Falk Gastro-Kolleg Darm - Dr. Falk Pharma GmbH

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laps, Analfissur, Analfibrome, Anal- und Rektumkarzinom, Rektumpolypen, rektale

Varizen, kavernöse Hämangiome und Angiodysplasien. Bei jeder peranalen Blutung

ist auch bei diagnostiziertem Hämorrhoidalleiden immer eine komplette Koloskopie

zum Ausschluss eines Rektumkarzinoms zwingend notwendig.

Therapie

Nur symptomatische Hämorrhoiden bedürfen einer Therapie. Der alleinige Nachweis

eines vergrößerten Hämorrhoidalplexus ist keine Therapieindikation!

Konservative Therapie

Basistherapie ist die Optimierung der Ernährungsgewohnheiten und des Defäkationsverhaltens.

In einer Metaanalyse (Alonso-Coello et al.) von 7 randomisierten kontrollierten

Studien konnte gezeigt werden, dass eine ballaststoffreiche Ernährung bei der

Behandlung symptomatischer Hämorrhoiden eine positive Wirkung hat.

Für die medikamentöse Therapie stehen die Hämorrhoidenmittel zur Verfügung. Als

Lokaltherapeutika kommen eine Vielzahl von Salben, Cremes und Suppositorien zur

Anwendung. Wirkstoffe, die von der WHO als „essential drugs“ zur Therapie des Hämorrhoidalleidens

bezeichnet werden, sind entweder Lokalanästhetika (z. B. Lidocain),

Adstringentia (z. B. Policresulen) oder Antiphlogistika (z. B. Kortikosteroide). Die medikamentöse

Therapie ist keine kausale, sondern lediglich eine symptomatische bzw.

adjuvante Therapie zur Linderung akuter Beschwerden. Dabei haben sich auch Mesalazin-Suppositorien

als wirksam erwiesen.

P Eine ballaststoffreiche Ernährung,

Lokalanästhetika, Adstringenzien,

Antiphlogistika (Kortikosteroide,

Mesalazin) gehören zur konservativen

Therapie der Hämorrhoiden

Eingeschränkt invasive Verfahren

Sklerosierung

Die intrahämorrhoidale Sklerosierung (Injektions- oder Verödungstherapie), 1936 von

Blond und Hoff erstbeschrieben, wird vor allem beim Hämorrhoidalleiden I. und

II. Grades eingesetzt. Die Komplikationsrate ist gering (< 1%), die Rezidivquote nach

3 Jahren mit 68% jedoch hoch. Als Mittel der Wahl gelten Polidocanol-Lösungen

(= Aethoxysklerol® 3%- und 4%ig).

Die Sklerosierungsverfahren sollten jedoch maximal bis zu einem zweitgradigen

Hämorrhoidalleiden angewandt werden. Am besten ist dieses Verfahren für symptomatische

erstgradige Hämorrhoiden geeignet, die sich nicht mit einer Gummibandligatur

versorgen lassen.

P Sklerosierung, Gummibandligatur

und Doppler-gesteuerte Hämorrhoidalarterienligatur

sind eingeschränkt

invasive Verfahren

Gummibandligatur

Die Gummibandligatur (nach Barron, 1963) eignet sich zur Behandlung des Hämorrhoidalleidens

II. und III. Grades. In einer systematischen Review wurde die Ligatur mit

der konventionellen Hämorrhoidektomie verglichen (Shammugam et al.). Die Autoren

raten bei einem Hämorrhoidalleiden II. Grades wegen der geringen Nebenwirkungen

und Komplikationen zur Ligatur.

Doppler-gesteuerte Hämorrhoidalarterienligatur

Die Doppler-gesteuerte Hämorrhoidalarterienligatur unterbindet proximal des Hämorrhoidalplexus

die zuführenden Äste der Aa. rectalis superior. Nach ersten Studien

liegt die Rezidivrate um 5% nach maximal 5 Jahren. Die Anschaffung des Geräts ist

jedoch sehr teuer, welches den Wert des Verfahrens, vor allem in Anbetracht dessen,

dass das Hauptkonkurrenzverfahren die wesentlich billigere Gummibandligatur darstellt,

mindert.

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