Geschäftsbericht 2012 R+V Allgemeine Versicherung AG

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Geschäftsbericht 2012 R+V Allgemeine Versicherung AG

24 Risikobericht

Teil des Prämien- und Schadenrisikos und von besonderer Bedeutung

ist das Katastrophenrisiko, das Kumulrisiken umfasst,

die aus dem Eintritt eines einzelnen Schadenereignisses

verbunden mit einer Häufung von Schadenfällen resultieren.

Die Risikoeinschätzung von Elementarereignissen erfolgt

durch regelmäßige Analysen des Versicherungsbestandes. Die

geographische Diversifikation und Zeichnungsrestriktionen

für bestimmte Risiken und Regionen reduzieren das Risiko.

Die Methodik der Risikobewertung für Elementarrisiken beinhaltet

ein prospektives Limitsystem unter Berücksichtigung

der zugeordneten internen Risikokapitalgrößen. Die auf Basis

der hochgerechneten Geschäftsentwicklung erreichte Risikoexposition

wird dabei einer Verlustobergrenze gegenübergestellt,

die sich aus dem zugeordneten internen Risikokapital

ableitet. Sofern die Modelle noch nicht die erforderliche Stabilität

erreicht haben, zum Beispiel für die Einschätzung des Hagelrisikos,

verwendet R+V bis zur geplanten Ablösung deterministische

Ansätze für die Einschätzung der möglichen Risikosituation.

Klassische Möglichkeiten der Risikominderung in der Versicherungstechnik

sind unter anderem die Risikoteilung durch

obligatorische und fakultative Rückversicherung, der Risikoausschluss,

eine systematische Sanierung oder aber die Gestaltung

von Selbstbehalten. Im Zusammenhang mit Elementarrisiken

erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Risikotragfähigkeit.

Daraus leiten sich Rückversicherungsstrukturen

und Haftungsstrecken ab.

Zur Schadenbegrenzung und Schadenverhütung stellt R+V ein

Netz verschiedener Dienstleistungstöchter zur Verfügung, deren

spezialisierte Serviceangebote die Kunden und Vertriebspartner

in Vertrags-, Risikopräventions- oder Sanierungsfragen

begleiten. Eine dieser Dienstleistungstöchter ist z. B. die

KRAVAG Umweltschutz- und Sicherheitstechnik GmbH als konzerneigene

Sachverständigenorganisation mit Zuständigkeit

für technisches Schaden- und Risikomanagement.

Das Reserverisiko betrifft das Risiko, dass die Schadenreserven,

die für bereits eingetretene Schäden ausgewiesen wur-

den, nicht ausreichend bemessen sind. Die Schätzung der Verpflichtungen

ist mit Unsicherheiten behaftet. Die Bestimmung

der Reserven für Schäden und Schadenregulierungskosten erfolgt

nach allgemein anerkannten Grundsätzen versicherungsmathematischer

Praxis auf der Grundlage von Annahmen. Diese

basieren auf unternehmenseigenen Erfahrungen, aktuariellen

Statistiken und Auswertungen übriger zur Verfügung stehender

Informationsquellen.

Für bekannte, aber auch für unbekannte Schäden sind Schadenrückstellungen

in ausreichender Höhe dotiert. Die Abwicklung

dieser Reserven wird ständig verfolgt und Erkenntnisse

hieraus fließen wieder in aktuelle Schätzungen ein.

Die versicherungstechnischen Risiken umfassen auch Kostenrisiken.

Diese ergeben sich bei ungünstigen Veränderungen

des Geschäftsverlaufs dadurch, dass bei sinkenden Erträgen

die entsprechenden Aufwendungen nicht im gleichen Maße

verringert werden können. Eingeschlossen ist auch das Budgetdefizitrisiko,

das aus geringeren Einnahmen oder höheren

Kosten als im Budget vorgesehen resultiert.

Das Zinsgarantierisiko bei der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr

besteht darin, dass die bei Vertragsabschluss

für bestimmte Produkte vereinbarte garantierte Mindestverzinsung

nicht dauerhaft auf dem Kapitalmarkt erwirtschaftet

werden kann.

In 2011 hat der Gesetzgeber eine Änderung der Deckungsrückstellungsverordnung

vorgenommen und eine gesetzliche

Regelung zur Bildung einer Zinszusatzreserve geschaffen. Dieses

Instrument ermöglicht eine vorausschauende Erhöhung

der Reserven zur frühzeitigen Vorsorge im Hinblick auf Phasen

niedriger Zinserträge. Die Höhe der Zinszusatzreserve wird

durch einen vorgegebenen Referenzzinssatz bestimmt. Dieser

ist definiert als die über zehn Jahre gemittelte Rendite von

Anleihen bester Bonität („AAA“) von Staaten der Europäischen

Währungsunion mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren. Die

Berechnung der Zinszusatzreserve erfolgt auf einzelvertraglicher

Basis. Demzufolge wurde die Zinszusatzreserve in 2012

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