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Schwelmer Symposium 2012 Beurteilungskriterien ... - Henning GmbH

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

<strong>Schwelmer</strong> <strong>Symposium</strong> <strong>2012</strong><br />

Ludwig Semmler Dipl. Ing. (FH)<br />

Geneickenerstrasse 190<br />

41238 Mönchengladbach<br />

Tel.: 00 49 21 66 13 94 22<br />

Fax.: 00 49 21 66 13 94 33<br />

Mobil: 00 49 160 7 42 36 31<br />

Mail: ludwig.semmler@ziehl-abegg.de


<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

Seilaufzugantriebe haben die Funktion, Achslast zu übernehmen<br />

und Drehmoment zu übertragen.<br />

Aus diesen Forderungen ergeben sich Betrachtungen, die für die<br />

Auswahl der Antriebe entscheidend sind.<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

Ludwig Semmler | 18.06.12


<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

1. Flächenpressung zwischen Seil und Treibscheibe<br />

2. Drehmoment<br />

3. Achslast<br />

4. Beschleunigung<br />

5. Temperatur<br />

6. Abtriebswelle für die Treibscheibe<br />

7. Qualitätsmerkmale Getriebe<br />

8. Kriterien bei Frequenzumrichter<br />

9. Berechnungsunterlagen<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

Ludwig Semmler | 18.06.12


1. Flächenpressung zwischen Seil + Treibscheibe<br />

Es wird die Berechnungsvorschrift aus der TRA 003 Stand 1981 verwendet.<br />

Der Wert der Flächenpressung wird in der DIN EN 81 nicht mehr gefordert.<br />

Für die Berechnung der Flächenpressung werden folgenden Daten zugrunde<br />

gelegt:<br />

F = Fahrkorbgewichtskraft [N]<br />

Q = Nutzlastgewichtskraft [N]<br />

s = Anzahl der Seile<br />

d = Durchmesser der Seile [mm]<br />

D = Durchmesser der Treibscheibe [mm]<br />

α = Unterschnittwinkel [°]<br />

γ = Keilrillenwinkel [°]<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

Ludwig Semmler | 18.06.12


1. Flächenpressung zwischen Seil + Treibscheibe<br />

Keilrille<br />

k<br />

Sitzrille<br />

<br />

F<br />

z<br />

Q S<br />

d D<br />

<br />

1<br />

sin<br />

<br />

2<br />

<br />

2N<br />

/<br />

mm<br />

2<br />

k<br />

<br />

F<br />

z<br />

Q S<br />

d D<br />

<br />

<br />

8<br />

<br />

<br />

<br />

cos<br />

2<br />

sin<br />

<br />

<br />

9N<br />

/<br />

mm<br />

2<br />

5<br />

<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

Ludwig Semmler | 18.06.12


2. Drehmoment<br />

Drehmomente sind für die maximalen Belastungsfälle zu ermitteln:<br />

Leer ab oder voll auf<br />

Antriebe sind nicht nur mit einem statistischen Mittelwert zu dimensionieren.<br />

Der Nachweis ist über die Berechnung zu erbringen.<br />

6<br />

<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

Ludwig Semmler | 18.06.12


2. Drehmoment<br />

Bsp.: Q=1000Kg, G=50%, 1m/s, 1 : 1, Treibscheibe 320mm<br />

- Lastabtriebsdrehmoment ca. 995 Nm<br />

- Zulässiges Lastabtriebsdrehmoment 1200 Nm<br />

- Nennabtriebsdrehmoment 1120 Nm<br />

- Statistisches oder effektives Drehmoment ca. 760 Nm<br />

Das statistische Drehmoment ist ein quadratisch berechneter Mittelwert aus vier<br />

Fahrten:<br />

Leer auf, leer ab, eine Person auf, eine Person ab.<br />

Das statistische Drehmoment stellt somit eine mittlere Belastung des Antriebs<br />

dar und nicht die maximale Belastung.<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

Ludwig Semmler | 18.06.12


3. Achslast<br />

Insbesondere bei Modernisierung ist es erforderlich, dass der Antrieb über<br />

genügend Reserve verfügt.<br />

Zu einem späteren Zeitpunkt kann es notwendig sein die Kabine neu auszukleiden<br />

oder neue Türantriebe zu montieren.<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

Ludwig Semmler | 18.06.12


4. Beschleunigung<br />

Als Richtwert für die Beschleunigung kann der halbe Wert der Geschwindigkeit<br />

angenommen werden.<br />

Bsp.:<br />

v=1m/s entspricht a=0,5m/s²<br />

v=2m/s entspricht a=1m/s²<br />

Die Beschleunigungen müssen nicht nur zur Geschwindigkeit passen, sondern<br />

auch zum Nutzer des Aufzugs.<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

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5. Temperatur<br />

Die Temperatur ist abhängig von der Belastung des Antriebs und damit von der<br />

zulässigen Einschaltdauer des Antriebs. Die Temperatur gibt einen guten Hinweis,<br />

wie weit die Maschine an der thermischen Grenze läuft, bzw. wie groß die<br />

Reserven sind.<br />

Die zulässige Motorinnentemperatur ist abhängig von den eingesetzten<br />

Materialien (Lack, Magnete) entweder 130°C oder 160°C.<br />

T max = 70°C für häufig genutzten Anlagen. Nutzungskategorie 4 oder 5 nach<br />

VDI 4707.<br />

T max = 80°C für regelmäßig genutzte Anlagen. Nutzungskategorie 2 oder 3 nach<br />

VDI 4707.<br />

T max = 100°C für selten genutzte Anlagen. Nutzungskategorie 1 nach VDI 4707.<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

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5. Temperatur<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

Ludwig Semmler | 18.06.12


5. Temperatur<br />

Die Einschaltdauer der Antriebe beeinflusst im wesentlichen die Temperatur<br />

der Antriebe. Dies ist insbesondere bei getriebelosen Antrieben wichtig, da<br />

derartige Antriebe über eine hohe Leistungsdichte verfügen.<br />

180 Fahrten / h mit 40% ED ist für viele hochfrequentierte Aufzüge ausreichend.<br />

180 Fahrten / h = 3 Fahrten / Minute = 1 Fahrt / 20 Sekunden<br />

40% von 20 Sekunden = 8 Sekunden.<br />

8 Sekunden fahren, 12 Sekunden stehen.<br />

Im Einzelfall ist eine höhere Einschaltdauer zu wählen, z. B.:<br />

50%, 60% oder 70%.<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

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6. Abtriebswelle für die Treibscheibe<br />

Eine konische Welle für die Treibscheibe ist zu empfehlen. Treibscheiben mit<br />

zylindrischer Welle lassen sich nur schwer montieren, bzw. demontieren. Meist<br />

ist dann ein hydraulischer Abzieher nötig. Die Treibscheibe mit einem<br />

Gasbrenner zu erwärmen kann zur Zerstörung der Maschine führen.<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

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6. Abtriebswelle für die Treibscheibe<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

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7. Qualitätsmerkmale Getriebe<br />

• Einteilige Graugussgehäuse verwenden.<br />

• Kein Außenlager, oder richtige Montage.<br />

• Synthetiköl verwenden.<br />

• Bremsüberwachungsschalter,<br />

zumindest als Verschleißüberwachung<br />

erforderlich.<br />

• Drehzahl für Schneckengetriebe<br />

unter ca. 1300 U/min empfehlenswert,<br />

da weniger Wärme und ein<br />

niedrigerer Geräuschpegel entsteht.<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

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8. Kriterien bei Frequenzumrichter<br />

• Frequenzumrichter mit integriertem Filter, Drossel und Schützen. Damit ist es<br />

leichter die EMV - Vorschriften einzuhalten. Die entstehende Verlustwärme wird<br />

direkt im Frequenzumrichter abgeführt.<br />

• Wird der Frequenzumrichter in die Steuerung eingebaut, dann ist für eine ausreichende<br />

Belüftung des Schaltschranks zu sorgen. Der Frequenzumrichter<br />

und die Steuerung müssen hinsichtlich der EMV zusammen betrachtet werden.<br />

• Höhere Taktfrequenzen führen zu höheren thermischen Belastungen und verkürzen<br />

damit die Lebensdauer. Höhere Taktfrequenzen führen jedoch auch zu<br />

niedrigeren Geräuschen.<br />

Als Kompromiss kann die Taktfrequenz von der Temperatur abhängig gemacht,<br />

oder der zulässige Nennstrom beschränkt werden.<br />

• Der Nennstrom des Frequenzumrichter ist für eine Einschaltdauer von 60%<br />

ausgelegt. Die zulässigen Taktfrequenzen liegen zwischen 8kHz – 16kHz.<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

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8. Kriterien bei Frequenzumrichter<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

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9. Berechnungsunterlagen<br />

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<strong>Beurteilungskriterien</strong> für Seilaufzugantriebe<br />

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9. Berechnungsunterlagen<br />

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9. Berechnungsunterlagen<br />

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9. Berechnungsunterlagen<br />

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