte

Holzfasern wieder rezyklierbar. Leider passt

das nicht in das wirtschaftliche Konzept der

Amis.

Zur Vogelfuetter-LP kann ich noch

bemerken, dass ich die Hanfstaude auf dem

Plattencover selber gezeichnet habe – das war

gewissermassen eine Feldstudie…

Hast Du sonstige Drogenerfahrung ausser dem

Hanf?

Ja, ich habe auch LSD und Kokain probiert.

Aber «gebohrt» habe ich nie – Ich finde, der

Mensch hat schon genug Löcher.

Du bist seit 1989 Mitglied im «Verein

Schweizer Hanffreunde». Bist Du auch dabei,

wenn ich Dir die Ehrengönnerschaft im

«Verein Thuner Hanfblatt» anbiete?

Muss ich mich dann irgendwie noch mehr

engagieren?

Ganz und gar nicht: Du kriegst gratis das

«Thuner Hanfblatt» und wirst an Gönner-

Parties eingeladen…

Dann ja, bitte.

Polo Hofer – Herzlichen Dank für das Gespräch

und weiterhin viel Erfolg.

«Kiffer» (Kühne/Hofer)

Polo mit Lotti Loosli an der CannaTrade 2001 bei einem Gläschen Hanfsekt

I säge «Wie geits Dir?», är seit ds gliche zu mir, woni eismau e Kolleg a triffe

är seid i bi gwüss das, luege nüm i ds Glas, i ha derfür wieder afa kiffe

Mir hei züg verzellt, über Geischt u Gäld, da seit är «Sorry, i muess schnäu go schiffe»

Wonär zrugg chunnt a d'Bar da wird mir klar, e isch uf d'Schissi eis ga kiffe

Da lütet mir e Dame a, öbi öppis müessi ha, i frage wie sölli das begriffe

da seid si nid schüch «Manne si alli glych», si red nid vo Sex, si red vo kiffe,

I hanes Bsüechli gmacht, i hanes Chüechli bracht, ha gluegt dasi nid z'schpät i triffe

woni bi inecho gits es grosses HALLO u d'Schtube voll Lüt und alli kiffe

U dr Wecker Konstantin het gseit es ligi nümme drin mit däm blöde Coci-Sniffe

äs sig e Mega-Seich äs macht Bire weich, är tüeg itz numeno kiffe

Dr Glouser Fritz het i dr gröschte Hitz di erscht beschti Glägeheit ergriffe

Isch miter Fremdelegion i d'Maghreb-Region ga luege, öbs öppis gäb z'kiffe

Si hei es Mätschli gha i dr Nati A, da hei si dr Mittelschtürmer uspfiffe

U zwar wül dä het e Penalti vergäh, nachdäm är ir Pouse isch ga kiffe

Ir Modällagentur isch dr Pressechef suur u zwar wäge dr Claudia Schiffer

Wül ir Zytig schteit, sie heig schynbar gseit, sie sig e fröhliche Kiffer


8 Legalize it

1985 erschien in den USA Jack Herer's Buch

«Hemp & The Marijuana Conspiracy: The Emperor

Wear No Clothes» und machte die verdrängte

Hanf-Geschichte wieder publik. 1993 erschien das

Buch unter dem Titel «Die Wiederentdeckung

der Nutzpflanze Hanf» auf deutsch

Die Jahrhundert-Chronik in 4 Teilen:

Akte Cannabis – Die Hanf-Verschwörung

Teil 4, 1975–2000

Auf der ganzen Welt wirtschaftlich vergessen, tauchte der Hanf im Laufe der 70er und

80er Jahre plötzlich wieder auf: Als Symbol der Hippiebewegung, die mit 10jähriger

Verspätung aus den USA auch nach Europa überschwappte. Und obwohl die Zahl der

Hanf-KonsumentInnen unermüdlich anstieg, beharrten die Gesetzgeber auf dem System

der bedingungslosen Repression. Erst die Veröffentlichung eines sensationellen Buches

1985 über die Hanf-Geschichte, leitete langsam die Wiederentdeckung des Cannabis ein.

Make Love, not War

Seit 1961 sind Anbau und Konsum von Hanf

mittels der «Single Convention» international

verboten – ein letzter Erfolg von DEA-Chef

Anslinger, der ein Jahr später durch Präsident

Kennedy abgesetzt wird. Für das globale

Verbannen des Ur-heimischen Hanfs aus den

Landschaften, büssen bis heute nicht nur

die verurteilten KonsumentInnen, sondern

alle betroffenen Völker: Solange z.B. in

Bangladesh noch grossflächig Hanf angebaut

worden war, gab es keine verheerenden

Hochwasser. Während das US-Etablishment

in dieser Zeit von Vietnam-Debakel und

Hippies erschüttert wird, scheint sogar in den

Staaten eine fortschrittlichere Drogenpolitik

möglich, als der totale «War on Drugs». 1977

versucht Präsident Jimmy Carter vor dem

Kongress, den Besitz von bis zu einer Unze

Marihuana straffrei werden zu lassen. Carter

meint, dass «Strafen für den Besitz einer

Droge dem einzelnen nicht mehr Schaden

zufügen sollten, als der Gebrauch der Droge

selbst». Seine Nachfolger sehen dies anders:

Unter Ronald Reagan und George Bush

verdoppelt sich die Anzahl der wegen leichter

Drogendelikte verurteilten Häftlinge in US-

Gefängnissen.

Die Wiederentdeckung

Wie ein Fanal platzt 1985 das Buch des US-

Hanfgurus Jack Herer «The Emperor Wears

No Clothes» in die hanflose Welt. 1993

erscheint das Buch auch auf deutsch und

begeistert mit seinen Fakten zur Hanf-

Geschichte: «Die Wiederentdeckung der

Nutzpflanze Hanf» ist zugleich das erste

europäische Buch seit langem, dass wieder

auf Hanfpapier gedruckt wird! Ab 1996

boomt die Hanfbranche in der Schweiz,

ebenso sinken Verkauf und Konsum von

rauchbarem Hanf auf das gesellschaftliche

Niveau eines Kavalierdeliktes. Als eines der

weltweit einzigen Länder erkennt die

Schweizer Regierung, dass in dieser veränderten

Situation auch eine gesetzlichen

Neuregelung nötig ist, wenn man als Gesetzgeber

die Glaubwürdigkeit nicht verlieren

will. So fügt der Bundesrat im Jahr

2000 einen neuen Grundsatzentscheid in

die Betäubungsmittelgesetz-Revision ein:

Der Konsum von Cannabis soll künftig

straffrei werden. Wahrscheinlich 2002 hat

das Schweizer Volk als erste Nation der Welt

die Wahl, Hanf zu wieder zu legalisieren.

So wurde der Hanf verdrängt:

1983

Die US-Drogenbehörde DEA lässt per Flugzeug hochgiftige

Pestizide über illegale Hanffelder aussprühen. Carlton Turner,

oberster Drogenjäger der Reagan-Administration, rechtfertigt die Massnahmen:

Wer an vergiftetem Marijuana sterbe, sei selber schuld. Im

übrigen sei das für alle ein abschreckendes Beispiel.

1986

US-Chefdrogenfahnder Turner behauptet öffentlich, dass

Marijuana Homosexualität, den Zusammenbruch des Immunsystems

und folglich Aids verursache. Dieser Äusserung folgen derart

heftige Proteste (u.a. von «Newsweek Magazine» und «Washington Post»),

dass Turner zurücktreten muss.

1997

In der Schweiz versuchen konservative Kräfte mit der Initiative

«Jugend ohne Drogen» die sich anbahnende Drogenliberalisierung

zu unterbinden. Die Initiative, die auch eine allfällige Cannabis-

Legalisierung verunmöglicht, hat vor dem Volk keine Chance.

2000

Der Schweizer Bundesrat verkündet seinen Grundsatzentscheid,

dass der Konsum von Hanf künftig nicht mehr strafbar

sein soll. Über diesen Entscheid und die Vorschläge des Parlamentes zur

Revision des Betäubungsmittelgesetz findet voraussichtlich 2002 eine

Volksabstimmung statt.


Rom, 64 n.Chr.

Comic

«Was nicht im

Geschichtsbuch

steht»

9

Schottland,

1200 n.Chr.

München,

1928 n.Chr.


Der Frühling ist da –

und die Stecklinge im

Thuner Hanf-Center!

Hanf-Stecklinge

in verschiedenen Sorten

und Grössen ab Fr.12.–

Und damit die kleinen

genug Nahrung kriegen:

Grosse Dünger-Aktion (Canna, Plagron, In- und Outdoor…)

Solange Vorrat – Es het solangs het!

Genossenschaft Thuner Hanf-Center

Obere Hauptgasse 9 • 3600 Thun • Tel. 033 222 09 19 • Fax 033 221 41 89


Growing

11

Aus dem Zucht-Haus:

Mr. K.C. weiss Rat

«Am Anfang war der Samen», heisst es so

schön. Auch beim Hanf ist der Samen das

Wichtigste überhaupt, denn nur ein

gesunder, starker Samen entwickelt in der

Regel eine gesunde, starke Pflanze. Es

lohnt sich deshalb nicht, beim Fundament

– dem Samen – zu sparen.

Um Hanfsamen zum Keimen zu

bringen, gibt es verschiedene Methoden.

Eine wichtige Entscheidung ist auch, auf

welchem Medium man später anbauen will

(Erde, Hydro, oder Oasis). Ich habe euch

einige Methoden zur Keimung herausgesucht:

Keim-Tipp1

Weiche die Samen über Nacht in einem Glas

Wasser, feuchten Handtüchern, Watte oder ähnlichem

ein, um ihnen einen guten Beginn der Wasseraufnahme

zu ermöglichen.

Keim-Tipp2

Kauf Jiffi Torftabletten, die in Hanfshops oder

jedem Gartencenter erhältlich sind. Sie sind praktisch

und billig und ersparen den Kauf von Aufzuchtserde, die

meist teurer ist. Wässere die Torftablette und lege pro Topf

einen Hanfsamen hinein (aber nicht tiefer als 1 cm)

und bedecke ihn mit etwas Erde.

Keim-Tipp3

Nimm ein Gefäß und fülle es mit Leca Ton

( 5–10mm) bis etwa 2 cm unter den Rand. Die

Hanfsamen werden 1 cm tief in den Leca Ton gedrückt

und bedeckt. Achte darauf, dass du das Gefäß mit Wasser

füllst, so dass die Samen mit dem Wasser in

Berührung kommen.

Kleines wird gross:

Vom Keimling zur Staude

Habt Ihr Fragen? Exklusiv und nur für

GönnerInnen und AbonenntInnen des

Thuner Hanfblatts beantwortet Mister

K.C. alle Fragen betreffend Growing und

stöbert für Euch in den heiligen Schriften der

Hanf-Zucht – Schreibt ihm an die Redaktion,

Stichwort «Growing». Alles klar?

Für alle Keim-Methoden gilt:

Die wohl einfachste Art zu einer zufriedenstellenden

Keimungsrate zu kommen ist

die, bei der du dir ein sogenanntes Fensterbankgewächshaus

zulegst. Stell dieses

Gewächshaus samt den vorbereiteten Ahnzuchtmedium

an einen warmen Ort wie

Heizung oder sonniges Fenster (die beste

Keimtemperatur liegt zwischen 20–25°C).

Im Normalfall hast du nach 2–3 Tagen die

ersten Keimlinge, manchmal braucht jedoch

der eine oder andere Samen etwas länger.

Nach 8–14 Tagen kannst du davon ausgehen,

dass der Rest deiner Samen wirklich

nicht mehr keimt.

Wenn du die ersten Blätter siehst, stell

die Pflanzen an einen möglichst hellen Ort.

Hanf kann nie genug Sonne bekommen,

auch Keimlinge vertragen, ja brauchen sogar

pures Sonnenlicht.

Keim-Tipp4

Eine weitere Methode lässt sich mit Oasis oder

Steinwollstartböcke ausführen. Verfahre gleich wie mit

den Torftabletten, lass aber dem Medium genügend

Zeit sich, mit Wasser vollzusaugen (aber nicht,

dass es tropft!)

Merke:

Zuviel des Guten verdirbt deine Saat! Also

keine stehende Nässe, keine zu hohe Luftfeuchtigkeit,

langfristig keine

hohe Temperaturen

(über 27°C) während

der Keimzeit.

Aber soviel Sonne

oder Leuchtstofflicht wie

möglich, sobald sich die ersten

Blätter zeigen. Dünger brauchst Du übrigens

während den ersten 2–3 Wochen keinen,

da haben die Samen noch genügend eigene

Nährstoffe.


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Plädoyer einer Hanfpflanze

© Lotti Loosli 2001

50 Jahre ist es her, da wurde mir mein Leben schwer.

Als Droge wurd ich eingestuft, was sofort nach Gesetzen ruft.

Verboten wurd ich in der Schweiz, was blieb war des Vebotnen Reiz.

Als Absturz galt sogleich ein Kiffer – kein Vergleich zum Alki-Siffer...

Der Versuch mich zu erstehen, musste stets geheim geschehen.

Verkauft wurd ich mit Heroin, mit LSD und Kokain.

Es kamen jedoch andre Zeiten und ich begann mich auszuweiten.

Illegal, doch akzeptiert – im Volk hat sich das etabliert.

Gesetzlich sein wie Alkohol, wie Tabak, eih da wär mir wohl:

Im Mass genossen ein Genuss, Suchmittel nur bei Überfluss!

Ich weiss, dass manche mich missbrauchen, doch ich kann mehr

als nur süss rauchen

Ich wachse schlichtweg überall, Vielseitigkeit ist eh mein Fall:

Seile, Kleider und Papier stellte man einst her aus mir.

Als Papier schon ich die Wälder, und fülle gleich noch leere Felder.

Geerntet werd ich mehrmals jährlich, pflegen muss man mich

nur spärlich.

Ne Lösung also für die Bauern, die um die «guten Zeiten» trauern...

Auch im Haushalt bin ich nütze, da ich vor lästgen Fliegen schütze.

Gepflanzt auf Balkons oder Matten, spend ich nach kurzer Zeit

schon Schatten.

Auch seh ich heutige Gefahren, vor BSE könnt ich bewahren.

Denn meine Samen kann man füttern, ohne Hirne zu erschüttern.

Mein Leben läuft auf vielen Schienen, doch immer möcht ich jemand

dienen.

Bevor «Chemie» erfunden war, half ich den Kranken wunderbar:

Als Salbe kann ich Schmerzen lindern, bei Tieren ebenso wie Kindern.

Migräne, Brechreiz, «Frauenweh” bekämpf ich in der Form von Tee.

Beim Kochen/Backen in der Küche, verström als Zutat ich Gerüche.

Aroma schenke ich dem Brot, bin Abwechslung zum Weizenschrot.

Neu komm ich in Bergkäse rein, und schmecke dabei Gross und Klein.

Auch «süsse Leute” sind mir wichtig, mit Bonbons lieg ich da wohl richtig.

Vergänglich süss im Mund der Bengel, vergänglich sind auch meine

Stengel.

Wie Holz kann man die Resten brauchen, die ohne Gift beim Feuern

rauchen.

Wenn klappt, was ich schon lange hoff, werd ich in Zukunft zu Treibstoff.

Wenn manche mit dem Erdöl geizen, kann ich als Biomasse heizen.

Die Vielfalt scheint schon fast extrem, doch gibt es dabei ein Problem:

Den Grenzwert gilt es einzuhalten, sonst können plötzlich andre walten.

Sonst werd ich plötzlich konfisziert - wies in der Schweiz recht oft passiert.

Grenzen sind zwar recht sinnvoll, doch eines find ich gar nicht toll:

Ich tu beim Wachsen, was ich kann und bin trotzdem zu hoch stets dran.

Von Menschen wurd ein Wert bestimmt, der aufs Gewächs kaum Rücksicht

nimmt.

Selbst für normalen Beuteltee, besitz ich zuviel THC.

Zu ziehn das Fazit ist banal: Verschenkt wird mein ganz Potential!

Ihr Hanf

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sind in jedem guten Hanfladen erhältlich oder direkt bei:

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14 Hanf als Heilmittel

Lotti’s Briefkasten

*

Hang zum Hanf

Der nebenstehende Brief zeigt, wie wirkungsvoll Hanf

helfen und heilen kann. Leider erlaubt es das Schweizer

Betäubungsmittelgesetz immer noch nicht, dass Cannabis

vom Arzt verschrieben und vom Patienten ganz normal in

der Apotheke bezogen werden kann.

Vor die Entscheidung gestellt, ob man/frau lieber einen

einwandfreien Leumund behalten oder endlich eine Krankheit

mit Schmerzen verlieren will, wird verständlicherweise

letzteres gewählt und zum – illegalen – Heilmittel Hanf

gegriffen.

Dass der Gesetzgeber angesichts dieser Tatsache auf

dem Hanfverbot besteht, ist für die betroffenen Kranken

unbegreiflich. Wann outet sich endlich der erste Bundesrat,

dass er oder sie ein Hanf-Schlafkissen benutzt?

Lotti Loosli ist Inhaberin der Firma «fasch aus us Hanf»

in Brienz und hat sich mit der Herstellung innovativer

Hanfprodukte einen Namen gemacht. Sie verfügt über

langjährige Erfahrung in der medizinischen Verwendung

von Hanf und veröffentlicht im THB erstmals Briefe von

zufriedenen Kunden – Leuten, denen Cannabis geholfen

hat. Exklusiv für AbonnentInnen und GönnerInnen des

THB beantwortet Lotti Loosli alle Fragen zur Medizinalhanf-Verwendung.

Schreiben Sie an die Redaktion,

Stichwort «Hanf als Heilmittel».

Lieber L.P.

Vielen Dank für Ihren Brief und dass wir

ihn hier im THB veröffentlichen dürfen.

Es freut mich sehr, dass Ihnen die

Hanfsalbe geholfen und die Kniebeschwerden

spürbar

gelindert hat.

Ich hoffe, dass

ihre Schmerzen bald

völlig verschwunden

sind und wünsche

Ihnen weiterhin alles

Gute!

Lotti Loosli


Bambulé

15

Die beiden Reisenden, von den dieser Bericht stammt, besuchten

diesen Frühling fünf Wochen Indien. Der riesige Subkontinent

mit den über 1.1 Milliarden Einwohner ist ein Land der Gegensätze.

Das Landschaftsbild reicht von den strahlenden Tempeln

der Sikhs bis zum verschmutzten Strassenelend, in dem die

Ärmsten der Armen ihr Dasein fristen. Das grösste Problem bietet

die Überbevölkerung, denn Indiens Population hat sich von

1900–1990 verdreifacht und eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Abenteuer in Indien

In a Man's World

Indien hat 15 anerkannte Landessprachen,

mindestens weitere 24 stehen zur Diskussion

um Aufnahme. Hinzu kommen noch die

alten Sprachen wie Sanskrit und Urdu,

welche nur noch von Gelehrten beherrscht

werden. Die Frauen sind sehr benachteiligt

und vom gesellschaftlichen Prozess fast

ausgeschlossen, da weniger Bildung erhalten

und damit oftmals auch kein Englisch sprechen.

Noch heute muss der Vater für seine

Tochter dem Bräutigam eine Mitgift zahlen,

welche vom Motorroller über den Kühlschrank

bis zum Fernsehgerät reicht. Es

kommt leider regelmässig vor, dass man(n)

für Frauen einen «Küchenunfall» arrangiert,

nachdem die Mitgift einkassiert worden ist.

Solche Sitten schreien nach Frauen-Power, die

nun auch in Indien erwacht, wenn auch klein

und langsam. Organisationen wie z.B. SEWA

(Self Employed Women Association) bieten

den Frauen Rechtshilfe und zinsgünstige

Darlehen.

Gierig nach Göttern

Die Inder sind nicht nur sehr herzlich,

sondern auch sehr geschäftstüchtig – insbesondere

die Kaste der Sikh. Diese ehemalige

«Revolluzer-Kaste» versteht es am besten, die

Touristen nach Kräften zu schröpfen. Sämtli-

che Waren werden grundsätzlich völlig überteuert

angeboten und nach einigem Feilschen

zum Bruchteil des Preises überlassen. Auch die

Regierung weiss die devisenkräftigen Travellers

abzuzocken: Der Eintritt für den Taj Mahal

hat sich gegenüber letztem Jahr auf 50 Franken

verzehnfacht. Der ganzen Korruption und dem

Kommerz steht die indische Gläubigkeit

gegenüber: Überall schmücken Götterbilder

von Shiva bis Ganesha die Wände und Autos,

allerorts trifft man auf Tempel und Götterschreine.

Eine bedeutende Stadt der Hindu-

Religion ist Varanasi, die Stadt Shiva's. Diesen

Februar pilgerten Hunderttausende an Shivarati

(= Shiva's Fest) nach Varanasi, und alleine

an Kumbh Mela kamen 20 Millionen Menschen

ohne Zwischenfälle zusammen und

badeten an der heiligen Stelle, wo Ganges und

Yamuna zusammenfliessen.

Ein Vegi-Paradies

Für Vegetarier ist Indien das kulinarische

Paradies, ebenso für Liebhaber der «psychoaktiven

Küche»: Viele Restaurants bieten Speisen

mit dem Zusatz «Special» an, die mit Gras

(Hanf) zubereitet sind. Sehr beliebt ist auch

ein milchiger Yoghurt-Hanf-Drink, welchen

die Inder Bhang nennen. Offiziell ist Hanfkonsum

in Indien verboten und wird mit

schwersten Strafen oder hohem Bakshish

geahndet, nur den Saddus wird das Rauchen

als Ausüben ihrer Religion toleriert. Indien ist

eben ein Land der Gegensätze, was zwei von

uns selber erlebte Szenen veranschaulichen:

«Strenggläubige» Sikhs werfen sich nach dem

obligatorischen Bettag eine Minute nach

Mitternacht ein Steak rein und «heilige» Babas

rauchen Folie, um ihre «Erleuchtung» zu

erlangen. Dem Durchnittsinder bedeutet die

Religion aber alles, und er wird sich auch

streng an seine Gebote halten und mit Insbrunst

alle Rituale durchführen.

Kleines Hindu-Wörterbuch:

Namaste = Begrüssung &

Verabschiedung

Rupie = indische Währung

1000 R = ca. Fr. 43.–

Bhang lasi = Yoghurt-Hanf-Drink

Baba = Mann (Vater)

Danyabad

Chello

Acha

Bakshish

= Danke

= lass uns gehen

(let’s go)

= OK, gut

= Bestechungsgeld,

auch Almosen


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Spirits of Nature

17

Die vollkommene Welt, Teil 5

Eine Geschichte zur Besinnung in der Zeit des Erwachens

Der Kräutermann und Geschichtenschreiber

Patrick Michael Hunziker ist Inhaber der «Secret Nature GmbH»

in Thun und Kenner ethnobotanischer Pflanzen und Rituale.

Seine mehrteilige Geschichte «Die vollkommene Welt» erscheint zum

ersten Mal im THB öffentlich und wird auch in der nächsten Ausgabe

fortgesetzt.

Exklusiv für AbonenntInnen und GönnerInnen des THB

beantwortet er alle Fragen rund um die Verwendung von natürlichen

Gewächsen, von A wie Alraune über H wie Hanf zu Z wie Zornia

latifolia – Schreibt an die Redaktion, Stichwort «Spirits of Nature»

Fortsetzung

Wie der silberne Mond hinauf in den dunkeln

Nachthimmel steigt und die Berge und Täler

mit seinem hellen Licht erleuchtet, werde auch

ich in dieser Nacht auf den Gipfel des Berges

der Erkenntnis steigen und meine Erleuchtung

finden, dachte sich Joshua. Das ist der Weg, der

mich zu meinem Ziel führt, zu den Weisheiten

des Lebens. Dort werde ich die Antworten auf

meine Fragen an das Leben finden.

Joshua bemerkte, wie er begonnen hatte, in

seine Gedanken zu versinken und versuchte sich

gleich wieder zu sammeln. Jetzt stehe ich noch

hier, dachte er und schaute erneut den breiten

Hang hinauf zum mächtigen Berg der Erkenntnis.

Noch immer lockte dieser und zog ihn wie

magisch zu sich hin. Joshua glaubte zu wissen,

wohin ihn sein Weg führen sollte, aber in

seinem Herzen spürte er nur ganz deutlich, dass

er gehen musste und genau jetzt in diesem

Moment der grosse Augenblick zum Aufbruch

gekommen war.

Dies ist der erste Schritt auf dem Weg, um

dem Ziel näher zu kommen, überlegte er für

sich. Sein Herz schlug ihm stark und freudig in

der Brust. Er atmete noch einmal ruhig und tief

durch und wollte sich auf den Weg machen, da

hörte er hinter sich die vertraute Stimme seiner

Mutter rufen: «Joshua, warte!»

Die Worte klangen friedlich und besorgt

zugleich und Joshua drehte sich verwundert um.

Seine Mutter Sophia kam ihm entgegen gelaufen

und, als sie vor ihm stand, schloss sie ihn

ganz zärtlich in ihre Arme. Auch sein Vater war

nun gekommen und hinter ihm im Schatten der

Dunkelheit stand Melissa. Ihre Augen glänzten

im Mondlicht, als sie ihm entgegenblickte.

Sie alle wussten, welches Vorhaben Joshua

in Angriff nehmen wollte, nicht nur weil er mit

Melissa am See darüber gesprochen hatte. Es

liegt am Wesen und in der Natur des Menschen,

in sich und um sich nach den Wahrheiten und

nach einem Sinn und Zweck im Leben zu

suchen.

Der Abschied

«Irgendwann bricht ein jeder auf zur grossen

Suche nach der Wahrheit und nach dem Sinn in

seinem Leben, Joshua!» begann sein Vater

Larzius in sanften, tiefen Worten seine Abschiedsrede.

«Manche Menschen gehen dabei

den Weg durch die Gedanken und finden im

vollkommenen Bewusstsein, in der geistigen

Klarheit und Ruhe zu ihrem Ziel. Andere, wie

du, Joshua, gehen den Weg mit ihrem Körper

über die Mutter Erde und finden die Erkenntnisse

und Wahrheiten in den Geschehnissen der

Welt.»

Joshua lächelte liebevoll und winkte ab: «Ich

will doch in dieser Nacht nur auf den Gipfel des

Berges der Erkenntnis steigen und nicht die

Weiten der ganzen Welt erkunden,» entgegnete

er ihm. «Sobald ich mein Ziel erreicht und dort

meinen Wissensdurst gestillt habe, werde ich

sogleich zurück kehren und wieder bei euch

sein!»

Larzius fuhr fort und sah Joshua dabei tief

in die Augen: «Nicht ein Ziel zu erreichen ist

der Sinn, Joshua, sondern der Weg zum Ziel

wird dir das Leben und die Weisheiten offenbaren!

Merke Dir das, Joshua, und lebe stets im

Augenblick, an der Spitze des Moments, am

Ziel der Ziele!»

Ruhig legte er seine grossen Hände auf die

schmalen Schultern von Joshua. «Mein Sohn,

ich werde auf deiner Reise mit meinen Gedanken

bei dir sein und mein Geist wird über dir

wachen, sei es bis morgen früh oder für den

Rest meines Lebens!» Sanft zog er Joshua zu sich

hin und drückte ihn an seine Brust.

Joshua wurde es merklich warm ums Herz

und er spürte, wie die tiefe, gütige Herzensliebe

seines Vaters durch seinen Körper strömte. In

den gesprochenen Worten des Vaters, hallte der

Klang der Weisheit immer noch nach. Erst jetzt

hatte Joshua erkannt, auf welches Abenteuer er

sich eingelassen hatte und dass er vielleicht

nicht schon am nächsten Tag wieder in Taurin

eintreffen würde. Doch darüber wollte er sich

nun keine Gedanken mehr machen, welche ihn

nur unnötig schwächen würden. Er fühlte, wie

alles seinen natürlichen Lauf genommen und

ihn bis hier her geführt hatte:

Er erinnerte sich an die Gespräche mit Melissa

unten am See der Trauer, an den Regentanz

der Zitronenfalter, wie sie ihn zu der heiligen

Eiche wiesen, wo er Energie und Willenskraft

gesammelt hatte. Er sah noch einmal zum

leuchtenden Mond hinauf, welcher schon weiter

in den Nachthimmel hinaus gezogen war und

er erinnerte sich nochmals den weisen Offenbarungen

seines Vaters.

War nicht auch hier der Weg, auf dem er

fortwährend schon gegangen war und der ihn

bis in diesen Moment geführt hatte? War nicht

auch hier das Ziel, das er mit einem erkennenden

Gedanken erreichen konnte, hier die

Wahrheit und der Sinn des Lebens?

Joshua war sich sicher. Er hatte einen Strahl

der Weisheit und den Weg ins Glück entdeckt.

Jetzt wollte er sich zu diesem Licht hinwenden

und ihm entgegen gehen.

Er löste sich von seinem Vater und dankte

ihm ehrvoll aus seiner tiefsten Seele. Noch

einmal umarmte er zum Abschied seine geliebte

Mutter, welche ihm noch zwei runde, weiche

Fladenbrote zusteckte und ihm ein liebevolles,

stolzes wie trauriges Lächeln mit auf den Weg

gab. Dann wandte er sich Melissa zu und

schaute in ihre hellen, leuchtenden Augen. Sie

hob langsam ihre Hand und legte sanft ihre

Finger auf seinen Mund:

«Sag jetzt nichts, Joshua, ich habe dich

schon lange verstanden! – Sei achtsam und

unbekümmert auf deiner Reise und schau dich

um, nach den Zeichen der Zeit, sie werden dich

führen! Und folge immer deinem Herzen,

Joshua, so wirst Du das Glück und den Frieden

der Seele finden!»

Fortsetzung im nächsten THB


18 Hanf inteam

Interview mit

Thomas

Stucki,

Allrounder

Thuner Hanf

Center

Du arbeitest seit Mai 2000 bei der «Genossenschaft THC». Wie bist Du

ans Thuner Hanf-Center gekommen?

Durch Bruno Schmid, den ich damals schon persönlich kannte.

Ich übte gerade einen Gelegenheitsjob als Dackdecker aus, und war

um eine weniger lebensgefährliche Arbeitsumgebung sehr froh.

Was hast Du vor dem THC, resp. dem temporären Dackdecken gemacht?

Ich habe eine Lehre als Radio-Fernseh-Elektriker gemacht.

Anschliessend habe ich noch zwei Jahre auf dem Beruf gearbeitet

und bin danach viel gereist, in Asien und «hie umenang».

Gibt es Dinge im THC, die Dir nicht gefallen, die Du ändern möchtest?

Nö – aber etwas mehr Lohn ist natürlich immer willkommen…

Welche Hanfprodukte gebrauchst Du privat?

Ich benutze Hanfpapierli für meine selbstgedrehten Kräuterzigaretten,

Textilien, Haushaltsschnur, Kosmetik und Heilungsprodukte aus

Hanf.

Wann war Deine erste Begegnung mit Hanf?

Das war mit 13 Jahren: Ich war an einer kleineren Privatparty in

einem geschlossenen Raum, wo einige Leute am Kiffen waren. Später

beim Verlassen der Party merkte ich, dass ich wohl total passiv bekifft

war – ich hatte ein Riesenflash.

Du bist seit dem 26.12.2000 Vater eines Jungen. Wie heisst er?

Er heisst Elias und ist ein göttliches Geschenk; ich könnte ihn

stundenlang «aaluege u knudle».

Hast Du neben dem Vatersein jetzt noch Zeit für Hobbies?

Auf diese Frage wusste ich noch nie, was antworten… na ja Lesen,

meistens aufklärende Literatur über Kulturen, Philosophie, Mysterien,

neue Energie und so.

Wie sehen Deine, beziehungsweise eure, weiteren Zukunftspläne aus?

Den Sommer geniessen, in den Schadau-Park baden gehen und dann

auch wieder einmal auf Reisen gehen, wenn Elias etwas älter ist. Es

muss ja nicht immer Fernost sein…

Unsere Standard-Schlussfrage: Was wünscht Du Dir und der Welt?

Ich wünsche mir, dass wir der Wahrheit ins Gesicht sehen können,

dass wir die Oberflächlichkeit der «heilen Welt» voller bunter

Werbung und blutigen Nachrichtenthemen überwinden. Wir müssen

lernen, die Probleme an der Wurzel zu packen, anstatt Symptombekämpfung

zu betreiben.

Interview mit

Tünde Kovacs,

Inhaberin Herbaria 3C, Zürich

Tünde Kovacs klingt exotisch – Woher kommt

der Name?

Der Name ist typisch ungarisch. Ich stamme

aus der Region Siebenbürgen im Westen

Rumäniens, wo seit jeher ungarische und

deutsche Minderheiten leben. Mitte der

Siebziger Jahre ist meine Familie in die

Schweiz geflüchtet.

wir aus unseren reinen Sorten Hanf-Stecklinge

zum Verkauf und kreieren angepasste

Kreuzungen für unser Schweizer Klima.

Was hast Du vorher gemacht?

Ich war als Verwaltungsassistentin (Sachbearbeiterin

würde man in Privatwirtschaft sagen)

bei der kantonalen Verwaltung angestellt.

Du hast herbaria 1996 mitbegründet. Ein

kurzer Firmenbeschrieb für unsere Leser?

Wir wollen die Erhaltung traditioneller

Hanfsorten sichern. Dazu unterhalten wir

eine Samenbank mit Original-Hanfsorten aus

den Ursprungsländern, die jedem Hanf-

Züchter einmal eine genetisch einwandfreie

Grundlage garantieren soll. Um die aufwendige

Samenbank zu finanzieren, produzieren

Wie bist Du zur Hanfbranche gekommen?

Anfangs ziemlich «klischeemässig», nämlich

durch meinen Freund Hannes, der selber ein

leidenschaftlicher Hanfpflanzer ist und seine

Genialität in unsere Züchtungen einbringt.

Ausserdem haben uns Andu Stafforte und

seine Mitarbeiter vom Growland/Hanflädeli

Bern zum Anfang mit Material und Wissen

unterstützt.


Hanf inteam

19

Man könnte aber auch sagen: Der Hanf liegt

mir in den Genen. Nachdem meine Mutter

das erstemal unsere Hanfpflanzen gesehen

hat, erzählte sie mir, dass meine Grosseltern

in Rumänien Hanfbauern waren. Da erklärte

sich auch der eigenartig süssliche Geruch, der

mir jedesmal in die Nase stieg, erinnerte ich

mich an den Bauernhof meiner Grosseltern

zurück.

Der ausgefallene Plüsch-Stand

von «Herbaria» an der

CannaTrade-Hanfmesse, 2./3. März 2001.

Tünde als Mitglied des Organisationskomitees an

der «Hanftagung Hergiswil», 14./15. Jan. 2001.

Was gefällt Dir bei Deiner Arbeit besonders?

Es ist ein gutes Gefühl, seine Arbeitszeit

sinnvoll zu verbringen und etwas zu machen,

hinter dem man stehen kann. Für den Hanf

zu arbeiten bedeutet für mich, meinen Teil

dazu beizutragen, damit der «Verleumdungshorror»

über diese Pflanze aus dem vergangenen

Jahrhundert richtig gestellt wird.

Ausserdem macht es mir riesig Spass in dieser

unkonventionellen, oft schrägen Branche

mitzuarbeiten. Wir sind die «new green

economy» der Schweiz.

Du warst im Organisationskomitee des

«Hanf-Week-End Hergiswil» dabei, wo Mitte

Januar rund 40 Hanfaktivistinnen und

-Unternehmerinnen auf privater Ebene zu

Diskussionen zusammenkamen. Worum ging's?

Wir hatten zum Ziel, die Hanfaktivisten an

einen Tisch zu bringen, um für hängige

Projekte und Probleme gemeinsam Lösungsansätze

zu finden. Alle Beteiligten wissen,

dass die Hanfbranche enormes Potential hat

und dass zusammen eine grössere Schlagkraft

erreicht wird, aber es fehlt an der Koordination.

Und damit die Teilnehmerinnen auch

über das Erarbeitete schlafen konnten,

organisierten wir statt einer Sitzung eine

zweitägige Wochenend-Tagung.

Hat die Hanf-Tagung konkrete Ergebnisse

gebracht?

Eine Arbeitsgruppe hat optimierte Strukturen

für die Schweizer Hanfkoordination SHK

ausgearbeitet, welche an deren Generalversammlung

im Mai eingebracht werden. Die

neuen Strukturen wünschen grössere Räumlichkeiten

für das SHK-Büro, mehr Stellenprozente

und die Bildung von Regionalsektionen.

Sobald die Strukturen durch die

Mitglieder der SHK genehmigt sind, wird

mit dem Ausbau begonnen.

Kommen wir zu etwas persönlicheren Fragen:

Welche Hanfprodukte gebrauchst Du privat?

Wenn nötig, Hanf-Sportsalbe bei Muskelverspannungen

und Hanf zur Medikation gegen

die Auswirkungen von Stress, welchen die

Führung eines stetig wachsenden Betriebs mit

sich bringt. Wir kämpfen ja nicht nur mit

den «normalen» Alltagsproblemen, wie z.B.

rentabel zu sein, sprich alle Aufwendungen

bezahlen zu können. Hinzu kommt das

Brachenrisiko. Solange von den Politiker nur

positive Anstösse kommen, aber nicht dafür

gesorgt wird, dass sich die Behörden entsprechend

verhalten. Sind wir der behördlichen

Willkür ausgeliefert.

Hast Du Hobbies?

Ich habe mein ganzes Herz dem Hanf

verschrieben. Ansonsten habe ich zwei Hunde

und zwei Katzen, philosophiere, lese, streite

gerne mit meinem Freund und der Rest ist

nicht jugendfrei.

Wie sehen Deine Zukunftspläne aus?

Ein Zukunftsziel ist sicher, Hanf zu legalisieren

– und weiser werden.

Muss man/frau als Hanfunternehmerin wegen

der zu erwartenden Mehrkonkurrenz nicht

vielmehr Angst vor der Legalisierung haben?

Nein. Das ist Unsinn. Man muss keine Angst

vor Konkurrenz haben, solange man etwas

Eigenes schafft. Qualität und Know How

sind nicht so leicht zu kopieren.

Möchtest Du einmal Kinder haben?

Ich habe ja schon deren neun: Zwei Hunde,

zwei Katzen und fünf Angestellte. Nein, im

Ernst kann ich mir allenfalls vorstellen, ab 40

Jahren ein oder zwei Kinder zu adoptieren.

Wie gefällt Dir das «Thuner Hanfblatt»?

Hast Du Kritik?

Meine ehrliche Kritik: Mir kommt das THB

immer noch ein bisschen als «Firmenblatt»

des Thuner Hanf-Centers daher und ist

national zu wenig verankert, aber die Ansätze

sind auf jeden Fall sehr schön. Bemerkenswert

sind die interessanten Interviewpartner

wie Alexander Tschäppät – weiter so!

Und noch die Standard-Schlussfrage: Was

wünscht Du Dir und der Welt?

Ich, persönlich, bin beinahe wunschlos

glücklich, nach diesem positiven Anstoss vom

Bundesrat in Sachen Hanf zu Beginn dieses

Monats. Für die Welt habe ich Millionen

utopischer Wünsche: Liebe, Freiheit,

Toleranz, Offenheit, Natürlichkeit, Verantwortung,

Weitsicht usw. Das Magazin würde

nicht ausreichen, um alle aufzuzählen.

Der Schweiz wünsche ich mehr Selbstbewusstsein.

Die Schweizerinnen können

stolz darauf sein, was sie sich geschaffen

haben - Ein bisschen Stolz und gesundes

Selbstvertrauen, in Sachen Verhandlungen

mit der EU, wäre nicht schlecht.


Öffnungszeiten:

Montag – Freitag 10.00 – 18.45

Donnerstag Abendverkauf bis 21.00

Samstag 10.00 – 16.00

Besucht das «THC»:

Genossenschaft Thuner Hanf-Center

Obere Hauptgasse 9 • 3600 Thun • Tel. 033 222 09 19 • Fax 033 221 41 89

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CannaSwissCup 1998, eignet sich durch Ihre kurze

Blütezeit auch sehr gut für Innenkulturen. Walliser Queen

wurde seit 1971 natürlich selektioniert und verwöhnt mit

aromatischem Geruch sowie üppigen Blütenständen.

Red Valais ist eine purpur-malvenfarbene Sorte mit

unendlichen Nuancen. Diese sehr ästhetische Sorte ist

optimal an das Schweizer Klima gewöhnt und als

Frühblüher auch für die Innenkultur geeignet.

Alp King eine Kreuzung aus Afghan und Skunk, wurde

seit 1996 der alpinen Schweizer Witterung angepasst.

Der Spätblüher besitzt mittelgrosse Blütenstände und

verströmt ein fesselndes Aroma. Alp King gewann den

2. Preis des CannaSwissCup 1999.

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News&Events

23

Aufregung um Hanfsamen-

Buch in Frankreich:

Wann fällt die Repression

im Westen?

In Frankreichs Medien war in den letzten

Wochen viel vom grünen Kraut zu lesen.

Grund dafür war der Pariser Landwirtschaftssalon,

zu welchem auch der Walliser Hanfpionier

und Landwirt Bernard Rappaz eingeladen

worden war. Bereits bei der Einreise

am französischen Zoll wurden des Bauers

Hanfprodukte wie Hanf-Massageöl und

Hanfbier blockiert. Rappaz musste die Ausstellung

ohne seine bekannten «Valchanvre»-

Produkte bestreiten und in einem Pariser

Laden nach Alternativen suchen. Doch damit

nicht genug des Ärgers: Die Austellung in

Paris war kaum über die Bühne, da interventierte

eine Brigade Polizisten der Drogenbehörde

am Stand der Hanfaussteller. Die

Polizisten fotografierten den Stand penibel

und beschlagnahmten sogar 1000 Exemplare

eines angebotenen neuen Hanfbuches, als

handle es sich um ein Betäubungsmittel.

Stein des Anstosses waren kleine Säcklein mit

Hanfsamen, die dem neuen Buch «Pourquoi

& comment cultiver du chanvre» (Warum

und wie Hanf kultivieren?) beigefügt waren.

Lang lebe die Pressefreiheit

Die Hauptautorin des Werkes, die Französin

Michka, welche mit dem neuen Werk bereits

ihr neuntes Hanfbuch verfasste, erhielt während

des Polizeibesuches unerwartete Schützenhilfe:

Eine Delegation der Grünen Partei

Frankreichs war ebenfalls an der Ausstellung

vertreten und zeigte sich solidarisch mit den

HanfaktivistInnen. Der prominente Grünen-

Politiker Danis Baupin mischte sich in die

Diskussion mit der Polizei ein und sprach

sich vor der Presse vehement gegen die französische

Repression aus. Baupin erklärte, dass

in Frankreich mindestens vier Millionen

Menschen Cannabis konsumieren, und dass

sich nie eine vernünftige Diskussion entwickeln

könne, solange der Staat jeden ins

Gefängnis stecke, der ein Hanfblatt auf dem

T-Shirt trage. Die gallischen Medien, inklusive

die populären Zeitungen «Le Figaro» und

«France Soir», griffen das Thema sofort auf

heizten die Cannabisdebatte in Frankreich

wieder an. Was übrigens die am Zoll blockierten

Waren angeht: Der betroffene Aussteller

und Mit-Autor Rappaz überlegt sich, den

französischen Zoll wegen Verdienstausfall zu

verklagen.

«Zahlen»

87'000 SchweizerInnen kiffen täglich, war

Mitte Februar in allen Medien zu vernehmen,

beim renommierten Zürcher «Tagi» stand's

gar auf der Titelseite. Dies ergab eine repräsentative

Umfrage der schweizerischen Fachstelle

für Alkohol- und andere Drogenprobleme

(SFA), an der 1600 Personen im Alter

zwischen 15–74 Jahren befragt wurden. Die

Hälfte aller Befragten ist für eine vollständige

Cannabis-Legalisierung nach dem Vorbild

von Tabak und Alkohol. Eine knappe Mehrheit

von 51% findet zudem, dass der Hanfkonsum

nur für Volljährige gestattet werden

sollte.

«Zitate»

«Kiffen macht unfrei», war auf einer Protesttafel

von Hanfgegnern während der

CannaTrade-Messe in Bern zu lesen. «Arbeit

macht frei» war früher auf Torbogen deutscher

KZs eingraviert – ein Vergleich drängt

sich leider auf. Sind den Hanfgegnern

mittlerweile alle brauchbaren Argumente

ausgegangen, dass sie eine solch zweideutige

und belastete Parole aufgreifen müssen? Die

Redaktion des «Thuner Hanfblatt» wird sich

erlauben, dem Präsidenten der betroffenenen

Anti-Drogenvereinigung künftig ein Gratisheft

zu senden, damit sich dieser ein etwas

fundierteres Bild vom Thema machen kann.

Agenda – Da ist was los:

29.3–1.4.2001: «Oeko-Paracelsus»-Messe in Zürich: Wieder mit Hanf-Warenhaus

von Läden der Schweizer Hanf-Koordination. Infos unter www.oeko-paracelsus.ch

5.5–6.5.2001: «Highlife»-Cup in Utrecht/NL: Zum vierten Mal feiern die Holländer Ihren

Indoor-Cup mit einer grossen Ausstellung. Mehr Infos unter 0031 (0)73 5498 112

24.8–26.8.2001: «CannaBusiness»-Messe in Castrop Raxel/D: Die grosse teutonische

Hanfmesse auf fast 3500m2. Sehr viele Infos mehr unter www.cannabusiness.com

???? 2001: «Frieden für Hanf» Bern: Die grosse Manifestation für Hanf unter dem Patronat

der Schweizer Hanf-Koordination findet definitv diesen Herbst statt: Infos unter

www.crudeness.ch / Ort: Bundesplatz Bern


24 Kultur&Sounds

3. Schweizer Hanftage:

Alle lieben die «CannaTrade»

Am 2. und 3. März erlebte Bern mit der

«CannaTrade»-Messe die erste internationale

Fachausstellung über Hanf auf

Schweizer Boden. Über 60 Aussteller aus

neun Ländern boten in alten grossen

BEA-Halle ihr Angebot feil. Damit nicht

genug: Die Ausstellung war nur ein Teil

des Programms, denn der Gesamtanlass

lief unter dem Titel «Schweizer Hanftage»

und beinhaltete neben der Messe auch

politische Podien sowie den «Canna-

SwissCup». Das Publikums- und Medien-

Interesse für das Happening waren

beachtlich: 4488 Tickets wurden verkauft,

8 Fernsehstationen sandten Kamerateams

und 15 Printmedien waren vertreten.

Die 3. Schweizer Hanftage:

Viele Infos

Am Freitag Morgen 10.00 Uhr öffnete die

«CannaTrade»-Messe ihre Tore. Eine Stunde

später fand in der Galerie die Pressekonferenz

zum Anlass statt, wo sich nicht nur die

geladenen Medien, sondern sogar einige

Hanf-GegnerInnen mit Transparenten zum

Demonstrieren eingefunden hatten. Organisiert

vom «Dachverband abstinenzorientierte

Drogenpolitik», teilten die wenigen Demonstranten

ihre Sorge mit, die Cannabislegalisierung

führe ins Drogenelend. Dieser –

durchaus legitime – Auftritt von besorgten

Bürgern sollte der Hanfbranche ein deutliches

Zeichen sein, dass noch sehr viel Aufklärungsarbeit

zu leisten ist und öffentliche

Anlässe wie diese «Schweizer Hanftage» mit

politischer Tagung dringend nötig sind.

Die CannaTrade:

Viele Produkte

Die Messe selber präsentierte die ganze

Vielschichtigkeit von Menschen, Läden und

Produkten, welche die europäische Hanfbranche

so interessant (und zuweilen

unberechenbar) macht. Von den herausgeputzten

und mit weissen Standard-Messemöbeln

versehenen Growing-Ständen bis zu

den klischeehaften verfreakt-verrauchten

Pharaphernalia-Buden war alles anzutrefen.

Neben den Ausstellern präsentierten sich den

Besuchern auch das Hanf-Restaurant, die

Hanf-Bar, ein Hanf-Lehrpfad durchs «Hanffeld»

sowie mehrmals eine Modenschau mit

hanfigen Stoffen. Dazu fanden in der Galerie

diverse Hanf-Vorträge statt und regelmässig

wurden Filme gezeigt. Und obwohl bereits

schon zwei Tage Ausstellung bei den Beteiligten

viel Kraft abforderten, konnte man bei

Aussteller und Besucher die Gedanken

spüren: Ja, wir wollen mehr!


Kultur&Sounds

25

Der CannaSwissCup:

Viel Hanf

Am Samstag Abend ging dann der traditionelle

«CannaSwissCup» über die Bühne:

Zwölf Hanfpflanzer und Landwirte waren

nominiert für den Preis ums beste Schweizer

Feldkraut der Hanfernte 2000. Die Pokale für

die ersten drei Plätze konnte Stargast Polo

Hofer allesamt in die Romandie vergeben:

Die Firma Cannatech, der Landwirt Marcel

Challandes und Valchanvre-Chef Bernard

Rappaz durften sich an den Auszeichnungen

erfreuen. Der CannaSwissCup fand heuer

bereits zum dritten Mal statt, nach 1999 im

Stufenbau Ittigen und 2000 in Biberist.

Erfreulich für die Organisatoren dürfte auch

die Tatsache sein, dass alle Anlässe bisher

ohne jegliche Zwischenfälle abgelaufen sind.

Somit dürfte klar sein: Während man um

die «Expo» noch bangen muss, finden die «4.

Schweizer Hanftage» 2002 garantiert statt…

Gast-Moderator Polo Hofer am «CannaSwiss Cup»

Die GewinnerInnen

der ersten drei Plätze

Die Gewinner des CannaSwissCup 2000/2001

1. Rang:

Cannatech, Alexandre Peverada,

1442 Montagny/Yverdon mit «Fraise»

2. Rang:

Marcel Challandes,

2043 Boudevilliers mit «Fraise»

3. Rang:

ValChanvre, Bernard Rappaz,

1920 Martigny mit «Alp King»

CannaMix, Urs Uehlinger, 8200 Schaffhausen mit «Mille Metri»

Hanf Housi, Hans Studer, 3303 Jegenstorf mit «Silver Diamond»

Chanvre Info, André Fürst, 1592 Clavaleyres mit «Tibet libre»

Coniv GmbH, Jürg Augstburger, 7017 Flims-Dorf mit «Mung»

Daroda Pflanzen AG, David Bottlang, 5608 Stetten mit «Goldblüte»

Genossenschaft Enetbrugg, Markus Walther, 8475 Ossingen mit «Edelweiss»

Hof Mattacher, Elmar Burch, 6062 Wilen mit «Ma»

Speed-Weed, Yves Boder, 3250 Lyss mit «Pink Skunk»

Swiss-Hemp, Hansruedi Allemann, 4538 Oberbipp mit «PCM»


Bong – Bong – Bong

Elegante und spezielle Glasbongs

in vielen Variationen findest Du im Thuner

Hanf-Center, bereits ab Fr.29.–

Das THC-Team

freut sich auf

Deinen Besuch!

Genossenschaft Thuner Hanf-Center

Obere Hauptgasse 9 • 3600 Thun • Tel. 033 222 09 19 • Fax 033 221 41 89


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