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hemptimes.ch

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Nr. 6 frühling 2003

Informationsblatt über Hanf, Hanfprodukte und Hanfkultur

CHF 5.– Edition d

www.hemptimes.ch

Hanf ist nicht zu bremsen

(K)Ein Joint mit…

Kurt Aeschbacher

hemp history:

Hitler’s Hanfarmee

hanf szene:

CannaTrade.ch 2003


Uf Räge schynt d’Sunne

hemp news

Schweiz: Neue Razzien anstatt

Nationalratsdebatte 4

Ausland: (K)Ein Pardon mit

Hanfaktivist 5

comics

Neulich im Hanfbüro: Das Comic

über und mit der Schweizer

Hanfszene 7

legalize it

Neues aus der CSC/SHK:

Aktionen in Basel und Bern 8

(K)Ein Joint mit… Moderator und

Talker Kurt Aeschbacher 10

hemp history

Hitler’s Hanfarmee: Was nicht

im Geschichtsbuch steht 14

growing

Frühling: Tipps zur erfolgreichen

Geschlechtertrennung 16

hemp game

Titelbild: Stefan Maurer

Das Kreuzworträtsel: Sorgt stets

legal für rauchende Köpfe 21

der report

Zu Besuch bei Jurop: Zwei

Brüder mit einer Weltneuheit 22

cannaisseurs

Krieg oder Frieden: Ade, gesunder

Menschenverstand!? 26

hanf szene

CannaTrade.ch: Unser Bericht

zur Hanffachmesse 2003 29

Aufsteller & Ablöscher; Aus der

Luft gegriffen; Die lustige Hanfmontage

33

spirits of nature

Die vollkommene Welt: Teil 12

der besinnlich-spirituellen

Geschichte 35

libertez rappaz

Der Alpen-Gandhi: Bernard

Rappaz im Portrait, Teil 3 37

hanf inteam

Interviews mit MitarbeiterInnen

aus Betrieben der Schweizer

Hanfbranche 38

dr. hanf

Lotti’s Briefkasten: Erfahrungen

und Ansichten zu Hanf als

Heilmittel 41

culinarium

War Jesus ein Cannabisjünger?

Die Kirche und ihre Drogen 43

hemp events

Hanflotto: Eine kleine Rückschau;

Events-Agenda 45

die letzte

Swiss Hemp Times: In eigener

Sache; Impressum 46

Eigentlich möchte ich einem hanfitorial

lieber die Highlights der vorliegenden

Ausgabe antönen, anstatt

über die aktuelle Situation zu wettern.

Denn dieses Heftli hat’s wieder

in sich: Da wären das Interview mit

Moderator Kurt «Aeschbi» Aeschbacher

ab Seite 10 zu erwähnen oder

der ausführliche Bericht über die

CannaTrade.ch-Hanfmesse ab 29.

Auch die «hemp history», die sich in

die tiefen Abgründe nationalsozialistischer

Hanfwirtschaft zu berichten

vorwagt, möchte ich zur Lektüre

empfehlen. Und nicht zu vergessen

die wertvollen Anbautipps unseres

unermüdlichen Gärtnerteams auf

den Seiten 16/17, die so manches

Hanfstaudenleben verlängern und

verschönern können.

Ach ja, jetzt bin ich vor lauter

Schwärmen gar nicht zum meckern

gekommen. Ich wollte doch ursprünglich

hier einen Bush-Witz notieren

und mich über Krieg, Repression,

Unrechtsstaat, Konsumgeilheit

und Kurt Wasserfallen auslassen. Ich

wollte schreiben, dass es vielen Leuten

enorm stinkt, wie die hanfpolitische

Lage immer noch aussieht. Da

werden Schicksale von Menschen

mit Füssen getreten, nur weil diese

Hanf konsumieren oder verkaufen –

und die Politik lässt dies noch immer

zu. Über dies zu schreiben ist nötig.

Aber es ist auch nötig zu wissen, dass

die Dunkelheit nicht schwindet,

wenn man sich über sie aufregt. Entweder

akzeptiert man diese oder

man zündet ein Licht an. Dann gibt

es noch das alte Berner Lied «Nachem

Räge schynt d’Sunne», und das

soll erst einer widerlegen.

Ich wünsche Euch viel Spass mit dieser

Ausgabe Nr. 6 der «Swiss Hemp

Times» und uns Allen einen wunderschönen,

friedlichen Frühling!

Willi Blaser, Chefredaktor

hanfitorial

frühling 2003

swiss hemp times

3


hemp news

swiss hemp times

frühling 2003

4

Januar

Razzien anstatt

Nationalratsdebatte

News Schweiz & Welt

Die hanfigen Nachrichten der vergangenen drei Monate schweiz- und weltweit.

Im Internet sind die News unter www.hemptimes.ch und www.hanfarchiv.ch zu finden.

Es wurde allgemein erwartet, dass

sich der Nationalrat in der Frühlingssession

mit der Revision des Betäubungsmittelgesetzes

befasst und damit

auch ein politisches Zeichen an

die Exekutivbehörden sendet. Aber

dies wäre ja zu schön gewesen und

deshalb wurde das Geschäft wiederum

verschoben - diesmal definitiv

auf die Sondersession im Mai. Ab

dem 7. Mai beginnt der Nationalrat

mit der lang erwarteten Diskussion

und wird die Vorlage wahrscheinlich -

wenn auch weniger deutlich als der

Ständerat - annehmen. Allerdings

gibt es wohl einige Neuerungen in

den Gesetzestexten durch den Nationalrat,

weshalb das Geschäft im sogenannten

«Differenzbereinigungsverfahren»

zur Abgleichung nochmals

im Ständerat eine Kurve macht. Somit

vergehen bis zur endgültigen Annahme

durch den Nationalrat nochmals

mehrere Monate; dies als die

schlechte Nachricht. Die gute Nachricht

dabei ist, dass die Gesetzesvorlage

überhaupt noch existiert. Denn

es gibt Kräfte im Parlament, die das

Geschäft am liebsten zum Teufel

schicken möchten. So der als drogenpolitischer

Hardliner bekannte Berner

Polizeidirektor Kurt Wasserfallen,

dessen Rückweisungsantrag

allerdings von der zuständigen Kommission

des Nationalrates deutlich

abgelehnt wurde. Derweil sich die

Politik im Kreise dreht, waren wieder

zahlreiche Hanfbetriebe im ganzen

Land die Opfer der anhaltenden

Repression. Paradox: Unter der

Bundeshauskuppel erörtert man im

breiten Konsens das neue Gesetz

aber lässt es zu, dass weiterhin unkriminelle

Familienväter und -mütter zu

drakonischen Bussen und mitunter

auch Haft verknurrt werden, nur weil

sie mit Hanf geschäften. Lange kann

und darf dieses doppelmoralische

Spiel nicht so weitergehen, denn diese

Situation ist eines demokratischen

Rechtsstaates unwürdig.

Februar

Hanffachmesse

CannaTrade.ch in Bern

Auf der Titelseite der Gratismedien:

CannaTrade.ch

Vom 28.2. - 2.3.03 fand in Bern die

internationale Hanffachmesse «CannaTrade.ch»

statt.Wiederum auf dem

BEA-Gelände logierend, lockte die

Messe rund Zehntausend Besucherinnen

und Besucher an. Flankiert

wurde der Event durch Podien, Vorträge

und Diskussionen im Rahmen

der «Schweizer Hanftage» sowie am

Samstag Abend durch den «Canna

Swiss Cup», an dem der beste Hanf

der letztjährigen Ernte prämiert wurde.

Zwar sorgte das von der Polizei

veranlasste Weiss-Sprayen (fast) aller

Hanfpflanzen für allgemeines Kopfschütteln,

konnte aber der allgemeinen

Freude auch keinen Abbruch

tun. Einen detaillierten Bericht zur

CannaTrade.ch 2003 gibt’s ab Seite

29 in der Rubrik «hanf szene».

März

Rundumschlag gegen

Tessiner Hanfszene

Mitte März führte die Tessiner Polizei

eine Grossaktion gegen die lokale

Hanfbranche durch. Bei Razzien in

Hanfläden und in Plantagen der Region

Lugano und Chiasso wurden

zentnerweise Hanf, darunter 8400

Pflanzen, beschlagnahmt. Während

dem Rundumschlag wurden 13 Personen

wegen Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz

festgenommen,

drei von wurden in Untersuchungshaft

gesetzt. Bei der Aktion,

von der Polizei sinnigerweiser

«Indoor» genannt, waren neben 50

Polizisten auch der Kantonsapotheker

sowie Chemiker und Spezialisten

aus dem Justizdepartement im Einsatz.

Laut Polizeiangaben wurden

verschiedene Geräte zum Anbau

und zur Bearbeitung der Hanfpflanze

sowie zahlreiche Setzlinge sichergestellt.

In Zukunft werden voraussichtlich

noch weitere Razzien folgen.

Den Tessiner Behörden ist der

Cannabis-Boom schon seit längerer

Zeit ein Dorn im Auge. Die Südschweiz

gilt als Mekka der Kiffer, allein

in der Grenzstadt Chiasso gibt es

20 Hanfläden. Staatsanwalt Antonio

Perugini schätzt, dass das Tessiner

Hanf-Business einen jährlichen Umsatz

von über einer Milliarde Franken

erzielt. Im Tessin werden schätzungsweise

150 Tonnen Hanf pro

Jahr geerntet.

Quelle: hanfarchiv.ch

Hanfarchiv/Redaktion


Februar

USA:

(K)Ein Pardon

für Hanfaktivist

Am 31. Januar befanden Geschworene

eines Bundesgerichts den Autor

von Marihuana-Büchern, Ed Rosenthal,

des Marihuanaanbaus und der

Konspiration schuldig. Rosenthal

droht bei seinem Hauptprozess im

Juni eine Mindeststrafe von 5 Jahren

Gefängnis da er zugegeben hat,

Hanfpflanzen zur Verteilung nach

dem kalifornischen medizinischen

Marihuanagesetzt angebaut zu haben.

Allerdings sorgte der Fall Rosenthal

schon bald nach Urteilsverkündung

nicht nur in der internationalen

Hanfszene für Aufsehen, sondern

auch bei den Beteiligten

Geschworenen. Die «New York Times»

schrieb: «In einer ungewöhnlichen

Form der Solidarität mit einem

Mann, der in der letzten Woche

verurteilt wurde, haben fünf Geschworene

in einem Gerichtsverfahren

gegen einen Streiter für medizinisches

Marihuana heute eine öffentliche

Entschuldigung veröffentlicht

und den Richter gebeten, ihm

ein neues Verfahren zu gewähren.»

Die Geschworenen erklärten, sie

hätten nicht gewusst, dass der Angeklagte,

Ed Rosenthal, Marihuana zu

medizinischen Zwecken angebaut

habe, was nach dem staatlichen Gesetz

von Kalifornien seit 1996 erlaubt

ist, als sie ihn wegen Drogenanbaus

verurteilten. Der Richter in diesem

Fall, Richter Charles R. Breyer vom

Bundesdistriktgericht, hatte entschieden,

dass seine Anwälte nicht

erklären dürfen, warum die Droge

angebaut worden war. «Wir kamen

offensichtlich mit dem falschen Urteilsspruch

heraus. Es ist der

schlimmste Fehler, den ich je in meinem

Leben gemacht habe,» erklärte

die Geschworene Marney Craig in

einem Interview. «Wir haben einen

Mann verurteilt, der kein Krimineller

ist.Wir hatten unglücklicherweise

keine Ahnung davon, wer er war

noch was er tat. Ed Rosenthal hat

keinen fairen Prozess bekommen.»

In einer Stellungnahme erklärten die

fünf Geschworenen, dass sie nicht

für die Verurteilung von Rosenthal

gestimmt hätten, wenn es ihnen erlaubt

gewesen wäre, das kalifornische

Gesetz in die Überlegungen

miteinzubeziehen. Die Gruppe erklärte,

dass sie die Meinung von mindestens

zwei weiteren Mitgliedern

der 12-köpfigen Jury repräsentieren

würden. «Ich bin den Geschworenen

wirklich dankbar,» sagte Rosenthal

gegenüber Reuters. «Es war sehr

mutig von ihnen, ihre Meinung öffentlich

auszudrücken.» ■

Quelle: IACM-News

(Internationale Arbeitsgemeinschaft

Cannabis als Medizin e. V.)

Hanf-Autor Ed Rosenthal und einige seiner

Werke

hemp news

frühling 2003

swiss hemp times

5


Neulich im Hanfbüro…

Ivan Artucovich

Wir müssen diese

Hardliner stoppen!

Yep…

comics

Als ob es nicht gereicht hätte,

dass sie an der CannaTrade-Messe

alle Hanfpflanzen weiss

gesprayt haben…

Dass nun jeder Hanfkonsument mit

weissem Spray «deklariert» werden

muss, geht entschieden zu weit!

frühling 2003

© 2003 Bild – Ivan Artucovich / Story – Willi Blaser

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legalize it

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frühling 2003

8

Sträflinge in Basel

Im November 2002 hatte die SHK-

Sektion Basel-Stadt mit der Sammlung

von Unterschriften für die «Petition

für eine liberale und zeitgemässe

Hanfpolitik des Kantons Basel-Stadt»

begonnen.Am 12. Februar

wurde diese dann in einer presseträchtigen

Aktion dem Basler Grossen

Rat übergeben. In klassisch-gestreifter

Sträflingskleidung standen

die HanfaktivistInnen Spalier und

übergaben den Ratsherren die von

3000 Personen unterzeichnete Petition.

Die Forderung der drangsalierten

Basler Hanfszene (siehe Bericht

SHT Nr. 5) ist nicht neu. Man will

endlich Rechtssicherheit, wenn die

Kernpunkte des künftigen Gesetzes

bereits eingehalten werden:

1. Verkauf nur an Erwachsene ab 18

Jahren.

2. Keine Werbung für Drogenhanf

3. Die öffentliche Ordnung darf

durch die Verkaufsstellen nicht

gestört werden

4. Die Betriebe müssen nach kaufmännischen

Grundsätzen geführt

werden und

Neues aus der CSC/SHK

Anstatt dass sich der Nationalrat diesen März mit der lange hinausgezögerten Cannabisvorlage

befasst hätte, erlebte die Hanfbranche das alte Lied: Razzien, Beschlagnahmungen,

Verurteilungen... Zusehends formiert sich aber professioneller Widerstand, wie gerade die

jüngsten Aktionen der SHK-Sektionen Basel und Bern verdeutlichen.

5. korrekt über Steuern und Sozialabgaben

abrechnen.

Schweizer Hanf-Koordination

Wie die Sektion BS in ihrem Communiqué

schrieb, sei seit dem Rundumschlag

der Basler Justiz genau

das Gegenteil von dem eingetroffen,

was die Behörde (und die Branche)

eigentlich erreichen möchten.

Von den ehemals 87 Hanfläden hätten

zwar nur noch 11 geöffnet, trotzdem

sei THC-haltiger Drogenhanf

immer noch frei erhältlich und die

Nachfrage nach wie vor gedeckt.

Nur ist der Handel jetzt aus den Augen

der Bevölkerung und der Kontrolle

der Behörden verschwunden.

Der Handel mit Drogenhanf werde

jetzt wieder auf der Gasse abgewickelt,

wo Strassendealer neben harten

Drogen auch wieder Drogenhanf

im Angebot haben; einen Teil

des Marktes hätten Kurierdienste

übernommen. Das Resultat: «Es

wird keine Mehrwertsteuer mehr

abgeliefert und die Einhaltung des

Jugendschutzes lässt sich erst recht

nicht mehr kontrollieren. Das kann

keine gute Lösung des Problems

sein!», resümiert die SHK Basel-

Stadt.

Briefschwemme in Bern

Auch in Bern war die dortige Hanfszene

aktiv, nachdem Razzien und

Schliessungen im Januar einen neuen

Höhepunkt erreichten. In Zusammenarbeit

mit der «Interessengemeinschaft

Hanfläden der Stadt

Bern» (IGHSB) versandte die SHK

Sektion BE die «Petition der Vernunft»

- in Forderung und Wortlaut


ähnlich der Basler Petition - an sage

und schreibe 40’000 Haushaltungen

der Schweizer Hauptstadt. Hierbei

zeigte sich wieder einmal deutlich,

dass noch viel ehrliche Aufklärung

und Information zum Thema Cannabis

nötig ist: Neben Hunderten

von unterzeichneten Petitionen erhielten

die Hanfer auch diverse Einsendungen

ablehnenden Inhaltes,

die vom legitimen «Nein danke!»

bis zum unangepassten «Arschlöcher»

reichten. Sobald der Rücklauf

abgeschlossen sei, wird die Petition

ebenfalls in einer Aktion an die Berner

Regierung überreicht. Als voraussichtliches

Datum wäre die erste

Mai-Woche denkbar, denn dann beginnt

im Nationalrat nämlich endlich

die Debatte über die Revision

des Betäubungsmittelgesetzes. ■

Mr. M: News frisch vom Feld

Eine Geschichte begeben auf

echten Halbwarheiten

Folgender Code stellte uns Agent

Mr. B durch: 34, 08, 72, 84, 03, 45, 88,

22, 56, ...

Geheimhaltung ist wichtig in der

«Branche», aber niemand in der

Zentrale konnte die Nachricht entschlüsseln.

Somit wurde Agent Mr. M

beauftragt: Nachforschen, wo Agent

B steckt, und was genau Sache ist.

Hier ein Auszug aus dem Top Secret-

Rapport über diesen Fall:

Agent B’s Standort wurde über sein

Handy festgestellt, er befindet in

Bern an der Militärstrasse. «Aha, er

observiert die Kaserne», war die erste

Vermutung. Die Überprüfung des

Geländes brachte keinen Erfolg.

Aufgefunden wurde die gesuchte

Person schliesslich im Saal des Hotel

Jardin – am Hanf-Lotto der Sektion

Bern der SHK. Er hatte sich unauffällig

unter die Spieler gemischt um

das Geschehen überwachen zu können,

war die Annahme. Der Anlass

war gut besucht, es herrschte fröhliche

Stimmung.Agent B feierte ausgelassen

mit! Der Sache musste auf den

Grund gegangen werden. Bei der anschliessenden

Befragung wurden bei

ihm Hanfartikel in rauen Mengen sichergestellt!

Mr. B ein Überläufer?

Entwarnung nach der Analyse: Es

waren Preise, die er gewonnen hatte –

alles im grünen Bereich. Die Hanfszene

führt ein Lotto durch, wie es jeder

«Bünzliverein» tut? Sind wie

denn bereits bei der Normalisierung

angelangt? Fragen über Fragen; wir

bleiben dran für Sie. ■

Mr. M,

Geheimagent im Auftrage Ihrer

Majestät Queen Cannabis

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frühling 2003

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(K)Ein Joint mit…

Willi Blaser

Nicht ohne Stolz dürfen wir unseren LeserInnen in diesem SHT eine TV-Legende präsentieren:

Kurt Aeschbacher, den wohl charmantesten Moderator, seit es Fernsehen gibt. Nachdem sich

«Aeschbi» bereits diesen Februar an einer Hanfdebatte mit dem grüngezackten Kraut

beschäftigt hatte, gibt er hier exklusiv Auskunft über seine Einstellung zum Thema Hanf.

Kurt Aeschbacher, Sie haben jüngst

als Moderator an einer «Hanfdebatte»

im bernischen Köniz mitgewirkt.

Wie haben Sie die Diskussion und

die Stimmung empfunden?

Ich bin ehrlich gesagt erschrocken

über die doch sehr doktrinäre Haltung

der Liberalisierungsgegner. Es

scheint, dass in der ganzen Debatte

die Positionen ziemlich aussichtslos

verhärtet sind. Und das finde ich eigentlich

schade, denn es wäre wichtig,

die Argumente beider Seiten diskutieren

zu können.

Neben den Befürwortern einer Hanfregulierung,

die sich mit dem Könizer

Gemeindepräsidenten Henri Huber,

dem Mit-Organisator und

Buchautor Dänu Boemle sowie dem

Chef der Sektion Drogen des BAG

Markus Jann in der kompetenten

Mehrheit befanden, waren auch Opponenten

der Hanfrevision anwesend.

Konnten Sie als neutraler

Moderator auch den Argumenten

der Cannabis-Gegnerinnen Sabina

Geissbühler-Strupler und Alexandra

Nagava etwas Positives abgewinnen?

Auch ich vertrete ganz klar den

Standpunkt, dass man Jugendliche

davor schützen soll, Suchtmittel zu

konsumieren. Egal, ob es sich dabei

um Cannabis, Alkohol oder Nikotin

handelt. Zu diesem Schutz gehören

für mich klare gesetzliche Grundlagen

die strikt eingehalten und durchgesetzt

werde. E gehört aber auch eine

umfassende Information über die

Risiken und Wirkungen von Suchtmitteln

dazu. Dafür ist einerseits der

Gesetzgeber, aber genau so das Elternhaus

und in zweiter Linie die

Schule verantwortlich. Ich verstehe

deshalb, was den Schutz der Jugend

angelangt, die Argumente der Gegner/innen.

Mühe habe ich aber mit


… Kurt Aeschbacher, Moderator

der Entmündigung und indirekten

Kriminalisierung der erwachsenen

Bevölkerung, welche Cannabis, Alkohol

oder Nikotin konsumieren

will. Die suchtfreie Gesellschaft gab

und gibt es nie; jeder einzelne ist – sei

es als Autofahrer, Raucher oder Cannabiskonsument

– für sich selber verantwortlich.

Solange nicht bewiesen

ist, dass die Auswirkungen von Cannabis

auf den menschlichen Organismus

schlimmer sind als diejenigen

von anderen bewilligten und gesellschaftlich

akzeptierten Genussmitteln,

sehe ich nicht ein, weshalb die

Legalisierung von Hanf nicht vollzogen

werden soll.

Als Moderator verfügen Sie über das

Talent, auf Menschen eingehen zu

können und Ihnen ein Ambiente zu

vermitteln, in dem sie sich wohl fühlen.

Wäre es für Sie denkbar, eine Ihrer

Sendungen dem Hanf zu widmen

und zu versuchen, die vorhandenen

Fronten mit Menschlichkeit und

Verstand auf eine gemeinsame, konstruktive

Bahn zu lenken?

...ich bin kein politischer Journalist,

der sich in seinen Sendungen direkt

in die Meinungsbildung bei gesellschaftspolitischen

Fragen einklinkt

und meine Sendung heisst auch nicht

«Arena». Deshalb betrachte ich es

nicht als meine Aufgabe, über Hanf

eine Debatte in meiner Sendung zu

führen. Bei «aeschbacher» sind aber

immer wieder Gäste zu Besuch, die

im Rahmen ihrer Lebenserfahrungen

durchaus über ihre Erfahrungen

mit Cannabis berichten. Es liegt

dann am Zuschauer, sich darüber ein

eigenes bild zu machen.

Wie ist Ihre persönliche Meinung zu

Cannabis?

Ich finde es problematisch, wenn Jugendliche

sich regelmässig mit Cannabis

zudröhnen. ich habe in meiner

Umgebung auch einige Erfahrungen

mit Leuten gemacht, die über lange

Jahre üppig gepafft haben. Mir

scheint schon, dass dies – genauso

wie bei heftigen Trinkern – ihrem

Geist und ihrer Gesundheit auf die

Dauer nicht besonders zuträglich

war. Aber wie ein gutes Glas Wein,

richtet meines Erachtens ein mässiger

Konsum von Cannabis sicherlich

keinen Schaden an und es muss letztendlich

jeder selber wissen, was er

geniesst und seinem Körper zumuten

kann

Zur Person

Haben sie schon einmal etwas in einem

Hanfladen eingekauft?

Nein, das hab ich noch nie. Aber ich

hab mich vor Jahren einmal in Amsterdam

in den entsprechenden Etablissements

mit Interesse umgeschaut.

Haben Sie schon einmal Hanf konsumiert?

Ja hab ich, aber irgendwie ist Hanf

nicht meine Sache und ich ziehe ein

Glas Wein vor. ■

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Kurt Aeschbacher in seinen eigenen Worten:

Als Fernsehmoderator wird man ja nicht geboren, darum habe ich vorerst einmal

Nationalökononie studiert. 1981 übernahm ich einen Redaktorenjob als

Allrounder beim legendären «Karrussell». Bei mehr als 100 Livesendungen

konnte ich Erfahrung und Routine in der Präsentation holen. Allerdings sind meine

Fernsehauftritte für mich bis heute nicht zur Routine geworden. Vor jeder Livesendung

leide ich auch heute noch unter grossem Druck und Stress.

Ich habe mich schon immer für Kunst, Mode, Musik und Showbusiness interessiert.

Ab 1986 konnte ich diese Vorliebe in vielen Unterhaltungssendungen als

Redaktor und Präsentator umsetzen («Karambuli», «Party», «Mode Macher Musik

Citytrends», «Grell Pastell»). Die Presse hat mir oft die Bezeichnung «Paradiesvogel»

angehängt. Ich sehe mich selber eher als seriösen Fernseh-Journalisten,

welcher sich ernsthaft für verschiedene Themen und Menschen interessiert.

Obwohl es die Zuschauer vielleicht nicht immer so sehen, möchte ich nicht

selber im Mittelpunkt stehen, sondern meinen Gästen und Mitwirkenden in meinen

Sendungen eine Plattform bieten. Das ist mir auch bei meinen jetzigen Sendungen

«Casa Nostra» und «Menschen» sehr wichtig.

Ausser für das Fernsehen arbeite ich oft als Moderator und Präsentator für Vorträge,

Seminare, Veranstaltungen. Ich engagiere mich in Umweltprojekten und

im Tierschutz. Zudem betreibe ich in Basel einen kleinen Laden mit modischen

Accessoires. «Du machst zu viel», finden oft meine engsten Arbeitskollegen. Ich

liebe aber diese Abwechslung. Mein Beruf gibt mir die einzigartige Möglichkeit,

mit ungewöhnlichen Menschen und Ideen in Kontakt zu kommen.

legalize it

frühling 2003

swiss hemp times

11


Wir drucken die Swiss Hemp Times

Jost Druck AG

Ihr Partner für Printmedien


Hanf für die Wehrmacht

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten

1933 wurde der

Hanfanbau erneut angetrieben. Der

«Reichnährstand» errichtete vier

neue Hanfrösten und propagierte

den nationalen Rohstoff: «Hanf ist

abgesehen vom Flachs hier die einzige

wirklich in Betracht kommende

anbauwürdige Kulturpflanze, die

gleichzeitig drei Wirtschaftszweige

(Textil-, Öl- und Futterindustrie) beliefern

kann». Der «Führer» Adolf

Hitler war davon besessen, ein von

der ganzen Welt unabhängiges

«Grossgermanisches Reich» zu

schaffen. Dieser arische Koloss sollte

vom Atlantik bis zum Ural zu reichen;

aber bekanntlich wurden die

Divisionen des Reiches auf halbem

Weg an der Wolga bei Stalingrad zurückgeschlagen.

Die NS-»Erzeuhemp

history

«Kriegs-Hanf» im Kaiserreich

Bereits im ersten Weltkrieges forcierte

die kaiserliche deutsche Regierung

den Anbau des allmählich in

Vergessenheit geratenen Hanfes.Vor

dem grossen Krieg hatte die Konkurrenz

von Baumwolle, Jute und Günstigfasern

aus fernöstlichen Kolonien

dem europäischen Cannabisanbau

arg zugesetzt. Nun, durch die britische

Flotte von Überseelieferungen

abgeschnitten, erinnerte man sich im

Reich an das heimische Faserwunder

Hanf. Während in den Schützengräben

der Westfront Hunderttausende

in Kugelhagel und Giftgasgeruch ihr

Leben liessen, wurden im sicheren

Hinterland 1916 die «Deutsche

Hanfbau-Gesellschaft» gegründet

und fünf «Hanffabriken» errichtet.

Die Hanfwerke lieferten bald bemerkenswerte

Ergebnisse und deren

Hitler's Hanfarmee

Die Nutzpflanze Hanf genoss im Deutschen Reich einen hohen Stellenwert. In ihrem Streben

nach wirtschaftlicher Autarkie förderten auch die Nationalsozialisten den Hanfanbau. Während

des Zweiten Weltkrieges wurde ausgerechnet Cannabis aufgrund der Rohstoffknappheit zu

einem der wichtigsten Faserlieferanten für die Uniformen und Tücher der deutschen Armee.

Geschäftsführer rapportierte, dass

bei 1000 kg Hanffaserernte pro Hektar

720 kg Hanfwolle gewonnen werden

konnten; im Vergleich zur

Baumwolle ernte man in Amerika

nur rund 180 kg Faserertrag pro

Hektar, also einen Viertel. Die Eigenschaften

der Hanfgarne seien denen

von Baumwolle mindestens

ebenbürtig. Mit dem Hanfanbau wäre

das Deutsche Reich nicht mehr

auf Faserimporte angewiesen und

könnte dabei jährlich die Summe

von einer halben Milliarde sparen.

Dabei müsste die Hanfanbaufläche

auf rund 660’000 Hektar ausgedehnt

werden, was lediglich 3 % der für

Landwirtschaft genutzten 32 Millionen

Hektar entspräche. Doch es kam

anders. Zwar war die Anbaufläche

1918 bereits auf knapp 4000 Hektar

angewachsen, aber mit dem Krieg-

Willi Blaser

Die Motoren der deutschen Panzer wurden mit

Hanföl geschmiert; die Unformen der Panzerbesatzungen

waren teilweise und mit fortschreitender

Kriegsdauer grössenteils aus Hanfgewebe hergestellt

sende und der Rückkehr des internationalen

Handels sank sie bis Anfang

der Dreissiger Jahre auf dürftige 200

Hektar herab.

swiss hemp times

frühling 2003

14

Neben den Uniformen wurden auch die Handgranatensäcke der Infanterie aus Hanffasern gefertigt und

damit Leder gespart


Die Hanffasern, in ihren Eigenschaften denen der

Baumwolle mindestens ebenbürtig

gungsschlacht aus deutscher Scholle»

lief auf Hochtouren und die

Hanffläche wuchs von 3600 Hektar

im Jahr 1935 auf 16’000 Hektar, als

im September 1939 mit dem Überfall

auf Polen der Zweiten Weltkrieg seinen

Anfang nahm. Während dieses

fürchterlichsten und grausamsten

Krieges, den die Menschheit je hatte

erdulden müssen, lieferte paradoxerweise

das alte göttliche Cannabis viele

Materialien, die das blutige

Schlachten in die Länge zogen. Mit

industriellem Hanföl wurden Motoren

geschmiert, aus der unverwüstlichen

Hanffaser fertigte man Tornister,

Gürte, Schnüre, Schnürsenkel,

Seile, Zelte, LKW-Planen, Fahnen,

Banner und – last but not least – etliche

Uniformen und Zubehör für die

Armee. Mit zunehmender Dauer des

Krieges erfuhr der Hanfanbau nochmals

einen Zuwachs auf 40’000 Hektar

– nicht zuletzt durch den massenhaften

Einsatz von Zwangsarbeitern.

Trotzdem konnte der Bedarf bei weitem

nicht gedeckt werden und rund

80% der von deutschen Spinnereien

verarbeiteten Hanffasern mussten

importiert werden. Dafür wandten

sich die Nazis an das faschistische

Nachbarland Italien, welches mit

dem «Dritten Reich» alsbald einen

unseligen Pakt einging.

Bis zum bitteren Ende

Als der italienische «Duce» Benito

Mussolini zum ersten Mal auf Hitler

traf, machte er sich hinter vorgehaltener

Hand lustig über den «Cäsar

mit dem Tirolerhütchen». Aber der

deutsche Diktator verstand es, Mussolini

zu beeindrucken, als er diesen

einige Jahre später zu einer Parade

durch das pompös geschmückte Berlin

einlud. Es entwickelte sich die

«Achse Rom-Berlin» und kurz vor

Kriegsausbruch unterzeichneten

Deutschland und Italien den «Stahlpakt»,

der sie militärisch und politisch

zusammenband. Mussolini tat

wie geheissen: Er hielt still, als Hitler

Österreich annektierte, er lieferte

dem isolierten Reich seinen Hanf

und trat in den Krieg ein, nachdem

Frankreich gefallen war und sich ein

deutscher Sieg abzeichnete. Italien

bezahlte sein Trittbrettfahren teuer:

Mitten im Krieg 1943 landeten die

Blick in die Hanfwerke AG Füssen, Immenstadt/Allgäu

Alliierten in Süditalien; der «Duce»

wurde verhaftet und eine provisorische

Regierung proklamierte die Kapitulation.

Ein deutsches Kommando

befreite Mussolini und dieser errichtete

ein Marionettenregime in

Norditalien, was dem Land zusätzlich

zu den vorhandenen Gräuel

noch zwei Jahre Bürgerkrieg einbrachte.

1945 war Hitler’s «Tausendjähriges

Reich» nach sechs Kriegsjahren

endgültig geschlagen und kapitulierte

bedingungslos. Der Wahn

war vorüber, die Hanffaser hätte

wieder zur zivilen Verwendung zurückfinden

können. Dazu kam es

aber nicht mehr. Synthetische Konkurrenz

mit klingenden Namen wie

«Perlon» und «Nylon» machten dem

bewährten Faserlieferanten im

Nachkriegsdeutschland wiedereinmal

den Garaus. Im ölgetränkten

«Wirtschaftswunder» der 50er Jahre

war Cannabis wirtschaftlich gestorben;

einzig als Dichtungsmaterial im

Rohrbau wurde es wegen seiner

Saugkraft weiterhin verwendet. Die

Königin der Nutzpflanzen, degradiert

zum Kanalisationsutensil… ■

hemp history

frühling 2003

swiss hemp times

15


Frühling

M.K.C. & El Creador

Probe-Blühen

Zusätzlich habe ich eine kleine Lüftung

eingerichtet, damit die Stecklinge

nicht gerade verfaulen. Das

Licht habe ich mit Hilfe einer Zeitschaltuhr

auf 18 Stunden hell und 6

Stunden dunkel eingestellt. Jetzt

halte ich meine Stecklinge ständig

ein bisschen feucht und schaue, dass

sie immer schön 25° C Grad warm

haben. Nach ungefähr zwei Wochen

sollten diese bereits Wurzeln geschlagen

haben. Und schon bald

wirst Du feststellen, dass auch diese

zu wachsen beginnen. Das heisst,

jetzt ist der Zeitpunkt gekommen

die Stecklinge blühen zu lassen.

Dies ist keine Hexerei, sondern

ganz einfach zu bewerkstelligen, indem

man das Licht nur noch 12

Stunden pro Tag brennen lässt.Achte

darauf, dass während der 12 Stungrowing

Freut Ihr euch auch schon wieder auf die ersten Pflanzen in eurem Garten? Ich habe auf jeden

Fall schon lange meine ersten Samen gesät und bin bereits gespannt, welche dieser Stauden

am Ende des Jahres den üppigsten Ertrag geben werden. Dieses Jahr will ich aber etwas

besser machen als andere Jahre: Das Ziel heisst Sinsemilla, samenfrei.

Extra früh säen

Auch im letzten Herbst klafften in

meinem Garten wieder grosse Löcher;

dort, wie eigentlich weibliche

Pflanzen stehen sollten. Ich musste

nämlich diverse männliche Pflanzen

aus meinem Garten entfernen und

diese standen natürlich alle in kleinen

Gruppen, wodurch die weiblichen

Pflanzen gar nicht mehr jede

Ecke meines Gartens ausfüllen

konnten. Deshalb habe ich mir dieses

Jahr in einem freien Zimmer ein

kleines Gestell gebastelt, welches

ich mit Leuchtstoffröhren aus dem

Growshop bestückt habe. Unter

diesen ziehe ich meine Sämlinge an,

damit sie bei den ersten warmen

Nächten schon eine gewisse Grösse

erreichen. Sind die Nächte bereits

frostfrei, kann ich die Keimlinge

auch draussen einpflanzen. Damit

bin ich mit dem Pflanzen eigentlich

zu früh dran – aber dies mit völliger

Absicht: Denn sobald meine Pflanzen

mindestens fünf Blattpaare

(Internoidabstände) haben, will ich

von ihnen Stecklinge schneiden. Zu

diesem Zweck habe ich alle Pflanzen

durchnummeriert. Damit weiss

ich später auch genau, welche Pflanze

zu welchem Steckling gehört. Sobald

meine Pflanzen also die gewünschte

Grösse erreicht haben,

schneide ich mit einer neuen Rasierklinge

bei jeder Pflanze einen

Steckling. Und das geht folgendermassen:

Ich zähle bei der Pflanze

von oben herab drei Blattpaare ab

und schneide zwischen dem dritten

und vierten Paar mit einem sauberen

Schnitt den Stängel durch. Damit

die Schnittkante des Stecklings

nicht gerade vertrocknet, stelle ich

ihn sofort in ein vorher bereitgestelltes

Glas mit ungefähr 22° C

warmem Wasser. Da ich mich gut

vorbereitet habe, kann ich jetzt einfach

das vorher bereitgestellte Töpfchen

nehmen, welches ich mit derselben

Nummer beschriftet habe

wie die gerade beschnittene Mutterpflanze,

und den Steckling in die zuvor

gewässerte und möglichst sterile

Erde stecken. Diese Prozedur vollziehe

ich mit jeder Pflanze, sodass

ich am Schluss von jeder aus meinen

«Frühsamen» gewachsenen Mutterpflanzen

einen Steckling habe, den

ich unter meine Leuchtstoffröhren

stellen kann.

swiss hemp times

frühling 2003

16


den Dunkelheit auch wirklich dunkel

ist. Nun dauert es nur noch ungefähr

1–2 Wochen bis Du feststellen

kannst, ob aus den geschnittenen

Stecklingen Männchen oder

Weibchen werden. Die Weibchen

erkennst Du daran, dass Sie weisse

Fruchthaare bilden und die Männchen

erkennst Du an den kleinen

Säcken. Und jetzt kommen wir zum

grossen Vorteil dieser Methode der

Geschlechtsbestimmung: Denn von

denjenigen Stecklingen, die jetzt

männlich sind, wird auch die dazugehörige

Mutterpflanze männlich

werden. Und umgekehrt werden

diejenigen Mutterpflanzen, deren

Stecklinge weiblich geworden sind,

als garantiert weibliche Pflanzen in

Deinem Garten stehen. Du kannst

jetzt also alle männlich gewordenen

Pflanzen entfernen und nur die

weiblichen stehen lassen.

Garantiert weiblich

Falls Du im Herbst noch mehr weibliche

Pflanzen ernten willst als Du

jetzt noch hast, gibt es nun die Möglichkeit,

von den schönsten weiblichen

Mutterpflanzen weitere

Stecklinge zu schneiden. Wie Du sicher

festgestellt hast, haben die

meisten Mutterpflanzen in der

Zwischenzeit von der Schnittstelle

weg zwei neue Triebe gebildet, die

jetzt in etwa identisch weiterwachsen.

Sobald diese Triebe wieder vier

Blattpaare gebildet haben, was in

der Zwischenzeit der Fall sein sollte,

kannst Du nach derselben Methode

wie vorher beschrieben zwei weitere

Stecklinge schneiden. Stelle diese

wieder bei 18 Stunden Licht unter

die Leuchtstoffröhren und warte, bis

Sie eine blühfähige Grösse haben.

Dies dauert wieder ungefähr drei

Wochen.Anstatt wie vorher mit dem

Licht auf einen 12-Stunden-Rhythmus

umzustellen, kannst Du diese

Stecklinge auch in den Garten setzen.

Bedenke, dass die Stecklinge

nicht mehr so hoch wie deren Mutterpflanzen

wachsen werden. Das

heisst, Du solltest die Stecklinge

südlich von den Mutterpflanzen in

den Garten setzen. So werden all

deine Pflanzen bis in den Herbst genügend

Sonnenlicht erhalten, um dir

eine üppige Ernte zu bescheren. Die

einzige Gefahr – nebst dem Nachbar,

der natürlich wieder alle Männchen

stehen lässt – doch noch männlichen

Pollenstaub in deinem Garten

zu haben besteht darin, dass sich

eventuell noch ein Zwitter unter

deinen Pflanzen eingeschlichen hat.

Um diese Gefahr möglichst klein zu

halten empfehle ich, die Stecklinge,

die Du zum Blühen gebracht hast,

möglichst lange zu beobachten. Du

kannst diese weiblichen Stecklinge

auch an ein sonniges Fenster stellen

und immer ein Auge darauf halten,

ob sich vielleicht doch noch männliche

Pollensäcke bilden. Falls dies der

Fall sein sollte empfehle ich unbedingt,

diese Pflanzen auch zu entfernen.

Natürlich musst Du auch so

Deinen Garten im Herbst nach

Männchen oder Zwittern kontrollieren,

denn kein System ist perfekt.

Aber sehr wahrscheinlich solltest

Du dich damit auf eine samenfreie

Ernte freuen können. ■

growing

= 6

swiss hemp times

frühling 2003

17


Das Kreuzworträtsel

An dieser Stelle beglücken wir unsere LeserInnen wiederum mit einem etwas anspruchvolleren

Schwedenrätsel inklusive Hanfwortschatz. Viel Spass!

Erzeugnis

aus

Cannabis

die

Unwahrheit

sagen

mongol.

Heerführer

† 1256

umweltschonend

(Auto)

poetisch:

Adler

von

geringer

Länge

Aktentasche

Studentenausweis

(Kw.)

Ort am

Bielersee

Teil des

Halses

1

ein Haus

errichten

9

Initialen

der

Allende

Rufname

von

Pacino

10

ehem.

schweiz.

Grossbank

Musikschriftstück

engl.

(Hanf-)

Rausch

US-

Bundesstaat

verwendungsfähig

fahrendes

Volk

Zweimaster

13

Südwind

am

Gardasee

Rankengewächs

CH-Hanfpionier

(Bernard

...)

US-

Spielerstadt

(Las ...)

Initialen

Hemingways


CH-Sänger

und

Hanfer

(Polo ...)

6

4

auszeichnen

Vermietung

Teichpflanze

Runddorf

afrikan.

Stämme

Backtreibmittel

Kram,

Plunder

ein

Bootsteil

Lotto-

Begriff

14

Augenkrankheit

Zuneigung

zur

Kreatur

Erdzeitalter

(Steinkohle)

versiegelte

Urkunde

5

Gefäß

mit

Henkel

warme

Pastete

(engl.)

franz.:

Mutter

Hindernis,

Absperrung

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16

2

eine

Backware

(Kw.)

US-

Filmstar

(Meg)

Qualle

11

rätorom.

Name

des Inn

franz.

Hanf

12

7

ein

Insekt

Multiplikationszeichen

(ugs.)

16

Abk.:

Corporate

Identity

ungetrübt

dt. TV-

Sender

(Abk.)

Schokoladenhandelsform

alkohol.

Mischgetränk

m.

Ei (Mz.)

Wahrnehmungsorgane

das 'Ur-

Eine' d.

östl. Philosophie

Fragmente

schweiz.

Dialekt:

Butter

engl.

Männerkurzname

Wortteil:

innerhalb

Leichtmetall

(Kw.)

scherzhaft:

USA

(Onkel ...)

Bund,

Union

3

Spitzname

Lincolns

Keimzelle

Unsinn

reden

15

span.

Doppelkonsonant

explodierender

Stern

Teil der

Bremse

8

genetische

Kopie

Initialen

v. Schauspieler

Hudson

Frostgebilde

auf der

Scheibe

spanischer

Artikel

Saugwurm

SR 4 Rätsel Heftli

Lösung auf Seite 46

hemp game

frühling 2003

swiss hemp times

21


Warum ist der «Jilter» eigentlich

nicht aus Hanf hergestellt?

Unser Patent beihaltet ausdrücklich

die Idee zur Verwendung von Hanfzellulose

für den Filterstoff und von

hanfigem Filterpaper. Allerdings

würde auch bereits nur die Entwicklung

eines geeigneten «Hanf-Vlieses»

wieder Unsummen kosten und

zahllose Versuche mit neuen Protoder

report

Es sieht eher aus wie Tampon für

Mäuse, als ein Rauchuntensil. Doch

wer die kleinen weissen Filteraufsätze

namens «Jilter» einmal ausprobiert

hat, wird diese ungern wieder

missen. Denn der Jilter filtert die

beim Rauchen entstehenden Schadstoffe,

aber nur diese: Weder Geschmack

noch sonstige Eigenschaften

des zu rauchenden Stöffleins

werden beeinträchtigt.

Die Idee hätten zum «Jilter» entstand

im Sommer 2001, erzählen die

Brüder Jürg und Rolf Zwicky im Gespräch.

Als dann hiezulande der

Herbst einzog, zogen sich die Beiden

Zu Besuch bei Jurop

für eine «Business-Woche» in die

sonnige Toscana zurück und brüteten

dort zwischen Baden und guter

Küche ihr Geschäftskonzept aus.

Nun musste eine Firma gefunden

werden, welche Interesse und Mittel

verfügt, um die Filteraufsätze herstellen

zu können. Von europaweit

einzig zwei Betrieben, welche über

die nötigen Maschinen verfügen, hatte

die Schweizer Firma leider kein

Interesse und so berücksichtigten die

Brüder Zwicky den deutschen Anbieter.

Dieser legte sich ins Zeug und

half mit bei der Anpassung der Maschinen

und der Produktion von Serien-Prototypen.

Marc Zingg

Selber gedrehte Zigaretten mit weniger Schadstoffen rauchen? Das wäre doch ein Bedürfnis

von vielen HanfliebhaberInnen, dachten sich die Gebrüder Jürg und Rolf Zwicky und begannen

zu tüfteln. Sie gründeten die Firma Jurop und brachten ihr erstes – und mittlerweile schon

kultiges – Produkt heraus: «Jilter». Wir haben der jungen Firma einen Besuch abgestattet

SHT: Eure Filteraufsätze trifft man

beinahe allerorts - der «Jilter» erobert

die Hanfwelt. Habt ihr Beiden

die ganze Entwicklung selber getragen?

The Zwickys: Die Jurop AG besteht

aus fünf Personen, wobei wir Beiden

die aktiven und operativen Mitarbeiter

sind. Die Entwicklung und Produktion

von Prototypen war eine

lange und teure Angelegenheit. Es

mussten Materialien ausprobiert

werden und die richtige Mischung

zwischen Filterung und Zugwiderstand

gefunden werden. Für die Fertigungsstrasse

musste der Hersteller

nicht nur seine Maschinen, sondern

auch die Software dazu anpassen.

Diese ganzen Aufwände haben rund

eine halbe Million verschlungen und

dazu viel, viel, viel Zeit.

Habt Ihr für das Kapital Unterstützung,

z. B. einer Bank, erhalten?

Daneben, dass der Hersteller selber

begeistert vom Produkt ist und viele

Aufwände übernommen hat, haben

wir das Kapital selber im Familienund

Freundeskreis zusammengesammelt.

Jürg bemerkt, dass ein

Bankkredit schon deshalb nicht in

Frage gekommen sei, weil er als ehemaliger

Banker dieses Geschäft nur

zu gut kenne. Jurop wolle unabhängig

sein und die Energie in das Produkt

stecken, nicht in Nachweise und

Statistiken für eine Geldgeberbank.

swiss hemp times

frühling 2003

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typen verursachen. Das ist sicher ein

Schritt, den wir noch machen möchten;

aber es braucht eben etwas Zeit

- und eine Menge verkaufte «Jilter».

der report

Wieviele «Jilters» sind bisher produziert

worden?

Per dato sind rund 20 Millionen Filteraufsätze

hergestellt worden, davon

viele als Prototypen und Versuchsserien.

Der Verkauf läuft nun

seit rund acht Monaten. Neben hiesigen

Hanfbetrieben haben wir mittlerweile

auch in Deutschland einige

Dutzend Kunden gewonnen, ebenso

in den Niederlanden. Weiteres Potenzial

erhoffen wir uns in Frankreich

und England; an der CannaTrade

konnten wir zusätzliche Kontakte

und Anfragen verbuchen. Im Moment

verkaufen wir rund 2/3 aller

«Jilter» in der Schweiz. Und weil die

ganze Sache in der Region Thun angefangen

hat - unser erster Kunde

war das Thuner Hanf-Center - haben

wir unsere grösste «Verwendungsdichte»

nach wie vor im Berner

Oberland.

Könnt Ihr Beide bereits von diesem

Geschäft leben?

Rolf: Es reicht mittlerweile gerade

für einen Lohn.

Jürg: Und da ich mich in der glücklichen

Situation befinde, von meiner

Partnerin leben zu können, geht dieser

Lohn an Rolf.

Was ist Euer berufliches Ziele mit

Jurop?

Wir möchten mittel- und langfristig

etwa 5% der HanfkonsumentInnen

in der Schweiz und Nachbarländern

als unsere Kunden gewinnen können.

Natürlich entwickeln wir unter

der Marke «Zwister» auch noch weitere

Produkte und Variationen. Zum

Beispiel sind gerade daran, unseren

Jilter durch ein «King Size»-Modell

mit grösserem Durchmesser zu ergänzen,

worauf uns Reaktionen der

Kundschaft bewogen haben. «Focussing

on the people’s need», haben wir

uns auf die Fahne geschrieben. Wir

wollen die Leute spüren und ihnen

praktische, bedürfniserfüllende Artikel

bester Qualität anbieten. ■

Herzlichen Dank für das Gespräch

und weiterhin viel Erfolg.

frühling 2003

swiss hemp times

23


Diese schizophrene Situation, dieser

«Kalte Hanfkrieg», muss jetzt überbrückt,

aufgelöst werden. Jede Form

von Krieg hinterlässt nur Leichen!

Die überlebenden Zombies kennen

wir seit dem Vietnam-Krieg; psychische

und physische Wracks.

Das Rad der Zeit ist nicht zurückzudrehen.Wachen

wir auf! Unser heuticannaisseurs

Schon seit geraumer Zeit tänzeln die

Arbeitnehmenden zwischen Krieg

und Frieden. Auf der Arbeitsstelle

wird knallhart gedealt, gemobbt,

man(n) spielt den coolen Business-

Typ - in der Freizeit wird dann losgelassen

mit Drogen aller Art. Alkohol,

Trips, Speed, Coca Cola und sonstige

chemische Knaller oder Downer.

Diese sich zunehmend verstärkende

Doppelwelt und Doppelmoral liegt

auf der Basis der Marktwirtschaft. Sie

ebnet tiefer betrachtet die Türen zur

Bewusstseinsspaltung!

Ein gutes Beispiel liefert hier sicher

der gute, alte George double U. Einerseits

kämpft dieses Regime an

oberster Stelle für die Vernichtung

sämtlicher Drogen, andererseits tummeln

sich in den USA die weltweit

grössten Pharmaproduzenten.

Dies ist wahre Schizophrenie!! Leider

sehen die meisten Menschen heutzutage

nicht unter die Oberfläche. So

werden für die gesellschaftlichen Veränderungen

und Bedürfnisse lieber

Sündenböcke gefunden und verurteilt,

statt den wirklichen Herausforderungen

gerecht zu werden.

Krieg oder Frieden

Mit der Wahrheit wird hier nicht gespielt!

In dieser hektischen, gestressten Zeit

liegt es ja auf der Hand, dass die Potenzierungen

zunehmen, um einen

Ausgleich zu schaffen. So steigen

eben auch die THC-Werte. Dies ist lediglich

Anpassung an das heutige,

breitgefächerte und gesteigerte Konsumverhalten.

Wer möchte nicht die

Auswahl vom Second Hand-Shop bis

zum überteuerten Markenbrand geniessen?

Vergleichend mit der Potenz von

Pharma-Produkten ist diese Erhöhung

des allgemeinen THC-Wertes

lächerlich.

Unsere traditionellen, kulturellen

Werte liegen auf dem Tiefpunkt! Der

effektive Familienhalt ist seit einiger

Zeit passé. Immer mehr beginnen

sich unsere Werte und unser natürliches

Lebensgefühl aufzulösen; sie

verschwinden langsam aus dem Gedankengut

des doch so konservativen

Schweizers. Zurück bleibt das Thema

Neutralität und Sauberkeit in jeder

Form und der Wunsch nach einer

weissen, «sicheren» Schweiz.

Hannes Lüthi

Lügen oder Lösungen? Es wurde jüngst behauptet, dass Hanfkonsumenten zur Schizophrenie

neigen. Wahre Bewusstseinsspaltung findet jedoch auch schon lange bei Nichtkiffenden statt.

Nüchtern betrachtet muss man sich fragen: Kann man denn heute überhaupt noch von einem

gesunden Menschenverstand ausgehen?

swiss hemp times

frühling 2003

26

Die pharmazeutischen Mittel basieren

hauptsächlich auf natürlichen

Grundstoffen von Pflanzen, Pilzen,

Tieren etc. Wie paradox es doch heute

zu und hergeht.

Warum sollte denn die synthetische

Reproduktion gewisser Teile einer

Pflanze Menschen heilen,während sie

in natürlicher Form illegal oder nicht

erwünscht ist.

Die wahren Gründe sind finanzielle

Interessen von reichen, konservativen

Mächten, sich mit Monopolen

und Konzernen selbst zu bereichern.

Nach dem Needle-Park wollen wir

sauberen Schweizer doch nicht globale

Schlagzeilen liefern wie z.B. «Hanf-

Banden-Krieg» oder «Mafiöse Zustände

im Hanfbusiness»...?


ges Konsumverhalten kann nicht

eingedämmt werden, sonst müssten

andere WERTE vermittelt werden.

cannaisseurs

WERTE, wie zur Natur und dessen

Verständnis zurückzukehren. Sich

dem Magischen der Natur zu erfreuen.

Das Alles-Miteinander-Verwobene

zu erkennen. Wie Nana Nauwald

festhielt: Jede Gemeinschaft ist so

gesund oder krank wie ihr schwächstes

Glied.

Durch WERTE, die jedem Cannaisseur

bekannt sein sollten.

Würden wir unser Schwarz-Weiss-

Denken endlich erweitern zu einer

vielschichtigeren Wahrnehmung,

könnten wir alle in Ruhe, Ordnung

und Frieden zusammen leben.

So könnten auch die Schweizer Bauern

endlich wieder Hanf anpflanzen.

Die SVP wäre damit auch bereichert

und wir alle finden uns zusammen

zum gemeinsamen Hanf-Buure-

Zmorge!!!!

Die Zeiten stehen leider noch nicht

auf Frieden, die Zeiten stehen auf

Krieg.

Durch die anhaltende Repression

wird die Hanf-Szene nun auch mit

Waffen- und Bandengewalt konfrontiert.

Zustände wie vor über 20 Jahren

an der Riviera, im AJZ oder auf

dem Platzspitz!

Die Repression bringt weder Fortschritt

noch Bereicherung!! Wann

wird dies endlich erkannt? Werden

nun die Karten neu gemischt? Übernehmen

jetzt kriminelle Banden das

Business? Mit bewaffneten Überfällen

auf Hanfläden scheinen wir in

diffizile Gefilde vorzudringen.

Nach mühsamer Aufbauarbeit, Hanf

von den harten Drogen zu trennen,

scheinen jetzt Wild-West-Zustände

einzutreffen, wie viele es befürchtet

hatten. Eviva Svrzizzra!!

Die helvetische Drogenpolitik sollte

sich jetzt endlich durchsetzen! Es

sind auf politischer und Justizebene

Taten und Kooperation zu erwarten.

Wird jetzt nicht gehandelt, läuft die

Zeit davon; die Situation wird aus allen

Fugen und Nähten geraten!

Scheitert die Integrierung von Hanf

in die Gesellschaft, scheitert früher

oder später auch das Heroinprogramm

und dessen gesetzliche Verankerung.

Somit sind wir gezwungen,

wieder neue Wege zu gehen

oder in die Steinzeit zurückzukehren.

Ich hoffe doch sehr, dass jetzt die

Priorität zu handeln endlich erkannt

wird.

Wirkliche Stärke ist, den Dingen in

die Augen zu schauen und zu handeln!

Je früher, desto besser! ■

frühling 2003

swiss hemp times

27


Eingeschränktes Sortiment wegen Polizeibesuch


CannaTrade in Bern

Willi Blaser

Drei Tage Hanf total – das ist die CannaTrade.ch. Auch wenn Justizia ebenfalls an der

Hanffachmesse präsent war und die Hanfstauden wie im Vorjahr weiss einspayen liess, tat dies

der Laune von Aussteller und Publikum keinen Abbruch. Neben süsslicher Luft, Tausenden von

Produkten und exklusiver Hanfküche waren auch Modeschauen und Referate zu erleben.

Erst ab 18

Wie die Jahre zuvor auf dem Berner

BEA-Gelände, fand vom 28. Februar

bis 2. März 2003 die internationale

Hanffachmesse CannaTrade.ch statt.

Doch etwas dabei war neu: In politischer

Korrektheit hatte die Messeleitung

dieses Jahr erstmals eine Altersbeschränkung

für BesucherInnen erlassen.

So war Jugendlichen unter 18

Jahren der Eintritt nur in Begleitung

von erziehungsberechtigten Personen

gestattet, was durch Identitätskontrollen

auch garantiert war. CannaTrade-Organisator

Marco Kuhn

äusserte sich in der Pressemitteilung

jedenfalls positiv über die neue

Massname: « Alle Aussteller haben

diese Regelung begrüsst. Die einhellige

Meinung war, dass dadurch die

Qualität der Messe enorm gesteigert

wurde und sich dies auch durch höhere

Umsätze bei den Ausstellern

bemerkbar machte. Für weitere Veranstaltungen

der CannaTrade.ch AG

werden wir diese Altersbegrenzung

beibehalten. Wir möchten ausdrücklich

darauf hinweisen, dass wir diese

Massnahme freiwillig und ohne

Druck von Aussen eingeführt haben.»

Freilich gingen durch diese

Neuerung die absoluten Publikumszahlen

gegenüber dem Vorjahr leicht

zurück: Knapp 9500 Personen besuchten

die CannaTrade 2003; ein

Jahr zuvor hatte die Besucherzahl

die Zehntausendergrenze überschritten.

Addiert man allerdings

auch noch die 732 eingeladenen

Fachbesucher hinzu, dann hat auch

die diesjährige Messe wiederum eine

fünfstellige Besucherzahl zu präsentieren.

Auch der unermüdliche Marco

Kuhn freute sich: «Die internationale

Hanffachmesse CannaTrade.ch

war wieder ein grosser Erfolg für die

Hanfbranche.»

Noch grösser

Einen bisherigen Rekord stellen die

152 Aussteller dar, welche aus total

15 Ländern anwesend waren. Diese

gewachsene Fülle an AusstellerInnen

- 2001 waren es noch 65 gewesen,

2002 bereits 115 - hatte die Messeleitung

stetig gezwungen, jeden

Quadratmeter Fläche geschickt zu

nutzen. Zusätzliche Stände wurden

auch der Bühne und in den Vorräumen

aufgestellt, trotzdem zeigte sich

die alte BEA-Halle 310 an der Grenze

ihrer Kapazitäten. Für die CannaTrade

2004 will das Messeteam

deshalb eine grössere Halle buchen,

vorzugsweise wieder auf dem BEA-

Gelände. Legt die CannaTrade.ch in

den nächsten Jahren weiterhin

kontinuierlich an

Wachstum

zu, wird

sie wohl

bald einmal

ihren

teutonischen

Pendant,

die

CannaBusiness,

in ihren

Quantitäten

überholen.

Dass punkto

Qualität (und

«Feeling»...) die

helvetische Messe

bereits die Nase vorn hat, ist kein

Geheimnis. Die deutschen Hanfaussteller

haben bedeutend härter unter

der anhaltenden Hanf-Repression

hanf szene

frühling 2003

swiss hemp times

29


hanf szene

ihrer - eigentlich rot-grünen - Regierung

zu leiden und die zivile Kripo ist

omnipräsent. Im hiesigen Lande ist

die Situation freisinniger und süsser

Duft liegt in der Luft. Aber gerade

die in der Hanfrevision steckende

Schweiz weist mitunter diffuse Situationen

auf: Der Berner Polizeidirektor

Kurt Wasserfallen liess auch dieses

Jahr wieder seine Paragraphenmuskeln

spielen und alle Hanfpflanzen

an der Messe mit weissem

(giftigem...) Spray unschädlich machen

liess. Mit diesem Präventivschlag

gegen die Massenvernichtungswaffe

Cannabis ist der Polizei

auch heuer wieder ein unerlässlicher

Beitrag zur Volksgesundheit gelungen.

Herzliche Gratulation.

Hanf in Hülle und Fülle

Ja, es gab einiges zu erleben an der

dreitägigen Messe. Neben dem immensen

Angebot von Hanfprodukten

an den Ständen der Produzenten,

Grossisten, Detailhändler und

Dienstleister gab es für das Publikum

auch Degustationen, Vorträge,

Podiumsgespräche, Modeschauen

sowie die hanfige Küche zu erfahren.

Dass inmitten Hunderten von Gästen

im Restaurant die Hanfnudeln

nicht al dente auf dem Tisch landeten,

war kulinarisch bedauerlich,

aber begreiflich. Erwähnenswert wäre

vielleicht noch, dass vor allem

HanfzüchterInnen voll auf die Kosten

kamen, denn die zumeist niederländischen

Anbieter von Anbaumaterial

und -Zubehör nehmen mittlerweile

nahezu die Hälfte des Ausstellerraumes

in Anspruch. Diese Tendenz

dürfte allerdings dem nächstjährigen

Besuch z. B. eines Grosis,

welches sich nur wieder einmal ein

Hanfgewebe vor Augen führen wollte,

oder der Familie, die viele bunte

«Hanflädelis» anzutreffen erwartete,

nicht unbedingt förderlich sein.

Manch einer fühlt sich inmitten von

Rohren, Schläuchen, Ventilatoren,

Lampen und Leuchtreklamen - beladen

mit einem halben Dutzend Plastiksätzen

voller Hochglanzkataloge -

eher an Do-it-yourself und Shoppyland

erinnert, denn an Hanf. Es

bleibt die Erkenntnis, dass die Hanfwelt

kommerzieller und regulärer

swiss hemp times

frühling 2003

30


geworden ist, aber mit dieser Professionalisierung

in der Bevölkerung

wachsende Akzeptanz findet.

CannaSwissCup & CannaParty

Während am Freitag Abend mit dem

Aussteller-Buffet das Händlertum

und interne Atmosphäre angesagt

waren, gehörte der Samstag Abend

dem Publikum. Denn auch dieses

Jahr wurde am «SwissCannabisCup»

das hervorragendste Hanfkraut der

Schweiz prämiert und die mitmachenden

Jurymitgliedern zur grossen

Tombola eingeladen. Traditioneller

Hauptpreis: Ein Wochenende im

Hemp-Hotel in Amsterdam. Bambulé!

In Anschluss an Messe und Cup

ging es - leider fast am anderen Ende

der Stadt - musikalisch zu und her. In

Ergänzung und Abrundung der CannaTrade

hatten fleissige Berner

SHKler eine musikalische «Canna-

Party» auf die Beine gestellt. Im Berner

Wasserwerk luden denn ab 22.00

Uhr zwei Bands, ein DJ, ein

Singer/Songwriter und ein Hip Hop-

Grüppchen zum «Grooven» ein.

So ging dann auch recht die Post ab,

und die beiden Berner Bands «Vollmond

and the Boney Google Brothers»

und «Quatre in Toulouse» wussten

das Publikum zu verwöhnen.

Erstere mit erdigem Retro-Rock,

letztere mit lüpfigem Ska.

Singer/Songwriter «Shotgun Wedding»

verschaffte sich mit durchdachten

Texten eine lauschende Audienz

und «DJ Hork» geizte nicht

mit coolen funky Rhythmen. Last

but not least war da noch das Hip-

Hop-Trio, welches spontan und entsprechend

spät zum Zuge kam. Die

Jungens mussten mit halbleerem

Raum Vorlieb nehmen, denn die Zuhörerschaft

schwand ab etwa zwei

Uhr morgens langsam in die verregnete

Nacht hinaus. Der Erlös dieses

Happenings ging übrigens das Vereinskässeli

der SHK Sektion Bern,

ebenso jener des Hanflotto’s, welches

zwei Wochen später im Berner

Restaurant «Jardin» stattfand (siehe

Seite 45). Deshalb sei an dieser Stelle

- stellvertretend für viele andere -

der Einsatz von Böru, Marc und Mosi

gewürdigt. Das heiter guet gmacht,

Giele! ■

hanf szene

swiss hemp times

frühling 2003

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Aus der Luft gegriffen

Margot Steiner

Bumerang:

Hass trifft immer

nur dich selbst

Was nützen dir

schöne Augen,

wenn du damit

die Schönheit

nicht siehst?

Aufsteller

In einem gemeinsamen Kraftakt

haben die Interessengemeinschaft

der Berner Hanfläden (IGHSB)

und die Sektion SHK BE die

«Petition der Vernunft» an rund

40'000 (!) Berner Haushalte

versandt. Fast wie Blocher…

Ablöscher

Eigentlich wurde erwartet, der

Nationalrat werde sich in der

Frühlingssession der Revision des

BetmG und damit der Cannabis-

Frage annehmen. Nun ist die

Debatte erneut verschoben auf

die Mai-Session. Definitiv.

hanf szene

Die lustige Hanfmontage

frühling 2003

■ Saddam hatte sich den falschen Beruf ausgesucht: An einer Razzia wurde er in seinem Exil entdeckt.

© 2002 Willi Blaser

swiss hemp times

33


Die vollkommene Welt

Patrick Michael Hunziker

Eine Geschichte zur Besinnung in der Zeit des Erwachens

Teil 12

Joshua schien es, als sei dies eine weitere

Offenbarung vom Berg der Erkenntnis,

die ihn auf seinem Weg auf

der Suche nach dem Sinn des Lebens

lenkte. Eigentlich hatte er sich in seiner

ungeduldigen Erwartung erhofft,

schon hier auf dem Gipfel alle Einsichten

und eine tiefere Weisheit zu

erlangen, doch nun erkannte er, dass

dies erst der Anfang einer grossen

Reise war. Er musste in die unbekannten

Welten tauchen, um auch

diese kennen zu lehren, damit sein

Wissensdurst ganzheitlich befriedigt

werden würde. Er spürte den abenteuerlichen

Drang nach diesen Türmen

und seltsamen Häusern aufzubrechen,

welche das neue Tageslicht

erhellte.

Da erinnerte er sich an die Weisheiten

von Grundal und ihm fielen auch

die Abschiedsworte von seinem Vater

Larzius wieder ein, welcher wohl

schon voraussah, was ihn hier oben

erwarten würde und, dass ihn sein

Weg weiter führen würde, als nur auf

die Spitze des Berges der Erkenntnis.

Joshua verspürte, wie ihn ein leichtes

Hungergefühl überkam und holte

das verbliebene Fladenbrot hervor.

Er ass die Hälfte davon und dankte

im Stillen seiner Mutter dafür. Dann

erhob er sich ruhig von seinem Platz,

verabschiedete sich mit der gewohnten

Geste vom Gipfel des Berges,

sprach dankende Abschiedsworte

und machte sich auf den Weg, der geheimnisvollen

Stadt entgegen zu

wandern.

Antonius der Eremit

Bereits nach dem er einige steinige

Abhänge auf der anderen Seite des

Berges hinunter gestiegen war, spürte

er innerlich, dass er sich von seiner

Heimat entfernte und in Gebiete vordrang,

die er noch nicht kannte. Ein

leichtes Unbehagen befing ihn. Doch

sein Wille weiter zu gehen und das

Gefühl seinem Schicksal zu folgen

waren stärker und er schüttelte dieses

nebelartige Empfinden von Angst

vor dem Unbekannten ab.

Die Sonne stieg zunehmend in den

wolkenlosen, blauen Himmel auf und

wärmte ihn mit jedem Schritt mehr,

den er machte. Der Weg flachte bereits

leicht ab und schon begrüssten

ihn die ersten Sträucher und Bäume,

als ihm der kräftige Duft von Rauch

um die Nase strich. Joshua schaute

um sich und sah weiter unten neben

einer Felswand eine kleine Feuerstelle,

hinter der sich eine Gestalt in gebückter

Haltung daran machte, weitere

Hölzer auf zu legen. Freudig, jemanden

zu treffen, mit dem er einige

Worte wechseln und ihm von seinem

abenteuerlichen Vorhaben erzählen

konnte, gab ihm ein stärkendes Gefühl.

Vorsichtig schritt er herab und

näherte sich dem Unbekannten.

Gerade als Joshua noch überlegte, ob

er sich doch nicht besser abwartend

hinter einem grossen Stein verstecken

sollte, um diese Gestalt erst in

Ruhe zu beobachten, sah sie schon in

seine Richtung und warf ihm einen

erstaunten Blick zu. Joshua blieb

kurz stehen und erkannte nun einen

älteren Mann mit einem dunkeln,

langen Bart, der ihn anstarrte und

dann mit einer Winkbewegung zu

sich bat.

Als Joshua sich ihm näherte, entdeckte

er in der Felswand einen Eingang

zu einer Höhle in welcher der Einsiedler

wohl zu hausen pflegte. Mit einer

freundlichen Geste begrüsste er

den Mann, der scheinbar schon viele

Erlebnisse hinter sich gebracht hatte,

die durch Furchen und Runzeln in

sein wildes Gesicht gezeichnet waren.

Doch der schmunzelnde Ausdruck

seiner Lippen und die zufriedene

Ausstrahlung seiner Augen

luden Joshua ein, sogleich zu erzählen,

wer er war.

«Ich bin Joshua, der Sohn von

Larzius und meiner Mutter Sophia

aus Taurin hinter dem Berg der Erkenntnis.»

«Ich weiss, wo Taurin liegt.» unterbrach

ihn der Fremde. «Taurin - das

Dorf am Walde der Zufriedenheit,

das Dorf der gutmütigen Seelen und

spirituellen Traditionen. Es gibt so einiges,

dass ich weiss; ich bin Antonius

der Eremit. Aber dennoch wundert

es mich, dass ich jemanden von dort,

auf dieser Seite des Berges antreffe,

verlassen doch die Tauriner nur sehr

selten ihre geliebte und geschützte

Umgebung.»

«Ich bin aufgebrochen, die unbekannten

Welten aufzusuchen, Antonius,

und die Geheimnisse um den

Sinn des Lebens zu lüften, um vollumfängliche

Weisheit zu erlangen.

Als ich auf der Spitze des Berges angekommen

war, sah ich hohe Türme

am Horizont und einen gewaltigen

See. Dorthin führt mich mein Weg.»

entgegnete ihm Joshua mit klarer

und überzeugter Bestimmtheit.

Antonius schaute Joshua mit einem

durchdringenden Blick an: «Bist du

dir sicher, dass du dich dem Unbehagen

und den Gefahren des Lebens

stellen willst, Joshua? Die Welt in der

wir leben ist nicht nur friedlich und

mit Blumen bestückt…

(wird fortgesetzt)

spirit of nature

frühling 2003

swiss hemp times

35


Der Alpen-Gandhi 3. Teil

Bernard Rappaz / Anna Gossenreiter

Mit dem dritten Teil endet die Potrait-Serie über Hanfpionier Bernard Rappaz. Wir knüpfen an im Jahr

1994, als Rappaz’ Produkte «dank» richterlichen Einsprachen und Beschlagnahmungen stetig populärer

werden. Aber dann wendet sich das Blatt und die Walliser Justiz steckt den Hanfbauer hinter

Gitter. Dort sorgt er mit einem lebensgefährlichen Hungerstreik für Furore und kommt schliesslich frei.

Beinahe gewählt

Nun fanden die Produkte von Valchanvre

regen Absatz im In- und

Ausland. Für Umsatz sorgen vor allem

die Hanfweine und der Handel

mit Samen, aber auch die Lebensmittel

und Kosmetika verkaufen

sich gut. Die Kiffergemeinde funktioniert

nach dem

Prinzip des Schoggitalers:

Mit dem Kauf

der legalen Produkte

wird der Hanfanbau

unterstützt. Rappaz

läuft dann zu Hochform

auf, wenn er einen

starken Gegner

findet, sagen seine

Freunde. Bis er 1996

wegen Handels mit

Hanfkissen inhaftiert

wurde und mit einem

42-tägigen Hungerstreik

seine Freilassung

erzwang, setzte

er sich nicht besonders

engagiert für

die Hanflegalisierung

ein. Danach war er

nicht mehr zu bremsen.

2001 kandidierte

er als Parteiloser für den Grossrat in

Martigny. Sein Programm: «Es wird

viel zu viel Wein produziert. Wir

müssen einen Teil dieser Fläche

durch Hanf ersetzen. Man muss den

Anbau und den Verkauf von Hanf

regeln, kontrollieren, besteuern, wie

den Alkohol.» Rappaz hat das Zeug

zum Prediger. Bei den Wahlen erzielte

er einen Achtungserfolg, mit

zweihundert Stimmen mehr wäre er

in den Grossen Rat eingezogen.

Beinahe verhungert

Wenn Rappaz seine «cause juste»

vorantreiben kann, ist kein Halten

mehr und keine Vorsicht. Für die

Kameras des lokalen Fernsehsenders

M6 zeigte er im Sommer 2000

seine beträchtlichen Hanflager und

erzählte freimütig, dass er Haschisch

einlagere. Für das Schweizer

Fernsehen inszenierte er eine

Haschproduktion in der eigenen

Küche. Er liess das Fernsehen auch

«Gestohlen am 14. November...» Bilder und Texte zur «Affaire Rappaz» sind auch im

Internet unter www.valchanvre.ch zu finden.

filmen, wie Patienten, die mit einem

ärztlichen Rezept kommen, bei Valchanvre

illegalerweise Haschisch

beziehen. Landauf, landab erzählte

er den Medienleuten, dass er zusammen

mit seinen Vertragsbauern

dreissig Hektar Hanf anbaue. Kein

Wunder, hatte die Justiz ein wachsames

Auge auf ihn. Fünfzig Tonnen

Hanf und eine Tonne Haschisch beschlagnahmten

hundert Polizisten

im letzten November. Ein Grosserfolg

nach jahrelanger Jagd auf kleine

Haschischdealer. 73 Tage verweigerte

Rappaz die Nahrung, nun wurde

er vorläufig freigelassen. Claude

Rey vermutet, dass der grosse Hunger

zu Realitätsverlusten geführt

hat. In Briefen an seinen Compagnon

Rey verglich er sich mit Gandhi.

Tragisch, findet Rey. Maggie Loretan

erhielt Briefe, in denen er sich

von Tochter Vanessa verabschiedet:

«Für die Gerechtigkeit geht er auf

tutti.»

Beinahe brav

Am 25. Februar 2002

musste Rappaz seine

16-monatige Strafe für

die Hanfkissenaffäre

antreten, was er – auf

baldige Bewährung

hoffend – ohne neue

Widerstände tat. Das

Kiffen wird wohl bald

legalisiert, doch der

Anbau von Cannabis

vermutlich weiterhin

verboten bleiben. «Super

für die Mafia»,

meint der Hanfbauer

und sagt «dieser Heuchelei»

einmal mehr

den Kampf an. Doch

Rappaz hat sich längst

Gedanken um seine

Zukunft gemacht.Wird

Cannabis legalisiert, braucht er ein

neues Projekt. Der begeisterte Fliegenfischer

stellte bei einer Reise

nach Nepal fest, dass es in den Bergbächen

keine Fische gibt. «Ich könnte

doch», meint er, «Forellen nach

Nepal einführen.»

Nachtrag

Bernard Rappaz befindet sich seit

Oktober 2002 wieder in Freiheit

und hat seine körperliche Verfassung

zurückgewonnen. Er ist nach

wie vor für den Hanf aktiv und Ehrenpräsident

der Schweizer Hanf-

Koordination Sektion Wallis. ■

libertez rappaz!

frühling 2003

swiss hemp times

37


Boris

hanf inteam

Alter: 27 Jahre

Inhaber Homeward Bound / Old town tiki trader, Bern

seit Januar 2003

Was hast du vorher gemacht und wie bist du zu deinem

Laden gekommen?

Ich arbeitete zwei Jahre in einem Hanfladen in Bern.

Wir führten den Laden zu viert, was mit der Zeit zu

kompliziert wurde, worauf wir uns trennen und mein

Kollege und ich diesen Laden hier eröffneten.

Erzähle ein bisschen mehr über das Geschäft, wo kommt

z.B. der Name her?

Homeward Bound ist ein altes Matrosensprichwort und

bedeutet in etwa «unterwegs zuhause». Diese Stimmung

bringen wir mit der Dekoration im Laden und mit

der «feel-good»-Bedienung rüber. Sobald die Kunden

den Laden betreten, lächeln sie.

Und was bedeutet Old town tiki trader?

In Hawaii, Thaiti und den Osterinseln heisst Gott Tiki.

Wir verkaufen Artikel (T-Shirts, Becher, Funartikel)

aus dem Tiki-Kult. Dieser entstand in den 50er Jahren in

den USA.

Benutzt du selber Hanfprodukte

Ja klar! Bei Husten schwöre ich auf Lotti's Hanftäfeli

und wenn ich krank bin, trinke ich Hanftee. Der entspannt,

ist gut für die Durchblutung und man kann super

einschlafen.

Wie geht die Gesellschaft in 10 Jahren mit Hanf um?

Ich hoffe, dass die Schweiz die Hanflegalisierung professionell

über die Bühne bringt. Jeder soll sein Stück

vom Schweizer Hanfkuchen bekommen. Wahrscheinlicher

ist zwar eine «zum-a-gring-recki»-Lösung, aber

hoffen ist erlaubt.

Engin Özcelebi-Gasser

Alter: 28 Jahre

Inhaber Grow World GmbH, St. Gallen

seit September 2002

swiss hemp times

frühling 2003

38

Wie bist du zum Grow World gekommen?

Ich arbeitete als Maschinenmechaniker, Hanf war eigentlich

mein Hobby.Als ich dann arbeitslos wurde, habe

ich einen Kurs für Jungunternehmer gemacht und

danach das Grow World eröffnet

Wie sieht das Angebot deines Ladens aus?

Wir verkaufen ausschliesslich Grow-Produkte. Unser

Ziel dabei ist es, den Kunden vom Steckling bis zu fertigen

Pflanze optimal zu beraten. Die Rückmeldungen

von den Kunden ist sehr positiv, ich denke es gelingt uns

nicht schlecht.

Hast du einmal eine spezielle Geschichte mit einem Kunden

erlebt?

Ja! Neulich kam ein Engländer im Laden vorbei. Er

machte in Frankfurt Ferien, hatte unsere Homepage gesehen

und ist daraufhin mit dem Auto sechs Stunden zu

uns runtergefahren. Das war schon sehr cool.

Benutzt du selber Hanfprodukte

Nein, nicht speziell. Es gibt keine wirklich guten. Das

Preis-Leistungsverhältnis stimmt meist nicht und Hanf

hat doch einen speziellen Eigengeschmack.

Wie geht die Gesellschaft in 10 Jahren mit Hanf um?

Ich hoffe, dass Hanf als natürliche Ressource bekannt

und akzeptiert ist. Jeder Mensch soll die Möglichkeit

haben, vernünftig mit Hanf als Medikament oder Genussmittel

umzugehen.


Tom Schenker

Wie bist du Geschäftsführer von NaturHANFnetz geworden?

Den Einstieg habe ich aus dem Umweltgedanken und

durch einen glücklichen Zufall gefunden. Ich kam gratis

zu vielen, auch internationalen,Adressen von Hanfkunden

und beschloss diese Lücke im Markt zu schliessen.

Wie sieht das Angebot von NaturHANFnetz aus?

Wir statten die Hanfläden mit Produkten aus. Das reicht

von einem kleinen Kleidersortiment bis hin zu Bongs.

Ausserdem haben wir uns auf den Grow-Bereich spezialisiert.

Habt ihr einmal Probleme mit der Polizei oder den Behörden

gehabt?

Ja, leider. Bis im Jahre 99 haben wir zum Beispiel mit

Alter: 33 Jahre

Geschäftsführer NaturHANFnetz GmbH, Däniken

seit Oktober 1996

Bauern oder Lebensmittelproduzenten Hanfprodukte

selber hergestellt und vermarktet. Die Polizei machte

aber zu viele Probleme, weshalb wir diesen spannenden

Bereich aufgaben.

Hast du medizinische Erfahrungen mit Hanf?

Ich habe Probleme mit dem Rücken und deswegen fast

immer verspannte Muskeln und Schmerzen. Kortison

half nur kurzfristig. Die beste Medizin für mich ist Hanf,

das hat auch mein Hausarzt festgestellt.

Wie geht die Gesellschaft in 10 Jahren mit Hanf um?

Die Bevölkerung wird viel mehr über Hanf wissen, dadurch

ist die Pflanze besser akzeptiert. Und wenn nicht,

werden wir nicht aufhören, dafür zu kämpfen.

hanf inteam

Thomas Thürlemann

Alter: 41 Jahre

Inhaber Hanf und Wein, Sulz AG

seit 1994 Rebberg, seit 1997 Hanfanpflanzung

Wie bist du zu Hanf und Wein gekommen?

1994 übernahm ich von meinem Vater einen Weinberg.

Zuerst wars noch ein Hobby, als ich dann aber entlassen

wurde weil ich Hanf anpflanzte, habe ich nur noch

knapp 50% als Postchauffeur gearbeitet.

Hast du nie Probleme mit den Behörden gehabt?

Doch, natürlich. Sie schikanieren mich wo sie können.

Beschlagnahmen meine Ernte und die Dorfbevölkerung

redet hintenrum über mich.

Wie setzt sich dein Angebot zusammen?

Wir produzieren feine Hanfweine, aber auch Mohnwein,

Kokawein, Hanfsekt und Eiswein. Hanfweine haben

ein geringeres Volumenprozent als normale Weine,

sind aber sehr würzig so richtig süss-sauer-bitter.

Ausserdem machen wir Hanfduftkerzen. Die sind sehr

gut für die Bronchien

Hast du medizinische Erfahrungen mit Hanf?

Ja. Früher hatte ich extreme Magenkrämpfe. Nachdem

ich einen Hanftee mit Milch oder Honig getrunken hatte,

waren die Krämpfe weg. Erst dadurch bin ich zu

Hanf gekommen.

Wie geht die Gesellschaft in 10 Jahren mit dem Hanf um?

In 10 Jahren interessierts keinen mehr wer kifft und wer

nicht, die Hauptsache wird sein, dass der Staat abkassiert.

von Florence Bieri

frühling 2003

swiss hemp times

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dr. hanf

Hanf als Medizin?

Fünf Fragen an:

Sabine Schaller, Floristin «Azubi»

Soll Hanf auch als Alternative zur

Schulmedizin angewandt werden

dürfen?

Ja, als Ergänzung zur Schulmedizin

finde ich es sinnvoll.

Sollte Hanf als Medizin zum Beispiel

in der Apotheke frei erhältlich

sein oder nur auf Rezept?

Ich finde, in der Apotheke sollte es

frei, also ohne Rezept, erhältlich

sein.

Finden Sie, dass jeder Mensch das

Recht hat, seine Medizin selber zu

wählen oder gar selber anzubauen/herzustellen,

solange er

niemandem damit schadet?

Ja. In meinen Augen sollte jeder

machen können was er für richtig

hält.

Haben Sie oder Ihre Familie/

Freunde Erfahrungen mit Heilpflanzen

gemacht? Wenn ja, auch

mit Hanf?

Ich selber habe noch keine Erfahrungen

damit, aber viel darüber

gehört und gelesen.

Finden Sie es richtig, dass das Gesetz

den Gebrauch einer Heilpflanze

verbietet, wie es beim

Hanf der Fall ist?

Sicher nicht. Das ist ein Witz.

Vielen Dank für das Gespräch

und alles Gute.

frühling 2003

swiss hemp times

41


War Jesus ein Cannabis-Jünger?

Rinaldo Eckmann

Jesus' Wunderheilungen und die Visionen seiner Jünger waren das Ergebnis eines

Drogenrausches – dies zumindest behauptet ein US-Forscher nach dem Studium alter Schriften

und archäologischer Erkenntnisse.

Los Angeles – Jesus ein Kiffer, der

seine Jünger mit Drogen buchstäblich

in Hochstimmung versetzte?

Was kirchliche Würdenträger auf die

Palme treiben dürfte, ist für Chris

Bennett die logische Schlussfolgerung

wissenschaftlicher Studien.

Denn das Salböl, das die ersten

Christen verwendet hätten, habe

grosse Mengen einer Substanz namens

Keneh-Bosum enthalten. Dabei,

schreibt Bennet im US-Magazin

«High Times», handele es sich nach

Erkenntnissen von Wissenschaftlern

um ein Cannabis-Extrakt, das zusammen

mit Kräutern in Olivenöl

gelöst wird. In der hebräischen Original-Version

der Bibel wiederum

stehe ein Rezept für das heilige Salböl,

das die äusserst grosszügige Verwendung

von Keneh-Bosum empfiehlt.

«Die Gesalbten der alten Zeit badeten

förmlich in dieser potenten Mixtur»,

meint Bennett. Das Cannabis,

so seine Theorie, sei über die Haut

oder über Nahrungsmittel in den

Kreislauf gelangt. Auch der bei antiken

Zeremonien benutzte Weihrauch

habe Cannabis enthalten. Schützenhilfe

erhielt Bennet von Carl Ruck,

Professor für klassische Mythologie

an der Boston University. «Es besteht

kaum ein Zweifel, dass Cannabis im

Judaismus eine Rolle gespielt hat»,

sagte der Wissenschaftler der britischen

Zeitung «The Guardian». Berichte

von Jüngern, die einen über

das Wasser wandelnden Jesus gesehen

haben, könnten so in einem ganz

neuen Licht erscheinen.

Archäologische Funde hätten ergeben,

dass die Droge in alter Zeit auch

verbreitet medizinisch und als Nahrungsmittel

genutzt worden sei, erklärt

Bennett. Deshalb könne Cannabis

durchaus auch bei manchen Wunderheilungen

Jesu eine Rolle gespielt

haben. «In der Antike wurden

Krankheiten wie Epilepsie der dämonischen

Besessenheit zugeschrieben.

Die erfolgreiche Behandlung

solcher Leiden wurde als Exorzismus

oder Wunderheilung betrachtet, auch

wenn Öle und Kräuter zum Einsatz

kamen.»

Cannabis, hat sich mittlerweile als

wirksames Mittel nicht nur gegen epileptische

Anfälle, sondern auch gegen

andere Krankheiten erwiesen, die Jesus

auf wundersame Weise geheilt haben

soll – etwa Hautkrankheiten,

Augenleiden oder Menstruationsprobleme.

So ist es in meinen Augen unchristlich,

Menschen wegen Cannabis-Konsums

zu verfolgen, aber Alkohohl als Blut

Gottes zu preisen. Immerhin sei Cannabis

eine der Hauptzutaten des antiken

Salböls gewesen, das Jesus erst

zum Christus, dem Gesalbten, und seine

Anhänger zu Christen machte. Und

vielleicht würde der Papst nicht so zittern,

wenn er statt dem Messwein einen

Hanftee trinken würde. ■

Die Götter haben den Hanf den Menschen

aus Mitgefühl gegeben, so das

sie die Erleuchtung erlangen können,

die Furcht verlieren und sexuelle Begierde

behalten.

Raja Valabha

(Sanskrittext,

17.Jh.)

culinarium

Kirschensuppe mit Hanfnuss-Mascarpone

Für 6 Personen

Zutaten:

1kg Kirschen frisch, oder tiefgekühlt.

4 dl roter Traubensaft

4–6 Tropfen Bittermandel Aroma

1 Tropfen Hanfblüten Aroma

2 Beutel Bourbon-Vanillezucker

3 Teelöffel geschälte geröstete

Hanfnüsse

1 gehäufter Teelöffel Maisstärke

125g Mascarpone

6 schöne Hanfblätter zum Garnieren

1. Die Kirschen entsteinen. 3 dl Traubensaft mit dem Hanfblüten-Bittermandel-Aroma

und einem halben Beutel Vanillezucker aufkochen. Kirschen beifügen und zugedeckt knapp

weich kochen. Restlichen Traubensaft mit Maisstärke

verrühren und unter Rühren zu den Kirschen geben.

Noch so lange auf dem Herd lassen, bis die Sauce

leicht bindet. Auskühlen lassen.

2. Mascarpone, restlichen Vanillezucker und die

gerösteten geschälten Hanfnüsse sorgfältig mischen.

3. Zum Servieren die Kirschen in Suppenteller,

Tassen oder Schalen verteilen. Mit Hanfnuss-Mascarpone

und Hanfblättern garnieren.

© 2002 naturART

frühling 2003

swiss hemp times

43


Rückschau

Hanflotto

Im Restaurant «Jardin» im beschaulichen

Berner Breitenrain-

Quartier fand am Wochenende des

15./16. März zum ersten Mal ein

«Hanflotto» statt. Organisiert von

der Sektion Bern der Schweizer

Hanf-Koordination SHK, ertönten

im Sääli zwei Tage lang die Rufe

«Carton!» und «Lotto!».Trotz wunderschönem

Wetter draussen waren

zahlreiche SpielerInnen – vom

jungen Erwachsenen bis zum Grosi

– zu verzeichnen und wurden Naturalpreise

im Wert von mehreren

Tausenden Franken gewonnen.

Den Organisatoren war zu entnehmen,

dass aufgrund des Erfolges im

Herbst voraussichtlich wieder ein

Hanflotto auf die Beine gestellt

werde.

AGENDA

Ausgewählte Leckerbisse:

Schweiz

3.5.2003

«Million Marihuana March»

Informationsveranstaltungen

in Bern und Zürich. In Bern

Stand auf dem Kornhausplatz,

in Zürich bei Redaktionsschluss

noch nicht bekannt.

Weitere Infos uter

www.shk-zuerich.ch

hemp events

Vorschau

MMM: Million

Marihuana March

Schon fast traditionell, ist auch dieses

Jahr am ersten Mai-Samstag

weltweit der «Million Marihuana

March» (kurz «MMM») angesagt. In

Bern wird die SHK Sektion BE mit

einem Informationsstand am Kornhausplatz

aufwarten; ebenso wird

die Swiss Hemp Times mit einem

Stand präsent sein. In Zürich plant

die dortige SHK-Sektion ebenfalls

ein Happening, Ort und Zeit werden

zu erfahren sein unter www.shk-zuerich.ch.

Weltweit werden am diesem

Samstag in Hunderten von

Städten Manifestationen für Cannabis

stattfinden und friedlich gegen

die globale Repression protestieren.

Heuer mit besserem Wetter?

Weltweit

25.4 - 27.4.2003

«Highlife Hennepbeurs»-Messe

in Utrecht (NL). Die nunmehr

sechste Ausgabe der niederländischen

Hanfmesse findet heuer

in einer grösseren Halle statt.

Weitere Infos unter

www.highlife.nl

2.5. - 4.5.2003

«Million Marihuana March»

Weltweite Manifestationen

für die Cannabis-Legalisierung

in Hunderten von Städten weltweit.

Infos zu den jeweiligen

Orten und Daten unter

www.cures-notwars.org/mmm/2003

frühling 2003

swiss hemp times

45


die letzte

Nimm mich!

Die «SWISS HEMP TIMES»

im Briefkasten?

Abonnement CHF 20.–/Jahr

(4 Ausgaben)

Gönnerschaft CHF 50.–/Jahr

(4 Ausgaben & mehr)

Infos und News unter:

www.hemptimes.ch

Herzlichen Dank für deine

Unterstützung –

hasta la victoria siempre!

Lösung «hemp game»

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IMPRESSUM

Matthias «Willi» Blaser

Chefredaktor

Die SWISS HEMP TIMES

erscheint alle drei Monate

Olivier Maier

legalize Eine er it, hemp Zeit history des Erwacr Besinnung Auflage: in 12000 der Ex. Zeit des Erwachens,

Informationen über Inserate, Termine Teil 7

Marc Zingg

Redaktor

der report

Nadir Lenazzi

Redaktor «Mr. K.C.»

growing

Roman Bettschen

Redaktor «El Creador»

growing

Patrick Michael Hunziker

Redaktor

spirits of nature

Lotti Loosli

Redaktorin

Dr. hanf

Hannes Lüthi

Redaktor

cannaisseurs

Florence Bieri

Redaktorin

hanf inteam

Rinaldo Eckmann

Redaktor

culinarium

Bernard Rappaz

Redaktor

libertez rappaz!

Peter «Monkey» Zysset

Kolumnist «Mr. M»

News frisch vom Feld

und Tarife unter www.hemptimes.ch/inserate

Herausgeber

Verein Schweizer Hanfblatt, Thun

Redaktion und Vertrieb

Swiss Hemp Times,

Monbijoustrasse 17, 3011 Bern

Tel. 031 398 14 47

Fax 031 398 14 57

redaktion@hemptimes.ch

Mitarbeit an dieser Ausgabe

Margot Steiner, Erik Vischer

Beratung

Symbiont Consulting, Bern

Grafische Gestaltung

PRESIGN

Scheibenstrasse 9, 3600 Thun

grafik@hemptimes.ch

Internet

Fatweb, Reto Iseli, Wimmis

www.fatweb.ch

Druck

Jost Druck AG, Hünibach

Versand

Verein TRANSfair, Thun

Redaktionelle Partnerschaft

Verein hanfarchiv, Rohrmatt

Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung

für unverlangt eingesandtes Material.

Reproduktion für kommerzielle Zwecke nur mit

schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

Alle Rechte vorbehalten.

Die nächste

«Swiss Hemp Times»

erscheint am

21. Juni 2003

Die guten Taten des Hanfgeistes

frühling 2003

swiss hemp times

© 2003 Willi Blaser

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