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Das kundenmagazin von DB SCHENKER RAIL

Nr. 03 | 13

Neue Rollenverteilung

Die Papier- und Zellstoffindustrie erlebt unruhige Zeiten. DB Schenker

Rail und die Branchengroßen werden zu Logistik-Partnern

Seite 8

Arabien

Güterzüge in den

VAE am Golf

Seite 14

Spanien

DB-Tochter Transfesa

feiert 70. Geburtstag

Seite 16

Russland

Großwäscherei

nach Sotschi

Seite 30


Editorial

„Wir verbessern mit

Bahntransporten

unsere CO 2

-Bilanz.“

Thomas Hermann, Supply Chain

Director Evian Volvic World

Gemeinsam Veränderungen angehen!

Flüssiges Ladegut

Wasser fließt nicht, Wasser rollt

– und zwar mit Ganzzügen auf

rund 700 Kilometern aus der

Vulkanregion der französischen Auvergne

nach Deutschland. „Jede Woche fährt DB

Schenker Rail zusammen mit ihrer französischen

Tochter ECR vier Ganzzüge für

Danone in die deutschen Zentralläger nach

Hockenheim oder nach Worms“, sagt

Karsten Rotter, Key Account Manager Konsumgüter

bei DB Schenker Rail. Knapp 40

Lastwagenladungen erspart jeder Zug der

Umwelt. Das ist auch einer der Gründe,

warum sich Danone – die Marken Evian

und Volvic gehören dazu – für DB Schenker

Rail entschieden hat. „Wir verbessern

mit Bahntransporten unsere CO 2

-Bilanz“,

erklärt Thomas Hermann, Supply Chain

Director Evian Volvic World. 2011 hat Danone

80 Prozent aller Transporte mit dem

Zug in die Zentralläger in Hockenheim,

Duisburg und Worms gebracht. an

Titeloto: Michael Neuhaus; Fotos: fotolia, Andreas Reeg, Oliver Tjaden

In den vergangenen Monaten sind wir auf Sie zugegangen und haben Sie gefragt:

Wie können wir gemeinsam besser werden? Auch auf der Messe transport logistic

in München haben wir Sie getroffen und viele Anregungen aufgenommen. Und

auf unseren Branchenveranstaltungen wie zum Beispiel dem Pulp & Paper

Summit, der im April die wichtigsten Entscheider aus der Papier- und

Zellstoffindustrie versammelt hat, haben wir uns intensiv ausgetauscht.

Wir haben dabei drei Botschaften mitgenommen: Erstens ist Logistik für Sie wichtig,

um Kosten zu senken und wettbewerbsfähiger zu werden. Zweitens sind Sie bereit

für Veränderungen, wenn es darum geht, ökonomisch sinnvolle Transporte zu

realisieren. Drittens suchen Sie einen Logistikpartner, der Ihr Metier versteht.

Unser Fazit: Wir wollen dieser Partner sein. Wir wollen unser Netzwerk, unser

Know-how, mit neuen Ideen verknüpfen, um gemeinsam mit Ihnen intelligente

und nachhaltige Transport- und Logistiklösungen zu konzipieren. In diesem Heft

finden Sie schon einiges von dem, was wir realisieren.

Ich wünsche Ihnen fruchtbare Anregungen und

natürlich eine unterhaltsame Lektüre,

Ihr

Axel Marschall

Member of the Management Board

DB Schenker Rail

In der railways-App: Wählen Sie hier Ihre Sprache aus.

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Inhalt

Focus:

Papier & Zellstoff

Im April lud DB Schenker zum Pulp & Paper Summit nach Potsdam.

Rund 70 Kunden und Mitarbeiter kamen, um über die schwierige

Lage auf dem Markt zu diskutieren. railways liefert Eindrücke

und Ergebnisse dieses wohl wichtigsten Branchentreffs.

Markets & Innovations

14 Kühles Kalkül auf einem heißen Markt

DB Schenker Rail und die Vereinigten

Arabischen Emirate – das ist eine

Geschäftsbeziehung ganz neuer Art. Ab

Oktober steuert DB Schenker Rail mit

seinem Know-how die erste Eisenbahn

in dem Golfstaat.

18 Transalpines Qualitätsnetzwerk

wird stärker

Europa steht weiter im Fokus der größten

Güterbahn des Kontinents. Die Xrail-Allianz

stärkt ihr Qualitätsnetzwerk für Einzelwagenverkehre

durch ein internationales

Kapazitätsmanagement und nimmt die

italienische NordCargo auf.

20 Auf leisen Sohlen durch Europa

Nachhaltigkeit heißt auch Lärmschutz.

Aus diesem Grund rüstet DB Schenker Rail

den Wagenpark um und stattet die Waggons

mit leisen, abriebarmen LL-Sohlen aus.

Viel Prominenz begleitete den historischen

ersten Schritt.

28 Investition in die Zukunft

Der intermodale Verkehr birgt gute Wachstumschancen,

auch auf dem derzeit angespannten

Markt für den Schienengüterverkehr.

Um für die Kunden diesen Trend

aufzugreifen, investiert DB Schenker in

neue Taschen-Güterwagen.

Company & People

30 Großwäscherei für Sotschi

Die XXII. Olympischen Winterspiele 2014

in Sotschi werfen ihre Schatten voraus.

DB Schenker bringt eine enorme Großwaschanlage

in den russischen Wintersportort.

Ein Beispiel für gelungene

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg.

34 Sicher gegen Regen und Nässe geschützt

Rumäniens größter Düngemittelhersteller

Azomures setzt auf Transporte von

DB Schenker Rail. Das Unternehmen hat die

Wagenflotte modernisiert, um das empfindliche

Transportgut trocken in den Exporthafen

Constanţa zu bringen.

Kühles Kalkül auf

einem heiSSen Markt

Customers & Projects

25 „Champions Cup“ für Bayer-Züge

Der Bayer-Konzern will weitere Transporte

auf die Schiene verlegen. Die Logistiker des

Unternehmens konzipieren ihre Supply

Chain zwischen Uerdingen und Brunsbüttel

neu. Mithilfe von DB Schenker Rail, „einem

tollen Partner“, laut Bayer.

26 Ludwigshafen fliegt mit dem Albatros

Das intermodale Netzwerk Albatros sorgt

für schnelle Transporte von und zu den

deutschen Seehäfen. Nun ist Ludwigshafen

Teil des Netzwerks. Das bedeutet: mehr

Tempo für Güter aus dem Rhein-Neckar-

Gebiet.

36 Sand schützt Kulturerbe

Polens historisches Salzbergwerk Wieliczka

droht einzustürzen. Mit Tausenden Tonnen

Sand rettet DB Schenker Rail nun per

Güterzug das gefährdete Weltkulturerbe.

38 Was steckt in der Europalette? / Der BCP-

Award: Auszeichnung für railways.

Save the Date / Zeitzeichen / Impressum

Fotos: Etihad Rail, Pablo Castagnola

Auf leisen Sohlen

durch Europa

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News

News

Mainz/Deutschland

Verladeschäden an Güterwagen reduzieren

Güterwagen werden gerade bei der Be- und Entladung von Schrott

stark beansprucht. Um Verladeschäden zu reduzieren, führt DB Schenker

Rail Informationsveranstaltungen mit Kran- und Baggerführern der

Kunden durch. „Die Teilnehmer erhalten dann ein Zertifikat und eine

Broschüre mit Tipps zum Bewegen und Rangieren von Güterwagen und

Infos über gefährdete Bauteile an Wagen oder die Folgen von Überladungen“,

erklärt Siegfried Schmidt vom Betriebsmanagement, der das

Projekt mitrealisiert hat. Bis heute sind 96 Kranführer geschult worden.

„Das erspart sowohl dem Kunden als auch DB Schenker Rail Kosten und

trägt dazu bei, die Wagenverfügbarkeit zu erhöhen “, sagt Hans-Joachim

Oerschkes, Fachreferent für Verladeschäden DB Schenker Rail. an

Fotos: Oliver Tjaden, DB AG (2), Mauritius Images (2); LG Cargo

Kopenhagen/Dänemark

Legendäre Reise über den Öresund

Mitte April hat DB Schenker den wohl berühmtesten Zug der

Welt, den Orient-Express, auf die Reise gebracht. Statt wie

früher in Paris, startete der Zug hinter einer DB Schenker-Lok

in der dänischen Hauptstadt und fuhr über die Öresundbrücke

nach Malmö in Schweden. Begeisterte Fans säumten die

Schienen, als der Zug in Kopenhagen aufbrach. Der Reiseveranstalter

hatt den Zug auf eine achttägige Touristik-Route

von Italien in den hohen Norden geschickt. Rund 3.400 Euro

kostete die gesamte Reise von Venedig über Kopenhagen

nach Stockholm. Insgesamt 2.541 Kilometer legten die Waggons

zurück. Auch auf dem Rückweg aus Schweden übernahm

DB Schenker wieder die Traktion über den Öresund. an

Mainz/Deutschland

Neuer leiter EIS/

MB Montan

Zum 1. September 2013 übernimmt

Dr. Jörg Hilker im Geschäftsfeld DB

Schenker Rail die Vertriebsleitung

des „European Industry Sector Metals

& Coal“ und des Marktbereichs

Montan. Bis zur Regelung einer

Nachfolge bleibt Dr. Jörg Hilker für

die Leitung des Marktbereichs Chemie/Mineralöl/Düngemittel

und die

Geschäftsführung der DB Schenker

BTT GmbH verantwortlich. an

Istanbul/Türkei

Brücke zum Bosporus

Mainz/Deutschland

Neue Leitung Regionalvertrieb

Maarten de Ridder wird mit Wirkung zum

1. September 2013 die Funktion als Leiter Regionalvertrieb

bei DB Schenker Rail in der Region

Central übernehmen. Der Regionalvertrieb

betreut mittlere und kleine Kunden

von DB Schenker Rail vor Ort und ist marktbereichsübergreifender

Ansprechpartner für

Logistikpartner und Interessengruppen. an

Zwischen Westeuropa und der Türkei sind künftig mehr Güter auf der

Schiene unterwegs. Unter dem Namen „DB SCHENKERbosporusshuttle

“ wird DB Schenker Rail ab September mehrere Zugpaare wöchentlich

zwischen der Türkei und Deutschland einsetzen. Später soll

die Frequenz auf fünf Zugpaare pro Woche erhöht werden. In dem

Zugsystem können sowohl Container als auch konventionelle Wagenladungen

transportiert werden. Die Züge benötigen für die 2.300 Kilometer

lange Strecke zwischen Nürnberg und Çerkezköy insgesamt

fünf Tage. DB Schenker Rail Bulgaria übergibt die Züge an der bulgarisch-türkischen

Grenze direkt an die Türkische Staatsbahn TCDD, die

als Zielort Çerkezköy ansteuert. „Dieses Angebot können wir den

Kunden aufgrund unseres leistungsfähigen europäischen Netzwerkes

bei DB Schenker Rail offerieren“, erklärt Dr. Alexander Hedderich,

Vorsitzender von DB Schenker Rail. mh

Mainz

Kopenhagen

ŠeŠtokai/Litauen

Netzwerk ins Baltikum

Als erste ausländische Eisenbahn hat DB Schenker

Rail sämtliche erforderlichen EU-Zulassungen erworben,

um als Güterbahn auf litauischem Boden zu fahren.

Schon seit Anfang des Jahres fährt einmal pro

Woche ein neuer Zug des Kombinierten Verkehrs aus

Polen bis zum litauischen Umladeterminal nach

Šeštokai. Von dort übernimmt die litauische Bahn, um

die Wagen und Container ins weitere Umland zu transportieren.

In Zukunft sollen die Schienengüterverkehre

ins Baltikum noch weiter ausgebaut werden. Hierzu

unterzeichneten DB Schenker Rail und die litauische

Güterbahn Lietuvos geležinkeliai (LG) im Mai ein sogenanntes

„Memorandum of Understanding“. „Damit

haben wir unser Netzwerk in Osteuropa bis ins Baltikum

erweitert“, erklärt Alexander Hedderich, Vorsitzender

von DB Schenker Rail. mh

Šeštokai

Istanbul

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Focus

Focus

Auf Augenhöhe:

Der Fokus der

Veranstaltung lag auf

einem gegenseitigen

Austausch zwischen

Kunden und Mitarbeitern

von DB Schenker.

Die Verladung und

der Transport großer

Papierrollen stellt

die Logistik vor

besondere Herausforderungen.

Strategischer Austausch

„Möchten Sie gemeinsam mit uns die Zukunft der Papier- und Zellstofflogistik gestalten?“

Unter diesem Motto wurde im April zum 1. DB SCHENKER Pulp & Paper Summit nach

Potsdam geladen. Rund 70 Kunden und Mitarbeiter folgten dem Ruf.

In der railways-App: Wählen Sie hier Ihre Sprache aus.

Einen ganzen Tag lang tauschten sich Kunden,

Verkäufer und andere Geschäftspartner über

die aktuelle Situation der Papier- und Zellstoffbranche

aus. Viele Kunden sehen die aktuelle Lage

skeptisch. Die Branche steht vor gewaltigen Herausforderungen.

Die Menschen kaufen zu wenig Papierprodukte

– Bücher, Tageszeitungen, Zeitschriften. Der

Medienwandel und die Fülle von Online-Angeboten

führen immer häufiger zu einem Verzicht auf Printprodukte.

Die andere Seite des Internet-Booms: Weil

die Europäer immer stärker online einkaufen, legt

zumindest der Markt für Verpackungen zu. Doch die

andauernde Konsolidierung und der tiefgreifende

Strukturwandel auf den Beschaffungs- wie Absatzmärkten

stellen die Papier- und Zellstoffindustrie

weiterhin vor enorme Herausforderungen.

An DB Schenker, einem der wichtigsten Logistikpartner,

gehen die Bewegungen, die derzeit den gesamten

Markt erschüttern, nicht spurlos vorüber. Die

Supply Chains verändern sich grundlegend. Der Kostendruck

wächst. Logistische Gesamtlösungen treten

an die Stelle von reinen Transportleistungen. Hinzu

kommt: Grüne Logistik rückt stärker in den Blickpunkt

der Branche, die doch so nachhaltig wie kaum

eine andere ist. Allerdings bleibt das Problem der Kosten:

„Der Wettbewerb im Einzelwagenverkehr ist

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Focus

focus

Drei Fragen an

Stephan Strauss

besonders hart, da zählt vor allem der Preis“, so Axel

Marschall, Vertriebschef von DB Schenker Rail.

Europäische Branchenlösungen

„Die Zukunft ist europäisch“, hielt Marschall auf dem

Treffen fest – und stellte die kontinentale Ausrichtung

von DB Schenker Rail ausführlich vor. Die Branche

denke international, DB Schenker Rail tut das selbstverständlich

auch. Heute transportiert DB Schenker

Rail europaweit rund acht Millionen Tonnen Papier

und Zellstoff pro Jahr. „Durch die Einführung der

European Industry Sectors wollen wir zukünftig europäische

Branchenlösungen entwickeln und dem

Kunden nur einen Ansprechpartner bieten. Wir bündeln

unser Branchen-Know-how und verknüpfen das

Wissen um regionale Märkte mit spezifischem Prozessverständnis“,

so Marschall.

Dr. Alexander Hedderich, CEO von DB Schenker

Rail, ging dabei auf den Einzelwagenverkehr in Europa

ein. Weil die Papierindustrie vor allem über diese

Verkehrsart transportiert, war es Hedderich ein besonderes

Anliegen, den Einsatz der DB für diese hoch

komplexen Verkehre zu formulieren: „Wir stehen

hinter dem Einzelwagenverkehr und bauen unsere

Angebote europaweit aus“, so Hedderich.

Auch die Kunden machten ihre Anforderungen

klar. Als Märkte der Zukunft gelten China und die

gesamte asiatisch-pazifische Region, aber auch die

aufstrebenden Volkswirtschaften Lateinamerikas.

Doch auch wenn dort

große Wachstumschancen

bestehen,

bleibt Europa der wichtigste

Kernmarkt der

Papierindustrie.

Auf Partnerschaftssuche

Denn – da sind sich die

Diskussionsteilnehmer

einig – es gibt auch in Europa noch Bedarf für

eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Industrie

und Dienstleister. Angesichts der Marktschwäche

haben sich die Beziehungen verändert. Das ist eine

Chance für einen Dienstleister wie DB Schenker Rail,

mit exzellenten Angeboten zu punkten. „Die klassischen

Beziehungen zwischen Besteller und Lieferant

entwickeln sich zu Partnerschaften weiter“, sagte

Dr. Alexander Hedderich.

Joachim Thonagel, Director Logistics Distribution

bei der UPM Sales GmbH – UPM zählt zu den weltweit

führenden Forst- und Papierkonzernen – unterstützt

das ausdrücklich: „Hören Sie auf Ihre Kunden!

Und nutzen Sie die Syn ergieeffekte zwischen DB

Schenker Rail und Logistics!“

Oftmals führt der Kostendruck dazu, dass die Kunden

schneller und häufiger ihre Dienstleister wechseln.

Das gilt nicht nur für den Logistiker und seinen

intensive

gespräche:

In verschiedenen

Workshops diskutierten

die Teilnehmer

intensiv über die

Schwerpunktthemen

„Multimodale

Transportketten“,

„Logistik entlang

der Supply Chain“

und „Grüne Logistik“.

Branchen-plattform:

Der DB SCHENKER Pulp & Paper Summit

versammelte Vertreter der gesamten Branche:

Industrie und Logistikdienstleister tauschten

sich aus.

Auftraggeber, sondern auch für den Auftraggeber und

dessen Kunden.

In dieser Situation zahlen sich langfristige Geschäftsbeziehungen

aus. „Wir sind nicht mehr nur

Lieferant, sondern wir brauchen die Partnerschaft mit

unserem Kunden“, so Thomas Kappen von SIG Combibloc.

Für sein Unternehmen sei allerdings die größte

Herausforderung, Rohstoffe aus Skandinavien

flexibel und sicher zu transportieren. Moderne Lieferkonzepte

erforderten höchste Zuverlässigkeit.

Gerade weil die Bestände reduziert würden, müssten

die entsprechenden Lieferungen bedarfsgerecht und

pünktlich eintreffen.

Auch die Logistikketten über verschiedene Transportmittel

hinweg wurden thematisiert. „Intermodale

Transporte werden immer wichtiger“, so Mats

Erkén von ScandFibre Logistics, einem gemeinsamen

Tochterunternehmen von vier schwedischen Papierherstellern.

„Die Eisenbahnen müssen europaweit

stärker und besser zusammenarbeiten und über die

Transportmittel Lkw, Bahn und Schiff hinweg intermodale

Transportangebote machen.“ Es könnte viel

mehr auf der Schiene transportiert werden, aber dafür

müsse die Bahn aktiver werden.

Individuelle Lösungen

Stephan Strauss, Leiter Marktbereich Baustoffe, Industrie-

und Konsumgüter bei DB Schenker Rail,

kennt die Lösung, mit der die Bahn auf diese Heraus-

1. Herr Strauss, die Pulp & Paper-Branche steht aktuell

in einem schwierigen Markt: Was macht DB

Schenker Rail, um den Kunden zu helfen?

Internationale Netzwerke aufzubauen und den europaweiten

Ausbau von Railports und Hubs voranzutreiben,

ist nur eine unserer großen Stoßrichtungen. Wir

setzen auf eine internationale Vertriebsmannschaft

und investieren vermehrt in unseren Kundenservice.

Im Rahmen unserer Full-Load-Strategie entwickeln

wir gemeinsam mit den Kunden multimodale Door-to-

Door-Lösungen. Auch in Bezug auf das Equipment

sind wir marktnah aufgestellt: Wir verfügen über Spezialwagen

für die Beförderung von Großrollen und investieren

in 450 Schiebewandwagen.

2. Auf dem DB SCHENKER Pulp & Paper Summit in

Potsdam im April sprachen viele Kunden das Thema

Partnerschaft an. Ist das ein Thema für die Beziehungen

zwischen Ihnen und den Kunden?

Das ist sicher ein Thema. Wir haben im Nachgang zum

Pulp & Paper Summit einen Sieben-Punkte-Plan erstellt

und arbeiten gemeinsam mit unseren Kunden daran,

verbesserte Lösungen zu entwickeln: Wir wollen

vom Dienstleister zum strategischen Partner wachsen.

3. Sie sagten, die Branche wird 2020 nicht mehr

wiederzuerkennen sein: Wie sehen Sie persönlich

den Markt in nicht einmal zehn Jahren?

Wir erwarten, dass es in fünf bis zehn Jahren nur

noch einige wenige große Player am Markt geben

wird. Die Produzenten werden dabei ihre Lieferströme

weiter optimieren. Im Zellstoffbereich wird die

Verlagerung nach Südamerika weitergehen. Dort

entstehen schon heute Super-Fabriken mit Produktionskapazitäten

von ein bis drei Millionen Tonnen

pro Jahr. Derzeit sichern sich die großen Player Land

in Südamerika, um Kapazitäten für weitere Produktionssteigerungen

zu haben. an

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focus

Partnerschaft:

Langfristige Geschäftsbeziehungen

wurden auf dem

Pulp & Paper Summit

gepflegt, viele

neue Erkenntnisse

gewonnen.

Kontakt | Stephan Strauss

Telefon: +49 (0)6131 15-61200

stephan.strauss@dbschenker.eu

Umfassender Strukturwandel

Produktion: Die Papierindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Der Verbrauch an grafischen

Papieren sinkt, die Umsätze bei Verpackungs- und Hygienepapieren steigen. Insgesamt hat die Branche

in Deutschland im vergangenen Jahr mit 22,6 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe etwa 0,5 Prozent weniger

als im Vorjahr produziert, so der Verband Deutscher Papierfabriken. Der Umsatz sank um 4,8 Prozent auf

14,7 Milliarden Euro.

Markt: Während Online-Medien boomen, entwickeln sich die Auflagezahlen für Tageszeitungen und Zeitschriften

dauerhaft rückläufig. Auch die wachsenden Umsätze bei Verpackungspapieren sowie technischen und

Spezialpapieren (+2,9 Prozent bzw. + 1,9 Prozent) haben dies nicht ausgleichen können. Während der Inlandsabsatz

der deutschen Papierindustrie um 2,2 Prozent sank, legte der Auslandsabsatz um 1,6 Prozent zu. Hierfür

sind vor allem Exporte nach Übersee verantwortlich. an

„Unsere Kunden erwarten

von uns individuelle,

flexible und

multimodale Transportlogistiklösungen,

auf die wir mit unserer

bahnspeditionellen

Full-Load-Aufstellung

im Marktbereich BIK

die richtige

Antwort

gefunden

haben.“

forderungen reagieren kann: individuell gefertigte

Logistikkonzepte auf der Basis von hohen Qualitätsund

Leistungsstandards. „Papierlogistik ist für uns

eine Kernkompetenz“, sagt Strauss. Das Branchenprodukt

DB SCHENKERpaper-solution steht für die

Expertise in diesem Bereich und verbindet die wichtigsten

nationalen und internationalen Produktionsstandorte

und deren Empfänger. „Unser Ziel ist es, die

hohe Qualität ebenfalls auf die wichtigen europäischen

Papierachsen zu übertragen“, so Strauss.

Auf dieser Grundlage hat DB Schenker Rail zum

Beispiel erst kürzlich einen großen Auftrag für das

Transportsystem Rail 11 von ScandFibre Logistics

gewonnen. Seit März dieses Jahres steuert der Logistiker

wöchentlich sieben Züge mit je 1.500 Tonnen

Papier von Schweden nach Mitteleuropa. Zum anderen

investiert DB Schenker kontinuierlich in die Wagenflotte,

um den Bedürfnissen der Pulp&Paper-

Branche gerecht zu werden. Allein 2013 steckt das

Unternehmen knapp fünf Millionen Euro in die Flotte

aus Schiebewandwagen, die speziell für die Papierindustrie

eingesetzt werden.

Damit sieht sich DB Schenker Rail gut gerüstet für

die kommenden Anforderungen – auch wenn auf diesem

Markt nichts so beständig ist wie der Wandel.

„Der Umbau der Papier- und Zellstoffindustrie findet

noch statt“, sagte Strauss. „2020 wird die Branche

nicht mehr so aussehen, wie wir sie heute kennen.“

Dem stimmten alle Teilnehmer zu.

an

Thorsten

Wartenpfuhl,

DB Schenker

Leiter Railports

& Logistik

Service

Fotos: Sebastian Pfütze (11), Michael Neuhaus, Plainpicture, privat

Kundenstatements

Rund 70 Teilnehmer trafen im April in Potsdam zusammen. Railways

hat im Anschluss einige von ihnen nach ihren Eindrücken befragt.

„Ich bin sehr gespannt, wie die Vielzahl der Anregungen

und Hinweise nun in die Praxis Eingang findet. Wenn das

gemeinsame Handeln künftig stärker in den Fokus rückt,

sollte es möglich sein, eine Vielzahl an Reserven zu beiderseitigem

Vorteil nutzbar zu machen!“

Dr. Sieghard Rennert, Leiter Logistik,

Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH

„Grundprinzip sollte sein, jedes Verkehrsmittel

dann einzusetzen, wenn es wirklich sinnvoll ist.

Unser Unternehmen setzt verstärkt auf intermodale

Transporte. Daher erhoffe ich mir mehr Kapazitäten,

ein besseres Kapazitätsmanagement sowie

mehr und proaktive Informationen.“

Mats Erkén, Geschäftsführer ScandFibre Logistics

„Mir hat die Veranstaltung in Potsdam gut gefallen: DB

Schenker Rail hat zugehört, es gab Raum für Gespräche

mit unterschiedlichen Kollegen. Ich freue mich, dass

wir künftig regelmäßig zusammentreffen wollen. DB

Schenker Rail würde ich empfehlen, nicht immer alles

selbst machen zu müssen. Europa ist zu komplex.“

Peter Studer, Geschäftsführer Transwaggon

„Das Treffen hat gezeigt, dass DB Schenker Rail wirklich

interessiert ist an den Kunden. Ich schätze die offene

Informationspolitik der DB. Es gibt hierzulande keine

andere derartige Veranstaltung, bei der so viele hochkarätige

Vertreter der Branche zusammentreffen.“

Hartmut Wolberg, Managing Director / Geschäftsführer

der J. Müller Breakbulk Terminal GmbH & Co.KG

focus

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Markets & Innovations

Markets & Innovations

Gemeinsamer Güterverkehr

in Arabien

DB Schenker Rail beteiligt sich an Joint Venture

in Vereinigten Arabischen Emiraten.

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Fotos: Etihad Rail

Herausforderung

Klima:

Der Aufbau einer

Wüstenbahn ist alles

andere als einfach.

Schon in wenigen

Monaten sollen die

ersten Züge fahren.

vAE Railway Network

Ghweifat

Ausbaustufe 1: ab Oktober 2013

Ausbaustufe 2: 2015–2016

Ausbaustufe 3: 2016–2022

Abu Dhabi

Ruwais Mirfa Tarif

Habshan

Madinat Zayned

Saudi-Arabien

Mezaira’a

Liwa

Shah

DB

Schenker Rail hat sich erfolgreich

auf eine Ausschreibung zum Betrieb

von Schienengüterverkehr in

den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) beworben.

Mitte Juni unterschrieben Dr. Alexander

Hedderich, CEO von DB Schenker Rail, und Mattar

Mohammed Al Tayer, Vizepräsident von

Etihad Rail, ein entsprechendes Abkommen.

Schon im vierten Quartal 2013 soll das Joint Venture

„Etihad Rail DB Operations LLC“ den Bahnbetrieb

auf der Arabischen Halbinsel aufnehmen.

„Als führendes Schienengüterverkehrsunternehmen

in Europa haben wir die Expertise und

das Know-how für diese neue Aufgabe“, sagte

Alexander Hedderich, Vorsitzender von DB

Schenker Rail. „Wir glauben an das Wachstum im

Schienengüterverkehr in Deutschland, in Europa

und auch auf der Arabischen Halbinsel – und wir

wollen aktiv daran teilhaben.“

Der Vertrag umfasst eine Zeitdauer von zehn

Jahren. Partner ist das Bahnunternehmen Etihad

Rail, das dem Emirat Abu Dhabi gehört. Etihad Rail

entwickelt und baut derzeit ein nationales Eisenbahnnetzwerk

in den Emiraten. Dabei waren auch

Spezialisten von DB International als Berater aktiv.

„Die Deutsche Bahn AG sowie ihre Ingenieure und

Techniker haben einen ausgezeichneten Ruf auf

der Arabischen Halbinsel. Das war eine große Hilfe

während der Verhandlungen,“ sagte Niko Warbanoff,

Vorsitzender der Geschäftsführung der DB

International GmbH und Leiter Internationale

Geschäftsentwicklung (non EU) der DB AG.

Ras al-Khaimah

Umm al-Qaiwain

Ajman

Sharjah

Dubai

Vereinigte Arabische

Emirate

Al Ain

Fujairah

Oman

S c h o n i m v i e r te n

Quartal 2013 will das

Joint Venture „Etihad

Rail DB Operations

LLC“ den Güterverkehr

auf einer Strecke

von 264 Kilometern

aufnehmen. Die Trasse

verläuft von der Hafenstadt

Ruwais an der

Küste entlang bis nach

Shah im Inland des

Emirats. Dort wird

derzeit eines der größten

Fördergebiete der

Welt für schwefelhaltiges

Gas erschlossen

– ein Nebenprodukt

der Gasförderung ist

Schwefelgranulat, das

mit dem Zug abgefahren

werden soll.

In den kommenden

Jahren soll das Netz

schrittweise ausgebaut werden und im Jahr 2022

insgesamt 1.200 Kilometer umfassen: Von Ghweifat

an der saudi-arabischen Grenze bis Fujairah am

Golf von Oman. Damit werden die Strecken Grundlage

des Eisenbahnnetzwerks, das der Kooperationsrat

der Arabischen Staaten des Golfes plant.

„Wir halten die Region für einen wichtigen Wachstumsmarkt

im Schienengüterverkehr. Mittelfristig

erwarten wir, dass sich dort ein Netz entwickelt,

das irgendwann mit dem europäischen Schienennetz

verbunden ist“, so Hedderich.

Mitarbeiter rekrutiert

Parallel dazu rekrutiert DB Schenker Rail Mitarbeiter

für das arabische Joint Venture. „Die gesamte

Infrastruktur – Schienen, Lokomotiven und

Wagen – stellt Etihad Rail. Wir liefern unser

Know-how“, sagte Hedderich.

Bis zum Jahresende sollen rund 180 Mitarbeiter

von DB Schenker Rail an Bord sein, wegen der

geforderten Englischkenntnisse vorrangig von

DB Schenker Rail UK. Gesucht werden Spezialisten

aus verschiedenen Fachgebieten und Management-Ebenen.

Sie werden in der kleinen

Küstenstadt Mirfa und in Abu Dhabi, der Hauptstadt

der Vereinigten Arabischen Emirate, arbeiten.

an

Kontakt | David White

Telefon: +971 2 4999 832

david.white@etihadrail.ae

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Markets & Innovations

Markets & Innovations

Vielfalt für Europa

Feierstunde für einen der Großen in der Branche: Der spanische Logistiker

Transfesa wird 70 Jahre alt. Bei der Feierstunde am 30. Mai in Madrid gab

der international agierende Transport- und Logistikanbieter – seit 2009

eine Tochter der DB Schenker Rail – Einblick in seine wechselvolle Geschichte

von einer Viehspedition zu einem multimodalen Logistik-Anbieter.

Gratulanten:

Alain Thauvette

(Transfesa-Präsident

und Leiter Region

West, DB Schenker

Rail), Manuel Simón

(Kunde), Abraham

Peralta Arroyo (Mitglied

im Transfesa-

Vorstand) und Bernd

Hullerum (Geschäftsführer

Transfesa).

Oben und links:

Historische Transfesa-

Güterwagen in Klein

und Groß. Das

Gelände des Logistikzentrums

Fuencarral

bot Attraktionen für

die ganze Familie.

Fotos: DB Schenker Rail

Etwa 250 Besucher waren zum Logistikzentrum

Fuencarral im Norden Madrids gekommen, um

der Transfesa zu ihrem 70-jährigen Bestehen

zu gratulieren. Besucher konnten auf dem Gelände

Eisenbahntechnik aus mehreren Jahrzehnten bestaunen.

Zwischen modernen Megacombi- und Megacar-

Wagen standen ein Transportwaggon aus dem Jahr

1946, Lokomotiven und Lkws.

Neben Transfesa-Angestellten, Kunden, Zulieferern

und Repräsentanten des Verkehrsministeriums

waren auch Vertreter der spanischen Eisenbahngesellschaft

RENFE und die Geschäftsführer der großen

Automobilunternehmen in Spanien vertreten. Aus

Deutschland reiste das Top-Management der DB

Schenker Rail an. Selbst der ehemalige Präsident der

Transfesa, Emilio Fernández, war anwesend, und mit

ihm altgediente Mitarbeiter aus der Pionierzeit des

Unternehmens.

Eine Ausstellung zeigte anspruchsvolle Fotografien

aus der 70-jährigen Geschichte der Transfesa.

Besucher konnten sich überdies anhand von 30 Modellen

einen Eindruck von der Vielfalt der von Transfesa

genutzten Transportwaggons im Wandel der Zeit

verschaffen.

Transportes Ferroviarios Especiales, so die korrekte

Bezeichnung, wurde 1943 in Badajoz gegründet. Ihren

ersten Frachtauftrag führte die Gesellschaft mit vier

Holzwaggons aus, in denen 4.500 Stück Vieh transportiert

wurden. Zunächst spezialisiert auf Viehtransporte,

wuchs das spanische Unternehmen schnell zu

einem der wichtigsten Logistiker Spaniens heran.

Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hatte

Transfesa begonnen, in eigenen Kühlwagen Südfrüchte

von Spanien nach Mitteleuropa zu transportieren.

Um an der spanischen Grenze die langen Wartezeiten

bei der Umladung der leicht verderblichen Waren zu

vermeiden, wurden Anlagen zur Umspurung von

iberischer Breitspur auf europäische Normalspur gebaut.

Weitere Transportleistungen zwischen Spanien

und dem restlichen Europa folgten, die Tätigkeitsbereiche

wurden erweitert. Im Juli 2007 erwarb die

Deutsche Bahn die Mehrheit an dem unter anderem

für die spanische Güterbahn zuständigen Unternehmen.

2009 wurde Transfesa eine Tochtergesellschaft

der DB Schenker Rail.

In den vergangenen sechs Jahren hat Transfesa

mehr als 70 Millionen Euro investiert, um ihre führende

Rolle im Logistik-Sektor auszubauen. Heute ist das

Unternehmen mit mehr als 1.170 Mitarbeitern die

größte private Eisenbahngesellschaft und einer der

wichtigsten Logistiker Spaniens für intermodale

Transporte, die sowohl auf der Schiene wie auch auf

der Straße durchgeführt werden. Transfesa verfügt

über die größte Flotte an Wagen, die an der Grenze zu

Frankreich von iberischer Breitspur auf Normalspur

umgespurt werden können. Vor allem die Automobilindustrie

schätzt die Zuverlässigkeit und Professionalität

der Transporte mit den modernen Megacar-Waggons

von Transfesa: 2011 baute Transfesa

seinen Marktanteil für Pkw-Transporte in Spanien auf

27,5 Prozent aus. Gemeinsam mit der DB Schenker Rail

Automotive GmbH ist Transfesa führender europäischer

Anbieter für Transport- und Logistikdienstleistungen

für die Automobilindustrie auf der Schiene.

Dass Vielfalt in der Unternehmenskultur fest verankert

ist, zeigte sich auch am Geburtstag der Transfesa.

Als der offizielle Teil der Feier zu Ende war,

wandelte sich das Szenario im Logistikzentrum Fuencarral.

Gegen Abend stand das Gelände den Transfesa-Angestellten

und ihren Familien offen.

Fuencarral wurde zum Abenteuer-Spielplatz für Kinder,

ihre Eltern, ihre Großmütter und -väter. Kinder

ließen sich das Gesicht bemalen oder Ballons steigen.

Wer dann noch nicht genug hatte, unternahm mit

einem Messezug eine Rundfahrt über das weitläufige

Gelände des Logistikzentrums.

mh

Kontakt | Paz Ruiz-Zorrilla

Telefon: +34 (0)913 879-900

paz.ruiz.zorrilla@transfesa.com

16 Railways 03 | 13 17


Markets & Innovations

Markets & Innovations

Schweden

Wir sind dabei:

Norwegen

Europäisches Qualitäts-

Netzwerk wird stärker

Xrail implementiert internationales Kapazitätsmanagement

und bindet Norditalien in das Netzwerk ein.

Dänemark

Der europäische Einzelwagenverkehr wird stärker:

Xrail, die europäische Allianz im Wagenladungsverkehr,

wird ab dem Jahr 2015

nahtlose Kapazitätsbuchungen für internationale

Einzelwagenverkehre ermöglichen. So sollen die

Effizienz und die Zuverlässigkeit der Transportabwicklung

zwischen den Partnern erhöht werden.

Außerdem wird die Allianz noch in diesem Jahr zusammen

mit den italienischen Gesellschaften ihrer

Mitglieder das Xrail-Qualitätsnetz bis nach Norditalien

ausdehnen.

Die Allianz Xrail ist erst drei Jahre alt. Doch schon

hebt die Einführung des internationalen Kapazitätsbuchungssystems

ab 2015 die umfassende Kooperation

auf eine nächste Stufe: Kapazitätsgesteuerte Netzwerke

und deren internationale Vernetzung stehen für

einen grundsätzlichen Wandel im Einzelwagenverkehr.

„Wir sind überzeugt, dass das Angebot einer internationalen

Kapazitätsbuchung für unsere Kunden

eine große Verbesserung darstellt. So wird künftig

In der railways-App: Wählen Sie hier Ihre Sprache aus.

schon bei der Buchung die gewünschte Transportkapazität

zugeteilt und die erwartete Ankunftszeit

(ETA) angegeben. Die Kunden werden somit nachhaltig

von einer deutlich höheren Qualität und Transparenz

profitieren“, sagt Ferdinand Schmidt,

Aufsichtsratsvorsitzender von Xrail. „Das erneuerte

und bestärkte Bekenntnis zu Xrail und zum Einzelwagenverkehr

ist essenziell für unsere Partner und

Kunden, um ein zukunftsfähiges Modell für den europäischen

Einzelwagenverkehr zu entwickeln und

den Kunden zuverlässige Services zwischen allen Netzwerken

der Allianzmitglieder anbieten zu können.“

Die Allianz Xrail besteht aus sieben Güterbahnen

– ČD Cargo, CFL cargo, DB Schenker Rail, Green Cargo,

Rail Cargo Austria, SNCB Logistics und SBB Cargo.

Sie hatten sich im Februar 2010 zu einer

einzigartigen Allianz zusammengeschlossen, um den

internationalen Wagenladungsverkehr wettbewerbsfähiger

zu gestalten. Dazu erarbeitete Xrail neue internationale

Produktionsstandards, unterstützende

IT-Tools und weitere Maßnahmen zur Qualitätsstei-

Niederlande

Belgien

Luxemburg

Schweiz

Fotos: ÖBB/RCA, PR

Deutschland

Norditalien

Tschechische Republik

Österreich

Ungarn

gerung. Schon heute profitieren viele Kunden von den

hohen Xrail-Standards: angestrebte Zuverlässigkeit

von mindestens 90 Prozent auf dem Xrail-Netz in

Bezug auf die kommunizierte Ankunftszeit (ETA).

Die internationalen Transportpläne gelten von Anschlussgleis

zu Anschlussgleis der Kunden; mit proaktiven

Informationssystemen erhalten die Kunden

Transportinformationen zur Sendungsverfolgung.

Weiter arbeitet die Allianz an einem optimierten Prozess

für die Bearbeitung von Angeboten. Ziel ist es,

Standardanfragen für Wagenladungsverkehre zwischen

den Allianzpartnern innerhalb von drei Werktagen

zu bearbeiten.

Ein weiterer, wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer

stärkeren Allianz ist die Erweiterung des Netzwerks

nach Norditalien. NordCargo, eine Beteiligung

von DB Schenker Rail, bietet ab diesem Jahr die Xrail-

Standards für die Einzelwagenverkehr-Stationen an.

Die zur Rail Cargo Group gehörende Rail Cargo Italia

folgt Anfang 2014. Insgesamt werden rund 30 weitere

Stationen von den internationalen Xrail-Servicefeatures

profitieren.

an

Kontakt | Ines Birkholz

Telefon: +49 (0)69 265-34177

ines.birkholz@dbschenker.eu

Starke Allianz:

Sieben Güterbahnen

haben sich zur Xrail-

Allianz zusammengeschlossen.

Ziel ist

es, den Einzelwagenverkehr

europaweit

zu stärken.

18 Railways 03 | 13

19


Markets & Innovations

Markets & Innovations

Hightech-Bremse:

Die Verbundstoffsohle

– LL steht für „low

noise, low friction“

(wenig Lärm, geringer

Abrieb) – lässt

das Rad blank. Das

verringert die Laufgeräusche

und

halbiert die Lärmemission

von Güterwagen.

Unterwegs auf

leisen Sohlen

Nun stattet die DB Schenker Rail auch ihre Bestandsgüterwagen

mit modernen Hightech-Bremsen aus, um

den Lärm zu verringern.

Fotos: Pablo Castagnola

Die Bahn macht ihre Güterzüge immer leiser:

Mit der symbolischen Umrüstung eines ersten

Güterwagens von DB Schenker Rail auf die

neu zugelassene LL-Bremssohle haben Bundesverkehrsminister

Dr. Peter Ramsauer, Deutsche Bahn-

Chef Dr. Rüdiger Grube und Jean-Pierre Loubinoux,

Generaldirektor des internationalen Eisenbahnverbands

UIC, Mitte Juni in Berlin den Startschuss für

die Umrüstung der DB-Güterwagen gegeben. Die LL-

Sohle – die Abkürzung steht für „low noise, low friction“

(wenig Lärm, niedriger Abrieb) - sorgt für glatte

Laufflächen der Räder. Das Geräusch vorbeifahrender

Güterzüge verringert sich dabei um rund zehn Dezibel.

Das menschliche Ohr nimmt das als Halbierung

des Lärms wahr.

„Wir – die Deutsche Bahn und das Verkehrsministerium

– haben uns das Ziel gesetzt, den Schienenlärm

ausgehend vom Jahr 2000 bis 2020 zu halbieren.

Mit der Zulassung der LL-Sohle ist ein Signal für die

sukzessive Umrüstung der DB-Güterwagen auf lärmmindernde

Bremsen gegeben“, erklärte Dr. Rüdiger

Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn.

Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer sagte:

„Wir fördern die Umrüstung der Güterwagen bis 2020

mit staatlichen Zuschüssen. Danach werden laute

Züge nicht mehr auf das deutsche Netz gelassen.“ Weil

die LL-Sohle nun endlich europaweit zugelassen sei,

gebe es keine Entschuldigung mehr für Wagenhalter,

ihre Flotte nicht zügig mit diesen „Flüsterbremsen“

auszustatten.

DB Schenker Rail will nun bis Ende nächsten Jahres

5.000 Wagen auf LL-Sohle umrüsten. Mit den seit

2001 beschafften neuen, leisen Güterwagen und den

Umrüstungen im Zuge des Projekts „Leiser Rhein“

verfügt das Unternehmen Ende 2014 dann insgesamt

über mehr als 14.000 leise Güterwagen. Der Umbau

der Schiene zu einem leiseren und damit nachhaltigeren

Transportmittel setzt sich so fort. Ergänzend

hat die DB Netz AG zum 1. Juni dieses Jahres ein

lärmabhängiges Trassenpreissystem eingeführt, das

für laute Züge einen Zuschlag und für leise, umgerüstete

Wagen einen Bonus vorsieht. „Nur über eine

Lärmminderung können wir den Schienengüterverkehr

attraktiv für die Zukunft machen und dafür sorgen,

dass er von den Menschen in Europa auch

hinsichtlich Lärm als umweltfreundliches Transportmittel

akzeptiert wird“, sagte UIC-Generaldirektor

Loubinoux.

Schon seit 2001 ist die leisere, sogenannte K-Sohle

– auch eine Verbundstoffbremssohle – bei allen neuen

Güterwagen von DB Schenker Rail Standard. Sollen

Bestandswagen jedoch mit der K-Sohle ausgerüstet

werden, ist ein umfangreicher Umbau sowie eine Neuzulassung

der Bremsanlage des Fahrzeugs notwendig.

Bei der Umrüstung auf die LL-Sohle müssen hingegen

lediglich die Bremsklötze ausgetauscht werden.

Deshalb betragen die Kosten für die Umrüstung auf

LL-Sohlen mit rund 1.700 Euro pro Wagen nur rund

ein Drittel der Summe, die bei der Umrüstung eines

Güterwagens auf K-Sohlen anfällt. Insgesamt kostet

die Umrüstung aller in Deutschland verkehrenden

Waggons von DB und Dritten rund 300 Millionen

Euro. Sie werden gemeinsam vom Bund über Fördermittel

und von den Wagenhaltern getragen. Zusätzlich

entstehen jedoch deutlich höhere Betriebskosten. So

müssen Bremsen und Radsätze in kürzeren Abständen

inspiziert werden, Radsätze sind häufiger abzudrehen,

die LL-Sohlen sind deutlich teurer als heutige Graugusssohlen.

Für die gesamte Branche wird sich dies

bis 2020 auf 500-600 Millionen Euro belaufen, hierfür

gibt es heute noch keine öffentliche Förderung.

Damit die neuen Bremssohlen flächendeckend ihre

Wirkung entfalten können, müssen möglichst alle

Güterwagen umgerüstet werden. Nach Meinung von

Experten treten hörbare Erfolge erst ein, wenn mindestens

80 Prozent aller Waggons eines Zuges mit den

neuen Sohlen unterwegs sind, eine umfassende Lärmminderung

erfordert annähernd 100 Prozent umgerüstete

Wagen. Für Deutschland heißt das: Rund

180.000 Wagen müssen umgerüstet werden. Etwa

60.000 der Wagen gehören DB Schenker Rail. Weitere

60.000 Güterwagen werden von privaten deutschen

Wagenhaltern betrieben. Zusätzlich sind etwa 60.000

Wagen ausländischer Bahnen und ausländischer privater

Wagenhalter auf Deutschlands Schienen mit

nennenswerter Laufleistung unterwegs. an

Kontakt | Heinrich Eßling

Telefon: +49 (0)69 265-34010

heinrich.essling@dbschenker.eu

An einem Strang:

In Anwesenheit von

Bundesverkehrsminister

Dr. Peter

Ramsauer (Mitte)

und Bahnchef Dr.

Rüdiger Grube wurde

der erste Waggon mit

den neuen Bremsen

ausgerüstet.

20 Railways 03 | 13

21


Markets & Innovations

Markets & Innovations

Es hat sich ausgefaxt!

DB Schenker Rail verabschiedet sich vom Fax und setzt

zukünftig auf elektronische Beauftragungsmedien.

Züge

Giganten im

Containerverkehr

DB Intermodal Services übernimmt

den 60. Kalmar-Großstapler.

Fehler

Vernetzt, 5.261 Züge: Europaweit bewegt DB Schenker Rail jeden

Tag Tausende Züge. Damit die Kunden in Europas größtem Netzwerk

zuverlässige Transportservices noch schneller und einfacher in Anspruch

nehmen können, stellen wir die Buchung vom Fax vollständig

auf elektronische Medien um. Die Kunden können zukünftig Transportaufträge

via EDI (Electronic Data Interchange) oder dem Online-

Portal RailService Online (RSO) erteilen. Durch die Modernisierung

der Prozesse stehen den Kunden mehr Informationen schneller zur

Verfügung. Zum Beispiel erfahren die Kunden in Echtzeit den aktuellen

Status ihres Transports in Deutschland.

www.dbschenker.com/rso

Eine symbolische Schlüsselübergabe besiegelte

die Übergabe des 60. Kalmar-Staplers an die DB

Intermodal Services (DB IS). Das Fahrzeug, ein

Leercontainer-Reachstacker DRF 100-54S6, dient zum

Umsetzen von Containern und wird zukünftig im Regensburger

Containerdepot eingesetzt. Er kann zehn

Tonnen Gewicht auf eine Höhe von über 18 Metern

heben. Damit besitzt DB IS – eine 100-Prozent-Tochter

von DB Schenker Rail – deutschlandweit die meisten

Kalmar-Stapler außerhalb der großen Seehäfen.

Michael Heinemann, Geschäftsführer der DB IS,

zeigte sich bei der Übergabe durch den Geschäftsführer

der Herstellerfirma Cargotec, Thomas Koskimaa,

beeindruckt vom neuen Kalmar-Stapler und

betonte: „Wir werden auch weiterhin in den Ausbau

unserer Flotte investieren.“ Denn dem Kombinierten

Verkehr wird auch perspektivisch Wachstum prognostiziert,

sodass die Maschinen von Kalmar noch

mehr zu tun haben werden. Bereits heute sind sie in

vollem Einsatz. Rund 12.000 Betriebsstunden absolvieren

die Großgeräte, dann werden sie ausgetauscht.

Jährlich werden rund 600.000 Handlings durchge-

führt, Wartungs- und Reparaturzeiten sind auf ein

Minimum beschränkt.

Die DB Intermodal Services (DB IS) ist der größte

Betreiber von Containerdepots im Binnenland. „Wir

verfügen mit zehn Containerdepots und Beteiligungen

an elf Terminalgesellschaften über ein flächendeckendes

Netzwerk im Hinterlandverkehr“,

erklärt Heinemann. Als Spezialist für Dienstleistungen

wie Umschlag, Lagerung und Reparatur von

Containern rund um die maritime intermodale Transportkette

betreibt DB IS zwei Umschlagbahnhöfe und

zehn Containerdepots in Deutschland. Außerdem ist

DB IS an elf Terminalgesellschaften im In- und Ausland

beteiligt und bewirtschaftet die 11.000 Güterwagen

des Kombinierten Verkehrs bei DB Schenker

Rail. Jährlich bewegt das 350 Mann starke Unternehmen

mehr als 900.000 Standardcontainer. mh

Kontakt | Michael Heinemann

Telefon: +49 (0)6131 15-3566

michael.heinemann@db-intermodal.com

Containerdepot

Regensburg:

Kalmar Leercontainer-Reachstacker

heben bis zu zehn

Tonnen Gewicht auf

über 18 Meter Höhe.

Darunter: Michael

Heinemann, Geschäftsführer

der

DB IS (links), erhält

von Cargotec-

Geschäftsführer

Thomas Koskimaa

den symbolischen

Schlüssel.

Fotos: PR

Präzise, 0 Fehler: Die elektronische Verarbeitung und

automatisierte Prüfung von Eingaben verringert Fehler.

Zwei Wege stehen den Kunden hierfür zur Verfügung: Erfolgt

die Beauftragung über eine EDI-Schnittstelle, wird

das Warenwirtschaftssystem des Kunden mit den IT-

Systemen von DB Schenker Rail verknüpft. Der Datenaustausch

automatisiert dann die Prozesse. RSO

dagegen ist das kostenfreie Internet-Portal von DB

Schenker Rail, dessen Funktionen die gesamte Leistungskette

abbilden: Das System kann nicht nur zur Beauftragung

genutzt werden, sondern unterstützt die

Prozesse von der Auftragserteilung über die Sendungsverfolgung

bis zur Abrechnung. Das beschleunigt den

Prozess und macht ihn transparenter, was beim Kunden

und bei DB Schenker Rail zu mehr Qualität und Zuverlässigkeit

führt. DB Schenker Rail-Experten unterstützen

die Kunden bei der Umstellung von Fax auf das Internetportal

mit Schulungen und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Tonnen Papier

Umweltfreundlich, 3,6 Tonnen Papier: So groß ist die

jährliche Papierersparnis allein bei DB Schenker Rail. Da

die Daten der Kunden zukünftig nur noch digital erfasst

und verarbeitet werden, müssen die aktuell rund

730.000 jährlich eingehenden Faxe nicht mehr ausgedruckt

werden. Mit diesem Schritt erweist sich DB Schenker

Rail als innovativer Partner. Die Migration vom Fax

auf elektronische Beauftragungsmedien soll Anfang des

kommenden Jahres abgeschlossen sein. Die Kundenberater

von DB Schenker Rail kommen individuell auf die

Kunden zu und unterstützen sie im Umstellungsprozess.

22 Railways 03 | 13 23


Customers & Projects

Modernisierungsschub

in Schweinfurt

Translog erhöht die Umschlagkapazitäten für Stahl und Coils.

Schwergewicht:

Über der großen

Freifläche ragen die

beiden Portalkräne

auf. Ihre schwere

Last heben sie mit

Magneten an.

Schwergewichte nach Russland

Beim Transport von Spezialwalzen wurden die Vorteile der Schiene deutlich.

Herausforderung:

Mit dem Russland-Express gelangten

die Spezialwalzen an ihr Ziel.

Einen solchen Auftrag gibt es nicht alle Tage:

Zwei gigantische Spezialwalzen, jede sieben

Meter lang und 33 Tonnen schwer, sollten von

Sedan in Nordfrankreich nach Brest an die weißrussische

Grenze transportiert werden. Da die französische

Herstellerfirma nicht an die Schiene

angebunden ist, entschied sich DB Schenker, die Wal-

zen zunächst per Tieflader ins niederländische Moerdijk

zu fahren. Dort wurden die Schwergewichte auf

Waggons verladen und rollten per Bahn zum Güterbahnhof

Seddin bei Berlin. Hier übernahm der Russland-Express

die Fracht. Mit dem Direktzug von

Seddin nach Brest gelangten die Walzen problemlos

auf der Schiene durch Polen bis zur weißrussischen

Grenze.

Der Transport zeigt wieder einmal, dass die Bahn

beim Transport von schweren und großen Gütern im

Vorteil ist. Gegenstände von bis zu 3,15 Metern Breite,

4,65 Metern Höhe und einer Länge von bis zu 24,5

Metern kann sie problemlos transportieren, darunter

etwa Transformatoren, Bagger oder ganze U-Bahn-

Züge. Zusätzlicher Vorteil: Es entfallen die Anträge

auf Genehmigung von Sondertransporten auf der

Straße, die in jedem Land neu gestellt werden müssen.


mh

Kontakt | Neukundenservice

Telefon: +49 (0)203 9851-9000

neukundenservice@dbschenker.eu

„Champions Cup“ für Bayer-Züge

Für die Umstellung von Chemietransporten wurde das Logistik-Projekt

Uerdingen-Brunsbüttel ausgezeichnet.

Customers & Projects

Gleich zwei neue Bauprojekte hat Translog,

der Betreiber des Railports Schweinfurt,

gestemmt. Bereits im Herbst vergangenen

Jahres wurde am Güterbahnhof Schweinfurt ein

neues Freilager für Rohstahl eröffnet. Auf der

Freifläche von 12.000 Quadratmetern wurden

zwei parallel laufende Portalkräne mit modernster

Magnethebetechnik installiert. Hintergrund:

Über 200.000 Tonnen Rohstahl pro Jahr kommen

über die Schiene in Schweinfurt an. Knapp die

Hälfte wird ins Freilager umgeladen und erreicht

dann per Straße die Fertigung eines Maschinenbau-Unternehmens,

das Präzisionswälzlager für

die Automobilindustrie, den Maschinenbau und

die Luft- und Raumfahrtindustrie herstellt.

Der zweite Schub für die Stahllogistik am

Standort Schweinfurt erfolgte mit der Lagerhalle

In der railways-App: Wählen Sie hier Ihre Sprache aus.

für sogenannte Coils, die Translog im April dieses

Jahres eröffnet hat. Diese Rollen aus Bandstahl

oder Draht können hier auf einer Fläche von 3.700

Quadratmetern gelagert und verladen werden;

auch hier besteht direkter Schienenanschluss.

Insgesamt hat Translog rund 7,5 Millionen Euro

in den Railport gesteckt. „Diese Investition sichert

sowohl die Rohstahlversorgung der Industrie am

Standort Schweinfurt als auch langfristig Schienenverkehre

und damit Arbeitsplätze“, so Wolfgang

Rebhan, Leiter Regionalvertrieb Nürnberg

bei bei DB Schenker Rail.

mh

Kontakt | Wolfgang Rebhan

Telefon: +49 (0)911 219-1960

wolfgang.rebhan@dbschenker.eu

Fotos: Hein Vedder, Eut van Berkum

Seit einem Jahr fahren Chemietransporte aus

Krefeld-Uerdingen nicht mehr per Schiff über

Rotterdam nach Brunsbüttel, sondern direkt

über Land mit Zügen von DB Schenker Rail. Für die

Entwicklung einer effizienten Lösung für die Umstellung

vom Schiff auf die Bahn gab es für das unternehmensübergreifende

Team des Logistik-Projekts

Uerdingen-Brunsbüttel die begehrte interne Bayer-

Auszeichnung „Champions Cup“.

Dr. Klaus Schäfer, Leiter Produktion und Technologie

im Bereich Polyurethane bei Bayer MaterialScience

und zugleich Leiter des Projektteams, hob die

gute Zusammenarbeit der Projektbeteiligten hervor:

„Möglich wurde dieses Projekt durch die sehr gute,

interdisziplinäre und standortübergreifende Zusammenarbeit

aller Beteiligten. Dazu zählen auch die

Logistiker der Chemion und der DB Schenker Rail,

die sich als tolle Partner im Projekt erwiesen haben.“

Bislang wurden Nitrobenzol und Formalin vom

CHEMPARK Krefeld-Uerdingen mit dem Schiff nach

Rotterdam geliefert, um dort in Küstenmotorschiffe

für den Transport nach Brunsbüttel umgeladen zu

werden. Jetzt werden die Produkte in Uerdingen in

Bahnkesselwagen gefüllt und auf direktem Weg in das

fast 500 Kilometer entfernte Brunsbüttel gebracht.

„Unsere Lösung ist sicherer, umweltschonender und

auch deutlich günstiger“, erklärte Dr. Schäfer. „Wir

haben ausgerechnet, dass die Kosten auf fast sieben

Millionen Euro pro Jahr nahezu halbiert werden können.

Eine einfache Lösung, die sich auszahlt.“

Die Umweltbilanz hat sich seitdem deutlich verbessert:

Um rund 2.500 Tonnen hat sich der CO 2

-

Ausstoß verringert. Dies entspricht dem CO 2

-Ausstoß

von über 1.000 Autos mit einer jährlichen Fahrleistung

von 15.000 Kilometern. Zudem können die

Transporte noch zuverlässiger geplant werden, weil

sie nicht mehr wie zuvor vom Wasserstand des Rheins

abhängen.

mh

Kontakt | Cenk Seringoelge

Telefon: +49 (0)211 3680-2190

cenk.seringoelge@dbschenker.eu

24 Railways 03 | 13

25


customers & Projects

costumers & Projects

DEUTSCHE SEEHÄFEN

Hamburg

Bremerhaven

Wilhelmshaven

MASCHEN

Berlin / Großbeeren

Dortmund

DEUTSCHLAND

Leipzig

Köln

Dresden / Riesa

Frankfurt am Main

Bamberg

Shuttlezüge von und zu

den deutschen Seehäfen

Ludwigshafen

Mannheim

Kornwestheim

Nürnberg

Regensburg

Drehscheibenzüge über

Maschen

Augsburg

Wien

Ulm

Linz

Ludwigshafen fliegt mit dem Albatros

Dank einer neuen Verbindung nach Hamburg sind Produkte

aus dem Rhein-Neckar-Gebiet jetzt noch schneller auf hoher See.

Basel

SCHWEIZ

Zürich / Rekingen

München

Salzburg

ÖSTERREICH

Seit Juni ist die Rhein-Neckar-Region noch besser

an die deutschen Seehäfen angebunden. TFG

Transfracht hat eine wöchentliche Eisenbahn-

Verbindung zwischen dem Kombi-Terminal Ludwigshafen

(KTL) und dem Seehafen Hamburg

eingerichtet. Die Exportabfahrt erfolgt donnerstags

aus Ludwigshafen und der Zug kommt freitags am

Containerterminal Burchardkai in Hamburg an. Güter

aus Hamburg starten mittwochs am Eurokombi-

Terminal in Hamburg mit dem AlbatrosExpress und

kommen donnerstags am KTL an. Transportiert werden

Container mit Schwerpunkt Chemie, Automotive,

Industriegüter und Gefahrgut. Agenturleistungen

werden in Zusammenarbeit mit DB Schenker Rail vom

Terminal Mannheim bezogen.

Die Metropolregion Rhein-Neckar gehört zu den

wichtigsten Wirtschaftsstandorten Deutschlands und

zeichnet sich besonders durch einen gesunden und

zukunftsfähigen Branchenmix aus. Globale Player

sind hier ebenso zu Hause wie mittelständische Weltmarktführer.

In dieser leistungsfähigen Region ist die

Ludwigshafen-Verbindung ein Zusatzangebot zum

hochfrequenten AlbatrosExpress-Terminal Mannheim,

der derzeit mit elf Rundläufen pro Woche bedient

wird.

Die Frequenz zum Terminal Ludwigshafen kann

jederzeit flexibel erhöht werden. Über den KTL können

Auslandsmärkte mit Hubverkehren verknüpft werden.

Sebastian Kolb, Regionalleiter West für TFG, kommentiert:

„Mit der Anbindung des Standortes Ludwigshafen

erfüllen wir regionale Anforderungen. Der KTL

eignet sich als ideale Hinterlanddrehscheibe, um zukünftig

unseren Kunden Gateway-Verkehre nach Italien,

Spanien oder Frankreich anbieten zu können.“

Auch eine Anbindung weiterer Ladestellen in den

deutschen Seehäfen ist möglich. Experten gehen in der

Region von einem weiteren Wachstum aus, da neue

Produktionsanlagen und Distributionslager entstehen.

Kombi-Terminal

Ludwigshafen:

Der neue Knotenpunkt

im Albatros-Netzwerk

eröffnet neue Möglichkeiten

im Hinterlandverkehr.

Fotos: dpa picture-alliance

Die neue Verbindung ist auch

eine Reaktion auf den immer stärker

werdenden Wettbewerb unter den Häfen. Mit der

Anbindung Ludwigshafens erweitert TFG das bereits

bestehende Angebot zu den deutschen Seehäfen

Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven; bisher

geht ein Großteil der Ladung über die Westhäfen

Antwerpen und Rotterdam, die allerdings stark vom

Wasserstand des Rheins abhängig sind. Ein nicht zu

vernachlässigender Aspekt: Mit der neuen Verbindung

werden mehr Straßentransporte auf die Schiene

übertragen. Zum einen bedeutet dies eine

signifikante Entlastung für die bereits stark frequentierten

Straßen in der Region. Zum anderen sparen

Schienentransporte 80 Prozent der CO 2

-Emissionen

gegenüber einem Transport per Lkw ein. Auf Nachfrage

bietet TFG Transfracht sogar „Eco-Plus“-Transporte

an. Hier wird die Fracht vollkommen CO 2

-frei

befördert, die nötige Traktionsenergie stammt ausschließlich

aus erneuerbaren Quellen. Auch

die Sicherheit auf den Straßen steigt. Künftig

werden mehr Gefahrgutcontainer sicher auf der

Schiene transportiert.

Die Kunden von TFG Transfracht sind internationale

Reedereien und Spediteure. Als Europas Marktführer

im containerisierten Seehafen-Hinterlandverkehr

von den Häfen Hamburg, Bremerhaven und

Wilhelmshaven zu Standorten in Deutschland, Österreich

und der Schweiz verfügt Transfracht über das

leistungsfähigste Zugnetzwerk in Europa in diesem

Bereich. Über 20 Terminals werden jährlich rund 12.000

Verbindungen abgewickelt. Täglich wird eine Transportkapazität

von 4.000 TEU bereitgestellt. mh

Kontakt | Sabeth Bartmus

Telefon: +49 (0)40 361305-733

sabeth.bartmus@transfracht.com

das TFG

Transfracht-

Netzwerk:

Rund 12.000 Verbindungen

pro Jahr

werden hier abgewickelt.

26 Railways 03 | 13

27


customers & Projects

costumers & Projects

Investition in die Zukunft

Marktbereich Intermodal beschafft zusammen mit DB Intermodal Services

neue Waggons für den kontinentalen Kombinierten Verkehr.

Feierstunde im Kreise der engsten Familie: Anfang

Juli ist der erste von 163 neuen Taschenwagen

an den Marktbereich Intermodal von DB

Schenker Rail ausgeliefert worden. „Wir werden in

diesem und den kommenden Jahren unsere Wagenflotte

für das kontinentale Segment vergrößern und

setzen damit ein klares Zeichen. Wir glauben an das

starke Wachstum im Kombinierten Verkehr (KV)“,

sagte Andreas Schulz, Marktbereichsleiter Intermodal.

Die Disposition des neuen Equipments läuft dabei

über die Tochtergesellschaft DB Intermodal Services

(DB IS).

Hintergrund sind die aktuellen Trends am Markt

für Kombinierten Verkehr. Multimodale Transportketten

gehören zu den Zukunftssegmenten in der

Logistikbranche. Verschiedene Trends prägen diese

Entwicklung entscheidend mit. Der Anteil der beladenen

Container am gesamten Stückgutumschlag

nimmt weiter zu. Der KV wird bis 2030 seine Mengen

mehr als verdreifachen und entwickelt sich zum stärksten

Segment im Schienengüterverkehr mit einem

Anteil von circa 50 Prozent. Dabei greifen im kontinentalen

Kombinierten Verkehr immer mehr Kunden

auf Trailer für den Transport ihrer Waren zurück,

Wechselbehälter verlieren in diesem Segment dagegen

zunehmend an Bedeutung. Allerdings stößt der

Trend beim Equipment an seine Grenzen: Damit DB

Schenker Rail als europäischer Marktführer im KV

den Transport von Sattelaufliegern auch im Hauptlauf

auf der Schiene möglich machen kann, musste er bislang

verstärkt rollendes Material anmieten. Allerdings

gibt es die dafür benötigten Waggons – sogenannte

Taschenwagen – nicht in genügender Anzahl auf dem

Markt. Diese speziellen Güterwagen für den Trans­

Neuankömmling:

Der erste von 163

Taschenwagen wird

an DB Schenker Rail

übergeben. Dank des

sogenannten Stützbocks

(rechte Seite,

Bild links unten)

können unterschiedliche

Varianten von

Sattelaufliegern auf

dem Wagen arretiert

werden.

Fotos: Georg Knoll

port von Lkw-Sattelanhängern haben sogenannte

Taschen zwischen den Langträgern, in denen die Räder

der Sattelanhänger liegen.

„Der Bedarf am Markt kann nicht allein über den

Anmietmarkt gedeckt werden“, weiß Ralf-Günter

Kloß, Geschäftsführer bei DB Intermodal Services.

Daher haben der Marktbereich und DB IS ein Investitionsprogramm

erarbeitet, mit dem DB Schenker Rail

den Wagenpark durch mehr trailertransportfähiges

Equipment deutlich aufstockt. In den kommenden

zwölf Monaten werden 163 Taschenwagen des Typs

T3000 an DB Schenker Rail ausgeliefert, bis Ende 2015

sollen zusätzlich bis zu 340 weitere Doppeltaschenwagen

folgen.

Aus dem Eigenanspruch heraus, als Europas Nummer

eins im Kombinierten Verkehr am Markt zu agieren,

entwickelt der Marktbereich Wachstums-

perspektiven, die aus dem Verständnis für die

Branchen entstehen. Dabei steht der intensive Dialog

mit Kunden und Partnern im Mittelpunkt. „Mit den

erhöhten Wagenressourcen setzen wir weiter verstärkt

auf die Nachhaltigkeit unserer Kundenbeziehungen

und Geschäftsentwicklung“, sagt Schulz. „Die

Anpassung des Verhältnisses von eigenem Equipment

zu angemieteten Wagen-Kapazitäten verbessert dabei

mittelfristig die Kostenentwicklung der Verkehre und

ist damit auch eine Investition in die Wettbewerbsfähigkeit.“

an

Kontakt | Oliver Hämel

Telefon: +49 (0)6131 153577

oliver.haemel@db-intermodal-services.com

Auf Tuchfühlung:

DB Schenker Rail-Mitarbeiter

im Taschenwagen

(unten

rechts). Auch Ralf-

Günter Kloß (links im

rechten Bild oben),

Geschäftsführer DB

Intermodal Services,

und Marktbereichsleiter

Andreas Schulz

(rechts daneben)

freuen sich über den

Neuerwerb.

28 Railways 03 | 13

29


Company & People

Großwäscherei für Sotschi

Die Olympischen Winterspiele 2014 werfen ihre Schatten voraus. Beim

Transport einer kompletten Großwäscherei von Minden an das Schwarze Meer

arbeiteten Spezialisten von drei DB Schenker-Gesellschaften eng mit ihren

russischen Kollegen zusammen.

zudem durch die Transportleitung der weißrussischen

und russischen Staatsbahnen in Moskau. Dem Transport

mit dem exakt ausgearbeiteten Fahrplan und den

kurzen Laufzeiten wird hohe Priorität beigemessen.

Am 10. Juni, zwölf Tage nach der Abfahrt in Minden,

endet die 3.500 Kilometer lange Reise in der Olympiastadt

Sotschi. Den Projektverantwortlichen von Kannegiesser

stehen für alle logistischen Fragen mehrsprachige

Spezialisten von DB SCHENKERsportsevents

als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung. Nach

erfolgter Fertigstellung des eigens errichteten, rund

7.000 Quadratmeter großen Gebäudes übernehmen

die Logistiker die fachgerechte Anlieferung aller

Wäscherei-Komponenten.

Während sich im kommenden Februar Athleten

vor der Weltöffentlichkeit im Skispringen, Biathlon

oder beim Rennrodeln messen werden, wird die

Waschstraße im Hintergrund rund 100 Tonnen Wäsche

pro Tag waschen, trocknen, mangeln, falten und

sortieren– genug Waschkraft für rund 25.000 Hotelgäste.

Nach den Spielen übernimmt die russische

Staatsbahn RZD die Großwäscherei. An die logistische

Meisterleistung, die ihren Teil zum reibungslosen

Ablauf der olympischen Spiele beigetragen haben

wird, wird in Sotschi stets eine Aufschrift auf den

Maschinen erinnern: „Made in Germany“. mh

Kontakt | TRANSA Spedition GmbH

Robert Block

Telefon: +49 (0)5642 9498-76

rblock@transa.de

Company & People

Sotschi, Stadt der

Premieren

Mit der Wahl von Sotschi entschied sich das Internationale

Olympische Komitee erstmals für Winterspiele

in Russland, zudem erstmals für eine

subtropische Stadt. Und schließlich zeigt das Logo

der XXII. Olympischen Winterspiele 2014 erstmals

in der Geschichte des IOC eine Internetadresse:

Sochi.ru bzw. Sochi2014.com.

Wegen der klimatischen Besonderheit wird es in

Sotschi zwei Zentren geben: Der sogenannte

Olympiapark Sotschi entsteht in der Küstenregion

direkt am Schwarzen Meer. Dort liegen fünf Eishallen

und das Olympia-Stadion, in dem die Eröffnungs-

und die Schlussfeier der Spiele stattfinden

werden. Die Ski-, Bob- und Rodelwettbewerbe werden

in dem Gebiet um das knapp 4.000 Einwohner

zählende Gebirgsdorf Krasnaja Poljana ausgetragen,

das rund 70 Kilometer östlich von Sotschi auf

etwa 600 Meter Höhe liegt.

Mit dem offiziellen Slogan „Hot. Cool. Yours.“ beschreiben

die Spiele die „Vielfalt Russlands, die

Leidenschaft des Sports, die Jahreszeit und die

Wahrnehmung Russlands in der Welt sowie die

Olympischen Spiele für Jedermann“, so der Ausrichter.

Insgesamt investiert Russland rund 35 Milliarden

Euro in die Verkehrsinfrastruktur. mh

Minden, Ende Mai: Dunkle Regenwolken hängen

am Himmel. In den Pfützen spiegeln

sich die russischen Bahncontainer, als die

Lok der Mindener Kreisbahn die letzten Container

im Anschlussgleis des Mindener Osthafens einhakt.

Pünktlich verlässt der Sonderzug mit über vierzig

40-Fuß-Highcube-Containern und fast 600 Metern

Länge mit einer DB-Lok den Mindener Hafen Richtung

Brest an der polnisch-weißrussischen Grenze.

Es ist der Beginn eines logistischen Megaprojekts:

Die gesamte Ausrüstung für eine Großwäscherei muss

vom nordrhein-westfälischen Minden nach Sotschi

ans Schwarze Meer transportiert werden. Eingesetzt

wird die rund zehn Millionen Euro teure Anlage im

Rahmen der Olympischen Winterspiele im Februar

2014. Den Auftrag erhielt DB Schenker von der Herbert

Kannegiesser GmbH aus Vlotho, einem Weltmarktführer

für industrielle Wäschereitechnik.

„Bei sportlichen Mega-Events gilt auch für uns

Logistiker: Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf.

Unsere Spezialisten sind schon weit vor der

eigentlichen Veranstaltung im Einsatz, damit pünktlich

zur Eröffnungsfeier alles an seinem Platz ist – bis

hin zur Waschmaschine“, erklärt Christian Schultze,

Leiter DB SCHENKERsportsevents, Schenker

Deutschland AG.

Bei dem Projekt kooperierten die Spezialisten für

sportliche Großereignisse eng mit den auf Bahnlogistik

spezialisierten Fachleuten von DB SCHENKERrailog

sowie Fachleuten von der TRANSA Spedition GmbH

und der OOO Railion Russija Services, beides Tochtergesellschaften

von DB Schenker.

Nach Ankunft an der weißrussischen Grenze in

Brest werden die Highcube-Container auf Breitspurwagen

umgeladen. Den zweiten Teil der Reise legen

sie gemeinsam mit über 13 Meter langen Waschröhren

und Waschpressen zurück. Aufgrund ihrer Übergröße

sind diese bereits vorab per Megatrailer-Lkw auf

der Straße nach Brest gefahren. Hier werden die sensiblen

Maschinen auf Flachwagen umgeladen und

gemeinsam mit den Highcube-Containern zu einem

„Kannegiesser-Sonderzug“ zusammengestellt. Pünktlich

verlässt er Brest in Richtung Schwarzes Meer.

Um einen störungsfreien Transport zu gewährleisten,

ist in Brest zusätzlich eine Wachmannschaft

zugestiegen. Überwacht wird der „Kannegiesser-Zug“

Kannegiesser-

Zug:

Eine besondere

Herausforderung

für die Logistiker ist

die Verladung der

sensiblen Technik

der Waschgeräte.

Fotos: Michael Neuhaus

In der railways-App: Wählen Sie hier Ihre Sprache aus.

30 Railways 03 | 13 31


company & People

company & People

Unternehmenskultur:

Besser aufeinander

abgestimmte Abläufe

helfen, die Qualität

für den Kunden noch

weiter zu steigern.

Bessere Qualität für unsere Kunden

Die neue Unternehmenskultur – Schritt für Schritt

gemeinsam für Verbesserungen.

Sich austauschen, miteinander sprechen, gemeinsam

gestalten – und so die eigenen

Leistungen stärken und verbessern: Gerade in

einem traditionsreichen Unternehmen wie der DB

Schenker Rail bietet eine lebendige Unternehmenskultur

unglaubliche Chancen. Die Initiative „Schritt

für Schritt“ will diese Chancen nutzen.

Die strategischen Ziele, die sich die Deutsche

Bahn für das Jahr 2020 gesetzt hat, erreicht man nur

schrittweise und gemeinsam mit Mitarbeitern und

Führungskräften. Um eine nachhaltige Veränderung

hin zu einer echten Verbesserungskultur zu schaffen,

hat DB Schenker Rail im September 2012 die Initiative

„Schritt für Schritt – Gemeinsam für Service und

Qualität“ ins Leben gerufen. Sie soll die Qualität quer

durch alle Bereiche und Organisationsebenen steigern

und die Kommunikation vor allem zwischen

Führungskräften und Mitarbeitern verbessern.

Davon profitiert nicht nur die DB Schenker Rail,

sondern das hilft auch ihren Kunden. „Wir können

besser auf Kundenanforderungen reagieren, wenn wir

besser miteinander kommunizieren“, erklärt Roman

Noack, Programmleiter „Schritt für Schritt“.

Gestartet ist „Schritt für Schritt“ mit den Mitarbeitern

in den Standorten und Servicestellen der Produktion

Deutschland und wird sukzessive auch in anderen

Bereichen aktiv. „Wir wollen ein Momentum mit allen

Führungskräften und Mitarbeitern schaffen und sie mit

Blick auf die strategischen Ziele aktivieren“, so Noack.

Fotos: DB Schenker Rail

Grundlegender Kulturwandel

Dazu ist ein Kulturwandel erforderlich. Dabei erarbeiten

die Mitarbeiter gemeinsam Lösungen zu Themen

aus den Bereichen „Top-Arbeitgeber“, „Kunde

und Qualität“, „Öko-Pionier“ und „profitabler Marktführer“.

Die „Schritt-für-Schritt“-Methoden, wie zum

Beispiel Workshops, helfen, sich mit dem Arbeitsplatz,

dem eigenen Team und konkreten Anforderungen

interner und externer Kunden genauer

auseinanderzusetzen.

„Schritt für Schritt“ ist derzeit in allen Produktionszentren

aktiv. Bis heute haben schon knapp 3.000

Mitarbeiter an gut 110 mehrtägigen Workshops teilgenommen.

„Das ist eine ungeheure Aufbruchsstimmung,

die sich da bemerkbar macht“, berichtet Noack.

Der beachtliche Erfolg der Workshops beruht auf der

sukzessiven Herangehensweise: Statt blumige Visionen

an die Wand zu malen, setzt die Initiative auf

den Impuls der kleinen Schritte, um Verbesserungen

vor Ort zu erreichen und Probleme schnell zu lösen.

Eine Methode von „Schritt für Schritt“ ist die „Foto-

Safari“. Kollegen gehen an ihren Arbeitsplätzen gemeinsam

auf die Suche nach Missständen, dokumentieren

sie fotografisch und beseitigen sie wenn

möglich direkt.

Auch das „Board vor Ort“, eine neue kooperative

Methode, um über die aktuelle Betriebslage zu diskutieren,

unterstützt die Kollegen. Das Prinzip ist einfach:

In täglichen Treffen tauschen sich die Beteiligten

eines Prozesses mit Hilfe eines speziell angefertigten

Whiteboards live aus. Der Vorteil: Die Mitarbeiter

diskutieren offen ohne Hierarchie. Jeder Mitarbeiter,

ob Leiter oder Rangierer, ist Teilnehmer auf gleicher

Augenhöhe. Eigens trainierte Moderatoren steuern

das Meeting und sorgen für eine kreative Atmosphäre

und konstruktiven Output.

Messbare Verbesserungen

Im Schienengüterverkehr bieten sich unter anderem

die Prozesse in den Produktionszentren zur Optimierung

an. Dort sind die Chancen groß, durch besser

aufeinander abgestimmte Abläufe die Qualität für den

Kunden noch weiter zu steigern: Abfahrtszeiten und

die Personal- und Schichtplanung sind Hebel, um die

Ankunftspünklichkeit beim Kunden zu optimieren.

Typische Themen, die vor dem „Board vor Ort“ adres-

s i e r t w e rd e n :

Sind alle heutigen

Schichten

besetzt? Haben

wir unsere gestrige

n Z i e l e e r -

r e i c h t ? F a l l s

nicht: Was ist schiefgelaufen? Welche Maßnahmen

vereinbaren wir, um besser zu werden? Jede Gruppe

verbessert auf diese Weise selbstständig täglich die

für sie relevanten Kennzahlen. „Ein Ergebnis ist auch

eine höhere Verfügbarkeit von Loks, wenn die Abläufe

zwischen den Beteiligten verbessert werden“, ergänzt

Noack. „An einzelnen Standorten ist das schon in

Sachen Pünktlichkeit und Verfügbarkeit messbar.“

Nach dem sichtbaren Erfolg in Deutschland soll

das Programm allmählich auch europaweit wirken.

Schon heute fließen internationale Erfahrungen in

die Initiative ein: Das „Board vor Ort“ zum Beispiel

stammt von der britischen DB Schenker Rail UK. Die

Programmverantwortlichen tauschen sich bereits mit

den Kollegen in Holland, Polen und in Großbritannien

aus. Auch Kollegen in anderen europäischen

Ländern sind aufmerksam geworden. Die Nachfrage

nach „Schritt für Schritt“ steigt. Für Roman Noack

zeigt diese Entwicklung bereits, dass sich die Unternehmenskultur

bei DB Schenker Rail positiv entwickelt.

an

Kontakt | Schritt für Schritt

schrittfuerschritt@dbschenker.com

Auf Augenhöhe:

Schritt für Schritt

klären Mitarbeiter

und Führungskräfte,

was ansteht und

was möglicherweise

heute besser als

gestern gemacht

werden kann.

32 Railways 03 | 13 33


Company & People

Company & People

Sicher gegen Regen

und Nässe geschützt

In Rumänien fährt DB Schenker Rail Düngemittel

in speziellen Waggons.

Neue Soda-Transporte

in Rumänien

Ein neuer Laufzeitvertrag verstärkt die Präsenz von DB Schenker

Rail Romania auf dem Markt für intermodale Verkehre.

2012

war ein Testlauf mit zwei Zügen

gestartet, jetzt ist es offiziell:

Für das zur Ameropa Holding

gehörende rumänische Unternehmen Azomures

führt DB Schenker Rail Romania regelmäßige Düngemitteltransporte

durch. Azomures ist der größte

Hersteller von Düngemitteln in Rumänien. Die Produkte

werden von Târgu Mureş, dem Sitz des Herstellers,

über eine Strecke von mehr als 500 Kilometer

zum Schwarzmeerhafen von Constanţa transportiert.

Für den Verkehr setzt DB Schenker 38 eigens modernisierte

Schüttgutwagen der Klasse Tals ein. „Der

Kunde war von den frisch überholten Tals-Waggons

sehr angetan“, berichtet Eduard Iancu, Geschäftsführer

von DB Schenker Rail Romania. Die Waggons mit

Schwenkdach sind für den Transport von nässeempfindlichen

Schüttgütern bestens geeignet.

„Der Erfolg der neuen Verbindung wurde ermöglicht

durch die exzellente Zusammenarbeit zwischen

Asset, Produktion und Vertrieb“, ergänzt Iancu. Sollte

die Erweiterung der Transporte wie geplant umgesetzt

werden, wird in Kürze eine weitere Waggoncharge

eingesetzt. In einem nächsten Schritt ist angedacht,

einen langfristigen Vertrag über zusätzliche Einzelwagentransporte

mit Azomures abzuschließen.mh

Kontakt | Eduard Iancu

Telefon: +40 (0)21 3312207

eduard.iancu@bahn.com.ro

In der railways-App: Wählen Sie hier Ihre Sprache aus.

Entladung:

Schüttgutwagen der

Tals-Klasse im Hafen

von Constanţa.

Fotos: DB Schenker Rail, Imago

Ein Transportvolumen von mindestens 175.000

Tonnen umfasst der für ein Jahr laufende Vertrag,

den DB Schenker Rail Romania mit dem

Chemiekonzern US Govora Ciech geschlossen hat.

Seit Januar transportiert die rumänische Landesgesellschaft

von DB Schenker Rail Soda sowie das für

die Soda-Herstellung benötigte Rohmaterial. „Der

Neuverkehr ist für uns von großer strategischer Bedeutung.

Er stärkt unsere Präsenz im Schwarzmeerhafen

Constanţa, und wir nehmen zugleich am

Marktsegment der intermodalen Verkehre teil, das

sich in Rumänien stark entwickelt“, so Eduard Iancu,

Geschäftsführer DB Schenker

Rail Romania.

Das Rohmaterial wird von

Valea Seacǎ ins Chemiewerk

nach Bǎile Govora gefahren.

Weitere Verkehre umfassen

den Transport des fertigen Sodas

von Bǎile Govora an die

bulgarische Grenze nach Tovarna.

Der weitaus größere

Teil der Soda-Transporte aber

geht in den Hafen Constanţa,

wo das Mineral die Weiterreise

per Schiff auch in flexiblen

Schüttgutbehältern, sogenannten

„Bigbags“ antritt. In

Constanţa wird für den Versand

der Soda-Container per

Schiff das Containerterminal

DP World und für den Versand

der Fracht in „Bigbags“ das

Terminal von DB Romtrans

genutzt. Die Ware wird unter

anderem nach Ägypten,

Korea, China oder in die Vereinigten

Arabischen Emirate

verschifft. Im Hafen arbeitet

DB Schenker Rail Romania eng

mit den Kollegen von DB

Schenker Logistics vor Ort zusammen

und übernimmt neben

dem Transport des Sodas

in das Terminal auch das Umladen

der Bigbags oder den

Transport in Lagerhäuser,

wenn das Schiff noch nicht bereitsteht.

„Die Transporte sind ein gutes Beispiel für die erfolgreiche

Zusammenarbeit zwischen DB Schenker

Rail und DB Schenker Logistics. Wir müssen diesen

Vorteil noch besser nutzen und unseren Kunden in

Südosteuropa künftig mehr gemeinsame Leistungen

aus einer Hand anbieten“, so Hans-Georg Werner,

Leiter Region East im Management Board bei DB

Schenker Rail.

mh

Kontakt | Bogdan Barbu

Telefon: +40 (0)21 3312207

bogdan.barbu@bahn.com.ro

Constanţa:

Im rumänischen

Schwarzmeerhafen

arbeitet DB Schenker

Rail Romania eng

mit den Kollegen von

DB Schenker Logistics

zusammen.

34 Railways 03 | 13

35


company & People

Sand schützt Kulturerbe

Das historische Salzbergwerk Wieliczka ist in Gefahr. Die Rettung kommt mit der Bahn.

Großauftrag

DB Schenker Rail Polska versorgt drei Warschauer Kraftwerke mit Kohle.

company & People

DB

Schenker Rail Polska hat einen Großauftrag

akquiriert – und sich gegen die

Angebote von drei Mitbewerbern

durchgesetzt. Der Vertrag gilt bis zum Jahresende und

umfasst ein Transportvolumen von 600.000 Tonnen

Steinkohle. Seit März bereits transportiert das Tochterunternehmen

von DB Schenker Rail die Steinkohle

aus den Abbaugebieten im Süden Polens nach

Warschau. Die Transporte starten jeweils in den schlesischen

Kohlegruben der Jastrzębska Spółka Węglowa

S.A. und der Kompania Węglowa S.A. und enden in

den drei Warschauer Kohlekraftwerken des Unternehmens

PGNiG Termika, Siekierki, Żerań und

Kawęczyn.

Der Auftrag hat einen historischen Hintergrund:

2003 hatte der frühere Eigentümer der drei Warschauer

Kohlekraftwerke, Vattenfall Heat Poland

S.A., einen langfristigen Vertrag mit der privaten

Güterbahn Coaltran abgeschlossen, die aufgrund

dessen zum Hauptlieferanten für Steinkohle aus

Schlesien wurde. Seit 2009 gehört Coaltran zu DB

Schenker Rail Polska.

„Wir freuen uns,

dass wir für PGNiG

Termika erneut

Kohletransporte

durchführen können.

Ich bin überzeugt,

dass wir

aufgrund unserer

langjährigen Zus

a m m e n a r b e i t

über die nötige Erfahrung

verfügen“,

erklärte Christian

Schreyer, Geschäftsführer von DB Schenker Rail Polska.

„Trotz der schwierigen Situation auf dem Markt

konnten wir einen Großauftrag akquirieren. Für uns

ist das eine Bestätigung dafür, dass unser Angebot von

den Kunden geschätzt wird.“

mh

Kontakt | Bogdan Tofilski

Telefon: +48 (0)32 78897-07

bogdan.tofilski@dbschenker.pl

Kohlezug:

DB Schenker Rail

Polska sichert die

Versorgung der

Warschauer Kohlekraftwerke.

Fertigstellung in Rekordzeit

DB Schenker Rail Polska hat das Hauptlager im polnischen Rybnik

modernisiert, um die Instandhaltung des Wagenparks zu verbessern.

Schenker Rail Polska hat Sandtransporte

in das Salzbergwerk Wieliczka über-

DB nommen. Der Sand wird in alte Stollen

verfüllt, um sie vor dem Einsturz zu bewahren. In

einer Ausschreibung erhielt die DB Schenker-Tochter

für zwei Jahre den Zuschlag.

Seit mehr als 500 Jahren wird in der Gegend rund

um den südpolnischen Ort Wieliczka die Salzsiederei

betrieben. Im 13. Jahrhundert wurde hier eine Steinsalzlagerstätte

entdeckt. Auf diese Zeit geht die

Gründung des Salzbergwerk Wieliczka zurück. Das

1993 geschlossene Bergwerk gehört heute zum UN-

ESCO-Weltkulturerbe. Besucher können hier einen

atemberaubenden Einblick in die Geschichte der

Salzgewinnung gewinnen. Doch das Kulturerbe ist

gefährdet: In weiten Teilen der Saline besteht Einsturzgefahr.

Um das Salzbergwerk zu stabilisieren,

wird Sand in nicht benötigte Hohlräume gepumpt.

Diese Verfüllung vermindert das Risiko von Verschüttungen

oder Einstürzen. Der Sand wird mit gesättigter

Salzlösung versetzt. Seit April dieses Jahres transportiert

DB Schenker Rail Polska den Sand aus der polnischen

Sandgrube Szczakowa, einem der größten

Produzenten des in der Bergbauindustrie, Gießereitechnik

und Bauwirtschaft verwendeten Quarzsandes

und Dolomitsteines in Polen.

mh

Kontakt | Krzysztof Ślusarczyk

Telefon: +48 (0)32 78891-34

krzysztof.slusarczyk@dbschenker.pl

In der railways-App: Wählen Sie hier Ihre Sprache aus.

Wieliczka:

In dem historischen

Salzbergwerk können

Besucher die Spuren

der Bergleute bis ins

Mittelalter verfolgen.

Fotos: Achenbach&Pacini, Thomas Pflaum/VISUM, DB AG, PR

Besuch in Rybnik:

Bernd Habicht (links)

führt Mitglieder des

Aufsichtsrats von DB

Schenker Rail Polska

durch das renovierte

Hauptlager.

Ne t z w e r k

und Effizienz

– unter

diesen Schlagworten

will DB Schenker

Rail Polska seine

Position in Europa

ausbauen. Einen

neuen Aspekt erhielten

die Schlagworte

in Rybnik. In

einer Rekordzeit

von nur zehn Monaten

hat das Unternehmen die Modernisierung des

Hauptlagers im schlesischen Rybnik abgeschlossen.

Anfang Mai empfing Bernd Habicht den Aufsichtsrat

von DB Schenker Rail Polska im frisch renovierten

Gebäude. Habicht ist im Rahmen der Optimierungsinitiative

Fokus Polska der DB Schenker Rail Polska

zuständig für Einkauf, Logistik und Lagerwesen. „Ich

freue mich, dass die Mittel für die Modernisierung so

gut angelegt waren, und möchte allen danken, die bei

der Umsetzung des Projekts geholfen haben“, so Hans-

Georg Werner, Leiter Region East im Management

Board bei DB Schenker Rail. Auch Axel Marschall,

Vorstand Vertrieb bei DB Schenker Rail und Matthias

Reichel, Member of the Management Board für

Finance/Controlling (CFO) von DB Schenker Rail,

zeigten sich beeindruckt von der Leistung.

Anfang 2012 war ein gemeinsames Projektteam der

DB AG, DB Regio, DB Schenker Rail und DB Schenker

Logistics beauftragt worden, ein Strategiekonzept für

Lagerung und Vertrieb von Ersatzteilen für den Süden

Polens zu entwickeln. Im Juli 2012 begannen unter

der Leitung von Katarzyna Pacuła Rybacka die Arbeiten

am Lager. Für Bernd Habicht ist das Gemeinschaftsprojekt

ein schönes Beispiel dafür, wie

Gemeinsinn zum Erfolg führen kann. mh

Kontakt | Bernd Habicht

Telefon: +49 (0)30 29761603

bernd.habicht@deutschebahn.com

36 Railways 03 | 13 37


Final Call

nachgefragt

Unverzichtbarer

Ladungsträger

Marcus Falkenhahn ist Geschäftsleiter der Falkenhahn AG. Die thüringische

Firma wurde vor 80 Jahren als Schreinerei gegründet. Seit 1992

werden im Betrieb Europaletten produziert. www.falkenhahn.eu

Zahlen, bitte!

Publikationen sind in diesem

Jahr beim BCP Award, Europas

größtem Corporate-Publishing-Wettbewerb

prämiert worden. Darunter

auch unser Kundenmagazin

railways. Zum dritten Mal in

Folge hat das Magazin das

begehrte „Silber“ erhalten.

Die Mischung aus Kundenperspektive,

Unternehmens-

Cases und überraschender

Optik kommt an.

Save the Date

Kommende Messen und Branchenveranstaltungen mit Beteiligung von

DB Schenker Rail – nutzen Sie die Gelegenheit zu einem persönlichen Treffen!

23-25

OKTOBER

28-31

OKTOBER

06-09

November

in Berlin (Deutschland)

Der BVL-Kongress ist die wichtigste jährlich ausgerichtete

Logistikveranstaltung Europas, auch für DB Schenker.

www.bvl.de

in Baltimore (USA)

Das PPI Transport Symposium ist eine der wichtigsten Treffpunkte für die

weltweite Holzindustrie. Dies Jahr findet es im verkehrsgünstig gelegenen

Baltimore statt.

www.risiinfo.com

in Rimini (Italien)

Die 17. Ecomondo ist eine internationale Fachmesse für Material- und Energiegewinnung.

Die Messe ist ein wichtiger Agendapunkt für technische Lösungen

bei umweltspezifischen Problemen.

www.ecomondo.com

Impressum

Herausgeber

DB Schenker Rail AG

Marketing

Edmund-Rumpler-Straße 3

60549 Frankfurt am Main

Verantwortlich für den Inhalt

Hendric Fiege

Leiter Marketing (V. i. S. d. P.)

Annette Struth, Leiterin

Marketing Communications

Projektleitung

Kirsten Häcker

Telefon: +49 (0)69 265-34463

E-Mail: kirsten.haecker@ dbschenker.eu

Verlag

G+J Corporate Editors GmbH

Stubbenhuk 10, 20459 Hamburg

Redaktion

Axel Novak (an, Ltg.),

Mirko Heinemann (mh)

Olaf Krohn (ok)

Gestaltung

Ilga Tick (Ltg.), Matthis Eilers

Fotoredaktion

Stephanie Harke

Druck

Pfitzer GmbH & Co. KG, Renningen

Ihr Kontakt zur Redaktion

l-railways@dbschenker.eu

ISSN 1867-9668

Der Umwelt zuliebe auf umweltfreundlichem

Papier gedruckt

DB Schenker im Internet:

www.dbschenker.com

Herr Falkenhahn, für uns sind Paletten

Holzgestelle für schwere Güter. Und für Sie?

Genormte Holzpaletten sind zweifelsohne

ein gut durchdachtes Produkt. Aber besonders

reizvoll finde ich unsere vollautomatische

Fertigungsanlage, die ein Großserien-Produkt

mit engster Toleranz liefert.

Heutige Förderprozesse stellen hier hohe

Anforderungen. Wir geben – was bisher am

Markt einmalig ist – eine hundertprozentige

Qualitätsgarantie. Damit gewährleisten wir

höchste Funktionssicherheit in bestehenden

vollautomatisierten Produktionsprozessen

wie zum Beispiel bei der Be- und Entladung,

im Hochregallager und der Flurfördertechnik.

Ihre Palette kann aber noch mehr?

Wir sind der erste Palettenhersteller, der eine

Europalette serienmäßig mit RFID-Technologie

ausstatten kann. Der RFID-Transponder

wird während der vollautomatischen

Fertigung in den Mittelklotz der Palette integriert.

Dort befindet er sich

an einer geschützten Stelle,

die auch im rauen Betrieb

wenig gefährdet ist. In

Praxistests wurde die Belastungsfähigkeit

der RFID-

Palette und des Transponders geprüft: Mit

dem Ergebnis, dass der Chip selbst extremen

Belastungen wie Kälte, Feuchtigkeit oder

Erschütterungen standhält. Vorausgesetzt,

die Versender-, Transport- und Empfänger-

Betriebe verfügen über die entsprechenden

Leseeinrichtungen, können sie jederzeit den

Standort der Ware elektronisch bestimmen.

Es sind keine Lieferscheine mehr nötig, die

Inventur kann per Knopfdruck vorgenommen

werden, Fehlverladungen sind ausgeschlossen.

Das eingebrannte Symbol auf Ihren Paletten

lautet nicht EUR, sondern WORLD.

Was macht den Unterschied aus?

Für die Nutzer gibt es keinen Unterschied, es

ist nur eine Frage der Lizenzierung. Paletten

der Marke WORLD sind tauschfähige Mehrweg-Paletten,

sogenannte Europaletten.

Seit 2008 besitzen wir die Exklusiv-Herstellerrechte

für den europäischen Markt. Die

WORLD-Palette wird auf Wunsch auch als

Exportpalette nach dem IPPC-Standard

ISPM 15 angeboten. Hier werden alle im Holz

befindlichen Parasiten und Insekten, insbesondere

die Sirex-Wespe, abgetötet. Dies ist

vor allem für die Lebensmittel- und Pharma-

Industrie interessant.

Woher stammt das Holz?

Das Holz für Europaletten der Marke WORLD

stammt aus nachhaltigem Waldbau. Es

kommt von europäischen, zertifizierten

Holzlieferanten. Holz aus illegalem Holzeinschlag

lehnen wir grundsätzlich ab. Wir bevorzugen

nahe gelegene Sägewerke mit

hohem und konstantem Qualitätsniveau bei

Rohstoff und Verarbeitung.

Haben Sie Ihre Paletten schon an außergewöhnlichen

Orten entdeckt?

Im Juni 2013 fanden wir eine WORLD-Palette

am Messestand eines RFID-Anbieters auf der

„transport logistic“-Messe in München. Der

Aussteller hatte unwissentlich einen RFID-

Transponder außen angebracht, obwohl bereits

ein Transponder serienmäßig unsicht -

bar verbaut war. Wir haben das mit viel

Humor genommen.

Interview: Mirko Heinemann

Fotos: PR, DB Museum Nürnberg

Plakat von 1981 aus dem DB Museum in Nürnberg

zeitzeichen

Anspielung

auf die Bibel

Über 1.500 unterschiedliche Anzeigen- und Plakatmotive

veröffentlichte das Werbeamt für den Güterverkehr

– so etwas gab es bei der Deutschen Bundesbahn tatsächlich!

– zwischen 1967 und 1982. Die langlebigste

Kampagne, zu der auch dieses Plakat gehört, trug den

bis heute unvergessenen und weiterhin aktuellen Slogan

„Güter gehören auf die Bahn“. Der Fachmann erkennt

sofort, dass die Bundesbahn 1981 zwar schon

über moderne Container-Tragwagen (im Foto links)

verfügte, die Stahlboxen aber seinerzeit auch noch auf

konventionellen Rungenwagen verlud. Das Motiv, dessen

Titel auf das Matthäus-Evangelium anspielt,

stammt von der bekannten US-amerikanischen Werbeagentur

McCann-Erickson, die 1956 auch den ersten

deutschen TV-Werbespot überhaupt produzierte, für

Persil. Die Bundesbahn arbeitete sehr lange mit Mc-

Cann-Erickson zusammen und verdankt deren Werbern

auch den berühmt-berüchtigten Werbeslogan „Alle reden

vom Wetter. Wir nicht.“ aus dem Jahr 1966. ok

Neukundeninfo:

DB Schenker Rail AG

Marketing

Edmund-Rumpler-Straße 3

60549 Frankfurt am Main

E-Mail: neukundenservice@dbschenker.eu

Service-Nummer Neukundeninfo:

Tel. 0203 9851 9000

Die Ausgabe 04 | 13

von railways erscheint

im Dezember2013.

38 Railways 03 | 13 39


DB Schenker Rail AG

Marketing

Edmund-Rumpler-Straße 3

60549 Frankfurt am Main

Internet: www.dbschenker.com

E-Mail: neukundenservice@dbschenker.eu

Service-Nummer Neukundeninfo:

Tel. 0203 98519000

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