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Verschiedene Investoren werden dort in

den nächsten Monaten das sogenannte

Opel Forum – ein Einkaufs-und Erlebniscenter

rund um das Thema „Automobil“ –

bauen. Dieses Großprojekt wird die Innenstadt

Rüsselsheim maßgeblich verändern.

Die Adam Opel GmbH hat – völlig berechtigt

– ein wesentliches Interesse daran,

ihre Grundstücke zu verwerten und Marketing

in eigener Sache zu betreiben. Für

uns Händler in der Innenstadt stellt dieses

Forum indes eine echte Herausforderung

dar. Wir müssen jetzt alles daransetzen,

die Innenstadt zu beleben und Kunden

in die kleinen Läden in der Innenstadt zu

locken. In der Vollversammlung haben

wir uns mit dieser schwierigen Situation

befasst und beschlossen, die Entwicklung

rund um das Forum zu unterstützen.

Gleichzeitig fordern wir aber von der Stadt

Rüsselsheim, konkrete Maßnahmen wie

zum Beispiel die attraktivere Gestaltung

der Fußgängerzone und die Verbesserung

der innerstädtischen Verkehrsführung.

Nur so können dann auch die innerstädtischen

Einzelhändler vom Opel Forum

profitieren. Im Übrigen: Unser IHK-Bezirk

ist ein leistungs- und innovationsstarker

Industriestandort, der maßgeblich durch

kleinste, kleine und mittelgroße Unternehmen

charakterisiert wird. Diese Struktur

spiegelt sich selbstverständlich auch in der

Vollversammlung wider.

Sie sind zumindest aus Sicht des Kreises Groß-Gerau

der maßgebliche Ansprechpartner für Probleme der

IHK-Mitglieder. In welcher Weise können Sie denn

Lösungen anbieten?

Thomas Hartmann: Die IHK hat gerade aktuell

eine Landkreisporträt Groß-Gerau erstellt.

Darin werden die Themen Bevölkerung,

Standortfaktoren, Erwerbstätigkeit

GERAUER LAND

bei IHK-Vize Thomas Hartmann

und die großen Wirtschaftsabteilungen

analysiert und die Stärken und Schwächen

herausgearbeitet. Ziel war es, zusammen

mit den Unternehmern aus dem Landkreis

Forderungen bzw. Ansatzpunkte

einer regionalen Wirtschaftspolitik zu formulieren.

Wir wollen unseren Teil dazu

beitragen, die Rahmenbedingungen für

wirtschaftliches Handeln zu verbessern.

Eine Forderung beispielsweise zielt – und

damit sind wir wieder beim Einzelhandel

– auf die Innenstädte des Landkreises. Die

Menschen hier im Kreis haben viel Geld,

geben es aber leider nicht hier aus. Wir

fordern daher von der Kommunalpolitik

diesem Kaufkraftabfluss entgegenzuwirken.

Dazu gehört die Belebung der Innenstädte

und verbesserte Wohnqualität, die

Darstellung des vorhandenen Branchenmixes

sowie der Aufbau eines professionellen

Stadtmarketings. Bei all diesen

Punkten mischen wir uns aktiv ein. Oder

Beispiel „kommunale Steuern und Abwassergebühren“:

Wir fordern insbesondere

die Kommunen zur Senkung auf, die aufgrund

ihrer Randlage weniger von den

besonderen Standortvorteilen des Rhein-

Main-Gebietes profitieren. Wenn der Bürgermeister

X gegenüber Investoren nicht

mit Standortfaktoren wie Flughafennähe

oder Nähe zu Zulieferern punkten kann,

muss er Gebühren senken, um wettbewerbsfähig

zu sein. Er muss Ansiedlungen

für Unternehmen in zunehmendem Maße

attraktiv machen. Gerade die Gewerbesteuer,

die für uns Unternehmer im nächsten

Jahr ja eine noch viel wichtigere Rolle

spielen wird, ist ein Ansatzpunkt, um den

Standort interessant zu machen.

Die Industrie-und Handelskammer ist - der Name

signalisiert es bereits - eine Interessen-, eine Lobbyvereinigung,

die sich auch zu tagespolitischen

Das Wir-Magazin • 155 • November 2008

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